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Angebot zu dem Thema „Mischbarkeit von Flüssigkeiten“

von I. Seel (Autor)

Hausarbeit 2015 14 Seiten

Pädagogik - Kindergarten, Vorschule, frühkindl. Erziehung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Material und Methoden
2.1 Konzepte für frühe naturwissenschaftliche Bildung
2.2 Anlehnung an Konzept von Giesela Lück
2.3 Experiment als ausgewählte Methode
2.4 Benötigte Materialien
2.5 Hintergrundwissen

3. Ergebnisse
3.1 Durchführung
3.2 Beobachtungen und Ergebnisse
3.3 Kindgerechte Deutung des Phänomens
3.4 Erkenntnisse werden gefestigt

4. Diskussion
4.1 Reflektion des Angebots
4.2 Vergleich didaktischen Konzepten
4.3 Folgearbeit

5. Zusammenfassung

6. Literatur

1. Einleitung

Wir leben in einem Zeitalter, das fast vollkommen durch die Wissenschaft geprägt ist. Naturwissenschaftliche Angebote im Kindergarten und Schulen sollen die Kinder unterstützen, sich zuverlässiges Wissen über die natürliche, soziale und technisch gestaltete Umwelt anzueignen. Dieses Leitziel wiederspiegelt sich in den aktuellen Lehrplänen und Richtlinien aller Bundesländer. Beim fünften weltweiten PISA-Schultest behaupten sich die Schuler in der Bundesrepublik erneut im Mittelfeld. In den Naturwissenschaften erreichen sie durchweg Werte oberhalb des Durchschnitts. Schon im Vorschulalter erwerben Kinder eigene Vorstellungen über ihre Umwelt, die sie gerne äußern. Manchmal wirken diese Überlegungen mitunter phantasievoll, manchmal erstaunlich realistisch und mal ist das eine bloße Wiederholung von dem, was sie von anderen aufgeschnappt haben. Kinder stellen auch tausende Fragen, viele davon auch gebildete Erwachsene nicht sofort beantworten können. Diese Arbeit wird eine Frage von 5-jahrigen Junge nachgehen: „Warum soll man den Teller mit „Spüli“ waschen?“

Im Alltag kommt man in vielen Bereichen in die Situation, in der man zwei oder mehrere Flüssigkeiten mischen muss. Denkt man etwa daran, wie man an einem heißen Sommertag ein kühles Getränk zubereitet. Dazu wird das Sirupkonzentrat in einem bestimmten Verhältnis mit kaltem Wasser gemischt. Falls man dann auch noch Hunger kriegt und sich für einen knackig frischen Salat entscheidet, wird bei der Zubereitung der Salatsauce im einfachsten Fall Essig und Öl mischen. Mischungen von Flüssigkeiten spielen auch in der chemischen Industrie, in der Forschung und in der Technik eine bedeutende Rolle. Dort kommen sie etwa bei der Trennung und der Reinigung von Reaktionsprodukten oder beim Beschichten von Materialien zum Einsatz. Dank naturwissenschaftlichen Experimentierens haben Kinder die Möglichkeit, verschiedene Aspekte beim Mischen von Flüssigkeiten selber zu entdecken und sie können auch bereits bekannte Phänomene durch gezielte Experimente detaillierter untersuchen. „Kinder wollen dem Beobachteten „auf die Spur“ kommen: Zusammenhänge aufdecken, Erklärungen finden, die Erscheinung und ihre Deutungen in ihr Weltsystem einbauen“ (Unglaube, 2000, S. 7).

2. Material und Methoden

2.1 Konzepte für frühe naturwissenschaftliche Bildung

Nach Pech & Kaiser sind die Konzepte für Naturwissenschaften im Kindesalter immer die Versuche sich das Lernen nach einem idealen Muster vorzustellen. Wahl eines geeigneten Konzepts für naturwissenschaftliche Experimente soll in dem Schwerpunk legen, wie man sich einem Gegenstand nähert und mit ihm auseinandersetzt und nicht darauf welche r Gegenstand bildungsrelevant ist (vgl. Pech & Kaiser, 20S.17-20).

Im Modul “Mathematisch- naturwissenschaftlich- technische Bildung II“ wurden drei unterschiedliche didaktische Konzepte für naturwissenschaftliche Bildung vorgestellt. Das erste Konzept war von Gisela Lück, Professorin für die Didaktik der Chemie an der Universität Bielefeld. Frau Lück beschäftigt sich schon seit den 1990er Jahren intensiv mit naturwissenschaftlicher Frühbildung unter entwicklungspsychologischen und praxisrelevanten Aspekten.

Das zweite Konzept war das bundesbekannte „Haus der kleinen Forscher“, der erfolgreich naturwissenschaftliche Bildung in Grundschulen und Kindergärten fördert. Das Konzept der gemeinnützigen Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ ist von McKinsey & Company gemeinsam mit der Helmholtz-Gemeinschaft, der Siemens Stiftung und der Dietmar Hopp Stiftung gegründet . Die pädagogisch-didaktische Grundlage der Stiftungsarbeit basiert auf den Erkenntnissen des Projekts "Natur-Wissen schaffen" der Deutsche Telekom Stiftung, unter Leitung von Wassilios E. Fthenakis, Professor für Entwicklungspsychologie und Anthropologie. In seiner Arbeit gründet der Stiftung lokale Netzwerke und bildet Multiplikatoren für naturwissenschaftliche Frühbildung aus.

