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Das wechselseitige Verhältnis zwischen Prätorianern und ‚tyrannischen’ Principes. Untersuchung von Caligula, Nero und Commodus

Bachelorarbeit 2014 66 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Altertum

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Kritischer Quellendiskurs

2. Hintergrund und Bedeutung der Prätorianergarde

3. Funktion unter Augustus

4. Funktion unter Tiberius

5. Die Garde in der Protektion Caligulas
5.1 Naevius Sutorius Macro
5.2 Die Akklamation
5.3 Das Ende Macros

6. Die Garde unter Caligula
6.1 Funktion unter Caligula
6.1.1 Die adlocutio als besondere Kommunikationsform
6.2 Missionen für den Kaiser - das Aufgabenspektrum der Garde
6.2.1 Eine Besonderheit: Steuereintreibung durch die Garde

7. Einfluss der Gardemitglieder auf die Ermordung Caligulas
7.1 Die Inauguration des Claudius

8 Die Garde und deren Unterstützung Neros
8.1 Gardepräfekt Burrus und die Erhebung des Commodus zum Princeps.
8.2 Philosoph und Prätorianerpräfekt versus Kaisermutter..
8.3. Muttermord

9. Die Garde unter Nero
9.1 Die Pisonische Verschwörung

10. Die letzten Jahre bis zum Tod
10.1 Neros Untergang

11. Commodus
11.1 Die Prätorianerpräfekten unter Commodus
11.1.1 Tigidius Perennis und M. Aurelius Cleander
11.1.2 Cleander

12. Das Ende des Commodus

13. Bilanz
13.1 Caligula
13.2 Nero.
13.3 Commodus

14. Abschlussbetrachtung

15. Bibliographie

1. Einleitung

Die Prätorianergarde war eine der prominentesten Besonderheiten der kaiserlichen Herrschaft im römischen Prinzipat. Sie präsentierte sich in Form von schwer ausgerüsteten, vollständig ausgebildeten Vollzeittruppen, die als „Bodyguards“ des römischen Kaisers fungierten, imperiale Familienmitglieder bewachten, bei Unruhen einschritten und Menschenmengen zurückhielten1.Da zu Zeiten der Republik bewaffnete Truppen in der Hauptstadt Roms nicht geduldet wurden, kann die Anwesenheit der Prätorianerkohorten unter Augustus als maßgebliches Indiz für den Beginn der römischen Kaiserzeit verstanden werden.2

Die Einbettung der Elitetruppe in das römische Herrschaftsmodell gewährleistete dem jeweiligen princeps Sicherheit und Macht. Folgerichtig spricht BINGHAM von einer Diktatur „relying on the military for support.“3 Es stellt sich die Frage, welchen Nutzen der Kaiser in seiner Herrschaftspolitik und Machtausübung aus dieser Unterstützung ziehen konnte: Wurde ihm durch die Protektion der Garde eine Herrschaft ad libitum ermöglicht? Setzte er sie als Werkzeug zur Machtkontrolle ein? Wie groß war ihre einschüchternde Wirkung auf Senat und Volk?

Auf der anderen Seite muss auch die Stellung der Prätorianer hinterfragt werden: Inwieweit nutzten diese ihre Position aus? Unter welchen Umständen gehorchten sie bedingungslos und wann kam es zu Widerständen? In welchen Fällen kann von einer essenziellen Einflussnahme auf Veränderungen in der Regierungsetage gesprochen werden?

Die Herrschaftszeiten Caligulas, Neros und des Commodus werden von den antiken Autoren als von Größenwahn und ausufernder Brutalität dominierte Schreckensphasen stilisiert, die sich wie eine zerstörerische Heimsuchung auf die anfänglich noch aufkeimende Hoffnung des Volkes pflanzte. Welche Umstände aber führten, insofern dieses Urteil zutrifft, dazu, dass sich solche Regierungsformen über Jahre hinweg ausprägen konnten?

In der vorliegenden Arbeit soll die These, dass die Pätorianergarde als Gewährleister jener tyrannischen Herrschaftszeiten fungierte, entwickelt, untersucht und bewertet werden. Anhand einer Gegenüberstellung der drei Regimes sollen typische Umgangsmuster entlarvt und bilaterale Dynamiken identifiziert werden. Dabei werden Quellenüberlieferungen einschlägiger Historiographen bemüht und moderne Forschungen einbezogen.

Recherchen zu den Prätorianern werden mit nur wenigen, teils viele Jahrzehnte zurückliegenden Monografien und Darstellungen bedient. Als Standardwerk gilt das monumentale Buch „Les cohortes prétoriennes“ von Marcel Durry, welches 1938 in Frankreich erschien, jedoch nie in einer anderssprachigen Ausgabe publiziert wurde. Eine moderne Studie legt die kanadische Historikerin Sandra Bingham vor. Bereits 1997 veröffentlichte sie den Aufsatz „The Praetorian Guard in the Political and Social Life of Julio-Claudian Rome“. 2013 erschien „The Praetorian Guard. A History of Rome`s Elite Special Forces“, das überwiegend auf ihrem ersten Werk aufbaut. In den Büchern bemüht sich die Autorin um eine wissenschaftliche Gesamtdarstellung der Prätorianergarde und legt dabei den Schwerpunkt auf den dieser Gruppierung immanenten imperialen Charakter. Rezensionen dieses Werkes kritisieren jedoch die nicht ersichtlichen Abgrenzungen zu populärwissenschaftlicher Literatur sowie mangelnde Quellenkritik.4

Während durch Binghams und Durrys Werke eine Übersicht zu den die Prätorianer betreffenden Erkenntnissen gewonnen werden kann, gibt es zahlreiche wissenschaftliche Auseinandersetzungen zu den derzeit herrschenden Persönlichkeiten Caligula, Nero und Commodus. Einschlägige Standardliteratur, Artikel und Fachaufsätze bieten eine Grundlage zur Reflexion und thematischen Verarbeitung vom Leben und Wirken der Kaiser. Dabei muss jedoch berücksichtigt werden, dass beide Parteien, Kaiser sowie Prätorianergarde, vordergründig isoliert untersucht und wissenschaftlich verarbeitet wurden. Eine Verknüpfung der Themen taucht in entsprechenden fachliterarischen Ausführungen allenthalben am Rande oder lediglich punktuell auf.5

Für die explizite Betrachtung werden Überlieferungen antiker Autoren herangezogen. Entsprechend der jeweiligen imperialen Epoche berichten sowohl Tacitus, Cassius Dio, Herodian, die Historia Augusta und Sueton, als auch Philo von Alexandria und Flavius Josephus von Interaktion und Kommunikation zwischen Kaiser und Garde.

Nicht immer kommt bei den Quellenaussagen eindeutig die Kontextualisierung der Garde zum Vorschein. So ist in gewisser Weise eine Interpretationsleistung gefordert, wenn bei Schilderungen von militarius die Rede ist und eine Beteiligung der Prätorianer nahe liegt.

Die vorliegende Arbeit ist folgendermaßen aufgebaut: Zu Beginn soll ein kurzer Abriss der Entstehungsgeschichte mit Hintergrundinformationen über die Prätorianergarde einen grundlegenden Überblick ermöglichen. Darauf folgen die Darstellungen der Funktion der Garde unter Augustus und Tiberius, was die Identifizierung der initiierten Entwicklungsmöglichkeiten der Garde, aber auch Parallelen oder Ungleichheiten in Bezug auf die Herrschaftszeiten Caligulas, Neros und des Commodus aufzeigen soll.

Im Anschluss erfolgen detailliertere Darstellungen der drei Herrschaftsepochen. Gab es bereits vor der Ernennung zum imperator Interaktionen zwischen Garde und den Thronaspiranten und welche Rolle spielten die Prätorianer bei der Machtübernahme? Neben besonderer Schwerpunktlegung auf den Einfluss der jeweiligen Prätorianerpräfekten sollen zudem folgende grundlegende Fragestellungen erörtert werden: Inwieweit benutzte der princeps die Garde als Machtwerkzeug? Wie kommunizierte er mit derselben? Wie großflächig wurde sie eingesetzt? Gab es einseitige oder beidseitige Beeinflussungen? In welcher Form traten die Offiziere in Erscheinung?

Im Fokus stehen darüber hinaus Konspirationen, die mitunter zur Ermordung des princeps geführt haben. Dabei sollen auch Nachwirkungen dieser Vorfälle recherchiert und bewertet werden. Im Fazit werden Schlussfolgerungen aus den vorangegangenen Darstellungen gezogen und diese kontextuell verarbeitet, um sie letztlich in die Hypothese einzubinden.

1.1 Kritischer Quellendiskurs

Die für die Darstellungen herangezogene, einschlägige Quellenliteratur basiert auf Narrativen antiker Autoren. Zur Verwertung der Erzählungen für anstehende Fragestellungen muss der Status, die politische und religiöse Ausrichtung und die Zeit, in der der Autor gelebt hat, berücksichtigt werden. Dadurch wird deutlich, dass der Rückgriff auf literarische Überlieferungen keinen allgemeingültigen Wahrheitswert beansprucht. Dahingegen können durch komparative Betrachtung verschiedener Quellen zu demselben Ereignis Tendenzen herausgelesen und entsprechend verarbeitet werden. Im Folgenden soll eine Übersicht der wichtigsten Kaiserbiographen aufgestellt und diese hierbei einer kritischen Überprüfung unterzogen werden.

Für die Erforschung des Caligula sind unter anderem die Schilderungen des Philo von Alexandria relevant. Dieser, ein Zeitgenosse des Gaius, war jüdischer Schriftsteller und Philosoph, der einen hohen Ruf genoss.6 Er war Teilnehmer einer Gesandtschaft an Caligula, die dessen Selbst-Vergöttlichung und antijüdische Politik anprangern sollte. Zuvor wurde den jüdischen Bürgern ihre Religionsfreiheit versagt und es mehrten sich antijüdische Übergriffe, die vordergründig von dem immer haltloser auftretenden Caligula gesteuert wurden.7 Dies könnte als persönliches Motiv Philos zur Negativdarstellung des Kaisers geführt haben.

Flavius Josephus lebte und wirkte unmittelbar nach der Amtszeit Caligulas und kann als zweiter Vertreter jüdischer Interessen neben Philo eingeordnet werden. Seine Werke schildern umfangreich die jüdische Geschichte und gehen dezidiert auf Caligulas Eingriffe in den römisch-jüdischen Alltag ein. Auch er hatte ausreichend Motive, Caligula als antijüdischen Regenten zu porträtieren und negativ darzustellen.8 Weiterhin war er Zeitgenosse Neros, liefert jedoch lediglich zerstreute Schilderungen zu dessen Regierungsauftritten. Sein Bild von dem Kaiser war durch dessen exaltierte Auftritte geprägt, weshalb er schließlich zu dem Urteil kam, Nero sei wahnsinnig gewesen.9

Sueton, kaiserlicher Sekretär von ritterlichem Stand, war hingegen berüchtigt für seine von Anekdoten gespickten Biographien der Kaiser. Seine Lebenszeit war geprägt von einem Burgfrieden zwischen Kaiser und Aristokratie. Wahrscheinlich um diesen zu konsolidieren, gestaltete Sueton die Erinnerungskultur durch plakative Nachzeichnung monarchisch orientierter Kaiser, die für Not und Elend sorgten. Er prägte auch maßgeblich den Topos, Caligula sei im pathologischen Sinne wahnsinnig gewesen.10 Seine Quellen beriefen sich häufig auf Gerüchte und es kann bei seiner Darstellungsmethodik kaum nachvollzogen werden, welche Informationen er schriftlichen und/oder seriösen Quellen entnommen hat.11 Deshalb sind die Erzählungen Suetons mit besonderer Vorsicht zu genießen, obgleich er die umfangreichste Vita des Gaius Cäsar hinterlassen hat.

Tacitus war consul suffectus unter Nerva im Jahr 97 n. Chr. und beschrieb in traianischhadrianischer Zeit ausführlich die Ereignisse um die Herrschaftszeit Neros.12 Zu dem Charakter der taciteischen Historien schreibt SYME: ''Tacitus proposed to narrate the story of the Caesars according to the canons and manner of the Republic.“ Diese traditionell-analytische Methode bedinge jedoch allerlei Nachteile: ''On the one hand, it breaks the unity of large subjects and disperses the interest. On the other, it produces a catalogue of heterogeneous items.“13 KRÜGER wertet diese Nero-Darstellung als negativ. Tacitus habe Nero persönlich verachtet und wäre offensichtlich von den Nerofeindlichen Überlieferungen, die es zu seiner Zeit gab beeinflusst gewesen. Außerdem habe er bewusst sympathisierende Quellen gemieden.14

Eine ausführliche Biographie des Commodus wurde von Herodian angefertigt. Commodus war der Sohn Marc Aurels, welcher von sämtlichen Quellen als Idealkaiser überliefert wird.15 Die Bewertung des Commodus wird zweifelsohne mit einer Synkrisis einhergegangen sein und auf die Schilderungen der Biographen vermutlich Einfluss ausübte. Das dadurch erschaffene Potential zur determinierten Negativdarstellung zeichnet sich schon in der Vorrede Herodians ab, der auf die Fehlbarkeit „junger Kaiser“ verweist und sie den Erfahrungsqualitäten eines altgedienten Marc Aurel entgegenstellt. 16 ZIMMERMANN verweist darauf, dass Herodians Werk als Fürstenspiegel betrachtet werden kann.17 Hierbei werden ideale Eigenschaften und Verhaltensweisen eines Regenten dargelegt sowie Mängel im Habitus jeweiliger Herrscher aufgeführt, um den Folgekaisern eine Orientierung zu gewähren. Das fördert eine konsequent kritische Betrachtung.

Viele Informationen entnimmt Herodian außerdem den Ausführungen des Cassius Dio18, der seine Karriere als Senator unter Commodus begonnen hatte.19 Gerade die Senatorenschicht litt unter dem Kaiser in ihrer traditionellen Rolle und wurde sukzessive ihrer Einflussmöglichkeiten beraubt.20 Als Opfer dieser Repression wird Dio seine Erzählungen entsprechend gestaltet haben, die - wie auch jene zu Nero21 - durchaus Übertreibungen enthalten konnten. BERING-STASCHEWSKi kommentiert Neros Geschichtsbild als „personalistisch geprägt“, an dem sie ein „Reflexionsniveau, das in der Kategorie der Herrscherqualifikation eine Akzentuierung des Ganzen vornimmt“, angelehnt sieht. Wie schon bei Herodian würde in den Berichten Dios von Marc Aurel ausgehend eine charakterisierende Abwärtsbewegung der einzelnen principes gezeichnet werden. Auch hier gelte der Idealkaiser Marcus Aurelius und der „Tyrann“ Commodus als „kategoriales Gegenpaar […], das stufenförmig ins Negative transportiert wird“.22 Herodian habe gegenüber Cassius Dio den Vorteil gehabt, die Regierungszeit des Commodus aus der Retrospektive beobachten zu können, um so die „Multikausalität“ einer sich mit dem jungen Kaiser entwickelnden Krise gänzlich zu erfassen.23

Als dritte Commodus-Quelle gilt die Historia Augusta, eine Sammlung von Biographien zu Usurpatoren, Kaisern und Thronanwärtern (2./3. Jahrhundert). Weder wer der Verfasser war, noch wann sie verfasst wurde, ist bekannt.24 Die Schilderungen der Herrschaftsqualitäten korrelieren mit dem Grad des Verhältnisses zwischen Kaiser und Senat. Je besser der kaiserliche Umgang mit dem Senat, desto positiver verhält sich die Darstellung des Kaisers. Folglich kann auf einen senatorischen Hintergrund des Verfassers geschlossen werden.25 Auch hier konnte eine Negativzeichnung des Commodus nicht ausbleiben, da dessen Verhältnis zum Senat offensichtlich zerrüttet war.

2. Hintergrund und Bedeutung der Prätorianergarde

Der Ursprung des Terminus „Prätorianer“ ist in der modernen Forschung umstritten.

CAMPBELL stellt dar, dass cohors praetoria nach dem praetorium, dem Hauptquartier des römischen Feldherrn, benannt sei.26 LE BOHEC führt die Namensgebung auf die Gewohnheit der als Prätoren bezeichneten republikanischen Magistrate, stets in Begleitung einer kleinen Gruppe Männer zu Felde zu ziehen, zurück.27 Darüber hinaus würden nach BINGHAM verschiedene Quellenreferenzen zeigen, dass schon vor dem Prinzipat „armed men acting as bodyguards for generals in the fields“ existiert hätten.28 Unter Augustus wurden die Prätorianer 27 v. Chr. zur Leibgarde des Princeps nominiert und in neun Kohorten eingeteilt.29 Die Frage, wie viele Männer jeder Kohorte zugeteilt waren, wird unterschiedlich beantwortet. In der älteren Literatur vertritt Theodor MOMMSEN die Ansicht, dass „neun doppelt starke Kohorten“ von 1000 Mann geschaffen worden seien.30 Diese Angabe entspricht der Überlieferung des Cassius Dio, die jedoch mit den Verhältnissen zu dessen Lebzeiten und nicht mit denen der augusteischen Amtszeit übereinstimmt.31 KEPPIE, DURRY und H.-G. PFLAUM halten hingegen eine Anzahl von 500 Mann pro Kohorte für wahrscheinlicher. Archäologische Befunde unterstreichen diese Einschätzung, da sie ein, wie LE BOHEC schreibt, „entscheidendes Argument“ zur Klärung der Frage liefern: Die für die circa 5000 Soldaten vorgesehene Fläche der Legionslager betrug 18 bis 20 ha. Somit schlussfolgern LE BOHEC und KEPPIE, dass jede der 12 Kohorten (3 städtische (s.u.) und 9 prätorische) 500 Mann stark waren, da sie zusammen lediglich über 16,4 ha in der castra praetoria (s.u.) disponiert hätten.32 Augustus schuf neben seiner aus neun Kohorten bestehenden Leibgarde drei städtische Kohorten, die dem Schutz der Senatoren zugeteilt wurden.33

Stationiert wurden die neun prätorischen Kohorten in den nahe Rom gelegenen, italischen Städten und in Rom selbst.34 Die drei städtischen Kohorten wurden in der Reichshauptstadt als „day-to-day police force“ eingesetzt.35

Der römische Palast wurde von einer prätorischen Kohorte, deren Soldaten zwar zivile Kleidung trugen, jedoch bewaffnet waren, bewacht. CAMPBELL sieht darin eine politische List, um die Senatoren zu beruhigen, welche an die Präsenz von Soldaten in Rom oder in Italien nicht gewöhnt waren.36

2 v. Chr. ernannte Kaiser Augustus zwei,37 dem ordo equester entstammende Präfekten zu Befehlshabern der Prätorianergarde. Sie unterstanden weiterhin der Befehlsgewalt des Kaisers, gelangten durch diesen Posten jedoch zu politischen Einflussmöglichkeiten.38 In welcher Form diese Ernennung genutzt werden konnte, demonstrierte Aelius Sejanus, welcher als alleiniger Präfekt 14 n. Chr. eingesetzt wurde und einen steilen politischen Aufstieg durchlebte.39 Unter Tiberius bewirkte er die vollständige Konzentration aller Prätorianer in ein Lager eines römischen Außenbezirkes, der castra praetoria. Dadurch blieben die Prätorianer ein wesentlicher Einflussfaktor auf das politische Leben Roms, bis Konstantin sie 312 auflöste.40

Für die individuelle Betreuung der Kohorten wurden während der Julisch-Claudischen Dynastie und auch danach Tribunen eingesetzt. Zudem wurden die Offiziere der von Markus Antonius ernannten Leibgarde in Kampanien, 44 v. Chr., ebenfalls als Tribunen bezeichnet. Einer der eingesetzten Tribunen war Cassius Chaerea, der sich an der Ermordung Caligulas maßgeblich beteiligte.

Prätorianer dienten unter ausgezeichneten Bedingungen, wie bessere Bezahlung41, kürzere Dienstzeit42 und elegantere Kleidung. Die meisten von ihnen stammten aus dem italischen Raum43.

Die primäre Aufgabe der Prätorianergarde war der Schutz des imperators. Gemeinhin hoffte man, dass allein durch ihre Anwesenheit Übergriffe auf und Konspirationen gegen den Kaiser zurückgehalten werden konnten44. Jedoch seien sie laut KEPPIE kein „personal protection squad“ gewesen. Für persönlichen Schutz des Kaisers vor Attentaten oder Angriffen seien die calagurritani unter Augustus sowie im 1. Jahrhundert n. Chr. die Germani corporis custodes zuständig gewesen45.

3. Funktion unter Augustus

Über die Prätorianergarde ist während des augusteischen Prinzipats wenig bekannt. Grund dafür sei laut BINGHAM der Mangel an einer umfassenden, zeitnahen Quelle über die erste prinzipale Herrschaft. In späteren Regierungen dokumentierte Aufgaben der Prätorianer wie Feuerschutz, Schutzfunktion bei Spielen oder die Abwicklung von Gefangennahmen, könnten laut BINGHAM zwar schon zu Zeiten des Augustus aktuell gewesen sein, jedoch gäbe es dafür nur wenige Hinweise46. Cassius Dio berichtet nuanciert über eine die Prätorianer betreffende Amtshandlung nach der Varusschlacht: Augustus habe eine Missstimmung seitens der Gallier und Germanen in Rom befürchtet und jene, die als Prätorianersoldaten tätig waren, auf umliegende Inseln geschickt47.

Überlieferte Anzeichen für die Beteiligung der Prätorianer an Hinrichtungen unter Augustus existieren kaum, jedoch gab es einen Präzedenzfall: Noch während der Zeit des Triumvirates ließ Octavian den Prätor Gallius Quintus von Soldaten und Zenturionen verhaften, foltern und hinrichten. Grund dafür war, dass Octavian ihn verdächtigt hatte, auf einem Tribunal bewaffnet gewesen zu sein48.

CAMPBELL fasst zusammen, dass die Prätorianer unter Augustus offensichtlich durch ihre Waffengewalt, Loyalität und vor allem Disziplin ihm gegenüber ein Symbol für die Stabilität der augusteischen Regierung demonstrieren sollten49. BINGHAM betrachtet die römische Situation während der Herrschaftszeit des Augustus als „substantially different from that of those, who came after him.“ Zwar sei die Präsenz einer bewaffneten Streitkraft in der Stadt nicht unbekannt, aber zumindest ungewöhnlich gewesen. Zudem würden die mangelnden Informationen über Bewegungen und Verantwortungsbereiche der Prätorianergarde möglicherweise ein Bestreben des Augustus zeigen, die Rolle der Prätorianer im Staat herunterzuspielen50.

KIENAST erwähnt, dass eine unter den Prätorianern eigene Kohorte die berittenen speculatores bildeten. Diese seien unter Augustus „die eigentliche Leibwache des Princeps“ gewesen und „übernahmen gelegentlich auch Kurierdienste und geheime Aufträge“51. Festzuhalten bleibt, dass Augustus einen militärischen Machtapparat ins Leben rief, der erheblichen Einfluss auf die Entwicklung römischer Herrschaftsverhältnisse nahm.

4. Funktion unter Tiberius

Mit Augustus‘ Tod wurde Tiberius zum Nachfolger, was den ersten Machtwechsel in Rom seit dem Zusammenbruch der Republik bedeutete. Vor diesem Hintergrund wurde mit besonderer Vehemenz der Schutz des neuen imperators durch die Garde gewährleistet. Die Akklamation erfolgte zuerst durch die Konsuln, worauf die Prätorianerpräfekten und dann erst der Senat, die Armee und die Bürger folgten. BINGHAM beurteilt diese Reihenfolge - der Senat nach den Prätorianerpräfekten - als signifikantes Zeugnis. Dieses zeige, dass von da an das Amt des Prätorianerpräfekten die Leitung der kaiserlichen Garde implizierte. Darüber hinaus gab Tiberius zu Beginn seiner Amtszeit den Prätorianern seine Losung - ein Zeichen, dass er der Oberbefehlshaber der Kohorten sei52.

Augustus ließ in seinem Testament eine Erbsumme von 1000 Sesterzen für die Prätorianer festhalten53. Dies könnte als Signal an die Prätorianer, ihre Funktion als Leibgarde fortzuführen und Tiberius als Thronfolger zu schützen, verstanden werden.

Tiberius verdoppelte daraufhin den Erbbetrag. Sueton führt an, dass nach diesem Akt vergleichbare Zuwendungen für Soldaten seitens Tiberius bis auf eine Ausnahme ausblieben54.

Um das Verhältnis zwischen i mperator und Prätorianergarde zu stärken, wurden sie unter öffentlicher Wahrnehmung bei der aufwändigen Beerdigung des Augustus involviert. Zu republikanischen Zeiten war die Anwesenheit von Soldaten bei Beerdigungen von Männern wie Gaius Julius Cäsar oder Sulla ein Akt der Ehre dem Verstorbenen gegenüber. Deshalb ist die Teilnahme der Prätorianer nichts Außergewöhnliches. Jedoch konnte dadurch niemandem entgehen, dass Augustus‘ Privatarmee nun zu Tiberius gehörte55.

Zwischen 20 und 23 n. Chr. wurden auf Drängen des Gardepräfekten Sejanus die Prätorianer von Tiberius kaserniert56, wodurch sie zu einem flexibel einsetzbaren Machtwerkzeug avancierten. Tacitus geht auf diese Umstrukturierung ausführlich ein: Durch die Konzentration der Kohorten sei das gleichzeitige Befehligen aller Truppen möglich gewesen. Zudem habe die kollektive Kampfkraft den Garden fiducia ipsis und möglichen Gegnern metus bedeutet. Tiberius habe sich nach der Fertigstellung zunehmend in die Herzen der Gardesoldaten hineingestohlen. Durch Besuche und persönliche Ansprachen sowie dem eigenständigen Ernennen von Tribunen und Zenturionen stellte er ein enges Verhältnis her57.

25 n. Chr. ließ Tiberius die Garde vor dem Senat exerzieren. Dabei konnte er ihm das Bild eines von treuergebenen Soldaten umringten Kaisers vermitteln, während die Qualität und Quantität der Truppe den Senatoren vermutlich Angst einflößen sollte58.

5. Die Garde unter Caligula

5.1 Naevius Sutorius Macro

Die Interaktion zwischen Caligula und den Prätorianern war für den Amtsantritt von maßgeblicher Bedeutung. Bei der Machtübernahme wurde er von dem Prätorianerpräfekten Q. Naevius Cordus Sutorius Macro umfangreich unterstützt. Dieser wurde bereits unter Tiberius eingesetzt und war derzeit am Niedergang des mächtigen Gardepräfekten Seianus beteiligt59.

Sein Engagement für die Thronfolge Caligulas wird in sämtlichen Quellen dargestellt. Über das Kalkül kann jedoch keine klare Aussage getroffen werden. So schreibt Sueton, dass Caligula die Frau Macros, Ennia Nävia, verführte, um nach dem Sturz des Seianus seine Aussicht auf die Thronbesteigung zu festigen60. Nach ADAMS zeige dies, unabhängig von Spekulationen um den Wahrheitsgehalt der Darstellung, dass eine Vertrautheit zwischen Caligula und Macro bestanden habe61. Tacitus hingegen beschreibt, dass Macro zu dieser Zeit täglich mehr bemüht war, die Gunst Caligulas zu erwerben. Darum habe er auch seine Frau dazu gebracht, vorzugeben, sie sei in Caligula verliebt, um ihn dadurch „in ihre Netze zu locken und an einen Ehevertrag zu fesseln“. Caligula lehnte nämlich nichts ab - so Tacitus - wenn er nur an die Herrschaft käme62. Als Gegenleistung für die Ehelichung Ennias, forderte Macro von Caligula, nicht nur die unter Tiberius erworbene Stellung als Statthalter Roms beizubehalten, sondern diese noch auszuweiten.

Eine umfangreichere Darstellung zu dem Verhältnis zwischen Caligula und Macro liefert Philo. Er stellt Macro als Opportunisten dar, der aus dem Bewusstsein, dass Caligula alleiniger Thronkandidat gewesen sei, heraus gehandelt und denselben „bei allen Aufgaben, die das Imperium betrafen“, unterstützt habe63. Die Einschätzung des Tiberius, Caligula sei zur Machtübernahme nicht fähig, habe Macro „mit ganzer Kraft […] zu beseitigen“ versucht64. Ein weiterer Grund für Macros Engagement sei der Einfluss seiner Frau gewesen, die „aus verschwiegenem Beweggründe Tag für Tag ihren Mann anstachelte und ihn ermutigte, nie in seiner Mühe und Hilfestellung für den jungen Prinzen müde zu werden“65.

Anhand weiterer Beschreibungen Philos entsteht der Eindruck, Macro habe den jungen Thronfolger für das anstehende Amt zu erziehen versucht. Ständig sei Caligula auf für einen künftigen Princeps unangemessenes Verhalten hingewiesen worden. Zudem habe Macro versucht, Caligula die Rolle des Princeps bewusst zu machen66 und ihm ausführliche Reden über die „Kunst des Staatslenkens“ gehalten67. Philo schlussfolgert: „Mit solchen Gedankengängen versuchte der Unglückliche Zauberkraft zu entfalten, um Gaius moralisch zu bessern“68

Der Einfluss hielte sich vor dem Hintergrund der Darstellung Philos in Grenzen, erreichte gar das Gegenteil. So habe Gaius seinen „Lehrmeister“ in der Öffentlichkeit durch Vorwürfe, wie „Da ist der Lehrer eines Schülers […], der verlangt, der Kaiser solle seinem Untertan gehorchen“, kompromittiert69. Weiterhin sei es zu „falschen, aber glaubwürdigen und überzeugenden Vorwürfen gegen Macro“ gekommen70. Offensichtlich zeigte Macro sich davon unbeeindruckt. Denn er habe Caligula drei Mal das Leben gerettet sowie ihn vor Tiberius, welcher „ihm nach dem Leben trachtete“ geschützt71.

Die Vermutung, dass Macro seine Frau dazu animierte, eine sexuelle Bindung mit Caligula einzugehen, um dessen Gunst zu erlangen, beurteilt WINTERLING als nicht plausibel. Da Caligulas Nachfolge nicht von vornherein feststand und er von einem guten Verhältnis zu Macro als einem der zu dieser Zeit mächtigsten Männer Roms profitieren konnte, sei eine solche Ambition unersichtlich. Weiterhin seien Aufenthalte Macros auf Capri, wo sich Caligula zu der Zeit befand, in den Quellenüberlieferungen nicht nachzuvollziehen. So geht er davon aus, dass es sich um eine „arbeitsteilige“ Vorbereitung der Herrschaft Caligulas, ohne „sexuelle Dimension“, gehandelt haben könnte72.

Nach BARRETT habe Caligula um Macros militärischen Einfluss, der als ein essentieller Faktor zur Thronbesteigung galt, gewusst, und Macro wiederum Caligulas Popularität durch dessen Vater Germanicus erkannt und sich Vorteile von einer Unterstützung erhofft73. Auch ADAMS betont die Wichtigkeit des guten Verhältnisses. Um an die Macht zu gelangen, habe Gaius die Unterstützung des Militärs benötigt, mit welchem er fortan „a little connection“ gehabt habe74.

5.1.1 Die Akklamation

Macros Einfluss auf die Inauguration Caligulas kann anhand der Todesschilderungen des Tiberius nachvollzogen werden.

Tacitus beschreibt, dass Tiberius, nachdem man ihn bereits für tot erklärt gehabt habe, wieder zu sich gekommen sei. Daraufhin passierte laut Tacitus folgendes: Macro intrepidus opprimi senem iniectu multae vestis iubet discedique ab limine. 75 Dio stellt dar, dass Caligula den sterbenden Tiberius mit „vielen dicken Kleidungsstücken“ erstickte und dabei von Macro unterstützt worden sei76. Sueton berichtet hingegen, Caligula habe Tiberius vergiftet und schließlich eigenhändig erwürgt, ohne Macro in diesem Kontext zu erwähnen77. Anzunehmen ist, dass Macro, der Caligula bereits großzügig unterstützt hatte, an der vermeintlichen Ermordung beteiligt war.

Nachdem Tiberius tot war, begrüßten die in Misenum wartenden Prätorianer Caligula als neuen imperator. Zu diesem Zeitpunkt gab es keine wesentlichen Gründe, die gegen ihn als neuen Princeps sprachen. Gerade wegen seines Status, Sohn des Germanicus zu sein, und durch das Dafürhalten Macros, genoss er bei den Prätorianern einen guten Ruf. Josephus berichtet zudem, dass sie den Sohn des Germanicus nicht nur besonders gern gehabt hätten, sondern auch bereit gewesen wären, für ihn zu sterben, sollte er je an die Macht kommen78.

Um die Inauguration einzuleiten, mussten zunächst Anweisungen an die in den Provinzen befindlichen Gouverneure und Kommandanten der Legionen delegiert werden79. Zuständig für die Aussendung dieser Meldungen war Macro. Die Tatsache, dass die Aussendung laut Tacitus bereits vor dem Tode Tiberius initiiert wurde, legt dar, wie mächtig die Stellung des Prätorianerpräfekten zu dieser Zeit war. BINGHAM stellt fest, dass in diesen Tagen die Machtkompetenzen in den Händen der Militärs und nicht in denen der Senatoren oder der Konsuln gelegen habe80.

Folgt man nun den Darstellungen der römischen Autoren und literarischen Rezeptionen, ist die Inauguration als maßgebliches Beispiel prätorianischer Einflussnahme auf die Proklamation eines neuen Princeps zu sehen. Der Akt, ein Präzedenzfall, wurde für eine lange Phase rituelles Element der römischen Thronfolge.

Caligula wurde vom Volk mit Hochrufen begrüßt und es wurden ihm zu Ehren

[...]


1 Definition nach Robinson. Vgl. Robinson, O. F.: Ancient Rome. Citiy Planning and Administration. London 1992. S. 182f.

2 Vgl. Bingham, Sandra: The Praetorian Guard: A History of Rome's Elite Special Forces. London, 2013. S.

3 Vgl. ebd.: S. 2.

4 Vgl. Christian Unfug: Rezension zu: Bingham, Sandra: The Praetorian Guard. A History of Rome’s Elite Special Forces. London 2013, in: H-Soz-u-Kult, 30.09.2013, <http://hsozkult.geschichte.hu- berlin.de/rezensionen/2013-3-201> (letzter Zugriff: 05.03.2014. 12:13)

5 Zwar greift Bingham die Rolle der Prätorianer während der Julisch-Claudischen Dynastie, mit Ausführungen zur Herrschaftsphasen Caligulas und Neros, auf, jedoch mit anderer Schwerpunktlegung, die oben genannte Fragestellungen nur nuanciert berührt.

6 Joseph. AJ 18.258

7 Vgl. Gradl, Hans-Georg. Kaisertum und Kaiserkult. Ein Vergleich zwischen Philos Legatio ad Gaium und der Offenbarung des Johannes. In: New Testament Studies. Vol. 56. Cambridge 2009. S. 117f.

8 So habe Caligula mit den römischen Traditionen, der jüdischen Religion Schutz zu gewähren und den Juden Privilegien einzuräumen, gebrochen. Siehe Krieger, Klaus-Stefan: Die Darstellung König Agrippas I. In Flavius Josephus` Antiquitates Judaciae. In: Kalms, Jürgen U., Siegert, Volker (Hrsg.): Internationales Josephus-Kolloquium Dortmund 2002. S. 97.

9 Vgl. Joseph. Bellum Jud. XIII, 1. Josephus war Anhänger der Flavier, die ein Nero-feindliches Bild qua Nero als Tyrann und Mörder tradierten. Zur flavischen Ideologie siehe Schubert, Christoph: Studien zum Nerobild in der lateinischen Dichtung der Antike. Stuttgart und Leipzig 1998. S. 329.; ferner: Krüger, J.: Nero. S. 565.

10 Vgl. Winterling, Aloys: Caligula. Eine Biographie. Ulm 2003. S. 177f.

11 Linsday, Hugh: Suetonius Caligula. Bristol 1993. S. 11.

12 Vgl. Krüger, Julian: Nero. Der römische Kaiser und seine Zeit. Wien Köln Weimar. 2012. S. 559.

13 Vgl. Syme, Sir Ronald: Ten Studies in Tacitus. Oxford 1970. S. 3.

14 Vgl. Krüger, J.: Nero. S. 562.

15 Zimmermann, Martin: Der Verlust und die Neuerfindung von Wirklichkeiten. In: Brandt, Hartwin (Hrsg.): Gedeutete Realität. Krisen, Wirklichkeiten, Interpretationen. (3.-6. Jh. n. Chr.). Stuttgart 1999. (Heft 134).S. 20.; Bering-Staschewski, Rosemarie: Römische Zeitgeschichte bei Cassius Dio. Bochum 1981. S. 8.

16 Herod. I,2,1; I,4,3; I,5,4.; Zimmermann, Martin: Kaiser und Ereignis. Studien zum Geschichtswerk Herodians. München 1999. S. 43f.; Zimmermann, M.: Der. S. 35.

17 Vgl. Zimmermann, M.: Kaiser. S. 283f.

18 Vgl. Zimmermann, M.: Der. S. 21.

19 Simons, Benedikt: Cassius Dio und die römische Republik. Berlin 2009. S. 14.

20 So sprach Commodus von seinem „glückhaften Commodianischen Senat“, was aller Wahrscheinlichkeit Hohn ausgelöst haben wird. Vgl. Cass. Dio 73,15,5.

21 Vgl. Krüger, J.: Nero. S. 564.

22 Vgl. Bering-Staschewski, R.: Römische. S. 114.

23 Vgl. ebd.: S. 127.

24 Außerdem bezog sie sich primär auf Sueton. Zu Spekulationen, wer der Verfasser war und wann sie verfasst wurde, siehe: Priwitzer, Stefan: Commodus, der Tyrann? Arbeitstechniken und topische Darstellungen bei antiken Autoren. Aus: Arbeiten mit Quellen, in: historicum.net, URL: http://www.historicum.net/no_cache/persistent/artikel/4829/. (letzter Zugriff: 18.02.2014. 15:18.)

25 So heißt es: hic ipse Commodus quanto melior fuisset, si timuisset senatum? Vgl. SHA Clod. Alb. 13, 7.

26 Campbell, Brian: The Roman Army 31 BC - AD 337 - a Sourcebook. London / New York, 1994. S. 38.

27 Le Bohec, Yann: Die römische Armee. Stuttgart 1993. S. 20. Die gleiche Aussage findet sich in der umfangreichen Monografie Marcel Durrys. S. Durry, Marcel: Les cohortes prétoriennes (= Bibliothèque des Ecoles Françaises d'Athènes et de Rome. Nr. 146). Boccard, Paris, 1938. S. 68.

28 Vgl. Bingham, Sandra J.: The Praetorian Guard in the Political and Social Life of Julio-Claudian Rome. Ottawa, 1997. S. 9.

29 Campbell, B.: The. S. 38. ;

30 Vgl. Mommsen, Theodor: Römische Kaisergeschichte: Nach den Vorlesungs-Mitschriften von Sebastian und Paul Hensel 1882/86. Hg. von Alexander und Barbara Demandt. München², 2005. S. 110 = MH.I 61.

31 S. Dio 55,24,6. Cassius Dio lebte während der Herrschaft des Septimius Severus, unter dem zeitweise 1000 Mann pro Kohorte eingesetzt wurden. Walser, Gerold: Römische Inschriftkunst: römische Inschriften für den akademischen Unterricht und als Einführung in die lateinische Epigraphik. Stuttgart² 1993. S. 210. ; Swan, Peter Michael: The Augustan Succession: An Historical Commentary on Cassius Dio's Roman Books 55-56 (9 B.C.-A.D. 14). Oxford, 2004. S. 169 f.

32 Vgl. Le Bohec: Die. S. 21. ; Keppie, Lawrence.: Legions and Veterans: Roman Army Papers 1971-2000. