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Die Chronik des Thietmar von Merseburg. Die Beziehung der Slawen zu den Ottonen im Frühmittelalter

Bachelorarbeit 2016 48 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der aktuelle Forschungsstand

3. Das C hronicon des Thietmar von Merseburg
3.1 Der Chronist
3.2 Die Chronik

4. Die Beziehung der Slawen zu den Ottonen
4.1 Thietmars Beziehung zu den Slawen
4.1.1. Thietmar als Adliger Sachsens
4.1.2. Thietmar als Reichsbischof Merseburgs
4.2 Thietmar im Vergleich mit Widukind

5. Schluss und Fazit

6. Quellenverzeichnis

7. Literaturverzeichnis

8. Anhang
8.1. Karte I

1. Einleitung

„Um hierfür Rache zu nehmen, versammelte sich unser Herrbann zur

Belagerung der Burg Lenzen…. Von den Unsrigen aber fielen am 5. September mit vielen anderen zwei meiner Urgroßväter namens Liuthar, treffliche Ritter von hoher Abkunft, Zierde und Trost des Vaterlandes.“[1]

Mit diesen Worten berichtet der sächsische Bischof Thietmar von Merseburg[2] über die Schlacht bei Lenzen im Jahre 929 n. Chr. zwischen Heinrich I., König des ostfränkischen Reiches, und den Slawen.[3] Anhand dieses kurzen Quellenausschnittes wird deutlich, dass sich bereits der erste Herrscher der Ottonen-Dynastie mit seinen östlichen Nachbarn gewaltsam auseinandersetzen musste. Schon Karl der Große vor ihm musste Kämpfe mit den östlichen Nachbarn ausfechten und diese sollten das Reich bis über den letzten ottonischen Herrscher[4] hinaus beschäftigen. Wie aus dem einleitenden Zitat darüber hinaus hervorgeht, wurde auch die Familie Thietmars durch den Tod zweier seiner Urgroßväter unmittelbar beeinflusst. Dies sollte Thietmar dazu veranlassen, den Beziehungen zwischen Ottonen und Slawen große Teile seines Chronicons zu widmen. Thietmar selber wird als Bischof der Kirche in Merseburg, also dem östlichen Grenzgebiet des Reiches, greifbar.[5] Somit stand er unmittelbar mit Slawen in Kontakt und hatte ein persönliches Interesse an den Beziehungen zu ihnen. Sein Werk stellt für die Zeit zwischen 919 und 1018 n. Chr. und den zu betrachtenden ostfränkischen[6] und slawischen Raum eine bedeutende Quelle dar.[7]

Diese Bachelorarbeit soll zeigen, ob Thietmar von Merseburgs Sicht auf die Slawen eine positive oder negative Grundlage aufweist. Ein weiterer wichtiger Aspekt werden die persönlichen Voraussetzungen sein, welche ihn in dieser beeinflussten.

Hierfür erfolgt zuerst eine kritische Betrachtung des Autors und seiner Quelle, um persönliche Voraussetzungen für niedergeschriebene Ansichten zu offenbaren. In der Folge wird Thietmars Beziehung zu den Slawen sowohl als Angehöriger einer sächsischen Adelsfamilie als auch als Reichsbischof betrachtet. Darüber hinaus werden die religiösen und machtpolitischen Beziehungen zwischen den Slawen und dem ottonischen Reich dargelegt. Ergänzend wird Thietmars Chronik im Kontext zu Widukinds „Sachsengeschichte“ analysiert, um seine Sicht auf die Slawen mit einer zeitgenössischen Quelle vergleichen zu können. Hierbei sollen Parallelen und Unterschiede aufgezeigt werden.

In die Betrachtung werden die ottonischen Herrscher von König Heinrich I. bis Kaiser Heinrich II. einbezogen. Durch Thietmars Tod 1018 n. Chr. kann die Herrschaftszeit Heinrich II. nicht vollständig betrachtet werden, dies wird allerdings durch die detaillierteren Ausführungen Thietmars, welcher zu dieser Zeit sein Werk verfasste, ausgeglichen. Da der slawische Raum keine vordefinierten Grenzen aufweist, beschränkt sich die zu berücksichtigende Region auf die Gebiete der Westslawen, der Polen und der Böhmen.[8] Die Ungarn werden nur zum Verständnis von bestimmten Teilaspekten berücksichtigt, da deren Bedrohung für das ottonische Reich mit der Lechfeldschlacht 955 n. Chr. stark nachließ und sich der Konflikt zwischen Heinrich II. und Polen zu Thietmars Lebzeiten als sehr viel prägender darstellte.

