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Der Mord an Kurt Eisner. Hintergründe und Folgen der Ereignisse am 21. Februar 1919

Facharbeit (Schule) 2015 28 Seiten

Gesch. Europa - Deutschland - I. Weltkrieg, Weimarer Republik

Leseprobe

Der Mord an Kurt Eisner

1. Kurt Eisner - Facetten einer umstrittenen Persönlichkeit

2. Leben und Wirken des Kurt Eisner
2.1. Kindheit und Studium
2.2. Karriere als Journalist
2.3. Politisches Engagement während des Ersten Weltkrieges

3. Bayerische Revolution
3.1. Umsturz in München
3.1.1. Ablauf
3.1.2. Regierungsbildung
3.1.3. Entmachtung König Ludwigs III.
3.2. Regierungszeit Eisners

4. Der Eisner-Mörder Graf Arco auf Valley
4.1. Biographisches
4.2. Thule-Gesellschaft als Keimzelle der NSDAP
4.3. Motive für den Mord

5. Ereignisse am 21.02.1919
5.1. Ermordung Eisners
5.1.1. Tathergang
5.1.2. Ermittlungen
5.2. Schüsse im Bayerischen Landtag

6. Verschärfung des politischen Konflikts

7. Erinnerung an Eisner
7.1. Beisetzung
7.2. Konflikte

8. Arco-Valley-Prozess
8.1. Prozessbeginn
8.2. Fragestellung der Einzeltäterschaft
8.3. Urteil und Reaktionen
8.4. Weiterer Lebensweg Arcos

9. Rolle der bayrischen Justiz für die spätere historische Entwicklung in Deutschland

Ein politisches Attentat - die Ermordung von Kurt Eisner

1. Kurt Eisner - Facetten einer umstrittenen Persönlichkeit

„Die Dynastie Wittelsbach ist abgesetzt! Bayern ist fortan ein Freistaat!“1 - Kurt Eisner: Ausrufung der Republik am 8. November 1918

Dieser Ausruf markierte das Ende der Monarchie in Bayern. Die mehr als 700 Jahre währende Herrschaft der Wittelsbacher Dynastie über- dauerte die Wirren der Bayerischen Revolution nicht. Der Freistaat war dem Rest Deutschlands einen Schritt voraus, hier wurde mit König Lud- wig III. der erste deutsche Monarch vertrieben. Allerdings sollte es nicht der letzte bleiben. Auch der deutsche Kaiser Wilhelm II. musste aufgrund der Revolutionsunruhen ins Exil flüchten, jedoch erst einige Tage später. Doch schon 1919 würde es keinen einzigen Monarchen mehr in Deutschland geben.2

In Bayern setzte sich ein Mann namens Kurt Eisner an die Spitze dieser revolutionären Bewegung und wurde der erste Ministerpräsident des neuen Freistaates Bayern. Obwohl seine Amtszeit nur rund 100 Tage dauerte, polarisierte er wie kaum ein Politiker vor und nach ihm. Die Abneigung aus dem national-konservativen Lager schlug sogar in of- fene Gewalt um, die schließlich in der Ermordung Eisners durch den jungen, rechtsextremen Offizier Anton Graf Arco auf Valley gipfelte. Aber auch heute ist die Erinnerung an Eisner noch Auslöser zahlreicher Debatten.3

Betrachtet man diese Phase der bayerischen Geschichte begibt man sich unweigerlich auf das Gebiet von Spekulationen und Vermutungen, zu viel ist bis heute ungeklärt.4 Auch bewusst vorgenommene Geschichtsfälschung durch Eisners Gegner stellt ein Hindernis dar. Trotzdem gibt es viele Aspekte, die man als gesichert betrachten kann und die zu großen Teilen auch maßgeblichen Einfluss auf die spätere historische Entwicklung gehabt haben.5

2. Kurt Eisner: Leben und Wirken

2.1 Kindheit und Studium

Zu den unbestrittenen Fakten gehört, dass Kurt Eisner am 14.05.1867 in Berlin geboren wurde und eine unbeschwerte Kindheit verbrachte, die ihm durch seine finanziell gutgestellte jüdische Textilfabrikantenfamilie ermöglicht wurde. Eisner war ein unauffälliger Schüler; für die oft6 verbreitete These, er habe schon in jungen Jahren Konflikte mit Autoritäten gehabt, lassen sich keine Belege finden.

