Lade Inhalt...

Reformation und Säkularisation. Albrecht von Preußens glaubensunabhängige Gründe für die Reformation

Hausarbeit 2016 10 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung und Entwicklung des Deutschen Ordens
2.1 Der Deutsche Orden im Heiligen Land

3. Albrechts Werdegang
3.1 Die Wahl Albrechts zum Hochmeister
3.2 Die Säkularisation des Deutschen Ordens

4. Der Groschen von
4.1 Die Münzunion
4.2 Die Vorderseite des Groschen
4.3 Die Rückseite des Groschen

5. Fazit

Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der heutigen Zeit ist es unmöglich nachzuvollziehen wie gläubig damalige Herrscher waren oder ob die Religion nicht vielmehr eine gute Legitimation für ganz andere, weltliche Ziele waren. Die Frage stellt sich beim Thema der Reformation daher, was für Vorteile sich durch den Glaubenswechsel ergaben, deshalb beschäftigt sich ein Teil dieser Arbeit mit dem glaubensunabhängigen Gründen sich der lutherischem Bewegung anzuschließen. Bei meiner Arbeit habe ich mich auf den Werdegang von Albrecht von Preußen konzentriert und versuche anhand seiner Handlungen die Vorteile, die sich durch die Säkularisation für ihn ergaben, herauszustellen. Der zweite Teil meiner Arbeit beschäftigt sich mit einer Münze von 1529, die Albrecht und seinen Wahlspruch „Iustus ex fide vivit“ abbildet, eine Quelle, die ohne die Säkularisation des Deutschen Ordens nie entstanden wäre.

2. Entstehung und Entwicklung des Deutschen Ordens

2.1 Der Deutsche Orden im Heiligen Land

Der deutsche Orden war neben dem Johannitern und dem Tempelrittern einer der drei großen Orden, die sich während der Kreuzzüge des Christentums im Heiligem Land gebildet haben. Ihr oberstes Ziel war der Schutz der Pilger zu den heiligen Stätten, außerdem bekämpften Sie die Gegner der Christenheit. Sie verbanden die drei mönchischen Gelübde, Keuschheit, Armut und Gehorsam mit dem „Heidenkampf“. Sie gehörten somit der geistlichen Ritterschaft an, die nicht wie die weltliche Ritterschaft für Ruhm und Beute kämpfte. Diese revolutionäre Lebensweise erwies sich als äußerst erfolgreich und wurde von unzähligen christlichen Herrschern beschenkt. Dadurch konnten die Orden nicht nur ihrem Tagewerk nachgehen, sondern auch Land und Besitz erwerben. Der Name des Deutschen Ordens stammt vom Entstehungsort des Ordens, dem Deutschen Haus St. Marien in Jerusalem, dadurch wird die Anbindung an das Heilige Land deutlich, welche für die zahlreichen Stifter des Ordens eine wichtige Rolle spielte.[1]

2.2 Der Deutschordenstaat

Nach dem Verlust des Heiligen Landes 1291 musste der Deutsche Orden seinen Sitz ins Baltikum verlegen, in dem schon 1230 ein Landstrich, den wir heute als Preußen kennen, von den Prußen erobert wurde. Es gelang einen eigenen Deutschordensstaat zu etablieren, dessen Oberhaupt ein gewählter Hochmeister war. Er muss hierarchisch gesehen als „Erster unter Gleichen“ betrachtet werden und konnte somit die Politik des Deutschordensstaates nicht eigenständig bestimmen. Hochmeister war ein geistlicher Titel und dieser konnte somit nicht vererbt werden, nach dem Tod des alten Hochmeisters wurde ein Nachfolger gewählt.[2]

