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Das Gespenst des Kapitals. Wirtschaftswissenschaft als Glaubenslehre?

Hausarbeit 2016 18 Seiten

BWL - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historische Klassiker der Volkswirtschaftslehre und aktuelle Bedeutung
2.1 Karl Marx - Theorie und aktuelle Bedeutung
2.2 Dadaismus und Surrealismus in der Ökonomie
2.3 Das Abkommen von Bretton Woods
2.3.1 Ende des Abkommens und neue Finanzökonomische Ära

3. Self-fulfilling prophecies

4. Metapher „Gespenst des Kapitals“

5. Analyse von Preisbewegungen nach Mandelbrot

6. Unterschiede Marktwirtschaft und Finanzökonomie

7. Stellungnahme Finanzmärkte

8. Resümee

9. Quellenverzeichnis

1. Einleitung

In seinem Buch „Das Gespenst des Kapitals“ widmet sich der deutsche Philosoph, Literatur-, Kultur- und Medienwissenschaftler Joseph Vogl den Theorien, Problemen und Wahrnehmungsweisen des modernen Kapitalismus. Er geht dabei schonungslos auf viele Kritiken ein und steht dem gesamten marktwirtschaftlichen Handeln äußerst skeptisch gegenüber. Dabei prägt er den Begriff der Oikodizee, der bedeutet, „dass jede Wissensordnung bestimmte Darstellungsoptionen ausbildet, dass in ihrem Innern besondere Verfahren wirksam sind, die über die Möglichkeit, über die Sichtbarkeit, über die Konsistenz und die Korrelation ihrer Gegenstände entscheiden.“[1]

Oikodizee beschreibt die Vorstellung, dass trotz aller Krisen die Märkte ausgleichend, selbstregulierend und gerecht wirken. In Anlehnung an den Begriff der „Unsichtbaren Hand“, den Adam Smith prägte, drückt Oikodizee aus, dass die Wirtschaftsordnung als eine Art selbstregulierendes Naturgesetz fungiert und die individuellen und egoistischen Interessen zum Gemeinwohl den Markt ausgleichend beeinflussen.[2] Gleichzeitig stellt Vogl die Frage, ob dieses Prinzip überhaupt noch geltend ist. Gerade angesichts der Krisen der letzten Jahre ist fraglich, ob es nicht völlig überholt ist. Reguliert sich der Markt noch selbst? Sind diese Krisen wirklich nur Anpassungen oder zeigt sich in Ihnen die Unkontrollierbarkeit der Finanzökonomie und des Marktes?

Darüber hinaus beschreibt der Begriff der Oikodizee einen von Ökonomen selbst erschaffenen und immateriellen Bestandteil des Finanzbereichs, der erst durch die Aufhebung der Deckung von Warenwert zu Geldwert besteht. Laut Vogl kann dieser Teil nur bestehen, weil es Menschen gibt, die daran glauben.

Vogl leitet den Begriff Oikodizee auch aus dem Theologischen Umfeld ab. Der Name lehnt sich an den von Gottfried Wilhelm Leibniz erfundenen Begriff der Theodizee an, der damit die Rechtfertigung Gottes herleitet. Diese Denkschule geht davon aus, dass, obwohl Gott allmächtig ist, er Leid und Übel zulässt. Denn letztendlich führt dies zum Wohle aller und ist somit gerechtfertigt. Damit ist Oikodizee eine Symbiose von wirtschaftswissenschaftlichen und religionswissenschaftlichen Begriffen und weist damit Parallelen zur Ökonomie und zu religiösen Vorstellungen auf.[3] Gerade diese Herleitung macht auch die Sprengkraft dieses Begriffes aus. Vogl greift auf Theologisches zurück, das eigentlich mit der Wirtschaftswissenschaft nichts zu tun hat. Gleichzeitig behauptet er, dass diese Oikodizee nur bestehen kann, weil Menschen daran glauben. Er impliziert also, dass die Wirtschaftswissenschaft eine Glaubensfrage und somit mit dieser gleichzusetzen ist.

Doch wie groß ist dieses Vertrauen in den Markt? Gibt es nach all den Krisen der letzten Jahre noch Menschen, die an einen gerechten und ausgeglichenen Markt glauben? Kann die Wirtschaftswissenschaft als Glaubenslehre angenommen werden? Gelten die „alten Theorien“ der Wirtschaftstheoretiker wie Marx und Smith heute noch? All diesen Fragen soll die folgende Arbeit auf den Grund gehen. Als Orientierung dienen hierbei die Leitfragen, die auf der Lernplattform zur Verfügung gestellt wurden.

