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Die 68er-Bewegung. Ein Wegbereiter für den Linksterrorismus der RAF?

Masterarbeit 2016 76 Seiten

Geschichte - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1) Einleitung

2) Der Gewalt- und Terrorismusbegriff
2.1) Der Gewaltbegriff
2.2) Der Terrorismusbegriff

3) Die 68er-Bewegung und ihre ideologischen Grundlagen

4) Die Außerparlamentarische Opposition (APO), der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS) und die Kommune I

5) Der Tod Benno Ohnesorgs – Wendepunkt in der Gewaltfrage?

6) 1968 – Vom Wort zur Tat?

7) Der Zerfall der Bewegung – Was bleibt?

8) Die erste Generation der Roten Armee Fraktion
8.1) Die Rote Armee aufbauen – Der Gründungsaufruf und die Grundsatzerklärungen
8.2) Das Primat der Praxis und die ersten Todesopfer
8.3) Die Mai-Offensive und die Verhaftung der RAF-Führungsriege

9) Der Kampf im Gefängnis und „Baader-Meinhofs Kinder“
9.1) Die „Offensive ‘77“
9.2) Neuorientierung der RAF

10) Die dritte Generation der RAF

11) Exkurs: Terroristische Alternativen in der BRD und der Welt

12) Fazit

13) Quellen- und Literaturverzeichnis:

1) Einleitung

„Auch nach vier Jahrzehnten ist ‘68‘ nicht ausgedeutet, sondern weiter in Bewegung, noch immer eher Gegenwart als Geschichte.“ [1]

Die Schwierigkeiten einer angemessenen Deutung des Phänomens „1968“ liegen wohl insbesondere in der Multidimensionalität der Protestbewegung, die verschiedene Thematiken, Ideologien und Gruppierungen in sich vereinte. Darüber hinaus basiert die noch immer währende Aktualität des Ereignisses vermutlich zum einen auf dessen gesellschaftlichen Nachwirkungen, die sich insbesondere in gesteigerten Freiheits- und Demokratieforderungen niederschlugen. Zum anderen aber auch auf der Entstehung terroristischer Organisationen wie der Roten Armee Fraktion, die die Bundesrepublik bis kurz vor die Jahrtausendwende in Atem hielt. Mit der sogenannten „68er-Bewegung“ und dem Terror der RAF sah sich die junge Bundesrepublik somit zwei zeitlich aufeinander folgenden Phänomenen gegenüber, die sie vor eine kolossale Herausforderung stellten und nachhaltig prägten. Doch was bleibt davon heute noch im kollektiven Gedächtnis zurück?

Während der 68er-Bewegung auf der einen Seite vorgeworfen wird, den Beginn eines Werteverfalls der Gesellschaft sowie eine staatsgefährdende Abkehr von der parlamentarischen Demokratie hin zum Kommunismus zu markieren, wird sie von anderen als liberalisierendes Moment der Bundesrepublik und Aufbruch in die Moderne hochstilisiert.[2] Es zeigt sich also, dass der Bewegung und den aus ihr resultierten gesellschaftlichen und strukturellen Veränderungen in der Bundesrepublik auch heute noch sowohl positiv als auch kritisch begegnet wird. Hinsichtlich der RAF ist die Sachlage um einiges klarer. In den 28 Jahren ihrer Existenz töteten sie 34 Menschen, vorrangig Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Finanzwelt.[3] Die Gruppe ging als terroristische Vereinigung in die Geschichte ein, der Höhepunkt ihrer Taten im Jahr 1977 ist als der „Deutsche Herbst“ bekannt und die Gruppenmitglieder selbst werden als „gewalttätige Erben“[4] der Bewegung bezeichnet. Besonders der letzte Aspekt impliziert, dass die RAF als terroristische Organisation direkt aus der Studentenbewegung der 60er Jahre hervorging, sie allerdings die Gewalt erst neu für sich entdeckte. Doch können die beiden Phänomene überhaupt in einem direkten kausalen Zusammenhang gesehen werden? Entdeckte die RAF die Gewalt als Mittel des Widerstands tatsächlich erst nach dem Zerfall der Bewegung? Oder ebnete die 68er-Bewegung vielmehr dem Linksterrorismus den Weg, indem sie selbst erste Gewalttendenzen aufzeigte? Dies sind die zentralen Fragen, die es in der vorliegenden Arbeit zu beantworten gilt. In der Forschung herrscht diesbezüglich Uneinigkeit. Während Langguth beispielsweise davon ausgeht, dass die Formierung der Roten Armee Fraktion ohne die vorherige Studentenrevolte nicht stattgefunden hätte[5], argumentiert Straßner, dass eine monokausale Erklärung des deutsche Linksterrorismus basierend auf der 68er-Bewegung der Komplexität der Ereignisse nicht gerecht werden würde.[6] Nichtsdestotrotz deutet die zeitliche Verbundenheit beider Phänomene auch einen kausalen Zusammenhang an, den es jedoch noch zu benennen gilt.

Sowohl die Protestbewegung der späten 60er Jahre als auch die Geschichte der RAF sind außerordentlich gut aufbereitet. Es ist mittlerweile bekannt, welche gesellschaftlichen und politischen Bedingungen die Unzufriedenheit der Protestler hervorriefen und welche Hintergründe zu der politisch motivierten Gewalt der RAF führten.[7] Allerdings hat noch kein zwingender Grund bzw. direkter kausaler Zusammenhang benannt werden können, der ausgehend von der Studentenbewegung in den späteren Terrorakten der RAF kulminierte.[8] Es existiert jedoch eine Bandbreite an Quellen und Literatur zu den beiden Themen. So finden sich beispielsweise diverse Textsammlungen Rudi Dutschkes und Hans-Jürgen Krahls, die beiderseits mitunter die bekanntesten Führungspersönlichkeiten der Studentenbewegung darstellten. Darüber hinaus ist eine Vielzahl an Aufzeichnungen diverser Redebeiträge verschiedenster Konferenzen, Zeitungs- und Fernsehinterviews sowie Flugblättern erhalten. Auch hinsichtlich der RAF gibt es zahlreiche Quellen, jedoch ist die Quellendichte vergleichsweise geringer als die der 68er-Bewegung, da die RAF sich stets bemühte, „ihr Innenleben abzuschirmen und keinerlei Interna nach außen dringen zu lassen“[9]. Demnach finden sich in den Schriften- und Materialsammlungen vorwiegend von der RAF selbst veröffentlichte Texte wie ihre Grundsatzerklärungen oder Bekennerschreiben. Doch es existiert auch eine Briefsammlung aus der Zeit in Gefangenschaft der inhaftierten RAF-Mitglieder, die ein paar wenige Einblicke in das ansonsten so sorgfältig abgeschirmte Innenleben der RAF ermöglicht. Hinsichtlich der Literatur finden sich zahlreiche Überblicksdarstellungen zur 68er-Bewegung, die sowohl den chronologischen Verlauf als auch den politischen und gesellschaftlichen Kontext sowie die ideologischen Wurzeln der Bewegung beleuchten. Auch die Überblickswerke zur Geschichte der RAF befassen sich mit den Wurzeln des vorherrschenden Gedankenguts der Gruppe sowie mit ihrem Entstehungskontext und ihren strukturellen und ideologischen Veränderungen. Besonders geeignet für einen Überblick sind die sehr detaillierten Werke von Wolfgang Kraushaar und Butz Peters, die idealerweise auch noch Zeitzeugen beider Ereignisse gewesen sind. Auch das bekannte Werk „Der Baader Meinhof Komplex“[10] von Stefan Aust eignet sich gut für einen ersten Überblick, jedoch mangelt es dem Werk sehr häufig an Belegen.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich zu Beginn mit dem Gewalt- und Terrorismusbegriff, da diese die Grundlagen der nachfolgenden Untersuchung hinsichtlich des Gewaltverständnisses der Protestler und der RAF bilden. Anschließend werden der grobe Werdegang, die Zielsetzungen, Ideologien und Methoden der Studentenbewegung aufgezeigt. Auch die APO, der SDS und die Kommune I werden diesbezüglich näher beleuchtet und ausgewählte Texte hinsichtlich möglicher Gewalttendenzen untersucht. Danach widmet sich die Arbeit der Geschichte der RAF und setzt auch hier die Schwerpunkte auf die Zielsetzungen, das ideologische Selbstverständnis und die Methoden der Gruppe. Dabei wird zwischen den einzelnen Generationen der RAF-Mitglieder unterschieden. Den Abschluss der Arbeit bildet die Beantwortung der Frage, ob die 68er-Bewegung ein Wegbereiter für den Linksterrorismus der RAF gewesen sein könnte und es wird aufgezeigt, auf welchen Ergebnissen die gewonnene Erkenntnis basiert.

