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Prognosefähigkeit und Beständigkeit von Ergebnisgrößen in der Rechnungslegung

Masterarbeit 2011 68 Seiten

BWL - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Symbolverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziele und Forschungsfragen

2 Ergebnisqualität
2.1 Begriffsdefinition
2.2 Maßgrößen zur Messung von Ergebnisqualität
2.2.1 Rechnungswesenbasierte Maßgrößen
2.2.1.1 Beständigkeit und Prognosefähigkeit
2.2.1.2 Volatilität
2.2.1.3 Qualität der Periodenabgrenzungen
2.2.1.4 Bilanzpolitik
2.2.2 Marktbasierte Maßgrößen
2.2.2.1 Zeitnähe
2.2.2.2 Vorsicht
2.2.2.3 Wertrelevanz

3 Beständigkeit und Prognosefähigkeit
3.1 Beständigkeit
3.2 Prognosefähigkeit

4 Einflussfaktoren auf die Beständigkeit und Prognosefähigkeit
4.1 Aktualität der Ergebnisgrößen
4.2 Prognosehorizont
4.3 Cashflows und Periodenabgrenzungen
4.4 Qualität der Periodenabgrenzungen
4.5 Ergebnisglättung
4.6 Volatilität der Ergebnisse
4.7 Vorsicht

5 Rechnungslegungssysteme
5.1 Unterschiede
5.1.1 HGB
5.1.2 IFRS
5.1.3 US-GAAP
5.2 Vergleich von HGB und IFRS
5.3 Vergleich von US-GAAP und IFRS

6 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Einfluss des Prognosehorizonts auf die Beständigkeit und Prognosefähigkeit

Tabelle 2: Einfluss von aktuellen Cashflows und Periodenabgrenzungen auf Cashflows der nächsten Periode

Tabelle 3: Einfluss der Qualität der Periodenabgrenzungen auf die Beständigkeit

Tabelle 4: Einfluss der Ergebnisglättung auf die Beständigkeit und Prognosefähigkeit

Tabelle 5: Einfluss der Volatilität auf die Beständigkeit und Prognosefähigkeit

Tabelle 6: Beständigkeit und Prognosefähigkeit von Ergebnisgrößen in der deutschen Rechnungslegung

Tabelle 7: Beständigkeit und Prognosefähigkeit von Ergebnisgrößen in der österreichischen Rechnungslegung

Tabelle 8: Vergleich der Prognosefähigkeit von IFRS- und US-GAAP-Ergebnisgrößen

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

1.1 Problemstellung

Seit einigen Jahren werden die internationalen Kapitalmärkte in regelmäßigen Abständen von Bilanzskandalen erheblichen Ausmaßes (z.B. Tyco, Enron, Adelphia, WorldCom, Parmalat, AIG oder Fannie Mae) erschüttert. Aufgrund dieser Vorfälle ging das Vertrauen vieler Investor(inn)en und anderer Bezieher(innen) von Rechnungslegungsinformationen in Größen der Rechnungslegung verloren, wodurch der Qualität von Jahresabschlüssen vor allem gegenwärtig eine besondere Bedeutung zukommt. Häufig vorkommende Bilanzskandale führen dazu, dass der Kapitalmarkt Liquidität verliert und seiner Aufgabe, knappes Kapital der bestmöglichen Verwendung zuzuführen, nicht mehr nachkommen kann. Daher muss im Besonderen die Zufriedenstellung von Investor(inn)en bzgl. vertrauenswürdiger und verlässlicher Informationen das vorrangige Ziel aller Gesetzgeber bzw. Standardsetter sein, um das Vertrauen in Unternehmenspublikationen zu stärken bzw. zurückzugewinnen.[1]

Die deutschen Rechnungslegungsvorschriften unterliegen seit Beginn der 1990er Jahre – auch aufgrund der Bilanzskandale und des Reformdrucks seitens der EU – bedeutenden Veränderungen. In den vergangenen Jahren konnte ein anhaltender Trend zur Internationalisierung der Rechnungslegung und aufgrund dieser Tatsache eine rasante Entwicklung der internationalen Rechnungslegung beobachtet werden. Seit dem Jahr 2005 sind kapitalmarktorientierte Unternehmen in der EU aufgrund einer IAS-Verordnung aus dem Jahr 2002 verpflichtet, Konzernabschlüsse nach International Financial Reporting Standards (IFRS), die auch die vormaligen International Accounting Standards (IAS) umfassen, zu veröffentlichen. Das Ziel dieser Verordnung ist die Steigerung der Effizienz der Kapitalmärkte in der EU aufgrund der vorherrschenden Meinung, dass IFRS eine höhere Qualität, eine höhere Transparenz und aufgrund der nach Beschluss der Verordnung häufigeren Anwendung, eine bessere internationale Vergleichbarkeit bieten als nationale Rechnungslegungssysteme.[2] Des Weiteren ist für deutsche Unternehmen, die nicht dazu verpflichtet sind, ihre Jahresabschlüsse nach IFRS zu publizieren, eine freiwillige Anwendung dieser internationalen Standards möglich. Auch den US-GAAP kommt eine gewichtige internationale Bedeutung zu, obwohl sie genau genommen nur nationale Rechnungslegungsstandards darstellen. Bis vor kurzem war es für Nicht-US-Gesellschaften noch nötig, eine Überleitungsrechnung (reconciliation) auf US-GAAP durchzuführen, um an den bedeutenden US-Börsen, insbesondere der NYSE, notieren zu können. Doch aufgrund der Tatsache, dass die SEC es den in den USA registrierten Nicht-US-Gesellschaften ermöglicht, ihre Jahresabschlüsse für alle nach dem November 2007 endenden Geschäftsjahre nach IFRS aufzustellen, kann behauptet werden, dass die IFRS den US-GAAP mittlerweile den Rang als bedeutendste internationale Rechnungslegungsstandards abgelaufen haben.[3]