2. Historische Klassiker der Volkswirtschaftslehre und aktuelle Bedeutung

2.1 Karl Marx - Theorie und aktuelle Bedeutung

In der ZDF-Diskussionsrunde „Das philosophische Quartett“ vom 19.06.2011 behauptet der Journalist Gabor Steingard, dass die großen Klassiker der Volkswirtschaftslehre die gegenwärtigen Geschehnisse in der Wirtschaft im Grunde nicht mehr hinreichend beschreiben bzw. erklären können. Dieser Meinung schließe ich mich nicht an.

Karl Marx geht vor allem in den drei Bänden seinen Hauptwerkes „Das Kapital“ (1867, 1885 und 1894) auf seine ökonomischen Theorien ein. Die wesentlichen Bestandteile der Theorie sind hierbei der historische Materialismus, die Wertlehre und die Dynamik des Kapitalismus.

Marx sah die Politik in der Verpflichtung, für eine Gerechtigkeit zu sorgen, um die sich eine kapitalistische Marktwirtschaft nicht kümmerte.[4]

Während seit der Existenz des Geldes Waren gegen Geld getauscht werden und dieses wiederum gegen Waren getauscht wird, was man als Ausdruck eines Strebens nach Nutzermaximierung ansehen kann, gibt es im Kapitalismus eine zweite Sequenz, hinter der die Absicht zur Gewinnmaximierung steckt. Für Marx ist das Profitstreben aber auch die Quelle interner Widersprüche, die letztlich zum Untergang des kapitalistischen Systems führen werden.[5]

Berücksichtigt man, wann Marx seine Theorien verfasst hat, so sind diese noch erschreckend zutreffend, auch für die heutige Wirtschaft. Betrachtet man alleine die großen Krisen der letzten Jahre, so lässt sich allgemein sagen, dass immer das Profitstreben zu unlauteren Wirtschaftsweisen geführt hat, die letztendlich ausschlaggebend für die Krise waren. Als bestes Beispiel ist hier die Immobilienblase in den USA zu nennen, die letztendlich zur Weltwirtschaftskrise ab dem Jahre 2008 führte. Auch hier war es Profitgier, die zur Vergabe von unbezahlbaren Krediten und dem Bündeln solcher Kredite geführt hat. Man hat praktisch versucht, aus Wertlosem noch Profit zu schlagen.

Auch der Gedanke, dass die Ungerechtigkeit des Kapitalismus von der Politik geregelt werden sollte, besteht weiterhin. Umgesetzt wurde er ansatzweise durch angepasste Steuersätze und zahlreiche Gesetze, wirklich durchgesetzt hat sich diese Praxis jedoch nicht.

Zwar ist die Wirtschaftswelt heute viel umfangreicher und komplexer, als sie in den Jahren war, in denen Marx sie betrachtet hat, seine Grundgedanken lassen sich dennoch auf die heutige Situation übertragen. Denn auch in den letzten 150 Jahren hat sich eines nicht geändert: Die Profitgier der Menschen und die Ungerechtigkeit des Kapitalismus.

2.2 Dadaismus und Surrealismus in der Ökonomie

In der gleichen ZDF-Diskussionsrunde behauptet der Philosoph Peter Sloterdijk, dass Dadaismus und Surrealismus ihren Weg in die Ökonomie gefunden haben. Doch was bedeuten diese beiden Begriffe überhaupt? Und wie können sie Einzug in die Ökonomie gefunden haben?

