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Ganztagsgymnasium als bessere Schulform. Analyse der Umsetzung von Erziehung und Beratung als Aufgaben von Schule

Hausarbeit (Hauptseminar) 2016 30 Seiten

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklung zum Ganztagsgymnasium
2.1 Zielsetzungen von Ganztagsschulen
2.2 Möglichkeiten für eine bessere Ausbildung
2.3 Das Ganztagsgymnasium in Nordrhein-Westfalen und der Bundesrepublik

3. Zentrale Aufgaben von Schule
3.1 Erziehen
3.2 Beraten

4. Analyse vor dem Qualitätsmodell nach Holtappels
4.1 Das CIPO-Modell
4.2 Das Angebot-Nutzungs-Modell
4.3 Zentrale Aufgaben als Faktor von Qualität für Ganztagsschulen?

5. Fazit

6. Abbildungsverzeichnis

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

„Mit Ganztag mehr Zukunft.“ Diese Aussage ist Teil einer Überschrift von H. Wendt und W. Bos (2015) in ihrer Ausgabe zum Projekt „Ganz In“. Wird diese kurze Aussage näher betrachtet, so verspricht eine Ganztagsschule mit einem gewissen Interpretationsbedarf eine bessere Zukunft. Diese Schulform ist seit Beginn der Jahrtausendwende von einer rasanten Entwicklung betroffen. Immer mehr Halbtagsschulen in der Bundesrepublik Deutschland werden zu Ganztagsschulen ausgebaut. Doch stellt sich bei der getroffenen Aussage diesbezüglich auch die Frage, weshalb sich von einer Ganztagsschule eine bessere Zukunft versprochen wird? Es ist offensichtlich, dass Schülerinnen und Schüler[1] mehr Zeit an dieser Schulform verbringen, doch bedeutet mehr Zeit auch eine bessere Bildung?

Laut dem Schulgesetz für Nordrhein-Westfalen findet am Gymnasium eine vertiefende Ausbildung statt, die die SuS zu Leistungsträgern der Gesellschaft entwickeln soll (Wendt & Bos, 2015, S.10). Wird die Aussage vom Beginn der Einleitung hinzugezogen, müsste hypothetisch an einem Ganztagsgymnasium die Ausbildung von SuS am besten gewährleistet werden. Durch den erhöhten Zeitaufwand an einer Ganztagsschule steigt zudem der erzieherische Aspekt von Lehrpersonen, weshalb zusammenfassend im Fokus dieser Arbeit untersucht wird, ob ein Ganztagsgymnasium die zentralen Aufgaben „Erziehen“ und „Beraten“ besser als andere Schulformen umsetzen kann.

Das Projekt „Ganz In“ und die „Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen“ (StEG) konnten in den letzten Jahren zahlreiche empirische Daten zur Entwicklung von Ganztagsschulen in Nordrhein-Westfalen und der Bundesrepublik Deutschland erheben. Die Ergebnisse zeigen bedeutsame Vergleiche unter den einzelnen Ganztagsschulformen und sind wichtige Bausteine der Schulentwicklung, um gegebene Defizite in der Umsetzung des Ganztagsbetriebes aufzudecken und zu beheben. Vor allem aufgrund ihrer bisherigen Erhebungen sind sie daher signifikant für diese Arbeit und liefern wichtige Erkenntnisse zur Beantwortung zentraler Fragen.

Im weiteren Verlauf wird zunächst die Entwicklung und Umsetzung der Ganztagsschule in Deutschland und Nordrhein-Westfalen näher beleuchtet, bevor auf die zentralen Aufgaben von Schule eingegangen wird. Mit Hilfe empirischer Daten und des Schulqualitätsmodells für Ganztagsschulen wird zudem die Umsetzung bzw. Durchführung der beiden Aufgaben „Erziehen“ und „Beraten“ am Ganztagsgymnasium dargestellt, sodass der Soll- und Ist-Zustand deutlich hervorgehoben wird.