Die Ereignisse der letzten Jahre in der internationalen Rechnungslegung wecken das Interesse an einer Untersuchung, ob die vorgenommenen Maßnahmen der Gesetzgeber und Standardsetter zur Zufriedenstellung der Investor(inn)en in Bezug auf verlässlichere, beständigere und besser zur Prognose geeignete Ergebnisgrößen geführt haben. Im Rahmen dieser Arbeit soll untersucht werden, inwiefern die großen Umbrüche in der internationalen Rechnungslegung die Ergebnisqualität (earnings quality) verändert haben und ob die internationalen Standards (IFRS und US-GAAP) tatsächlich besser abschneiden als nationale Rechnungslegungsregeln (hier das HGB). Dabei soll der Fokus auf die IFRS gerichtet sein, weil sie mittlerweile als bedeutendste internationale Rechnungslegungsstandards bezeichnet werden können. Die Ergebnisqualität wird in dieser Arbeit hauptsächlich anhand der beiden Maßgrößen Beständigkeit (persistence) und Prognosefähigkeit (predictability) beurteilt. Im Zuge der Analyse der Ergebnisqualität wird versucht, einen Vergleich zwischen den verschiedenen Rechnungslegungssystemen (HGB, IFRS und US-GAAP) anhand der Höhe und der Entwicklung dieser beiden Maßgrößen herzustellen. Um die Ergebnisse der Analyse richtig interpretieren zu können, werden die Maße zuvor genau definiert. Danach wird auf die bedeutendsten Einflussfaktoren auf die Beständigkeit und Prognosefähigkeit von Ergebnisgrößen eingegangen. Bei Betrachtung der Einflussfaktoren wird ersichtlich, dass sich die verschiedenen Ergebnisqualitätsmaße gegenseitig beeinflussen. Somit besteht die Möglichkeit, von anderen Maßgrößen auf die Ergebnisbeständigkeit und -prognosefähigkeit zu schließen.

1.2 Ziele und Forschungsfragen

Diese Arbeit hat die Beantwortung folgender Forschungsfragen zum Ziel:

- Welche Einflussfaktoren aus dem Rechnungswesenbereich spielen für die Höhe der Beständigkeit und Prognosefähigkeit (Fähigkeit zur Vorhersage von Ergebnissen und Cashflows) von Ergebnisgrößen eine Rolle, und inwiefern üben sie einen Einfluss auf die Höhe der Beständigkeit und Prognosefähigkeit aus?
- Wie stark sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Rechnungslegungssystemen (HGB, IFRS und US-GAAP) hinsichtlich der Beständigkeit und Prognosefähigkeit von Ergebnisgrößen bzw. inwiefern hat die Anwendung von IFRS in der deutschen und US-amerikanischen Rechnungslegung zu Veränderungen in der Ergebnisqualität geführt?

Das Ziel dieser Arbeit ist zum einen die Beantwortung der Forschungsfrage, inwiefern verschiedene Faktoren aus dem Rechnungswesenbereich, wie bspw. die bedingte Vorsicht oder die Volatilität der Ergebnisse, die Beständigkeit und Prognosefähigkeit von Ergebnisgrößen beeinflussen. Es ist naturgemäß keine vollständige Auflistung aller bedeutenden Einflussfaktoren möglich, sondern es wird versucht, die wesentlichsten Faktoren zu erwähnen und zu ermitteln, auf welche Art und Weise sie die Beständigkeit und Prognosefähigkeit beeinflussen. In weiterer Folge werden die verschiedenen Rechnungslegungssysteme vor allem anhand der Höhe der Beständigkeit und Prognosefähigkeit ihrer ausgewiesenen Ergebnisgrößen miteinander verglichen. Der Grund hierfür liegt darin, dass es keine allgemeingültige Größe, jedoch eine große Anzahl an Maßgrößen zur Beurteilung der Ergebnisqualität gibt. Daher werden das deutsche HGB, die IFRS und die US-GAAP hauptsächlich anhand der Beständigkeit und Prognosefähigkeit ihrer Ergebnisgrößen analysiert, um eine gewisse Übersichtlichkeit zu gewährleisten. Im Zuge der Analyse der Beständigkeit, Prognosefähigkeit und anderer Ergebnisqualitätsmaße lässt sich feststellen, inwiefern sich die einzelnen Rechnungslegungssysteme im Zeitablauf hinsichtlich ihrer Ergebnisqualität verändert haben.