Dadaismus verweist auf eine kulturkritische Kunstrichtung, die 1916 im Züricher „Cabaret Voltaire" ihren Anfang nahm. Der Name „Dada" leitet sich von der französischen Kindersprache für „Steckenpferd" ab. Diese zwei Merkmale, Unsinn und Zufall, stellen bereits die wichtigsten Kennzeichen des Dadaismus dar. Die Dadaisten richten sich gegen die in ihren Augen veralteten gesellschaftlichen und kulturellen Strukturen, vor allem aber protestieren sie gegen den Krieg, dessen Sinnlosigkeit sie anprangern wollen.[6] Dies ist die künstlerische Definition des Dadaismus. Surrealismus hingegen wird wie folgt definiert: Der Surrealismus entwickelte sich aus dem Dadaismus und hat seine Anfänge im Jahr 1924 mit dem „Surrealistischen Manifest“ André Bretons. Er definiert den Surrealismus als die Auflösung der scheinbar gegensätzlichen Zustände von Traum und Wirklichkeit in einer neuen Realität. Die Begrenzung auf die Welt des Bewussten bedeutet für die Surrealisten eine Reduzierung der Wirklichkeit. Der Surrealismus beruht auf dem Glauben an die Assoziation, die freie Verknüpfung von Gedanken, Bildern oder Erinnerungen. Traum und Unterbewusstsein sowie das absichtsfreie Spiel des Gedankens spielen eine wichtige Rolle. Beeinflusst durch Sigmund Freuds Psychoanalyse geben sie Träumen und Wahnvorstellungen, Fantasien und verdrängten Gefühlen eine sehr große Bedeutung und bringen diese Aspekte in ihren Werken zum Ausdruck.[7]

Wenn man nun diese beiden Definitionen mit der modernen Ökonomie vergleicht, findet man zunächst wenige Anhaltspunkte und Gemeinsamkeiten. Jedoch wird nicht nur in dem Buch „Das Gespenst des Kapitals“ von Joseph Vogl, sondern auch in dem Roman „Cosmopolis“ (2003) von Don DeLillo auf erschreckende Weise dargestellt, wie wirklichkeitsfremd die moderne Finanzwelt ist. Gerade die beiden Merkmale Unsinn und Zufall haben in der heutigen Wirtschaft immer größere Bedeutung. Betrachtet man erneut die Immobilienblase der USA von 2007, so stellt sich hier der Unsinn besonders deutlich dar. Völlig wertlose Kredite mit schlechtem Rating wurden gebündelt und dann mit einem besseren Rating versehen, diese nannte man dann „verbriefte Subprime-Kredite“. Genau genommen waren es jedoch immer noch dieselben völlig schlecht bewerteten, gebündelten Kredite. Sie besser zu bewerten war an dieser Stelle kompletter Unsinn. Auch der Zufall lässt sich an diesem Beispiel gut erkennen. Kredite für Immobilien wurden völlig willkürlich zu niedrigen Zinsen vergeben, ohne die Bonität oder die tatsächlichen Verhältnisse der Personen zu überprüfen, die diese Kredite in Anspruch nahmen.

Unsinn und Willkür finden sich jedoch nicht nur in Krisen, auch im täglichen Finanzleben kommt es immer wieder zu zufälligen Erfolgen oder unsinnigen Investitionen. Der Dadaismus ist somit tief in der heutigen Ökonomie verwurzelt und auch nach Beispielen für die Surrealismus muss man nicht lange suchen. Wie DeLillos in seinem Buch „Cosmopolis“ so treffend beschreibt, ist der komplette Börsenhandel von Surrealismus durchzogen. Sowohl Spekulationssummen als auch Anlagestrategien folgen häufig eher einem Traum als der Wirklichkeit. Während der Finanzkrise ab 2007 wurden ca. 7 Billionen US-Dollar vernichtet. Mit einer realistischen Anlagepolitik und vorausschauendem Denken der Spekulanten ist dieser große Verlust nicht zu erklären. Viele Anleger sind getrieben von der Idee und dem Traum eines stetigen Wirtschaftswachstums und verdrängen dabei, wie Adam McKay in seinem Film „The Big Short“ von 2015 deutlich macht, alles Negative und alle Meldungen und Entwicklungen, die nicht in ihr jeweiliges Konzept passen.

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass Sloterdijk mit seiner Aussage, dass Dadaismus und Surrealismus Einzug in die Ökonomie gehalten haben, völlig richtig liegt.