Später entschied Eisner sich für ein Studium der Germanistik und Phi- losophie an der Humboldt-Universität in Berlin. Im Laufe des umfang- reichen Studiums begann Eisner auch mit dem Verfassen einer Disser- tation, welche er jedoch nicht vollendete. Im Winter 1989/90 brach Eisner sein Studium komplett ab und begann als Journalist zu arbei- ten.7

2.2 Karriere als Journalist

Zunächst in Frankfurt und Marburg tätig, heiratete er 1892 die Künst- lerin Elisabeth Hendrich. An Neujahr 1897 sorgte sein Gastkommentar in einer Berliner Zeitschrift8 für eine Anklage wegen Majestätsbeleidi- gung. In der Folge verbrachte Eisner neun Monate im Gefängnis. Wohl auch deswegen wurde ihm von Wilhelm Liebknecht, dem Chefredak- teur der SPD-Zentralorgans Vorwärts eine Tätigkeit als politischer Re- dakteur bei der Zeitschrift in Berlin angeboten. Eisner hatte zu dieser Zeit vor allem im politisch linken Lager einen hervorragenden Ruf als kritischer Kommentator. Liebknecht meinte später, er habe mit Eisner „das Blatt journalistisch zu heben“9 gedacht und gehofft, dass die scharfe Klinge Eisner so manchem den Kopf abschlage. Einher mit der Einstellung Eisners bei der Zeitschrift geht sein Parteieintritt in die So- zialdemokratische Partei 1898. Eisner stieg in der Redaktion schnell auf und übernahm bald eine Führungsrolle. Aus Liebknechts Tod 1900 ergaben sich jedoch Machtkämpfe und Richtungsstreitigkeiten, die Eis- ner zunächst überstand. 1905 spitzte sich der Konflikt jedoch zu und Eisner sowie mehrere andere Redakteure verließen die Zeitschrift. Er blieb jedoch in der Partei aktiv, allerdings ohne feste Anstellung.

Als Eisner 1906 ein Angebot aus Nürnberg annahm und nach Bayern umzog, blieben seine Ehefrau und Kinder in Berlin zurück; die Ehe konnte als gescheitert betrachtet werden. In Nürnberg lernte Eisner Else Belli kennen, die Tochter eines Parteikollegen. Als das Verhältnis bekannt wurde, zwang die parteiinterne Kritik Eisner dazu, 1910 mit Belli nach München umziehen.10

2.3 Politisches Engagement während des Ersten Weltkrieges

1914, kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges, hielt Kurt Eisner die Hauptrede bei einer Versammlung der Münchner SPD. Es war das erste Mal, dass Eisner politisch in einer größeren Rede in Erscheinung trat.11

Eisner machte, unter dem Eindruck der Kriegsgefahr, deutlich, dass er das zaristische Russland für die Hauptbedrohung des Friedens hielt.12 Er hinterfragte zunächst auch nicht die Hintergründe des darauffolgenden Kriegsausbruchs, sondern war der Auffassung, man müsse das Vaterland verteidigen.13 Bedingt war dies vor allem durch umfangreiche Manipulation und Propaganda, die durch die Regierung in der Presse und über andere Kanäle verbreitet wurde. Eisner war dieser Beeinflussung in großen Teilen bereits erlegen.

Doch schon kurz nach Kriegsbeginn begann Eisner seine eigene Posi- tion kritisch zu hinterfragen. Dieser Umdenkprozess machte Eisner zum Systemkritiker und Revolutionär, der Krieg nun grundsätzlich ab- lehnte.14 Dies brachte ihn jedoch in Konflikt mit der offiziellen SPD- Parteilinie, die den Krieg im Rahmen der Burgfriedenspolitik mittrug. In der Folge distanzierte Eisner sich immer weiter von den Sozialde- mokraten und gründete 1917 zusammen mit anderen Genossen, die dem Krieg ebenfalls ablehnend gegenüberstanden, die USPD15.