Das dritte Konzept „Kognitive Meisterlehre“ wurde in einem Transferprojekt des Niedersächsischen Instituts für frühkindliche Bildung und Entwicklung entwickelt und wird auf regionale Ebene in mehreren Kindertageseinrichtungen weitergeführt. „Kognitive Meisterlehre“ ist ein Modellversuch für einen barrierefreien Einstieg in die Naturwissenschaften. Mit dem Modellversuch wird an die Weiterbildungsinitiative im Bereich der frühkindlichen Erziehung, Bildung und Betreuung angeschlossen. Projekt wird von Diplom Biologin Eva von Löbbecke- Lauenroth, Umwelt- und Naturwissenschaftspädagogin geleitet und von VHS Schaumburg getragen. Das Konzept „Kognitive Meisterlehre“ bittet im Gegensatz zu den anderen Konzepten, die nur mit kurzfristigen Fortbildungen arbeiten, die Langzeit-Inhousefortbildungen an.

Alle vorgestellte Konzepte haben ein gemeinsames Ziel und dass ist die Etablierung der naturwissenschaftlichen Bildung in Kindertageseinrichtungen und bitten dem Entwicklungsstand von Vorschulkindern entsprechende didaktische Methoden und Inhalte.

2.2 Anlehnung an Konzept von Giesela Lück

Das geplante naturwissenschaftliche Angebot lehnt sich an Konzept von Giesela Lück an. Alle von ihr beschriebenen Experimente beziehen sich auf chemische und physikalische Bereiche und können das ganze Jahr über erforscht werden. Dieses Konzept eignet sich besonders gut für die pädagogischen Fachkräfte, die wenig Erfahrung an naturwissenschaftlichem Forschen mit Kindern haben. Nach Lück darf die pädagogische Fachkraft über die Themen und Inhalten ihre naturwissenschaftliche Arbeit mit Kindern entscheiden. Zuerst sollte sie/er eine naturwissenschaftliche Frage überlegen und dann aus dem vorhandenen Experimentiereinheiten passende Angebot auswählen. Die Frage soll sich an Bedürfnisse und Interesse der Kinder orientieren. Jeder Versuch ist didaktisch und Methodisch so aufgebaut, dass die naturwissenschaftlichen Hintergründe für Kinder verständlich vermittelbar sind.

Prof. Dr. Gisela Lück erklärt, dass neben den Interesse an Naturphänomenen und entwicklungspsychologischen Voraussetzungen der Kinder müssen auch seitens der naturwissenschaftlichen Experimente einige Kriterien erfüllt sein, die im Folgenden genannt werden:

- Der Umgang mit ausgewählten Materialien muss ungefährlich sein.
- Die Experimente sollten immer gelingen.
- Ein Alltagsbezug aus dem Leben der Kinder muss vorhandeln sein.
- Die erforderlichen Materialien müssen preiswert sein.
- Die naturwissenschaftlichen Hintergründe zu den Versuchen sollten für Kinder verständlich vermittelbar sein. Die Fachkraft im Elementarbereich sollte naturwissenschaftliche Phänomene kindgerecht deuten können.
- Die Versuche müssen von den Kindern selbst durchgeführt werden können.
- Die Experimente müssen nicht länger als etwa einer halben Stunde dauern (vgl. Lück, 2012, S.148).

Gisela Lück empfiehlt auch mehrere Experimenten zu einem Themenfeld zusammenfassen. Experimentierreihen sollen in regelmäßigen Abstand wöchentlich in separaten Raum durchgeführt werden. Das Kinderalter sollte zwischen fünf und sieben Jahren liegen und Gruppengroße soll sechs Kinder nicht überschreiten. Um ein möglichst erfolgreiches Gelingen des gewährleiten, sollte der Ablauf zunächst von den Erwachsenen mindestens einmal selbst ausprobiert werden (vgl. Lück, 2012, S.145).

Lück betont immer wieder, wie wichtig ist Kindern zur richtigen Zeit die richtigen Angebote zu machen. Durch empirische Untersuchungen belegt sie, dass die Kinder bereits intuitive Kenntnisse über Phänomene der unbelebten Natur haben (vgl. Lück, 2012, S. 59 - 60). Unabhängig von den didaktischen Ansätzen sollten kindgerechte Deutungen für wissenschaftliche Phänomene ermöglicht werden. Das von Lück favorisierte Konzept des angeleiteten Experimentierens beinhaltet auch kindgerechte Deutungen naturwissenschaftlicher Phänomene. In ihre Monographie “Handbuch der naturwissenschaftlichen Bildung. Theorie und Praxis für die Arbeit in Kindertageseinrichtungen“ beschreibt sie Möglichkeiten und Grenzen animistischer Erklärungen. Nach Lück ermöglicht wissenschaftliche Sprache allein keinen affektiven Bezug zur Natur (vgl. Lück, 2012, S. 104). Der Praxisanteil dieses Buches enthält auch einige Angebote für die entsprechenden Erklärungsmuster.

