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Digitales Nutzungsverhalten der Generation Z

Hausarbeit 2017 12 Seiten

Medien / Kommunikation - Multimedia, Internet, neue Technologien

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.Einleitung

2. Begriffsabgrenzung

3.Charakteristika der Generation Z
3.1 Digitales Nutzungsverhalten
3.2 Internetaktivitäten der Digital Natives

4. Sozialisationsprozesse im Jugendalter
4.1 Soziale Medien als Sozialisationsinstanz
4.2 Identitätsbildung in sozialen Netzwerken

5. Die Entstehung neuen Lernens aus neuen Medien
5.1 Social Media als Lerninstrument
5.2 Bildungspotenziale sozialer Netzwerke

6. Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Generation der „Digital Natives“ erlebt die Welt anders - sie wachsen in einem Umfeld auf, in dem eine Welt ohne Internet unmöglich wäre, digitale Medien sind Teil ihrer Lebenswelt (vgl. Röll 2012, S.71). Um die Jahrtausendwende hatten gerade mal 7 Prozent der 6-13 Jährigen Zugang zum Internet, heute sind es knapp 60 Prozent (vgl. Feil 2013, S.19). Diese Erkenntnisse brachten mich dazu, mich dem Thema Digitales Nutzungsverhalten der Generation Z zu widmen. Mein Forschungsschwerpunkt bezieht sich auf Social Media und inwiefern diese Kanäle Sozialisation und Lernen der Digital Natives verändern. Die Forschungsfrage, die ich mit Ende dieser Arbeit beantworten will ist: „Inwiefern verändert Social Media Lernen und Sozialisation der Generation Z?“

Das Ziel der Jugend ist es, Erwachsen zu werden. Dafür benötigen sie Erfahrungsräume im Bereich Social Media, die es ihnen einerseits ermöglichen sich Wissen, Kompetenzen und Fähigkeiten anzueignen, aber auch Wirkungen zu testen und in verschiedene Rollen zu schlüpfen (vgl. Fasco 2010, S.7). Sowohl ihr Handeln, als auch ihre Wahrnehmung sind von großer Offenheit geprägt (vgl. Stapf 2012, S.39). Die Generation Z wird heute, anders als ihre Eltern, nicht nur in realen Kontexten, sondern auch in virtuellen erwachsen. Beide Welten stellen keine Gegensätze dar, sie ergänzen sich. Virtuelle Räume gewinnen bei der Jugend enorm an Attraktivität. Sie werden vor allem genutzt, um Kommunikation und Interaktion aufzubauen, sie tragen einen wichtigen Teil zur Sozialisation bei (vgl. Fasco 2010, S.7). Im Bereich von Social Media Kanälen besteht die Möglichkeit der Förderung, Entwicklung, dem Lernen und der (Selbst)-Bildung von Kindern und Jugendlichen (vgl. Stapf 2012, S.39). Entwicklungen von neuen Medien verändern die Art und Weise, wie man sich selbst und die Welt erfährt und wie Wissen und Orientierung erlernt wird. Medien stellen vor diesem Hintergrund eine Voraussetzung von Kommunikation und Sozialisation der Digital Natives dar (Jörissen 2012, S.58). Jedoch erwarten die Generation auch Gefahren des Web 2.0, die sie aufgrund der fehlenden Lebenserfahrung nicht sicher abschätzen können (vgl. Stapf 2012, S.39).

