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Persönlichkeit und Gesundheit. Güterkriterien für Testverfahren, Antisoziale Persönlichkeitsstörung, Intelligenz und emotionale Intelligenz

Einsendeaufgabe 2016 20 Seiten

Psychologie - Persönlichkeitspsychologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

D1

D2

D3

Literaturverzeichnis

Verzeichnis der Internetquellen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Psychopathy-Checklist

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Der Wahrnehmungsprozess

Abbildung 2: Visuelle Identifikation

D1

Verdeutlichen Sie den Zusammenhang zwischen Persönlichkeit und Gesundheit. Geben Sie einen Überblick über gesundheitsrelevante Persönlichkeitsmerkmale und erläutern Sie zwei dieser Merkmale näher. Geben Sie bezüglich der beiden ausgewählten Merkmale konkrete Handlungsempfehlungen, wie diese Merkmale bei Mitgliedern einer Organisation gefördert werden können.

Es gibt unterschiedliche Bereiche, in denen sich Persönlichkeit und Gesundheit gegenseitig beeinflussen. Ungeklärt ist, welcher Teil zuerst den Einfluss auf den anderen hat, oder ob Persönlichkeit und Gesundheit durch einen dritten Faktor beeinflusst werden.[1]

Vier mögliche Theorien wurden von Suls und Rittenhousen vorgeschlagen, welche Verbindungen zwischen Persönlichkeit und Krankheit vorliege aufzeigen können:

Ein direktes Verhältnis könnte bestehen, wenn die Persönlichkeitseigenschaften als biologisch basierte individuelle Unterschiede beobachtet werden, die eine kausale Bedeutung in Bezug auf Krankheit und Gesundheit haben. Diese Theorie geht davon aus, dass Persönlichkeit einen Einfluss auf die biologischen Aktivitäten haben kann, was eine Entwicklung psychologischer Erkrankungen und deren Verlauf bestimmen kann.[2]

Zwischen Gesundheit und Krankheit könnte ein korrelativer Aspekt vorliegen, indem dieselben biologischen Ursachen sowohl für die Persönlichkeitseigenschaften als auch für die Erkrankung verantwortlich sein können.[3] Wenn eine Person beispielsweise an Bluthochdruck leidet, besteht die Möglichkeit, dass dasselbe Gen zur Anfälligkeit für die Entwicklung der Krankheit sowie zur Prädisposition führt, dass diese Person hektisch ist.

Die dritte Theorie verbindet Gesundheit und Persönlichkeit durch das Verhalten einer Person. Darunter werden Persönlichkeitseigenschaften betrachtet, durch die das Individuum bestimmte Verhaltensweisen aufzeigt, welche das Risiko zu einer Erkrankung erhöhen. Bei diesen bestimmten Persönlichkeitseigenschaften neigen Personen oft zur Konsumation von Alkohol und Drogen.[4]

Eine Erkrankung könnte andererseits eine Veränderung der Persönlichkeit erzeugen. Durch die Krankheit kann das Individuum an chronischen Schmerzen leiden, die dazu führen, dass sich die Person aus dem gesellschaftlichen Leben zurückzieht und sich einsam fühlt.[5]

Es gibt viele Persönlichkeitsmerkmale, die einen Einfluss auf die Gesundheit gezeigt haben. Folgende Merkmale werden als mögliche Risikofaktoren für die Entstehung der Krankheit betrachtet:[6]

- Stressbewältigung
- Typ-A-Muster
- Soziale Unterstützung und wahrgenommene soziale Unterstützung
- Optimismus
- Kontrollüberzeugung
- Selbstwirksamkeit
- Kohärenzsinn
- Neurotizismus
- Emotionsregulation

Unter Stressoren werden alle Reize verstanden, die eine Stressreaktion auslösen.[7] Wenn das Individuum über längerer Zeit unter verschiedenen seelischen und körperlichen Belastungen leidet, können möglicherweise körperliche und seelische Veränderungen bemerkt werden, die sehr bedrohlich für seine Gesundheit sind.[8] Bei Stressoren unterscheidet man zwischen:

- Physische Stressoren: Lärm, Hitze, Kälte, Hunger, Infektion
- Psychische Stressoren: Überforderung, Fremdbestimmung, Zeitmangel
- Soziale Stressoren: Konflikte, Mobbing, Isolation[9]

Um Stresssituation mit Erfolg zu bewältigen, muss die von Stress betroffene Person feststellen, auf welche Art die Situation Stress erzeugt.[10]