2. Der aktuelle Forschungsstand

„Die Geschichte der Sächsischen Kaiserzeit … wäre ohne die Chronik Thietmars von Merseburg, …, um vieles ärmer.“[9]

Thietmars Chronicon wird heute als eine Hauptquelle für verschiedenste Forschungsfragen des Frühmittelalters herangezogen. Über Bischofswahlen,[10], Konflikte zwischen König und Adel[11] oder den Kulturkontakt zwischen dem slawischen und dem ottonisch-fränkischen Raum in dieser Zeit[12] bietet die Quelle für Historiker viele wichtige Informationen. Die große Bedeutung der Chronik Thietmars von Merseburg wurde von der Geschichtswissenschaft jedoch erst ab den 1950er Jahren erkannt, wodurch die Anzahl von Veröffentlichungen stark zugenommen hat.[13] Zum Beispiel ist die Überlieferungsgeschichte der Quelle erst in den 1990er Jahren final belegt worden.[14] 1973 verfasste der Geschichtswissenschaftler Helmut Lippelt ein grundlegendes Werk, welches in vielen Forschungsergebnissen in Bezug auf Thietmar von Merseburg bis heute Bestand hat. In seinem Werk konzentriert er sich auf Thietmars kritische Bewertung der ottonischen Herrscher. Dieser urteilte beispielsweise gnädig über den ausschweifenden Lebenswandel Heinrich I. und lobt ihn stattdessen als Begründer der Kirche Merseburgs.[15] Und trotz der Aufhebung des Merseburger Bistums durch Otto II. kommt Lippelt zu dem Schluss, dass Thietmar ihn als einen würdigen Nachfolger seines „großen“ Vaters ansah.[16] Insgesamt misst Lippelt dem Chronisten, trotz dessen häufiger Kritik, eine sehr positive Haltung gegenüber den Ottonen zu. Diese mag sich unter anderem auf Thietmars eigene sächsische Herkunft zurückführen lassen.[17] Nach Lippelts Ansicht übt der Chronist einerseits Kritik an den ottonischen Königen und Kaisern. Andererseits kommt Lippelt aber auch zu dem Schluss, dass Thietmar alle ottonischen Herrscher letztendlich positiv gesehen hat und sogar die so häufig diskutierte Bistumsauflösung und sein damit verbundener Kampf für die Wiederherstellung Merseburgs seine Sicht nicht schmählern konnte. Dieses Fazit erscheint daher zu einseitig gezogen worden zu sein. Darüber hinaus bietet Lippelts Werk aber auch Einblicke in die adligen und kirchlichen Wurzeln des Autors.[18] Diese sind sehr fundiert und müssen bei der Bearbeitung des Chronicons stets berücksichtigt und einbezogen werden.

Weitere Aspekte über Thietmar und sein Werk diskutiert die aktuelle Forschung kontrovers. So wurde 1993 von dem Historiker Hartmut Hoffmann hinterfragt, ob Thietmars Chronik bereits vor ihrer Übergabe an das Kloster in Corvey verändert worden sein könnte. Auch mutmaßte er, ob nicht sogar Thietmars Bruder Siegfried, welchem das Werk gewidmet ist, Änderungen vorgenommen habe; ohne allerdings zu einem endgültigem Ergebnis zu gelangen.[19] Drei Jahre später entdeckte Klaus Naß in der Landesbibliothek Gotha ein bis dahin verschollenes Fragment der Chronik. Mit dessen Hilfe konnte er belegen, dass die Chronik mehrmals editiert worden war und eine der Hauptquellen für die spätere Reichschronik des Annalista Saxo darstellte.[20] Allein in Sachsen war die Chronik weit mehr als einem Dutzend Geschichtsschreibern des hohen und späten Mittelalters bekannt.[21] Die langjährige Annahme, dass Thietmars Werk kaum Anklang in der mittelalterlichen Literatur gefunden habe, welche sowohl Trillmich in seiner Einleitung als auch Klaus Guth in seinem Werk vertraten,[22] konnte somit widerlegt werden. Dieses Beispiel zeigt auch, dass zu Thietmars Chronik noch viel wissenschaftliche Arbeit zu leisten sein wird.

