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Finanzierungsmängel im Bankensektor und deren Auswirkungen auf den Erfolg einer ausgewählten Investmentbank

von Yannic Grobe (Autor) Kevin Nalasko (Autor) Tom Schümchen (Autor)

Hausarbeit 2017 59 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Abkürzungsverzeichnis

2 Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Ausgangslage und resultierende Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit
1.3 Vorgehensweise

2 Definitorischer Teil
2.1 Struktur und Aufgaben moderner Bankensysteme
2.2 Geschäftsaktivitäten von Investmentbanken
2.3 Mögliche Mängel in der Finanzstruktur von Investmentbanken
2.4 Mögliche Mängel im Geschäftsmodell von Investmentbanken

3 Case Study Lehman Brothers
3.1 Vorstellung des Unternehmens
3.2 Finanzkrise 2007/08
3.3 Untersuchung der Insolvenzgründe
3.3.1 Vorgehen
3.3.2 Rechnungslegung von Lehman Brothers
3.3.3 Aufbereitung der Jahresabschlüsse von 2001 bis 2008

4 Finanzierungsmängel bei Lehman Brothers
4.1 Geringe Eigenkapital-/ Kernkapitalquote
4.2 Großer Fremdkapitalhebel
4.3 Kurzfristige Finanzierungsbasis und langfristige Investments
4.4 Finanzierung durch den Interbankenhandel

5 Handlungsempfehlungen
5.1 Grenzen der Arbeit
5.2 Präventionsmaßnahmen

6 Literaturverzeichnis
6.1 Monographien
6.2 Herausgeberwerke
6.3 Artikel in Herausgeberwerke
6.4 Zeitschriften
6.5 Internetquellen

7 Ehrenwörtliche Erklärung

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2 Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Nettogewinn nach Steuern

Abbildung 2: Entwicklung der Long-Term-Investments

1 Einleitung

„Investment banking is what investment banks do“ lautet eine alte, bekannte Redewendung (Hockmann & Thießen, 2012, S. 3). Damit wird verdeutlicht, wie vielseitig und schwer eingrenzbar diese Art von Finanzgeschäften ist. So versucht diese Arbeit nicht, Investmentbanking mit all seinen Facetten zu erläutern. Stattdessen wird der Teilbereich der Finanzierungsmängel fokussiert behandelt, indem diese an einer ausgewählten Investmentbank analysiert werden.

1.1 Ausgangslage und resultierende Problemstellung

Grund für die Wahl genau dieses Themas liegt vor allem in den deutlich gewordenen Auswirkungen von Finanzierungsmängeln im Bankensektor. So zog schlussendlich ab 2007 die größte Weltwirtschaftskrise der letzten Jahrzehnte unzählige Unternehmen, sogar ganze Staaten, an den Rand der Insolvenz. Die Folgen dieser Finanz- und Wirtschaftskrise sind so verheerend, dass selbst gut zehn Jahre nach der Krise ganze Volkswirtschaften mit den Auswirkungen zu kämpfen haben. Dazu zählt auch die gesamte Eurokrise, die als Folge von der Finanzkrise angesehen werden kann. Die hohen Kosten, die durch die vielfache Rettung der betroffenen Kreditinstitute für die Euro-Staaten entstanden sind, haben ganze Volkswirtschaften stark belastet.

Weiterhin ist eine weiterhin stark ausgeprägte Auswirkung die allgemeine Verunsiche- rung der Finanzmärkte. Während der Finanzkrise ist ein deutliches Misstrauen gegen- über Kreditinstituten entstanden, welches selbst heutzutage als das Kernproblem im Bankensektor angesehen werden kann (Jubin, 2008, S.21). Ein aktuelles Beispiel ist die Banca Monte dei Paschi, das drittgrößte Kreditinstitut Italiens, welche bis Ende 2016 mit fünf Milliarden Euro frischem Kapital gestützt werden musste, um sich gegen den massenhaften Ausfall fauler Kredite, die unter anderem aus den Zeiten der Finanzkrise stammen, aus den Büchern der Bank abzusichern (Prange, 2016, S.74).

Grund für diese umfassende staatliche Stützung ist, dass einige Banken inzwischen so groß und mächtig sind, dass ihre Insolvenz mit unüberschaubaren Folgen für komplette Volkswirtschaften verbunden wäre (Weber, 2013, S. 72). Der Bankensektor kann näm- lich als Bindeglied zwischen der Finanz- und Realwirtschaft angesehen werden. So re- guliert dieser Sektor die Kreditvergabe, die für das gesamte Wirtschaftswachstum fun- damental ist, sowohl für Unternehmen als auch für Privatpersonen. Daher gilt es, den Finanz- und Bankensektor als wichtiges Bindeglied zu stabilisieren und dabei auf bestehende Finanzierungsmängel hinzuweisen und diese darüber hinaus so früh wie möglich zu unterbinden und bestehende Risiken richtig abzusichern.