2) Der Gewalt- und Terrorismusbegriff

Denkt man an die 1960er und 1970er Jahre, so sind die Begriffe „Gewalt“ und „Terrorismus“ zwei Schlagworte jener Dekaden. Für ein adäquates Verständnis der Studentenbewegung und des Radikalisierungsprozesses der RAF ist es daher unerlässlich, den Gewaltbegriff, mit welchem die beiden Gruppen während ihres gesamten Bestehens konstant in Berührung kamen, vorab näher zu betrachten. Auch der Terrorismusbegriff sollte beleuchtet werden, der, wie noch zu erläutern sein wird, besonders im Kontext der RAF und ihrer Auseinandersetzung mit dem Staat eine bedeutsame Rolle einnahm. Aber auch hinsichtlich der Studentenbewegung spielte er eine Rolle - wenn auch eine weniger bedeutsame - ,denn Begriffe wie „Polizeiterror“, „Konsumterror“ und „Warenterror“, die die Alltagssprache der Studenten der späten 60er Jahre prägten, erlangte der Terrorismusbegriff neuen Aufschwung und Popularität.[11] Eine allgemeingültige und allseits anerkannte Definition der beiden Begriffe kann allerdings nicht gegeben werden, da in der Forschung kein Konsens darüber herrscht, welche Charakteristika als essentiell für die jeweilige Definition gelten sollten.[12] Daher kann auch hier nur der Versuch einer Annäherung an die beiden Begriffe unternommen werden. Zudem beschränken sich die folgenden Erläuterungen auf die Aspekte, die für das Verständnis der beiden Phänomene Studentenbewegung und RAF von Bedeutung sind.

2.1) Der Gewaltbegriff

Der Begriff der Gewalt ist hochgradig multidimensional, da Gewalt die verschiedensten Ausprägungen und Formen annehmen kann.[13] In Anlehnung an Imbusch kann Gewalt in erster Linie in physische, psychische, institutionelle, strukturelle und symbolische Gewalt unterteilt werden. All diese Subkategorien sind – wie im Folgenden noch zu erläutern sein wird – sowohl im Kontext der Studentenbewegung als auch der RAF von Bedeutung. Unter physischer Gewalt versteht Imbusch eine Handlung mit dem Ziel der Schädigung, Verletzung oder Tötung anderer Personen, wohingegen psychische Gewalt durch Worte, Bilder, den Entzug von Lebensnotwendigkeiten und Ähnlichem darauf abzielt, andere Menschen durch Angstempfindung gefügig zu machen. Auch bestimmte Formen der Folter, die auf seelischen Grausamkeiten basieren, zählt Imbusch zu psychischer Gewalt. Die institutionelle Gewalt bezieht sich besonders auf staatliche Sicherheitsbehörden und Organisationen wie Polizei, Geheimdient und Militär. Diese Form der Gewalt zielt vordergründig auf ein dauerhaftes Abhängigkeits- und Unterwerfungsverhältnis ab, jedoch wird dies in der Regel nicht mit dem Begriff der Gewalt betitelt, da oben genannte Behörden und Organisationen auf einer legitimierten Basis agieren. Zu guter Letzt nennt Imbusch auch die strukturelle Gewalt, die aus systemischen Strukturen hervorgeht und Massenverelendung sowie Massensterben verursacht, und die symbolische Gewalt, die sich in sprachlich vermittelter Gewalt manifestiert und von Beschimpfungen bis hin zu Demütigung und Rufmord reicht. Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass Gewalt im Grunde auf die wie auch immer geartete Schädigung anderer Personen abzielt und durch aktive verbale oder physische Handlungen hervorgerufen wird.

2.2) Der Terrorismusbegriff

Wie schon der Gewaltbegriff ist auch der Terrorismusbegriff nicht leicht zu durchdringen. Nach Hess bezeichnet Terrorismus „eine Reihe von vorsätzlichen Akten direkter physischer Gewalt, die […] punktuell und unvorhersehbar, aber systematisch“[14], unter politischen Ambitionen ausgeführt werden und sich nicht nur auf das unmittelbare Opfer der physischen Gewalt beschränken, sondern auch auf eine psychische Wirkung auf andere Personen abzielen. Walther ergänzt, dass Terroristen durch ihre Aktionen ihre bereits existenten Anhänger begeistern und potentielle Neuzugänge gewinnen möchten.[15] Darüber hinaus gehöre Neubacher zufolge eine konstante Verteidigungsperspektive der Terroristen zu ihrem Weltbild, indem der Feind durchweg als Aggressor gesehen wird, gegen den man sich – legitimer Weise – verteidigen müsse.[16] Dabei kann sich der Terrorismusbegriff sowohl auf revolutionäre Gewalt als auch auf staatliche Gewalt in Konkurrenz um die Machtverhältnisse beziehen.[17] Zusammenfassend lässt sich für den Terrorismusbegriff also festhalten, dass die Aktionen grundlegend politisch motiviert und – im Selbstverständnis der Terroristen – als eine Verteidigungsstrategie wahrgenommen werden, die, abgesehen von dem direkten Opfer der Gewalt, auch auf die Integration Dritter abzielen. Des Weiteren ist hinsichtlich der Studentenbewegung und insbesondere der RAF meist von „Linksterrorismus“ die Rede. Dies meint „eine sozialrevolutionäre Form des Terrorismus“[18], die darauf abzielt, die Arbeiter in Staaten mit kapitalistischer Gesellschaftsordnung durch gewalttätige Aktionen davon zu überzeugen, selbst zur Waffe zu greifen und eine Revolution zu Gunsten des Proletariats zu entfachen.

