Lade Inhalt...

Work-Life-Balance und betriebliches Gesundheitsmanagement. Grundlagen und Maßnahmen im Organisationskontext

Hausarbeit 2016 17 Seiten

Psychologie - Arbeit, Betrieb, Organisation und Wirtschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einführung in die Thematik
2.1.Definition des Begriffs „Work-Life Balance“
2.2.Bedeutung und Relevanz für die heutige Gesellschaft

3.Theorie vs. Realität
3.1. Die Theorie einer funktionierenden „Work-Life Balance“
3.2. Die Realität der „Work-Life Balance“ im Arbeitsalltag

4.„Work-Life Balance“ in Unternehmen
4.1. Gründe für die Einführung von „Work-Life Balance“ Maßnahmen
4.2. Konkrete Maßnahmen in Unternehmen
4.3. Nutzen und Vorteile der Maßnahmen

5. „Work-Life Balance“ und die Gesundheit der Arbeitnehmer
5.1. Gesundheitliche Belastung einer schlechten „Work-Life Balance“
5.2. Auswirkung auf Absentismus und Präsentismus der Arbeitnehmer

6. Fazit

Abbildungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die heutige Gesellschaft ist geprägt von Leistungsdruck, zu wenig Zeit sowie immer größerem Konkurrenzdenken in der Berufswelt. In diesem Zusammenhang sind Schlagwörter wie „zu wenig Freizeit“, „schwere Vereinbarung von Beruf und Familie“, „dauerhafter Stress“, „zu viele Überstunden“ oder auch „Burnout“ keine Seltenheit in der Arbeitswelt mehr. All diese Faktoren, sowie grundsätzliche veränderte wirtschaftliche und gesellschaftliche Rahmenbedingungen tragen dazu bei, dass die sogenannte „Work-Life-Balance“ einen immer wichtigeren Stellenwert im Berufs- und Privatleben einnimmt. Nachfolgend soll also der Begriff „Work-Life-Balance“ zunächst genauer betrachtet werden und herausgefunden werden, inwiefern die theoretischen Grundlagen der WLB mit der Realität übereinstimmen. Danach soll die betriebliche Seite und die Seite der Arbeitnehmer bezüglich bestimmter WLB Maßnahmen betrachtet werden um somit herauszufinden, inwiefern ein Zusammenhang zwischen der Gesunderhaltung der Beschäftigten und der Work-Life-Balance besteht.

2. Einführung in die Thematik

2.1. Definition des Begriffs „Work-Life-Balance“

Unter dem Begriff „Work-Life-Balance“ versteht man die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben. Je besser man also sein Privat- und Berufsleben „unter einen Hut“ bekommt, desto besser ist die „Work-Life-Balance“. Es geht also im Wesentlichen darum, inwiefern die Beschäftigten ihren Arbeitsalltag so organisieren können, dass ausreichende berufliche Leistung gebracht wird und gleichzeitig anderen Bereichen des Lebens wie Familie, Hobby, Privatleben genug Aufmerksamkeit und Zeit geschenkt wird, sodass keine drastische Vernachlässigung einer Seite entsteht. Wichtige betriebsgegebene Faktoren, die zu einer besseren „Work-Life-Balance“ beitragen, sind vor allem flexible Arbeit und familienfreundliche Firmenpolitik (vgl. Onpulson, o.J.).

2.2. Bedeutung und Relevanz für die heutige Gesellschaft

Im Folgenden soll dargestellt und erläutert werden, warum dem Begriff „Work-Life- Balance“ heutzutage immer mehr Wichtigkeit zugeschrieben wird. Wie vorher bereits erwähnt, definiert sich die heutige Arbeitswelt aufgrund veränderter wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Bedingungen durch immer größer werdenden Leistungsdruck, oftmals Zeitmangel und daraus resultierendem Stress bezüglich einer gesunden Vereinbarung von Privatleben und Beruf. Diese Vereinbarung ist jedoch wichtig für die dauerhafte Gesundheit und das Wohl des Beschäftigten sowie seiner Mitmenschen, davon vor allem die eigene Familie. Deshalb ist es umso wichtiger, dass vor allem Unternehmen die Verantwortung und Entscheidung darüber tragen, eine gesunde „Work-Life-Balance“ mit flexiblen Arbeitsmodellen zur Entlastung der Beschäftigten zu fördern (vgl. OECD, o.J.). Betrachtet man die Entwicklung der Präsenz des Themas in naher Vergangenheit lässt sich feststellen, dass diese vor allem in den letzten Jahren drastisch gestiegen ist. Wo vor mehr als 10 Jahren das Thema in Unternehmen gerade mal ca. 5% fachlich diskutiert wurde, erreicht die Aktualität heutzutage einen Anteil von ca. 63% (vgl. KIENBAUM, 2007, S.5).

