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Römische Gräber und Nekropolen

Hausarbeit 2003 11 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

II. Einführung: Die politische und gesellschaftliche Situation im antiken Rom

III. Der Wandel der Nekropolen
1. Übersicht über die verschiedenen Phasen
2. Nekropolen im Römischen Reich vor dem Jahrhundert v. Chr
3. Nekropolen des 2. Jahrhunderts v. Chr.
4. Die Gräberstrassen in spätrepublikanischer und frühaugusteischer Zeit
5. Gräberstrassen im 1. Jahrhundert n. Chr.
6. Nekropolen des 2. und 3. Jahrhunderts n. Chr.
7. Nekropolen zwischen dem 1. und 3. Jahrhundert in den Städten des Imperium Romanum
8. Gräber des 3. bis 6. Jahrhunderts n. Chr.
9. Fazit

V. Quellenverzeichnis

II. Einführung: Die politische und gesellschaftliche Situation im antiken Rom

Innerhalb der politischen und gesellschaftlichen Landschaft der römischen Oberschicht dominierten lange Zeit die Wertvorstellungen der Aristokratie. Wichtig war demnach nicht nur das Erlangen von Ruhm, sondern auch das Übertreffen der Rivalen.

Persönlicher Ruhm war allerdings das grundsätzliche Ideal und konnte erreicht werden durch erfolgreiche Schlachten, aber auch durch den Bau von Strassen oder Gebäuden. Ein Nebeneffekt von Ruhm war selbstverständlich der entsprechende Reichtum.

Um den Ruhm unterstreichen zu können, wurde oft der Superlativ in Grabreden verwendet.

Römische Politiker suchten die Römische Gesellschaft, die Familie und den Staat zu verbessern, in der Politikgestaltung selber stand jedoch nicht die Familie oder die politische Gruppierung, sondern der Einzelne im Vordergrund.

Diese egoistische Ausübung war ein Indiz für die damaligen Wertvorstellungen, welche die Politiker ähnlich einer Wettkampfstruktur danach trachten ließ, der Beste, Erste und Größte zu sein[1].

Diese Wertvorstellungen boten das Gerüst für die Gestaltung der Gräber, die im Laufe der Zeit verschiedenen Veränderungen unterworfen waren. Diese Veränderungen sollen nun kurz vorgestellt werden.

Das Hauptaugenmerk liegt dabei bei der Entwicklung der Nekropolen (Gräberfelder) bis hin zu den Gräberstrassen, die vor allem um Rom entstanden. Kurz werden auch die jeweiligen ökonomischen und kulturellen Gründe für diese Entwicklung beleuchtet.

Die Untersuchung der Evolution der Gräber und Grabmale fokussiert sich weitgehend auf die Zeit zwischen dem zweiten Jahrhundert v. Chr. und dem dritten Jahrhundert n. Chr., da hier besonders große Veränderungen abspielten.

II. Der Wandel der Nekropolen

1. Übersicht über die verschiedenen Phasen

1. Phase: 4. und 3. Jahrhundert v. Chr.

Vor allem Familiengräber

2. Phase: 2. und 1. Jahrhundert v. Chr.

Besondere Repräsentation

3. Phase: 1. und 2. Jahrhundert n. Chr.

Rückzug aus der Öffentlichkeit

4. Phase: 2. und 3. Jahrhundert n. Chr.

Gräber im Untergrund (Hypogäen)

5. Phase: Ab dem 4. und 5. Jahrhundert n. Chr.

Christliche Bestattungsriten

Diese Phasen stellen selbstverständlich nur (wenn auch deutliche) Tendenzen dar und dienen der besseren Einteilung[2].

2. Nekropolen im Römischen Reich vor dem 2. Jahrhundert v. Chr.

Erste Friedhöfe existierten schon im 6. Jahrhundert v. Chr. vor den Toren Roms. Diese Gräberfelder waren allerdings noch relativ locker verteilte Grabanlagen.

