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Expressionistische Elemente in Walt Disneys "Schneewittchen und die sieben Zwerge" von 1937

Jacques Derrida und Dekonstruktivismus

Hausarbeit (Hauptseminar) 2016 25 Seiten

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Der Expressionismus
2.1. Expressionismus im Film
2.2. Expressionismus in der Literatur
2.3. Expressionismus in der Kunst
2.4. Expressionismus in der Musik

3. Das Märchen“ Schneewittchen und die sieben Zwerge“
3.1. Das etwas andere Märchen von „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ – eine freie Interpretation im aktuellen Kontext
3.2. Das Märchen von „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ und die Bezüge in der Literatur, der Kunst und im Film

4. Walt Disneys „ Schneewittchen und die sieben Zwerge“ von 1937
4.1. Die Produktionsgeschichte und der historische Kontext
4.2. Disneys Erzählstil
4.3. Expressionistische Elemente in Walt Disneys „Schneewittchen und die sieben Zwerge“

4. Schlusswort

5. Exkurs
5.1. Psychologische Aspekte der Märchen,
5.2. Strukturalistische Sicht
5.3. Dekonstruktivistische Sicht
5.4. Die alten Griechen

6. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

In der vorliegenden Arbeit möchte ich Walt Disneys Zeichentrickfilm „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ von 1937 auf Elemente und Motive der expressionistischen Kunstrichtung untersuchen.

Im zweiten Kapitel werde ich einen Überblick über den Expressionismus als Epoche und die Bedeutung des Begriffs geben. Um Disneys Zeichentrickfilm überhaupt auf die expressionistischen Einflüsse hin analysieren zu können, werde ich die Motive im expressionistischen Film, in der expressionistischen Literatur, in der expressionistischen Kunst und im musikalischen Expressionismus darstellen.

Im dritten Kapitel meiner Arbeit findet man eine freie Interpretation des Inhalts des Märchens „Schneewittchen und die sieben Zwerge“. Darüber hinaus werden in diesem Kapitel die Bezüge des Märchens zum Film, zur Literatur und Kunst hergestellt.

Im vierten Kapitel werde ich auf Disneys Produktionsgeschichte und den historischen Kontext der Zeichentrickversion „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ eingehen. Ich gebe anhand von Bildern Beispiele für den expressionistischen Einfluss in dem ersten Zeichentrickspielfilm von Walt Disney. Anhand der ausgewählten Filmbeispiele möchte ich die folgende Frage beantworten: Zu welchem Zweck hat Walt Disney die expressionistischen Motive in seinen Film eingebaut?

In einem zusätzlichen Kapitel, den ich Exkurs genannt habe, möchte ich die psychologischen Aspekte im Märchen erläutern. Hierzu werde ich als Beispiel den Strukturalismus und Derridas Theorie der Dekonstruktion heranziehen.

Ich möchte darauf hinweisen, dass mein Exkurs nicht als, im herkömmlichen Sinne, salonfähig bezeichnet werden kann.

2. Der Expressionismus

Der Begriff Expressionismus wurde 1911 von dem Schriftsteller und Publizisten Kurt Hiller geprägt.[1] Er leitet sich aus dem lat. Begriff „Expression“, der „Ausdruck“ bedeutet, ab. In dem Begriff Expressionismus ist das Wort „expressiv“ enthalten. Darunter ist zu verstehen, dass etwas auf intensive Weise ausgedrückt wird.[2]

Der Erste Weltkrieg sorgte in Deutschland für eine ungewisse Zukunft. Das hat Robert Musil in seinem Roman „Der Mann ohne Eigenschaften“[3] beschrieben. Die Ungewissheit über den morgigen Tag löste bei den Menschen eine Verwirrung der Gefühle aus. So kam es zu jener Zeit zu Forderung nach einem deutlichen Ausdruck der inneren Wahrheit der menschlichen Gefühle. Damit begann die Verbreitung des Expressionismus in der Kultur.

Die ersten beiden Kunstrichtungen, der Fauvismus, zu dessen Vertretern Henry Matisse, Maurice de Vlaminck, André Derain und Pablo Picasso zählen, und der Expressionismus, entstanden im 20. Jahrhundert. In Paris und in Dresden geschah dies im Jahr 1905. Vier Architekturstudenten der Technischen Hochschule Dresden, Fritz Bleyl, Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Karl Schmidt Rottluff, gründeten im Juni 1905 die Künstlergemeinschaft „Die Brücke“. Später kamen Max Pechstein, Emil Nolde und Otto Müller dazu. Sie alle waren Autodidakten und hatten kein Kunststudium abgeschlossen. Die Architekten des Expressionismus waren Bruno Taut, Erich Mendelsohn, Hans Poelzig, Hermann Finsterlin, Otto Bartning und Fritz Höger. Sie haben Grundlagen für eine organische Architektur gelegt, die nicht mehr dem rechten Winkel folgt, sondern versucht, Räume und Umraum in einem nicht euklidischen Sinne zu entwickeln. Friedensreich Hundertwasser, Frank Gehry, Zaha Hadid würden durch expressionistische Architektur inspiriert.[4] Darüber hinaus beeinflusste der Expressionismus die Literatur, den Film und die Musik nachhaltig.

