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Die bipolare affektive Störung. Definition, Ursachen, Verlaufsformen und Behandlungsmöglichkeiten

Facharbeit (Schule) 2016 16 Seiten

Psychologie - Allgemeine Psychologie

Leseprobe

Inhalt

1 Problemstellung

2 Was ist eine bipolare Störung?

3 Phasen der bipolaren Störung und ihre Symptome
3.1 Die Manie
3.2 Die Hypomanie
3.3 Die Depression
3.4 Der Mischzustand

4 Ursachen der bipolaren Störung
4.1 Genetische Faktoren
4.2 Biologische Faktoren
4.3 Medikamentöse Ursachen
4.4 Psychosoziale Faktoren

5 Verlaufsformen der bipolaren Störung
5.1 Bipolar I – Bipolar II
5.2 Rapid Cycling
5.3 Mischzustände
5.4 Zyklothymia
5.5 Suizidrisiko

6 Behandlung der bipolaren Störung
6.1 Medikamente
6.2 Psychotherapie

7 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Phasen der bipolaren Störung

Abbildung 2: Bipolar I- Erkrankung

Abbildung 3: Bipolar II- Erkrankung

Abbildung 4: Rapid Cycling

Abbildung 5: Gemischte Episode

Abbildung 6: Zyklothymia

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Problemstellung

Stimmungsschwankungen kennen wir in unserem Leben. Es ist ganz normal, dass man mal einen guten Tag hat und mal einen weniger guten Tag. Mal ist man leicht reizbar, manchmal lässt man sich auch mehr gefallen. Bei den Menschen, die an einer bipolaren affektiven Störung (kurz: bipolare Störung) leiden fallen diese Schwankungen weitaus extremer aus. Die Stimmungsveränderungen reichen von schwer depressiven Phasen mit Suizidgedanken, bis zu schwer manischen Phasen (Hochgefühle). Es kann sein, dass Erkrankte noch vor einer Stunde sehr euphorisch und fröhlich gewesen sind, nun sind sie allerdings in sich gekehrt, traurig und möchten nichts von der Welt wissen– ohne Grund. Deshalb wird die bipolare Störung auch als manisch-depressive Störung bezeichnet. Bis zu drei Personen von 100 leiden an der bipolaren Störung.[1]

Für mich stellt sich nun die Frage, wie die bipolare Störung behandelt werden kann, welche Verlaufsformen es gibt und welche verschiedenen Phasen mit dieser psychischen Erkrankung einhergehen.

Um diese Fragen zu beantworten befasse ich mich zuerst damit was eine bipolare Störung im Allgemeinen ist. Danach behandle ich die einzelnen Phasen der bipolaren Störung und ihre einhergehenden Symptome. Darauf folgt Kapitel vier mit den Ursachen der bipolaren Störung. Das nächste Kapitel beschäftigt sich mit den Verlaufsformen der bipolaren Störung. Hier unterscheidet man zwischen Bipolar I , Bipolar II, zwischen dem Rapid Cycling und den Mischzuständen. Hierzu behandle ich noch das Suizidrisiko der Erkrankten. In dem letzten Kapitel befasse ich mich mit den Behandlungsmöglichkeiten der bipolaren Störung.

2 Was ist eine bipolare Störung?

Wie schon in der Problemstellung erwähnt handelt es sich bei einer bipolaren affektiven Störung um eine schwere Psychische Krankheit, bei der die Betroffenen starke Stimmungsschwankungen durchmachen. Zwischen den manischen Hochphasen, die sich durch bspw. Hochgefühle kennzeichnen setzen depressive Phasen ein. Diese machen sich durch Niedergeschlagenheit und bspw. Traurigkeit bemerkbar. Die Betroffenen fühlen sich ihren Schwankungen ausgesetzt und fühlen sich, als könnten sie die Phasen nicht beeinflussen. Die bipolare Störung kennzeichnet sich auch dadurch, dass das Zeitgefühl verloren geht. Das heißt, depressive Phasen wirken unendlich und unausweichlich. Die Phasenhaftigkeit wird von den Erkrankten nicht wahrgenommen.[2]

