Lade Inhalt...

Der Berliner Kongress 1878. Bismarcks Haltung gegenüber dem Osmanischen Reich und seinen Bevollmächtigten

Masterarbeit 2016 74 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - 1848, Kaiserreich, Imperialismus

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

EINLEITUNG

I. DER BERLINER KONGRESS UND SEINE VORGESCHICHTE
1 Der Ablauf zum Berliner Kongress
1.1 Die politische Haltung den Großmächten im Balkan vor dem Berliner Kongress
1.2 Die Außenpolitische Ansicht Bismarcks und seine Haltung gegenüber dem Osmanischen Reich vor dem Berliner Kongress
1.3 Der Russisch-Osmanische Krieg 1877/78 und seine Folgen ...
1.4 Die Erwartungen der Großmächte an den Kongress
2 Der Berliner Kongress
2.1 Beginn, Vorgehen und Folgen des Kongresses

II. BISMARCKS HALTUNG IN DEM BERLINER KONGRESS 1878 GEGENÜBER DEM OSMANISCHEN REICH
1 Bismarcks politische Ansichten im Kongress über das Osmanische Reich
1.1 Bismarcks Ansicht über die im Kongress zu diskutierenden Fragen
2 Bismarcks Bemühungen um den europäischen Frieden
3 Bismarcks Haltung zur Bosnisch-Herzegowinischen Frage
4 Bismarck und Russland

III. BISMARCKS HALTUNG GEGENÜBER DEN OSMANISCHEN BEVOLLMÄCHTIGTEN
1 Die Vertreterauswahl des Osmanischen Reiches für den Kongress und Bismarcks Reaktion darauf
2 Bismarck und die Schwierigkeiten der osmanischen Bevollmächtigten im Kongress
2.1 Die Bedrohung Bismarcks gegenüber den osmanischen Delegierten und von ihm benutzte Methoden, die osmanischen Delegierten zum Schweigen zu bringen
3 Bismarcks Ansicht über die osmanischen Bevollmächtigten Karatodori Pascha und Mehmed Ali Pascha
3.1 Karatodori Pascha und Bismarck
3.1.1 Bismarcks Haltung im Kongress im Memorandum des Karatodori Pascha
3.2 Mehmed Ali Pascha und Bismarck
4 Die wichtigsten Gründe für Bismarcks harte Haltung gegenüber dem Osmanischen Reich und seinen Bevollmächtigten
5 Bismarck und die Bevollmächtigten der anderen am Kongress beteiligten Länder
6 Bismarcks Charakter und vorkommenden Seiten im Kongress ..

ZUSAMMENFASSUNG

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

VERZEICHNIS DER LITERATUR UND DER QUELLEN
Literatur
Quellen
Internet Quellen

EINLEITUNG

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts hat das Osmanische Reich gegenüber den europäischen Mächten, die mit der Industrialisierung immer stärker wurden, mehr Macht verloren und war geschwächt. Die Instabilität in der Regierung, die Ungerechtigkeit im Justizsystem, der Zerfall des ökonomischen Systems und besonders die Nationalen Bewegungen im Balkan, die sich mit der französischen Revolution 1789 in der Welt verstreuten, machten das Osmanische Reich durch und durch schwächer.

Die nationalistischen Bewegungen im Balkan unter der osmanischen Herrschaft wurden in der letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts immer mächtiger und diese brachte das Osmanische Reich in eine ganz schlechte Situation.1 Russland, das sich seit der Gründung seiner politischen Einheit im 16. Jahrhundert die warmen Meere im Süden als Ziel setzte und das Osmanische Reich dafür als Hindernis sah und viele Kriege gegen dieses führte, um dieses Hindernis zu beseitigen, sah in diesen nationalistischen Aufständen eine Chance, seine Ziele zu erreichen. Russland beobachtete diese zunehmenden Bewegungen von Nahem und unterstützte sie materiell und moralisch.

Die Erfolglosigkeit der Reformen des Osmanischen Reichs für die Balkanvölker Anfang der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts2 hat hervorgerufen, dass im Jahre 1875 liberale und antikoloniale Nationalitäten erstmals in Bosnien und Herzegowina und danach in Bulgarien gegen das Osmanische Reich große Rebellionen starteten. Mit harter Unterdrückung des Osmanischen Reichs gegen diese Rebellion hat Russland am 24. April 1877 dem Osmanischen Reich den Krieg erklärt, um die Rechte der unter der osmanischen Herrschaft lebenden christlichen Minderheiten und im Balkan lebenden slawischen Völker zu verteidigen.

Das Osmanische Reich, das die erwartete Unterstützung von den europäischen Ländern nicht bekam, musste gegen die russische Armee eine schwere Niederlage hinnehmen. Und infolgedessen musste es mit Russland am 3. März 1878 den Friedensvertrag von San Stefano eingehen, welcher unangenehme Punkte für das Osmanische Reich enthielt. Mit diesem Vertrag gründete Russland im Balkan ein großes Arial für seine Herrschaft. Russlands Profit in dem Gebiet, der aus dem Vertrag hervorging, störte und beunruhigte die europäischen Länder, aber besonders England und Österreich-Ungarn, die auch an dem Gebiet interessiert waren und die Verbreitung von Russland in dem Gebiet nicht wollten. Durch die Nichtanerkennung des Vertrages von San Stefano von den oben genannten Ländern brach in kürzester Zeit eine große Krise in Europa aus.

Die diplomatischen Bemühungen von Bismarck, der die Krise in Europa für die Vorteile der deutschen als Bedrohung sah, und das Nichtwollen Russlands, mit den europäischen Mächten einen Krieg zu führen, brachten die große Mächte im Juni 1878 in Berlin in einem Kongress zusammen, um die Punkte des Vertrages von San Stefano, die die europäischen Mächte interessierten, auszudiskutieren.

Mit dieser Arbeit möchte ich untersuchen, wie Bismarck im Berliner Kongress 1878, der zwischen der französischen Revolution und dem ersten W eltkrieg in Europa eines der wichtigsten Ereignisse war und in dem die europäischen Länder zwischen dem 13. Juni und 13. Juli 1878 ihre Obrigkeit repräsentierten, sein Verhältnis zum Osmanischen Reich vorzuführen. Des Weiteren versuche ich, das Verhältnis Bismarcks zu den osmanischen Bevollmächtigten herauszufinden.