In dieser Arbeit wird hauptsächlich auf US-amerikanische Literatur zurückgegriffen, weil die Rechnungslegungsforschung in den USA am besten entwickelt ist. Die Forschungsfragen werden hauptsächlich anhand von Ergebnissen verschiedener Regressionsanalysen aus Artikel, die in renommierten Fachzeitschriften veröffentlicht wurden, beantwortet. Es wird auf die empirische Analyse der Ergebnisqualität in der österreichischen Rechnungslegung – bis auf eine Ausnahme – verzichtet, weil praktisch keine relevanten empirischen Studien zu diesem Themenbereich vorliegen. Daher wird die Entwicklung der deutschen Rechnungslegung näher betrachtet, weil zu diesem Thema eine größere Anzahl an relevanten empirischen Untersuchungen vorliegt. Eine Analyse der deutschen Rechnungslegung in Bezug auf ihre Ergebnisqualität bietet den Vorteil, dass aus den Ergebnissen Rückschlüsse auf die österreichische Rechnungslegung gezogen werden können, weil zwischen diesen beiden Systemen große Ähnlichkeiten bestehen.

Aufgrund der überwiegenden Verwendung englischsprachiger Literatur bietet sich die Erwähnung englischer Fachtermini an. Diese werden in dieser Arbeit durch kursive Schriftsetzung kenntlich gemacht. International Financial Reporting Standards (IFRS), die auch die vormaligen International Accounting Standards (IAS) umfassen, werden einheitlich als IFRS bezeichnet.

Zunächst beschäftigt sich Kapitel 2 der Masterarbeit mit dem Begriff der Ergebnisqualität (earnings quality). Es herrschen mehrere Definitionen und Zielsetzungen von Ergebnisqualität in Gesetzestexten (das HGB in Deutschland oder das UGB in Österreich), in Rahmenkonzepten internationaler Standardsetter (IASB und FASB) und in der Rechnungslegungsforschung vor, die sich z.T. wesentlich voneinander unterscheiden. In diesem Kapitel werden diese Unterschiede kurz erwähnt und in Verbindung mit den beiden zu untersuchenden Maßgrößen für Ergebnisqualität (Beständigkeit und Prognosefähigkeit) gebracht. Darauf folgend wird ein Überblick über verschiedene rechnungswesenbasierte und marktbasierte Maßgrößen für Ergebnisqualität gegeben, um die beiden Größen Beständigkeit und Prognosefähigkeit besser einordnen zu können. In Kapitel 3 wird dann näher auf die Maßgrößen Beständigkeit und Prognosefähigkeit eingegangen. Es erfolgt eine genaue Definition dieser beiden Größen, und es werden Berechnungsmethoden vorgestellt, mit Hilfe derer diese Maße ermittelt werden können. Es wird in der Folge auch noch erwähnt, auf welche Weise die Maßgrößen interpretiert werden können. Im vierten Kapitel werden verschiedene Einflussfaktoren auf die Beständigkeit und Prognosefähigkeit analysiert. So beeinflussen bspw. die Volatilität der Ergebnisse, die Ergebnisglättung (als Form von Bilanzpolitik) oder die bedingte Vorsicht die Höhe der beiden Maßgrößen erheblich. Es wird im Zuge dieser Analyse ermittelt, ob die erwähnten Einflussfaktoren eine positive oder negative Wirkung auf die beiden Maßgrößen ausüben. In Kapitel 5 werden die verschiedenen Rechnungslegungssysteme in Hinblick auf die Beständigkeit und Prognosefähigkeit ihrer Ergebnisgrößen untersucht. Es wird versucht, einen Vergleich zwischen den Systemen herzustellen, indem insbesondere die Beständigkeit und Prognosefähigkeit ihrer ausgewiesenen Ergebnisse, aber auch andere Maße zur Beurteilung der Ergebnisqualität herangezogen werden. Abschließend werden in Kapitel 6 die Ausführungen dieser Arbeit kurz zusammengefasst.

2 Ergebnisqualität

2.1 Begriffsdefinition

Eine der bedeutendsten Eigenschaften von Rechnungslegungsinformationen ist deren Qualität. Damit ist im Besonderen die Qualität von Ergebnisgrößen aus Jahresabschlüssen gemeint.[4] Ergebnisgrößen kommt laut der empirischen Rechnungslegungsforschung eine große Bedeutung zu, weil sich Investor(inn)en an diesen, im Vergleich zu anderen Performancemaßen, am stärksten orientieren. Auch Manager(innen) fassen Ergebnisgrößen als wichtigste Informationsquelle zur Beurteilung der Unternehmensperformance für Investor(inn)en und Analyst(inn)en auf.[5] Zum Begriff Ergebnisqualität herrschen in Gesetzestexten, in Rahmenkonzepten internationaler Standardsetter und in der Rechnungslegungsforschung mehrere verschiedene Definitionen und Zielsetzungen vor, die sich z.T. wesentlich voneinander unterscheiden. So kann bspw. die Qualität einer Ergebnisgröße dann als hoch bezeichnet werden, wenn sie eine große Menge an Informationen über die Zusammensetzung der finanziellen Performance eines bestimmten Unternehmens liefert, die für Entscheidungsträger(innen) zum Treffen einer spezifischen Entscheidung relevant ist.[6] Hier wird nur in kurzer Form auf die unterschiedlichen Ziele der deutschen Gesetzgebung (HGB) und der internationalen Standards (IFRS und US-GAAP) eingegangen. So soll laut HGB der Jahresabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage widerspiegeln. Dies soll anhand detaillierter Bilanzierungs- und Bewertungsregeln gewährleistet werden. Aufgrund dieser Zielsetzung wird dann von hoher Ergebnisqualität gesprochen, wenn das Jahresergebnis die Ertragslage eines Unternehmens möglichst wirklichkeitsgetreu ausweist. Ein Problem dieser Zielsetzung besteht in der Nichtüberprüfbarkeit der Zielerreichung, weil die Ertragslage nicht direkt beobachtbar und somit die Ergebnisqualität nicht empirisch erfassbar ist.[7]