3) Die 68er-Bewegung und ihre ideologischen Grundlagen

Der Begriff „68er-Bewegung“ und dessen äquivalente Pendants sind keine zeitgenössischen Begriffe, sondern wurden erst zu Beginn der 80er Jahre geprägt.[19] Doch so problematisch sich eine Definition der zuvor genannten Begriffe „Gewalt“ und „Terrorismus“ gestaltet, so schwierig scheint auch eine Beschreibung dessen, was die mythische Jahreszahl „1968“ ausmacht. Dies zeigt sich bereits in der Vielzahl von Begriffen, mit denen das Phänomen beschrieben wird. Während die einen von einer Revolte, Rebellion, einem Aufstand oder gar einer gescheiterten Revolution sprechen, benennen die anderen die Ereignisse von 1968 als Studenten-, Jugend- oder außerparlamentarische Bewegung.[20] Darüber hinaus war die Trägerschaft der Bewegung ein Gemisch aus den unterschiedlichsten linken Gruppen und Strömungen, es herrschte also keinerlei Homogenität.[21] Auch hinsichtlich des Zeitraums, den die Bewegung umfasste, scheint Uneinigkeit und kein allgemeiner Konsens zu herrschen. Kraushaar legt den Zeitraum der Bewegung beispielsweise auf die Jahre 1967 bis 1969[22], wohingegen Langguth die Ereignisse auf einen etwa zwölfmonatigen Zeitraum zwischen 1967 und 1968 datiert.[23] Letztere Annahme scheint jedoch sehr knapp bemessen zu sein. Es scheint demnach ratsam, die Wurzeln der sogenannten „68er-Bewegung“ und seiner Begleiterscheinungen sowie maßgebliche Ereignisse chronologisch zu betrachten. Unbestritten scheint jedoch, dass die Bewegung in der BRD größtenteils von der Studentenschaft getragen wurde und die bundesdeutschen Universitäten häufig Schauplatz diverser studentischer Versammlungen waren, weshalb der Begriff „Studentenbewegung“ häufig synonym für die 68er-Bewegung verwendet wird.[24] Dies liegt wohl unter anderem daran, dass es sich seit den 60er Jahren immer größere Teile der Bevölkerung leisten konnten, längere Zeit an universitären Einrichtungen zu verbringen.[25] Im Laufe der Zeit wurden jedoch auch zunehmend Schüler und Lehrlinge von der Bewegung erfasst.[26]

Betrachtet man die Ereignisse und Gegebenheiten, die in der BRD zu der 68er-Bewegung führten, so stellt man fest, dass diese sowohl innenpolitischer als auch außenpolitischer Natur waren.[27] Die maßgeblichen Themen und Kritiken der Bewegung lassen sich grob unter den Stichworten „Antifaschismus“, „Antikapitalismus“ und „Antiimperialismus“ zusammenfassen.[28] Der Antifaschismus basierte grundlegend auf der nationalsozialistischen Vergangenheit der meist elterlichen Generation, deren Taten auch bei den Nachfahren noch in gewisser Weise ein Gefühl der Scham und Schuld hervorriefen.[29] Die Jugend verurteilte die nationalsozialistischen Verbrechen ihrer Vorfahren aufs Schärfste, weshalb es für sie umso unverständlicher war, dass ehemalige hochrangige Funktionäre der NSDAP auch in der BRD noch bedeutende Berufe, Ämter und Kontrollfunktionen ausüben konnten.[30] Insbesondere politische Figuren wie der 1966 zum deutschen Bundeskanzler ernannte Kurt Georg Kiesinger und Bundespräsident Heinrich Lübke gehörten aufgrund ihrer einstigen NSDAP-Mitgliedschaft zum klassischen Feindbild der Bewegung.[31] Darüber hinaus wurde die Bildung der Großen Koalition, bestehend aus SPD und Union, zum „dynamisierenden Element“[32] der Bewegung, da eine echte parlamentarische Opposition im Bundestag aufgrund der strukturellen und zahlenmäßigen Schwäche der FDP nicht mehr gewährleistet werden konnte. Als diese dann auch noch eine erneute Notstandsgesetzgebung anstrebte, waren bei vielen die Erinnerungen an den Missbrauch des Notverordnungsrechts gemäß Artikel 48 der Weimarer Verfassung durch die Nationalsozialisten geweckt, was insbesondere von Gewerkschaftlern, Sozialdemokraten, linken Studenten und Professoren scharf kritisiert wurde.[33] Das Misstrauen gegenüber dem Staat, insbesondere unter den jungen Erwachsenen, wurde dadurch weiter angefacht.[34] Es wuchs in ihnen der Verdacht, in einem Polizeistaat zu leben, der freie Meinungsäußerung und eine wahre Opposition nicht zulässt.[35] Diese Angst manifestierte sich unter anderem in Bezeichnungen wie „NS-Gesetze“, „Notstandsdiktatur“ und „Diktaturgesetze“, mit denen die Bevölkerung dieses Gesetzesvorhaben häufig betitelte.[36]

Unter den Eindrücken des Kalten Krieges und der Teilung Deutschlands in BRD und DDR wendeten sich besonders die jungen Menschen in West-Berlin und Westdeutschland vom Kapitalismus ab und sympathisierten mit den marxistischen Ideologien, was in direktem Gegensatz zum allgemein verbreiteten Antikommunismus in der westlichen Welt stand.[37] Das angestrebte oberste Ziel war es nun, die kapitalistische Gesellschaftsordnung idealerweise durch eine sozialistische Gesellschaftsordnung zu ersetzen.[38] Im Kern ging es dabei jedoch in erster Linie um mehr Demokratie, Transparenz und Partizipation der Bevölkerung.[39] Im Verständnis der Jugend war der Kapitalismus eng mit dem US-amerikanischen Imperialismus verknüpft, da der Kapitalismus durch Schaffung eines Abhängigkeitsverhältnisses die bundesdeutsche Regierung zum Helfer der Verbrechen der USA in der Dritten Welt mache.[40] Für die Missstände in den Ländern der Dritten Welt wurden die Folgen des europäischen Kolonialismus sowie der US-Imperialismus verantwortlich gemacht und die dortigen Guerillatruppen – wie noch näher zu erläutern sein wird - wurden als Freiheitskämpfer idealisiert.[41] Die Kritik am US-Imperialismus bildete somit den Verknüpfungspunkt von nationalen und internationalen Thematiken der bundesdeutschen Protestbewegung.