Die europäischen Historiker haben an dem Berliner Kongress und seinen Auswirkungen sehr starkes Interesse gezeigt und viel darüber verfasst. Aber man hat sich in diesen Arbeiten nicht um die türkisch-deutschen Beziehungen im Berliner Kongress gekümmert. In der Türkei wurde über den russisch-türkischen Krieg 1877-1878 viel untersucht, aber der Berliner Kongress wurde bei diesen Untersuchungen nur als ein kleiner Artikel wiedergegeben. Bismarcks Verhältnis und sein Verhalten gegenüber dem Osmanischen Reich und seinen Bevollmächtigten, die ich bei dieser Arbeit untersuchen möchte, waren bisher kein direktes Thema in einer wissenschaftlichen Arbeit. Die wissenschaftlichen Arbeiten über die deutsch-osmanischen Beziehungen und Bismarcks Rolle darin wurden von den Historikern erst nach dem Berliner Kongress 1878 geschrieben, da sic h die Beziehungen zwischen dem Osmanischen Reich und Deutschland ab da erst entwickelten. Ab dieser Zeit findet man viel Literatur.

Die gedruckte deutsche Aktensammlung, „Die große Politik der Europäischen Kabinette.1871-1914“, Band I, ist für meine Arbeit eine wichtige Quelle. Die in diesem genannten Band enthaltenen Dokumente sind zum größten Teil Schriftstücke zwischen dem deutschen Auswärtigen Amt und den deutschen Botschaften in Russland, Österreich-Ungarn und England. Die sich im Haus-, Hof- und Staatsarchiv befindenden Dokumente sind eine andere wichtige Quelle für diese Arbeit. Sie geben uns viele wichtige Informationen über den Berliner Kongress aus der Ansicht von Österreich-Ungarn. Für die Protokolle des Kongresses nutzte ich das von Imanuel Geiss veröffentlichte Buch „Berliner Kongreß 1878, Protokolle und Materialen“. Die Protokolle kann man in seinem Werk auf Französisch und Deutsch finden.

Die Doktorarbeit von Mehmet Cebeci „Die deutsch-türkischen Beziehungen in der Epoche Abdulhamids II. (1876-1908)“ erhält reichliche Informationen für diese Arbeit. In seinem Werk nutzt Cebeci die osmanischen Archive und zwei gedruckte deutsche Aktensammlungen. Eine andere wichtige Literatur für meine Arbeit ist die Doktorarbeit von Friedrich Scherer „Adler und Halbmond: Bismarck und der Orient 1878- 1890“ aus der wissenschaftlichen Reihe der Bismarck Stiftung. In dem ersten Abschnitt dieses Werkes findet man wichtige Informationen über die Beziehungen zwischen den osmanischen Bevollmächtigten und Bismarck im Berliner Kongress von 1878. Die Hauptquellen dieser Arbeit von Scherer stammen aus den Akten des Auswärtigen Amtes (Bonn-Berlin). Die nächste wichtige Literatur für meine Arbeit ist das Buch „Der Berliner Kongress 1878 und das Völkerrecht“ von Serge Maiwald. In dem Buch werden völkerrechtliche Einzelfragen vom Berliner Kongress dargestellt. Maiwald nutzte in seinem Werk die amtlichen Protokolle, bekannte große Memoirenwerke und die Biografien der Staatsmänner, die am Kongress teilnahmen.

Die Erinnerungen sind in der Geschichtswissenschaft genauso wichtig wie ein Dokument, obwohl sie subjektive Elemente, emotionale und parteiische Charaktere des Autors beinhalten können. Die Denkwürdigkeit des Fürsten Chlodwig zu Hohenlohe-Schillingsfürsts, der der dritte Bevollmächtigte von Deutschland im Berliner Kongress und gleichzeitig deutscher Botschafter in Paris war, ist wesentlich für diese Arbeit. Genauso wichtig sind auch die Aufzeichnungen des Joseph Maria von Radowitz, der Sekretär im Berliner Kongress und eigentlich deutscher Gesandter in Athen war. Die Erinnerungen von Bismarck, der der Hauptakteur unsere Studie ist, geben leider wenige Informationen über sein Verhältnis gegenüber dem osmanischen Reich und seinen Bevollmächtigten im Berliner Kongress von 1878 wieder, obwohl über seine orientalische Politik viel geschrieben wurde.

Mahmud Celaleddin Pascha, der während des Berliner Kongresses eine hochrangige Stellung in der osmanischen Regierung hatte, schrieb in seinem Buch „Mir`at-i Hakikat“, in dem er die politischen Ereignisse vom Osmanischen Reich von 1875-1879 protokollierte, über Bismarcks Verhältnis zu dem Osmanischen Reich und seinen Bevollmächtigten wertvolle Informationen. Dies ist eine wichtige Quelle, um die Ansichten von Bismarck gegenüber dem Osmanischen Reich und seinen Bevollmächtigten zu erfahren. In dem letzten Abschnitt seines Buches gibt er das Memorandum3 von Alexander Karatodori Pascha,4 der der erste Vertreter des Osmanischen Reichs in dem Berliner Kongress war, wieder. Dieses Memorandum ist für uns eine wichtige Quelle, weil dieses die Sicht von dem ersten Bevollmächtigten des osmanischen Reichs über das Zusammenfinden und den Verlauf des Kongresses und besonders Bismarcks Haltung zu den osmanischen Bevollmächtigten wiedergibt.

Im ersten Abschnitt dieser aus drei Abschnitten bestehenden Arbeit werden der Ablauf bis hin zum Berliner Kongress in Europa, die Politik der Großmächte über den Balkan und im Allgemeinen der Verlauf des Berliner Kongresses und seine Folgen erklärt. Im zweiten Abschnitt werden das Verhältnis Bismarcks gegenüber dem Osmanischen Reich in der Umgebung des europäischen Friedens, die Bosnien-Herzegowina-Frage und die deutsch-russischen Beziehungen untersucht. Und im letzten Abschnitt erforsche ich die Haltung Bismarcks gegenüber den osmanischen Bevollmächtigten und seine Ansichten und Gründe für seine Haltung ihnen gegenüber. Schließlich erwähne ich kurz zum Vergleich Bismarcks Haltung gegenüber den Bevollmächtigten der anderen Länder.