Die Beziehung zwischen den Slawen und dem ottonischen Reich ist anhand militärischer und kultureller Gesichtspunkte erforscht worden.[23] Hierbei muss sich die Geschichts-wissenschaft allerdings häufig auf die Archäologie stützen.[24] Die slawische Kultur war im 9. und 10. Jahrhundert nicht verschriftlicht.[25] Erst durch die Christianisierung wurden schriftliche Überlieferungen angefertigt.[26] Die Westslawen stellen daher eine besondere Gruppe in dieser Betrachtung dar, da sie deutlich später als die Böhmen und Polen missioniert worden waren. Eindrücke früher westslawischer Kultur sind somit nur über archäologische Funde und außenstehende Chronisten, wie Thietmar von Merseburg, überliefert.[27] So konnte aufgrund dieser Überlieferungen festgestellt werden, dass die Westslawen in „Gesellschaften ohne Staat“ organisiert waren.[28] Sie waren demnach in kleine, lose Herrschaftsbereiche aufgeteilt, welche sich meist nur zum militärischen Zweck verbündeten. Hiervon ausgenommen sind die späteren Herzogtümer Böhmen und Polen, welche bereits zum Ende des 9. bzw. 10. Jh. eine organisierte Staatsform und feste Dynastien aufwiesen.[29] Deren frühe Christianisierung hat sicherlich die Überlieferung von Informationen dieser Zeit unterstützt, während im westslawischen Raum kaum eigene Zeugnisse vorliegen.[30] In Bezug auf Thietmars Chronik hat Franz Josef Schröder 1973 in seiner Dissertation über die Rolle der östlichen Herrscher resümiert, dass besonders der polnische Herzog Boleslaw Chrobry von Thietmar mit großer Antipathie betrachtet wurde.[31] Demnach sind es vor allem dessen Machtgier und sein Intrigantentum,[32] welche ihn für Thietmar untragbar machen. Auch dessen Heirat ohne kirchlichen Dispens wird Thietmar verärgert haben.[33] Lobend wird Boleslaw hingegen erwähnt, als dieser die Leiche des Brun von Querfurt freikaufte.[34] Auch kommt Schröder zu dem Fazit, dass die Slawen ihre, aus Thietmars Sicht, angestammte Rolle als abhängige Vasallen des ottonischen Reiches nicht überwinden sollten und konnten.[35] Zwar wird Thietmars differenzierte Betrachtung der Slawen im selben Kapitel gelobt, dies aber verblasst vor der Tatsache, dass Thietmar die Slawen als eine „geringere Fremdgruppe“ betrachtete.[36] In wieweit diese Ansicht Schröders noch aktuell ist, wird die Arbeit an späterer Stelle aufgreifen.

Wie dieses Kapitel zeigt, bietet das Werk Thietmars zahlreiche Forschungsfragen an. Allerdings sind bisher nur wenige Werke über Thietmars Beziehung zu den Slawen erschienen. Die moderne Geschichtswissenschaft konzentriert sich bei ihrer Aufarbeitung auf bestimmte Teilaspekte von Thietmars Chronicon oder zieht die Chronik für vergleichende Betrachtungen einzelner Forschungsfragen heran.[37] Andrea Stieldorf untersuchte 2012 beispielsweise den Begriff „Marken“ in frühmittelalterlichen Quellen. Sie konnte anhand dieser Themenfokussierung aufzeigen, dass das Konzept der Grenzsicherung durch Marken in Thietmars Zeit an Popularität gewann. Während Widukind den Begriff vermied, nutzte Thietmar diesen 90 mal.[38] Die meisten Forscher konzentrieren sich wie Frau Stieldorf auf bestimmte Teilaspekte der Chronik. Hierbei stehen Thietmars Bewertung der einzelnen ottonischen Herrscher sowie bestimmte das ottonische Reich betreffende Ereignisse und kirchliche Fragen im Vordergrund. Auch die Forschungsarbeit von Herbert Ludat muss an dieser Stelle hervorgehoben werden.[39] Er erörterte verschiedene Beziehungen der slawischen Machtgebiete miteinander aber auch mit den Ottonen. Er verweist häufig auf die lückenhafte und christlich geprägte Quellenlage, welche viele Fragen aufwirft oder unbeantwortet lässt.[40] In diesem Zusammenhang nutzt er Thietmars „Chronicon“, nimmt aber auch Kritik am Chronisten vor.[41] Wie bei Ludat werden auch bei den Ausarbeitungen der meisten anderen Arbeiten zumeist Thietmars Charakterzüge und Überlieferungsgründe hinterfragt und interpretiert. Die Vernachlässigung von slawischen Forschungsfragen mag auch auf eine gewisse nationale Ausrichtung der deutschsprachigen Forscher zurückzuführen sein. Bei der Ausarbeitung der Arbeiten werden meist Thietmars Charakterzüge und Überlieferungsgründe hinterfragt und interpretiert. Bevorzugt nutzen die Geschichtswissenschaftler diese Möglichkeit auch, um die Beweggründe und die Absichten Thietmars zu hinterfragen.[42] Für eine weitere Forschungsarbeit bietet sich besonders gut Thietmars bis heute kaum berücksichtigter Wunderglaube und eine damit verbundene Hinterfragung seines Wirklichkeitsbezuges an. Eine solche Ausarbeitung könnte die Problematik der mit mittelalterlichen Historiographen häufig verbundenen Frage nach den „wirklichen“ und den vorgestellten Ereignissen klären.[43] Hierdurch würde die Grundlage für die Bearbeitung neuer Werke über Thietmar und die Hinterfragung älterer Forschungsergebnisse gleichermaßen gelegt werden. Eine erneute Bewertung seiner doch teilweise blass bleibenden Kritik an den ottonischen Herrschern wie sie Lippelt vorgenommen hat und die Ermittlung der Beweggründe, welche den Chronisten zu seinen Urteilen bewegten, wäre gewiss eine weitere interessante Studie. Dies würde sich allerdings nahtlos an die meisten bisher veröffentlichten und an den Ottonen ausgerichteten Werke anschließen. Diese Bachelorarbeit hat sich daher zum Ziel gesetzt, die bisher wenig diskutierten Fragen zu Thietmars Sicht auf die Slawen zu beantworten.