Bezüglich der internationalen Ebene spielte insbesondere der Vietnamkrieg (1955-1975), dessen Bilder von verbrannten Leichen tagtäglich über das Fernsehen Menschen in der ganzen Welt erreichten, eine große Rolle.[42] Der Krieg wurde durch die BRD logistisch unterstützt, indem sie den US-Truppen Häfen, Landebahnen und Militärbasen zur Verfügung stellte, was den Unmut der Anhänger der Protestbewegung über die mehr oder weniger passive Partizipation der eigenen Regierung an den Gräueltaten in Vietnam unweigerlich steigerte.[43] Darüber hinaus distanzierte sich auch die Hoffnung der Neuen Linken, der damalige Bundesaußenminister Willy Brandt, in seiner etwa dreijährigen Amtszeit kein einziges Mal von den tagtäglichen Kriegsverbrechen in Vietnam.[44] All dies führte dazu, dass die jungen Protestler der elterlichen Generation vorwarfen, einen erneuten Völkermord, dieses Mal an den Vietnamesen, tatenlos mit anzusehen und die im Nationalsozialismus verübten Gräueltaten zu vergessen, solange Konsum und Wirtschaft im eigenen Land florierten.[45] Dies zeigt, wie eng die drei großen Oberthemen der Bewegung - Antifaschismus, Antikapitalismus und Antiimperialismus - miteinander verwoben waren.

4) Die Außerparlamentarische Opposition (APO), der Sozialistische Deutsche Studentenbund (SDS) und die Kommune I

Mit Bildung der Großen Koalition 1966 formierte sich mit der APO, wie sich die bundesdeutschen Protestler in der zweiten Hälfte der 60er Jahre nannten, eine der beiden großen Trägergruppe der Protestbewegung.[46] Die Enttäuschung über die Koalitionsbildung, die Angst vor einer strukturell handlungsunfähigen Opposition und der Wunsch nach einer politischen Alternative einte verschiedenste Personengruppen.[47] Ziel der APO war es, durch außerparlamentarische Kampaganen Einfluss auf den politischen Kurs in der BRD zu nehmen.[48] Insbesondere die Rüstungs- und Ostpolitik der Bundesregierung sowie Ansätze zur Wiederaufnahme autoritärer Strukturen staatlicherseits in Kontrast zum parlamentarisch-demokratischen System waren Themen, mit denen die APO sich befasste.[49] Letzteres schlug sich vor allen Dingen in den Kampagnen gegen die Notstandsgesetze und gegen ein Wiedererstarken der NPD nieder.[50] Auch hier zeichnet sich also ab, dass die APO von einem grundlegenden Misstrauen gegenüber dem Staat geprägt war.

Die zweite große Trägergruppe formierte sich an den Universitäten. Ursprünglich befasste sich der SDS, der 1946 in Hamburg gegründet wurde und zwar formal eigenständig war, aber der SPD nahestand, mit der Beseitigung von Missständen an Hochschulen.[51] Doch schon bald übte der Studentenverband auch Kritik in Bereichen, die über die Pforten der Universitäten reichten und er erlebte eine immer weiter zunehmende Politisierung. Er äußerte scharfe Kritik an der kapitalistischen Gesellschaftsordnung und verurteilte die antikommunistische Haltung der SPD, weshalb diese 1961 beschloss, diejenigen Mitglieder, die gleichsam Mitglied des SDS waren, aus der Partei auszuschließen.[52] Der SDS hielt jedoch an seinem Kurs fest und verstand sich „als Teilnehmer an einer globalen sozialistischen Bewegung mit dem Ziel, die Gesellschaft nach den Prinzipien der Gleichheit zu verändern“[53]. Letztlich blieb der SDS jedoch hinsichtlich seiner politischen Visionen durchweg äußerst vage und benannte bis zu seiner Auflösung keine konkreten Alternativen zu der bestehenden Gesellschaftsordnung in der Bundesrepublik.[54]

Sein Gesellschaftsbild entwickelte der SDS aus den an den Marxismus anknüpfenden theoretischen Schriften von Max Horkheimer, Theodor W. Adorno, Ernst Bloch, Jürgen Habermas und Herbert Marcuse.[55] Von Bedeutung war diesbezüglich insbesondere die Theorie des autoritären Staates nach Horkheimer: „In allen seinen Varianten ist der autoritäre Staat repressiv. Die maßlose Vergeudung […] entsteht […] aus den unverschämten Bedürfnissen des Machtapparats und aus der Vernichtung jeglicher Initiative der Beherrschten: Gehorsam ist nicht so produktiv.“[56] Der SDS und seine Anhänger gingen also davon aus, dass der Staat das Volk unterdrücke. Demnach findet sich hier bereits der erste Vorwurf der eingangs erläuterten „institutionellen Gewalt“, was gleichsam zu einer ersten Auseinandersetzung der Studenten mit der Gewaltfrage führte, denn Marcuse propagierte Gewalt als einziges Mittel zur Überwindung von unterdrückender Herrschaft.[57] Er sah es sogar als die „moralische Pflicht“[58] der Unterdrückten, sich gewaltsam gegen die Herrschenden aufzulehnen und nannte diese Gewalt „Gegengewalt zur Verteidigung gegen die Unterdrücker“[59]. Es finden sich hier also erste Ansätze zur Rechtfertigung beziehungsweise Legitimierung von Gewalt gegen den Staat. Allerdings fand die Gewaltdebatte zu jener Zeit noch nicht sonderlich viel Zuspruch.

Des Weiteren waren die Studenten der Überzeugung, dass die Presse dem unterdrückenden Staat unter die Arme greife, indem sie die Öffentlichkeit gezielt manipuliere, um die Entstehung eines „kritischen Bewusstseins“[60] zu verhindern. Sie warfen der Presse und den Medien eine entpolitisierende Wirkung vor und waren der Ansicht, dass die politischen Forderungen der Protestler gezielt ignoriert oder diffamiert werden würden.[61] Aus diesen Überzeugungen erwuchs schon bald die Anti-Springer-Kampagne, mit der der SDS das vermeintliche Pressemonopol zu beseitigen suchte.[62] Die Studenten glaubten, dass insbesondere die Arbeiterklasse leicht manipulierbar sei und unter den Repressionen des Staates zu leiden habe, diese aber auch nicht in der Lage sei, die eigenen sozialen und politischen Bedürfnisse zu erkennen oder gar für diese einzustehen.[63] Daher sah der SDS es nun als seine Aufgabe an, sich für das Proletariat stark zu machen.[64] Die Kräfte der Arbeiterklasse wurden von der Studentenschaft unterschätzt, die eigenen Kräfte und Möglichkeiten hingegen überschätzt.[65] Die Arbeiter, die zum Großteil selbst aus der von den Studenten kritisierten „faschistischen“ Generation stammten, konnten sich mit den Idealen der Bewegung nicht identifizieren und empfanden darüber hinaus die Selbsternennung zu einer Avantgarde als „intellektuell-akademische Arroganz.“[66] Die ihnen entgegengebrachte Ablehnung und das als angepasst interpretierte Verhalten der Massen erklärten sich die Studenten wiederum als Manipulation durch Presse und Staat.[67]