I. DER BERLINER KONGRESS UND SEINE VORGESCHICHTE

1 Der Ablauf zum Berliner Kongress

1.1 Die politische Haltung den Großmächten im Balkan vor dem Berliner Kongress

Durch die tyrannische Haltung des Osmanischen Reichs im Balkangebiet und die Entwicklungen der nationalistischen Bewegungen in Europa entstanden vor dem Berliner Kongress viele nationalistische Aufstände von den balkanischen Völkern gegen das Osmanische Reich. Diese beschäftigten einen enormen Teil der Außenpolitik der europäischen Mächte. Aufgrund der Interessen der Großmächte, besonders Englands, Russlands und Österreich-Ungarns, in dem Balkangebiet gab es unter den Großmächten Meinungsverschiedenheiten. Und dieses verhinderte die Lösung der Probleme im Balkan und war ein Grund für die Anspannungen in Europa.

Russland spielte vor dem Berliner Kongress die wirksamste Rolle im Balkangebiet. Russland, das sich ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts für seine geschichtlichen Ziele im Osmanischen Reich viel Mühe gab, musste nach der Niederlage im Krimkrieg im Pariser Friedensvertrag von 1856 im Artikel 11 die Neutralisierung des Schwarzen Meeres hinnehmen. Somit konnte Russland nicht mehr mit Kriegsschiffen ins Schwarze Meer. Mit der Unterdrückung Russlands gegenüber Europa und der diplomatischen Hilfe von Bismarck schaffte es Russland, den Artikel des Pariser Friedensvertrag in der Londoner Konferenz 1870 aufzuheben. Vor dem Berliner Kongress war Russlands Außenpolitik der Ansicht, dass das Osmanische Reich ein Hindernis für die russischen Ziele sei und aus diesem Grund zunichtegemacht werden müsste. Für dieses Ziel führte Russland in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts die balkanischen Rebellionen an und hetzte sie gegen das Osmanische Reich auf. So konnte Russland über ein neu gegründetes Slawisches Land in die Ägäis gehen.5

England, eines der stärksten Länder des 19. Jahrhunderts, war das Land, das am meisten in dem Gebiet mit Russlands Interessen zusammenstieß. England sah Russlands Interessen als Bedrohung, da Russland über das im Balkan gegründete Slawische Land über die Ägäis und über die Meerengen vom Osmanischen Reich ins Mittelmeer kommen könnte. Aus diesem Grund durfte Russland laut England in keinem Fall in den Süden kommen. Laut England konnte der Seeweg vom Mittelmeer nach Indien, das Rote Meer und der Sueskanal nur gesichert werden, wenn das Osmanische Reich gegen Russland abgewehrt und Russlands Einfluss auf den Balkan beendet werde.6

Die Ziele von Russland im Balkan störten nicht nur England, sondern auch Österreich-Ungarn. Österreich-Ungarn war bewusst, dass ihre Grenzsicherung im Balkan beginnt. Sie sahen auch, wie England, das Ziel Russlands, im Balkan ein großes Slawisches Land zu gründen, als Bedrohung. So ein Land unter dem russischen Einfluss könnte ein Grund für die in Österreich-Ungarn lebenden Slawen sein, nationale Bewegungen in Österreich-Ungarn zu veranstalten.7 Die Anzahl der Konflikte zwischen Österreich und Russland im Balkangebiet stiegen besonders im Jahre 1875 mit den Balkanaufständen an.

Vor dem Berliner Kongress stoßen die Interessen Frankreichs im Balkangebiet auf Englands Interessen.8 Aber Frankreich war im diplomatischen Schauplatz nicht sehr aktiv, da Frankreich nach der Niederlage gegen Deutschland (1870/71) seine Wichtigkeit in der internationalen Gesellschaft in großem Maße verloren hatte, die Franzosen in inneren Krisen lebten und von den Großmächten isoliert wurden. Deswegen konnte sich Frankreich nicht direkt um die in Europa entstandene Krise kümmern.9

Die Unruhe im Balkangebiet vor dem Berliner Kongress war einer der größten Probleme im Osmanischen Reich, das seit Anfang des 19. Jahrhunderts im Dekadenzprozess war. Das Osmanische Reich konnte sich von Anfang des 19. Jahrhunderts an nicht mehr ausreichend um die Balkanvölker kümmern, da das Osmanische Reich mit seiner niedergehenden Ökonomie und Reformisten, die das Regime störten, beschäftigt war. Und deshalb konnte es in dem Balkangebiet keine Ruhe schaffen.10

1.2 Die Außenpolitische Ansicht Bismarcks und seine Haltung gegenüber dem Osmanischen Reich vor dem Berliner Kongress

Nachdem die Deutschen Frankreich im deutsch-französischen Krieg im Jahr 1870/71 besiegt hatten und sich infolgedessen das Deutsche Reich als Einheit verbündete, veränderte sich die Machtbalance in Europa sehr. Und diese Veränderungen brachten die Großmächte in Europa in Unruhe.11

Bismarck, der Reichskanzler des neu gegründeten Deutschen Reichs, war, bis Wilhelm II. an die Macht kam, der mächtigste und einflussreichste Mann des Deutschen Reichs, und besonders in der Außenpolitik.12 Er bestimmte die Außenpolitik des neugegründeten Deutschen Reichs, das nach den großen Kriegen gegründet wurde, die deutschen Gewinne zu schützen, die Sicherung Deutschlands zu schaffen und mit den europäischen Ländern im Einklang zu leben. Laut Bismarcks Ansicht konnte es nur möglich sein, das neu gegründete Deutsche Reich mit dieser Politik zu organisieren.13 Um diese zu schaffen, musste man erst eine Teilnahme Deutschlands an einem Kolonialreich in Übersee, in dem die Interessen großer Mächte liegen, verhindern. Besonders sollte man bei den Beziehungen zwischen dem Deutschen und dem Osmanischen Reich die Interessen der Großmächte, besonders England, Russland und Österreich- Ungarn, an dem Osmanischen Reich beachten. So konnte man die Beunruhigungen der Großmächte über die Gründung des Deutschen Reichs verhindern und die Großmächte konnten es hinnehmen, dass das Deutsche Reich in Europa existierte.14