Expressionistische Elemente, wie in dem Kapitel „Die Welt der Spiegel und Schatten“ von Lotte H. Eisner beschrieben[5], finden sich auch in dem Zeichentrickfilm “Schneewittchen und die sieben Zwerge“ von Walt Disney.

2.1. Expressionismus im Film

Seine Blütezeit hatte der expressionistische Film in der Stummfilmzeit in den Jahren 1920-1925 in Berlin. Der erste Kunstfilm, der expressionistische Elemente aufweist, ist „Der Student von Prag“ von Stellan Rye aus dem Jahre 1913. Robert Wienes und Carl Mayers Film „Das Cabinet des Dr. Caligari“ von 1920 ist das beste Beispiel für die Verwendung der abstrakten Architektur in einem expressionistischen Film. 1915 drehten Paul Wagener und Henrik Galeen den expressionistischen Film „Der Golem, wie er in die Welt kam“. Es folgten zum Beispiel Friedrich Wilchelm Murnau mit „Nosferatu, eine Symphonie des Grauens“ im Jahre 1922, Fritz Lang mit „Der müde Tod“ im Jahre 1921 und Ernst Lubitsch mit einer Parodie auf den Expressionismus „Die Bergkatze“ im Jahre 1921.

Den expressionistischen Film kennzeichnen Elemente, wie das Dekor, die Lichtgestaltung und die Darstellungsweise des Schauspiels. Das Dekor im expressionistischen Film ist unnatürlich, künstlich, überbetont, eben expressiv dargestellt. Mit Absicht wird auf natürliche Gestaltung verzichtet. Die Kulissen gleichen mehr dem Abbild eines Traumes als der Natürlichkeit. Die geometrische Struktur des Dekors, wie zum Beispiel in dem Film „Das Cabinet des Dr. Caligari“, ist ungewöhnlich. Die Gebäude sind unförmig, schräg und wirken baufällig. Damit widersprechen sie einer korrekten geometrischen Konstruktion.[6] Falsche Perspektiven, die mit schrägen und geradlinigen Wegen, Kurven und kubenförmigen Häusern dargestellt werden, verzerren mit künstlerischer Absicht das Bühnenbild. Lotte H. Eisner schreibt dazu: „Selbst der Hintergrund drängt sich in den Vordergrund.“[7] Straßen und Wege in „Das Cabinet des Dr. Caligari“ sind scheinbar unendlich und führen zu keinem Ziel. So wird der Eindruck vermittelt, als ob der Boden und die Wände schwanken und man sich im Kreise dreht. Die Raumkonstruktion in expressionistischen Filmen ist perspektivisch nicht nachvollziehbar. Es entsteht eine Raumillusion, die es in der Realität nicht gibt. Die Dekordarstellung im expressionistischen Film ist darauf bedacht, die Sehgewohnheiten ins Wanken zu bringen. Sogar Gegenstände entsprechen nicht der realistischen Wahrnehmung: Fenster, Türen, Laternen, die schief oder oval dargestellt sind, haben keine Entsprechung in unserer Welt.[8]

Ein anderes typisches Motiv für den expressionistischen Film ist die Lichtund Schattengestaltung. Um Helldunkel-Effekte zu erzeugen, wurde oft mit malerischer Gestaltung gearbeitet. Gezielt würden die Kulissen im expressionistischen Film dunkel bemalt, um eine Tiefenperspektive zu schaffen.[9] Oder auch hell bemalt, um etwas in den Mittelpunkt zu stellen. So wie in „Das Cabinet des Dr. Caligari“ (siehe Abb. 1). Das Licht dient dem Zweck, den Kontrast von Hell und Dunkel zu unterstreichen, zu verstärken und klar zu definieren. Die extreme Schattendarstellung in dem expressionistischen Film dient dazu, den Effekt des Unheimlichen und Bedrohlichen zu erzeugen.[10]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1

