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Ein Städtevergleich: London und Kalkutta - Unter besonderer Berücksichtigung der Verkehrsstruktur

Hausarbeit 2002 21 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung: Was sind Megastädte?

2. London
2.1. London in Zahlen-Allgemeines
2.2. Bevölkerungszusammensetzung
2.3. Geschichte der Stadt
2.4. Probleme der Stadt London

3. Kalkutta
3.1. Kalkutta in Zahlen-Allgemeines
3.2. Geschichte der Stadt
3.3. Probleme der Stadt Kalkutta

4. Die Infrastrukturen als spezieller Gesichtspunkt im Vergleich
4.1. Der Aufbau in London
4.2. Der Aufbau in Kalkutta

5. London und Kalkutta im Vergleich - Abschlussbemerkung

Quellenverzeichnis

1. Einführung: Was sind Megastädte?

Die UNO hat Megastädte im Jahr 1970 als urbane Agglomeration mit mehr als acht Millionen Einwohnern definiert. 1990 wurde diese Schwellenzahl auf zehn Millionen angehoben. Damit gab es im Jahr 2000 etwa zwanzig Megastädte, die unten aufgeführt sind.

20 LARGEST URBAN AGGLOMERATIONS RANKED BY POPULATION SIZE IN 2000

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Source: World Urbanization Prospects-The 1999 Revision. The United Nations

(www.censusindia.net)

Alle diese Städte haben mit spezifischen Problemen wie Platzmangel, Umweltverschmutzung oder Ghettobildung zu kämpfen.

Im weiteren Verlauf werden zwei Städte mit ihren speziellen Aspekten und Lösungsansätzen im Vordergrund stehen: Die britische Hauptstadt London und die Hauptstadt der indischen Provinz West-Bengalen, Kalkutta.

Obwohl London der Einwohnerzahl nach keine Megastadt ist, muß der Stadt aufgrund ihrer weltweit herausragenden wirtschaftlichen Bedeutung der Status einer Global City, also dem Standort mehrerer internationaler Firmen - die im allgemeinen als Global Players bezeichnet werden – zugesprochen werden.

Die Probleme der Megacities, die sich zumeist in der dritten Welt befinden, sind teilweise einander ähnlich. So ist zu beachten, daß, wenn die Lebensqualität in der Stadt durch Projekte oder Investitionen verbessert wird, dieses wieder die Landbevölkerung anlockt, in die Stadt zu ziehen. Das führt zu einer noch höheren Zuwanderungsrate.

Ein weiteres Problem, das eigentlich in allen Megacities existiert, ist der Smog, hervorgerufen durch schlechte Stadtplanung, Verkehrschaos, alte Fahrzeuge und unkontrollierte Industrieemissionen.

Im Bezug auf die Unterschiede zwischen Stadt und Land gibt es deutliche Differenzen. Auf der einen Seite sind die Global Cities, die meist mit der Zeit gewachsen sind und daher in Balance mit dem Umland sind, das meist denselben Lebensstandard aufweist. Auf der anderen Seite sind die meist jüngeren und explosionsartig wachsenden Megacities wie Kalkutta, die in einem krassen Unterschied zum Umland stehen und meist wie ein unkontrolliert wachsender Fremdkörper wirken.

2. London

2.1. London in Zahlen-Allgemeines

Die Hauptstadt Großbritanniens, London, hat mit seinen 32 Stadtbezirken (Boroughs), die die Agglomeration Greater London bilden - welche einen einheitlichen Polizeibezirk darstellt - 6,8 Millionen Einwohner, wodurch London zu den größten Metropolen der Welt gehört. In der Region South East wohnen sogar über 17 Millionen Menschen, was bedeutet daß beinahe ein Drittel der Bevölkerung Großbritanniens in und um London lebt. Zwölf der Bezirke bilden Inner London, die restlichen 20 Outer London. Die Einwohnerzahlen der einzelnen Boroughs liegen zwischen 130.000 und 317.000[1].

Jedoch hat das eigentliche London, das als City of London bezeichnet wird, lediglich 5.000 Einwohner- im Gegensatz dazu wohnten im Jahr 1700 etwa 200.000 Menschen in der City. Die meisten dieser 5.000 Einwohner leben im multifunktionalen Barbican Center. Das eigentliche Stadtgebiet Londons erstreckt sich über eine Fläche von 303 Quadratkilometern, wobei Groß-London ein Gebiet von 1.876 Quadratkilometern umfaßt und damit flächenmässig fast doppelt so groß ist als New York. Die historische City of London umspannt allerdings nur 2,6 Quadratkilometer. Auf dieser kleinen Fläche ballen sich die Leistungs- und Steuerungsfunktionen der Regierung und vieler großer Unternehmen.