Eisner war das Gesicht des Münchner Ablegers dieser neuen Partei, leistete in dieser Eigenschaft weiterhin Anti-Kriegs-Arbeit und organi- sierte den Widerstand gegen die Regierung. Dies brachte ihm nach ei- nem großen Streik in München, den er selbst mit initiiert hatte, eine zweite Gefängnisstrafe ein. Als sich die Kriegsniederlage Deutschlands abzeichnete, wurde er im Oktober 1918 vorzeitig entlassen.16

3. Bayerische Revolution

3.1 Umsturz in München

3.1.1 Ablauf

Wann die bayerische Revolution endgültig vollzogen war, lässt sich nicht allgemeingültig feststellen. Sicher ist jedoch, dass sich die Ereig- nisse am 07.11.1918 zuspitzten und der Umsturz an diesem Tag eine entscheidende Hürde nahm. Am Morgen fand eine Friedenskundge- bung von MSPD17 und USPD unter dem Eindruck des Kieler Matrosen- aufstands auf der Theresienwiese statt. Anschließend begann eine Gruppen von Demonstranten18 damit, mehrere Kasernen im Stadtge- biet zu erstürmen. Dieser Vorgang verlief friedlich; die Soldaten der noch monarchischen Ordnung liefen über. Nun kontrollierten, aufgrund einer immer größeren Zahl von Anhängern, die Revolutionäre nach und nach die Stadt. Eine Versammlung der Soldaten billigte dann die Wahl eines Soldatenrats, dem auch Eisner angehörte. Gegen zehn Uhr abends begaben sich dessen Mitglieder dann in das inzwischen leer stehende Landtagsgebäude in der Prannerstraße.19

3.1.2 Regierungsbildung

Dort richtete sich der Rat im Sitzungssaal ein, bevor Kurt Eisner die „vorläufige konstituierende Versammlung der Arbeiter-, Soldaten- und Bauernräte“20 eröffnete. Auch der eingangs zitierte Ausruf des Freistaates21 fiel während dieser Sitzung. Danach wurde Eisner zum Ersten Vorsitzenden gewählt. Da der Rat in seiner ersten Bekanntmachung die Regierungsgewalt für sich beanspruchte, kam dies im Grunde einer Wahl zum Regierungschef gleich.

Anschließend fanden intensive Gespräche zur Bildung einer neuen Regierung statt. Da Eisner und die USPD eine möglichst breite Mehrheit für die Revolutionsregierung erreichen wollten, entschloss man sich zu einer Koalition mit der MSPD. Deren Vorsitzender Erhard Auer war zwar eigentlich Anhänger der monarchischen Ordnung und hoffte bis zuletzt auf deren Wiedereinfüh- rung. Da auch er sich den neu geschaffenen Fakten nicht entziehen konnte, entschloss er sich doch zu einer Teilnahme an der Übergangsregierung.22

Am Ende ergab sich ein Kabinett mit Eisner an der Spitze und Auer als Innen- minister.23

3.1.3 Entmachtung König Ludwigs III.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 - Ehemaliges Landtagsgebäude in der Prannerstraße heute

Die Gedankenspiele Auers über eine Rückkehr der Monarchie wurden allerdings mit der Anifer Er- klärung, in der der geflohene König Ludwig III. alle Soldaten, Offiziere und Beamte von ihrem Treueeid auf den Monarchen entband24, end- gültig hinfällig. Obwohl Ludwig mit keinem Wort von seinem Thronan- spruch zurücktrat, wurde die Erklärung vom Kabinett Eisner und von großen Teilen der Gesellschaft wie ein Thronverzicht gewertet und pu- bliziert.25 Rückblickend wird diese mehr oder weniger erzwungene Selbstentmachtung des Herrschers als Ende der Monarchie in Bayern gesehen.

Ludwig III. war der erste Monarch in Deutschland, der seine Regierungsgeschäfte abtreten musste. Nach der doppelten Ausrufung der Republik in Berlin am 09.11.1918 sahen sich nach und nach alle 22 Monarchen gezwungen ihrem Thron zu entsagen. Allerdings wurde nicht in allen Fällen26 der förmliche Thronverzicht akzeptiert. Dennoch gaben alle Regenten die Macht bis zum 25.11.1918 ab.27

3.2 Regierungszeit Eisners

Durch den raschen Übergang von der alten zur neuen Regierung und die Anifer Erklärung gestärkt, nahm das Kabinett Eisner die Arbeit zü- gig auf. Um den Rückhalt in der Bevölkerung zu stärken und den Wunsch nach einer vom Volk getragenen Regierung umzusetzen, wur- den rasche Landtagswahlen festgesetzt, die im Januar 1919 stattfinden sollten.