Das Schauspiel im expressionistischen Film zeichnet sich durch Besonderheiten aus, wie zum Beispiel artifiziell wirkende Motorik, Gang, Gebärde, Gesten und Mimik.[11] Da der expressionistische Film im Zeitalter des Stummfilms entstand, wurde mit Stilmitteln wie übertriebener Gestik die Handlung der Figur vermittelt. Die Gangart eines Schauspielers unterliegt im expressionistischen Film einer strengen Rhythmisierung. Die Figur besitzt eine eigenwillige Motorik und die Gestik wirkt artifiziell mechanisiert. So laufen Figuren in bestimmten Situationen mit gestreckten Armen.[12] Typisch für einen expressionistischen Film ist die monotone Mimik des Schauspielers. Die Gesichtszüge sind streng und durch Schminke akzentuiert. Am intensivsten wirken das Augenspiel des Schauspielers sowie die Verzerrungen der Mundwinkel.[13] Durch die motorische Darstellungsweise der Schauspieler sollen Informationen, Gefühle und Geschehnisse vermittelt werden.

Im expressionistischen Film ist jede Kameraeinstellung genau durchdacht, um die Lichtund Schattenwirkung optimal in Szene zu setzen. Jeder Darsteller muss in das Gesamtbild integriert werden. Damit ist gewährleistet, dass sich die expressive Atmosphäre einstellt.[14]

Der expressionistische Film entstand Anfang des 20. Jahrhunderts und seine Elemente sind bis heute im Film zu finden, beispielsweise in „Dark City“[15], „Screamplay“[16] und anderen. Dabei inspirierte der Expressionismus den Film Noir und die Novelle Vague. Darüber hinaus beeinflusste er unter anderem die stilistische Prägung von Modefilmen, Werbefilmen und Musikvideos (wie der Videoclip „Russian“ von Sting).

2.2. Expressionismus in der Literatur

Der Expressionismus in der deutschen Literatur folgte der Epoche des Naturalismus, die die Moderne eingeläutet hat. Die Schriftsteller des Naturalismus nahmen sich Betrachtungen der Natur, dem Ästhetizismus, Impressionismus, Jugendstil, Symbolismus und der Neuromantik an. Individualität und Subjektivität waren angesagt. Von der Not des Menschen in der Gesellschaft, Kultur und seiner Arbeitswelt war noch keine Rede. Man konzentrierte sich auf Herz und Schmerz, Ferne und Sterne und das Seufzen nach Liebesglück, wie es heute in der Singlebörse „Parship“ zu finden ist.[17] Dies fand und findet sich im Expressionismus umso stärker. Da ist es: die Gesellschaftskritik, der Marxismus, soziale Missstände, der Mensch als Eigentum, der Proletarier, die Prostituierte, der Zuhälter, der Kapitalist und der Protest der Jugend. Dies ist alles in der „Dreigroschen Oper“ von Berthold Brecht zu finden:

Und der Haifisch, der hat Zähne
Und die trägt er im Gesicht
Und Macheath, der hat ein Messer
Doch das Messer sieht man nicht. (…)[18]

Denn die einen sind im Dunkeln
Und die andern sind im Licht.
Und man siehet die im Lichte
Die im Dunkeln sieht man nicht
.[19]

Es stand nicht mehr das Ich mit all seinen Begehrlichkeiten nach Schönheit, Liebe und Verschmelzung im ozeanischen Gefühl im Vordergrund, sondern das Du, Beziehungen unter den Menschen, Krieg, Armut und Elend, Hass und Tod sowie Egalität als Gleichgültigkeit füreinander.[20]

Der literarische Expressionismus wird in Frühexpressionismus (1910 - 1914), den Kriegsexpressionismus (1914 – 1918) und in den Spätexpressionismus (ab 1918) unterteilt. Bedeutende Vertreter des Expressionismus in der Literatur waren Ernst Toller, August Strindberg, Eugene O’Neill, Frank Wedekind, Johannes R. Becher, Gottfried Benn, Alfred Döblin, Kasimir Edschmid, Georg Heym, Kurt Hiller, Jakob van Hoddis, Else Lasker-Schüler und Walter Mehring, um nur einige zu nennen.