3. Das C hronicon des Thietmar von Merseburg

Das nachfolgende Kapitel soll den Menschen „Thietmar“ und sein Geschichtswerk darlegen. Dies ist für das Verständnis der späteren Ausführungen unerlässlich. Daher werden zum Ersten die Person und ihre prägendsten Charakterzüge erläutert und zum Zweiten erfolgt eine Übersicht über Ziele, Inhalte und Besonderheiten der Chronik.

3.1 Der Chronist

Thietmar von Merseburg wurde nach eigener Angabe am 25. Juli des Jahres 975 n. Chr. im Herzogtum Sachsen geboren.[44] Er war der Sohn von Siegfried, Graf von Walbeck, und Kunigunde aus dem Hause der Grafen von Stade, und entstammte somit der adligen Schicht des ottonischen Reiches.[45] König Heinrich II. ernannte ihn 1009 n. Chr. im Alter von 34 Jahren zum Bischof des Bistums Merseburg.[46] Er ist somit sehr deutlich als Angehöriger des ottonischen Reiches mit einer starken Parteinahme zu betrachten. Während seiner Amtszeit versuchte Thietmar die früheren Besitztümer seines Bischofssitzes zurück zu erlangen, welche in Folge der zwischenzeitlichen Bistumsauflösung durch Otto II. verloren gegangen waren, blieb hierbei aber wenig erfolgreich.[47] Während seiner bischöflichen Amtszeit verfasste er eine Chronik über den Herrschaftszeitraum der Ottonen, ihre Feldzüge gegen innere Kontrahenten und äußere Feinde des Ostfränkischen Reiches sowie über seine eigene Familiengeschichte. Thietmar blieb Bischof bis zu seinem Lebensende im Jahre 1018 n. Chr.

Aufgrund seiner Abstammung von den Walbecker Grafen und der damit verbundenen familiären Beziehungen besaß Thietmar eine ausgezeichnete Ausgangslage für seine berufliche Karriere. Die Walbecker vertraten zusammen mit ca. dreißig anderen Familien die Interessen der Sachsenherrscher an der Ostgrenze des Reiches.[48] Wie weit die familiären Beziehungen Thietmars reichten, zeigen seine illustren Verwandten. Heinrich von Schweinfurt, welcher 1003 n. Chr. einen Aufstand gegen König Heinrich II. auslöste, war Thietmars Vetter.[49] Seine Tante Hildegard heiratete Bernhard I., den Herzog von Schwaben, und sein Onkel Liuthar war der Markgraf der sächsischen Nordmark.[50] Darüber hinaus wurden zwei seiner Brüder ebenfalls zu Bischöfen und zwei weitere zu weltlichen Fürsten ernannt.[51] Es zeigt sich anhand dieser ausgesuchten Verwandtschaft, dass Thietmars Familie Beziehungen bis in die oberste Adelsschicht des ottonischen Reiches unterhielt. Diese Verbindungen zeichnen sich auch deutlich in seinem Werk ab. So erzählt er von persönlichen Unterredungen mit König Heinrich II.[52] Ihm wird in der Forschung allerdings stets eine gewisse Distanz zum engsten Kreis der Macht zugesprochen. So sind seine Berichte über Otto III. aus einer größeren Distanz zu verstehen als beispielsweise jene von Brun von Querfurt.[53] Mit Stolz berichtet Thietmar zudem von der Geschichte seiner Familie. So informiert er den Leser über die Teilnahme seines Vaters am erfolgreichen Feldzug Ottos III. gegen die Böhmen 990 n. Chr.[54], seiner Tante Hathui, welche bereits mit zwölf Jahren zur Äbtissin von Hesslingen erhoben wurde und seinem Bruder Friedrich, welcher der erste Burggraf von Magdeburg war.[55] Seine gegen die Slawen gefallenen Urgroßväter wurden in der Einleitung angeführt. Aber er berichtet auch von einigen Ereignissen, welche dem Ansehen der Walbecker geschadet haben dürften. So hatte sich sein Großvater Liuthar 941 n. Chr. an einem gescheiterten Attentat auf Otto den Großen beteiligt. Als Sühne stiftete Liuthar ein Kloster in Walbeck.[56] Darüber hinaus spart Thietmar auch nicht mit kritischen Worten gegenüber seinen Verwandten, wenn sie ihm angebracht erscheinen. Die mangelnde Unterstützung seiner Brüder während der „zähen Verhandlungen“ mit seinem Onkel um die Stelle als Propst von Walbeck, in denen dieser „Liebe und verwandtschaftliche Verpflichtungen ganz vergaß“, wirkte noch lange auf Thietmar ein.[57] Hiervon zeugen seine Wortwahl zu dieser Begebenheit und die spätere Parteinahme für Graf Herrmann gegen dessen Onkel, Markgraf Gunzelin, als Thietmar bereits Bischof von Merseburg geworden war.[58]