Trotzdem wurde Eisner sowohl von seinen politischen Gegnern als auch aus seiner eigenen Partei immer mehr unter Druck gesetzt. „Den Ge- mäßigten war er zu radikal und den Radikalen zu gemäßigt.“28 Konser- vative Kreise sowie große Teile der MSPD, die hinter dem Krieg gestan- den hatten, lehnten vor allem die außenpolitischen Versuche Eisners ab, durch eigene Friedensgespräche mit den Alliierten bessere Bedin- gungen für Bayern zu erreichen.29 USPD und KPD hielten ihm dagegen Staatsbürger frei und unangetastet in Bayern zu bewegen, sofern er und seine Angehörigen sich verbürgen, nichts gegen den Bestand des Volksstaates Bayern zu unternehmen.[…]“ (Ebd., S.1)

[...]


Fußnoten am Ende eines Abschnitts beziehen sich, wenn nicht anders angegeben, auf den gesamten vorherigen Abschnitt.

1 [Hervorh. d. d. Verf.] Schnupp, Stefan: Revolution und Regierung Eisner. In: Haus der Bayerischen Geschichte (Hrsg.): Revolution! Bayern 1918/19. Augsburg 2008. S.12

2 Siehe hierzu auch Abschnitt 3.1.3: Entmachtung König Ludwigs III.

3 Siehe hierzu vor allem Abschnitt 7.2: Konflikte

4 Siehe hierzu vor allem Abschnitte 5.1.2: Ermittlungen und 8.2: Fragestellung der Einzeltäterschaft

5 Siehe vor allem Abschnitt 9: Bedeutung der bayrischen Justiz für die spätere historische Entwicklung in Deutschland
Vgl. Kurt Eisner. http://de.wikipedia.org/wiki/Kurt_Eisner. 23.05.2015.
Vgl. Grau, Bernhard: Kurt Eisner: 1867 - 1919. Eine Biographie. München 2001. S.7 ff.

6 vor allem durch Eisners politische Gegner

7 Als Grund hierfür wird vor allem die Reduktion der finanziellen Zuwendungen von Seiten der Familie genannt, deren Fabrik immer mehr in finanzielle Schieflage ge- rat.
Vgl. Grau: Biographie, S.15 ff.
Vgl. Bauer, Franz J.: Die Regierung Eisner 1918/19. Ministerratsprotokolle und Do- kumente. In: Morsey, Rudolf (Hrsg.)/Ritter, Gerhardt A. (Hrsg.)/Matthias, Erich (Hrsg.): Quellen zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien: Reihe 1, Von der konstitutionellen Monarchie zur parlamentarischen Republik; 10. Düsseldorf 1987. S.XXXI

8 Eisner, Kurt: Ein undiplomatischer Neujahrsempfang. In: Kritik, 01/1897.

9 Grau: Biographie, S.132

10 Eisner lebte einige Jahre unverheiratet mit Belli zusammen, erst 1917 fand die Heirat statt, nach der Scheidung von seiner ersten Frau Hendrich. Vgl. ebd., S. 132 und S.210 ff.

11 Eigentlich war die Besetzung der Redeposition rein zufällig, allerdings kann dies auch als ein aktiver Versuch Eisners gesehen werden, nach Jahren der politischen Bühnenabstinenz wieder im Tagesgeschäft Fuß zu fassen. (Vgl. ebd., S.299)

12 Dies stand der offiziellen Parteilinie der SPD zu dieser Zeit gegenüber, welche hauptsächlich die Kriegsprovokation Österreich-Ungarns verurteilte. Eisner meinte später selbst dazu: „Ich war der einzige Redner in den hunderten der damaligen sozialdemokratischen Protestversammlungen, der seine Angriffe nicht gegen Österreich, sondern gegen Rußland richtete.“ (Ebd., S.558) Die grundsätzliche Ablehnung des russischen Zarismus entspricht jedoch wieder sozialdemokratischen Traditionen. (Vgl. ebd., S.300 f.)

13 Teilweise mag es für Eisner - zumindest unterschwellig - auch wichtig gewesen sein, als Sozialdemokrat jüdischer Herkunft, der oft als „vaterlandsloser Geselle“ beschimpft wurde, die Zugehörigkeit zu Deutschland zu demonstrieren. (Vgl ebd., S.305)

14 Es ist in großen Teilen bis heute unklar, was Eisner zu diesem raschen Umdenken bewegte. Gesichert ist lediglich, dass er die Widersprüche, die er in seinen Informationen ausmachte, schon vor Kriegsbeginn hätte erkennen können, was er jedoch nicht tat bzw. wollte. (Vgl. ebd., S.306 ff.)