Hinsichtlich der Ausdrucksformen orientierten die Protestler sich am US-amerikanischen SDS und wählten Go-ins, Teach-ins, Sit-ins sowie die traditionelle Demonstration zu ihren Kernstrategien.[68] Doch als 1965 Rudi Dutschke in den Westberliner SDS eintrat und kurze Zeit später in dessen Beirat gewählt wurde, erfuhr der SDS durch ihn einen erneuten Politisierungsschub und Dutschke avancierte schon bald zum Gesicht der Bewegung.[69] Neben ihm erlangte auch sehr bald Hans-Jürgen Krahl als „informeller und charismatischer Sprecher des Frankfurter SDS“[70] Berühmtheit. Ihre künftige Zusammenarbeit sollte den Kurs des SDS maßgeblich beeinflussen. Das Ziel des SDS lautete nun, die Massen aufzuklären und den Staat durch gezielte Aktionen zu provozieren, sodass dieser sein autoritäres Antlitz zu Schau stellen und das Proletariat letztlich doch für eine Revolte mobilisierbar werden würde.[71] Die Studenten entdeckten also unter Dutschke und Krahl das Prinzip der „begrenzten Regelverletzung“ für sich und legten es auf eine direkte Konfrontation mit der Staatsgewalt an.[72] Dabei galt nun vorwiegend der Grundsatz, dass „Gewalt gegen Sachen“ eine legitime Form des Protestes sei, aber sich diese Gewalt nicht gegen Personen richten solle.[73]

Eine weitere Gruppe, die das Bild der 68er-Bewegung entscheidend prägte, war die Kommune I. Die Gründung der Kommune zur Jahreswende 1966/67 sollte eine Alternative zum herkömmlichen (klein-) bürgerlichen Familienmodell bilden, das von den Kommunarden als staatliche Repression wahrgenommen wurde, und im Gegensatz dazu als ein Lebenskonzept der persönlichen Freiheit fungieren.[74] Gleichzeitig sollte die Privatsphäre destruiert und jegliche Besitztümer der Allgemeinheit der Kommune zur Verfügung gestellt werden, sodass sich jegliche Abhängigkeitsverhältnisse oder Privatisierungen und deren „repressive Charakter“ verlören.[75] Ihre Namensgebung basierte auf der Pariser Commune, die 1871 „heldenhaft gegen die deutschen Besatzer aufgestanden war“[76] und ihre wohl bekanntesten Vertreter waren Dieter Kunzelmann, Fritz Teufel und Rainer Langhans. Aus Sicht der Kommunarden waren die Methoden des SDS zu „brav“ und „bieder“[77] und sie selbst schlugen noch vor dem Höhepunkt der Bewegung einen Kurs ein, der für heftige Diskussionen sorgte und schon früh die Frage der Grenzüberschreitung aufwarf.

Diesbezüglich ist hier zuallererst das sogenannte „Pudding-Attentat“ zu nennen. Die Kommunarden sahen in dem Besuch des US-Vizepräsidenten Hubert H. Humphrey die erste Gelegenheit, ihrem Protest gegen die andauernde Besatzung durch die Alliierten auf deutschem Gebiet sowie der Kritik an der Vietnampolitik der USA Ausdruck zu verleihen.[78] Am 2. April 1967 fassten sie den Plan, mit Puddingpulver gefüllte Rauchbomben, die in Anlehnung an den Vietnamkrieg an Napalmbomben erinnern sollten, auf Humphrey zu werfen.[79] Die Polizei erfuhr jedoch durch einen V-Mann von dem Vorhaben, stürmte die Wohnung und verhaftete die Kommunarden, bevor diese ihren Plan in die Tat umsetzen konnten.[80] Doch obwohl der Polizei bekannt war, dass es sich um selbstgebastelte Rauchbomben und nicht um echte Bomben handelte, empörte sich die Presse in aller Welt über einen geplanten Sprengstoffanschlag.[81] In den Augen der Protestler war dies möglicherweise ein weiteres Indiz dafür, dass die Presse der Regierung in die Hände spielte. Nichtsdestotrotz handelte es sich bei dieser Aktion, auch wenn sie gar nicht erst zur Ausführung gekommen ist, im Vergleich zu den passiven Protestformen des SDS um eine in ihrem Aktionismus gesteigerte Dimension der Tat. Langguth sieht in dieser Aktion bereits ein erstes Anzeichen dafür, dass „die abstrakte Gewaltdiskussion in Terror umschlagen könnte“[82], jedoch scheint dies zu weit hergeholt in Bezug auf eine Protestbekundung, die mittels Puddingpulver Ausdruck finden sollte. Ulrike Meinhof, konkret -Kolumnistin und späteres Mitglied der RAF-Führungsriege, lobte die Aktion der Kommunarden hinsichtlich der Medienpräsenz und Aufmerksamkeit, die sie in der Öffentlichkeit erreichen konnten, kritisierte aber zugleich, dass sie zu viel von sich selbst sprachen anstatt „die interessierten Fragen der Presse mit Wahrheiten über Vietnam zu beantworten.“[83] Die künftige Terroristin forderte also schon 1967 in Bezug auf Protestaktionen einen höheren Grad an Politisierung.

Etwa einen Monat später, am 22. Mai 1967, verübten Unbekannte einen verheerenden Brandanschlag auf das Brüsseler Kaufhaus „A l’innovation“, bei dem über 250 Menschen ihr Leben verloren und viele weitere Menschen verletzt wurden.[84] Obwohl die Täter nicht bekannt waren, machte die in ihrer Haltung streng antikommunistische Springer-Presse Amerika- und Vietnamkriegskritiker sowie Kommunisten für den Anschlag verantwortlich und zeigte unzensierte Bilder des Schreckensszenarios.[85] Die Neue Linke sah sich dadurch vermutlich in ihrem Vorwurf bestätigt, dass die Springer-Presse als Manipulationsinstrument des Staates fungierte und das Volk gegen die Protestler aufzuhetzen suchte. Die Kommunarden hingegen gaben ihrerseits ein Flugblatt heraus, um auf die haltlosen Anschuldigungen des Springer-Verlags zu reagieren.[86] Darin hieß es:

„Ein ungewöhnliches Schauspiel bot sich am Montag den Einwohnern der belgischen Metropole: Ein brennendes Kaufhaus mit brennenden Menschen vermittelte zum erstenmal in einer europäischen Großstadt jenes knisternde Vietnam-Gefühl (dabei zu sein und mitzubrennen), das wir in Berlin bislang noch missen müssen. […] So sehr wir den Schmerz der Hinterbliebenen in Brüssel mitempfinden: wir, die wir dem Neuen aufgeschlossen sind, können, solange das rechte Maß nicht überschritten wird, dem Kühnen und dem Unkonventionellen, das, bei aller menschlichen Tragik, im Brüsseler Kaufhausbrand steckt, unsere Bewunderung nicht versagen.“[87]