„…, wüten doch Oheime immer gegen die Söhne ihrer Brüder.“[59]

Sein Vetter, Graf Werner, zog sich den Unmut Kaiser Heinrich II. zu, indem er mit Gewalt Reinhild, die Burgherrin von Beichlingen, entführte, um diese zu ehelichen. Thietmar beurteilt ihn aufgrund dessen mit wenig freundlichen Worten:

„…,jugendlich unbedacht und durch weibliche Ränke veranlaßt,…“[60]

Diese Belege deuten bereits an, dass es sich bei Thietmar um einen sehr kritischen und mitteilsamen Betrachter seiner Zeit handelte. Er versuchte weder die unbequemen Ereignisse zu verschweigen, von wenigen Ausnahmen abgesehen, noch die angenehmen zu idealisieren. Darüber hinaus übt er auch an seiner eigenen Person und seinem Handeln zum Teil harsche Kritik.

„Ich überall nachlässiger Sünder habe das Gute bisher nicht beachtet und nur nach Bösem getrachtet, erkenne Rechtes und Besseres zu spät und habe das Heil meiner Seele in keiner Weise bedacht. …Äußerlich erschien ich gut, mein Inneres aber befleckte ich mit schlimmsten Gedanken .“[61]

Thietmars Chronicon ist von einer Vielzahl derartiger selbstkritischer Passagen geprägt, in welchen er seine Unwürdigkeit als Bischof der Merseburger Kirche und als Christ allgemein betont. Trillmich kommt zu dem Schluss, dass auf die übliche Selbstanklagen nicht viel zu geben sei.[62] Werner Goez vermutet hingegen hinter einem Großteil dieser Selbstkritik einen ehrlichen, inneren Selbstzweifel des Chronisten, während andere, ebenfalls christlich geprägte Autoren derartige Phrasen als eine notwendige, aber „ausgehöhlte literarische Tradition“ nutzten.[63] Für Thietmar ist dies allerdings nicht nur eine Möglichkeit, um sich als demütigen Christen zu profilieren, sondern und vor allem eine Chance, sich seine Zweifel, seinen Kummer und seine Ängste von der Seele zu schreiben.[64]

„Nun ist das menschliche Los immer ungewiß; deshalb will ich das gefährliche Gift von mir geben, das ich Armer vor langer Zeit zu mir genommen habe,

und das mir – ich spüre es wohl! – seither schadet.“[65]

Sicherlich sind einige selbstkritische Passagen des Werkes der im Christentum vorgesehenen Demut zuzusprechen. Zu dieser Frage ist kein endgültiges Ergebnis möglich, da es einen zu großen Interpretationsspielraum gibt. Einerseits erscheint die Selbstkritik aufgesetzt und übertrieben, während sie andererseits grobe Verstöße gegen christliches Verhalten offenbart und somit eine ehrliche Reue Thietmars erkennen lässt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt von Thietmars Leben war seine kirchliche Erziehung. Im Quedlinburger Stift und im Kloster St. Johannes in Magdeburg wurde er für seine Kirchenkarriere ausgebildet.[66] Nachdem er 997 n. Chr. die Stelle als Walbecker Propst eingenommen hatte, wurde er zwölf Jahre später zum Bischof von Merseburg ernannt.[67] Aufgrund dieser Ausbildung musste Thietmar selbstverständlich einen anderen Blickwinkel entwickeln als ein ausschließlich weltlich erzogener Fürst. Lippelt ist der Auffassung, dass sich die kirchliche Gemeinschaft, insbesondere während seiner Magdeburger Zeit, prägend auf seine Persönlichkeit ausgewirkt hat.[68] So übt er Kritik an der Gründung des polnischen Bistums Gnesen, da hierdurch Magdeburgs Sprengel verkleinert wurde.[69] Auch verspürt er zu Lebzeiten stets eine Solidarität gegenüber seiner Familie, entwickelt aber zunehmend auch eine starke Loyalität gegenüber seinen geistlichen Brüdern und der Kirche.[70] Dem sächsischen Adel stand er insgesamt distanziert gegenüber.[71] In seiner Chronik wird diese Entwicklung an zwei Beispielen greifbar. Zum Ersten bettet er als Propst von Walbeck einen Leichnam um, damit seine Schwägerin die gewünschte Grabstätte einnehmen konnte. Dieses Handeln bereut er später zutiefst.[72] Und zum Zweiten gedachte er pflichtschuldig nicht nur einigen Verwandten,[73] sondern auch mehreren ehemaligen Mitschülern aus Magdeburg, welche er als „Brüder“ betitelt.[74]

