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Öko Fashion. Ökologische Nachhaltigkeit entlang der textilen Kette

Ökologische Handlungsempfehlungen für nachhaltig agierende Unternehmen

Bachelorarbeit 2017 117 Seiten

BWL - Unternehmensethik, Wirtschaftsethik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Abkürzungsverzeichnis

II. Abbildungsverzeichnis

III. Tabellenverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Problemstellung der Arbeit
1.2. Zielsetzung der Arbeit und Vorgehensweise

2. Theoretische Grundlagen und Begriffsdefinitionen
2.1. Die textile Kette
2.2. Öko Fashion
2.3. Nachhaltigkeit und nachhaltige Entwicklung

3. Ökologische Nachhaltigkeit entlang der textilen Kette
3.1. Rohstoffgewinnung
3.1.1. Baumwolle
3.1.1.1. Konventionelle Anbaumethode
3.1.1.2. Ökologische Anbaumethode
3.1.1.3. Integrierte Anbaumethode
3.1.2. Wolle
3.1.2.1. Konventionelle Schafhaltung
3.1.2.2. Ökologische Schafhaltung
3.1.3. Zellulosische Chemiefasern (Zelluloseregenerate)
3.1.4. Synthetische Chemiefasern am Beispiel von Polyester (PES)
3.1.5. Post Consumer Recycling (PCR) am Beispiel von recycelten Polyethylenterephthalat (PET)
3.2. Spinnen / Garnherstellung
3.3. Textile Flächenerzeugung
3.3.1. Weben
3.3.2. Stricken / Wirken
3.4. Textilveredlung
3.4.1. Vorbehandlung
3.4.1.1. Entschlichten
3.4.1.2. Reinigen
3.4.1.3. Bleichen
3.4.1.4. Mercerisieren
3.4.2. Färben
3.4.3. Drucken
3.4.4. Ausrüstung
3.5. Konfektion
3.5.1. Ökologische Verantwortung bei der Lieferantenauswahl
3.5.2. CAD optimierter Zuschnitt
3.5.3. Zubehör / Hilfsmittel
3.6. Handel
3.6.1.Transportverpackung
3.6.1.1. Mehrwegverpackungen
3.6.1.2. Einwegverpackungen
3.6.2. Kleiderbügel
3.6.3. Einkaufstüten
3.7. Gebrauch und Pflege
3.7.1. Private Haushalte
3.7.2. Gewerbliche Wäschereien
3.7.3. Textilreinigung
3.8. Entsorgung und Verwertung von Textilien
3.8.1. Wiederverwenden und stoffliches Verwerten
3.8.2. Energetisches Verwerten

4. Innovative Handlungsempfehlungen für ein Textil- und Bekleidungsunternehmen entlang der textilen Kette

5. Zusammenfassung und Ausblick

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Anhang

I. Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

II. Abbildungsverzeichnis

Abb. Nr. 1: Vereinfachte Darstellung der textilen Kette ohne Berücksichtigung des Transports

Abb. Nr. 2: Drei-Säulen-Modell

Abb. Nr. 3: Die 17 Nachhaltigkeitsziele der UNO-Arbeitsgruppe

Abb. Nr. 4: Übersicht der Chemiefasern

Abb. Nr. 5: Übersicht der Naturfasern

Abb. Nr. 6: Der Aralsee im Flächenvergleich 1973 und 2014

Abb. Nr. 7: Der Anteil des Rohöls für die Herstellung von synthetischen Chemiefasern

Abb. Nr. 8: Allgemeines Spinnverfahren von einem Garn

Abb. Nr. 9: Prozesssequenz in der Textilveredelung

Abb. Nr. 10: Die gängigsten Arbeitsschritte in der Vorbehandlung

Abb. Nr. 11: Verschiedene Ausrüstungsverfahren

Abb. Nr. 12: Wasch- und Reinigungsfaktoren

Abb. Nr. 13: Pflegesymbole für Textilien und Bekleidung

Abb. Nr. 14: Terminologie des Recyclings

III. Tabellenverzeichnis

Tabelle Nr. 1: Pestizideinsatz in der Schafzucht

Tabelle Nr. 2: Einteilung der Schlichtemittel

Tabelle Nr. 3: Farbstoffe und ihre Wirkung auf den Rohstoff

Tabelle Nr. 4: Darstellung aller allergenen Textilfarben

Tabelle Nr. 5: Überblick der meist benutzen Ausrüstungsverfahren

Tabelle Nr. 6: Überblick der relevanten Emissionspfade der Textilveredelung

Tabelle Nr. 7: Unterschiede zwischen EMAS und ISO - Norm

Tabelle Nr. 8: Überblick der Waschmittelinhaltsstoffe und ihre Funktionen

Tabelle Nr. 9: Überblick der Verwertungsverfahren von Alttextilien

Tabelle Nr. 10: Heizwerte von Fasern und Kohle

Tabelle Nr. 11: Überblick der meistgenutzten Appreturverfahren und deren ökologischen Optimierungsmaßnahmen

1. Einleitung

1.1. Problemstellung der Arbeit

Die Rahmenbedingungen, welche für den unternehmerischen Erfolg der Unternehmen entlang der textilen Kette wichtig sind, haben sich in den letzten Jahren gravierend verändert. Nicht nur der Wachstum von Diversifikationen und Dynamik haben sich in den vergangenen Jahren zunehmend verstärkt, sondern auch die aktuellen umweltpolitischen Themen in der Bevölkerung haben zugenommen. Die Mehrheit der Privathaushalte legt außerdem vermehrt Wert auf ökologisch- nachhaltigere Produkte, worauf die Unternehmen zu reagieren haben. Seit einigen Jahren gibt es deshalb einige Bestrebungen der internationalen Textil- und Bekleidungsindustrie in Zusammenarbeit mit Regierungen und NGOs (Non - Governmental Organisationen), Prozesse entlang der textilen Wertschöpfungskette ökologisch sowie nachhaltiger und somit positiver für die Umwelt zu gestalten. Parallel dazu wächst eine Konsumentengruppe mit einer umwelt- und sozialethischen Konsumhaltung (LOHAS - Lifestyle of Health and Sustainability) konstant immer weiter an. Diese Menschen bevorzugen einen gesunden Lifestyle und engagieren sich zusätzlich auch für Umweltschutz, Nachhaltigkeit und für soziale Gerechtigkeit.

Diesen Konsumtrend haben mittlerweile auch viele Bekleidungsunternehmen erkannt und reagieren darauf mit ökologischen Anforderungen in ihren Qualitätsmanagementsystemen und nehmen immer mehr ökologisch produzierte Kleidungsstücke bzw. Kollektionen in ihr Sortiment auf.

Obwohl schon einige wichtige Verbesserungen bezüglich ihrer Ökologieverträglichkeit erfolgreich umgesetzt worden sind, stehen diese vor allem durch die Leitziele der „Agenda 2030“ nur am Anfang eines größeren Optimierungsbedarfs. Die textile Kette besitzt nicht nur ein noch großes Optimierungspotential, es stellt für ein Unternehmen in der textilen Kette auch eine unausweichliche betriebswirtschaftliche Notwendigkeit für mehr Nachhaltigkeit dar.