Obwohl der ironische Ton dieses Flugblattes nicht zu überhören ist, ist es unschwer vorstellbar, dass es von vielen Menschen als ein direkter Aufruf zu weiteren Brandanschlägen in Berlin interpretiert wurde. Fraglich ist sicherlich auch, ob bei aller offensichtlichen Hypertrophie alle Elemente des Flugblattes als bissige Ironie allein zu verstehen sind oder ob nicht doch vielmehr auch ein gewisses Maß an wahrer Wertschätzung für die Täter und die Tat an sich herausgelesen werden kann. Auch in der Wissenschaft ist man sich uneinig. Während Nier in dem parodistisch-ironischen Schreibstil des Flugblattes eine Entlastung der Kommunarden von dem Vorwurf der Anstiftung zu Brandanschlägen sieht[88] und Kilian das Schreiben als eine bewusst gesetzte Provokation gegen den Staat sieht, dessen Worte sich ausschließlich an ihn und seine Vertreter, nicht jedoch an die Öffentlichkeit wenden[89], sieht Kraushaar in dem Flugblatt einen direkten Aufruf zu weiteren Brandanschlägen[90] und Langguth bezeichnet das Schreiben als eine „Verharmlosung von Gewalt“[91]. An dieser Stelle scheint Letzterem zuzustimmen zu sein, da insbesondere im letzten Satz des Flugblatts die Ironie nicht klar auszumachen ist, denn durch die Äußerungen, die die „menschliche Tragik“ und den „Schmerz der Hinterbliebenen“ thematisieren, scheinen die Kommunarden eine ernstgemeinte Abwägung zwischen Mittel und Zweck zu treffen. Außerdem konnte nicht davon ausgegangen werden, dass jedermann das Flugblatt als Parodie verstehen würde und es ist vorstellbar, dass insbesondere labile, weniger gebildete oder gar radikale Personen dieses Flugblatt tatsächlich zum Anlass hätten nehmen können, weitere Brandanschläge zu verüben. Darüber hinaus scheint die Grausamkeit, dass über 250 Menschen nur zwei Tage zuvor gewaltsam zu Tode kamen, durch Worte wie „ungewöhnliches Schauspiel“ und „das wir in Berlin bislang noch missen müssen“ mit einer extravaganten Theateraufführung gleichgesetzt, wodurch die Schicksale der Opfer vollkommen in den Hintergrund gerückt werden. Es kann hinsichtlich des Flugblattes also tatsächlich von einer Verharmlosung von Gewalt gesprochen werden. Dennoch wurden die Kommunarden im Prozess vom Vorwurf der Anstiftung zu Brandanschlägen freigesprochen, da die bestellten Gutachter das Flugblatt als parodistisches Schriftstück bewerteten.[92] Derartige Aktionen der Kommune I wurden vom SDS zwar in der Öffentlichkeit verurteilt, er löste sich in der Praxis aber nicht von der Gruppe, da er sich von dem provokativen Auftreten der Kommunarden harte Sanktionen staatlicherseits und daraus resultierend die schon so lange ersehnte Mobilisierung der Massen erhoffte.[93]

5) Der Tod Benno Ohnesorgs – Wendepunkt in der Gewaltfrage?

Die Erschießung des Studenten Benno Ohnesorgs am 2. Juni 1967 gilt allgemein als das zündende Moment der Bewegung.[94] Der Student starb nach einer Demonstration gegen den Schah von Persien, dessen Besuch für die Protestler unvereinbar mit den freiheitlich-demokratischen Werten der Bundesrepublik war, da in Persien noch immer tagtäglich Folter und Todesstrafen vollzogen wurden.[95] Mehr als 3000 Menschen, vorwiegend Studenten, nahmen an der Demonstration vor dem Rathaus in Berlin-Schöneberg teil.[96] Als die Demonstranten Tomaten und Eier auf den Schah und dessen Frau warfen, griff die Polizei mit aller Härte gegen sie durch, den sogenannten „Jubelpersern“, die der Schah hatte mit einfliegen lassen und die nun mit Holzlatten und Stahlrohren auf die Demonstranten losgingen, gebot sie jedoch keinen Einhalt.[97] Auch dies dürfte wieder ein Anlass für die Studenten gewesen sein, dem Staat autoritär-faschistisches Verhalten vorzuwerfen. Einer der Polizisten, Karl-Heinz Kurras, verfolgte den fliehenden 26-jährigen Germanistikstudenten Benno Ohnesorg und schoss diesem von hinten auf einem Parkplatz in den Kopf.[98] In einer ersten Stellungnahme behauptete Kurras, dass er in Notwehr gehandelt habe, da er selbst zu Boden geprügelt und mit Messern bedroht worden sei, jedoch stellte sich diese Version schnell als unglaubwürdig heraus.[99] Daher wurde zunächst behauptet, ein Student sei Stockschlägen erlegen, um den Ruf der Polizei nicht zu sehr zu schaden. Als sich auch diese Version nicht länger aufrechterhalten ließ, sprach man vom tragischen Fall eines Querschlägers. Doch für die Protestler war die Sachlage eindeutig: Der Student Benno Ohnesorg war dem Polizeistaat und dessen Willkür zum Opfer gefallen.

Doch nicht der Tod Ohnesorgs allein heizte die Stimmung der Protestler auf, es waren auch insbesondere die Stimmen aus Politik und Presse, die sich zu dem Vorfall äußerten. Der Berliner Bürgermeister Heinrich Albertz deckte die Polizei, äußerte keinerlei Mitleidsbekundungen und gab darüber hinaus den Demonstranten die Schuld am Tod des Studenten.[100] In einer Erklärung vom 3. Juni 1967 äußerte Albertz, dass der Tod Ohnesorgs und die zahlreichen Verletzten „auf ihr Konto“[101] gingen, dass die Polizei „durch die Rowdies provoziert“ wurde und dass er mit Nachdruck sage, dass er das „Verhalten der Polizei billige“. Albertz stellte sich mit dieser Erklärung also eindeutig auf die Seite der Polizei und drückte unmissverständlich seine Missbilligung für die Demonstranten aus. Auch die Berliner SPD und CDU distanzierten sich in einer Erklärung von der ausgeuferten Demonstration und unterstellten den Protestlern aufgrund der Gewalteskalation den Missbrauch des Demonstrationsrechts.[102] Allein diese drei Beispiele von Stimmen aus der Politik dürften eine Vorstellung davon geben, welch ein Gefühl des Unrechts die Demonstranten empfunden haben werden. Auch dürfte die Tatsache, dass die Politik sich geschlossen hinter die Polizei als staatliches Sicherheitsorgan stellte, die Theorie des faschistischen und autoritären Staates erneut befeuert haben.

Der Springer-Verlag tat dann sein Übriges. Die Bild -Zeitung schrieb:

„Ein junger Mann ist gestern in Berlin gestorben. Er wurde Opfer von Krawallen, die politische Halbstarke inszenierten. […] Gestern haben in Berlin Krawallmacher zugeschlagen, die sich für Demonstranten halten. Ihnen genügte der Krawall nicht mehr. Sie müssen Blut sehen.“[103]

[...]


[1] Vgl. Frei, Norbert: 1968. Jugendrevolte und globaler Protest (München 2008), S. 210.

[2] Vgl. Kraushaar, Wolfgang: Achtundsechzig. Eine Bilanz, Berlin 2008, S. 42ff.; Gassert, Philipp: Antiamerikanismus und Antiimperialismus um 1968: Proteste gegen die US-Außenpolitik, in: 1968 und die 68er. Ereignisse, Wirkungen und Kontroversen in der Bundesrepublik, hrsg. v. Gerrit Dworok u. Christoph Weißmann (Wien u.a. 2013), S. 153.

[3] Vgl. Siemens, Anna: Für die RAF war er das System, für mich der Vater. Die andere Geschichte des deutschen Terrorismus (Bundeszentrale für politische Bildung Bd. 651, Bonn 2007), S. 12.

