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Die Bedeutung des Just-in-time-Prinzips für die Beschaffungslogistik in produzierenden Unternehmen

Hausarbeit 2016 14 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Logistik
2.1. Entstehung Logistik
2.2. Definition Logistik
2.3. Zielkonflikte der Logistik

3. Just-in-time als Beschaffungsprinzip
3.1 Definition Just-in-time
3.2 Grundkonzepte der Just- in-time Strategie
3.2.1 Direktabruf
3.2.2 Gemeinsame Bestandssteuerung
3.2.3 Lieferantenparks
3.3 Vorteile und Nachteile des Just-in-time-Prinzips
3.3.1 Vorteile von Just-in-time
3.3.2 Nachteile von Just-in-time

4. Bedeutung für die Beschaffungslogistik produzierender Unternehmen

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Internetverzeichnis

1. Einleitung

Der Volksmund sagt „Zeit ist Geld“. In Bezug auf die Globalisierung und die damit stark zunehmende Beschleunigung von Handel und Entwicklung von Technik trifft dies auch auf die Logistik von produzierenden Unternehmen zu.

Durch die Globalisierung entstehen stets neue Technologien, die der Bevölkerung enorme Zeitersparnisse bringen, wie zum Beispiel das Auto, die Waschmaschine, der Computer oder der Föhn. Jedoch entwickelt der Mensch aus der gewonnen Zeit mehr und mehr eine Raum, in dem er sich der Zeit anpasst und sie für neue Dinge verwendet. Dies hat folglich auch Auswirkungen auf die Ökonomie, indem immer mehr in immer weniger Zeit erwirtschaftet werden muss.

Dank der Globalisierung entwickeln sich stets größer werdende Transportentfernungen und der Austausch von Waren und Dienstleistungen über den kompletten Globus nimmt rasend schnell zu. Unternehmen richten sich auf internationalen Absatz- und Produktionsmärkten aus. Sie werden sogenannte global player. Alles muss schneller werden, darf jedoch nicht viel kosten, um mit weltweiten Wettbewerbern mithalten zu können. Folglich werden Produktionen in Niedriglohnländer verlagert, wofür wiederum entsprechende Transportpotentiale geschaffen werden müssen.[1] Mit der wachsenden Globalisierung werden auch die Logistik-Unternehmen stark unter Druck gesetzt. Es gilt Terminzuverlässigkeit, Liefertreue, Lieferbereitschaft, Flexibilität, hohem Servicegrad und niedrigen Preisen gerecht zu werden. Um diesen Anforderungen gleichzukommen, gibt es verschiedene Optionen für Logistik-Unternehmen. Eine von ihnen ist die Just-in-time-Beschaffung, die all dies ermöglicht und dennoch Kosten spart.

2. Logistik

2.1. Entstehung Logistik

Mit zunehmender Komplexität der Abläufe innerhalb eines Unternehmens, um den Anforderungen auf dem globalen Markt gerecht zu werden, entwickelten Unternehmen mit der Zeit das Konzept der Logistik.

Ursprünglich wurde der Begriff Logistik im Militärwesen bei der Versorgung von Truppen verwendet und geprägt. In den fünfziger Jahren wurde der Begriff anschließend in den USA für die zivilen Bereiche adaptiert, wobei die logistischen Ansätze des Militärs für die Betriebswirtschaftslehre übernommen wurden.[2] Mit zunehmendem Wirtschaftswachstum kam es zur vermehrten Bewachung und Abstimmung von Güter- und Informationsflüssen. Dies entwickelte sich ferner zu einer Verschmelzung von funktionsübergreifenden Prozessen von der Beschaffung über die Produktion bis hin zum Vertrieb, die wiederum der Prozessoptimierung diente.

2.2. Definition Logistik

Der Begriff Logistik wird im betrieblichen Zusammenhang verstanden als Planung, Organisation, Durchführung und Kontrolle von Güter- und Informationsströmen innerhalb eines Unternehmens, zwischen einem Unternehmen und seinen Lieferanten sowie zwischen einem Unternehmen und seinen Kunden .[3] Die Logistik kann demnach in verschieden Bereiche unterteilt werden.

- Produktionslogistik
- Distributionslogistik
- Entsorgungslogistik
- Beschaffungslogistik

Die Beschaffungslogistik befasst sich im Allgemeinen mit der flexiblen Versorgung von Gütern, die für Produktionen oder Weiterverkäufe benötigt werden, um Kundenanforderungen gerecht zu werden.

Das Ziel der Logistik ist die „Optimierung des Logistikerfolgs“ durch Anpassung an die Markterfordernisse durch Wirtschaftlichkeit und Effizienz der Prozesse des Unternehmens sowie auch durch die Kostensenkung. Des Weiteren sind die Logistikleistungen, wie Lieferzeit, Lieferflexibilität, Lieferzuverlässigkeit, Lieferqualität und Informationsfähigkeit, die Elemente der Logistik, welche durch eine Prozessoptimierung als Alleinstellungsmerkmal für ein Unternehmen stehen können, um sich am internationalen Markt zu beweisen.[4]

Eines der Hauptziele der Logistik ist die Senkung von Kosten durch die Bestandsminimierung, wodurch allerdings Zielkonflikte entstehen.

2.3. Zielkonflikte der Logistik

Da die Logistik in einem Unternehmen in den meisten Fällen als eine Unternehmensstrategie fungiert, kommt es dabei zu „isolierten Optimierung[en] von Abteilungs- und Bereichszielen“.[5] Das bedeutet, dass jeweilige Ziele entsprechender Bereiche nicht mit den Zielen der Logistik kompatibel sind und somit ein Zielkonflikt entsteht.

Ein Beispiel hierfür sind die Optimierungsfaktoren der Beschaffung. Hier soll das Ziel von Preisvorteilen durch Großbestellungen erfüllt werden. Die Logistik hingegen zieht es vor kleine Bestellvorgänge vorzunehmen, um niedrige Bestände zu halten und um wenig sogenanntes „totes Kapital" zu binden. Des Weiteren bestrebt der Vertrieb durch eine hohe Lieferbereitschaft sowie durch eine hohe Sortimentsbreite und Sortimentstiefe eine maximale Kundenzufriedenheit zu erzielen. Dieser Intention steht jedoch das logistische Ziel der Bestandsminimierung durch eine Sortimentsbeschränkung und eine lange Lieferzeit gegenüber.[6] Allgemein formuliert besteht die Disparität zwischen der Senkung der Lagerhaltungskosten und der Erhöhung von Servicequalitäten zur Kundenzufriedenheit, wie zum Beispiel der Lieferschnelligkeit. Die Lösung dieses Konfliktes liegt in der Prozessverbesserung. Diese kann unter anderem der Einsatz von einem Just-in-time-Beschaffungsprinzip sein.

3. Just-in-time als Beschaffungsprinzip

Neben Just-in-time gibt es auch noch weitere Beschaffungsprinzipien. Zum einen gibt es die Möglichkeit der Beschaffung auf Vorrat. Dies hat jedoch eine sehr hohe Kapitalbindung durch hohe Lagerbestände, hohen Bedarf an Flächen- und Personalbedarf sowie vermehrten Verlust von Materialien zur Folge.[7] Des Weiteren ist auch eine Einzelbeschaffung möglich. Diese bietet jedoch die Unsicherheit von Planungsschwierigkeiten, wenn Engpässe zu vermeiden sind sowie spätes Eintreffen der Waren und gegebenen Falls sogar Mehrkosten auf Grund von Minderlieferungen. Um all diese Probleme ausschließen zu können ist eine produktionssynchrone oder auch Just-in-time-Beschaffung von Vorteil.

3.1 Definition Just-in-time

Bei der Just-in-time Beschaffung wird in den meisten Fällen mit dem Lieferanten eine Langzeitlieferantenvereinbarung abgeschlossen, bei der dieser sich dazu verpflichtet, die für den Produktionsprozess benötigten Güter fristgerecht anzuliefern. Je nach Produktionsbedarf wird somit die Anlieferung gesteuert. Demnach wird der Lagerbestand minimiert, da die Lieferung lediglich kurzzeitig in einem Übergangslager stattfindet und sie anschießend direkt in die Produktion geht.

Die Voraussetzungen für das Just-in-time-Prinzip sind eine frühzeitige und präzise Bedarfsplanung durch ein unternehmensübergreifendes Planungs- und Steuerungssystem (Lieferabrufsystem)[8] sowie eine zuverlässige Lieferantenbeziehung, eine hohe Qualitätssicherung, eine hohe Umschlaghäufigkeit der Güter und eine gute Infrastruktur.