1.2. Zielsetzung der Arbeit und Vorgehensweise

Die Zielstellung dieser Bachelorarbeit ist, die Ökologieverträglichkeit entlang der textilen Wertschöpfungskette in den drei Bereichen der Textilökologie zu veranschaulichen. Dazu gehört vor allem die Produktionsökologie, welche die Umweltrelevanz (Energie- und Rohstoffdurchsatz, Abluftemissionen, Wasser und Boden, sowie Abfälle, etc.) die Rohstoffgewinnung, sowie die Textil- und Bekleidungsherstellung und die Textilpflege beinhaltet. Dazu soll die Humanökologie, welche die Hautresorption und Bioverträglichkeit von Textilien und Bekleidung umfasst, genauer betrachtet werden. Zusätzlich dazu sollen die daraus resultierenden allergischen und toxikologischen Auswirkungen auf den Menschen kurz aufgezeigt werden.

Im Anschluss wird die Entsorgungsökologie sorgfältig analysiert, welche sich mit der Entsorgung (Kompostierung, thermische und stoffliche Verwertung, Deponierung) und Recycling von Alttextilien beschäftigt.

Die Auswirkungen der Humanökologie werden mithilfe der Analyse der ökologischen Nachhaltigkeit entlang der textilen Kette aus logischen Gründen abgeleitet, da in der Praxis Ökologie und Ökonomie miteinander kooperieren.

Aus den gewonnenen Informationen über den Ist-Zustand (Gliederungspunkt 3) sollen innovative und ökologisch-nachhaltige Handlungsempfehlungen für ein Textil- und Bekleidungsunternehmen (Gliederungspunkt 4) dargestellt werden. Diese ergeben sich aus ökologischen Verbesserungen, die sich entlang der textilen Kette ergeben. Dabei wird versucht die ökonomischen und ökologischen Ziele miteinander zu verbinden.

Soziale Gesichtspunkte sollen weitgehend unbeachtet sein, sowie die ökologisch nachhaltige Untersuchung von Pelz- und Lederbekleidung, da diese aufgrund der nicht textilen Rohstoffe und anderer Herstellungsverfahren mit einigen anderen Problemen behaftet sind.

Die wissenschaftliche Literaturrecherche zur ökologischen Nachhaltigkeit entlang der textilen Kette hat sich erfreulicherweise als erfolgreich erwiesen, da viele namenhafte Autoren dies in wichtigen Publikationen thematisiert haben.

Eine der wichtigsten Autorin und Expertin für dieses Thema ist Doris Binger und ihr Sachbuch: „Das Echo vom Kleiderberg: Mode + Ökologie - Wege einer sinnvollen Verbindung“, welches gerechtfertigt eines der populärsten in diesem Themengebiet ist. Obwohl diese Literatur im Jahr 1994 veröffentlicht worden ist, sind die Anregungen und Innovationen für alle Subjekte, welche an der textilen Kette beteiligt sind, modern, am präzisesten und maßgebend für diese Arbeit.

Aktueller und ebenso für diese Arbeit von großer Bedeutung ist das Buch: „Future, Fashion, Economics“ von Jana Kern und Alex Vogt. Die Erkenntnisse für die Modebranche, welche die Autoren in dieser Literatur publiziert haben, finden zurecht ihren Platz in dieser Bachelorarbeit, denn sie zeigen das Potential aus einem ökologisch-nachhaltigen Wirtschaftsdenken für alle beteiligten Wirtschaftssubjekte. Ziel dieser Arbeit ist es, die Weichen für eine ökologisch-nachhaltigere Zukunft in der Bekleidungs- und Textilindustrie zu stellen, indem sie die unablässigen und die von betriebswirtschaftlichen Erfolg geprägten Gründe für ein ökologisch-nachhaltiges und wirtschaftliches Handeln darstellt und sich für Modeunternehmen aus den Handlungsempfehlungen umsetzbare betriebswirtschaftliche Konzepte ableiten lassen.

2. Theoretische Grundlagen und Begriffsdefinitionen

2.1. Die textile Kette

Der Markt für Bekleidung lässt sich in Kollektion und Maßkleidung segmentieren. Grundlage dieser Segmentierung ist die Differenzierung durch die unterschiedliche Anwendung der beiden Koordinationsmodelle („Made to forecast-Prinzip“ und „Built to order-Prinzip“1 ). Relevant für diese Bachelorarbeit, ist die Betrachtung auf die Herstellung und Verwertung des Segments der vorgefertigten Konfektionsware in der textilen Kette.

Unter der textilen Wertschöpfungskette („textile Kette“) ist die Gesamtheit aller Produktions- und Handelsstufen zu verstehen, welche ein textiles Produkt auf seinem Lebensweg durchläuft.2 Abbildung Nr.1 zeigt ein stark vereinfachtes Modell der textilen Kette mit acht verschiedenen Wertschöpfungsstufen, welches in dieser Bachelorarbeit als Mustermodell Verwendung findet.

Durch die Einteilung der textilen Kette in acht verschiedene Wertschöpfungsstufen, ergeben sich für jede Stufe Produktions- bzw. Handelsvoraussetzungen, welche für die unternehmerische ökonomische Zielsetzung von großer Bedeutung sind. Aufgrund dieser Zielsetzung ergeben sich betriebswirtschaftlich-optimierte Maßnahmen, wie beispielsweise die Produktionsstandortverlegung in Entwicklungs- und Schwellenländer, da in diesen Ländern die geringsten Umweltschutzauflagen vorliegen und die günstigsten, staatlich garantierten Bedingungen für Löhne, Steuern, Zölle gelten. Auf die Vereinbarung der ökonomischen Ziele mit den ökologisch-nachhaltigen Zielsetzungen der Unternehmen wird diese Bachelorarbeit später eingehen.

In der ersten Wertschöpfungsstufe der textilen Kette werden natürliche textile Faserstoffe angebaut und geerntet bzw. synthetische Faserstoffe chemisch erzeugt, dass heißt die Aufbringung von Produktionsfaktoren (volkswirtschaftlich=Boden, Arbeit, Kapital)(betriebswirtschaftlich= Werkstoffe, Betriebsmittel, ausführende Arbeit) stellt je nach Faserart einen individuellen Aufwand dar. In der zweiten Stufe werden aus Faserstoffen Garne versponnen. Für die folgende Stufe ist die Weiterverarbeitung zu textilen Flächen vorgesehen, welche in der nächsten Stufe durch den Prozess der Veredelung eine Verbesserung der Pflege- und Gebrauchseigenschaften erhalten. Weiterführend wird aus den textilen Flächen Bekleidung konfektioniert, welche über den Groß- und Einzelhandel3 an den Endverbraucher gelangt. In der vorletzten Wertschöpfungsstufe „Gebrauch und Pflege“ ist die Nutzungsdauer und -intensität von dem individuellen Konsumentenverhalten abhängig. Die textile Kette findet durch die Möglichkeiten der Entsorgung der Alttextilien (Wiederverwertung, Deponierung oder Verbrennung) ein Ende.