Eine genauere Zielformulierung beinhaltet hingegen ein gemeinsamer Entwurf des IASB und des FASB aus dem Jahr 2010. So wird als Ziel der Rechnungslegung die Bereitstellung von entscheidungsnützlichen Informationen über Unternehmensressourcen für gegenwärtige und potenzielle externe Bilanzadressaten genannt. Mit Hilfe der Rechnungslegung soll eine Beurteilung in Hinblick auf den effizienten und effektiven Einsatz der Ressourcen durch den Vorstand und den Aufsichtsrat des interessierenden Unternehmens möglich sein.[8] Somit soll es den Benutzer(inne)n von Rechnungslegungsinformationen mitunter möglich sein, zu beurteilen, ob Unternehmen das Potenzial besitzen, Cashflows zu generieren. Außerdem sollen Bilanzadressaten anhand der zur Verfügung gestellten Informationen fähig sein, den Zeitpunkt und die Wahrscheinlichkeit des Entstehens von Cashflows abzuschätzen.[9]

Der Ergebnisqualität kommt allerdings nicht nur in der Bereitstellung entscheidungsnützlicher Informationen, sondern auch in der Vertragsgestaltung und Anspruchsbemessung eine große Bedeutung zu. Wird z.B. die Vergütung von Manager(inne)n an Ergebnisgrößen gekoppelt, die eine geringe Qualität aufweisen, führt dies zu ungerechtfertigt hohen oder niedrigen Zahlungen. Aus Investor(inn)ensicht sind Ergebnisse mit geringer Qualität ebenfalls nicht wünschenswert, weil sie ein falsches Signal bzgl. der optimalen Ressourcenallokation liefern. Somit führt eine geringe Ergebnisqualität zu Ineffizienzen bzw. zur Verminderung des ökonomischen Wachstums, weil das begrenzte Kapital dann nicht der besten Alternative zugeführt werden kann.[10]

Laut Schipper und Vincent (2003) hängt die Ergebnisqualität u.a. von Zeitreiheneigenschaften der Ergebnisgrößen und der Beziehung zwischen Cashflows, Periodenabgrenzungen und Ergebnissen zusammen. Sie erwähnen allerdings auch, dass die Ergebnisqualität nicht nur hauptsächlich von Rechnungslegungsverfahren, sondern auch von Handlungen der jeweiligen Unternehmen und der Beschaffenheit der Unternehmensumwelt abhängt.[11]

In der Folge werden Maßgrößen zur Messung von Ergebnisqualität vorgestellt, wobei der Fokus in dieser Arbeit auf die Beständigkeit und Prognosefähigkeit von Ergebnisgrößen gerichtet ist. Diese beiden Qualitätsmaße sind von den Zeitreiheneigenschaften der untersuchten Ergebnisgrößen abhängig. Auf den Einfluss der Beziehung zwischen Cashflows, Periodenabgrenzungen und Ergebnissen auf die Ergebnisqualität wird im Zuge der Analyse der Einflussfaktoren auf die Beständigkeit und Prognosefähigkeit eingegangen.

2.2 Maßgrößen zur Messung von Ergebnisqualität

Folgende Maßgrößen zur Messung von Ergebnisqualität werden in der empirischen Rechnungslegungsforschung häufig verwendet:[12]

- Beständigkeit (persistence)
- Prognosefähigkeit (predictability)
- Volatilität (volatilität, variability)
- Qualität der Periodenabgrenzungen (quality of accruals)
- Bilanzpolitik (earnings management)
- Zeitnähe (timeliness)
- Vorsicht (conservatism)
- Wertrelevanz (value relevance)

Bei den ersten fünf genannten Maßgrößen handelt es sich um rechnungswesenbasierte (accounting-based) Maße, weil sie typischerweise nur anhand von Rechnungslegungsinformationen gemessen werden. Die anderen Maßgrößen sind der Gruppe der marktbasierten (market-based) Maße zuzuordnen, weil ihre Messung üblicherweise anhand des Zusammenhangs von Markt- und Rechnungslegungsdaten erfolgt.[13]

2.2.1 Rechnungswesenbasierte Maßgrößen

2.2.1.1 Beständigkeit und Prognosefähigkeit

Die Beständigkeit (persistence) misst, wie stark gegenwärtige Ergebnisse in die Zukunft weiterwirken, während die Prognosefähigkeit (predictability) versucht, die Eignung von Ergebnisgrößen bzgl. ihrer Fähigkeit zur Vorhersage zukünftiger Ergebnisse oder Cashflows einzuschätzen.[14] Eine detaillierte Beschreibung dieser beiden Maßgrößen erfolgt in Kapitel 3 dieser Arbeit.

2.2.1.2 Volatilität

Die Volatilität (volatility, variability) gibt an, in welchem Ausmaß die Ergebnisse im Zeitablauf schwanken. Ergebnisschwankungen werden stark von der Volatilität des Geschäfts und von den Schwankungen der Cashflows beeinflusst. Eine geringe Volatilität der Ergebnisse wird i.d.R. mit einer hohen Ergebnisqualität assoziiert. In der Literatur existieren zwei häufig verwendete Maßgrößen zur Ermittlung der Volatilität. Eine dieser Maßgrößen stellt das Verhältnis der Volatilität des Ergebnisses zu jener der Cashflows dar:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Die andere Maßgröße ermittelt die Korrelation zwischen Änderungen der Periodenabgrenzungen und Änderungen der Cashflows:[15]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Eine wichtige Funktion der Rechnungslegung ist es, die häufig volatilen Cashflows mit Hilfe von Periodenabgrenzungen jenen Perioden zuzurechnen, in welchen ihre tatsächliche wirtschaftliche Entfaltung erfolgt. Es soll damit verhindert werden, dass Zufälligkeiten der Zahlungsflüsse die tatsächliche wirtschaftliche Performance zu einem bestimmten Zeitpunkt verfälschen. Daraus ergibt sich, dass die Volatilität der Ergebnisse normalerweise geringer als jene der zu Grunde liegenden Cashflows ist. Dies zeigt sich häufig daran, dass die in (1) dargestellte Maßgröße kleiner als eins ist und die Änderungen der Periodenabgrenzungen und Cashflows negativ korreliert sind. Ein geringer Wert der beiden Maßgrößen wird mit einer hohen Ergebnisqualität in Verbindung gebracht.[16]

Niedrige Werte der zuvor genannten Maßgrößen deuten allerdings auch auf Ergebnisglättung hin. Da Bilanzpolitik in der empirischen Rechnungslegungsforschung häufig mit einer geringen Ergebnisqualität assoziiert wird, besteht damit in diesem Fall das Problem, dass der Einfluss der Volatilität auf die Ergebnisqualität nicht eindeutig beantwortet werden kann. Das liegt daran, dass bei Vorliegen von Ergebnisglättung nicht unterschieden werden kann, ob sie auf den Informationsgehalt der Rechnungslegung oder auf Bilanzpolitik zurückzuführen ist.[17] Ein höherer Informationsgehalt wirkt sich positiv auf die Ergebnisqualität aus, weil dann die Unternehmensperformance für externe Bilanzadressaten besser ersichtlich ist. Bilanzpolitik hat hingegen meist negative Auswirkungen auf die Qualität von Ergebnisgrößen, weil ihr Einsatz häufig opportunistischen Überlegungen des Managements unterliegt und daher zumeist die Entscheidungsnützlichkeit vermindert.[18] Es kann jedoch auch vorkommen, dass das Management Ergebnisgrößen glättet, weil es meint, Investor(inn)en würden konstant steigende Ergebnisse bevorzugen. Das Management könnte allerdings auch vorübergehende Komponenten in Ergebnisgrößen einfließen lassen, was aufgrund der höheren Ergebnisvolatilität im Zeitablauf auf der einen Seite zu einer geringeren Beständigkeit führen würde, auf der anderen Seite allerdings die Prognosefähigkeit von Ergebnissen erhöhen könnte.[19] Somit kann nicht eindeutig beurteilt werden, inwiefern sich Ergebnisschwankungen tatsächlich auf die Ergebnisqualität auswirken.