Nach seiner politischen Auffassung musste das Deutsche Reich die gegen das Deutsche Reich entstehen könnenden Bündnisse verhindern.15 Laut ihm könnten sich die Länder, die Deutschland beizeiten hassten, aufgrund falscher Politik Deutschlands rasant zusammenschließen und deutschfeindliche Elemente in jenen Ländern an die Macht gelangen.16 Bismarcks größte Sorge war, dass Frankreich, das eine große Niederlage durch das Deutsche Reich hatte, mit Russland gegen das Deutsche Reich ein Bündnis eingehen könnte. Um dies zu verhindern, unterstützte Bismarck Russland auf dem internationalen Schauplatz, besonders bei Russlands oben genannten Zielen auf das Osmanische Reich und hielt bei einigen Schritten zwischen den deutsch-osmanischen Beziehungen Abstand, die Russland nicht gefallen haben.17

Bismarck, der in dem ersten Gründungsjahr des Deutschen Reichs versucht hatte, die Beziehungen mit dem osmanischen Reich auf einem unteren Niveau zu halten,18 erlaubte nach der Beharrlichkeit des osmanischen Sultans, im Juli 1874 in Berlin eine osmanische Botschaft zu eröffnen. So kamen die diplomatischen Beziehungen zwischen diesen Ländern auf ein Botschaftsniveau. Aber Bismarck waren die Fragen, die das osmanische Reich interessierten, aufgrund der Interessen der Großmächte immer noch gleichgültig.19 Deshalb gab er dem deutschen Botschafter in Istanbul Anweisungen, dass er immer bei allen Themen, die Deutschland nicht interessierten, teilnahmslos sein sollte.20 Bismarck betonte offen sein Desinteresse an dem Osmanischen Reich und zwar am 5. Dezember 1876 in seiner Rede im Bundestag:

Ich will zu aktiver Beteiligung Deutschlands an den orientalischen Dingen nicht raten, solange ich darin kein Interesse sehe, das auch nur die gesunden Knochen eines einzigen pommerschen Musketiers wert wäre.21

Das osmanische Reich hatte in Bismarcks Augen keinen wert.22 Seiner Meinung nach war das osmanische Reich es nicht Wert, ein Grund für einen Krieg zwischen den europäischen Ländern zu sein. Bismarck glaubte, dass die Krise im Balkan den europäischen Frieden bedrohte. Am 20. Oktober 1876 sagte er Folgendes:

Die ganze Türkei mit Einrechnung der verschiedenen Stämme ihrer Bewohner ist als politische Institution nicht so viel wert, daß sich die zivilisierten europäischen Völker um ihretwillen in großen Kriegen gegenseitig zugrunde richten sollten.23

Bismarck glaubte, dass die politischen Ansichten im Osmanischen Reich einen negativen Einfluss auf die Krise im Balkan aufwiesen, mit der die Großmächte vor dem Berliner Kongress Konflikte hatten. Laut Bismarck wollte sich das Osmanische Reich aus diesen Konflikten zwischen den Großmächten Vorteile bringen, um somit den Tag zu retten und um sich in Sicherheit zu wiegen. Bismarck war der Ansicht, dass diese Politik nicht realistisch war.24

Obwohl die Großmächte vor dem Berliner Kongress auf den Balkan starrten, fand Bismarck den Balkan und die nationalen Bewegungen in diesem Gebiet uninteressant für die deutschen Vorteile.25 Aber Bismarck war der Meinung, wenn die europäischen Mächte für ihre Interessen im Balkan einen Krieg in Europa führen würden, könnte er dem Deutschen Reich sehr viele Nachteile bringen.26 Um so einen Krieg zu verhindern, musste das osmanische Balkangebiet laut Bismarck auf die Großmächte aufgeteilt werden, bevor die Balkankrise ein Grund für einen europäischen Krieg werden würde.27

1.3 Der Russisch-Osmanische Krieg 1877/78 und seine Folgen

Die Unzufriedenheit in dem Balkangebiet vergrößerte sich nach der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Durch diese Unzufriedenheit brachen Aufstände gegen das osmanische Reich im Sommer 1875 in Bosnien und Herzegowina aus. Diese Aufstände, die sich in kürzester Zeit in den anderen Balkangebieten verbreiteten, wurden durch das osmanische Reich blutig und unerwartet stark unterdrückt.28

Die europäischen Zeitungen haben übertriebene Berichte über die Unterdrückung der Balkanvölker durch das osmanische Reich an die Öffentlichkeit gebracht. Die europäische und russische Öffentlichkeit haben emotional darauf reagiert und setzten ihre Regierungen unter Druck, die Balkanvölker zu unterstützen. Die deutsche Öffentlichkeit setze ihre Regierung auch unter Druck. Die liberalen deutschen Zeitungen sprachen sogar von Solidarität für die unterdrückten Völker im Balkan.29 Bismarck dachte anders als die Öffentlichkeit. Für Bismarck war es nicht wichtig, wie das osmanische Reich mit seinen Untertanen umging. Wichtig war für ihn, welche Haltung Deutschland annehmen sollte, wenn ein europäischer Krieg durch die orientalische Frage stattfände.30 Die größte Unruhe für Bismarck war in dieser Situation, dass Russland und Österreich-Ungarn durch den Balkan einen Krieg anfangen könnten. Und so würde der Dreikaiserbund vernichtet werden, der Bismarck immer gegen Frankreich stützte.31

Um diese Situation zu verhindern, schlug Bismarck vor, dass die bestimmten osmanischen Gebiete zwischen den Großmächten verteilt werden sollten, sodass alle Großmächte zufrieden sind. Bismarcks Vorschlag an die Großmächte trat nicht in Kraft, nachdem England Bismarcks Vorschlag ablehnte.32 Daraufhin trafen sich die europäischen Diplomaten am 23. Dezember 1876 in Istanbul, um die im Balkan entstandene Krise zu diskutieren und zu lösen. Diese Diplomaten haben dem Osmanischen Reich für die Balkankrise mehrere Vorschläge angeboten und warnten das Osmanische Reich vor schnellen Reformen in dem Gebiet.33 Das Osmanische Reich empfand die Vorschläge der europäischen Diplomaten als Einmischung in seine inneren Angelegenheiten und aus diesem Grund lehnte es sie ab. Daraufhin gingen die europäischen Diplomaten am 20. Januar 1877 auseinander.34 Europa warnte das Osmanische Reich vor den Reformen nach dem Londoner Protokoll (1877) ein letztes Mal. Nach einer Ablehnung durch das Osmanische Reich gegen dieses Protokoll erklärte Russland dem Osmanischen Reich den Krieg zur Befreiung der Balkanchristen.35