An dieser Stelle stellt das für diese Bachelorarbeit relevante Modell den Idealfall eines geschlossenen Verwertungskreislaufes (Cradle to Cradle) dar. Indem die Cradle-to-Cradle-Textilien und ihre Komponenten in einen biologischen Kreislauf zurückgeführt werden, bzw. in einem technischen Kreislauf gehalten werden können.4

Damit die soziale, ökonomische und ökologische Relevanz von Textilien eingeschätzt werden kann, muss der gesamte Lebensweg von Textilien genau erfasst und bewertet werden. Erschwert wird dies dadurch, dass die textile Wertschöpfungskette ein komplexes und stark verzweigtes Konstrukt ist, bei dem die meisten Produktionsstufen über den gesamten Globus verteilt sind.5 Bei einem fertigen Kleidungsstück können selten alle verschiedenen Produktionsorte genau überprüft und lückenlos verfolgt werden. Folglich können nicht alle Vorleistungen, sowie der genaue Ressourceneinsatz auf den einzelnen Produktionsstufen nachvollzogen bzw. einem bestimmten Produkt zugeteilt werden. Des Weiteren werden nur Rohstoffe und Halbfertigprodukte weitergegeben, weshalb Informationen von einer Produktionsstufe zur nächsten daher kaum weitergeleitet werden. Grundsätzlich sind in der kompletten Textil- und Bekleidungsbranche die genauen Lieferantenstrukturen ein gut gehütetes Geheimnis und werden meist nie nach außen hin preisgegeben.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. Nr. 1: Vereinfachte Darstellung der textilen Kette ohne Berücksichtigung des Transports6

Die Beweggründe, warum jeder einzelne Prozessschritt auf dem gesamten Globus verteilt ist, die Transportmöglichkeiten, Emissionen durch den Transport, sowie die gesamte Logistik, die innerhalb der textilen Wertschöpfungskette anfällt, werden in dieser Bachelorarbeit nur kurz aufgriffen und nicht ausführlicher behandelt, da dies den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde.

2.2. Öko Fashion

Öko Fashion wird häufig auch als Grüne Mode, Fair Trade Mode oder Eco Fashion bezeichnet. Der weltweite Markt an Öko Fashion ist in den letzten Jahren rasant gewachsen und seit den 1990ern Jahren längst kein Nischenmarkt nur für Allergiker und klassische Umweltschützer mehr.

Diese Mode zielt vor allem auf eine sozial-, gesundheits- und umweltverträgliche Bekleidungsproduktion ab, welche vorwiegend aus natürlichen Materialien hergestellt wird und aus einem biologischen Anbau bzw. aus einer nachhaltigen Produktion stammen muss. Der Herstellungsprozess läuft nach umweltverträglichen Richtlinien ab, bei dem außerdem unter keinen Umständen von Kinderarbeit oder Zwangsarbeit Gebrauch gemacht wird. Zusätzlich wird Öko Fashion auch mit Ökosiegeln versehen, damit dem Verbraucher es leichter gemacht wird, ökologische, hautfreundliche und fair produzierte Bekleidung als solche zu erkennen.7

Immer häufiger bauen junge Designer und bekannte Bekleidungsunternehmen den Trend „Öko Fashion“ in ihre unterschiedlichen Kollektionen ein oder nehmen den Trend in ihr stark ausgeweitetes Sortiment mit auf. Damit wird dem Konsumenten die Möglichkeit gegeben, sich zwischen stilistischen Möglichkeiten zu entscheiden. Zur Anerkennung und Beliebtheit der „Öko Mode“ haben zusätzlich einige namenhafte Designer und etablierte Luxusmarken (z.B. Armani, Oscar de la Renta, Hermés, Stella McCartney) und Streetwearlabels (u.a. Nike, American Apparel) beigetragen.8 Auch die beiden Modekonzerne H&M und C&A haben seit einigen Jahren ökologisch produzierte Kleidungsstücke in ihr Sortiment aufgenommen. Daher ist es möglich nicht nur die breite Masse, sondern auch den bewussten Konsumenten bzw. die sogenannten LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainabilty“)9 damit zu begeistern.

Das der Trend längst die gesamte Modebranche erreicht hat, ist vor allem am Umsatz der Modeunternehmen durch die „Öko Fashion“ zu sehen. Der gesamtwirtschaftliche Absatz am Markt für konventionelle Mode sinkt jährlich um etwa zwei Prozent, wobei der Markt der Öko Mode jedes Jahr um weitere fünf Prozent ansteigt.10

2.3. Nachhaltigkeit und nachhaltige Entwicklung

Das oberste Ziel der zukünftigen Entwicklung der Weltgemeinschaft wird mit dem Begriff der „nachhaltigen Entwicklung“ bzw „Sustainability Development“ beschrieben.11

Die nachhaltige Entwicklung soll einen Prozess von allen gesellschaftlichen Veränderungen beschreiben. Nachhaltige Entwicklung ist dann erst vollkommen, wenn sie „die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können.“ 12

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. Nr. 2: Drei-Säulen-Modell13

Dabei ist zu beachten, dass alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit (wirtschaftlich effizient, sozial gerecht, ökologisch tragfähig) gleichberechtigt behandelt werden. Diese nachhaltige Entwicklung kann auch als „Drei-Säulen-Modell“ dargestellt werden. In diesem Modell stehen Ökologie, Ökonomie und die soziale Verantwortung als Stützpfeiler der Nachhaltigkeit gleichrangig gegenüber, welche keinesfalls losgelöst voneinander betrachtet werden dürfen.14

Seit der UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung15, welche 1992 in Rio de Janeiro veranstaltet worden ist, ist die nachhaltige Entwicklung als ein globales Leitprinzip international akzeptiert worden.

Im Juni 2012 sind universellere Ziele für die nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals / SDGs) auf der Rio+20-Konferenz beschlossen worden, bei welcher besonders viele Entwicklungs- und Schwellenländer in die Beratungen miteinbezogen worden sind. Im September 2013 sind die beiden Prozesse (MDGs16 und Rio) zusammengeführt worden und haben damit die Grundlage für die Agenda 2030 gelegt, wodurch zwei ehemals voneinander getrennte globale Prozesse miteinander verbunden wurden.

Die „Agenda 2030“ ist für alle Staaten, ganz egal ob Entwicklungs-, Schwellenländer oder Industriestaaten, gültig.

Das Kernstück der Agenda bildet ein Katalog von 17 Zielen für eine nachhaltige

Entwicklung, welche voneinander abhängig sind. Dort werden alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit aufgegriffen (Soziales, Umwelt, Wirtschaft). Diese Ziele befassen sich unter anderem hauptsächlich mit folgenden Themen:

- Beseitigung der Weltarmut und des Welthungers
- Schutz und der Wiederherstellung der weltweiten Ökosysteme
- Erhaltung der Ozeane
- Förderung eines nachhaltigen Wirtschaftswachstums
- Sicherstellung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster.17

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. Nr. 3: Die 17 Nachhaltigkeitsziele der UNO-Arbeitsgruppe18

In Deutschland hat sich das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) das Ziel gesetzt, aus den Zielen der „Agenda 2030“ ein Bewusstsein für nachhaltige Entwicklung bei den Unternehmen und den öffentlichen sowie privaten Haushalten zu kultivieren. Im Vordergrund steht hierbei die nachhaltige Veränderung in dem Umgang mit Investitions- und Konsumgütern. Neben der Schlüsselrollenfigur Deutschlands bei der Umsetzung der „Agenda 2030“ sieht die Entwicklungspolitik des BMZ es vor, auch auf nationaler Ebene diese Ziele zu erreichen.

Zusätzlich zur „Agenda 2030“ steht in der Entwicklungspolitik des BMZ das gleichgewichtete Ziel im Fokus, das Wirtschaftswachstum in der deutschen Volkswirtschaft zu fördern. Um die Vereinbarung beider Ziele zu erreichen, ist eine Zusammenarbeit mit der Textilwirtschaft, internationalen Organisationen und Partnerländern entstanden, welche eine ganze Reihe von Maßnahmenkonzepten vorsieht.

Im Jahr 2014 ist mit der Einladung von Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller an ca. 70 Vertreter aus der Textilindustrie an dem sogenannten „Runden Tisch“ ein Textilbündnis gegründet worden, welches ein Konzept mit dem Fokus auf die Optimierung der Nachhaltigkeit im ökonomischen, sozialen und ökologischen Kontext entlang der „textilen Kette“ umfasst.