2.3 Das Abkommen von Bretton Woods

Am 27.07.1944 fand in Bretton Woods im Bundesstaat New Hampshire eine Konferenz der Vereinten Nationen statt. Angestrebt wurde die umfassende Neuordnung der Weltwirtschaft nach dem Ende des zweiten Weltkrieges, um den Abwertungswettläufen und dem Protektionismus, die zwischen den beiden Weltkriegen herrschten, entgegen zu wirken. Aus den Beschlüssen dieser Konferenz entstand die Weltbank zum Zwecke der Entwicklungsländerfinanzierung und der Internationale Währungsfond zur internationalen Kreditgewährung. Ziel war es darüber hinaus, ein festes Wechselkurssystem zu schaffen, um einen barrierefreien Welthandel zu gewährleisten; der US-Dollar diente hierbei als Parität. Kern dieses Systems war die Festlegung einer Goldwährung. Der US-Dollar und alle angeschlossenen Währungen orientierten sich in einem festen Verhältnis zur Feinunze Gold. Damit war das Versprechen der USA verbunden, den Dollar jederzeit in Gold umzutauschen.[8] Die übrigen Währungen mussten in einem Wechselkurs innerhalb einer Bandbreite von einem Prozent um diese Parität angepasst werden.

2.3.1 Ende des Abkommens und neue Finanzökonomische Ära

In den 1970er Jahren brach das Bretton-Woods-Währungssystem zusammen. Ausschlaggebend dafür waren zwei Faktoren: Zum einen waren die USA nur noch sehr beschränkt zur Goldkonvertibilität bereit, zum anderen waren die anderen Länder aber umgekehrt nicht mehr gewillt, die Inflationsrate der USA zu akzeptieren, wozu das Festkurssystem sie gezwungen hätte.[9] Darüber hinaus war es mit diesem festen System nicht möglich, auf Änderungen fundamentaler Wirtschaftsfaktoren in den beteiligten Ländern zeitnah zu reagieren. Die Anpassung der Paritäten erfolgte hier stets sehr zögerlich.

Nachdem bereits in den sechziger Jahren die Bargeldmenge an Dollar die Goldreserven der amerikanischen Zentralbank übertraf, kam es 1971 schließlich zum Zusammenbruch des Goldstandards, und die Federal Reserve Bank verweigerte, ihrer Einlösungspflicht „Dollar gegen Gold“ nachzukommen. Das System von Bretton Woods mit seinen fixen Wechselkursen endete im Jahre 1973.[10]

In der Folge gingen die wichtigsten Welthandelsländer zu mehr oder weniger flexiblen Wechselkurssystemen über. In vielen Industrieländern folgten, mit verursacht durch die Ölkrisen 1973 und 1980 und der damit verbundenen Steigung der Energiekosten, Jahre der Stagnation und relativ hoher Inflation. 1978 wurde den Mitgliedern des IWF die Wahl des Wechselkurssystems auch per Gesetz freigestellt.[11] Europa ging daraufhin zu einem Europäischen Währungssystem über, das den Wechselkurs innerhalb der EU regelte. Mit der Einführung des Euro ab 1999 entfiel diese Wechselkursregelung.

Zuletzt entschieden sich immer mehr Länder entweder a) für einen flexiblen Wechselkurs, der sich nach Angebot und Nachfrage richtete und am Markt bildete oder b) für eine Währungsintegration, bei der das Währungssystem zwischen zwei oder mehreren Staaten vereinheitlicht wird.

Durch diese beiden neuen Systeme wurde eine größere Eigenbestimmtheit und Unabhängigkeit von den „großen Währungen“ geschaffen. Zum einen verlassen sich Länder komplett auf die Selbstregulation des Marktes, zum anderen haben sie die Möglichkeit, sich an die Weltwährungen anzuschließen und zu binden. Es entstand somit eine neue Ära, in der Währungssysteme unabhängig vom Goldpreis oder Dollarkurs möglich waren. Aus diesen neuen Möglichkeiten heraus entstand die 2001 eingeführte gemeinsame Währung der europäischen Union - der Euro. Mit Abschaffung des Bretton-Wood-Abkommens beginnt auch die Ära des Derivatehandels, in dem Kreditgeld nicht mehr zwingend einen äquivalenten Warenwert hat. Es beginnt die Ära der Futures und Spekulationen, die nicht mehr auf tatsächlichen Wirtschaftsleistungen, sondern auf Berechnungen und Logarithmen beruhen und sich dabei immer weiter von der „realen Marktwirtschaft entfernen“. Darüber hinaus gilt die Zeit nach dem Bretton-Woods-Abkommen als die Zeit mit den grenzüberschreitenden Finanzkrisen. Bestes Beispiel hierfür ist die Finanzkrise ab 2007, die nicht mehr nur lokale Auswirkungen hatte, sondern die komplette Weltwirtschaft betraf.