Durch die Kriegserklärung Russlands gegen das Osmanische Reich war Bismarck sehr beunruhigt, dass dieser Krieg sich auf die anderen Mächte, besonders auf Österreich-Ungarn, ausweiten könnte.36 Deswegen bemühte er sich diplomatisch sehr, den Krieg zwischen dem Osmanische Reich und Russland lokal zu halten:37 “Um in diesem Sinne den eventuellen Krieg zu lokalisieren, würden wir uns zu bestreben haben, Österreich und England in der Neutralität zu erhalten.”38 Er erklärte auch politische Unterstützung des Deutschen Reichs für Russland bei dem Krieg39 und lehnte den Wunsch des Osmanischen Reichs, dass Deutschland zwischen Russland und dem Osmanischen Reich vermitteln sollte.40

Russland errang einen großen Sieg gegen das Osmanische Reich. Nach dem klaren russischen Sieg im Russisch-Türkischen Krieg 1877/1878 unterzeichneten die beiden Länder den Friedensvertrag von San Stefano, der das Osmanische Reich sehr schädigte.41 Mit diesem Vertrag sollte das dem Osmanischen Reich unterlegene Bulgarien sich um Ostrumelien und Makedonien bis zur Ägäis ausbreiten und ein autonomes Fürstentum werden. Serbien, Montenegro und Rumänien sollten unabhängig sein. Mit diesem Vertrag bildete Russland den Balkan nach seinem Willen.42 Aber England und Österreich-Ungarn reagierten sofort auf diese neue Ordnung, da die neue Ordnung im Balkan durch Russland ihre Interessen bedrohte.43

Mit der Nichtanerkennung des San Stefano-Vertrags durch England und Österreich-Ungarn entstand eine noch größere Krise in Europa als vor dem Russisch-Osmanischen Krieg.44 Russland versuchte, sich mit England und Österreich-Ungarn zu verständigen, da Russland nicht noch einen weiteren Krieg befürworten konnte.45

Bismarck freute sich eigentlich über die Konflikte zwischen den Großmächten, besonders zwischen Österreich-Ungarn und Russland. Mit diesen Konflikten konnte man keine Allianz gegen Deutschland gründen.46 Aber er war auch der Meinung, dass es für Deutschland unberechenbare Folgen hätte, wenn die Konflikte eine Bedrohung für einen europäischen Krieg bilden würden.47 Besonders könnte ein eventueller Krieg zwischen Österreich-Ungarn und Russland das Deutsche Reich in eine schwerere Situation bringen.48 Um dieses zu verhindern, vermittelte Bismarck zwischen St. Petersburg, London und Wien für eine Lösung, sodass Berlin im März und April ein großartiges diplomatisches Zentrum war.

Nach dem diplomatischen Austausch zwischen den Großmächten akzeptierte Russland den Kongressvorschlag von Österreich-Ungarn und England.49 Nach langen Diskussionen wurde als Kongressort Berlin ausgewählt, das gerade der Mittelpunkt der internationalen Politik war.50 Auf diese Weise lud Bismarck die sechs großen Mächte, die dem Pariser Frieden von 1856 unterzeichneten und an der Pontuskonferenz von 1871 teilnahmen, zum in Berlin zusammenkommenden Kongress ein, um den Friedensvertrag von San Stefano zu diskutieren, die in Europa entstandene Krise und die eventuelle Kriegsbedrohung zu vernichten.51

1.4 Die Erwartungen der Großmächte an den Kongress

Bismarck erklärte offen die Erwartungen des Deutschen Reiches an den Kongress in seiner Reichstagsrede vom 19. Februar 1878. Laut ihm wünschte das Deutsche Reich vom Kongress keine Gewinne. Er betonte in seiner Rede, dass er für Deutschland die Einigung der Großmächte wünscht. Das Deutsche Reich konnte sich laut ihm in Europa nur entwickeln, solange es in Europa keinen Krieg gab.52 Bismarcks Lösung zur Einigung der Großmächte im Kongress war, dass England Ägypten für die Sicherung des britischen Kolonialreichs auf dem Indischen Subkontinent und Österreich-Ungarn Bosnien und Herzegowina für die Sicherung seiner Grenzen besetzen müssen. Die Balkangebiete, in dem die Türken in der Mehrheit waren, sollten dem Osmanischen Reich gelassen werden.53 Bismarcks oberste Wünsch im Kongress war, dass Österreich-Ungarn und Russland sich im Kongress verständigen54 und Russland, das nach seinem großen Sieg im Russisch-Türkischen Krieg von 1877-1878 an dem Kongress teilnahm, nicht gekränkt werden sollte.55

Österreich-Ungarn wollte im Kongress den Einfluss Russlands im Balkan, den Russland mit dem Friedensvertrag von San Stefano gewann, verhindern. Aus diesem Grund musste besonders ein großes slawisches Land im Balkan abgewehrt werden.56 Ein anderer Wunsch Österreich- Ungarns im Kongress war die Okkupation Bosniens und Herzegowinas für sich.57 England wollte auch wie Österreich-Ungarn, dass die Gewinne Russlands durch San Stefano im Berliner Kongress minimalisiert werden. Um dies zu schaffen, wollte England das Osmanischen Reich gegen Russland bei vielen Themen des Kongresses unterstützen.58

[...]


1 Über den Nationalismus in dem letzten Zeitabschnitt des Osmanischen Reichs siehe: SOCIALISM AND NATIONALISM in the Ottoman Empire 1876-1923, hrsg. von Mete Tuncay und Erik Jan Zürcher, London und New York 1994.

2 Für die Reformen des Osmanischen Reichs in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, siehe: DAVISON, RODERIC H.: Reform in the Ottoman Empire: 1856-1876, New York 1973.

3 Dieses Memorandum über den Berliner Kongress wird von dem ersten Bevollmächtigten des osmanischen Reichs, Karatodori Pascha, verfasst, um es dem Großwesir des Osmanischen Reichs, Safvet Pascha, zu übergeben.

4 Man findet verschiedene Schreibweisen des ersten osmanischen Bevollmächtigten im Berliner Kongress von 1878 in der Literatur; Carathéodori, Carathéodory, Caratheodory, Karatheodori. In der osmanischen Historiographie Karatodori Pasa. In dieser Arbeit wird auch wie in der osmanischen Historiographie Karatodori benutzt.