Die Realisierung dieses Konzeptes soll dadurch gewährleistet werden, dass neben den bereits vorhandenen Standardnormen der Organisation for Economic Co - Operation and Development (OECD), der International Labour Organisation (ILO) und den Leitsätzen für Menschenrechte der Vereinten Nationen, Unternehmen der Textilwirtschaft freiwillige Selbstverpflichtungen annehmen. Diese beinhalten die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Arbeiter in Entwicklungsländern und die ökologischen Umweltaspekte bei der Produktion.

Des Weiteren unterstützt Deutschland internationale Organisationen, wie die ILO, den Internationalen Währungsfonds (IWF) oder das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP), um eine Optimierung der Umwelt- und Sozialstandards in den Partner- und Entwicklungsländern wie Bangladesch oder Pakistan zu fördern. Auch berät das BMZ eigenständig im Gespräch mit den Partnerländern die Durchführung der Standards, um z.B. eine Tarifautonomie in den Ländern zu ermöglichen (ähnlich, wie in Artikel 9 GG festgehalten) und weiterführend Fachkräfte aus neu geschaffenen Aus- und Weiterbildungen in die entstandenen Gewerkschaften zu integrieren.19

3. Ökologische Nachhaltigkeit entlang der textilen Kette

3.1. Rohstoffgewinnung

Bei den textilen Rohstoffen kann zwischen den Natur- und Chemiefasern unterschieden werden.20 Naturfasern, welche entweder von Tieren oder Pflanzen stammen können, benötigen vor allem riesige Anbauflächen, enorm viel Wasser, sowie große Mengen an Pestizide.

Bei Chemiefasern sind die Ausgangsmaterialien entweder natürliche oder synthetische Polymere oder anorganische Stoffe. An dieser Stelle werden im hohen Maße Rohöl, Wasser, Energie und Chemikalien verbraucht. In der nachfolgenden Grafik werden die Naturfasern und Chemiefasern visuell dargestellt. Baumwolle und Polyester sind mit Abstand die wichtigsten Fasertypen für die gesamte Modeindustrie und stehen in dieser Arbeit an vielen Stellen stellvertretend für alle Fasern der zwei Gruppen der Natur und Chemiefasern.21

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4.: Übersicht der Chemiefasern22

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 5: Übersicht der Naturfasern23

3.1.1. Baumwolle

Seit Ende des 19. Jahrhunderts gilt Baumwolle (CO)24 als eine der wichtigsten Kulturpflanzen der Welt und die weltweit am häufigsten verwendete Textilfaser.25 Aktuell werden rund die Hälfte aller Textil- und Bekleidungsstücke aus Baumwollfasern hergestellt, da sich die Baumwolle durch besonders angenehme Trageeigenschaften auszeichnet.26

Oft wird davon ausgegangen, dass die Baumwolle ein sauberes Image als Naturfaser hat, aber ihr Anbau zieht jedoch schwerwiegende ökologische Konsequenzen nach sich.

Ein eindeutiges Beispiel dafür, dass der Baumwollanbau auch schwerwiegende Umweltschäden verursachen kann, soll am Aralsee verdeutlicht werden. Der Aralsee ist ein großer, abflussloser See in Zentralasien an der Grenze von Kasachstan zu Usbekistan gewesen, der vor fünfzig Jahren noch das viertgrößte Binnengewässer der Welt27 gewesen ist und steht heute für eine der größten von Menschenhand verursachten Umweltkatastrophen der Welt. Seit 1960 ist unter der sowjetischen Regierung die Baumwollanbaufläche um das Vierfache vergrößert worden, was einen entsprechend hohen Wasserverbrauch und einen gewaltigen Einsatz von schädlichen Pflanzenschutzmitteln mit sich bringt. Durch den Bewässerungsanbau über ein weitreichendes Kanalsystem wird den Zuflüssen des Aralsees mehr als vier Fünftel deren Wassers entzogen. Durch diese Maßnahmen kommt es zu einem gewaltigen Verlandungsprozess und zu einer fortschreitenden Austrocknung des Sees.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. Nr. 6: Der Aralsee im Flächenvergleich in den Jahren 1973 und 201428

Der Aralsee hat heute mehr als 80% seines Wasservolumens verloren. Außerdem ist er mit einem Salzgehalt von 10-15% biologisch tot.29

Überblick der ökologisch-kritischen Punkte des konventionellen Baumwollanbaus:30

- Großflächiger Anbau von Baumwolle, vor allem in den USA und den Nachfolgestaaten der UdSSR ist mit einem erheblichen Energieverbrauch und Wasserverbrauch verbunden.
- Wasserverbrauch: Die Baumwolle kann je nach Niederschlagsmenge in Trockenkulturen oder unter künstlicher Bewässerung angebaut werden.

Jedoch werden höhere und bessere Qualitäten i.d.R. in Trockengebieten mit einer enorm hohen künstlichen Bewässerung (über 60% der Baumwolle) gewonnen. Die dafür verwendeten Wassermengen stehen oft in Konflikt mit anderen Nutzungen (Aralsee).31

- Kontinuierlicher Einsatz von Dünge-, Unkrautbekämpfungs-, Entlaubungsmitteln; zusätzlich werden ständig Pflanzenschutzmittel eingesetzt: Baumwollpflanzen werden massiv von verschiedenen Arten von Schädlingen (u.a. Blattläuse, Blattwürmer, Kapselwürmer, Kapselraupen und Kapselkäfer) angergriffen. Damit die Baumwollpflanzen geschützt bleiben, werden diese mit Insektiziden (Insektenvernichtungsmittel), Herbiziden (Pilzbekämpfungsmittel), Arkariziden (Milbenvernichtungsmittel) behandelt. Zum Schutz der Baumwollpflanzen werden daher circa 11% des weltweiten Pestizideinsatzes und 24% des weltweiten Insektizideinsatzes verbraucht. Die Pestizide und Insektizide gefährden besonders den Anwender, die benachbarten Nahrungskulturen und das Trinkwasser sowie die Menschen, die dort wohnen.32

Aufgrund des massiven Einsatzes an Schädlingsbekämpfungsmitteln kommt es zu einer Resistenz der Baumwollpflanze gegenüber den Schädlingen. Dadurch entsteht auf Dauer ein „Teufelskreis“, da öfters immer mehr an Schädlingsbekämpfungsmitteln auf den Feldern aufgetragen werden muss. Viele dieser verwendeten Chemikalien, die schon vor vielen Jahren in Deutschland verboten wurden, finden in vielen anderen Ländern aufgrund schwacher bzw. nicht vorhandener Gesetzgebung immer noch Verwendung.

- Anbau in Monokulturen: Die Hälfte der Baumwolle wird in konventionellen Monokulturen mit Hochleistungsbaumwollsorten angebaut, welche bis zur Ernte mit einem viel höheren Pestizidverbrauch gespritzt werden muss.
- Ernte mit großen Maschinen und mithilfe von teuren Entlaubungsmitteln: Durch die Anschaffung der teuren Erntemaschinen und Entlaubungsmittel werden die Einnahmen der Baumwoll-Farmer noch geringer, was diese in den Ruin stürzen kann.
- Genmanipuliertes Saatgut: Dieses Saatgut ist deutlich teurer und treibt die Bauern in den Ruin, da dafür deutlich mehr gezahlt werden muss und vielmehr teure Pestizide gespritzt werden müssen.
- Abhängigkeit der Baumwollanbauer durch Großkonzerne: Da die Baumwoll- Farmer mehr als die Hälfte ihrer Einnahmen für Pestizide, Dünger und Saatgut ausgeben müssen, sind diese von den Einnahmen aus ihrer Ernte abhängig. Falls diese ausbleiben, sind die ruiniert und können sich kein Saatgut für die nächste Saison kaufen und Zinsen können nicht abbezahlt werden.
- Abwasser- und Bodenbelastung: Der Einsatz der vielen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln trägt enorm zur Bodenbelastung und Abwasserbelastung bei. (Bsp. Versalzung der Böden, Desertifizierung (fortschreitende Wüstenbildung) sowie das zahlreiche Fischsterben)
- Humantoxizität: Durch die Ausbringung der Agrochemikalien, v.a. in Entwicklungsländern, wird die Gesundheit der Menschen zunehmend geschädigt (Folgen: vergiftete Nahrungsmittel, Krebs, Tuberkulose, Missbildungen bei Neugeborenen, etc.).