2.2.1.3 Qualität der Periodenabgrenzungen

Ergebnisgrößen setzen sich aus operativen Cashflows und Periodenabgrenzungen zusammen. Periodenabgrenzungen (accruals) dienen dazu, Cashflows so anzupassen, dass die „wahre“ Performance eines Unternehmens in einer Periode ausgewiesen wird. Es werden somit Cashflows den Perioden zugeordnet, in welchen die tatsächliche Leistung erfolgt.[20] Bspw. führt das Erfassen einer Forderung dazu, dass ein zukünftiger Cashflow bereits gegenwärtig als Ergebnisgröße erfasst wird. Der Zweck dieser Vorgangsweise ist die sofortige Erfassung einer erbrachten Leistung, auch wenn die Gegenleistung noch nicht erfolgt ist. Die Schwierigkeit der Bildung von Periodenabgrenzungen in der richtigen Höhe liegt allerdings darin, dass sie häufig auf Annahmen und Schätzungen basiert. Stellen sich diese Annahmen und Schätzungen später als falsch heraus, müssen sie anhand zukünftiger Periodenabgrenzungen – die wiederum die Höhe der künftigen Ergebnisgrößen beeinflussen – korrigiert werden. Dechow und Dichev (2002) vertreten die Ansicht, dass Periodenabgrenzungen dazu dienen, Zufallsschwankungen der Cashflows zu eliminieren. Sie behaupten, dass falsche Einschätzungen und deren anschließende Richtigstellungen zu einem geringeren Nutzen von Periodenabgrenzungen führen. Daher nimmt gemäß dieser Annahme die Qualität der Periodenabgrenzungen und Ergebnisgrößen mit dem Ausmaß der Fehleinschätzungen bzgl. der richtigen Höhe der Periodenabgrenzungen ab. Als empirisches Maß für die Qualität von Periodenabgrenzungen dient laut Dechow und Dichev (2002) der Umfang, in welchem operative Periodenabgrenzungen (working capital accruals) die tatsächliche Erzielung von operativen Cashflows abbilden. Erfolgt diese Erfassung nicht auf richtige Weise, deutet dies auf eine geringe Qualität der Periodenabgrenzungen hin. Dechow und Dichev (2002) verwenden folgende Schätzgleichung zur Ermittlung der Qualität der Periodenabgrenzungen:[21]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Es werden nur operative Periodenabgrenzungen (Änderungen im Working Capital) wie Forderungen, Vorräte, kurzfristige Verbindlichkeiten oder Rückstellungen betrachtet.[22] Operative Periodenabgrenzungen eignen sich für die von Dechow und Dichev (2002) empfohlene Methode zur Analyse der Qualität der Periodenabgrenzungen besonders gut, weil Cashflow-Realisationen in Bezug auf das Working Capital gewöhnlich innerhalb eines Jahres erfolgen.[23] Operative Cashflows einer Periode werden nach dem Kriterium der Erfolgswirksamkeit in drei Gruppen unterteilt. Die Zuordnung erfolgt je nachdem, ob die Cashflows in der vorigen, in derselben oder in der folgenden Periode ergebniswirksam werden. Schätzfehler werden nur für jene Periodenabgrenzungen angenommen, deren Funktion in der Antizipation künftiger Cashflows liegt. Hingegen werden jene Periodenabgrenzungen, bei denen die Cashflows vor der Erfolgswirksamkeit liegen, nicht in die Analyse einbezogen.[24] Die Residuen εi,t der Regression spiegeln jene Periodenabgrenzungen wider, welche keinen Bezug zu Cashflow-Realisationen aufweisen. Die Standardabweichung der Residuen dient als Maß für die Beurteilung der Qualität der Periodenabgrenzungen. Eine hohe Standardabweichung wird mit einer geringen Ergebnisqualität gleichgesetzt.[25]

2.2.1.4 Bilanzpolitik

Bilanzpolitik (creative accounting, window-dressing, earnings management) ist das gezielte Setzen von Maßnahmen mit dem Zweck der Beeinflussung von Bilanzadressaten oder Rechtsfolgen.[26] Somit stellt Bilanzpolitik ein beabsichtigtes Verfälschen des ausgewiesenen Ergebnisses gegenüber dem „wahren“ Ergebnis dar. Die in Abschnitt 2.2.1.2 erwähnte Ergebnisglättung kann daher als eine Form der Bilanzpolitik bezeichnet werden. Bilanzpolitik kann als Maß für die Intransparenz von Ergebnisgrößen aufgefasst werden. Daher wird in der empirischen Forschung typischerweise angenommen, dass die Ergebnisqualität mit dem Ausmaß an Bilanzpolitik sinkt. Die Schwierigkeit bei der empirischen Erfassung von Bilanzpolitik liegt darin begründet, dass sie schwer beobachtbar ist. Das liegt daran, dass das Management das Ziel verfolgt, dass die von ihr vorgenommene Bilanzpolitik von externen Bilanzadressaten nicht antizipiert werden kann. Somit ist es anhand von beobachtbaren Größen nicht möglich, die Bilanzpolitik von anderen Faktoren direkt zu unterscheiden.[27]

Als Maß für Bilanzpolitik wird häufig der absolute Betrag der Periodenabgrenzungen bezogen auf den absoluten Betrag der operativen Cashflows verwendet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ein hoher Wert dieser Maßgröße wird mit einem hohen Ausmaß an Bilanzpolitik gleichgesetzt.[28]

Eine weitere Möglichkeit der empirischen Messung von Bilanzpolitik ist die Unterteilung in „normale“ und in „diskretionäre“ Periodenabgrenzungen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

„Diskretionäre“ Periodenabgrenzungen dienen hier in Bezug auf die Bilanzsumme als Indikator für Bilanzpolitik. Allerdings besteht auch bei dieser Variante der Messung das Problem, dass „diskretionäre“ Periodenabgrenzungen neben der Bilanzpolitik auch den Informationsgehalt der Rechnungslegung beinhalten. Somit ist auch anhand dieser Variante der Messung eine eindeutige Trennung von Bilanzpolitik und Informationsgehalt nicht möglich.[29]

2.2.2 Marktbasierte Maßgrößen

2.2.2.1 Zeitnähe

Die Qualität von Ergebnisgrößen wird stark von der Schnelligkeit beeinflusst, in welcher Änderungen der Unternehmensperformance oder des Unternehmenswerts erfasst werden.[30] Zeitnähe (timeliness) stellt somit die Fähigkeit von Ergebnisgrößen dar, wirtschaftliche Begebenheiten möglichst zeitnah einfließen zu lassen.[31] D.h. je rascher relevante Informationen in der Rechnungslegung abgebildet werden, desto positiver wirkt sich dies auf die Ergebnisqualität aus. Aufgrund dieser Tatsache stellt die Zeitnähe eine bedeutende Eigenschaft von Ergebnisgrößen dar und dient deshalb auch als wichtiges Maß für die Beurteilung von Ergebnisqualität.

