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Einführung der freien Erörterung im Deutsch-Unterricht (Klasse 8)

Unterrichtsentwurf 2016 12 Seiten

Didaktik - Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Unterrichtsvoraussetzungen

2. Unterrichtszusammenhang

3. Sachanalyse

4. Didaktische Analyse

5. Methodische Konsequenzen

6. Hauptkompetenzen

7. Verlaufsskizze

8. Literaturverzeichnis

9. Materialien

1. Unterrichtsvoraussetzungen

Die SuS besuchen die achte Klasse eines Gymnasiums in Baden-Württemberg. Die Klasse besteht aus 23 SuS im Alter von 14 bis 16. Die Arbeitsatmosphäre in der Klasse ist sehr harmonisch. Es gibt selten Streitigkeiten oder Unruhe im Unterricht. Das Leistungsniveau ist teilweise recht unterschiedlich, da nicht alle Muttersprachler sind. Ein Viertel der Klasse besitzt einen Migrationshintergrund. Einige dieser SuS haben Defizite in der deutschen Sprache und treten im Vergleich mit den leistungsstärkeren SuS stark zurück. Die meisten SuS besitzen eine sehr schnelle Auffassungsgabe. Im Bereich derErörterung und der Struktur von Argumenten besitzen die Klasse noch keinerlei Vorkenntnisse.

2. Unterrichtszusammenhang

Das Thema freie Erörterung soll neu eingeführt werden. Dazu habe ich acht Unterrichtsstunden eingeplant. In der ersten Unterrichtsstunde werde ich mit den SuS erarbeiten, wie ein schlüssiges Argument aufgebaut ist und wie man dieses als Pro und Contra Argument einordnet. In der zweiten Stunde möchte ich den SuS mit Hilfe eines Arbeitsblattes Hilfestellungen geben, welche Formulierungen man unterstützend für eine gute Erörterung verwenden kann und mit Ihnen die Gewichtung von Pro und Contra Argumenten üben. In der dritten Stunde werden wir uns mit der Einleitung der Erörterung beschäftigen. Dazu werde ich den SuS Beispieltexte vorlegen, anhand dessen sie bewerten und begründen, was für sie eine gute und interessante Einleitung ist. In der Folgestunde werden die SuS lernen, wie man eine Erörterung abschließen kann; hierbei gibt es viele Varianten wie ein Fazit, eine Vorausschau oder eine Anknüpfung an die Einleitung, um eine Abrundung des Themas zu erzielen. In den nächsten zwei Stunden werden die SuS dann hauptsächlich das Schreiben von Erörterungen üben, um ihr Wissen zu festigen. Ich werde die Texte einsammeln, um ihnen konstruktives Feedback geben zu können. Zum Abschluss unserer Unterrichtseinheit freie Erörterung sollen die SuS jeweils in Gruppenarbeit ein kurzes Quiz für ihre Mitschüler/innen gestalten, um ihr Wissen gegenseitig abzuprüfen.

3. Sachanalyse

Eine Erörterung ist ein schriftlicher Versuch einen anderen Menschen von seinem persönlichen Standpunkt zu überzeugen. Jeder kennt diese Situation aus seinem Alltag: man möchte andere Personen eigentlich von ihren Ansichten abbringen und sie von der eigenen Meinung überzeugen. Dies gelingt am besten durch ein gut strukturiertes Argument. Man unterscheidet dabei die Pro und die Contra- Argumente, wobei man sich bei einem Pro-Argument für eine bestimmte Position entscheidet und bei einem Contra-Argument dagegen. Ein gutes Argument besteht aus einer Behauptung, einer Begründung und einem Beweis für die Behauptung. Ein Beispiel für ein schlüssiges Argument wäre:

Behauptung: Alkohol sollte verboten werden.

Begründung:Alkohol ist ungesund.

Beweis: Viele Menschen leiden an den Folgen ihres Alkoholkonsums

(Suchtverhalten).