Seit vielen Jahren wird der konventionelle Anbau von Baumwolle kritisch diskutiert, aber noch nie ist es so dringend gewesen diese Anbaumethode zu überdenken. Vor allem in der Zukunft, wenn die Weltbevölkerung und der Textil- und Bekleidungskonsum weiterhin steigt und die damit verbundene Wasserknappheit sowie Nutzflächenreduzierung immer bedenklicher wird.

3.1.1.2. Ökologische Anbaumethode

Eine weitaus beliebtere alternative Anbaumethode ist der ökologische Anbau von Bio-Baumwolle (kontrolliert biologischer Anbau / kbA). Aufgrund der strengen Richtlinien, sowie die optimierte Zusammenarbeit und Unterstützung an Baumwollbauern, hat diese Anbaumethode im Laufe der Jahre stark zugenommen.

Laut dem „Organic Cotton Market Report 2016“ der Organisation Organic Exchange werden weltweit schon mehr als 113.000 metrische Tonnen (MT) Biobaumwollfasern hergestellt.33 Im Jahr 2007 betrug die Herstellung von Bio-Baumwolle noch 57,931 metrische Tonnen (MT).34 In Zukunft wird die Anbaufläche der Bio-Baumwolle weiterhin zunehmen.

Im Gegensatz zum konventionellen Baumwollanbau wird die Bio-Baumwolle nicht in einer Monokultur angebaut sondern in einer Fruchtfolge. Die Bio-Baumwoll-Bauern bekommen zusätzlich Abnahmegarantien für ihre Ernten, damit diese vor allem auf ihre Qualität achten können und nicht wie üblich auf Quantität der Baumwolle setzen müssen.35 Die Ernte erfolgt noch manuell und die Entlaubungsmittel, welche sonst für die Erntemaschinen notwendig wären, entfallen.

Überblick der wichtigsten Merkmale des Bio-Baumwoll-Anbaus (kbA):36

- Abwechselnde Fruchtfolge zum Schutz des Bodens
- Keine Abhängigkeit von internationalen Großkonzernen durch den Verzicht auf genverändertes Saatgut
- Boden- und Trinkwasserschonung
- Biologische Unkraut-/ Schädlingsbekämpfung
- Organische Düngemittel mit Kompost und Mist
- Kein Einsatz von Pestiziden, Herbiziden und Kunstdünger
- Kontrolle von Grenzwerten bzgl. Abwasser und Abluftreinigung, sowie Staub- und Lärmgrenzen
- Manuelle Ernte ohne große Erntemaschinen
- Sicheres Einkommen der Bauern durch Abnahmegarantien
- Hohe Arbeitsschutzanforderungen.
- Keine Kinderarbeit.
- Intelligente Bewässerungsmethoden, wie z.B. Tröpfchenbewässerung.

3.1.1.3. Integrierte Anbaumethode

Derzeit stammen rund 20% der gesamten Baumwolle aus dem integrierten Anbau.37 In Zukunft wird diese Anbaumethode aufgrund der finanziellen Förderung durch den internationalen Währungsfond und der Industrieländer, welche in der Vergangenheit häufig mithilfe von Krediten und sonstigen Finanzierungshilfen die früheren Pestizideinkäufe unterstützt haben, noch stark steigen.38

Ein Schädlingsbekämpfungsmonitoring, eine Behandlung des Saatgutes statt eines ganzen Baumwollfeldes, die Kombination von Lockstoffen mit Kontaktinsektiziden, Einsatz von selektiv wirkenden Pflanzenschutzmitteln, einem Resistenz - Management und der Einsatz von Pestiziden und transgener Baumwolle sollen den Pestizideinsatz bei dem integrierten Anbau verringern bzw. diesen ganz vermeiden.39

3.1.2. Wolle

Der Wollfaseranteil an der Weltfaserproduktion beträgt lediglich nur 2%. Trotzdem nimmt der Flächenverbrauch proportional umgekehrt 55% der kompletten Produktionsfläche der Faser ein, so dass die Weidefläche aktuell circa 2 210 00 km² 40 beträgt.41

Die Wolle (WO) als tierische Faser kann von vielen unterschiedlichen Tierrassen gewonnen werden. Sobald es sich nicht um Schafwolle handelt, trägt die tierische Faser neben der Bezeichnung der Wolle oder Haare auch den Tiernamen.42 Folgende Tiere produzieren unter anderen Wolle, welche sich durch Feinheiten, Weichheiten, Leichtigkeiten der Wolle unterscheiden: Alpaka (WP), Lama(WL), Guanako (WU), Vikunja (WG), Kamele (WK), Angorakaninchen (WA) (Angorawolle), Angoraziegen (WM) (Mohairwolle) und Kaschmirziegen (WS). Schafe produzieren jedoch den größten Teil der Wollfasern. 43

3.1.2.1. Konventionelle Schafhaltung

Für die riesigen Schafherden werden enorm große Weideflächen benötigt und zusätzlich dazu werden noch Futteranbauflächen in Monokulturen angelegt. Da die Tiere oft in Großherden gehalten werden, sind diese für Parasiten sehr anfällig, daher werden die Schafe mindestens zweimal im Jahr mit einem Pestizidtauchbad (Dipping) oder einer Pestiziddusche (Jetting) behandelt.44 Zusätzlich werden den Schafen noch weitere Chemikalien über die Nahrungsaufnahme verabreicht (Drenchen), welche anschließend ungefiltert im Grundwasser landen.45 Durch die nichtvorhandene artgerechte Tierhaltung (zu wenig Auslauffläche, minderwertiges Futter, synthetische Hormone, sowie zu viele Medikamente, etc.) fällt die Qualität des Schaffells in der Regel auch dementsprechend schlechter aus. Obwohl die grausame Methode „Mulesing“ 46 verboten ist, kommt es trotzdem noch vor, dass Schafzüchter diese kostengünstige Methode noch anwenden. Dabei werden den Schafen, ohne eine Desinfektion und Betäubung, die Stellen, die von Schweißfliegen im Afterbereich befallen sind, mit einer scharfen Schere herausgeschnitten.

Der hohe Pestizideinsatz ist extrem giftig für Mensch und Tier. Die früher oft hochgiftigen eingesetzten Pestizide, wie z.B. die harten Chlorpestizide Endrin und Toxaphan werden aufgrund der toxischen Wirkung weltweit verboten. Außerdem sind Schafe nach Rindern die Hauptverursacher von hohen Methangasemissionen. Methangasausstöße bemessen rund ein Fünftel der Treibhausgase, allerdings sind die Umweltschäden von diesem Fünftel größer als die von den restlichen Fünfteln.47

Tabelle Nr. 1: Pestizideinsatz in der Schafzucht48:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Im Frühjahr werden die Tiere mit elektrischen Schermaschinen geschoren. Danach erfolgt die Sortierung des Wollvlieses, welches nach der Faserlänge, Kräuselung, Verunreinigungen und Farbe sortiert wird und anschließend von Sand, Erde, pflanzlichen Verunreinigungen, Pestiziden, Wollfett, Schweißsalzen, Kot und Harn bereinigt wird.49

3.1.2.2. Ökologische Schafhaltung

Bei der Öko Wolle müssen strenge Richtlinien bezüglich der Tierhaltung (kontrolliert biologische Tierhaltung kbT), Futterauswahl und den Einsatz der Medikamente genauestens eingehalten werden.