3 Phasen der bipolaren Störung und ihre Symptome

3.1 Die Manie

Die Manie kennzeichnet sich durch eine ungewöhnlich gute Stimmung und emotionale Euphorie. Die Erkrankten fühlen sich während dieser Phase sehr leistungsstark. Sie benötigen darüber hinaus während dieser Phase nur wenig Ruhe und Schlaf. Schon oft nach drei Stunden Schlaf stehen sie wieder auf. Der Tatendrang lässt den Schlaf in das Unnötige rücken. Schlaf ist für sie Zeitverschwendung. Was besonders gefährlich in der manischen Phase ist, ist, dass die Betroffenen eine falsche Einschätzung der Realität haben. Sie können während der Phase akustische Halluzinationen haben (hören Dinge die nicht real sind) oder optische Halluzinationen (sehen Dinge die nicht real sind). Treten zusätzlich Halluzinationen auf spricht man von einer psychotischen Manie. Die Maniker leugnen, dass sie Probleme hätten. Sie wirken sehr gereizt, wenn man sie auf offensichtliche Probleme anspricht. Aus diesem Grund ist es auch schwer den Betroffenen klar zu machen, dass sie krank sind. Deshalb müssen sie oft gegen ihren Willen in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden. Die Stimmung ist mindestens eine Woche ungewöhnlich gehoben, kann aber auch gereizt sein. Die Betroffenen empfinden die Manie als ein sehr angenehmes Gefühl. Die Manie entsteht oft über mehrere Tage hinweg. Weitere Symptome der Manie sind:

- Größenwahn
- Beschleunigung und Erregung der psychischen Abläufe
- Verstärktes Kontaktbedürfnis
- Erhöhte Risikobereitschaft[3]

3.2 Die Hypomanie

Der Unterschied zwischen der Manie und der Hypomanie ist, dass die Symptome bei der Hypomanie weitaus leichter sind. Bei der Diagnose einer Hypomanie genügt es, wenn die Symptome vier Tage lang auftreten. Ein Krankenhausaufenthalt darf bspw. auch nicht erforderlich gewesen sein. Des Weiteren spricht man von einer Hypomanie, wenn keine psychotischen Merkmale (Halluzinationen) vorhanden sind.[4]

3.3 Die Depression

Viele Menschen definieren Depression als eine Form der Traurigkeit. Die Traurigkeit stellt hier allerdings nur ein Symptom dar. Die Depression ist eine Erkrankung, die sowohl das psychische Gleichgewicht, als auch das Denken und Handeln beeinträchtigt. Die Personen die eine depressive Phase durchmachen sind nicht nur traurig, sondern ihre Gefühlswelt ist erloschen. Sie können sich nicht freuen, allerdings können sie in traurigen Situationen auch nicht weinen. Symptome sind neben der gedrückten Stimmung und dem Interessenverlust des Weiteren Freud- und Ausdruckslosigkeit. Das Selbstwertgefühl bei den Erkrankten ist stark vermindert. Oft kommen Suizidgedanken und Schuldgefühle hinzu, welche die Depression deutlich verstärken.

Weitere Symptome der Depression sind:

- Schwermut
- Ängste, Gefühlslosigkeit
- Schlafstörungen
- Antriebsmangel
- Selbstzweifel
- Appetitverlust oder gesteigerte Nahrungsaufnahme.[5]

3.4 Der Mischzustand

Der Mischzustand beinhaltet neben den Symptomen der depressiven Episode ebenso die der manischen Episode. Entweder die Symptome treten gleichzeitig auf oder wechseln nach kurzer Zeit. Die Stimmungsstörung ist so schwer, dass eine ausgeprägte Beeinträchtigung in beruflichen Aufgabenbereichen und sozialen Aktivitäten besteht. Auch wenn ein Krankenhausaufenthalt erforderlich ist um die Person selbst oder andere zu schützen kommt der Mischzustand in Betracht. Bei Mischzuständen können des Weiteren psychotische Merkmale vorliegen. Viele Erkrankte empfinden den Mischzustand als hypomanische Phase mit depressiven Einschüben. Bei dieser Phase ist das Risiko eines Suizids besonders hoch.[6]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Phasen der bipolaren Störung[7]

4 Ursachen der bipolaren Störung

4.1 Genetische Faktoren

Die bipolare Störung kann nicht vererbt werden, allerdings kann die Anfälligkeit für solch eine Erkrankung von Generation zu Generation vererbt werden. Belastende Lebensereignisse können dann zu einem Ausbruch der bipolaren Störung führen (= Vulnerabilitäs-Stress-Modell). Ist ein Elternteil an der bipolaren Störung erkrankt, so besteht eine Wahrscheinlichkeit von bis zu 20%, dass das Kind auch an einer bipolaren Störung erkranken wird. Sind beide Elternteile an einer bipolaren Störung erkrankt ist das Risiko sogar bis zu 60% hoch.[8]

4.2 Biologische Faktoren

Es konnte nachgewiesen werden, dass die Hirn-Botenstoffe (Dopamin, Serotonin, Noradrenalin) nicht normal arbeiten. Es wurden also Veränderungen im Neurotransmitterhaushalt festgestellt. Neurotransmitter sind Stoffe des Körpers, die Reaktionen im Körper und Gehirn hervorrufen. In der depressiven Phase findet ein Mangel an den Neurotransmittern Noradrenalin und Serotonin statt. Bei der Manie ist genau das Gegenteil der Fall. Man weiß allerdings nicht auf was das zurückzuführen ist. Wahrscheinlich basiert dies auf der Veränderung mehrerer Gene/Transmitter.[9]