Unter „Coping“ versteht man die Bewältigung von erlebten Belastungen. Ziel dieser Bemühung ist es, sich von emotionalen Belastungen zu lösen und sein Wohlbefinden wiederherzustellen.[11]

Der amerikanische Psychologe und Wissenschaftler Richard Lazarus unterscheidet zwischen vier Handlungsoptionen zur Bewältigung von Stress: Informationssuche, direktes Handeln, Handlungsverminderung oder intrapsychische Reaktion. Welche Bewältigungsstrategie für die Stresssituation ausgewählt wird, ist davon abhängig, ob die Person auf eine Veränderung der erlebten Situation oder der damit zusammenhängenden Emotionen abzielt.[12] Es gibt viele verschiedene Arten der Stressbewältigung, drei werden nachfolgend erläutert:

Problemorientierte Stressbewältigen

Bei dieser Art von Stressbewältigung wird der Fokus auf die Problemlösung gesetzt. Die stressauslösenden Faktoren ,sollen analysiert werden, denn es geht darum, die Faktoren zu beherrschen oder zu verändern. Auch die Veränderung der eigenen Einstellung zu einem Problem wird empfohlen.[13] Wenn man beispielsweise eine Prüfung nicht besteht, soll man dies nicht als Niederlage betrachten, sondern als eine Möglichkeit, das nächste Mal eine viel bessere Note zu erhalten.

Emotionsorientiertes Bewältigen

Bei dieser Methode konzentriert sich die betroffene Person darauf, die stressgeladenen Emotionen zu regulieren, ohne dass sie den Stressauslöser ändert.[14] Ein Beispiel dafür ist ein Jugendlicher, der Probleme mit seiner Familie hat. Er versucht nicht, die Konflikte zu klären, sondern fängt mit Drogen-Konsum an, um sich von den negativen Emotionen zu lösen.

Ablenkung

Unter Ablenkung versteht man gezielte Aktivitäten, wodurch man die Belastung für kurze Zeit vergessen kann. Wichtig dabei ist, dass die neue Aktivität keinen Stress erzeugt. Das Individuum konzentriert sich auf die neue Beschäftigung, kann sich dabei entspannen und lenkt sich von den Stressoren ab.[15]

Die umfassende Erforschung des Optimismus hat dazu geführt, dass Psychologen eine Vielzahl von positiven Auswirkungen erkannt haben. Optimistische Menschen leiden weniger an Angst und Depression, haben eine bessere Lebensqualität und verfügen über die Fähigkeit, Stress besser zu bewältigen. Es existieren vier Hauptarten , wie Optimisten einen Einfluss auf ihre Gesundheit haben. Mit der ersten nutzen die Optimisten die adaptive Coping-Strategie in Bezug auf Stress. Mit dem zweiten Aspekt wird beschrieben, dass die erfolgreiche Bewältigung von Stress eine gute Wirkung auf das Immunsystem hat und demzufolge auch einen besseren Gesundheitszustand hervorruft. Drittens neigen optimistische Menschen im Gegensatz zu Pessimisten öfter dazu, körperliches Training zu betreiben und sich gesund zu ernähren, was zum großen Vorteil der Gesundheit ist. Zuletzt ist diese Art mit einer positiven Stimmung verbunden, was zusätzlich ein guter Beitrag für die Gesundheit ist.[16] Evans und Egerton haben entdeckt, dass unglückliche Menschen eher krank werden, da schlechte Laune das Immunsystem negativ beeinflusst.[17] Optimismus wird als ein gesundheitsrelevantes Merkmal angesehen, aber es wird zwischen einem defensiven und einem funktionalen Optimismus unterschieden. Unter defensivem Optimismus versteht man Abwehr der Bedrohung, die zur Fehleinschätzung von gesundheitlichen Risiken führt.[18] Die funktionale Variante führt dazu, dass die Person die Verhaltensweise akzeptiert, was auf Dauer einen guten Einfluss auf ihre Gesundheit hat.[19]

Glücklich sein hat sich als effektiv für das Wohlbefinden und die Gesundheit erwiesen, trotzdem können nicht alle Menschen optimistisch sein.[20]

D2

Der überwiegende Teil der am Markt erhältlichen Persönlichkeitstests stammt aus dem Bereich der klinischen Psychologie, die sich mit psychischen Störungen beschäftigt. Erläutern Sie die klassischen Gütekriterien für Testverfahren am Beispiel von Persönlichkeitstests. Eine besondere Persönlichkeitsstörung ist die sogenannte antisoziale Persönlichkeitsstörung. Erläutern Sie knapp, was unter einer antisozialen Persönlichkeitsstörung zu verstehen ist und wie diese Störung diagnostiziert werden kann.