Außerdem wird den Schafen mehr Auslauf als bei der konventionellen Schafhaltung zugesprochen und die Qualität des Weidegrases muss hochwertiger sein. Daher sind die Schafe auch viel widerstandsfähiger, was sich auch bei der Wollqualität widerspiegelt.50

Strengstens verboten sind Pestizidbäder, jegliche Art von Pestizidbekämpfungen mit synthetischen Pestiziden, synthetische Hormone oder Genmanipulationen. Jederzeit müssen alle eingesetzten Materialien und Methoden mit allen Richtlinien der ökologischen Landwirtschaft vereinbar sein.

Deswegen ist vor allem die grausame Methode „Mulesing“ bei der ökologischen Schafhaltung verboten.

3.1.3. Zellulosische Chemiefasern (Zelluloseregenerate)

Die zellulosischen Chemiefasern lassen sich je nach Lösungsverfahren, welches für den Ausgangsstoff Zellulose angewendet wird, in folgende vier Kategorien einteilen:

Einteilung der zellulosischen Chemiefasern:

- Herstellung nach dem Viskoseverfahren (Viskose, Modal)
- Herstellung nach dem Kupferoxid-Ammoniak-Verfahren (Cupro)
- Herstellung nach dem Acetatverfahren (Acetat, Triacetat)
- Herstellung nach dem Lösemittelverfahren (Lyocell)

Jedoch werden diese Fasern aufgrund des geringen Anteils am weltweiten Faseraufkommen und der daraus resultierenden Unwichtigkeit nicht genauer in dieser Bachelorarbeit thematisiert.

Seit der Erfindung der zellulosischen Chemiefasern bleibt ihr Anteil am Faseraufkommen weiterhin niedrig. 2011 sind lediglich nur 4,7 Millionen Tonnen (5,8% vom Weltverbrauch aller Fasern) auf der Welt produziert worden. Aus diesem Grund werden sie nur wegen der Vollständigkeit in dieser Bachelor Arbeit an dieser Stelle genannt und nicht weiter thematisiert.

3.1.4. Synthetische Chemiefasern am Beispiel von

Polyester (PES)

Im Bekleidungssektor in Deutschland machen alle Chemiefasern heute einen Anteil von 59% aus obwohl weniger als ein Prozent (0,8%) des fossilen Rohstoffes Rohöl für die Herstellung dafür verbraucht wird.51

Jedoch wird für die Produktion von Chemiefasern eine große Menge an Energie, Wasser und Chemikalien als Hilfsstoffe benötigt. Zusätzlich ist die Lebensdauer von Chemiefasern doppelt so hoch als die der Bekleidung aus Naturfasern. Während Naturfasern (bis auf die Veredelungschemikalien) einfach auf der Deponie verrotten können, brauchen Synthetische Chemiefasern bis zu 500 Jahre um auf einer Mülldeponie zu verrotten.52

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. Nr. 7: Der Anteil des Rohölverbrauchs für die Herstellung von synthetischen Chemiefasern53

Da Polyester vielseitige Eigenschaften besitzt, ist es deshalb der Spitzenreiter unter den Chemiefasern und wird mit einem Mengenanteil von 60% am vorrangigsten von allen synthetischen Chemiefasern verwendet. 54 Weitere Synthetische Chemiefasern, wie z.B. Polyamid, Polyacryl, Modacryl, Elasthan, etc. werden in dieser Bachelorarbeit nicht näher erläutert, da diese ansonsten eindeutig den Rahmen dieser Arbeit sprengen würden.

Bei der Herstellung wird die organische Terephatlsäure mit Ethylenglykol zum Diglykolterephthalat verbunden. Durch die Polykondensation entsteht bei sehr hohen Temperaturen in einem Vakuum das Granulat Polyester (PES). Danach wird es bei 280° C geschmolzen und im Schmelzspinnverfahren gesponnen. Nach dem Verstrecken werden die einzelnen Filamente texturiert (z.B. um die Elastizität und Wärmeisolation zu verbessern) und anschließend in Spinnfaser zugeschnitten.55

Wie bereits in der Einleitung zu den synthetischen Chemiefasern erwähnt worden ist, dass Chemiefasern ökologisch bedenkliche Begleiterscheinungen bei der Faserherstellung mit sich bringen, werden unteranderem auch heute noch Hilfsstoffe eingesetzt, welche als extrem gesundheitsgefährdend eingestuft werden.56

Für die Herstellung von Polyester wird Antimontrioxid verwendet, obwohl diese Substanz in der Liste der maximalen Arbeitsplatzkonzentrationen gesundheitsschädlicher Arbeitsstoffe (MAK-Werte) als ein eindeutig krebserregender Arbeitsstoff klassifiziert ist.57 Auch Schwermetallreste (z.B. Antimon), die leicht ins Abwasser gelangen können und in keiner Kläranlage herausgefiltert werden können, können sich auch außerhalb der Produktionsstätte als gesundheitsgefährdend und negativ bei Mensch (z.B. Krebs) und Umwelt (z.B. Hohe Abwasserbelastung) auswirken.

3.1.5. Post Consumer Recycling (PCR) am Beispiel von recycelten Polyethylenterephthalat (PET)

Es gibt mittlerweile auch nachhaltige Alternativen zu den Produkten aus fossilen Brennstoffen. Die so genannten Post Consumer Recycling Stoff (PCR) Produkte, welche aus industriellen oder privaten Abfällen hergestellt werden. Durch diese Herstellungsart können so die endlichen Ressourcen wie Erdöl und Energie geschont werden. Zusätzlich wird das Müllaufkommen reduziert. Durch die Verwendung der PCR-Fasern können jährlich bis zu 650.999 Millionen Barrel Erdöl, 240.000 Tonnen Kunststoff und bis zu 375.000 Tonnen Emissionen eingespart werden.58

In der Textil- und Bekleidungsbranche werden aktuell nur Produkte nichttextiler Herkunft aus recycelten Polyethylenerephthalat (PET) nach dem Materialrecycling als sekundäre Rohstoffe verwendet. Jedoch besitzen die PET-Getränkeflaschen als Hauptrohstofflieferant den ökonomischen Vorteil, dass sie im Recyclingprozess sortenrein und ungefärbt sind.

Aber die PET-Abfälle sind nicht sortenrein bzw. ungefärbt und müssen daher chemisch oder physikalisch aufgearbeitet werden. In dem chemischen Recyclingprozess wird mit Methanolyse- bzw. Glykolyseprozessen das Polyesterpolymer in seine einzelnen chemischen Monomere zerlegt. Danach wird es wieder aufwändig zu Polyester synthetisiert.