4.3 Medikamentöse Ursachen

Auch manche Arzneimittel können als Nebenwirkung Änderungen der Stimmungslage hervorrufen, die dann eventuell in eine bipolare Störung übergehen. Beispiele hierfür wären kortisonhaltige Präparate, Methylphenidat und bestimmte Antiparkinson- und Epilepsie Medikamente. Auch Drogen (z.B. Alkohol, LSD; Marihuana) können eine bipolare Störung auslösen.[10]

4.4 Psychosoziale Faktoren

Die Lebensumstände jeden Individuums können ebenso eine bipolare Störung auslösen. Hauptsächlich Stress kann Auslöser der manisch-depressiven Episoden sein. Stress kann in verschiedenen Stärken im Alltag vorkommen. Es beginnt bei dem verpassten Bus, bis hin zu traumatischen Ereignissen, wie Mobbing, schwere Krankheiten, Trennungen oder auch die Pubertät. Es kommt auch darauf an, wie man mit Stress umgeht. Die einen können gut mit Stress umgehen, andere sind bei jeder kleinen Stresssituation überfordert. Für besonders stressanfällig gelten Menschen, die Traumatische Erfahrungen gemacht haben. Dies kann z.B. ein Ereignis aus der Kindheit sein oder eine Scheidung. Diese Faktoren erhöhen die Wahrscheinlichkeit an einer bipolaren Störung zu erkranken stark.[11]

[...]


[1] Vgl. http://www.psychose.de/wissen-ueber-psychosen-51.html; http://dgbs.de/bipolare-stoerung/, 29.06.2016

[2] Vgl. http://www.psychose.de/wissen-ueber-psychosen-51.html, 29.06.16; http://dgbs.de/bipolare-stoerung/, 29.06.16;http://www.psychenet.de/psychische-gesundheit/informationen/bipolare-stoerungen.html#c913, 29.06.16; Assion,Hans-Jörg; u.a: Handbuch Bipolare Störung, Stuttgart 2006, S. 29ff.

[3] Vgl. http://www.psychose.de/wissen-ueber-psychosen-55.html, 29.06.16 ;http://dgbs.de/fileadmin/user_upload/PDFs/DGBS_Materialien/DGBS_Informationen_zur_Erkrankung.pdf, 29.06.16 ; https://de.wikipedia.org/wiki/Bipolare_St%C3%B6rung#Kriterien_f.C3.BCr_eine_manische_Episode, 29.06.16 ; http://www.campus-psychiatrie.de/x7base/greil/PDF/291209_Artikel.pdf,29.06.16.

[4] Vgl. http://www.shg-balance.de/was-ist-bipolar-eine-tour-zur-bipolarit%C3%A4t/hypo-manie/symptome-der-hypo-manie/, 29.06.16; Arnold,Simone: Bipolare Störung- eine Erkrankung mit zwei Gesichtern, Berlin 2007, S.9.

[5] Vgl. http://dgbs.de/fileadmin/user_upload/PDFs/DGBS_Materialien/DGBS_Informationen_zur_Erkrankung_2016.pdf, 29.06.16 ; http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/erkrankungen/bipolare-erkrankungen/anzeichen/, 29.06.16 ;http://www.psychose.de/wissen-ueber-psychosen-55.html, 29.06.16.

[6] Vgl. http://www.change-of-moods.de/bipolare_stoerung/gem_zustand.htm, 29.06.16; http://dgbs.de/fileadmin/user_upload/PDFs/DGBS_Materialien/DGBS_Informationen_zur_Erkrankung.pdf, 29.06.16

[7] http://www.psychose.de/wissen-ueber-psychosen-57.html, 29.06.16.

[8] Vgl. http://www.netdoktor.de/krankheiten/bipolare-stoerung/#TOC2, 29.06.16 ; http://www.shg-balance.de/was-ist-bipolar-eine-tour-zur-bipolarit%C3%A4t/wieso-ursachen/, 29.06.16 ;http://www.psychose.de/wissen-ueber-psychosen-56.html, 29.06.16.

[9] Vgl. http://www.netdoktor.de/krankheiten/bipolare-stoerung/#TOC2, 29.06.16; http://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/psychiatrie-psychosomatik-psychotherapie/erkrankungen/bipolare-erkrankungen/ursachen/, 29.06.16

[10] Vgl. http://www.netdoktor.de/krankheiten/bipolare-stoerung/#TOC2, 29.06.16.

[11] Vgl.http://www.psychose.de/wissen-ueber-psychosen-56.html,29.06.16;http://www.netdoktor.de/krankheiten/bipolare-stoerung/#TOC2, 29.06.16

Details

Seiten
16
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668429802
ISBN (Buch)
9783668429819
Dateigröße
884 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v357236
Note
1,2
Schlagworte
bipolar bipolar affektive Störung manisch depressiv stimmungsschwankungen psychologie

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