„Auch die Festigkeit meines Bruders Husward sei dir, lieber Leser, nicht vorenthalten.“[75]

Ein weiterer Beleg für seine zunehmend kirchenfreundliche Haltung ist seine scharfe Kritik gegenüber weltlichen Autoritäten, welche Besitz vom Klerus nehmen wollten oder geschenkt bekamen.

„Wem kommt wohl zugute, was man enthaltsamen Kuttenträgern entzieht? Wird es zum Vorteil ihrer Kirche verwendet, dann nützt es doppelt:… Fließt dagegen alles der Außenwelt zu, wie könnte es dann ruhig gedeihen, wenn angesichts seiner Mehrung viele in Entbehrungen seufzen müssen?“[76]

Die Solidarität gegenüber seiner adligen Familie wird somit von seiner christlichen Erziehung sukzessiv verdrängt. Er versuchte jedoch beiden Anforderungsprofilen, sowohl dem adligen als auch dem geistlichen, gerecht zu werden. Dabei ist es allerdings schon fast zwangsläufig der Fall, dass er eine der beiden Seiten vernachlässigen musste. Man kann daher bei Thietmar von einer zwischen Adel und Klerus gespaltenen Person sprechen. Es ist nun aber nicht das Ziel dieser Arbeit, sämtliche Charakterzüge Thietmars aufzuzeigen. Dies würde zu weit von dem zu behandelnden Thema abweichen und kaum Ertrag für das Ergebnis einbringen. Zusammengefasst lässt sich festhalten, dass es sich bei diesem Chronisten um eine (selbst-)kritische, launische und zwiegespaltene Person handelte. Die genaueren Auswirkungen bestimmter Charakterzüge auf seine Haltung gegenüber den Slawen werden an späterer Stelle ausgeführt.

[...]


[1] Thietmar von Merseburg: Chronicon, hrsg. von Trillmich, Werner: Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters. Freiherr-vom-Stein-Gedächtnisausgabe, Bd. IX, Darmstadt 2011, I, 10.

[2] Thietmar lebte von 975 bis 1.018 n. Chr., vgl.: Görich, Knut: Otto III. Romanus Saxonicus et Italicus. Kaiserliche Rompolitik und sächsische Historiographie (Historische Forschungen, 18), Sigmaringen 1993, S. 62.

[3] Als „Slawen“ werden die Bewohner Osteuropas bezeichnet, welche wie die Germanen grob als Sprachfamilie zusammengefasst werden. Dass bei ihnen kulturelle, sprachliche und politische Unterschiede vorherrschten ist eine Selbstverständlichkeit. Vgl. hierzu: Kahl, Hans-Dietrich: Heidenfrage und Slawenfrage im deutschen Mittelalter. Ausgewählte Studien 1953 - 2008. Leiden 2011, S. XXXV.

[4] Kaiser Heinrich II. starb am 13.07.1024 n. Chr., vgl.: Althoff, Gerd: Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat, Stuttgart 2000, S. 228.

[5] Für die grenznahe Lage Merseburgs berücksichtigen Sie bitte die Karte aus: Lübke, Christian: Die Ausdehnung ottonischer Herrschaft über die slawische Bevölkerung zwischen Elbe / Saale und Oder, in: Puhle, Matthias (Hrsg.): Otto der Grosse. Magdeburg und Europa (Katalog der 27. Ausstellung des Europarates und Landesausstellung Sachsen-Anhalt, 1), Mainz 2001, S. 65 - 74, S. 66.

[6] In dieser Arbeit wird der Begriff „deutsch“ vermieden, da in dem zu betrachtenden Zeitraum noch von keiner „deutschen“ Identität ausgegangen werden kann. Stattdessen werden „ostfränkisch“, „ottonisch“ oder „ostfränkisch - deutsch“ benutzt.

[7] Wattenbach, Wilhelm: Art. „Thietmar“, in: Allgemeine deutsche Biographie, Bd. 38, Berlin 1971, Sp. 26 - 28, Sp. 26.