Im kostengünstigeren physikalischen Recyclingverfahren wird das zu recycelnde PET - Polymer nicht aufwändig aufgespaltet. Anstelle von diesem kostenintensiven Verfahren werden die PET-Kunststofflaschen nach dem sorgfältigen Waschen und schonender Trocknung durch einen Zerkleinerungsprozess geteilt. Durch diesen Prozess entstehen PET-Flocken bzw. PET-Flakes / Chips. Im sogenannten Extrusionsprozess werden diese dann wieder eingeschmolzen und anschließend neu versponnen.59

Das recycelte PET ist vor allem für seine gleichbleibende Faserqualität beliebt und wird gerne im Sport-Outdoor und bei Smart Textiles bevorzugt genommen. Vor allem in der Fleece Herstellung, da aus dem PET-Granulat oder den PET-Flakes / Chips relativ einfach und energieschonend neue Polyesterfasern hergestellt werden können. Jedoch ist die Herstellung von Polyesterfasern aus recycelten PET-Granulat / Flakes noch etwas teurer als die herkömmliche Herstellung, was sich vermutlich bald aufgrund der steigenden Erdölpreise ändern wird.60

3.2. Spinnen / Garnherstellung

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. Nr. 8: Allgemeines Spinnverfahren von einem Garn61

Im Allgemeinen wird ein Garn aus natürlichen Fasern bzw. aus synthetischen Spinnfasern mit Hilfe von verschiedenen Spinnsystemen hergestellt. Welches Primärspinnsystem eingesetzt wird, ist immer von der Faserlänge, Faserfeinheit und von dem Endgebrauch abhängig.

Die unterschiedlichen Spinnvorgänge für die Menge an unterschiedlichen natürlichen Fasern bzw. an synthetischen Spinnfasern werden in dieser Arbeit jedoch nicht weiter thematisiert, da dies über den Rahmen der Art weit hinaus gehen würde.

Während des Spinnens bzw. Zwirnens sind die Fasern dabei einer enormen Reibung ausgesetzt. Damit diese Reibung nicht zu stark wird bzw. eine hochwertige Garnqualität erhalten bleibt, müssen einige spezielle chemische Gleitmittel und Zwirnöle appliziert werden.

Die Gleitmittel bestehen aus Zubereitungen aus nichtionischen, anionischen oder kationischen Tensiden (z.B. aus Fettalkohol- oder Fettaminethoxylaten) oder sulfatierten Pflanzenölen, Stearinseifen, Ester- und Silikonölen.

Bei dem Sekundärspinnen, bei dem Natur- und auch Chemiefasern als Stapelfasern benutzt werden, werden auch einige Hilfsmittel zur Hilfe herangezogen:

- Hilfsmittel bei Chemiefasern, damit der Faden nicht auseinanderfällt. Dafür werden oft sulfatierte Pflanzenöle benutzt.

[...]


1 Bei der Kollektion werden die Textilien anhand von Markteinschätzungen bzw. Planzahlen mit standardisierten und gestaffelten Größen produziert („Made to forecast-Prinzip“). Bei dem „Built to order-Prinzip“ einer Maßschneiderei wird die individuelle Maßkleidung erst nach der Bestellung durch den Kunden und durch das Vermessen der individuellen Maße sorgfältig hergestellt. (Vgl. Koch (2006), S. 124.)

2 In der Textil- und Bekleidungsindustrie entlang der „textilen Kette“ wird zwischen der Herstellung von Textilien und aus denen hergestellte Bekleidung vertikal unterschieden. Textilien sind somit Vorerzeugnisse wie z.B. textile Flächen und Bekleidung ist das Endprodukt, was im Einzelhandel angeboten wird. (vgl. hierzu Umweltministerium BadenWürttemberg (2006), 2. Ausgabe 10/2010, S. 5).

3 Ist in dieser Bachelorarbeit vom Handel die Rede, so ist der Einzelhandel zu verstehen. Der Großhandel ist hier weniger relevant. Je nach Form des Großhandels kann er zwischen den einzelnen Wertschöpfungsstufen, von der Rohstoffproduktion bis zum Einzelhandel als Zwischenhändler Waren von mehreren Herstellern sammeln und wieder distribuieren. In der Regel ordert der Einzelhandel kleinere Mengen vom Großhandel und vertreibt die Ware an den Endkunden. Durch dominierende Marktgrößen in der Bekleidungsbranche wie C&A, H&M, Otto Versandhandel etc. ist der Großhandel zwischen Industrie und Handel nicht gegeben, da sie die Funktionen des Großhandels selbst übernehmen.

4 Der Begriff „Cradle to Cradle“ (zu deutsch: „Von der Wiege zur Wiege“)ist von Michael Braungart in Zusammenarbeit mit dem Architekten William McDonough geprägt worden. Das Ziel des Konzeptes ist es, dass alle Materialien, die in einem Produkt verwendet werden, wiederverwendet oder biologisch abgebaut werden können. Dadurch entstehen keine zusätzlichen Abfälle oder wertvolle Rohstoffe werden nicht verschwendet. Das Cradle-to- Cradle- Siegel ist direkt am Produkt zu finden und betrachtet die gesamte Wertschöpfungskette eines Kleidungsstücks. (Vgl. hierzu „Cradle-to-Cradle-Textilien“: https://www.siegelklarheit.de/cradle-to-cradle-430 (Stand: 20.12.2016)

5 Vgl. Piegsa (2010), S. 3.

6 Vgl. Eigene Darstellung in Anlehnung Umweltministerium Baden-Württemberg (2. Ausgabe 10/2006), S.4.

7 Vgl. Diekamp / Koch (20120), S. 16.

8 Vgl. Wenzel / Kirig / Rauch (2007), S. 171.

9 Damit ist eine Kundengruppe gemeint, welche ihr „Gut Mensch sein“ auch im Bekleidungsbereich Ausdruck verleihen will. Der Kauf fairer Bekleidung wird zur moralisch- ethischen Verpflichtung, welcher sich die LOHAS besonders verpflichtet fühlen. (Vgl. dazu Diekamp / Koch (2010), S. 16.)

10 Vgl. hierzu „Grüne Mode / Green Fashion“ In: https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/gr_ne_mode_1994.htm (Stand: 25.11.2016)

11 Vgl. Bringezu (1997), S. 56.

12 Hauff (1987), S. 46. und vgl. hierzu „Nachhaltige Entwicklung des Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung: http://www.bmz.de/de/service/glossar/N/nachhaltige_entwicklung.html (Stand: 10.11.2016)

13 Vgl. Spindler ( 2012), In: Jenkings / Schröder (Hg.).

14 Vgl. Koplin (2006), S. 56.

15 Die Agenda 21 ist ein entwicklungs- und umweltpolitisches Programm mit Handlungsempfehlungen für das 21. Jahrhundert. Die Agenda fordert unteranderem neue Entwicklungs- und Umweltpartnerschaften zwischen den Industriestaaten und ärmeren Ländern. Außerdem sind dort auch entwicklungspolitische Ziele (Armutsbekämpfung) und nachhaltige Bewirtschaftung von natürlichen Ressourcen, umweltpolitische Ziele (Reduzierung des Treibhauseffekts) niedergeschrieben. (Vgl. hierzu Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (2016): „Agenda 21“, http://www.bmz.de/de/service/glossar/A/agenda21.html (Stand: 19.12.2016).

16 Damit sind die Millenniumsentwicklungsziele (Millennium Development Goals MDGs) gemeint, welche acht internationale Entwicklungsziele beinhalten. Dazu gehören unteranderem die Halbierung der Weltbevölkerung, die unter Armut und Hunger leidet sowie die Gleichstellung der Geschlechter und die Stärkung der Frauenrechte. (Vgl. hierzu „Der Weg zur Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“:

17 http://www.bmz.de/de/ministerium/ziele/2030_agenda/historie/index.html (Stand: 17.12.2016). Vgl. hierzu „ Die Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung“ In: http://www.bmz.de/de/ministerium/ziele/2030_agenda/index.html (Stand: 12.12.2016).