15 Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands

16 Vgl. Grau: Biographie, S.299 ff. Vgl. Gritschneder, Otto: Der Eisner-Mörder Anton Graf Arco-Valley und die bayerische Justiz. München 1983. S.2

17 Die SPD hatte sich zwischenzeitlich in MSPD (Mehrheitssozialdemokratische Partei Deutschlands) umbenannt, um eine Abgrenzung zur USPD (Unabhängige Sozialde- mokratischen Partei Deutschlands) auszudrücken. (Vgl.: Mehrheitssozialdemokrati- sche Partei Deutschlands. https://de.wikipedia.org/wiki/Mehrheitssozialdemokrati- sche_Partei_Deutschlands. 04.10.2015.)

18 unter ihnen Eisner

19 Vgl. Bauer, Franz: Ministerratsprotokolle, S. XIII

20 Fechenbach, Felix: Der Revolutionär Kurt Eisner. Aus persönlichen Erlebnissen. Berlin 1929. S.43

21 Siehe Abschnitt 1: Kurt Eisner - Facetten einer umstrittenen Persönlichkeit

22 Die Initiative einer Koalitionsbildung wird häufig Eisner allein zugesprochen. Al- lerdings gibt es auch Indizien, dass die MSPD selbst aktiv für die Bildung einer sol- chen Regierung eintrat. Man wollte die Beherrschung der Situation nicht allein Eis- ner und seinen Anhängern überlassen. (Vgl. Bauer, Franz: Ministerratsprotokolle, S.XXIII)

23 Vgl. ebd., S.XIII ff.

24 Am 13.11.1918: „Zeit meines Lebens habe ich mit dem Volk und für das Volk ge- arbeitet. Die Sorge für das Wohl meines geliebten Bayern war stets mein höchstes Streben. Nachdem ich in Folge der Ereignisse der letzten Tage nicht mehr in der Lage bin, die Regierung weiterzuführen, stelle ich allen Beamten, Offizieren und Soldaten die Weiterarbeit unter den gegebenen Verhältnissen frei und entbinde sie des mir geleisteten Treue-Eides. Anif, den 13. November 1918. Ludwig“ (Thronver- zicht König Ludwigs III. In: Münchner Neueste Nachrichten, 13.11.1918, S.1)

25 So gab die Regierung als Antwort folgende Erklärung heraus: „Der Ministerrat des Volksstaats Bayern nimmt den Thronverzicht Ludwigs III. zur Kenntnis. Es steht dem ehemaligen König und seiner Familie nichts im Wege, sich wie jeder andere

26 5 von 22, darunter in Bayern

27 Vgl. 1918 / 1921: Das Ende der Monarchie in Bayern und der Tod Ludwigs III. https://www.hdbg.eu/koenigreich/web/index.php/themen/index/herr- scher_id/4/id/57. 27.09.2015. Vgl. Novemberrevolution. https://de.wikipedia.org/wiki/Novemberrevolution. 29.06.2015. Vgl. Sepp, Florian: Anifer Erklärung. 12./13. November 1918. In: Historisches Lexi- kon Bayerns. http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_44319. 26.05.2015. Vgl. Bauer, Franz: Ministerratsprotokolle, S.L ff.

28 Arz, Martin: Todsicheres München. Die spektakulärsten Kriminalfälle. München 2009. S.76

29 Eisner, der dem Ersten Weltkrieg zuletzt sehr kritisch gegenüber stand, legte z.B. Material vor, mit dem die tragende Rolle Deutschlands im Krieg unterstrichen wer- den sollte. Diese Frage nach der alleinigen Kriegsschuld Deutschlands und seiner Verbündeten, wie sie in Artikel 231 des Versailler Friedensvertrages festgeschrieben wurde, war während der Weimarer Republik immer wieder Gegenstand heftiger

Details

Seiten
28
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668386952
ISBN (Buch)
9783668386969
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v352326
Note
15
Schlagworte
Kurt Eisner Mord München Bayerische Revolution Ludwig III. Ende der Monarchie Bayern November 1918 1919

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Titel: Der Mord an Kurt Eisner. Hintergründe und Folgen der Ereignisse am 21. Februar 1919