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Das Nutzungsverhalten von Frauen im Internet. Analyse des genderspezifischen Userverhaltens

Seminararbeit 2016 13 Seiten

Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das digitale Leben – Frauen im Internet
2.1 Internetnutzung
2.2 Nutzungsverhalten von Frauen im Internet

3. Internet für alle – Chancengleichheit im Netz
3.1 Emanzipation der Frauen im Netz
3.2 Stereotypie im Internet
3.3 Virtuelle Frauen- und Mädchennetze

4. Die Nutzungsgruppe „Frauen“ im Internet
4.1 Frauen und soziale Netzwerke
4.2 Genderspezifisches Userverhalten

5. Resümee

1. Einleitung

Die Wissenschaft, insbesondere die Gender Studies, gehen von einem Geschlecht als soziale Kategorie aus (vgl. Kampmann et al. 2013, S. 5). „Ein habituell angeeignetes, komplexes Ensemble von Wahrnehmungs-, Gefühls-, Denk- und Handlungspraxen, die historisch entstanden sind und auf vielfältige Weise als binäre Muster im sozialen Raum vermittelt werden“ (Kampmann et al. 2013, S. 5). Institutionen, soziale Systeme und Medien sind mit geschlechterrelevanten Strukturen versehen; so kursiert seit Mitte der 90er-Jahre die Vorstellung, das Internet könne die Differenzen der Geschlechter aufheben. Bereits in den Anfängen des Mediums Internet konnte man signifikante Unterschiede in der Herstellung, Verbreitung und Nutzung der Technik zwischen Männern und Frauen feststellen (vgl. Kampmann et al. 2013, S. 5). Das Ziel dieser Arbeit ist es aber nicht, Differenzen zwischen Männern und Frauen im Allgemeinen oder im Umgang mit dem Internet aufzuzeigen, sondern Verhaltensmuster von Frauen im Internet herauszustellen und sie zu analysieren. Die deutlichsten Unterschiede zwischen Internetnutzerinnen kann man hauptsächlich in den unterschiedlichen Altersgruppen feststellen. Hier werden beispielsweise die Motivation, die Herangehensweise und der Alltagsnutzen der Frauen herangezogen. Weiters will ich mit dieser Arbeit beleuchten, wie Frauen das Innovationspotenzial des Internets nutzen und wie sie sich im Internet emanzipieren. Im dritten Kapitel gehe ich dann ebenfalls auf Geschlechterklischees im Internet ein und präsentiere die Ideologie von virtuellen Frauen- und Mädchennetzen (vgl. Kampmann et al. 2013, S. 6f.). Im vierten Kapitel meiner Seminararbeit steht das Thema „Zielgruppe der Frauen“ im Vordergrund. Mein Fokus konzentriert sich vor allem auf Frauen in sozialen Netzwerken, korrespondierend mit dem Seminar „Social Media im internationalen Vergleich“. „Gerade Frauen – sofern man die Zuschreibungen an weiblichen Kompetenzen akzeptiert – sollten prädestiniert dafür sein, Social Media im Internet mitzugestalten: sie gelten als kommunikativ, sozial, dialogisch, vernetzend“ (Windt 2013, S. 123).

Die Motive für die Bearbeitung dieses Themas sind die bis heute andauernde Diskriminierung und Benachteiligung von Frauen, die steigende Beliebtheit und Attraktivität des Internets sowie das Interesse für Gender Studies und dafür, welches Nutzungsverhalten Frauen im Internet aufweisen. Die neuen Medien, vor allem das Internet, prägen unsere Gesellschaft so stark, dass die digitalen Netzwerke emanzipatorisches Potenzial entwickeln und somit eine gewinnbringende Nutzung hervorrufen. Das Internet repräsentiert zwar eindeutige Geschlechterrollen, wird aber durch seine wachsende Heterogenität des virtuellen Raumes Schauplatz dafür, dass vieles möglich ist und auch vieles passiert (vgl. Roth-Ebner 2011).

2. Das digitale Leben – Frauen im Internet

Wir leben in einer Gesellschaft, die durch digitale Informations- und Kommunikationsströme geleitet wird. Bereiche, wie die Vorgänge im Geschäftsleben, Steuerungen von Arbeitsprozessen, Informationen über Jobs, über Produkte oder Freizeitangebote etc. werden von den neuen Medien gesteuert und funktionieren ohne diese gar nicht mehr (vgl. Schachtner 2005, S.158f.). Die neuen Medien, vor allem das Internet, prägen unsere Gesellschaft so stark, dass die digitalen Netzwerke emanzipatorisches Potenzial entwickeln und somit eine gewinnbringende Nutzung hervorrufen. Das Internet repräsentiert zwar eindeutige Geschlechterrollen, wird aber durch seine wachsende Heterogenität des virtuellen Raumes Schauplatz dafür, dass vieles möglich ist und auch vieles passiert. Beispiele dafür sind die Reproduktion traditioneller Geschlechtsrollenbilder über die Umkehrung bis hin zur Geschlechterkritik (vgl. Roth-Ebner 2011).

Im folgenden Kapitel gehe ich auf die Internetnutzung im Allgemeinen ein und spezialisiere mich dabei hauptsächlich auf weibliche Nutzerinnen. Weiters habe ich mich mit dem Nutzungsverhalten von Frauen im Internet beschäftigt.