[4] Kailitz, Susanne: Von den Worten zu den Waffen? Frankfurter Schule, Studentenbewegung, RAF und die Gewaltfrage, Wiesbaden 2007, S. 13.

[5] Vgl. Langguth, Gerd: Die „68er“-Bewegung und gesellschaftlicher Wandel in der Bundesrepublik – Motor, Katalysator oder Profiteur?, in: 1968 und die 68er. Ereignisse, Wirkungen und Kontroversen in der Bundesrepublik, hrsg. v. Gerrit Dworok und Christoph Weißmann (Wien u.a. 2013), S. 188.

[6] Vgl. Straßner, Alexander: Die 68er-Bewegung und der Terrorismus in der Bundesrepublik, in: Historisch-Politische Mitteilungen Bd. 14/1 (2013), S. 101.

[7] Vgl. Wunschik, Tobias: Baader-Meinhofs Kinder. Die zweite Generation der RAF (Opladen 1997), S. 35.

[8] Vgl. ebd.

[9] Kailitz, Susanne: Von den Worten zu den Waffen?, S. 23f.

[10] Aust, Stefan: Der Baader Meinhof Komplex (Hamburg 2008).

[11] Vgl. Walther, Rudolf: Terror und Terrorismus. Eine begriffs- und sozialgeschichtliche Skizze, in: Die RAF und der linke Terrorismus, hrsg. v. Wolfgang Kraushaar (Hamburg 2006), S. 72.

[12] Vgl. Neubacher, Frank: Was haben „Rote Armee Fraktion“ und „Jihadisten“ gemeinsam?, in: JURA 10 (2010), S. 745; Walther, Rudolf: Terror und Terrorismus, S. 64; Wahl, Klaus: Aggression und Gewalt. Ein biologischer, psychologischer und sozialwissenschaftlicher Überblick (Heidelberg 2009), S. 6ff.

[13] Vgl. zum Folgenden Imbusch, Peter: Der Gewaltbegriff, in: Internationales Handbuch der Gewaltforschung, hrsg. v. Wilhelm Heitmeyer u. John Hagan (Wiesbaden 2002), S. 38-41.

[14] Hess, Henner: Terrorismus und Terrorismus-Diskurs, in: Angriff auf das Herz des Staates. Soziale Entwicklung und Terrorismus, hrsg. v. Henner Hess (Bd. 1, Frankfurt a. M. 1988), S. 58.

[15] Vgl. Walther, Rudolf: Terror und Terrorismus, S. 65.

[16] Vgl. Neubacher, Frank: Terrorismus, S. 745.

[17] Vgl. Walther, Rudolf: Terror und Terrorismus, S. 65.

[18] März, Michael: Die Machtprobe 1975. Wie RAF und Bewegung 2. Juni den Staat erpressten (Leipzig 2007), S. 12.

[19] Vgl. Kraushaar, Wolfgang: Achtundsechzig, S. 57.

[20] Vgl. ebd., S. 51.

[21] Vgl. Kailitz, Susanne: Von den Worten zu den Waffen?, S. 17.

[22] Vgl. Kraushaar, Wolfgang: Achtundsechzig, S. 57.

[23] Vgl. Langguth, Gerd: Mythos ’68. Die Gewaltphilosophie von Rudi Dutschke – Ursachen und Folgen der Studentenbewegung (München 2001), S. 33.

[24] Vgl. Kraushaar, Wolfgang: Achtundsechzig, S. 57.

[25] Vgl. Dirsch, Felix: Kulturrevolution oder Studentenbewegung? Ansätze zur Historisierung der Ereignisse von „1968“, in: Zeitschrift für Politik Bd. 55/1 (2008), S. 25.

[26] Vgl. Kraushaar, Wolfgang: Achtundsechzig, S. 57.

[27] Kailitz, Susanne: Von den Worten zu den Waffen?, S. 64.

[28] Vgl. Kraushaar, Wolfgang: Achtundsechzig, S. 71.

[29] Vgl. Kailitz, Susanne: Von den Worten zu den Waffen?, S. 14.

[30] Vgl. Kraushaar, Wolfgang: Agnoli, die APO und der konstitutive Illiberalismus seiner Parlamentarismuskritik, in: Zeitschrift für Parlamentsfragen Bd. 1 (2007), S. 160.

[31] Vgl. Hinck, Gunnar: Wir waren wie Maschinen. Die bundesdeutsche Linke der siebziger Jahre (Berlin 2012), S. 20.

[32] Straßner, Alexander: Die 68er-Bewegung und der Terrorismus in der Bundesrepublik, S. 104.

[33] Vgl. Kraushaar, Wolfgang: Achtundsechzig, S. 164ff.

[34] Vgl. ebd., S. 72.

[35] Vgl. Siemens, Anna: Für die RAF war er das System, für mich der Vater, S. 16.

[36] Vgl. Kämper, Heidrun: Der Faschismus-Diskurs 1967/68. Semantik und Funktion, in: 1968. Eine sprachwissenschaftliche Zwischenbilanz, hrsg. v. Heidrun Kämper, Joachim Scharloth u. Martin Wengeler (Sprache und Wissen Bd. 6, Berlin 2012), S. 265.

[37] Vgl. Kailitz, Susanne: Von den Worten zu den Waffen?, S. 64f.

[38] Vgl. Kraushaar, Wolfgang: Achtundsechzig, S. 71.

[39] Vgl. Frei, Norbert: 1968, S. 134.

[40] Vgl. Langguth, Gerd: Mythos ’68, S. 39f.

[41] Vgl. Kraushaar, Wolfgang: Achtundsechzig, S. 108.

[42] Vgl. Siemens, Anna: Für die RAF war er das System, für mich der Vater, S. 16.

[43] Vgl. Winkler, Willi: Die Geschichte der RAF (rororo Sachbuch Bd. 61666, Reinbek 2008), S. 103.

[44] Vgl. Kraushaar, Wolfgang: Achtundsechzig, S. 103.

[45] Vgl. Siemens, Anna: Für die RAF war er das System, für mich der Vater, S. 14.

[46] Vgl. Kraushaar, Wolfgang: Achtundsechzig, S. 55.

[47] Vgl. ebd.

[48] Vgl. Frei, Norbert: 1968, S. 77.

[49] Vgl. Otto, Karl A.: Vom Ostermarsch zur APO. Geschichte der ausserparlamentarischen Opposition in der Bundesrepublik 1960-70 (Frankfurt a. M./New York 1980), S. 26.

[50] Vgl. Kraushaar, Wolfgang: Achtundsechzig, S. 163ff.

[51] Vgl. Kailitz, Susanne: Von den Worten zu den Waffen?, S. 65.

[52] Vgl. ebd.

[53] Bulig, Jan: Von der Provokation zur „Propaganda der Tat.“ Die „Antiautoritäre Bewegung“ und die Rote Armee Fraktion (RAF) (Forum junge Politikwissenschaften Bd. 3, Bonn 2007), S. 64.

[54] Vgl. Langguth, Gerd: Mythos ’68, S. 43.

[55] Vgl. Bulig, Jan: Von der Provokation zur „Propaganda der Tat.“, S. 64.