2. Begriffsabgrenzung

Digitale Kommunikation und Social Media sind Phasen der Internetkommunikation, in der Inhalte in Netzwerken geteilt werden, die Gemeinschaften und Beziehungen wiederspiegeln. Social Media wird als soziales Netzwerk definiert, das drei Bedingungen erfüllen muss (vgl. Wampfler 2014, S. 18). „1. Auf den Plattformen interagieren eindeutig identifizierbare Profile, die durch User gefüllt werden, entweder durch die Inhaber des Profils, Drittuser oder das System selbst. 2. Sie können Verbindungen und Beziehungen zwischen Usern öffentlich ausdrücken, so dass andere sie einsehen und nachvollziehen können. 3. Sie können Nachrichtenflüsse von Inhalten, die User durch ihre Verbindung mit dem Netzwerk generiert haben, hervorbringen oder zum Konsum beziehungsweise zur Interaktion anbieten“ (Wampfler 2014, S.18). Digitale Kommunikation wird auch als Bildung von Öffentlichkeiten verstanden. Es wird einem ermöglicht, Räume und Gemeinschaften zu schaffen, in denen sich Menschen versammeln, verbinden und die Gesellschaft, wie wir sie verstehen, bilden können (vgl. Boyd 2014, S. 210ff.). „Als soziale Konstrukte schaffen Social Media vernetzte Öffentlichkeit, die Menschen erlauben, sich als Teil einer größeren Gemeinschaft zu sehen“ (Boyd 2014, S. 210f.). “Social media technology has become an essential part of personal life, as user generated content, share photos, chose to “like” or interact in a game” (Tess 2013).

Als Generation versteht man meist eine Altersgruppe oder einen zeitlich begrenzten Bereich, wie beispielsweise die Generation Z. Generation Z is the generation, which followed the Millennials. There are no precise dates for when this cohort starts or ends. Normally the birth years range from the middle of the 1990s to the early 2010s. This generation is determined from the widespread use of the internet and digital media. They start to use the internet from a young age, they are typically thought of as being comfortable with technology and interacting on social media. They use social media platforms for their own benefits, like socialization or lifelong learning (vgl. Korda/Itani 2013). Ziel der Generation Z ist es, sich mit der Öffentlichkeit zu vernetzten, um ein Teil einer Gemeinschaft zu sein, in der sich andere Menschen treffen und sich frei bewegen zu können (Boyd, 2014, S. 210ff. übersetzt von Ph. W.). Weiters wird die Generation Z auch zusammen mit der Generation Y als „Digital Natives“ bezeichnet. Diese sind die Generationen der sechs bis 13-Jährigen und 14 bis 19-Jährigen, auch digitale Eingeborene, die Generation, die mit den digitalen Medien aufwächst (vgl. Schmidt 2016).

3. Charakteristika der Generation Z

Um die Gesellschaft beschreiben zu können, ist ein relationaler Generationenbegriff sinnvoll: Im Blick stehen die Jugendlichen und Kinder von heute, deren Lösung von den sozialen Strukturen ihrer Eltern schon immer mit den Möglichkeiten digitaler Kommunikation erfolgt ist (vgl. Wampfler 2014, S. 21). Die Bezeichnung der jüngsten mit dem Internet konfrontierten Generation nennt sich Generation Z, Generation Internet oder auch iGeneration. Hierbei nimmt man alphabetisch auf die Vorgänger-Generationen Bezug. Die Generation Z wird auch als die Generation der „Digital Natives“ bezeichnet. Die Kindheit dieser Generation war geprägt durch die Entstehung des Internets, im Jahre 1995 (vgl. Klaffke 2014, S. 69).

Mediatisierung, digitale Kommunikation und Social Media prägen das Aufwachsen der Generation Z von Anfang an (vgl. Klaffke 2014, S. 70). „Google (1998), Wikipedia (2001), Facebook (2004) und auch YouTube (2005) waren bereits eingeführt, als die Internet-Nutzung für die Generation Z relevant wurde“ (Klaffke 2014, S. 71).