2. Entwicklung zum Ganztagsgymnasium

Der fortschreitende Ausbau von Halbtagsschulen zu Ganztagsschulen wurde nach dem PISA-Schock 2001 und den veröffentlichten Problemen des Bildungssystems ein zentrales Thema der deutschen Bildungspolitik. Durch zahlreiche Fördermaßnahmen nahm die Anzahl der Schulen mit einem Ganztagsbetrieb jährlich zu. Zusätzliche Zeit der SuS in der Schule, mehr Fördergelder auf struktureller und personeller Ebene und ein Beheben der aufgezeigten Schwächen waren und sind weiterhin ausschlaggebende Argumente (Willems & Becker, 2015, S. 34 f.), weshalb die Anzahl der Ganztagsgymnasien in Nordrhein-Westfalen von 2005 bis 2015 von 26 auf 156 Schulen anstieg (Wendt & Bos, 2015, S. 14). In diesem Kapitel wird anhand der Entwicklung zur Ganztagsschule im Allgemeinen aufgezeigt, welche Zielsetzungen sich für die verschiedenen Ebenen des Schulsystems ergeben und es soll diesbezüglich die Frage untersucht werden, auf welchem Weg sich von dem „Mehr an Zeit“ (Wendt & Bos, 2015, S. 13) eine bessere Ausbildung für die SuS versprochen wird.

2.1 Zielsetzungen von Ganztagsschulen

Historisch gesehen ist eine ganztägige Bildung für SuS nicht erst nach dem PISA-Schock 2001 entwickelt worden. In den sechziger Jahren wurde diese Idee schon einmal als Problemlösung für die damalige Bildungsmisere aufgegriffen und sollte vor allem bildungsfernen Schichten mehr Möglichkeiten für eine bessere schulische Ausbildung bieten. Dieses Problem ist mit der ersten PISA-Erhebung und der Veröffentlichung der Ergebnisse für die Bundesrepublik Deutschland wieder stärker in den Fokus der Bildungspolitik gerückt (Willems & Becker, 2005, S. 34). Es wurde erneut deutlich, dass gute bzw. schlechte Ergebnisse beim Testverfahren mit der soziokulturellen Herkunft korrelieren und demnach nicht von einer Chancengleichheit im deutschen Bildungssystem gesprochen werden kann (Schwanenberg & Schuring, 2005, S. 67 f.). Der Zusammenhang zwischen dem Bildungsweg und der kulturellen Herkunft wird weiterhin an den Selektionsmechanismen für ein Gymnasium und den Abstufungen aus dem Gymnasium ersichtlich. Laut Hillebrand (2005, S. 227 f.) wird deutlich, dass SuS mit Migrationshintergrund häufiger von Abstufungen betroffen sind und die Herkunft auch bei der Wahl für die Schulform eine bestimmte Rolle spielt. Die Verbesserung der Chancengleichheit ist nach Willems & Becker (2005, S. 34 ff.) Teil der bildungspolitischen Zielsetzung für den Ausbau von Ganztagsschulen. Weiterhin soll auf dieser Ebene durch zusätzliche Zeit in der Schule eine Kompetenzentwicklung und die individuelle Förderung besser gewährleistet werden. Die angesprochene Zeit ermöglicht den SuS zwar mehr Lern- und Entfaltungsmöglichkeiten, jedoch müssen diese durch eine Vielfalt pädagogischer Reformen angeboten und umgesetzt werden.

Die Reformen sehen für Schulen vor, eine differenzierte und variable Lernkultur durch die Weiterentwicklung auf personeller, struktureller und organisatorischer Ebene anzubieten. Neben diversen Lerngelegenheiten im und außerhalb vom Unterricht beinhalten diese Zielsetzungen auch ein breites Spektrum außerunterrichtlicher Angebote, die in Einklang mit dem Lehrplan konzipiert und nicht additiv hinzugefügt werden. Die Umsetzungen auf den verschiedenen Ebenen zielen speziell auf eine bessere individuellere Förderung ab. Dies beinhaltet nicht nur die Beachtung leistungsstarker und leistungsschwacher SuS, sondern auch SuS jeglicher Herkunft und Schichtzugehörigkeit gleichermaßen hinsichtlich ihrer Interessen und Begabungen zu fördern (Willems & Becker, 2005, S. 35).

