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Kooperation als wirtschaftliche Erfolgsstrategie. Typen logistischer Netzwerke

Hausarbeit 2016 23 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Grundlagen logistischer Netzwerke
2.1 Konfiguration logistischer Netzwerke
2.2 Gestaltungsprinzipien logistischer Netzwerke

3. Typen logistischer Netzwerke
3.1 Industrielle Distributionsnetzwerke
3.1.1 Einstufige Distributionssysteme
3.1.2 Mehrstufige Distributionssysteme
3.2 Dienstleisternetzwerke
3.2.1 Rastersysteme
3.2.2 Hubsysteme
3.3 Projektnetzwerke
3.4 Hierarchisch-stabile Kette
3.5 Hybridfertigungsnetzwerk

4. Bewertung logistischer Netzwerke
4.1 Kapazitäts- und Standortstrategie
4.2 Standortfaktoren

5. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

In einem globalen Wirtschaftsumfeld und in modernen Supply Chains sind Unternehmen gezwungen, auf die sich permanent verändernden Einflussfaktoren zu reagieren. Für Unternehmen ergeben sich Herausforderungen aus der Dynamisierung der Märkte, der Internationalisierung von Beschaffung und Absatz, der Verlagerung von Produktion und Verwaltung, der steigenden Anzahl von Unternehmenskonzentrationen sowie der steigende Einfluss von global agierenden Großkonzernen, was einen „survival of the fittest“ im Markt verschärft (Pfohl, 2006).

Viele Unternehmen sind der Ansicht, dass eine Kooperationsstrategie am ehesten dazu geeignet ist diesen Trends Rechnung zu tragen. Ziel eine Kooperation ist es, durch Bündelung unternehmensindividueller Wettbewerbsvorteile einen strategischen Gesamtwettbewerbsvorteil für die Kooperation und damit für alle Unternehmungen in ihr zu erzielen (Melzer-Riedinger, 2007).

Während die Verwendung des Begriffs Wettbewerbsstrategie als eine Differenzierung zu einer kooperativen Strategie verwendet werden könnte, wird die unternehmerische Praxis vielfach von „co-opetition“ (Knack, 2006) geprägt. So können beispielsweise Kooperationspartner bei der Schaffung von neuen Märkten in einer komplementären Beziehung zueinander stehen und bei der Aufteilung dieser Märkte in einer Wettbewerbsbeziehung (Knack, 2006).

In der wissenschaftlichen Literatur sind verschiedene Konzepte zu finden, deren mutmaßlicher Erfolg auf Kooperation beruht. Dies soll in der vorliegenden Arbeit durch das folgende Vorgehen eingehend vorgestellt und diskutiert werden: Zunächst soll der Begriff Logistik und seine Entwicklung näher erläutert werden. In Kapitel 2 werden die Grundlagen von Netzwerken herausgearbeitet. Kapitel 3 erläutert die Grundlagen logistischer Netzwerke. Kapitel 4 beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Typen logistischer Netzwerke.

2. Grundlagen logistischer Netzwerke

Den heutigen Markt- und Kundenanforderungen an Lieferbereitschaft und Individualität der Produkte wird zunehmend mit einer verstärkten Zusammenarbeit und Vernetzung der Wertschöpfungsprozesse intern wie auch zwischen Unternehmen begegnet. Die Verflechtung von Warenströmen der an den Planungs- und Bewirtschaftungsprozessen logistischer Systeme beteiligten Partner erfordert.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Beispielskizze einer Supply Chain [eigene Darstellung]

dabei eine ständige Weiterentwicklung der logistischen Prozesse. Produktions- und Kommunikationsprozesse müssen zwischen einer Vielzahl von Netzwerkpartnern wie auch innerbetrieblichen Funktionen koordiniert und kundenorientiert miteinander verbunden werden. Eine effiziente Abwicklung logistischer Prozesse in Netzwerken ist somit heute ein Schlüsselfaktor für den Erfolg der kollektiven Leistungserstellung. Die umfassende Beschreibung, Analyse und Gestaltung der logistischen Systeme bildet dafür die Grundlage. Diese Aufgabe des Netzwerkmanagements, das im Kontext des Logistikmanagement auch als Supply-Chain-Management (SCM) bezeichnet wird, beschreibt die Art und Auslegung der Struktur des Logistiknetzwerks, in welches das Unternehmen eingebettet ist. Diese wird als Netzwerkkonfiguration bezeichnet (Schuh, 2013).

2.1 Konfiguration logistischer Netzwerke

Die Konfiguration logistischer Netzwerke ist Bestandteil des strategischen Logistikmanagements und umfasst somit Entscheidungen, mit denen Unternehmen über einen längeren Zeitraum die Strukturen ihres Logistiknetzwerks hinsichtlich der räumlichen Anordnung und kapazitativen Auslegung von Produktions- und Logistikstandorten festlegen.