Dies verdeutlicht, dass der Thematik eine hohe Wahrnehmung zukommt. Schaut man sich jedoch an, welche Priorität das Thema im Vergleich zu anderen Personalthemen hat, ist zumindest in den meisten Fällen noch Luft nach oben. Als sehr prioritär wird das Thema in lediglich ca. 6%, eine hohe bzw. mittlere Priorität wird jedoch in ca. 37% der Fälle zugesprochen. Mit 18,3% wird das Thema einer geringen Priorität zugeordnet (vgl. ebd.). Es lässt sich also sagen, dass „Work-Life-Balance“ in den letzten Jahren vor allem an Wahrnehmung und Präsenz gewonnen hat, die Mehrheit der Unternehmen sich jedoch in Bezug auf die Wichtigkeit der Thematik eher neutral halten, um sich nicht klar positionieren zu müssen. In Bezug auf die Relevanz der Thematik wird vor allem im Bereich strategische Relevanz mit einem Prozentsatz von 76,3% eine hohe Zuordnung deutlich (vgl. KIENBAUM, 2007, S.9). Ein weiterer Punkt, warum die Thematik an Bedeutung gewinnt, ist, dass sich „Laut OECD […] die Work- Life-Balance in den meisten Ländern während der Wirtschaftskrise verschlechtert [hat]“ (GRIEß, 2014). Die folgende Abbildung soll dies verdeutlichen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Darstellung der eigenen Work-Life-Balance Selbsteinschätzung einzelner Personen in verschiedenen Ländern, 0 = nie; 5 = immer (vgl. GRIEß, 2014)

Zuletzt soll in diesem Zusammenhang auch angemerkt werden, dass die Work-Life- Balance auch auf Seiten der Arbeitnehmer bei der Jobsuche einen immer wichtigeren Stellenwert einnimmt. So haben bei einer Befragung, was Akademiker aus verschiedenen Branchen wichtig sei, 85% der Befragten bei „Gute Work-Life-Balance“ zugestimmt. (Im Vergleich „hohes Einstiegsgehalt“ ist mit 79% sogar deutlich unwichtiger eingestuft worden). (vgl. Focus, 2011)

3. Theorie vs. Realität

Wie wir bereits im vorherigen Abschnitt sehen konnten, gibt es zwischen der Theorie einer funktionierenden „Work-Life-Balance“ und der praktischen Umsetzung einige Gegensätzlichkeiten, vor allem bezogen auf die Vorstellungen der Arbeitnehmer und der tatsächlichen Umsetzung der Unternehmen. Folgend soll also der Kontrast der Theorie und der Wirklichkeit vorgestellt werden.