Über expressionistische Elemente in der Literatur kann man wenig Verallgemeinerndes sagen. Der literarische Expressionismus hat im Laufe der Zeit Formen angenommen, die nicht mehr überschaubar sind.[21] In der Zeit seiner Etablierung verfolgten die expressionistischen Schriftsteller die Idee, eine neue Deutung der Welt durch Worte zu erschaffen. Die expressionistische Lyrik wurde durch eine Art Reihentechnik gestaltet. Diese zeigt sich durch entgegengesetzte Fragmente, die die Wirklichkeitswahrnehmung darstellen. Die Wahrnehmung des Ich wurde in einer Art Chaos beschrieben.[22] Dies wird durch Mittel wie gestörte Einfügungen, Neubildungen und Sprengungen in sprachlicher und ästhetischer Form erreicht.[23] Die expressionistische Poesie äußert sich durch eine Rhetorik mit Übertreibungen, Steigerungen, Worthäufungen, Ausrufen und durch das Wiederholen des Imperativs. Im Drama wird oft mit expressionistischen Elementen des Films wie Licht, Schauspiel und Dekor gearbeitet.[24]

2.3. Expressionismus in der Kunst

In der Kunst gilt der Expressionismus als Gegenströmung zum Impressionismus.[25] Im Gegensatz zur impressionistischen Kunstrichtung der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die die Natur in seinem Ursprungsbild wieder zu geben versucht, konzentriert sich die expressionistische Kunstrichtung darauf, die Natur auf Basis ihres Scheins wiederzugeben. Der Expressionismus ist im Gegensatz zum Impressionismus die Darstellungsweise der subjektiven Regung.[26] Die expressionistischen Künstler appellierten an die Klarheit und Natürlichkeit in der Kunst. Ganz im Gegensatz zur impressionistischen Kunst. Hermann Bahr beschrieb den Impressionismus und den Expressionismus als zwei unterschiedliche Abbildungen der Wirklichkeit. Der Impressionismus, laut Bahr, ist der Blick des Vertrauten, der die Menschen nur empfinden und nicht handeln lässt. Dieses führt zur Passivität des Menschen. Der Expressionismus hingegen ist die Erlösung des Menschen von der Passivität.[27]

Ein Hauptmotiv für beide Kunstrichtungen ist die Großstadt, im Impressionismus die liebliche, im Expressionismus die monströse, mit ihren aktiven Menschen. Der Unterschied hierbei zeigt sich in einer unterschiedlichen Darstellungsweise. Die Motive der expressionistischen Kunst sind die Tendenz zum Kontrast, die Lösung des Rhythmus und die Harmonie der Natur, das Einzelne, Reiz und Klang, Verallgemeinerung sowie die Abstraktion der Natur. Man begann Vorstellungen und Erinnerungen darzustellen. Ein weiteres Element ist die Darstellung vom Subjekt des Gesetzes. Assoziiert mit dem Expressionismus sind die Attribute exotisch, konturreich und zeichnerisch. Bedeutend ist die Betonung der Farben, ornamentalische Bestimmungen der Formen, dünne-, lasierende-, tuschende Malweisen sowie die Aufteilung der Flächen.

Es gab hunderte von expressionistischen Malern, so dass ich hier nur einige bedeutende Vertreter dieser Epoche nennen möchte: Vincent van Gogh, Paul Gaugin, Erich Heckel, Emil Nolde, Henri Matisse, Franz Marc, Edvard Munch und Wassily Kandinsky.

2.4. Expressionismus in der Musik

Der Expressionismus beeinflusste Anfang des 20. Jahrhunderts alles, auch die Musik. Expressivität war ein fester Bestandteil einer Stilrichtung in der Musik von 1906 bis in das Jahr 1920, die man in Österreich und in Deutschland fand. Die expressionistische Musik wird wie die expressionistische Literatur in drei Phasen gegliedert: in den Frühexpressionismus um das Jahr 1900, unter anderem mit Schönberg, Skrjabin, Ives, Strawinsky, Hindemith, Prokofjew, Honegger, Bartók. In den Hochexpressionismus von 1907 bis ungefähr 1912 mit Webern, Berg, Schönberg, die Wiener Schule, Busoni und den Spätexpressionismus von 1914 bis 1920.

Die Expression in der Musik ist die Gefühlsintensität und das Instinktive. Die expressionistische Musik soll die inneren Vorgänge und Wahrnehmungen des Menschen ausdrücken. Als Hauptmerkmal der expressionistischen Musik gilt die Dissonanz. Die Dissonanz ist eine Zusammenstellung von Tönen, die in Kombination miteinander nicht harmonisch klingen bzw. eine gewisse Unruhe schaffen. (Katzenmusik)[28]

In der Zeit, in der die musikalische Expressivität zu Stande kam, löste die Atonalität die traditionelle Tonalität ab. Unter der Atonalität in der Musik versteht man den Verzicht auf harmonische Klänge.