Die ist ein typisches Pro Argument. Für eine dialektische Erörterung fehlt nun aber ein Contra Argument, da man das Argument auch entkräften möchte. Ein Beispiel hierfür wäre:

Behauptung: Alkohol sollte nicht verboten werden.

Begründung: Alkohol als Teil der Kultur.

Beweis: Anstoßen bei Festlichkeiten z.B. Geburtstag, Hochzeit.

Zunächst ist es sinnvoll eine Mind Map anzufertigen, um zu einem groben Themenüberblick zu gelangen. Anschließend kann man die Ergebnisse in Pro und Contra Argumente unterteilen und dann sollte man die wichtigsten Punkte für seine Erörterung markieren, um sich anschließend dem Aufbau einer freien Erörterung widmen zu können. Die von mir nun vorgestellte Gliederung in Einleitung, Hauptteil, Schluss ist sehr wichtig für die Übersicht.

Eine gute Einleitung ist wichtig, um die SuS in die Thematik einzuführen und diese systematisch einzugrenzen. Hierfür eignet sich ein Zitat oder ein realitätsnahes Ereignis, welches mit der Thematik in Verbindung steht, hervorragend. Im Hauptteil finden sich nun die zentralen Argumente, welche einer bestimmten Anordnung folgen. Zunächst geht man von seinem persönlichen Standpunkt aus. Das stärkste Argument für den eigenen Standpunkt sollte immer am Ende stehen, wohingegen das stärkste Gegenargument zuerst genannt werden sollte. Dies basiert auf dem Prinzip des menschlichen Erinnerungsvermögens. Das letzte Ereignis bleibt einem besonders gut im Gedächtnis, während die Erinnerung an das Erste mit der Zeit schwächer wird.

Am Schluss fasst man die Ergebnisse noch einmal kurz zusammen und zieht ein Fazit. Wenn möglich, kann man zusätzlich einen Ausblick geben. Der Einfachheit halber, kann man bestimmte Formulierungen wie beispielsweise abschließend, zu Beginn, weiterhin verwenden, um einzelne Abschnitte hervorzuheben oder näher zu erläutern.

Man kann die einzelnen Abschnitte durch bestimmte Formulierungen wie beispielsweise abschließend, zu Beginn, weiterhin hervorheben.

4. Didaktische Analyse

Ich habe mich für das Thema freie Erörterung entschieden, da die SuS viele neue Sachverhalte lernen können. Die Sus lernen sich mit einer Problemstellung auseinander zu setzen, was auch in ihrem alltäglichen Leben von Vorteil ist, da sie hier lernen müssen, sich zu behaupten. Die SuS lernen, ihren eigenen Standpunkt zu vertreten und gleichzeitig offen für andere Sichtweisen zu sein. Die freie Erörterung hilft ihnen dabei ein gutes und schlüssiges Argument formulieren zu können, welches ihre These unterstützt. Dies ist eine notwendige Voraussetzung für strukturiertes Arbeiten, da sie nun in der Lage sind, logisch an eine Problemstellung heranzutreten. Der Vorteil einer freien Erörterung ist im Gegensatz zur textgebundenen, dass mehr Freiheiten für die Entfaltung der eigenen Kreativität gegeben sind.

Aus meiner persönlichen Erfahrung, welche ich mir in vielen Nachhilfestunden angeeignet habe, weiß ich, dass es den SuS besonders schwerfällt, eine gewisse Struktur in ihre Texte zu bringen. Oftmals schneiden sie das Thema nur oberflächlich an und gehen dann sofort zum nächsten Punkt über. Es kann aber auch passieren, dass die SuS in ihren Texten springen und an späterer Stelle einen Gedanken wieder aufgreifen. Dies führt leider zur sehr unübersichtlichen Texten. Ein weiteres Problem im Umgang mit der Thematik freie Erörterung ist es, ein aussagekräftiges Argument zu formulieren. Oftmals sind die Einwände zu schwach und in sich nicht schlüssig.