Als Referenzgröße für die Messung der Zeitnähe wird typischerweise die Marktrendite herangezogen, weil sie jene Informationen festlegt, die in der Ergebnisgröße abgebildet werden sollen. Die Marktrendite stellt ein Maß für die ökonomische Performance von Unternehmen innerhalb einer Periode dar. Die Zeitnähe kann somit anhand folgender Regressionsgleichung gemessen werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Bei dieser Gleichung handelt es sich um eine umgekehrte Regression, weil die Ergebnisgröße in diesem Fall eine abhängige Variable darstellt, während die Rendite als unabhängige Variable behandelt wird. Die Zeitnähe wird anhand des Bestimmtheitsmaßes R2 dieser Regression beurteilt. Ein höheres R2 wird mit einer höheren Ergebnisqualität assoziiert.[32]

2.2.2.2 Vorsicht

Es herrscht in der Rechnungslegungsforschung keine allgemein akzeptierte Definition von Vorsicht (conservatism) vor.[33] Eine vorsichtige Rechnungslegung weist grundsätzlich den Charakter auf, dass sie keine Gewinne vorhersagt, dafür jedoch alle Verluste prognostiziert.[34] Eine höhere Vorsicht wird häufig auch durch gewisse Maßnahmen des Managements verursacht. So präferieren viele Manager(innen) Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden, welche zu niedrigeren ausgewiesenen Eigenkapitalwerten von Anteilseignern führen. Basu (1997) hingegen fasst Vorsicht als Tendenz der Rechnungslegung auf, einen höheren Verifizierungsgrad von guten Nachrichten als von schlechten Neuigkeiten zu fordern. Gemäß dieser Definition spiegeln Ergebnisgrößen schlechte Nachrichten vollständiger und rascher wider als gute Neuigkeiten. Diese Tatsache äußert sich in der Form, dass bspw. nicht realisierte Verluste früher erfasst werden als nicht realisierte Gewinne.[35] Das führt dazu, dass Aufwendungen bzw. Verluste zeitlich rascher erfasst werden als Erträge bzw. Gewinne. So schreibt das Gebot der Vorsicht vor, Verluste vorwegzunehmen, jedoch voraussichtliche Gewinne zu ignorieren.[36] Somit führt Vorsicht in der Rechnungslegung dazu, dass ungünstige Ereignisse im Vergleich zu günstigen Vorfällen stärker gewichtet werden. So kommt es bspw. bei Eintritt ungünstiger Ereignisse zu einer Abschreibung von Vermögenswerten, während auf der anderen Seite bei Eintritt günstiger Ereignisse keine Aufwertung vorgenommen wird. Dies ist z.B. bei außerplanmäßigen Abschreibungen von Anlage- und Umlaufvermögen oder bei der Bildung von Rückstellungen für schwebende Geschäfte der Fall. Die Anwendung der Vorsicht in der Rechnungslegung führt dazu, dass der Buchwert des Eigenkapitals im Vergleich zum Marktwert des Eigenkapitals aufgrund einer systematischen Unterbewertung von Vermögenswerten bzw. Überbewertung von Schulden zu niedrig ausgewiesen wird.[37]

Es herrschen verschiedene Indikatoren vor, die eine steigende Vorsicht anzeigen. So ist ein beständiges Vorherrschen von negativen nichtoperativen Periodenabgrenzungen über einen langen Zeitraum hinweg ein Zeichen dafür, dass Vorsicht vorliegt. Steigen die negativen Periodenabgrenzungen im Zeitablauf an, dann kann davon ausgegangen werden, dass der Grad an Vorsicht in der Vergangenheit gestiegen ist. Vorsicht zeigt sich auch bei Betrachtung der asymmetrischen Erfassung von guten und schlechten Nachrichten. Schlechte Neuigkeiten fließen i.d.R. rascher in Ergebnisgrößen ein als gute Nachrichten. Daher zeigt sich Vorsicht anhand von Ergebnisgrößen, die mit den Veränderungen der Aktienkurse in Perioden, die durch schlechte Nachrichten gekennzeichnet sind, stärker korrelieren als in Perioden, die durch gute Nachrichten gekennzeichnet sind. Ein weiteres Maß für das Vorliegen von Vorsicht stellt die Schiefe der Verteilung der Ergebnisgrößen dar. Vorsicht führt dazu, dass negative Ereignisse unverzüglich und vollständig erfasst werden, während positive Vorkommnisse verspätet und schrittweise in Ergebnisse einfließen. Somit ist bei Vorliegen von Vorsicht die Verteilung der Ergebnisgrößen linksschief. Vorsicht äußert sich aufgrund der asymmetrischen Erfassung der Geschäftsvorfälle zusätzlich in einer höheren Variabilität der Verteilung der Ergebnisse. Ein weiterer Indikator für das Vorliegen von Vorsicht ist das Verhältnis des Marktwerts des Eigenkapitals zum Buchwert des Eigenkapitals. Vorsicht äußert sich in einer Unterbewertung von Vermögenswerten und einer Überbewertung von Verbindlichkeiten. Daher deutet sich Vorsicht bei einem Quotienten an, der höher als eins ist. Eine Erhöhung des Quotienten im Zeitablauf deutet dann typischerweise auf einen steigenden Grad an Vorsicht hin.[38]