3.1 Digitales Nutzungsverhalten

„Die Aneignung des Internets im Kindesalter ist Ausdruck des Einflusses der digitalen Medien auf die Lebensverhältnisse in der Gesellschaft und die Lebensgestaltung in den Familien“ (Feil 2013, S. 27). Zurückzuführen auf die gestiegene Ausstattungsquote der Haushalte mit Internetanschlüssen und die Verbreitung von Breitbandtechnologie sind heute knapp 60% der 6-13 Jährigen mit dem Internet verbunden. Die Nutzungsbedingungen des Internets ermöglichen es nun Texte, Bilder, Filme und Töne zu konsumieren – die Benutzerfreundlichkeit des Internets stieg in den vergangen Jahren. Ein entscheidender Faktor für das digitale Nutzungsverhalten der Generation Z ist das Maß der Integration des Internets in den Alltag. Kinder und Jugendliche, deren Eltern das Internet täglich von zu Hause aus nutzen haben vermehrt Zugang zum Internet, als ihre Altersgenossen. Eltern mit höherem Bildungsgrad sind medienaffiner, somit stehen sie der Internetnutzung aufgeschlossener entgegen und gestehen ihren Kindern mehr Autonomie zu. Ebenso spielt die Verfügbarkeit von internetfähigen Geräten eine große Rolle im Nutzungsverhalten der Generation. Falls ein eigener Onlinezugang vorhanden ist, erhöht sich die Nutzungsdauer- und Häufigkeit des Internets. Hierbei wird wieder der „digital divide“ bestätigt, der angibt, dass Kinder und Jugendliche aus einkommensschwächeren Familien unterdurchschnittlich mit internetfähigen Geräten ausgestattet sind und somit seltener Zugriff auf das Internet haben (vgl. Feil 2013, S. 19ff.).

3.2 Internetaktivitäten der Digital Natives

Die Zielgruppe, mit der sich diese Arbeit auseinander setzt, nutzt das Internet überwiegend rezeptiv (vgl. Feil 2013, S. 24). „Sieht man von der Partizipation an sozialen Netzwerken und den zielgruppenbindenden Communities auf Kinderwebsites ab, die überwiegend der Selbstdarstellung dienen, dann ist eine aktive Beteiligung an der inhaltlichen Gestaltung des Internets eher selten anzutreffen“ (Feil 2013, S. 24). Die Internetaktivitäten von Kindern im Alter von 8-13 Jahren sind am häufigsten die Besuche von Websites, Onlinespielen und Browserspielen. Einige suchen bereits in diesem Alter nach Informationen für die Schule, sehen Videos oder hören Musik. Ab dem 11. Lebensjahr steigt die Aktivität auf Social Media deutlich an (vgl. Feil 2013, S. 25). Ein eigenes Profil gestalten, sich mit Freuden unterhalten, Neuigkeiten erfahren – Social Media bietet den Digital Natives diese Aktivitäten (vgl. Arbeiter 2013, S. 31). Dennoch ist zu sagen, dass diese Generation noch nicht in der Lage dazu ist, Gefahrenquellen einzuschätzen und deshalb soziale Netzwerke, speziell für diese Altersgruppe, ins Leben gerufen wurden. Das „SWR Kindernetz“ steht seit über 15 Jahren für den Nutzen von Kindern online. Ebenso beliebt ist der „knipsclub“, der Internetnutzerinnen und Internetnutzern die Chance bietet schon ab 8 Jahren online zu agieren (vgl. Arbeiter 2013, S. 31).

4. Sozialisationsprozesse im Jugendalter

Sozialisation wird auf der einen Seite verstanden als Integration in eine Gesellschaft, die von Strukturen, Werten, Normen und kulturellen Praxen geprägt ist. Auf der anderen Seite ist sie die Bildung einer eigenen Persönlichkeit, einer individuellen Identität. Der Mensch lernt durch Sozialisation handlungsfähig zu sein, am sozialen Leben und der Gesellschaft teilhaben zu können. Voraussetzung für diese Handlungsfähigkeit ist die Konstruktion einer Identität, dies geschieht in der Interaktion und Kommunikation mit anderen. Im Jugendalter wird die Frage nach dem eigenen „Ich“ besonders drängend. Kommunikation ist heutzutage geprägt von Medien, sie wird medial vermittelt, findet mediatisiert statt. Besonders die Angebote der sozialen Medien bieten die größten Möglichkeiten der Kommunikation (vgl. Würfel 2012, S. 89ff.). „Mit der Mediatisierung geht einher, dass Sozialisation und Identitätsbildung zunehmend in mediatisierten Kommunikationsräumen stattfindet und davon auszugehen ist, dass sie sich vor diesem Hintergrund wandeln“ (Krotz 2007). Social Media sind für die heranwachsende Generation Z vor allem ein Raum, um soziale Beziehung zu pflegen und, auf Grundlage dessen, zur Identitätsbildung. Sie sind aber auch dafür da, um in der heutigen (Medien)-Gesellschaft aufgenommen zu werden und sie aktiv mitzugestalten (vgl. Würfel 2012, S. 91). In den folgenden Kapiteln werde ich darauf eingehen, warum genau Social Media so wichtig für die Generation Z ist, um Sozialisation zu erwerben und mit welchen Erfahrungsräumen sie während ihrer Identitätsbildung konfrontiert werden.