Während eines Experiments machen Kinder unterschiedliche sinnliche Erfahrungen, z.B. Wie fühlt sich der Gegenstand an? Wie riecht es? Giesela Lück betont die Wichtigkeit der sinnlichen Erfahrung beim naturwissenschaftlichen Experimentieren.

„Neben dem aus entwicklungspsychologischer Sicht günstigen Zeitpunkt ist jedoch noch ein zweiter Aspekt für die frühkindliche Heranführung an Naturphänomene von Bedeutung. Es ist die Faszination des Experimentierens selbst, die jenseits jeder sprachlichen Vermittlung und Erfassung liegt und sich vor allem auf die sinnlichen Erfahrungen im konkreten Tun beziehen“ (Lück, 2012, S. 106).

Kinder erleben und erfassen beim Experimentieren die physikalischen und chemischen Prozesse durch Riechen, Schmecken, Hören, Sehen und Anfassen in Verbindung mit eigenaktivem Handeln. Neben den Sinnen ist die Sprache das entscheidende Vermittlungselement (vgl. Lück, 2012, S.118). Naturwissenschaftliche Förderung bietet einen Sprechanlass, der von den Kindern spontan aufgegriffen wird, wenn sie engagiert an Experiment teilnehmen, z.B. bei Formulierung ihre Vermutungen und Beobachtungen (vgl. Lück, 2012, S. 126–127). Damit sich ein Sprachanlass entwickeln kann soll das Beobachten genügend Raum erhalten.

2.3 Experiment als ausgewählte Methode

Um Erkenntnisse zu den chemischen und physikalischen Eigenschaften von Flüssigkeiten zu gewinnen, wird in diesem Angebot die Methode des Experimentierens verwendet. Experimentieren in der Naturwissenschaft bedeutet Finden und Entdecken von etwas, was man noch nicht genau weiß. Das Experiment ist eine anspruchsvolle und umfangreiche Arbeitsweise, die sich aus viele Teilfertigkeiten zusammensetzt, die ausgebildet und geübt werden müssen. Diese Methode wird vor allem in den Naturwissenschaften eingesetzt und ist ein aktives Verfahren, der einen hohen Motivationscharakter beinhaltet und problemlösendes Denken entwickelt. Diese besondere Lernaktivität zeigt die didaktische Qualität des Experiments (vgl. Nuding, 2000, S. 57). Nach Lück haben Experimente positive Auswirkungen auf die kognitive Entwicklung, die sprachlichen Kompetenzen und das Sozialverhalten und ermöglichen Kindern differenzierte Einsichten in die Prozesse unserer Umwelt (vgl. Lück, 2012, S. 21- 28). Die Kinder setzen sich mit naturwissenschaftlichen Erklärungen von Phänomenen auseinander und so erwerben sie ihres Wissens. Lück betont immer wieder, wie wichtig ist Kindern zur richtigen Zeit die richtigen Angebote zu machen (vgl. Lück, 2012, S. 38).

2.4 Benötigte Materialien

- 2 Marmeladengläser mit Deckel für jedes Kind
- Teelöffeln für jedes Kind
- Speiseöl
- Tropfenpipetten für jedes Kind
- Orangensirup
- Spülmittel
- Gießkanne mit Wasser
- Spülschwämme und Geschirrtücher für jedes Kind
- Teller für jedes Kind

Es ist wichtig einige allgemeine Regeln zum Experimentieren mit den Kindern zu besprechen, bevor man mit den naturwissenschaftlichen Angeboten im Kindergarten beginnt. Die Regeln können von der Erzieherin gemeinsam mit den Kindern erarbeitet werden und auf etwa DIN A3 großen Plakaten anschaulich zusammengefasst werden. Einige Beispiele dazu: Nichts in den Mund nehmen! Nicht rennen! Leise sein! Ärmel hochkrempeln! Haare zusammenbinden! Nach dem Experimentieren Hände waschen!

Genauso so wichtig ist die Absprache im Kollegium bezüglich Ziele, Vorgehensweise, teilnehmenden Kinder, Zeit – und Raumnutzung.

Bevor die Kinder dem Forschungsraum eintreffen, werden Tische und Stuhle zu Recht gestellt und alle benötigten Materialien aufgebaut. Der Raum soll gut gelüftet sein. Nach Bedarf wird das Licht angeschaltet.

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Details

Seiten
14
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668387478
ISBN (Buch)
9783668387485
Dateigröße
519 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v352254
Institution / Hochschule
Fachhochschule Südwestfalen; Abteilung Soest
Note
1,8
Schlagworte
angebot thema mischbarkeit flüssigkeiten

Autor

  • I. Seel (Autor)

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Titel: Angebot zu dem Thema „Mischbarkeit von Flüssigkeiten“