Auf sozialpolitischer Ebene nimmt der Ausbau der Ganztagsschulen in der Gesellschaft auch eine erzieherische Funktion ein und dient als Entlastung für erwerbstätige Eltern, ohne die Pflichten der Erziehungsberechtigten vollständig zu übernehmen. Die zunehmende Verlagerung der Erziehung auf Schulpersonal wird mit gesellschaftlichen Veränderungen, wie zum Beispiel einer veränderten Arbeitsteilung und angestiegenen Erwerbsquoten, begründet. Im Gegenzug dazu ermöglicht die hinzugefügte Zeit an Schulen ein besseres und vertiefendes Einwirken auf die SuS, sodass ihnen Werte und Kompetenzen für eine gesellschaftliche Mündigkeit vermittelt werden können, wie es in einem Leben mit berufstätigen Eltern auf diese Art und Weise nicht möglich ist (Willems & Becker, 2005, S. 36).

Ein weiterer Grund für den Ausbau von Ganztagsschulen liegt beispielsweise auch in der Einführung des achtjährigen Gymnasiums (G8). Das verlorene Jahr der SuS an einer Schule soll durch die Erhöhung des Stundenumfangs an der Schule kompensiert werden (Schwanenberg, Hoeft & Burghoff, 2015, S. 13).

Die verschiedenen Zielsetzungen von Ganztagsschulen werden in der Ausführung Holtappels (2009, S. 13 f.) bezüglich der Bildungs- und schultheoretischen Begründungen noch ergänzt. Neben der angesprochenen erzieherischen Funktion, bedingt durch verschiedene gesellschaftliche Wandel, ermöglicht ein Ganztag mittels seiner zusätzlichen außerunterrichtlichen Angebote ein Anregungspotential für SuS anzubieten, welches ihnen seitens des Wohnumfeldes zum Teil verwehrt wird. Es fehle speziell in den Umfeldern sozial schwacher Schichten an ausreichend Spiel-, Freizeit- und Kulturangeboten, um den Bewegungsdrang von Kindern zu erfüllen. Dieses Problem beinhaltet zudem das Ausbleiben von sozialen Kontaktmöglichkeiten. Zusätzliche Angebote im Ganztag sollen diesen Defiziten entgegenwirken und auch durch Sportangebote ein soziales Miteinander fördern und ein Ausgleich zum Schulalltag ermöglichen.

Abschließend sei die Ganztagsschule auch als Antwort auf die gestiegenen Bildungsanforderungen zu betrachten, weshalb die Schulen mehr SuS zu höheren Abschlüssen führen müssen. Wie bereits angesprochen, soll dementsprechend den Abstufungen entgegenwirkt und durch eine bessere Förderung versucht werden, den Weg der SuS auf der Schule fortzuführen (Holtappels, 2009, S. 14 & Hillebrand, 2005, S. 225).

„In dieser Begründungslinie wird mit der Ganztagsschule die Sicherung und Verbesserung der Qualifikationsfunktion der Schule verfolgt, in dem über erweiterte Lernzeit die Ausgestaltung einer differenzierten und variablen Lernkultur sowie intensive Lernförderung, Chancengewährung und Talententwicklung für alle Schülerinnen und Schüler zu realisieren wäre“ (Holtappels, 2009, S. 15).

In diesem Kapitel wurden die Zielsetzungen für den Ausbau von Halbtagsschulen zu Ganztagsschulen hervorgehoben. Im Mittelpunkt dieser Schulentwicklung steht die zur Verfügung stehende zusätzliche Zeit. Es wurde bisher zwar darauf eingegangen, welche Vorteile sich durch die Ganztagsschulen versprochen werden, jedoch wurde eine Thematisierung der Umsetzung bisher außer Acht gelassen. Diesbezüglich wird im Folgenden darauf eingegangen, wie das „Mehr an Zeit“ (Wendt & Bos, 2015, S. 13) in Verbindung mit den für den Ausbau notwenigen Fördergeldern genutzt wird, um die Ganztagsschule hinsichtlich der schulischen Ausbildung von der Halbtagsschule abzuheben.