Die Vorsicht kann auch mit Hilfe folgender Schätzgleichung nach Basu (1997) gemessen werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Der Koeffizient β2 gibt den Grad der bedingten Vorsicht wieder. Je höher der Wert des Neigungskoeffizienten ist, desto größer ist die Vorsicht in der Rechnungslegung. In der empirischen Forschung wird eine höhere Vorsicht meist mit einer höheren Ergebnisqualität gleichgesetzt. Das liegt daran, dass das zeitlich raschere Erfassen von ungünstigen Ereignissen als wichtiger erachtet wird als das zeitnahe Erfassen von positiven Vorkommnissen.[39]

2.2.2.3 Wertrelevanz

Die Wertrelevanz (value relevance) stellt ein weiteres Maß zur Beurteilung der Ergebnisqualität einer Rechnungslegung dar. Ergebnisgrößen werden dann als wertrelevant eingestuft, wenn sie zur Entscheidungsnützlichkeit (decision usefulness) für Rechnungslegungsadressaten beitragen. Informationen aus der Rechnungslegung sind dann entscheidungsnützlich, wenn es mit ihrer Hilfe zu Erwartungsänderungen über künftige Zustände und damit zu anderen Entscheidungen der Nutzer(innen) kommen kann. Erwartungsänderungen der Rechnungslegungsadressaten setzen zwei Bedingungen voraus. Zum einen müssen Informationen aus der Rechnungslegung relevant sein. Die Relevanz von Informationen setzt voraus, dass sie prognosefähig sind, d.h. dass die Möglichkeit von Erwartungsänderungen besteht, und dass die Informationen rechtzeitig eintreffen, damit sie in die noch anstehende Entscheidungsfindung einbezogen werden können. Zum anderen müssen Rechnungslegungsinformationen hinreichend zuverlässig sein, damit die Möglichkeit besteht, dass potenzielle Erwartungsänderungen auch wirklich eintreten.[40]

[...]


[1] Vgl. DÜCKER (2008), S. 1.

[2] Vgl. WAGENHOFER (2005), S. 1.

[3] Vgl. http://usgaap.pro/, 29.12.2010.

[4] Vgl. WAGENHOFER/DÜCKER (2007), S. 264.

[5] Vgl. FRANCIS et al. (2004), S. 968.

[6] Vgl. DECHOW et al. (2010), S. 344.

[7] Vgl. WAGENHOFER/DÜCKER (2007), S. 266.

[8] Vgl. IASB (2010), RE1, S. 9.

[9] Vgl. WAGENHOFER/DÜCKER (2007), S. 266.

[10] Vgl. SCHIPPER/VINCENT (2003), S. 98 f.

[11] Vgl. ebd., S. 99.

[12] Vgl. WAGENHOFER/DÜCKER (2007), S. 270 ff.

[13] Vgl. FRANCIS et al. (2004), S. 967.

[14] Vgl. WAGENHOFER/DÜCKER (2007), S. 271 f.

[15] Vgl. ebd., S. 273.

[16] Vgl. ebd., S. 273 f.

[17] Vgl. WAGENHOFER/DÜCKER (2007), 273 f.

[18] Vgl. DECHOW et al. (2010), S. 362.

[19] Vgl. SCHIPPER/VINCENT (2003), S. 101.

[20] Vgl. WAGENHOFER/EWERT (2007), S. 10.

[21] Vgl. DECHOW/DICHEV (2002), S. 36 ff.

[22] Vgl. WAGENHOFER/DÜCKER (2007), S. 274.

[23] Vgl. DECHOW/DICHEV (2002), S. 37.

[24] Vgl. WAGENHOFER/DÜCKER (2007), S. 274 f.

[25] Vgl. DECHOW/DICHEV (2002), S. 40.

[26] Vgl. WAGENHOFER/EWERT (2007), S. 237.

[27] Vgl. WAGENHOFER/DÜCKER (2007), S. 275.

[28] Vgl. ebd., S. 276.

[29] Vgl. WAGENHOFER/DÜCKER (2007), S. 275 f.

[30] Vgl. ebd., S. 277.

[31] Vgl. HUNG/SUBRAMANYAM (2007), S. 646.

[32] Vgl. WAGENHOFER/DÜCKER (2007), S. 277.

[33] Vgl. GIVOLY/HAYN (2000), S. 287.

[34] Vgl. WATTS (2003), S. 208.

[35] Vgl. BASU (1997), S. 4 ff.

[36] Vgl. GIVOLY/HAYN (2002), S. 56 f.

[37] Vgl. WAGENHOFER/EWERT (2007), S. 142 f.

[38] Vgl. GIVOLY/HAYN (2002), S. 57 f.

[39] Vgl. WAGENHOFER/DÜCKER (2007), S. 278 f.

[40] Vgl. WAGENHOFER/EWERT (2007), S. 105.

Details

Seiten
68
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783668382466
ISBN (Buch)
9783668382473
Dateigröße
861 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v351578
Institution / Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz – Institut für Unternehmensrechnung und Wirtschaftsprüfung
Note
1,0
Schlagworte
Rechnungslegung Prognosefähigkeit IFRS USGAAP HGB Accounting Standards internationale Rechnungslegung Bilanzpolitik

Autor

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Titel: Prognosefähigkeit und Beständigkeit von Ergebnisgrößen in der Rechnungslegung