18 Vgl. hierzu „ Die Agenda 2030 für eine nachhaltige Entwicklung“ In: http://www.bmz.de/de/ministerium/ziele/2030_agenda/index.html (Stand: 12.12.2016).

19 Vgl. hierzu „Nachhaltige Textilien was tut die deutsche Entwicklungspolitik“: https://www.bmz.de/de/mediathek/publikationen/themen/umwelt/textilbuendnis_zumThema.pd f (Stand: 12.12.2016)

20 Vgl. Piegsa (2010), S. 4.

21 Vgl. Kern / Vogt (2016), S.168.

22 Verband der Chemischen Industrie e.V. & TEGEWA (2007), S.13 & 16.

23 Verband der Chemischen Industrie e.V. & TEGEWA (2007), S.13 & 16.

24 Kurzzeichen für Baumwolle

25 Vgl. Rosenkranz / Castelló (1993), S.24.

26 Vgl. Felbek / Hollensteiner (2007), S. 7 & Vgl. Vgl. Mante-Daul (1995), S. 25.

27 Um die Umweltkatastrophe vom Aralsee durch den Baumwollanbau noch mehr zu verdeutlichen, wird oft das Binnengewässer mit der Fläche von Bayern (rund 67.000 Quadratkilometer) verglichen. Nachdem die Sowjetregierung das Wasser des Aralsees für den wasserintensiven Baumwollanbau umgeleitet hat, ist der See mit der Zeit ausgetrocknet. Der kasachische Teil ist durch einen Staudamm gerettet worden, wobei der Südteil des Sees immer weiter verlandet. Die Menschen der Region um den Aralsee kämpfen mit den Folgen der Entwicklung. Die Luftqualität nimmt stetig ab, giftige Sandstürme nehmen zu und die Fischer verlieren durch das Austrocknen des Sees ihre Einkommensgrundlage. (vgl. hierzu „Zentralasien - Es war einmal ein See“: http://www.nationalgeographic.de/reportagen/zentralasien-es-war-einmal-ein-see (Stand: 23.12.2016).

28 Vgl. hierzu: „Kasachstan schenkt dem Aralsee ein neues Leben“ In: http://newsderwoche.de/welt/asien/524-kasachstan-schenkt-dem-aralsee-ein-neues- leben.html (Stand: 23.11.2016)

29 Vgl. Diekamp / Koch (2010), S. 56f.

30 Ministerium für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg (2004), S.15f.

31 Vgl. Piegsa (2010), S. 6.

32 Vgl. Mante-Daul (1995), S. 18, 23.

33 Vgl. Organic Exchange (2016), S.9.

34 Vgl. Organic Exchange (2007), S. 5.

35 Vgl. Felbek / Hollensteiner (2007), S.8.

36 Vgl. hierzu „Von der Aussaat bis zur fertigen Kleidung“ von Living Crafts: https://www.livingcrafts.de/produkt-und-herstellung/qualitaetszeichen (Stand: 01.11.2016)

37 Vgl. Ministerium für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg (2004), S. 16.

38 Vgl. Mante-Daul (1995), S. 22.

39 Vgl. Mante-Daul (1995), S.22.

40 Vgl. hierzu die Sparte „Ressourcen“ in der Kategorie „Chemiefasern und Ökologie“ von der Industrievereinigung Chemiefaser E.V. : https://www.ivc-ev.de/live/index.php?page_id=188 (Stand:01.11.2016)

41 Ein wichtiger Pluspunkt für Chemiefasern im Vergleich zur Naturfasern ist noch deutlicher zu erkennen, wenn man die gesamte weltweite Fläche betrachtet, die für die gesamte Faserproduktion benötigt wird. Die benötigte Weidefläche für die Wollproduktion beträgt 2 210 000 km2 (91% der gesamten Faserproduktionsfläche). Für den Baumwollanbau wird nur 206 000 km2 benötigt. Dies entsprechen circa 9% der weltweiten Fläche. Dagegen reichen 20 500 km2 dieser Fläche für die gesamte Viskosefaserherstellung (1% der gesamten Fläche). Für die Synthesefaserproduktion werden lediglich 700 km2 (0.003%) benötigt. (Vgl. hierzu die Sparte „Ressourcen“ in der Kategorie „Chemiefasern und Ökologie“ von der Industrievereinigung

42 Chemiefaser E.V. : https://www.ivc-ev.de/live/index.php?page_id=188 (Stand:01.11.2016) ) Vgl. Gesamttextil (2001), S. 22.

43 Vgl. Ziegler (1995), S. 28-30. .

44 Vgl. Piegsa (2010), S. 8.

45 Vgl. Behling / Koller (2001), S. 22.

46 Die „Mulesing“ Methode ist aufgrund vieler Kundenproteste seit dem 31. Dezember 2010 gesetzlich verboten worden. (vgl. hierzu Mulesing bei Schafen ist nicht länger akzeptabel!“: http://naturtextil.de/pressemitteilung/mulesing-bei-schafen-ist-nicht-aenger-akzeptabel/ (Stand: 01.11.2016).

47 Vgl. Piegsa (2010), S. 9.

48 Vgl. Binger (1994), S. 43.

49 Vgl. Gesamttextil (1. Auflage 05/2001), S. 23.

50 Vgl. Krautstein (1999): Öko Wolle: Keine Chemie im Schafspelz, in: Zeitschrift Schrot & Korn, Ausgabe 10/1999, http://schrotundkorn.de/lebenumwelt/lesen/sk9910o1.html (Stand: 01.11.2016).

51 Vgl. hierzu „Hintergrundinformation - Bekleidung und Umwelt“ des WWF Deutschland: in: https://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-

52 PDF/HG__Bekleidung_Umwelt_BB_JE_06_2010.pdf (Stand: 10.11.2016). Vgl. hierzu „25 Minuten für die Ewigkeit“ des Naturschutzjugend NAJU im NABU e.V., In: http://www.trashbusters.de/mehr-wissen/plastiktüten/ (Stand: 12.11.2016) .

53 Vgl. hierzu „Chemiefasern und Ökologie - Ressourcen“: https://www.ivc- ev.de/live/index.php?page_id=188 (Stand: 02.11.2016)

54 Vgl. Greenpeace Magazin/Textilien (2011), S.49.

55 Vgl. Eberle / Hermeling / Hornberger / Kilgus / Menzer / Ring (2013), S. 36.

56 Vgl. hierzu „Einführung in die Problematik der Bekleidungstextilien“: http://www.bfr.bund.de/cm/343/einfuehrung-in-die-problematik-der-bekleidungstextilien.pdf (Stand: 02.11.2016)

57 Vgl. Ökologisches Ökologie-Institut und Kanzlei Dr. Bruck (2000), S. 167.

58 Vgl. Huse (1997), S.23.

59 Vgl. Huse (1997), S. 26-33.

60 Vgl. SAZ Magazin / Sportfashion international (06/2008), S.18-19.

61 Vgl. Verband der Chemischen Industrie e.V. & TEGEWA (1. Auflage 2007), S. 27.

Details

Seiten
117
Jahr
2017
ISBN (eBook)
9783668426566
ISBN (Buch)
9783668426573
Dateigröße
1.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v356799
Institution / Hochschule
AMD Akademie Mode & Design GmbH
Note
1,3
Schlagworte
fashion ökologische nachhaltigkeit kette erstellung handlungsempfehlungen unternehmen

Autor

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Titel: Öko Fashion. Ökologische Nachhaltigkeit entlang der textilen Kette