Ziel des Just-in-time ist die nach dem Pull-Prinzip nachfragegenaue Produktion durch die Vereinfachung und Minimierung der unternehmensinternen Informations- und Materialströme sowie die produktionssynchrone Beschaffung der Materialien. Hierbei dienen die bestandslose Produktionsfertigung, die schnelle Auftragsbearbeitung und auch kürzere Durchlaufzeiten der Kosteneinsparung und Serviceverbesserung.

Hinzukommend differenziert sich die Just-in-time Strategie in drei Grundkonzepte: der Direktabruf, die gemeinsame Bestandssteuerung und die Werksansiedlung in Abnehmernähe/Lieferantenparks.[9]

3.2 Grundkonzepte der Just- in-time Strategie

3.2.1 Direktabruf

Bei dem Direktabruf wird Material nur bei direkter Nachfrage, beziehungsweise bei vorliegenden Produktionsaufträgen der Kunden des Auftraggebers, beschafft. Hierbei wird erneut zwischen Rahmenvereinbarung und Rahmenaufträgen unterschieden.

Die Rahmenvereinbarung ist eine Übereinkunft mit einem oder mehreren Unternehmen, bei der bestimmte Konditionen zu einem Bedarfsplan pro Quartal festgelegt werden. Demnach wird beispielsweise ein Preis für eine noch ungewisse aber geschätzte Menge an Materialien für einen Zeitraum von meist 12 Monaten festgelegt.

„Der Rahmenauftrag wird erstellt, wenn das [produzierende] Unternehmen einen Auftrag über eine bestimmte Anzahl eines Artikels erhält, der dann in Teilmengen über einen bestimmten Zeitraum abgerufen wird“.[10] Dies erfolgt in der Regel über einen Zeitraum von drei Monaten bei monatlicher Aktualisierung.[11]

Der Direktabruf erfolgt nun auf Basis der im Rahmenauftrag kalkulierten Menge.

3.2.2 Gemeinsame Bestandssteuerung

Sofern die Entfernung zwischen Lieferant und produzierendem Unternehmen zu groß ist oder die Liefermöglichkeiten des Lieferanten für eine eigene Just-in-time-Lieferung untauglich sind, bietet sich das Konzept der gemeinsamen Bestandssteuerung an. Hierbei liefert der Lieferant nach dem Pull-Prinzip abgerufene Waren an ein Speditionslager. Anschließend werden die benötigten Güter per Datenübertragung bei dem Spediteur abgerufen, der daraufhin die Waren kommissioniert und Just-in-time anliefert.[12]

3.2.3 Lieferantenparks

Ein Lieferantenpark ist die konzentrierte Ansiedelung von Lieferanten derselben Branche mit dem Ziel der Belieferungsoptimierung. Durch einen Lieferantenpark werden Transportkosten zwischen dem Lieferant und dem produzierenden Unternehmen gesenkt, wobei auch Sicherheitsbestände reduziert werden. Diese Variante tritt jedoch nur in Kraft, sofern die Waren für ein hohes Verbrauchsvolumen benötigt werden. Bespiel hierfür wäre die Automobilherstellung.

[...]


[1] Vgl. Deutsche Post AG (o. J.), Abschnitt: Höhere Transportentfernungen durch Globalisierung (verfügbar am 31.01.2016)

[2] Vgl. Schulte (2009), S. 1.

[3] Vgl. Schulte (2009), S. 1.

[4] Vgl. Schulte (2009), S. 7.

[5] Vgl. Schulte (2009), S. 13.

[6] Vgl. Schulte (2009), S. 14.

[7] Vgl. Schulte (2009), S. 296.

[8] Vgl. Pfohl (2010), S. 173.

[9] Vgl. Schulte (2009), S. 296.

[10] Vectotax Software GmbH (o. J.) Abschnitt: Der Rahmenauftrag (verfügbar am 31.01.2016).

[11] Vgl. Schulte (2009), S. 297.

[12] Vgl. Schulte (2009), S. 306.

Details

Seiten
14
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668380707
ISBN (Buch)
9783668380714
Dateigröße
465 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v351518
Institution / Hochschule
Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein
Note
2,0
Schlagworte
Just-in-time

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