[56] Horkheimer, Max: Autoritärer Staat, in: Kritische Theorie der Gesellschaft Bd. 3, hrsg. v. Marxismus-Kollektiv (Frankfurt 1968), S. 47.

[57] Vgl. Marcuse, Herbert: Repressive Toleranz, in: Kritik der reinen Toleranz, hrsg. v. Robert P. Wolff, Barrington Moore u. Herbert Marcuse (Frankfurt a. M. 1966), S. 103f.

[58] Ebd.

[59] Ebd.

[60] Kraushaar, Wolfgang: Achtundsechzig, S. 157f.

[61] Vgl. Vogel, Meike: „1968“ als Kommunikationsereignis. Die Rolle des Fernsehens, in: „1968“ – Eine Wahrnehmungsrevolution? Horizont-Verschiebungen des Politischen in den 1960er und 970er Jahren, hrsg. v. Ingrid Gilcher-Holtey (Zeitgeschichte im Gespräch Bd. 16, München 2013), S. 68.

[62] Vgl. Kraushaar, Wolfgang: Achtundsechzig, S. 157f.

[63] Langguth, Gerd: Mythos ’68, S. 44.

[64] Vgl. Bulig, Jan: Von der Provokation zur „Propaganda der Tat.“, S. 90.

[65] Vgl. Bauermann, Rolf u. Rötscher, Jochen: Zur Ideologie der „Neuen Linken“, in: Deutsche Zeitschrift für Philosophie Bd. 18/3 (1970), S. 295.

[66] Bulig, Jan: Von der Provokation zur „Propaganda der Tat.“, S. 110.

[67] Vgl. Schaeder, Hans-Friedrich: „Überall heißt der Schlachtruf: Gegen Repression und Manipulation.“ Der Manipulationsdiskurs der „68er“. Ein Vortrag, in: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik Bd. 142 (2006), S. 132.

[68] Vgl. Bulig, Jan: Von der Provokation zur „Propaganda der Tat.“, S. 79.

[69] Vgl. Karl, Michaela: Rudi Dutschke, Revolutionär ohne Revolution (Frankfurt a. M. 2003), S. 19.

[70] Kailitz, Susanne: Von den Worten zu den Waffen?, S. 118.

[71] Vgl. Bulig, Jan: Von der Provokation zur „Propaganda der Tat.“, S. 76.

[72] Vgl. Langguth, Gerd: Mythos ’68, S. 51.

[73] Vgl. Kailitz, Susanne: Von den Worten zu den Waffen?, S. 125.

[74] Vgl. Kraushaar, Wolfgang: Achtundsechzig, S. 71f.

[75] Vgl. ebd., S. 125f.

[76] Winkler, Willi: Die Geschichte der RAF, S. 63.

[77] Nier, Thomas: „Still schäm‘ ich mich in meiner Zelle, Fritz Teufel, Ausgeburt der Hölle.“ Sprachreflexive Elemente in den Flugblättern der Kommune I, in: 1968. Eine sprachwissenschaftliche Zwischenbilanz, hrsg. v. Heidrun Kämper, Joachim Scharloth u. Martin Wengeler (Sprache und Wissen Bd. 6, Berlin 2012), S. 123.

[78] Vgl. Tschernitschek, Marc: Der Todesschütze Benno Ohnesorgs. Karl-Heinz Kurras, die Westberliner Polizei und die Stasi (Marburg 2013), S. 20.

[79] Vgl. Winkler, Willi: Die Geschichte der RAF, S. 71f.

[80] Vgl. ebd.

[81] Vgl. Aust, Stefan: Der Baader Meinhof Komplex, S. 68.

[82] Langguth, Gerd: Mythos ’68, S. 55.

[83] Kolumne Nr. 5/1967 abgedruckt in Meinhof, Ulrike: Dokumente einer Rebellion. 10 Jahre konkret -Kolumnen, hrsg. v. Klaus Reiner Röhl u. Hajo Leib (Hamburg 1972), S. 72.

[84] Vgl. Winkler, Willi: Die Geschichte der RAF, S. 73f.

[85] Vgl. ebd., S. 74.

[86] Vgl. Tschernitschek, Marc: Der Todesschütze Benno Ohnesorgs, S. 23.

[87] Flugblatt abgedruckt in Otto, Karl. A.: Außerparlamentarische Opposition in Quellen und Dokumenten (1960-1970) (Kleine Bibliothek: Politik und Zeitgeschichte Bd. 506, Köln 1989), S. 188.

[88] Vgl. Nier, Thomas: „Still schäm‘ ich mich in meiner Zelle, Fritz Teufel, Ausgeburt der Hölle.“, S. 123.

[89] Vgl. Kilian, Jörg: Gewaltsamkeiten. Studenten, ihre Sprache und die Eskalation eines Themas zwischen akademischem Diskurs und Straßenkampf, in: 1968. Eine sprachwissenschaftliche Zwischenbilanz, hrsg. v. Heidrun Kämper, Joachim Scharloth u. Martin Wengeler (Sprache und Wissen Bd. 6, Berlin 2012), S. 298.

[90] Vgl. Kraushaar, Wolfgang: „Wann endlich beginnt bei Euch der Kampf gegen die heilige Kuh Israel?“ München 1970: über die antisemitischen Wurzeln des deutschen Terrorismus (Hamburg 2013), S. 601.

[91] Langguth, Gerd: Die „68er“-Bewegung und gesellschaftlicher Wandel in der Bundesrepublik, S. 186.

[92] Vgl. Nier, Thomas: „Still schäm‘ ich mich in meiner Zelle, Fritz Teufel, Ausgeburt der Hölle.“, S. 123.

[93] Vgl. Bulig, Jan: Von der Provokation zur „Propaganda der Tat.“, S. 83.

[94] Vgl. Kraushaar, Wolfgang: Achtundsechzig, S. 66; Kailitz, Susanne: Von den Worten zu den Waffen?, S. 14; Neubacher, Frank: Terrorismus, S. 749.

[95] Vgl. Conzen, Peter: Gudrun Ensslin. Die fanatische Erstarrung des überstrengen Gewissens, in: Wege zum Menschen Bd. 60/2 (2008), S. 137f.

[96] Vgl. Kraushaar, Wolfgang: Achtundsechzig, S. 151.

[97] Vgl. ebd., S. 152.

[98] Vgl. ebd.

[99] Vgl. zum Folgenden Winkler, Willi: Die Geschichte der RAF, S. 84f.

[100] Vgl. Gräb, Christian: Wege in die Gewalt: Die 68er zwischen Kritik und Militanz (Bonn 2014), S. 46.

[101] Auszug der Erklärung abgedruckt in Otto, Karl A.: APO, S. 234.

[102] Auszüge der Erklärungen abgedruckt in ebd., S. 235.

[103] Artikel abgedruckt in ebd., S. 236.

Details

Seiten
76
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668411753
ISBN (Buch)
9783668411760
Dateigröße
755 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v355631
Institution / Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Note
3,0
Schlagworte
wegbereiter linksterrorismus

Autor

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Titel: Die 68er-Bewegung. Ein Wegbereiter für den Linksterrorismus der RAF?