Als Lehrer muss man diesen Problemen und Schwierigkeiten entgegenkommen. Dazu ist es wichtig, die SuS Schritt für Schritt in die Thematik einzuführen. Daher sollte man sie mit dem Aufbau eines guten Argumentes vertraut machen, um die SuS nicht zu überfordern. Beispiele und bildliche Veranschaulichungen können hierbei sehr hilfreich sein. Wenn nun die SuS in der Lage sind, gute Argumente zu formulieren, kann man mit ihnen den gesamten Aufbau einer Erörterung durchgehen. Es ist wichtig, das Thema so einfach wie möglich zu gestalten und nicht zu komplex.

Am Ende dieser Unterrichtsstunde sollen die SuS in der Lage sein, eigene Argumente zu formulieren und sachlich und fair auf die Argumente ihrer Mitschüler zu reagieren.[1]

5. Methodische Konsequenzen

Die von mir ausgewählten Methoden sind die Partnerarbeit und die aktive Mitarbeit. In der Einstiegsphase habe ich mich dazu entschlossen, eine provokante These an die Tafel zu schreiben, um die SuS zur aktiven Mitarbeit anzuregen. Man muss davon ausgehen, dass die SuS zuvor sehr viele Unterrichtsstunden hatten und deswegen ist es meiner Meinung nach die geeignete Methode, um eine Aktivierung und ein Interesse für das Thema zu wecken. In der Erarbeitungsphase haben die SuS die Möglichkeit, ihre Ergebnisse mit dem Partner zu besprechen. Ich denke, dass Partnerarbeit das soziale Lernen fördert. Zudem ist es abwechslungsreich und leicht durchführbar, da es keinerlei großer Vorbereitung bedarf. Auch bietet es eine gewisse Sicherheit, da man seine Ergebnisse vor der anschließenden Besprechung in der Klasse, mit dem Partner besprochen hat, was besonders für sehr leistungsschwache oder unsichere SuS wichtig ist. In der Sicherungsphase können die SuS durch aktive Mitarbeit Fragen klären und sich gegenseitig austauschen. In der anschließenden Übungsphase werde ich die SuS wieder in Partnerarbeit die Aufgaben lösen lassen, um sie anschließend in der Klasse zu besprechen.

6. Hauptkompetenzen

Die SuS „können sich mit einem Sachverhalt in Form einer einfachen Erörterung auseinander setzen.“[2]

Die SuS sollen in der Lage sein, „Kritik auf(zu)greifen und konstruktiv Kritik (zu) üben“.[3]

Die Sus sollen lernen, „wichtige Beiträge in Stichworten zusammen(zu)fassen und explizit auf andere Argumente und Meinungen ein(zu)gehen“.[4] Zudem sollen sie „sachlich und fair mit den Argumenten anderer umgehen, die eigenen Argumente sinnvoll strukturieren und präzise darstellen“ und „eine begründete Stellungnahme abgeben.“[5]

Die SuS können „über Sachverhalte und Texte schriftlich informieren“ sowie „Inhalt und Aussage eines Textes erfassen.“[6]

Teilkompetenzen

Die Sus sollen lernen, sachlich zu argumentieren. Zudem sollen sie in der Lage sein ein Argument schlüssig aufzubauen.

[...]


[1] Ministerium für Kultus, Jugend und Sport: Bildungsstandards für Deutsch Gymnasium Klassen 6,8,10, Kursstufe. 2004. S.82.

[2] Ministerium für Kultus, Jugend und Sport: Bildungsstandards für Deutsch Gymnasium Klassen 6,8,10, Kursstufe. 2004. S.82.

[3] Ebd.

[4] Ebd.

[5] Ebd.

[6] Ministerium für Kultus, Jugend und Sport: Bildungsstandards für Deutsch Gymnasium Klassen 6,8,10, Kursstufe. 2004. S.83.

Details

Seiten
12
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668439238
ISBN (Buch)
9783668439245
Dateigröße
667 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v359214
Institution / Hochschule
Universität Mannheim – Germanistik
Note
1,7
Schlagworte
Fachdidaktik Unterrichtsentwurf

Autor

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