[8] Vgl. hierzu die Karte I im Anhang auf S. 49. Als „Westslawen“ werden die slawischen Bewohner zwischen der Elbe und der Oder bezeichnet. Auf der Karte I sind dies die Obodriten, Liutizen, Heveller und Sorben.

[9] Guth, Klaus: Kulturkontakte zwischen Deutschen und Slawen nach Thietmar von Merseburg, in: Berg, Dieter; Goetz, Hans-Werner (Hrsg.): Historiographia Mediaevalis. Studien zur Geschichtsschreibung und Quellenkunde des Mittelalters. Festschrift für Franz-Josef Schmale zum 65. Geburtstag, Darmstadt 1988. S. 88 - 102, S. 88.

[10] Schütte, Bernd: Bischofserhebungen im Spiegel von Bischofsviten und Bistumsgesten der Ottonen- und Salierzeit, in: Erkens, Franz-Reiner (Hrsg.): Die früh- und hochmittelalterliche Bischofserhebung im europäischen Vergleich (Beihefte zum Archiv für Kulturgeschichte, 48), Köln - Weimar - Wien 1998, S. 139 - 191.

[11] Althoff, Gerd: Spielregeln der Politik im Mittelalter. Kommunikation in Frieden und Fehde, Darmstadt 1997, S. 21 - 56.

[12] Guth: Kulturkontakte, S. 88 - 102.

[13] Trillmich: Thietmar, S. XXXIII.

[14] Hoffmann, Hartmut: Mönchskönig und rex idiota. Studien zur Kirchenpolitik Heinrichs II. und Konrads II. (MGH Studien und Texte, 8), Hannover 1993, S. 151 f.

[15] Lippelt, Helmut: Thietmar von Merseburg. Reichsbischof und Chronist (Mitteldeutsche Forschungen, 72), Köln 1973, S. 142, 145 - 149; Th. I, 18.

[16] Lippelt: Thietmar, S. 157; Escher, Felix: Zur politischen Geschichte der Slawen zwischen Elbe und Oder vom 10. bis zum 12. Jahrhundert, in: Escher, Felix (Hrsg.) Slawen und Deutsche zwischen Elbe und Oder. Vor 1000 Jahren: Der Slawenaufstand von 983. (Ausstellung des Museums für Vor- und Frühgeschichte Preußischer Kulturbesitz, des Archäologischen Landesamtes für Boden-Denkmalpflege und der Arbeitsgemeinschaft „Germania Slavica“ der Freien Universität - Berlin), Berlin 1983, S. 7 - 25, S. 15.

[17] Vgl.: Th, I, 19.

[18] Vgl.: Lippelt: Thietmar, S. 46 - 137.

[19] Hoffmann: Mönchskönig, S. 151 f.

[20] Naß, Klaus: Die Reichschronik des Annalista Saxo und die Geschichtsschreibung im 12. Jahrhundert (Schriften der MGH, 41), Hannover 1996, S. 143.

[21] Patzold: Thietmar, S. XXXIX.

[22] Trillmich: Thietmar, S. XXVIII; Guth: Kulturkontakte, S. 88.

[23] Vgl.: Guth: Kulturkontakte.

[24] Escher: Geschichte, S. 16; Vgl. hierzu: Henker, Jens; Schöfbeck, Tilo; Weiß, Uwe: Slawen und Deutsche im Hochmittelalter östlich der Elbe. Archäologisch - historische Studien zur Siedlungsentwicklung (Studien zur Archäologie Europas, 8), Bonn 2008; Brather, Sebastian: Archäologie der westlichen Slawen. Siedlung, Wirtschaft und Gesellschaft im früh- und hochmittelalterlichen Ostmitteleuropa (Ergänzungsbände zum Reallexikon der Germanischen Altertumskunde, 61), Berlin 2008; Hoensch, Jörg Konrad: Geschichte Böhmens. Von der slavischen Landnahme bis ins 20. Jahrhundert, München 1987.

[25] Zernack: Klaus: Otto der Große und die slawischen Reiche, in: Puhle, Matthias (Hrsg.): Otto der Grosse. Magdeburg und Europa (Katalog der 27. Ausstellung des Europarates und Landesausstellung Sachsen-Anhalt, 1), Mainz 2001, S. 517 - 524, S. 517.

[26] Modzelewski, Karol: Das barbarische Europa. Zur sozialen Ordnung von Germanen und Slawen im frühen Mittelalter (Klio in Polen, 13), Osnabrück 2011, S. 37 f.

[27] Herrmann, Joachim: Die Slawen in Deutschland. Geschichte und Kultur der slawischen Stämme westlich von Oder und Neiße vom 6. bis 12. Jahrhundert (Veröffentlichungen des Zentralinstituts für Alte Geschichte und Archäologie der Akademie der Wissenschaft der DDR, 14), Berlin 1985, S. 322; Vgl. hierzu: Thietmar von Merseburgs Chronik, die Sachsengeschichte Widukind von Corveys, die Slawenchronik von Helmold von Bosau und den Reisebericht des jüdischen Fernhändlers Ibrahim ibn Jaqub.