3. Self-fulfilling prophecies

Eine self-fulfilling prophecy ist eine Prognose, die dadurch eintritt, dass sich alle bzw. die Mehrheit der Marktteilnehmer entsprechend der Voraussage verhalten. Die Prognose wird damit zur Realität.[12]

Self-fulfilling prophecies sind gerade am Aktienmarkt eine gute Methode, um Gewinne zu erwirtschaften. Wenn Börsengrößen wie Ray Dalio oder George Soros Empfehlungen aussprechen, hängen manche Anleger gebannt an ihren Lippen. Gerade letzterer hat mit seinen Prophezeiungen eines fallenden Pfunds in den 90er-Jahren Milliarden an Vermögen aufgebaut. Aber auch Medien spielen mit ihren teils sehr eng gefassten Analysen eine wichtige Rolle. Aufgrund der Fülle von Informationen können Medien meist nur einen Teil des komplexen Geschehens darlegen. So kann es schnell dazu kommen, dass sich viele Anleger auf eine bestimmte Kurssteigerung, die zuvor in den Medien ausführlich ausgeführt wurde, konzentrieren. Dieses System machen sich Anleger zu nutze. Sie kaufen Aktien und suggerieren, dass dieser Aktienkurs steigen wird. Durch diese Handlung und Aussage ermutigen sie andere Anleger, ebenfalls Aktien dieser Art zu kaufen. Es kommt zum erwarteten Kursanstieg; da nun immer mehr Anleger auf diesen Zug aufspringen wollen und Aktien kaufen, wird der Kurs zunächst weiter steigen. Der erste Anleger hat sich somit seine Prophezeiung des steigenden Aktienkurses selbst erfüllt. Für den Anleger ist es nun an der Zeit, seine Aktien zu verkaufen und den Gewinn mitzunehmen, da sich der Aktienkurs aufgrund seiner Entfremdung von der realen Wirtschaft nicht lange auf einem steigenden Niveau halten wird. Dies geschah beispielsweise beim Börsengang von Facebook. Das Unternehmen wurde zunächst mit 100 Milliarden Dollar bewertet, und viele Anleger wollten auf der Erfolgswelle von Facebook mitschwimmen. Es war angesagt, eine Facebook-Aktie zu besitzen, und Experten prophezeiten den Aktien einen ebenso großen Erfolg wie dem Unternehmen selbst. Altinvestoren machten bei diesem Börsengang die von ihnen prophezeiten Gewinne, viele andere Anleger jedoch verloren eine Menge Geld, als der völlig überhitzte Kurs sich letztlich an den wirklichen Marktwert anpasste und seinen Wert fast halbierte. Inzwischen führte die Geschäftsausweitung von Facebook durch Übernahmen und Zuwachs im Kerngeschäft jedoch wieder zu steigenden Kursen. Die Markteinführung von Facebook an der Börse führte also - angeheizt von daran interessierten Alt-Investoren und den Emissionsbanken- zunächst zu einer Kurstübetreibung, die später ausgeglichen wurde. Als sich später die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells und entsprechendes Wachstum manifestierte, stiegen die Kurse wieder und sogar weit über den Emissionskurs hinaus.

[...]


[1] Wirtschaftswissenschaften als Oikodizee, S. 29

[2] Der Wohlstand der Nationen: Eine Untersuchung seiner Natur und seiner Ursachen

[3] https://marjorie-wiki.de/wiki/Oikodizee

[4] Wirtschaft, S. 17

[5] Die Geschichte des ökonomischen Denkens, S. 218

[6] http://www.art-directory.de/malerei/dadaismus/

[7] http://www.kunst-rs-bayern.de/userfiles/Unterrichtsbeispiele/Klasse_10/ah10_surrealismus_neu.pdf

[8] http://www.wirtschaftslexikon24.com/d/bretton-woods-abkommen/bretton-woods-abkommen.htm

[9] Wirtschaftspolitik S. 61

[10] http://www.wirtschaftslexikon24.com/d/bretton-woods-abkommen/bretton-woods-abkommen.htm

[11] Monetäre Außenwirtschaft II Internationale Währungspolitik S. 15

[12] http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Archiv/14719/self-fulfilling-prophecy-v7.html

Details

Seiten
18
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668426153
ISBN (Buch)
9783668426160
Dateigröße
524 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v355398
Institution / Hochschule
Hochschule für angewandtes Management GmbH
Note
1,7
Schlagworte
gespenst kapitals wirtschaftswissenschaft glaubenslehre

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