Moderne Logistiksysteme basieren auf dem Konzept von Flüssen in einem Netzwerk. Das Modell des Netzwerks spielt zur Abbildung der Grundstruktur von Logistiksystemen und darauf aufbauenden Gestaltungsüberlegungen somit eine zentrale Rolle. Das Netzwerk entspricht dem Anspruch der Logistik, eine schnittstellen- und unternehmensübergreifende Perspektive einzunehmen und es erfordert die Kooperation der Beteiligten in Wertschöpfungssystemen.

Grafisch lässt sich ein Logistiknetzwerk als Geflecht von Quelle-Senke-Beziehungen darstellen, in dem Transport-, Umschlags- und Lagerprozesse sowie die damit verbundenen Informationsprozesse abgewickelt werden. Die Knoten des Netzwerks repräsentieren dabei Kapazitäten oder Kompetenzen, also Ressourcen zur Ausführung direkt oder indirekt wertschöpfender Prozesse. Dieses Ressourcennetzwerk wird von Material- und Produktflüssen durchlaufen, die durch Informations- und Datenströme ausgelöst, gesteuert und kontrolliert werden. Je nach Betrachtungsebene kann dieses Ressourcennetzwerk komplexe logistische Gesamtsysteme mit beschaffungs- und absatzseitigen Lieferpunkten oder auch unternehmensinterne Fertigungssegmente oder Materiallager repräsentieren.

2.2 Gestaltungsprinzipien logistischer Netzwerke

Die Gestaltung logistischer Netzwerke bestimmt die physische Konfiguration des logistischen Netzwerkes eines Unternehmens. Je nach Gestaltungsvorgaben, z. B. einer Anpassung an die vom Unternehmensbereich verfolgte Wettbewerbsstrategie oder besonderen Markt- und Kundencharakteristika, sind im Rahmen der Gestaltung logistischer Netzwerke verschiedene Prinzipien zu beachten, die grundlegende Auswirkungen auf die anzustrebende Netzwerkstruktur haben (siehe Abbildung 2: Gestaltungsprinzipien logistischer Netzwerk).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Gestaltungsprinzipien logistischer Netzwerke (Schuh, 2013)

3. Typen logistischer Netzwerke

Im nachfolgenden Kapitel werden verschiedene Typen logistischer Netzwerke näher betrachtet. Neben der Aufbauorganisation werden die Chancen und Risiken sowie Vor- und Nachteile der jeweiligen Netzwerkkonfiguration aufgezeigt.

3.1 Industrielle Distributionsnetzwerke

In diesem Kapitel werden baumstrukturartige Distributionssysteme in einstufiger und mehrstufiger Form vorgestellt. Diese Distributionssysteme hatten in der Vergangenheit eine wesentliche Bedeutung für die Entwicklung der Logistik.

Ob man Lagerbestände als „Working Capital“ bezeichnet oder als „totes Kapital“ einstuft, ist keine reine Geschmackssache. Häufig sind sie beides. Der bei „optimalen“ strukturellen und prozessualen Voraussetzungen vorgehaltene Lagerbestand kann wertschöpfend sein, insbesondere indem er zur Ausschöpfung von Losgrößeneffekten und zur Glättung der Auslastung von Transportkapazitäten beiträgt, kurze Lieferzeiten ermöglicht und die Störanfälligkeit von Prozessen reduziert. Jede darüber hinaus eingelagerte Palette ist dagegen ein Zeichen von Verschwendung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Grundlegende funktionale Zusammenhänge industrieller Distributionsnetzwerke [eigene Darstellung]

3.1.1 Einstufige Distributionssysteme

Einstufige dezentrale Distributionssysteme

Einstufige Distributionssysteme sind für gewöhnlich Zentrallager-Konzepte mit nur einem Order Penetration Point. Es gibt jedoch auch Systemkonfigurationen, die durch Einstufigkeit und dezentrale Lager geprägt sind.

Bei einstufigen dezentralen Distributionssystemen werden die vom Werk produzierten Güter direkt in ein regionales Außenlager verbracht. Ziel ist die Entkopplung von Produktion und Absatz. Sinn macht ein solches Konzept nur bei mehreren Werken, welche in dieses Zentrallager Ware liefern.

Durch die Dezentralisierung werden Lager an den jeweiligen Produktionsstandorten eingespart. Ein weiterer Vorteil ist, dass dieses Konzept die Möglichkeit schafft, flexibel Lagerfläche von Logistikdienstleistern zu mieten. Das System wird somit leicht skalierbar. Der Nachteil dieses Konzeptes ist das es vollständig dem Push-Prinzip folgt. Das einstufige dezentrale Distributionssystem ist nur für Unternehmen geeignet, die (Bretzke, 2010):

- Schmale Sortimente mit schnell drehenden Artikeln vertreiben
- Aufgrund einer hohen geographischen Konzentration von Kundenstandorten mit relativ wenigen Lagerstandorten den größten Teil der Warenempfänger erreichen
- In Verteilertouren größere Mengen je Stopp ausliefern

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Einstufiges dezentrales Distributionssystem [eigene Darstellung]

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Details

Seiten
23
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668383715
ISBN (Buch)
9783668383722
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v351359
Institution / Hochschule
Hochschule Bremerhaven
Note
1,3
Schlagworte
Supply Chain Logistik Management Logistik Netzwerke

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