Im Laufe der Finanzkrise ist es mit aufgrund dieser Finanzierungsmängeln zu einer der bekanntesten Unternehmensinsolvenzen gekommen. Massive Fehlfinanzierungen und mangelnde Geschäftsstrategien haben zur Auflösung der Traditions-Investmentbank Lehman Brothers geführt.

1.2 Zielsetzung der Arbeit

Diese Fallstudie weist mehrere Zielsetzungen auf, die gleichzeitig auch als Fragestellungen angesehen werden können, welche innerhalb dieser Ausarbeitungen bestmöglich beantwortet werden sollen.

Als Hauptziel der Fallstudie sind die Mängel in der Finanzierung und im Geschäftsmodell, die zum Zusammenbruch von Lehman Brothers geführt haben, zu analysieren und dessen Auswirkungen auf den Erfolg der Bank und der Wirtschaft herauszuarbeiten. Darauf aufbauend sollen Präventionsmaßnahmen entwickelt werden, um diesen Mängeln zukünftig entgegen wirken zu können.

Um dieses Hauptziel bestmöglich zu beleuchten, sollen im ersten Schritt die Funktionen und Strukturen von Banken, vor allem von Investmentbanken, dargestellt werden. Fer- ner soll die Frage beantwortet werden, welche Finanzierungsmängel in der Finanzstruk- tur von Investmentbanken im Allgemeinen bestehen können. Außerdem sollen mögli- che Mängel im Geschäftsmodell von Investmentbanken dargestellt werden. Dabei sol- len diese Mängel nicht nur benannt, sondern vielmehr mit ihren Hintergründen erläutert werden.

Dieses Wissen soll dann auf den Fall von Lehman Brothers angewendet werden. So soll deren schlussendliche Geschäftsauflösung erläutert werden, indem die konkreten Mängel in der Finanzierung und im Geschäftsmodell im Zeitlauf analysiert werden. Daraus sollen die Hauptgründe der Insolvenz abgeleitet und erklärt werden.

Ferner sollen die Ursachen und die Folgen der Finanzkrise erläutert werden. Ziel dabei ist es, die Auswirkungen nicht nur für das Unternehmen Lehman Brothers darzustellen, sondern auch die Auswirkungen für die gesamte Wirtschaft. Um diesen negativen Fol- gen künftig entgegenwirken zu können, soll aufgrund der aufgezeigten Finanzierungs- mängel Präventionsmaßnahmen entwickelt werden. In diesem Zusammenhang sollen allgemeine Handlungsempfehlungen für Banken gegeben werden, damit Finanzie- rungsmängel und ihre schwerwiegenden Folgen in Zukunft vermieden oder zumindest abgeschwächt werden können.

1.3 Vorgehensweise

Um diese genannten Ziele und Fragestellungen bestmöglich zu beantworten, grenzen an dieses Kapitel vier weitere Abschnitte an. Im hierauf folgenden definitorischen Teil werden zuerst die theoretischen und volkswirtschaftlichen Hintergründe zum Banken- system herausgearbeitet. Ausgehend von diesem Gesamtbild werden daraufhin die Rol- len und Aufgaben unterschiedlicher Bankarten behandelt. Dabei steht vor allem die In- vestmentbank als wichtiger Finanzdienstleister im Fokus. Darauf aufbauend werden anschließend mögliche Mängel sowohl in der Finanzstruktur als auch im Geschäftsmo- dell von Investmentbanken erläutert. Hierbei werden nicht nur die Risiken für Invest- mentbanken herausgestellt, sondern insbesondere für die gesamte Wirtschaft.

Um die Ursachen dieser Risiken besser nachvollziehen zu können, werden in den an- schließenden Kapiteln die wesentlichen Finanzierungsmängel einer Investmentbank behandelt. Dafür wurde die ehemalige Wall-Street-Investmentbank Lehman Brothers ausgewählt, deren erhebliche Finanzierungsmängel schlussendlich zur Insolvenz und Auflösung geführt haben. Dafür wird zuerst der komplette Werdegang der Investment- bank, inklusive der Entwicklung während der Finanzkrise ab 2007, dargestellt. Inner- halb dieser Hausarbeit wird darauf mithilfe einer Bilanzanalyse die Finanzstruktur und das Geschäftsmodell der Investmentbank durchleuchtet und die Mängel herausgestellt.

Um die damals gemachten Fehler und die darauf aufbauenden verheerenden Folgen für die gesamte Wirtschaft zukünftig zu begrenzen, werden zum Abschluss dieser Hausarbeit konkrete Handlungsempfehlungen gegeben.

2 Definitorischer Teil

In der Wirtschaftswelt erfüllen Banken wichtige Funktionen und sind aus dem Alltag eines jeden nicht mehr wegzudenken. Vielmehr übernehmen Banken aufgrund ihrer wichtigen Finanzdienstleistungen für Transaktionen in der Geldwirtschaft eine Schlüsselrolle (Tolkmitt, 2007, S. 4). So ermöglichen und vereinfachen Banken durch entgeltliche Dienstleistungen den Zahlungs-, Kredit- und Kapitalverkehr.

Im Folgenden werden nun unterschiedliche Arten von Banken in ihren Grundfunktionen erläutert, ehe die Investmentbank inklusive möglicher Mängel in der Finanzierung und im Geschäftsmodell fokussiert behandelt wird. So erhält der Leser einen Einblick in die Grundstrukturen der Bankenwelt.

2.1 Struktur und Aufgaben moderner Bankensysteme

Um ihrer grundsätzlichen Schlüsselfunktionen als Finanzintermediär und -dienstleister optimal nachzukommen, sind moderne Banksysteme in Zentral- und Geschäftsbanken zweistufig organisiert (Tolkmitt, 2007, S. 18).

Zentralbanken besitzen in erster Linie ein Monopol über die Ausgabe von Banknoten. Damit tragen sie in ihrer Funktion als Notenbank die Verantwortung für den Geldwert. Viele Zentralbanken wie die US-amerikanische FED oder die EZB als Zentralbank der Europäischen Union haben sich als Hauptziel gesetzt, die Preisniveau- und Geldwert- stabilität zu wahren (Gischer, 2012, S. 273). Dazu refinanzieren Zentralbanken aus- schließlich Geschäftsbanken und den Staat und regeln damit die Geldmenge (Tolkmitt, 2007, S. 18 f.).

Geschäftsbanken verteilen und verwalten diese Geldmenge dann in der Realwirtschaft. Dazu nutzen sie vor allem kredit- und/ oder wertpapierorientierte Produkte. Im Einla- gen- und Kreditgeschäft nehmen Banken Geld von Kapitalanbietern auf und leihen es Kapitalnachfragern. Dabei werden Beträge, Fristen und Risiken durch die Banken ge- wandelt, um die Kapitalvermittlung bestmöglich abwickeln zu können (ebenda, S. 4). So sammeln Banken im Allgemeinen beispielsweise kleinere Spareinlagen von Haus- halten - also Anbietern von Kapital - und bündeln diese Beträge zu einem Großkredit für ein Unternehmen - also einem Nachfrager von Kapital. Auf dieselbe Weise trans- formieren Banken Fristen, indem sie fristeninkongruent Kapital aufnehmen und vertei- len. Daher können Kapitalanbieter Geld für eine kurze Zeit anlegen, während Kapitalnachfrager ebendieses Geld längerfristig von dem Finanzintermediär leihen können. In diesem Fall muss die Bank für den fristeninkongruenten Zeitraum rechtzeitig neue Kapitalanleger finden. Zu guter Letzt wandeln Banken als eine ihrer Hauptfunktionen Risiken. Im Einzelnen funktioniert das, indem sie Kapitalanlegern die Rückzahlung der Einlage zurückzahlen, unabhängig davon, ob einzelne Kapitalnachfrager ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommen (Tolkmitt, 2007, S. 4).

Darüber hinaus handeln Banken auf verbrieften Kapitalmärkten mit Wertpapieren, also mit Urkunden, die ein privates Vermögensrecht beinhalten, das ohne Urkunde nicht geltend gemacht werden kann. Dabei können Banken eigenständig, also auf eigene Rechnung und Risiko, agieren. Im Falle dieses Eigenhandels erwirtschaften sie Gewin- ne direkt aus den verzinslichen Wertpapieren. Daneben können Banken im Auftrag von Kunden handeln. Dabei erwirtschaften sie Provisionen aufgrund der angebotenen Fi- nanzdienstleistung.

In der Praxis sind Banken volkswirtschaftlich in Universalbanken- oder Trennbanken- systemen organisiert. Universalbanken sind im engeren Sinne sowohl im Wertpapier- als auch im Einlagen- und Kreditgeschäft tätig (Hockmann & Thießen, 2012, S. 81). Im Gegensatz dazu fokussieren sich in einem Trennbankensystem Spezialbanken auf nur einen dieser zwei Bereiche (ebenda, S. 81). Dabei fokussieren Investmentbanken das Wertpapiergeschäft, während sich kommerzielle Banken dem Einlagen- und Kreditge- schäft widmen.

In vielen europäischen Ländern wie in Deutschland liegt historisch gewachsen ein Universalbankensystem vor. Anders hingegen gab es in den USA lange Zeit ein Trennbankensystem vor, das nicht historisch gewachsen ist, sondern 1933 durch den GlassSteagall-Act rechtlich fixiert wurde (Deutscher Bundestag, 2010). Diese Struktur sollte knapp 70 Jahre bestehen, ehe 1999 das Universalbankensystem durch den GrammLeach-Bliley-Act wiedereingeführt wurde.

2.2 Geschäftsaktivitäten von Investmentbanken

Trotz der klaren Trennung im Trennbankensystem von Investment- und Kommerzban- ken gibt es bis heute keine eindeutige Definition von Investmentbanken. Getreu dem eingangs erwähnten Zitat „Investment banking is what investment banks do“ wird eine genaue Definition und durch eine zunehmende Vermischung vormals getrennter Berei- che immer schwieriger. Hockmann und Thießen (2012, S. 4) definieren Investmentban- ken als Unternehmen, die auf eigene Rechnung und Risiko Finanzdienstleistungen an den Finanzmärkten erbringen, während Wertschulte (2001, S. 1158) Investmentbanken auf verschiedene kapitalmarktorientierte Dienstleistungen mit Provisionserträgen ein- grenzt.

Allerdings ergänzen Investmentbanken ihr Wertpapiergeschäft mit Leistungen aus bei- spielsweise dem Kreditgeschäft oder der Vermögensverwaltung. Bei der Erweiterung des Kerngeschäfts sind global keine festen Systematiken erkennbar, außer, dass durch diese Erweiterung Synergien zum Kerngeschäft geschaffen werden (Hockmann & Thießen, 2012, S. 5). So lassen sich Investmentbanken höchstens als Unternehmen defi- nieren, die sich auf die Erbringung von Finanzdienstleistungen am verbrieften Kapital- markt fokussieren sowie Beratungsleistungen bei Finanzdienstleistungen für Großkun- den, Regierungen und andere Finanzintermediäre erbringen (ebenda, S. 5).

In Hinblick auf die Geschäftsfelder kann das Bild von Investmentbanken weiter präzi- siert werden. Obwohl der Umfang und die Leistungen von Investmentbanken einer ständigen Dynamik unterliegen, gibt es im Investmentbanking drei wesentliche Berei- che. Zum einen gibt es das klassische, kapitalmarktorientierte Investmentbanking. In diesem Bereich sind kundenbezogene Finanzdienstleistungen in den Bereichen Equities und Fixed Income zusammengefasst (ebenda, S. 32). Dazu zählen unter anderem die Betreuung von Unternehmen bei Börsengängen und Dienstleistungen, die nach dem Börsengang entstehen, wie zum Beispiel die Organisation von Kapitalerhöhungen durch die Emission von festverzinslichen Wertpapieren. Außerdem gehört ein breites Angebot von Beratungsleistungen für beispielsweise Mergers & Acquisitions oder Restrukturie- rung zum klassischen Investmentbanking.

In den Transaktions- und Handelsaktivitäten, dem zweiten wesentlichen Geschäftsfeld, werden Tätigkeiten mit verschiedenen Wertpapierinstrumenten zusammengefasst. Dazu gehören sowohl kundenorientierte Aktivitäten im Bereich Brokerage, also dem Wertpa- pierordern für Anleger auf ebendiese Rechnung, als auch Tätigkeiten auf eigene Rech- nung (ebenda, S. 32) wie beispielsweise Principal Investments, also der Anlage und Verwaltung eigener Mittel.

Das Asset-Management, das heute als dritter, großer Bereich des Investmentbankings gilt, hat erst in den letzten 20 Jahren stark an Bedeutung gewonnen. Mit dieser Art von Finanzdienstleistung verwalten Investmentbanken das Vermögen von Kunden und tref- fen Anlageentscheidungen für diese (Hockmann & Thießen, 2012, S. 32). Grund für das starke Wachstum dieses Geschäftsfeldes liegt vor allem in der Nähe zu den Handelsak- tivitäten.

Dieses große Portfolio an Leistungen führt zu einer starken Diversifizierung von In- vestmentbanken. Zusammenfassen lassen sich Investmentbanken grundsätzlich in drei Arten. Zu den sogenannten Financial Holding Companies gehören sämtliche europäi- sche Universalbanken wie die Deutsche Bank als auch Unternehmen amerikanischer Rechtsstruktur wie JPMorgan Chase. Diese Banken betreiben neben - Teilen von - In- vestmentbanking auch kommerzielle Bankgeschäfte (ebenda, S. 31). Typischerweise nehmen sie Einlagen an und/ oder vergeben Kredite. Full-Service-Investmentbanken bieten das gesamte Spektrum von Investmentleistungen an, also dem klassischen, kapi- talmarktorientierten Investmentbanking, den Transaktions- und Handelsaktivitäten so- wie dem Asset-Management. Aus diesen Geschäftsfeldern spezialisieren sich Boutique Investmentbanken auf eine oder mehrere Dienstleistungen, sind also Nischenanbieter.

2.3 Mögliche Mängel in der Finanzstruktur von Investmentbanken

Nachdem nun die allgemeinen Strukturen und Aufgaben von Banken und speziell von Investmentbanken dargestellt wurden, werden nun mögliche Mängel in der Finanzstruk- tur von Investmentbanken herausgestellt und erläutert. In der Bilanz betreffen diese Mängel die Passivseite, da dort die Kapitalherkunft für ihre Verwendung aufgeführt ist.

Ein erster Mangel in der Finanzstruktur einer Investmentbank kann die Verteilung von Eigen- und Fremdkapital sein. Eigenkapital hat grundsätzlich eine wichtige Bedeutung für Kreditinstitute, da die Eigenkapitalausstattung für die Kreditvergabemöglichkeiten der Banken entscheidend ist (Illing, 2013, S. 43). Dennoch halten Kreditinstitute traditi- onell nur wenig Eigen- und Kernkapital. Charakteristisch ist eine Eigenkapitalquote von nur knapp 6% der Bilanzsumme (Gischer, Herz & Menkhoff, 2012, S. 121). Das stellt ein enormes Risiko für das Kreditinstitut dar, da eine geringe Eigenkapitalausstattung Abschreibungen durch Forderungsausfällen oder aber auch durch Bewertungsfehlern in der Bilanz nur schwer abgefedert werden können. Das kann letztendlich die Existenz des gesamten Unternehmens bedrohen und im schlimmsten Fall zum Zusammenbruch eines Kreditinstitutes führen (Weber, 2013, S. 61). In diesem Zusammenhang sollten auch die sogenannten Banken-Runs berücksichtigt werden, in denen massenweise Kun- den in kurzer Zeit das Vertrauen in die Bank verlieren und ihre Geschäftsbeziehungen zu denen auflösen. Der daraus folgende erhebliche Liquiditätsabfluss belasten die be- troffenen Kreditinstitute stark.

Neben der Verteilung von Eigen- und Fremdkapital ist auch die Verteilung von kurz- und langfristigem Kapital entscheidend. Grundsätzlich sollte eine Investmentbank ver- suchen, Kapital so langfristig wie möglich zu erhalten. Vor allem in einer Phase von niedrigen Zinsen und umfangreicher Liquidität ist es für Banken möglich, sich zu güns- tigen Konditionen zu refinanzieren und darauf aufbauend die Kreditvergabe zu erwei- tern (Quiring, Kepplinger, Weber & Geiß, 2013, S. 14). Wird jedoch in einer Niedrig- zinsphase zu viel kurzfristiges Kapital angehäuft, können veränderte Marktbedingungen wie einer Erhöhung der Zinsen zu einem Problem für die Kreditinstitute werden, da Banken in diesem Fall nur bedingt auf diese veränderten Marktbedingungen reagieren können.

Mit Blick auf die Bilanz eines Kreditinstituts stellt der Wertverlust des Anlagevermö- gens, bei dem der Buchwert nicht den eigentlichen Wert des Produkts widerspiegelt, ein grundsätzliches Problem dar. Die daraus folgenden Abschreibungen führen dann zur Verringerung des Eigenkapitals, sodass die Summe der Schulden größer als das ge- schmolzene Anlagevermögen ist (Illing, 2013, S. 24 f.). Ständige Abschreibungen kön- nen zur Unterschreitung der gesetzlich vorgeschriebenen Kernkapitalquote führen. Da- bei drohen Sanktionen bis hin zum Entzug der Bankenlizenz oder die Schließung durch Illiquidität (ebenda, S. 43).

Ein weiterer möglicher Mangel in der Finanzstruktur von Investmentbanken kann ein hoher Verschuldungsgrad darstellen. Viele Investmentbanken versuchen, mithilfe des Leverage-Effektes möglichst viel Gewinn zu erzielen. Dieser ermöglicht es, den Ge- winn und damit die Eigenkapitalrentabilität durch die Aufnahme von Fremdkapital zu erhöhen (Pape, 2011, S. 39). Das geschieht dann, wenn die Fremdkapitalzinsen niedri- ger als der durch das Fremdkapital erzielte Gewinn liegen. Das kann allerdings dann gefährlich werden, wenn Kreditinstitute in hochspekulative Geschäfte investieren. Das bietet zwar einerseits höhere Renditeerwartungen, birgt jedoch auch höhere Risiken in Bezug auf die finanzielle Sicherheit (Pfingsten, 2012, S. 83). Wenn diese Risiken nicht ausreichend abgesichert sind, kann das im schlimmsten Fall zum Totalausfall des Investments führen, was sich dann wiederum stark negativ auf das Eigenkapital des Kreditinstituts auswirkt. Insbesondere bei großen Kreditinstituten, die sich selbst als „too big to fail“ ansehen können, bedarf es Regelungsinstrumente, die eine verbesserte Risikobereitschaft steuern (ebenda, S. 92).

Im Allgemeinen zeigt eine unzureichende Absicherung von Kapital einen weiteren Mangel auf, da so eine stets ausreichende Liquidität nicht mehr gewährleistet werden kann. Ferner tauchen in den USA regelmäßig Probleme in Bezug auf die Haftung eines Kreditnehmers auf. Zum einen haben einkommensschwache Personen lange Zeit Kredi- te ohne entsprechende Absicherung erhalten. Wenn ein Kreditnehmer anschließend zah- lungsunfähig wurde, konnte er das zu finanzierende Objekt der Bank übergeben und sich damit jeglicher Haftung entledigen (Gehle, 2008, S. 15 f.). Dadurch blieb die Bank auf dem Vermarktungsrisiko sitzen, was vor allem bei den sinkenden Immobilienprei- sen vor der Finanzkrise zu hohe Kosten in den Kreditinstituten geführt hat. Im Gegen- satz dazu liegt in der Europäischen Union die Verantwortung bei dem Kreditnehmer, wenn er zahlungsunfähig wird.

Weiterhin brachte der Bankensektor weitere Mängel in der Finanzstruktur hervor, in- dem sich Banken über verschachtelte Kreditvergaben gegenseitig ihre Risiken absi- chern. Durch dieses Vorgehen wurde eine durchweg positive Entwicklung stillschwei- gend vorausgesetzt (Neun, 2012, S. 18) und die potentielle Gefahr vor Ausfällen schlichtweg verdrängt.

Generell wird von den meisten Investoren oder auch von der EZB oder dem IWF gefor- dert, dass vor allem die Großbanken ihre rechtlichen Risiken, aber auch die Bilanzrisi- ken unter anderem aus dem Investmentbanking abbauen sollten (Haas, 2016, S. 24). Das kann allerdings nicht ohne ein funktionierendes Geschäftsmodell geschehen. Auf die Mängel innerhalb der Geschäftsmodelle von Investmentbanken wird nun im folgen- den Kapitel eingegangen.

2.4 Mögliche Mängel im Geschäftsmodell von Investmentbanken

Ein Geschäftsmodell ist die modellhafte Beschreibung eines Unternehmens und benennt die Schlüsselfaktoren des Unternehmenserfolges. Deshalb sollte es Auskunft über die Geschäftsidee des Kreditinstituts geben und dessen Ertragsmodell definieren (Niehoff & Hirschmann, 2014, S. 89). Ein Geschäftsmodell ist besonders im Bankensektor bei grö-ßeren Instituten von Bedeutung, da ein erfolgreiches Geschäftsmodell eine notwendige Voraussetzung für ein dauerhaft stabiles Finanzsystem darstellt (ebenda, S. 89 f.). Des- wegen wird oftmals behauptet, dass fehlerhafte Geschäftsmodelle von Investmentban- ken einen Hauptauslöser der Finanzkrise darstellen. Allerdings gibt es auch Gegen- stimmen, nach denen nicht das Geschäftsmodell, sondern Fehleinschätzungen und übermäßige Übernahme von Risiken Ursache der Krise waren (ebenda, S. 19).

Trotzdem sind die Geschäftsmodelle der Banken von besonderer Relevanz, da häufig Interessenskonflikte bestehen oder weitere Fehler gemacht werden, die auf Dauer die Existenz von Unternehmen bedrohen kann. Deswegen werden in diesem Kapitel eben- diese Mängel eines Kreditinstitutes herausgearbeitet und wie sich diese auf den Erfolg eines Kreditinstituts auswirken. Insbesondere werden Produkte bzw. Vermögenswerte herausgestellt, die mit den Mängeln im Geschäftsmodell einer Investmentbank in Zu- sammenhang stehen. Ein Fokus soll dabei darauf gelegt werden, wie sicher diese Pro- dukte der Banken sind und inwieweit diese abgesichert sind. Durch eingehende Analyse lassen sich Mängel im Geschäftsmodell von Investmentbanken auf der Aktivseite der Bilanz finden, da hier aufgelistet ist, wie Banken ihr Kapital einsetzen.

Ein erstes Beispiel für einen möglichen Mangel in dem Geschäftsmodell von Invest- mentbanken ergibt sich auf Basis der Finanzkrise. Der Handel mit Mortgage-Backed- Securities, also hypothekenbesicherte Wertpapiere, die unter anderem zum Zusammen- bruch von Lehman Brothers geführt haben, ist während der Immobilienblase extrem angestiegen. Hierbei wurden zweifelhafte bzw. uneinbringliche Forderungen an die Kreditnehmer von Immobilienkrediten in einem strukturierten Finanzprodukt gebündelt und an Investoren weiterverkauft (Gehle, 2008, S. 19). Allerdings haben diese Wertpa- piere immer weiter an Wert verloren und sind zum Teil gegen Null gelaufen. So muss- ten Banken, die diese Mortgage-Backed-Securities besaßen, die daraus resultierenden Verluste mit ihrem Eigenkapital auffangen. Dies geschah unter anderem auch durch das mangelnde Risikobewusstsein der Investmentbanken unmittelbar vor der Finanzkrise.

Verschärft hat dieses Problem die unzureichende Gesetzgebung für Banken in der USA, da ein Kreditnehmer seine Immobilie der zuständigen Bank übergeben konnte, sobald er den Kredit nicht mehr bedienen konnte (Gehle, 2008, S. 15 f.) Dadurch verlor die Bank jegliche Haftung gegenüber dem Kreditnehmer. Verursacht wurde diese Problematik allerdings von der vorangegangenen sorglosen Vergabe von Krediten seitens der Banken. Durch eine unzureichende Prüfung von den Kreditinstituten haben selbst einkommensschwache Personen einen Immobilienkredit erhalten, obwohl der Kredit bei Weitem keine ausreichende Absicherung besaß.

Besonders die Verfügbarkeit von internen Finanzierungsmitteln beeinflusst die Investi- tionstätigkeit. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass umso höher die Investitionen sind, desto höher sollte auch der aktuelle Innenfinanzierungsspielraum eines Unternehmens sein (Neuberger, 1989, S. 172 ff.). Ein Problem, das daraus resultiert, ist, dass sich Un- ternehmen immer häufiger auf das eigene menschliche Können verlassen als auch gesi- chertes und strukturiert finanziertes Kapital. Immer mehr Investmentbanken verlassen sich zudem auf Ihre Zweitmarktpräsenz als Trader (Morrison & Wilhelm, 2007, S. 21). Hierdurch entsteht allerdings ein erhöhtes Risiko darin, dass Kapital als Folge von menschlichem Fehlverhalten wie im vorangegangen Kapital erläutert nicht vernünftig besichert wurde.

Ein weiteres fehlerbehaftetes Geschäftsmodell ist es, Gewinne lediglich aus dem Zins- geschäft aus Unternehmenskrediten generieren zu wollen, da es in Zeiten der Niedrig- zinspolitik nur marginale Margen in diesen Geschäften vorhanden sind. Darüber hinaus fallen diese durch die stagnierende Wirtschaft ebenfalls immer häufiger aus (Prange, 2016, S. 74). Dennoch verfolgen einige Banken innerhalb der Europäischen Union wei- terhin dieses Geschäftsmodell.

Ein weiteres Problem stellt der Schwerpunkt der zentralen Orientierung vieler Kreditin- stitute dar. Demzufolge ist das oberste Ziel, maximales, materielles Wachstum in der Gesellschaft sicherzustellen und dieses zu fördern. Das wird zwar von Unternehmen und politischen Vereinigungen gern gesehen, allerdings sollten sich hierbei alle Parteien eingestehen, dass sie sich stärker an der Realisierung eines übertriebenen Wachstums- strebens als an einem nachhaltigen unternehmerischen Handeln und dem Schaffen lang- fristiger Werte orientiert haben (Neun, 2012, S. 15). Hier müssen sich die Kreditinstitu- te eingestehen, dass dies schlichtweg nicht zu Ihren Hauptaufgaben gehört und somit häufig bei schwerwiegenden Entscheidungen der falsche Fokus gelegt wurde, wodurch die Finanzstruktur unnötig strapaziert wurde.

Auch das allgemeine Risikomanagement innerhalb der Bankenbranche, welches meist auf statischen Ansätzen beruht, weist erhebliche Mängel auf. Denn das im Vergleich zu anderen Branchen ausgewiesene Eigen- und Kernkapital ist nicht geeignet, einen Bankenzusammenbruch zu verhindern. Hier spielen auch die schon angesprochenen oftmals falsch dargestellten Buchwerte von Banken innerhalb ihrer Bilanzen eine entscheidende Rolle (Wolfgring, 2008, S. 846).

Allerdings stellt dieser Blick in den Rückspiegel nur einen beschränkt aussagefähigen Indikator für den zukünftigen Erfolg dar, weswegen zusätzlich die Zukunftsfähigkeit des Kreditinstitutes und dessen Reaktionsfähigkeit auf veränderte Rahmenbedingungen überprüft werden muss (Niehoff & Hirschmann, 2014, S. 90). Auch deswegen wird die Existenz von Risikomanagementkompetenzen zentral im Bankensektor zu einer Quelle von signifikanten Wettbewerbsvorteilen werden, da es zur Erhaltung und Steigerung der Ertragskraft und Liquidität führt (Brauweiler, 2015, S. 23).

Ein weiterer Mangel innerhalb der Geschäftsmodelle kann der Handel mit Derivaten darstellen, welche ursprünglich zur Absicherung der finanziellen Risiken bei Zins-, Aktien- und Devisengeschäften genutzt wurde. Losgelöst vom Basisgeschäft lassen sich mit Derivaten hohe Renditen erzielen, weshalb immer mehr Investmentbanken mit diesem Finanzinstrument handelten. Allerdings sind Derivate in diesem Fall hochspekulativ und mit hohem Ausfallrisiko behaftet, was mit zum Zusammenbruch der Investmentbank Lehman Brothers geführt hat (Weber, 2013, S. 73).

Zudem sind auch die Ausschüttung hoher Provisionen bzw. Tantiemen, obwohl das Unternehmen in einer Krise steckt und sich diese Auszahlungen schlichtweg nicht leisten kann, ein Mangel innerhalb des Geschäftsmodells. So zeugt dies von einem Leben in übertriebener Maßlosigkeit von den Banken (Neun, 2012, S. 17). Vielmehr zeigt es, dass Manager auf Führungsebene oftmals in krisenbehafteten Banken nicht das primäre Ziel haben, die Banken zu retten, sondern sich ihre eigene Gewinnmaximierung sichern wollen. So fehlt hier ein wesentlicher Kontrollmechanismus, der das geschäftliche Interesse der Bank über das des Managers stellt (ebenda, S. 18).

Hinzu kommt, dass durch diesen Erfolgsdruck zur Gewinnmaximierung die Einstellung der Mitarbeiter überdacht werden muss. So haben diese oftmals das Ziel, ihre eigene Provision zu maximieren. Dafür bieten sie auch für den Kreditnehmer unvorteilhafte Produkte an, sofern diese dem Kreditvermittler extrem profitable Konditionen in Aussicht stellen (Jubin, 2008, S. 7).

Zudem fehlt vielen Banken eine klare Ausrichtung ihres Geschäftsmodells auf bei- spielsweise die Vermögensverwaltung oder auf Mergers & Acquisition-Aktivitäten. Hierdurch kann keine wirksame zukunftsfähige Strategie entwickelt werden (Haas, 2016, S. 24).

Zuletzt sollte eine umfassende Bonitätsprüfung von Kreditnehmern stattfinden, um Subprime-Kredite, wie sie bei der Immobilienblase vorzufinden waren, zu verhindern. Unter Subprime-Kredite werden Immobilienkredite an Kreditnehmer mit negativer Kredithistorie verstanden, also Kredite mit einer hohen Ausfallgarantie sowie niedrigen Kreditvergabestandards (Pfingsten, 2012, S. 65). Auf die genauen Umstände dieser Subprime-Krise wird im Kapitel 3.2. genauer eingegangen.

3 Case Study Lehman Brothers

Nachdem nun die wesentlichen Hintergründe zu den Banken erläutert und mögliche Mängel in der Finanzstruktur sowie im Geschäftsmodell von Investmentbanken darge- stellt wurden, wird nun der Fokus auf die Investmentbank Lehman Brothers gelegt. Nachdem das Unternehmen im ersten Schritt vorgestellt wird, werden daraufhin die Mängel in der Finanzstruktur als auch im Geschäftsmodell mithilfe einer Bilanzanalyse dargestellt.

3.1 Vorstellung des Unternehmens

Das Unternehmen Lehman Brothers wurde 1850 in Montgomery im US-Bundesstaat Alabama durch die namensgebenden Brüder Henry, Emanuel und Mayer Lehman ge- gründet. Angefangen haben sie ihre Geschäftstätigkeiten mit einem Gemischtwarenla- den (McDonald, 2016, S. 1). Schon in der Anfangszeit des Unternehmens stiegen die Brüder in den Rohstoffhandel ein, indem sie Baumwolle als Zahlungsmittel in ihrem Laden annahmen und das Naturprodukt gegen Bargeld oder Ware weiterverkaufen. Da- raus entwickelten sich schließlich die Bankenaktivitäten. Außerdem eröffneten die Brü- der 1858 ein zusätzliches Büro in New York und gingen 1889 an die Börse (ebenda, S. 1).

Lehman Brothers war ein innovatives Unternehmen, das regelmäßig in neue Geschäftsfelder investierte. Darunter fallen zum Beispiel die Großhandelsketten Sears und Macy’s, die TransCanada-Pipeline oder in der Unterhaltungsbranche 20th Century Fox und Paramount Pictures (ebenda, S. 2).

Im 20. Jahrhundert baute das Unternehmen sein Geschäft global aus, ehe es 1977 mit dem Geldhaus Kuhn, Loeb & Co. fusionierte. Nach einer tiefen Krise in den 80er Jahren gelang unter dem heutigen Chef Richard Fuld, zum Ende einem der am längsten tätigen Geschäftsführen an der Wall Street, ein rasanter Aufstieg zu einer der weltweit größten und einflussreichsten Investmentbanken. Auf dem Weg dorthin verlor Lehman jedoch zeitweilig seine Selbstständigkeit, als die Bank 1984 von American Express übernom- men wurde (ebenda, S. 3). Als Lehman Brothers 1994 wieder eigenständig wurde, wa- ren das Investmentbanking und festverzinsliche Wertpapiere die Schwerpunkte des Ge- schäfts. Richard Fuld lenkte das Unternehmen auf hochprofitable Unternehmensaktivi- täten wie zum Beispiel Mergers & Acquisitions.

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Details

Seiten
59
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668425798
ISBN (Buch)
9783668425804
Dateigröße
610 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v357224
Institution / Hochschule
FOM Essen, Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Hochschulleitung Essen früher Fachhochschule
Note
2,0
Schlagworte
Finanzierung Investition Bank Investmentbank Finanzierungsmängel Lehman Brothers Erfolg Insolvenz Finanzkrise Bilanzanalyse Wall Street Bankensystem Kernkapital Fremdkapitalhebel Interbankenhandel Finanzierungsregeln

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