Durch die Vergangenheit Großbritanniens und des Commonwealth ist London durch seine ständig expandierende multikulturelle Bevölkerung und durch viele nationale und internationale Unternehmen wie z.B. Banken und Versicherungen geprägt. Aufgrund dessen ist London einerseits mit vielen sozialen und ethnischen Problemen konfrontiert, hat aber auch eine große wirtschaftliche Bedeutung in Großbritannien, Europa und der Welt. So bietet allein die City 500.000 Arbeitsplätze - etwa zwei Fünftel der in Großbritannien im Bankwesen Beschäftigten arbeiten in London. Über 500 Auslandsbanken mit über 40.000 Angestellten und die höchste Bankenbilanzsumme machen London zu einem der bedeutendsten Finanzzentren der Welt. Außerdem ist London Standort der Börse, die mit einem Weltmarktanteil von 30 % der größte Devisenhandelsplatz der Erde ist und nach New York und Tokio der drittgrößte Aktienumschlagplatz weltweit.

Aus dieser Konstellation ergeben sich für die Londoner Vor- und Nachteile: Einerseits profitieren sie von einem recht guten Verkehrsnetz wie z.B. den Flughäfen und haben ein breites Spektrum an Freizeitangeboten, auf der anderen Seite sind die Lebenshaltungskosten der Hauptstadt bekanntermaßen sehr hoch, die Mieten und Grundstückspreise ebenso.

Interessant hinsichtlich der geographischen Lage: Östlich der City of London gelegen, im Bezirk Greenwich Village, verläuft der Längengrad 0, der Meridian von Greenwich, der die Erdkugel in zwei Hälften teilt. Weiterhin hat London in geographischer Hinsicht den Vorteil, in der Mitte zwischen Tokio und New York bezüglich der Zeitzonen zu liegen[2].

London-Lage und Größe

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(www.mapquest.com)

2.2. Bevölkerungszusammensetzung

Wie bereits erwähnt sieht sich Großbritannien aufgrund seiner historischen imperialen Machtstellung und im Besonderen London als Hauptstadt einer stetig wachsenden Anzahl von Immigranten aus den ehemaligen Staaten des Commonwealth gegenüber gestellt, was London einerseits den Charakter eines weltoffenen Schmelztiegels verschiedenster Kulturen verleiht, auf der anderen Seite jedoch neue Probleme schafft.

Bereits im 17. Jahrhundert emigrierten viele Hugenotten aus Frankreich nach London, im 18. und 19. Jahrhundert waren es vor allem Iren, Chinesen und Afrikaner, die nach London kamen. Diese ließen sich vor allem in den Gebieten um den Hafen nieder.

Nach dem zweiten Weltkrieg war eine erhöhte Zuwanderung von Indern, Pakistani, Zyprioten und Schwarzen aus Afrika und den Westindischen Inseln zu verzeichnen. Im vergangenen Jahrzehnt waren es vor allem Araber, die aus geschäftlichen Gründen nach London kamen. Heute sind etwa 10 % der Londoner Asiaten und 8 % afrikanischer oder karibischer Herkunft[3].

Um dem immensen Bevölkerungszustrom Herr zu werden und vor allem Familien die Möglichkeit zu geben aus den teuren und überlasteten Vororten wegzuziehen, wurden im Raum London acht neue Städte (sogenannte New Towns) geschaffen. Diese Städte wurden nach 1946 auf Grund des Erlasses des New Town Acts geschaffen. Charakteristisch für diese Trabantenstädte ist die auf dem Reißbrett entworfene Struktur mit zentralen öffentlichen Einrichtungen, Wohn- und Gewerbevierteln sowie die Unabhängigkeit gegenüber dem nahe gelegenen London. Ziel war es, den peripheren Raum zu stärken und den Großraum London zu entlasten.

Die New Towns verschärften letztlich jedoch die in London ohnehin früh einsetzende Suburbanisierung und Entvölkerung des Stadtkerns noch mehr, da sie aufgrund des niedrigeren Preisniveaus und der höheren Lebensqualität attraktiver waren und sind. So ist beispielsweise die 1960 gegründete New Town Milton Keynes mittlerweile auf 160.000 Einwohner angewachsen.

2.3. Geschichte der Stadt

Die erste nachweisbare Siedlung ist das römische Militärlager Londinium, das bereits 61 n. Chr. erwähnt wurde. Aus dem Lager wurde schon recht bald eine Handelsstadt und die befestigte Hauptstadt der römischen Provinz Britannia Superior. Zwischen dem fünften Jahrhundert und 1016 war London weitgehend ohne Bedeutung, erst mit der Eroberung Englands durch die Angeln und Sachsen nahm das politische Gewicht Londons wieder zu, besonders nach 1100, als London Winchester als Hauptstadt Englands ablöste.

[...]


[1] Alle statistischen Daten würde ich mir von dem englischen Statistischen Bundesamt besorgen. Wenn sie anders sie dann besser nach. Wird wohl www.statistics.gov.uk sein.

[2] Die ganzen Daten und Sachen zur Entwicklung der Stadt sind aus dem ersten Buch in der Quellenliste. Und aus dem Reiseführer… J

[3] Auch hier wieder statistische Daten-aus www.statistics.gov.uk !

Details

Seiten
21
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638352758
ISBN (Buch)
9783640393374
Dateigröße
656 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v35321
Institution / Hochschule
Universität Erfurt
Note
1,3
Schlagworte
Städtevergleich London Kalkutta Unter Berücksichtigung Verkehrsstruktur

Autor

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