2.2 Möglichkeiten für eine bessere Ausbildung

Die beschriebenen Gründe und Zielsetzungen für den Ausbau von Ganztagsschulen in der Bundesrepublik Deutschland veranlassten das Bildungsministerium dazu, in den sechs Jahren von 2003 bis 2009 vier Milliarden Euro in das Projekt der Ganztagsschulen zu investieren (Schwanenberg, Hoeft & Burghoff, 2015, S. 13; BMBF, 2003). Um von den Fördergeldern profitieren zu können, musste Schulen gewisse Bedingungen erfüllen, um den Kriterien einer solchen Schule gerecht zu werden. Diesbezüglich hat die Kultusministerkonferenz (2014, S.4) für den Primar- und Sekundarbereich festgelegt, dass eine Schule als Ganztagsschule gilt, wenn sie mindestens an drei Tagen in der Woche über sieben Zeitstunden ein ganztägiges Angebot für SuS anbietet. Zudem muss ein Mittagessen bereitgestellt werden. Entscheidend für die weitere Ausführung dieser Arbeit ist jedoch der Punkt, dass die Ganztagsangebote in Kooperation mit der Schulleitung durchgeführt werden und in ihrer Intention in einem Zusammenhang mit dem Unterricht stehen. Die Ganztagsschulen werden zusätzlich in verschiedene Formen eingeteilt. Die offene Form ist durch eine freiwillige Teilnahme klassifiziert. In der teilweise gebundenen Ganztagsschule nehmen nicht alle Jahrgangsstufen am Ganztagsangebot teil und in der voll gebundenen Form sind alle SuS verpflichtet, das ganztätige Angebot der Schule wahrzunehmen.

Die zum Ausbau bewilligten Schulen profitieren somit von zwei grundlegenden Faktoren, um den SuS eine bessere Ausbildung bieten zu können: Mehr Zeit und zusätzliche Fördergelder. An dieser Stelle stellt sich nun die Frage, wie die beiden Ressourcen einer Ganztagsschule im Vergleich zu einer Halbtagsschule effektiv genutzt werden, um die in Kapitel 2.1 angesprochenen Zielsetzungen zu erfüllen? Eine positive Sichtweise auf die gewonnene Zeit liefern Prüß, Kortas und Schöpa (2006, S. 41). Ihrer Meinung nach bietet ganztägiger Unterricht „günstige Möglichkeiten, da durch die Gestaltung der mehr zur Verfügung stehenden Zeit eine produktivere Lernatmosphäre erreicht werden kann.“ Entscheidend ist der theoretische Hinweis, dass nicht Zeit und Geld allein eine Verbesserung der Ausbildung bedeuten. Sie ermöglichen den SuS in einer ganztätigen Bildung jedoch einen Zugewinn an Lern-, Lebens- und Erfahrungsmöglichkeiten, wenn die Ganztagsschule ein der Form entsprechendes Konzept entwickelt. Es geht im Vergleich zur Halbtagsschule nicht lediglich um die Vermittlung von Fachkompetenzen, sondern aufgrund der zusätzlichen Zeit auch um den Erwerb von Sozialkompetenzen (Prüß, Kortas & Schöpa, 2006, S. 38 f.).

Das Ausmaß der Entwicklung einer Schule zur Ganztagsschule wird an den fünf Dimensionen deutlich, die Prüß et al. (2006, S. 41 ff.) entwickelt haben. An ihnen wird ersichtlich, wofür die zusätzlichen Ressourcen genutzt werden, um dem Anspruch einer Ganztagsschule gerecht zu werden und die Zielsetzungen zu erfüllen.