Der Persönlichkeitstest ist ein psychodiagnostisches Verfahren, womit die Persönlichkeitseigenschaften einer Person, wie Interessen, Wertvorstellungen, Einstellungen, Introversion und Extraversion, analysiert werden. Ein Persönlichkeitstest besteht aus psychologischen Tests und Fragebögen, wodurch sich dieses Verfahren von Intelligenztests und Leistungstests unterscheidet. In der klinischen Psychologie werden psychometrische Tests für den Zweck verwendet, psychische Störungen zu diagnostizieren, zur Erfassung von Persönlichkeit und Persönlichkeitsstörungen sowie für die Verschiedenheiten zwischen klinischen Gruppen.[21]

Die Wirksamkeit eines Tests ist davon abhängig, ob es gelungen ist, ein Persönlichkeitsmerkmal gut auszumessen.[22] Wichtig zu beachten ist dabei, dass der Test wissenschaftliche Güterkriterien erfüllt,[23] wie beispielsweise, dass das Individuum nicht das Ergebnis des Tests beeinflusst (Objektivität), dass der Test zuverlässig das Merkmal ausmessen kann (Reliabilität) und dass der Test auch richtig misst, was er messen soll (Validität).[24]

Objektivität

Die Tests müssen einer Standardisierung und Objektivität genügen. Die Bedingungen und die Durchführung des Tests müssen vorgeschrieben und immer gleich sein, sie dürfen nicht abhängig von der beurteilenden Person oder den Anwendern sein. Bei der gleichen

[...]


[1] Vgl. Karimi, Z./ Kreddig, N.: 2013, S. 136.

[2] Vgl. Day, L./ Macaskill, A./ Maltby, J.: 2011, S. 851.

[3] Vgl. Day, L./ Macaskill, A./ Maltby, J.: 2011, S. 852.

[4] Vgl. Ebenda

[5] Vgl. Ebenda

[6] Vgl. Vollmann, M./ Weber, H.: (15.12.2016), https://kops.uni-konstanz.de.

[7] Vgl. Kaluza, G.: 2014, S. 8.

[8] Vgl. Kaluza, G.: 2014, S. 4.

[9] Vgl. Litzcke, S./ Schuh, H.: 2010, S. 6.

[10] Vgl. Gerrig, R. J./ Zimbardo, P. G.: 2015, S. 479.

[11] Vgl. Becker, B.: 2014, S. 27f.

[12] Vgl. Groos, J.: 2013, S. 14.

[13] Vgl. Kielholz, A.: 2008, S. 104.

[14] Vg. Ebenda

[15] Vgl. Litzcke, S./ Schuh, H.: 2010, S. 56.

[16] Vgl. Day, L./ Macaskill, A./ Maltby, J.: 2011, S. 871.

[17] Vgl. Day, L./ Macaskill, A./ Maltby, J.: 2011, S. 875.

[18] Vgl. Faltermaier, T.: 2005, S. 158.

[19] Vgl. Becker, B.: 2014, S.36.

[20] Vgl. Day, L./ Macaskill, A./ Maltby, J.: 2011, S. 875.

[21] Vgl. Bliesener, T./ Dannecker, M./ Dlugosch, G.: 2009, S. 438f.

[22] Vgl. Ditton, H./ Gniewosz, B./ Gräsel, C.: 2015, S. 75.

[23] Vgl. Simon, W.: 2006, S. 44.

[24] Vgl. Ditton, H./ Gniewosz, B./ Gräsel, C.: 2015, S. 75.

Details

Seiten
20
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668398429
ISBN (Buch)
9783668398436
Dateigröße
544 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v353630
Institution / Hochschule
SRH Hochschule Riedlingen
Note
1,0
Schlagworte
Psychologie Persönlichkeitspsychologie Intelligenz emotionale Intelligenz Antisoziale Persönlichkeitsstörung Intelligenzsmessung Persönlichkeitsmerkmale gesundheitsrelevante Faktoren Persönlichkeit Gesundheit Güterkriterien Testverfahren

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Titel: Persönlichkeit und Gesundheit. Güterkriterien für Testverfahren, Antisoziale Persönlichkeitsstörung, Intelligenz und emotionale Intelligenz