3. Albrechts Werdegang

3.1 Die Wahl Albrechts zum Hochmeister

1466 wurde der Zweite Frieden von Thorn zwischen dem Deutschen Orden und dem Königreich Polen ausgehandelt, dieser beendete den 13 Jahre anhaltenden Preußischen Städtekrieg. Dieser Vertrag bedeutete einen herben Machtverlust des Deutschen Ordens im Baltikum, da einige Städte und Provinzen in Westpreußen, die vorher ihm unterstellt waren, autonom bzw. dem König von Polen persönlich unterstellt wurden. Außerdem musste der Hochmeister des Deutschen Ordens dem polnischen König die Heeresfolge und einen Treueeid leisten.[3] Albrecht von Brandenburg, Sohn des Markgrafen Friedrich IV von Ansbach-Kulmbach und Neffe des polnischen Königs Sigismund I., wurde mit nur 21 Jahren im Jahre 1511 zum Hochmeister gewählt. Dabei spielten seine Verwandtschaftsverhältnisse zu einem Fürsten des Heiligen Römischen Reichs sowie der polnischen Königsfamilie eine tragende Rolle[4], da der Orden plante sich von den Beschlüssen des Thorner Friedens zu befreien und Unterstützung der Verwandtschaft des Hochmeisters erhoffte. Die Voraussetzung, um sich den Beschlüssen des Thorner Friedens zu entledigen war, dass der neu gewählte Hochmeister den Lehnseid gegenüber dem polnischem König Sigismund I. verweigerte. Dies führte nun unweigerlich zu einer Reaktion von Sigismund I.. Als klar wurde, dass der Papst und Kaiser Maximilian den Thorner Frieden anerkennen und keinerlei Hilfe aus dem Heiligen Römischen Reich für den Deutschen Orden zu erwarten war, zog Sigismund I. 1519 in den Krieg.[5] Widererwarten gab es auch nach 2 Jahren noch keinen Sieg der Polen, da die Dänen den deutschen Orden unterstützten. Als Polen befürchtete, dass die Russen zu Gunsten des Deutschen Ordens in den Krieg eingreifen könnten, wurde ein vierjähriger Waffenstillstand ausgehandelt. Obwohl Albrecht in diesen vier Jahren versuchte neue Verbündete im Kampf gegen Polen zu finden, gelang ihm dies nicht. Dies hat zum einem mit den nun nicht mehr vorhandenen finanziellen Ressourcen zur Bündnisbildung zu tun, da diese zuvor vom zweijährige Krieg verzerrt wurden. Zum anderen die Tatsache, dass der Thorner Frieden von Papst und Kaiser anerkannt wurde, dieser vom Deutschen Orden aber nicht eingehalten wurde, somit war die Reaktion von Sigismund I. in den Augen anderer Fürsten legitimiert. Während des Waffenstillstands einigte sich Sigismund I. mit den Russen, so dass keinerlei Hilfe von Ihnen zu erwarten war.[6] Dadurch war die Niederlage Albrechts und des finanziell angeschlagenen Deutschen Ordens nach dem Ablauf der Vierjahresfrist unausweichlich.

[...]


[1] Vgl. Sarnowsky, Der Deutsche Orden, S. 7-11.

[2] Vgl. Sarnowsky, Der Deutsche Orden, S. 51-57.

[3] Vgl. Bues, Die Apologien Herzog Albrechts, S.1-3.

[4] Vgl. https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Deutscher_Orden:_Politische_Geschichte_
(Mittelalter)#Die_zweite_H.C3.A4lfte_des_14._Jahrhunderts.

[5] Vgl. Lancizolle, Geschichte der Bildung des preußischen Staats, Teile 1-2, S. 395-405.

[6] Vgl. Bues, Die Apologien Herzog Albrechts, S.3-5.

Details

Seiten
10
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668385214
ISBN (Buch)
9783668385221
Dateigröße
823 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v352203
Institution / Hochschule
Universität Vechta; früher Hochschule Vechta
Note
2,0
Schlagworte
Reformation Deutscher Orden Albecht von Preußen Säkularisation

Autor

Zurück

Titel: Reformation und Säkularisation. Albrecht von Preußens glaubensunabhängige Gründe für die Reformation