Die Steuerungsdimension beinhaltet eine Professionalisierung der Schulleitungen, da sie als oberste Instanz einer Schule über die umfangreichsten Kenntnisse von Ressourcen verfügt. Ihr unterliegt die Koordinierung der Schule und die Verteilung von Aufgaben an beteiligte Gremien. Die Schulleitung vertritt zudem die Schule nach außen und muss die Überzeugung der Umsetzung einer Ganztagsschule gegenüber dem Kollegium, Eltern, SuS und außerschulischen Partnern vertreten. Die Raumdimension bestimmt in einer Ganztagsschule über die zusätzlichen Räumlichkeiten, die gebaut oder eingerichtet werden müssen, um den Anforderungen gerecht zu werden. Namentlich sind an dieser Stelle der Bau einer Mensa, Erholungs- und Entspannungsräume für SuS, Arbeitsräume für Fachkräfte (beinhaltet sowohl Lehrkörper, als auch weiteres Personal der Schule), aber auch mehrfunktional zweckmäßige Räume gemeint. Es gilt, den Ansprüchen und Bedürfnissen der SuS gerecht zu werden und die Gestaltung der Räume auf das Gesamtkonzept der Schule anzupassen, damit für ein besseres Schulklima und Wohlbefinden aller Beteiligten gesorgt wird. Die Zeitdimension einer Schule hängt von ihrer jeweiligen Form ab. Zu dem Unterricht kommen außerunterrichtliche Angebote, Mensazeiten, Pausenzeiten und weitere Formen der Zusammenarbeit untereinander hinzu, sodass die Schule zunehmend einen Lebensraum für alle darin befindlichen Personen darstellt. Der Schullalltag muss daher auf pädagogischer, didaktischer, struktureller und sozialer Ebene rhythmisiert werden, um alle physiologischen und psychologischen Befindlichkeiten zu berücksichtigen. Beispiele für eine solche Rhythmisierung liegen in der Organisation des Unterrichts und der Aufteilung von Unterrichtsfächern auf den Vor- bzw. Nachmittag. Auf der Personalebene ist für eine erfolgreiche Bildung, Erziehung und Betreuung eine Zusammenarbeit aller Fachkräfte notwendig. Im Vergleich zu einer Halbtagsschule ist es für Ganztagsschulen aufgrund der verlängerten Zeit und der Verlagerung des Lebensraumes in die Schule wichtig, neben ausreichend Lehrkräften auch weiteres Schulpersonal, wie zum Beispiel Sozialpädagogen oder Schulpsychologen, zu beschäftigen. Die zusätzlichen Fördergelder ermöglichen dies. Die weiteren internen und externen Mitarbeiter dienen zeitgleich als Entlastungsfunktion für die Lehrkräfte und sollen eine individuelle Förderung, zu der auch die Erziehung und Beratung gehören, garantieren. Die Inhaltsdimension bezüglich einer Ganztagsschule zielt auf den Unterricht sowie Fördermaßnahmen für leistungsstarke und leistungsschwache SuS ab. Zudem beinhaltet sie Schulprojekte, die Einführung neuer, schulinterner Fächer und fächerverbindende oder fächerübergreifende Projekte (Prüß et. al., 2006, S. 41 ff.).

Die geschilderten Dimensionen zeigen, auf welche Weise die zusätzlichen Ressourcen einer Ganztagsschule genutzt werden sollen bzw. müssen, um dem Anspruch einer besseren Bildung, Erziehung und Betreuung (Prüß et. al., 2006, S.43) gerecht werden zu können. „Bildung braucht mehr Beteiligung – aktive Beteiligung fördert Bildung“ (Kerber-Ganse, 2007, S. 28). Im Fokus steht dabei vor allem die Ausstattung der Schule, die Rhythmisierung bezogen auf das Schulkonzept und ein funktionierendes Schulpersonal.

Im bisherigen Verlauf wurde die Ganztagsschule allgemein in Bezug auf die Gründe ihres Ausbaus, ihrer Zielsetzungen und die Umsetzung eines Konzepts mit dem Nutzen zusätzlicher Ressourcen thematisiert. Da diese Arbeit jedoch speziell auf das Ganztagsgymnasium abgestimmt ist, soll es im nächsten Kapitel darum gehen, wie die Entwicklung der Ganztagsgymnasien in Nordrhein-Westfalen[2] und Deutschland verläuft. Hierzu werden empirische Daten hinzugezogen, die auf die Umsetzung der genannten Ziele abgestimmt sind und verdeutlichen, worauf bisher die Prioritäten an dieser Schulform liegen.

[...]


[1] Für eine bessere Lesbarkeit wird im Folgenden die Abkürzung „SuS“ verwendet.

[2] Für eine bessere Lesbarkeit wird im Folgenden die Abkürzung „NRW“ verwendet.

Details

Seiten
30
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668405332
ISBN (Buch)
9783668405349
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v354484
Institution / Hochschule
Universität Paderborn
Note
1,0
Schlagworte
ganztagsgymnasium schulform analyse umsetzung erziehung beratung aufgaben schule

Autor

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