5 Vgl. DER BERLINER KONGREß 1878: Protokolle und Materiallen, hrsg. von Imanuel Geiss, Boppard am Rhein 1978, S. XIII, GEISS, IMANUEL: Der Berliner Kongress 13. Juni-13. Juli 1878, hrsg. von Karl Otmar Freiherr von Aretin, in Bismarcks Aussenpolitik und der Berliner Kongress, Wiesbaden 1978, S. 74-75 und 80, SHAW, STANFORD J.; SHAW, EZEL KURAL: History of the Ottoman Empire and Modern Turkey. Reform, Revolution and Republic: The Rise of Modern Turkey 1808-1975, Bd. II., Cambridge, London, New York und Melbourne 1977, S. 172.

6 Vgl. DER BERLINER KONGREß 1878 (hrsg. von Imanuel Geiss): 1978, S. XII-XIII, GEISS: 1978, S. 81.

7 Vgl. DER BERLINER KONGREß 1878 (hrsg von Imanuel Geiss): 1978, S. XV.

8 Vgl. SAID, EDWARD W.: Orientalism, London 2003, S. 220.

9 Vgl. GEISS: 1978, S. 78 und 82.

10 Vgl.TEKEMEN, EYLEM: Berlin Kongresi ve Osmanli Devleti (1878), T.C. Abant Izzet Baysal Üniversitesi Sosyal Bilimler Enstitüsü, Yüksek Lisans Tezi, Bolu 2006, S. 6-9, http://pomaknews.com/wp-content/uploads/2012/02/Berlin-kongresi-ve-osmanli-devleti- 1878.pdf, angesehen: 22.09.2016.

11 Vgl. GEISS: 1978, S. 76.

12 Vgl. AKTAS, HAYATI: Türk-Alman Askeri Iliskileri (1913-1918), Konya 1994, S. 5. Besonders in den deutsch-osmanischen Beziehungen war Kaiser Wilhelm II. nicht aktiv. Zum Beispiel zwischen Kaiser Wilhelm II. und dem osmanischen Sultan Abdulhamid II., der zwischen 1876 und 1909 der osmanische Sultan war, findet man fast gar keine Beziehung außer dem Gratulationstelegramm, das Kaiser Wilhelm II. zum Auftritt Abdulhamid II. nach Istanbul sandte. CEBECI, MEHMET: Die deutsch-türkischen Beziehungen in der Epoche Abdulhamids II. (1876-1908). Die Rolle Deutschlands in der türkischen Außenpolitik unter besonderer Berücksichtigung der Bulgarischen, Ägyptischen und Armenischen Frage, Marburg 2010, S. 32-33.

13 Vgl. ORTAYLI, ILBER: Ikinci Abdulhamit Döneminde Osmanli Imparatorlugunda Alman Nüfuzu, Ankara Üniversitesi Siyasal Bilgiler Fakültesi Yayinlari Nr. 479, 100. Dogum Yilinda Atatürk`e Armagan Dizisi: 24, Ankara 1981, S. 19, AKTAS: 1994, S. 5, VALENTIN, VEIT: Geschichte der Deutschen, Bd. II., 2. Aufl., Berlin 1947, S. 125.

14 Vgl. OTTO VON BISMARCK: Gedanken und Erinnerungen, in: Otto von Bismarck- Gesammelte Werke/Neue Friedrichsruher Ausgabe, Bd. I., hrsg. von Konrad Canis, Lothar Gall, Klaus Hildebrand und Eberhard Kolb, Bearb. von Michael Epkenhans und Eberhard Kolb, Paderborn, München, Wien und Zürich 2012, S. 320-321, Vgl. SCHIEDER, THEODOR: Europäisches Staatensystem und Gleichgewicht nach der Reichsgründung, hrsg. von Karl Otmar Freiherr von Aretin, in Bismarcks Aussenpolitik und der Berliner Kongress, Wiesbaden 1978, S. 17, AYKAR, HAKAN: Bismarck ve II. Wilhelm`in osmanli üzerine Düsünceleri, Mugla Üniversitesi Sosyal Bilimler Enstitüsü Tarih Anabilim Dali, Mugla 2003, S. 10-11, TEPEKAYA, MUZAFFER: Osmanli-Alman Iliskileri (1870-1914), Türkler, Bd. XIII., Ankara 2002, S. 40-56.

15 Vgl. MOMMSEN, WILHELM: Geschichte des Abendlandes. Von der Französischen Revolution bis zur Gegenwart 1789-1945, München 1951, S. 445.

16 Vgl. SCHERER, FRIEDRICH: Adler und Halbmond. Bismarck und der Orient 1878-1890, in: Otto-von-Bismarck-Stiftung/Wissenschaftliche Reihe, hrsg. von Lothar Gall, Ferdinand Schöningh, Paderborn, München, Wien und Zürich 2001, S. XI-XII und 58, OTTO VON BISMARCK: Gedanken und Erinnerungen, 2012, Bd. I., S. 352-353.

17 Vgl. CANIS, KONRAD: Bismarcks Aussenpolitik 1870 bis 1890: Aufstieg und Gefährdung, Paderborn, München, Wien und Zürich 2004, S. 126, TEKEMEN: 2006, S. 21, BAYKAL, BEKIR SITKI: Bismarcks Gedanke einer Aufteilung des Osmanischen Reiches, Ankara Üniversitesi Dil ve Tarih-Cografya Fakülte Dergisi, Ankara 1943, S. 14, http://dergiler.ankara.edu.tr/dergiler/26/1036/12502.pdf, angesehen: 26.08.2016.

18 Vgl. Aktas: 1994, S. 5.

19 Vgl. ALKAN, M. NAIL: Hayranlık, Dostluk ve Çıkar hçgeninde Türk-Alman İlişkileri, SDU Faculty of Arts and Sciences Journal of Social Sciences, April 2014, Nr. 34, S. 42.

20 Vgl. ALTINTAS, YUSUF ZIYA: Otto von Bismarck ve Osmanli`daki Imaji, T.C. Istanbul Üniversitesi Sosyal Bilimler Enstitüsü Tarih Anabilim Dali, Istanbul 2012, S. 84, https://www.academia.edu/4662331/Otto_von_Bismarck_ve_Osmanl%C4%B1daki_%C4 %B0maj%C4%B1, angesehen: 26.10.2016.

21 Zitiert nach BÜLOW, BERNHARD FÜRST VON: Denkwürdigkeiten. Jugend- und Diplomatenjahre, hrsg. von Franz von Stockhammern, Bd. IV., Berlin 1931, S. 429.