3.1. Die Theorie einer funktionierenden „Work-Life-Balance“

Um zunächst zur Theorie einer optimalen „Work-Life-Balance“ zu kommen, soll zuerst einmal der Beschäftigte an sich betrachtet werden. Offensichtlich ist dabei, dass die Person in den hauptsächlichen Fällen Berufs- und Privatleben sehr voneinander trennt. Daraus resultiert also, dass 2 verschiedene „Rollen“ eingenommen werden müssen, da in verschiedenen Lebensbereichen bzw. Positionen verschiedene Erwartungen an die Person gestellt sind. So kann es also statt zu einer ausgeglichenen „Balance“ schnell zu einem Konflikt zwischen Arbeit und Privatleben, vor allem Familie, führen (vgl. BEUTLER, 2002, S.9). Wie wird also nun, theoretisch betrachtet, eine funktionierende Work-Life-Balance geschaffen? Der eine und vielleicht auch entscheidendere Ansatz geht von Seiten der Unternehmen und deren Personalpolitik aus. Sicherlich ist es umso leichter, eine gesunde Work-Life-Balance zu schaffen, je besser die Bedingungen seitens der Unternehmen angeboten und gegeben sind. Verschiedene personalpolitische Maßnahmen sind also dafür entscheidend. Diese werden im späteren Verlauf noch genauer dargestellt. Zum anderen ist seitens der Beschäftigten auch wichtig, dass diese gesundheitlich in der Lage sind, beide Seiten zu vereinen. Gesundheit bedeutet in diesem Zusammenhang, sowie auch allgemein definiert, natürlich nicht nur die „Abwesenheit von Krankheit“, sondern die Begrifflichkeit spannt sich über ein viel breiteres Feld. „Entsprechend der Auffassung der WHO umfasst Gesundheit das vollständige physische, soziale und mentale Wohlbefinden. Gesundheit ist damit mehr als nur die Abwesenheit von Krankheit oder Gebrechlichkeit.“ (Springer, o.J.). Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass sowohl seitens der Unternehmen als Arbeitgeber, als auch seitens der Belegschaft selbst viele Maßnahmen bzw. Bedingungen stimmen müssen, um eine optimale, „gesunde“ Vereinbarung von Arbeit und Freizeit zu schaffen.

3.2. Die Realität der „Work-Life-Balance“ im Arbeitsalltag

Im Folgenden soll nun die Realität betrachtet werden. Dazu wird eine Frage herangezogen, deren Antwort auf zwei gegensätzliche, „extreme“ Arten von Arbeitnehmer schließen lässt. „Arbeiten wir um zu leben oder leben wir um zu arbeiten?“ (JAMAL, 2011) lautet diese Fragestellung. Daraus ergibt sich auf der einen Seite der typische „Workaholic“, der offensichtlicher Weise „lebt um zu arbeiten“, und nahezu kein Privatleben hat, sich stattdessen so oft wie möglich mit Arbeit beschäftigt, sei es um vor Problemen oder Sehnsüchten im Privatleben zu flüchten oder um genug Anerkennung und Lob zu bekommen, welches das Selbstwertgefühl steigert und das triste Privatleben kompensiert. Gesundheitlich betrachtet wirkt sich so eine „Arbeitssucht“ jedoch sehr schlecht auf Körper und Psyche aus, sodass Symptome wie Bluthochdruck, Herzkrankheiten, Unruhe, bis hin zu Burnout keine Seltenheit darstellen (vgl. Lebenshilfe ABC, o.J.). Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch jene, bei denen das Privatleben und die Freizeit weit höher steht als der Beruf, die also „arbeiten um zu leben“, wenig Eigenmotivation zeigen und täglich nur auf den Feierabend hoffen. In beiden dieser Fälle fehlt offensichtlicher Weise die gesunde „Balance“ zwischen den beiden Lebensbereichen. Liegt dieses unausgeglichene Verhalten nun an den Beschäftigten selbst und Ihren Prioritäten, oder an den Unternehmen als Arbeitgeber, bzw. an deren Personalpolitik? Nach der Betrachtung des Arbeitnehmers selbst wird nun auf die Haltung von Unternehmen auf die Work- Life-Balance geblickt. Wie bereits im vorherigen Kapitel erwähnt, liegt die Priorität vieler Unternehmen in Ihrer Personalpolitik nicht unbedingt auf Maßnahmen zur Förderung einer gesunden WLB der Mitarbeiter. Sicher wird sich dieses Thema die nächsten Jahre weitaus erhöhen und einen wichtigeren Stellenwert einnehmen, deswegen wird nachfolgend genauer eingegangen auf Unternehmensmaßnahmen zur Förderung der „Work-Life-Balance“, Gründe für deren Einführung sowie Nutzen und Vorteile davon.

[...]

Details

Seiten
17
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668418899
ISBN (Buch)
9783668418905
Dateigröße
669 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v356122
Institution / Hochschule
IST-Hochschule für Management
Note
1,7
Schlagworte
Betriebliches Gesundheitsmanagement WLB Work-Life-Balance Arbeitspsychologie Organisationspsychologie

Autor

Teilen

Zurück

Titel: Work-Life-Balance und betriebliches Gesundheitsmanagement. Grundlagen und Maßnahmen im Organisationskontext