4.1 Soziale Medien als Sozialisationsinstanz

„Ich habe nie gelernt, ohne das Internet zu leben. Meine Sozialisation wurde maßgeblich von Internetbekanntschaften beeinflusst, meinen Musik- und Filmgeschmack verdanke ich Online-Communities der frühen 2000er. Ohne das Internet wäre ich ein anderer Mensch. Das Internet ist Teil meiner Lebenswelt, in der ich nicht zwischen dem echten und dem virtuellen Leben unterscheide“[1]

Social Media bedeuten für die Generation der „Digital Natives“ die Möglichkeit verschiedenen Menschen zu begegnen. Das soziale Medium erleichtert es, Gemeinschaften zu konstruieren und die Sozialisation Einzelner zu fördern. Besonders für die Generation der 8- bis 13 Jährigen spielt das Internet eine bedeutende Rolle im Erwerb von Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen, indem es das Gefühl vermittelt, gestellte Aufgaben positiv abzuschließen (vgl. Röll 2012, S. 71f.). Kinder nehmen Medien in einem lebensweltlichen Kontext auf. Nicht einzelne Medien bestimmen die Sozialisation der „Digital Natives“, deren Zusammenwirken ist ausschlaggebend zur Bildung von Handlungs- und Erfahrungsräumen (vgl. Röll 2012, S.72f.). „Im Kontakt mit Medien verändert sich nicht nur das menschliche Zusammenleben, sondern auch die Art und Weise der Aneignung von Wirklichkeit und somit auch das Selbstkonzept von Kindern. […] Für Kinder sind der Computer und das Internet ein prägender Sozialraum“ (Röll 2012, S. 73).

4.2 Identitätsbildung in sozialen Netzwerken

Im letzten Kapitel wurde bereits erwähnt, dass Kommunikation auf Social Media Plattformen ausschlaggeben für die Identitätsbildung ist. Neben der Kommunikation ist jedoch auch die Präsentation des eigenen „Ichs“, von Eigenschaften, Fähigkeiten, Vorlieben ein wesentlicher Bestandteil von sozialen Netzwerken. Besonders wichtig ist den Heranwachsenden die sozialen Reaktionen ihrer Kontakte auf ihre Selbstpräsentation, besonderen Wert gelegt wird also auf die Arbeit an der eigenen Identität. Spricht man also von der Identitätsbildung auf Social Media bezieht man sich auf das Erstellen von öffentlichen Profilseiten von sozialen Netzwerken, wie Facebook, Instagram oder Twitter. Diese werden von der Generation Z mit Abstand am meisten genutzt. Die Art und Weise wie sie sich präsentieren hängt aber maßgeblich damit zusammen, wie sich ihre Selbstpräsentation ausrichtet und welche Interessen sie an Social Media stellen (vgl. Würfel 2012, S. 96f.).

[...]


[1] URL: http://www.stern.de/ [18.12.2016]

Details

Seiten
12
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668497160
ISBN (Buch)
9783668497177
Dateigröße
497 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v358355
Note
1
Schlagworte
digitales nutzungsverhalten generation

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