Durch die Einführung der Atonalität in der Musik entstanden extreme Töne, unruhige Melodien, unterschiedliche Tonstärken, freie Rhythmisierung und außergewöhnliche Instrumentationen. Dies äußerte sich in Musikstücken dadurch, dass diese insgesamt kürzer würden. Um ein Gleichgewicht zwischen der emotionalen Ebene und der rationalen Ebene in der expressionistischen Musik herzustellen, würden traditionelle Formen wie Kanon, Menuett und Walzer eingesetzt.

Die expressionistische Musik wird in vier Kriterien eingeteilt. Die Irritation, die den schnellen Wechsel von Melodien darstellt, die Expression, die eine Erweiterung der Akkordbildung nutzt, die Reduktion, die die Töne auf das Wesentliche reduziert sowie die Abstraktion, die einer Rationalisierung der harmonischen Entfaltung folgt.[29] Die Musik unterliegt keiner bestimmten Tonart und die Akkorde besitzen keine harmonische Verwandtschaft. Alteration löst Akkordverbindungen auf. Leittöne werden in der Atonalität der Musik nicht mehr beseitigt, stattdessen erstarren sie. Schließlich wird durch die sogenannte Zwölftontechnik eine neue Ordnung geschaffen, die zum Fundament der atonalen Kompositionsweise wird.[30]

[...]


[1] Claudio Mende: Expressionismus.(http://www.digitale-schule-bayern.de/dsdaten/18/761.pdf, Zugriff am 25.04.2016).

[2] Götz/ Haensch/ Wellmann(Hrsg.): Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache. Berlin und München, S. 362.

[3] Robert Musil: Der Mann ohne Eigenschaften. Berlin 1984.

[4] Fauvismus und Expressionismus. R.: Unbekannt. Unbekannt 2010. Onlinevorlesung v. Prof. Dr. Hans Dieter Huber. TC: 00:00:00-00:05:12. (https://www.youtube.com/watch?v=7Ij6yUwJF8c, Zugriff am 26.04.2016).

[5] Lotte H. Eisner: Die dämonische Leinwand. Frankfurt a. M. 1980, S.129.

[6] Jürgen Karsten : Der expressionistische Film. Abgefilmtes Theater oder avantgardistisches Erzählkino? Eine stil-, produktionsund rezeptionsgeschichtliche Untersuchung. Münster1990, S.140.

[7] Eisner: Die dämonische Leinwand, S.25.

[8] Karsten: Der expressionistische Film, S.143.

[9] Karsten: Der expressionistische Film, S. 150.

[10] Karsten: Der expressionistische Film, S. 150.

[11] Karsten: Der expressionistische Film, S. 155.

[12] Karsten: Der expressionistische Film, S. 157.

[13] Karsten: Der expressionistische Film, S. 156.

[14] Karsten: Der expressionistische Film, S. 24.

[15] Dark City. R.: Alex Proyas. USA u. Australien 1998.

[16] Screamplay. R.: Rufus Butler Seder. USA 1985.

[17] Ralf Georg Bogner: Definition der Epoche. In:Einführung in die Literatur des Expressionismus. Hrsg. v. Gunter E. Grimm und Klaus- Michael Bogdal. Darmstadt 2005, S. 25

[18] Bertold Brecht: Die Dreigroschenoper. Berlin 1968, S. 7.

[19] Brecht: Die Dreigroschenoper, S. 109.

[20] Bogner: Definition der Epoche, S. 25.

[21] Thomas Anz: Expressionismus. In: Literatur des Expressionismus. Stuttgart 2002, S.9.

[22] Bogner: Definition der Epoche, S. 25.

[23] Bogner: Definition der Epoche, S.26.

[24] Ebd.

[25] Angelika Wesenberg :Impressionismus – Expressionismus. Kunstwende. In: Impressionismus - Expressionismus. Kunstwende. Katalog anlässlich der Ausstellung. Berlin 2015, S. 21.

[26] Eisner: Die dämonische Leinwand, S. 16.

[27] Hermann Bahr: Expressionismus. (http://gutenberg.spiegel.de/buch/expressionismus-2037/2, Zugriff am 26. 04.2016).

[28] Unbekannt: Expressionismus in der Musik. (http://der-expressionismus.de/expressionismus/expressionismus-in-der-musik/, Zugriff am 26.04.2016).

[29] Unbekannt: Expressionismus in der Musik. (http://der-expressionismus.de/expressionismus/expressionismus-in-der-musik/, Zugriff am 26.04.2016).

[30] Ebd.

Details

Seiten
25
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668426993
ISBN (Buch)
9783668427006
Dateigröße
1.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v356552
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main – Jugendbuchforschung
Note
2,3
Schlagworte
Expressionismus Schneewittchen Disney Film Zeichentrickfilm Derrida Dekonstruktivismus

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