Die Gestalt dieser Friedhöfe wandelte sich kaum in der Zeit zwischen dem 6. und dem 3. Jahrhundert v. Chr.; überwiegend waren Erdbestattungen oder unterirdische Kammern zu finden, es gab keine überirdischen Bauten oder Monumente. Weitaus umfangreicher als die Ausgestaltung der Gräber waren dagegen häufig die Grabbeigaben.

Das bekannteste Beispiel für die Kammergrabanlagen bildet das Familiengrab der Scipionen an der Via Appia. Weitere Kammergräber gibt es z. B. noch im Gebiet von S. Giovanni in Laterano, die meisten waren der Aristokratie vorbehalten, sie waren ohne eine ausgestaltete Fassade in den Fels gehauen[3].

Die meisten Mittel wurden in dieser Zeit nicht für die architektonische Ausgestaltung der Gräber verwendet, sondern für Leichenbegängnisse wie etwa die Aufbahrung oder die Verbrennung des Toten.

Dennoch gab es auch in diesem Zeitraum schon Ausnahmen in Rom, aber auch z. B. in Tusculum, deren Bewohner 323 v. Chr. die römischen Bürgerrechte erhielten. Dort ist das Familiengrab der Furii herauszuheben, das neben einer ausgestalteten Fassade eine große in einen Hang eingefügte Grabanlage besaß[4].

Im weiteren Zeitverlauf im 4. und 3. Jahrhundert v. Chr. ist bedeutsam, dass es auf den Gräberfeldern um Rom nur wenige herausstechende Monumente für bedeutende Persönlichkeiten gab, die relativ isoliert standen. Diese besonders auffällige Unterscheidung zwischen der Oberschicht und der restlichen Gesellschaft erscheint parallel zur Selbstdarstellung in Rom, wo es Ehrenmonumente auf dem Forum und dem Areal der Heiligtümer gab; diese standen ebenfalls isoliert- ähnlich die Baudenkmäler und Bilder von Feldherren.

3. Nekropolen des 2. Jahrhunderts v. Chr.

Im zweiten Jahrhundert v. Chr. unterzog sich die Gestaltung der Grabanlagen einem grundlegenden Wandel: Die Darstellung der Gräber wurde wesentlich extrovertierter.

Als Gründe dafür sind vor allem der wirtschaftliche Aufschwung Roms durch den zweiten Punischen Krieg von 218 bis 201 v. Chr. und die Beute aus den westlichen und östlichen Eroberungen zu nennen.

Die Mitglieder der alteingesessenen Aristokratie, reich gewordene Händler und Bürger mit einer erfolgreichen militärischen Karriere entdeckten das Bedürfnis nach mehr Selbstdarstellung. Das äußerte sich zum Beispiel in einem verstärkten Städteausbau mit deutlich mehr Monumentalität als bisher und eben auch in aufwändigeren Grabbauten und -anlagen mit architektonisch ausgestalteten Monumenten und Malen. Zunächst gab es diese Ausgestaltung bei in Felsen gehauenen Gräbern wie etwa entlang der Via Appia durch prunkvollere Fassaden, Bemalungen oder Stilelemente wie Statuen in den Nischen zwischen den Säulen der Fassaden.

[...]


[1] Aus:T.P. Wiseman: Roman Political Life 90 B.C.-A.D. 69, Exeter Studies in History, Exeter 1985

[2] Aus: Veranstaltungsmitschrift

[3] Aus: M. Heinzelmann, Grabarchitektur, Bestattungsbrauch und Sozialstruktur…, Wiesbaden 2001, Seite 180f.

[4] Aus: H. von Hesberg, Der Wandel im Erscheinungsbild der Nekropolen, in: H. v. Hesberg, Römische Grabbauten, Darmstadt 1992, Seite 21

Details

Seiten
11
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638352772
ISBN (Buch)
9783640393398
Dateigröße
508 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v35323
Institution / Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,7
Schlagworte
Gräber Nekropolen

Autor

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Titel: Römische Gräber und Nekropolen