2.1 Internetnutzung

Bezogen auf die Österreichische Webanalyse/ÖWA sind 79,5 % aller österreichischen Frauen online und haben Zugang zum Internet.[1] Das Internet findet immer mehr Gefallen bei der weiblichen Bevölkerung. Von 2001 bis 2011 stieg die Internetnutzung um das 126-fache. Dennoch machen sich unterschiedliche Nutzungsverhalten je nach Altersgruppen bemerkbar. In der Altersgruppe der 20–29-Jährigen sind jeweils 97 % der Frauen online, die Anteile fallen stetig, wie in der Gruppe der 40–49-Jährigen, um 13 % (vgl. (N)ONLINER Atlas 2011, Herausgeber: Initiative D21).

Der durchschnittliche Internetnutzer ist 16 Stunden in der Woche online. Im Vergleich zu Männern sind Frauen vier Stunden in der Woche weniger im Netz. Je 95 % der Frauen nutzen das Internet von ihrem PC zu Hause aus, nur 25 % der weiblichen Bevölkerung nutzen das Internet im Rahmen ihrer Arbeitstätigkeit. 65 % der Frauen nutzen das Internet täglich und greifen sogar mehr als 15 Mal täglich auf das Internet zu. Die beliebteste Zeit, um online zu surfen, sind die frühen Abendstunden, jedoch nimmt die Anzahl der Surferinnen und Surfer zu, die noch vor dem Aufstehen beziehungsweise in der Nacht online aktiv sind. Frauen kombinieren meist Tätigkeiten, während sie online sind, 37 % der Frauen nutzen beispielsweise das Internet während sie Fernsehen schauen und 12 % der Frauen während sie Essen kochen (vgl. Wöhler/Knoblauch 2013, S. 6).

2.2 Nutzungsverhalten von Frauen im Internet

Was passiert also in diesen 16 Stunden in der Woche im Internet? Allgemein kann man Internetnutzerinnen und Internetnutzer in elf Aktivitätscluster einteilen, denen sich nahezu jede Online-Aktion zuordnen lassen. Um präzisere Ergebnisse zu erzielen, werden diese elf Cluster zu den vier zentralen Obergruppen Kommunikation, Entertainment, Information und Management verdichtet (vgl. Wöhler/Knoblauch 2013, S. 7f.).

Die Gruppe, die mit 36 % der im Netz verbrachten Zeit am meisten genutzt wird, ist Entertainment. Darin wiederum dominiert die Beschäftigung mit Websites, die sich beispielsweise mit der Beschäftigung von persönlichen Hobbys, wie Lesen oder Verfassen von Blogs, befassen. Darauf folgt Unterhaltung, wie Gaming oder Nutzung von Videos, Webradio, Fernsehen etc. 26 % der Zeit online wird für den Cluster der Kommunikation aufgewendet. Hierbei entfällt der größte Teil auf das Verfassen und Lesen von E-Mails und den persönlichen Austausch in Online-Communities und Social Networks. Das Thema „Information“ wird rund ein Viertel des wöchentlichen Internetbudgets genutzt. Zumeist wird in dieser Gruppe das Internet zu Informations- und Weiterbildungszwecken verwendet. Hierbei wird auf das allgemein bekannte „Googeln“ oder auf Recherchieren in Online-Lexika zurückgegriffen. 7 % der Nutzungszeit online verbringt die Bevölkerung mit dem Lesen aktueller Nachrichten, zum Beispiel zum Thema Sport, Politik oder Wetter. Der letzte Cluster, das Management, wird am wenigsten genutzt (vgl. Wöhler /Knoblauch 2013, S. 7f.). Management wird definiert als „der Zeitaufwand für das Erledigen von Dingen des persönlichen Alltags, sei es Online-Banking, Begleichen von Rechnungen, Online-Steuererklärung usw.“ (Wöhler/Knoblauch 2013, S. 7). Die restliche Zeit des Managementanteils entfällt auf Planung und Organisation von Reisen oder Routen (vgl. Wöhler/Knoblauch 2013, S. 7f.).

Diese Einteilung bezieht sich sowohl auf weibliches als auch männliches Nutzungsverhalten im Internet. Detailliertere Recherchen ergeben, dass sich das Verhalten im Netz je nach Geschlecht verändert – Frauen klicken anders. Frauen verbringen ein Drittel ihrer Zeit im Netz mit „Kommunikation“, ob es in sozialen Netzwerken oder per E-Mail geschieht. Frauen könnten von ihrer digitalen Entwicklung mehr profitieren, indem sie, wie Männer, öfter aktuelle Nachrichten abrufen oder sich verstärkt mit persönlichen Interessen auseinandersetzen würden. Für das weibliche Geschlecht ist die subjektiv am wichtigsten empfundene Tätigkeit der Austausch durch E-Mails und die Nutzung von sozialen Netzwerken. Natürlich darf man bei diesen Aufstellungen das Lebensalter des weiblichen Geschlechts nicht außer Acht lassen. Für Frauen zwischen 16 und 20 Jahren ist die Nutzung von Social Media die wichtigste Aktivität im Internet, wobei sich diese Vorliebe mit steigendem Alter ändert (vgl. Wöhler/Knoblauch 2013, S.8f.).

[...]


[1] URL: http://www.oewa.at [10.05.2016]

Details

Seiten
13
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668434080
ISBN (Buch)
9783668434097
Dateigröße
597 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v358356
Institution / Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt – Medien und Kommunikationswissenschaft
Note
1,00
Schlagworte
Nutzungsverhalten Frauen Internet Internetnutzung User Kommunikationswissenschaft Gender

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