[28] Lübke: Ausdehnung, S. 67.

[29] Brather: Archäologie, S. 71 f., 75; Hoensch: Böhmens, S. 35 - 40.

[30] Brather: Archäologie, S. 80 f.

[31] Schröder, Franz Josef: Völker und Herrscher des östlichen Europa im Weltbild Widukinds von Korvei und Thietmars von Merseburg, Münster 1974, S. 64.

[32] Vgl.: Th. VI, 92; Schröder: Herrscher, S. 63.

[33] Guth: Kulturkontakte, S. 96

[34] Schröder: Herrscher, S. 62; Th. VI, 95.

[35] Schröder: Herrscher, S. 36.

[36] Schröder: Herrscher, S. 34.

[37] Vgl.: Görich: Otto.

[38] Stieldorf, Andrea: Marken und Markgrafen. Studien zur Grenzsicherung durch die fränkisch-deutschen Herrscher (Monumenta Germaniae Historica Schriften, 64), Hannover 2012, S. 254.

[39] Ludat, Herbert: An Elbe und Oder um das Jahr 1000. Skizzen zur Politik des Ottonenreiches und der slavischen Mächte in Mitteleuropa, Köln 1971.

[40] Ebd., S. 9 - 14.

[41] Ebd., S. 20 f.

[42] Vgl.: Goez, Werner: Lebensbilder aus dem Mittelalter. Die Zeit der Ottonen, Salier und Staufer, Darmstadt 1998.

[43] Althoff, Gerd: Otto der Große in der ottonischen Geschichtsschreibung, in: Puhle, Matthias (Hrsg.): Otto der Grosse. Magdeburg und Europa (Katalog der 27. Ausstellung des Europarates und Landesausstellung Sachsen-Anhalt, 1), Mainz 2001, S.16 - 27, S. 16.

[44] Th. III, 6.

[45] Vgl.: Lippelt: Thietmar, S. 46.

[46] Bosl, Karl: Art. „Thietmar von Merseburg“, in: Biographisches Wörterbuch zur deutschen Geschichte, Band 3, München 1975, Sp. 2876 - 2878, Sp. 2877.

[47] Th. III, 24; VI, 70 - 72.

[48] Guth: Kulturkontakte, S. 91.

[49] Th. V, 14, 32.

[50] Vgl. für die Lage der Nordmark die Karte I auf S. 49.

[51] Vgl. die Stammtafeln der Grafen von Stade und der Billunger sowie der Babenberger, in: Trillmich: Thietmar, S. XIII - XVI.

[52] Th. VI, 67.

[53] Görich: Otto, S. 62.

[54] Th, IV, 11.

[55] Ebd. I, 13; II, 42;Vgl. auch die Stammtafeln der Grafen von Walbeck, in: Trillmich: Thietmar, S. XIII.

[56] Th. VI, 43.

[57] Ebd. VI, 44.

[58] Ebd. VI, 53.

[59] Ebd.

[60] Ebd. VII, 4.

[61] Ebd. I, 20.

[62] Trillmich: Thietmar, S. XX.

[63] Goez: Lebensbilder, S. 107.

[64] Ebd., S. 117.

[65] Th. VIII, 15.

[66] Ebd. IV, 16.

[67] Ebd. VI, 40, 44.

[68] Lippelt: Thietmar, S. 64 - 66.

[69] Görich: Otto, S. 80; Th. IV, 45.

[70] Th. IV, 65 - 71.

[71] Weinrich, Lorenz: Der Slawenaufstand von 983 in der Darstellung des Bischofs Thietmar von Merseburg, in: Berg, Dieter; Goetz, Hans-Werner (Hrsg.): Historiographia Mediaevalis. Studien zur Geschichtsschreibung und Quellenkunde des Mittelalters. Festschrift für Franz-Josef Schmale zum 65. Geburtstag, Darmstadt 1988, S. 77 - 87, S. 82.

[72] Th. VI, 45.

[73] Ebd. VII, 3.

[74] Ebd. IV, 65 - 71.

[75] Ebd. IV, 67.

[76] Ebd. VI, 21.

Details

Seiten
48
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668448452
ISBN (Buch)
9783668448469
Dateigröße
1.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v358221
Institution / Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel – Historisches Seminar
Note
1,8
Schlagworte
Thietmar von Merseburg Ottonen Slawen Frühmittelalter Ottonisches Reich Otto

Autor

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Titel: Die Chronik des Thietmar von Merseburg. Die Beziehung der Slawen zu den Ottonen im Frühmittelalter