22 Vgl. SCHERER: 2001, S. 38, BAYKAL: 1943, S. 17, GOTTHOLD, RHODE: Der Berliner Kongress und Südosteuropa, hrsg. von Karl Otmar Freiherr von Aretin, in Bismarcks Aussenpolitik und der Berliner Kongress, Wiesbaden 1978, S. 109.

23 Zitiert nach CEBECI: 2010, S. 33.

24 Vgl. OTTO VON BISMARCK: Gedanken und Erinnerungen, 2012, Bd. I., S. 369.

25 Vgl. GEISS: 1978, S. 82, GEISS, IMANUEL: Der Berliner Kongress - Eine historische Retrospektive, in: Der Berliner Kongress von 1878: Die Politik der Grossmächte und die Probleme der Modernisierung in Südosteuropa in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, hrsg. von Ralph Melville und Hans-Jürgen Schröder, Wiesbaden 1982, S. 37, CEBECI: 2010, S. 33., SCHERER: 2001, S. 36-37, SCHÖLLGEN, GREGOR: Imperialismus und Gleichgewicht. Deutschland, England und die orientalische Frage 1871-1914, München 1992, S. 17.

26 Vgl. GEISS: 1978, S. 76-77.

27 Vgl. CEBECI: 2010, S. 34, BAYKAL: 1943, S. 13-28.

28 Vgl. MACKENZIE, DAVID: Russia`s Balkan policies under Alexander II, 1855-1881, in: Imperial Russian foreign policy, Hugh Ragsdale, Cambridge 1993, S. 219-246, ULLRICH, VOLKER: Die Nervöse Großmacht: Aufstieg und Untergang des deutschen Kaiserreichs 1871-1918, Frankfurt am Main 1997, S. 83, PALMER, ALAN WARWICK: Verfall und Untergang des Osmanischen Reiches, Übers. von Maria Rosken und Ilse Strasmann, München und Leipzig 1994, S. 206-207, TEKEMEN: 2006, S. 2, Mommsen, 1951, S. 447.

29 Vgl. CANIS: 2004, S. 156, Palmer: 1994, S. 156.

30 Vgl. CANIS: 2004, S. 118, Cebeci: 2010, S. 33, Scherer: 2001, S. 36-37.

31 Vgl. SHAW, STANFORD J.; SHAW, EZEL KURAL: 1977, S. 173.

32 Vgl. SHAW, STANFORD J.; SHAW, EZEL KURAL: 1977, S. 173.

33 Vgl. DUMONT, PAUL: Tanzimat Dönemi (1839-1878), in: Osmanli Imparatorlugu Tarihi, hrsg. von Robert Mantran, Bd. I., Übers. von Server Tanilli, Istanbul 1995, S. 135, PALMER: 1994, S. 213-216, TEKEMEN: 2006, S. 8-19, NOVOTNY, ALEXANDER: Österreich, die Türkei und das Balkanproblem im Jahre des Berliner Kongresses, in: Quellen und Studien zur Geschichte des Berliner Kongresses 1878, Veröffentlichungen der Kommission für Neuere Geschichte Österreichs, Bd. I., Graz und Köln 1957, S. 21-22.

34 Vgl. EYCK, ERICH: Bismarck, Bd. III., Erlenbach und Zürich 1944, S. 241, TEKEMEN: 2006, S. 22.

35 Vgl. KISSINGER, HENRY: Diplomacy, London 1995, S. 152-153, MEDLICOTT, WILLIAM N.: Bismarck, Gladstone and the concert of Europe, London 1956, S. 2-3, MACKENZIE: 1993, S. 237, KARAL, ENVER ZIYA: Birinci Mesrutiyet ve Istibdat Devirleri 1876-1907, in Osmanli Tarihi, Bd. VIII., 3. Aufl., Atatürk Kültür, Dil ve Tarih Yüksek Kurumu Türk Tarih Kurumu Yayinlari, Ankara 1988, S. 25-40, HACISALIHOGLU, MEHMET: Die Jungtürken und die Mazedonische Frage (1890-1918), Südosteuropäische Arbeiten; Nr. 116, München 2003, BUCHMANN, BERTRAND MICHAEL: Österreich und das Osmanische Reich; eine bilaterale Geschichte, Wien 1999, PALMER: 1994, S. 218-219, NOVOTNY: 1957, S. 22, CANIS: 2004, S. 117, TEKEMEN: 2006, S. 23.

36 Vgl. SALIS, JEAN RUDOLF VON: Die historischen Grundlagen des 20. Jahrhunderts: 1871-1904, in: Weltgeschichte der neuesten Zeit, Bd. I., Zürich 1951, S. 92-93.

37 OTTO VON BISMARCK: Schriften 1877-1878, in: Otto von Bismarck- Gesammelte Werke/Neue Friedrichsruher Ausgabe, Bd. III., hrsg. von Konrad Canis, Lothar Gall, Klaus Hildebrand und Eberhard Kolb, Bearb. von Michael Epkenhans und Erik Lommatzsch, Paderborn, München, Wien und Zürich 2008, S. 5-7.

38 Zitiert nach CEBECI: 2010, S. 35.

39 OTTO VON BISMARCK: Schriften 1877-1878, 2008, Bd. III., S. 204-206.

40 OTTO VON BISMARCK: Schriften 1877-1878, 2008, Bd. III., S. 303-304.

41 Vgl. UCAROL, RIFAT: Bir Osmanlı Paşası ve Dönemi. Gazi Ahmet Muhtar Paşa (Askerî ve Siyasî Hayatı), 1976, S. 129, KARAL: 1988, S. 57-73, CEBECI: 2010, S. 40-41, PALMER: 1994, S. 226-227, HILLGRUBER, ANDREAS: Grundzüge der Aussenpolitik Bismarcks von der Reichsgründung bis zum Abschluss des Dreibundes 1882, in: Bismarcks Aussenpolitik und der Berliner Kongress, hrsg. von Karl Otmar Freiherr von Aretin, Wiesbaden 1978, S. 52. Ein türkischer Minister erklärte die Schädigung des Osmanischen Reichs durch diesen Vertrag mit diesem Satz: “Wir unterzeichnen ein blankes Papier, durch das wir die ganze Türkei von Europa an Rußland ausliefern.” Zitiert nach NOVOTNY: 1957, S. 197.

42 Vgl. NÄF, WERNER: Die Epochen der neueren Geschichte: Staat und Staatengemeinschaft vom Ausgang des Mittelalters bis zur Gegenwart, Bd. II., München 1970, S. 323, TEKEMEN: 2006, S. 48, SCHIEDER: 1978, S. 21, PALMER: 1994, S. 226-227, SHAW, STANFORD J.; SHAW, EZEL KURAL: 1977, S. 187-189.

43 Vgl. VALENTIN: 1947, S. 128, KARAL: 1988, 67-69, CEBECI: 2010, S. 41, SCHIEDER: 1978, S. 21, ULLRICH: 1997, S. 86, WERNER: 1970, S. 323, TEKEMEN: 2006, S. 57-58.

44 Vgl. NOVOTNY: 1957, S. 34, TÜRKEN IN BERLIN 1871-1945. Eine Metropole in den Erinnerungen osmanischer und türkischer Zeitungen, hrsg. von Ingeborg Böer, Ruth Haerkötter und Petra Kappert, unter wissenschaftlicher Mitarbeit von Sabine Adatepe, Berlin-New York 2002, S. 6, KOSEV, KONSTANTIN: Die Orientpolitik Preussen- Deutschlands in den 60er und 70er Jahren des 19. Jahrhunderts und die Befreiung Bulgariens, in: Der Berliner Kongress von 1878: Die Politik der Grossmächte und die Probleme der Modernisierung in Südosteuropa in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, hrsg. von Ralph Melville und Hans-Jürgen Schröder, Wiesbaden 1982, S. 78, HILLGRUBER: 1978, S. 52, GEISS: 1978, S. 79 und 86-87, HANTSCH, HUGO: Die Geschichte Österreichs, Bd. II., Graz, Wien und Köln 1962, S. 406-407.

45 Vgl. KENNAN, GEORGE FROST: Bismarcks europäisches System in der Auflösung: die französisch-russische Annäherung 1875 bis 1890, Frankfurt am Main 1981, S. 50-51, DER BERLINER KONGREß UND SEINE VORGESCHICHTE, in: Die Große Politik der Europäischen Kabinette. 1871-1914, Sammlungen der Diplomatischen Akten des Auswärtigen Amtes, hrsg. von Johannes Lepsius, Albrecht Mendelssohn Bartholdy, Friedrich Thimme, Bd. II., 1. Aufl., Berlin 1922-1929, S. 234, ANDONYAN, ARAM: Balkan Harbi Tarihi, Übers. von Zaven Biberyan, 1. Aufl., Istanbul 1975, S. 28, GEISS: 1978, S. 87, NOVOTNY: 1957, S. 259.

46 OTTO VON BISMARCK: Gedanken und Erinnerungen, 2012, Bd. I., S. 366, SALIS: 1951, S. 100, HILDEBRAND, KLAUS: Das vergangene Reich: deutsche Außenpolitik von Bismarck bis Hitler 1871-1945, München 2008, S. 53.

47 Vgl. MATUZ, JOSEF: Das Osmanische Reich. Grundlinien seiner Geschichte, Darmstadt 1985, S. 239, Mommsen, 1951, S. 447.

48 Vgl. NOVOTNY, ALEXANDER: Der Berliner Kongreß und das Problem einer europäischen Politik, in: Historische Zeitschrift 186, 1958, S. 299, Eyck: 1944, S. 245-246, OTTO VON BISMARCK: Schriften 1877-1878, 2008, Bd. III., S. 262-263.

49 Vgl. SHAW, STANFORD J.; SHAW: EZEL KURAL: 1977, S. 189.

50 Bismarck wollte eigentlich nicht, dass der Kongress in Berlin zusammenkommen sollte. Ein Grund dafür war, wie Joseph Maria von Radowitz, der Kongresssekretär, verfasste, Bismarcks gesundheitlicher Zustand. Aber der Hauptgrund war Bismarcks Sorgen, dass eines von den Großmächten, wie Österreich-Ungarn, England oder Russland, vom Kongress nicht zufrieden nach Hause geht und als Gastgeber das Deutsche Reich dafür anschuldigen könnte. Deswegen akzeptierte er als Kongressort Berlin unwillig. RADOWITZ, JOSEPH MARIA VON: Aufzeichnungen und Erinnerungen aus dem Leben des Botschafters, hrsg. von Hajo Halborn, Bd. II. 1878-1890, Berlin und Leibzig 1925, S. 17 und 21, vgl. OTTO VON BISMARCK: Schriften 1877-1878, 2008, Bd. III., S. 288.

51 MAHMUD CELALEDDIN PASA: Mir`at-i Hakikat. Tarihi Hakikatlerin Aynasi, hrsg. Ismet Miroglu, Bd. III., Istanbul 1983, S. 622 und 627, KARAL: 1988, S. 74, TÜRKEN IN BERLIN 1871-1945: 2002, S. 6, TEKEMEN: 2006, S. 52-53.

52 Vgl. DIE REDEN DES MINISTERPRÄSIDENTEN und Reichskanzlers Fürsten von Bismarck im Preußischen Landtage und im Deutschen Reichstage 1877-1879, in: Die politischen Reden des Fürsten Bismarck, hrsg. Horst Kohl, Bd. VII., Stuttgart 1970, S. 80-108.

53 Vgl. SCHERER: 2001, S. 38 und 43, BAYKAL: 1943, S. 17-19, TEKEMEN: 2006, S. 96.

54 OTTO VON BISMARCK: Schriften 1877-1878, 2008, Bd. III., S. 452-453 und 480-481.

55 NOVOTNY: 1957, S. 45 und 63.

56 NOVOTNY: 1957, S. 61.

57 DER BERLINER KONGREß UND SEINE VORGESCHICHTE: 1922-1929, Bd. II., S. 280.

58 MAIWALD, SERGE: Der Berliner Kongress 1878 und das Völkerrecht. Die Lösung des Balkanproblems im 19. Jahrhundert, Stuttgart 1948, S. 38-39, HOHENLOHE-

Details

Seiten
74
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668421066
ISBN (Buch)
9783668421073
Dateigröße
856 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v356114
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
1,8
Schlagworte
Deutsch-türkische Beziehungen Bismarck II. Abdulhamid Das osmanische Reich Berliner Kongress 1878 Russisch-Osmanischer Krieg (1877-1878) Diplomati Politik

Autor

Zurück

Titel: Der Berliner Kongress 1878. Bismarcks Haltung gegenüber dem Osmanischen Reich und seinen Bevollmächtigten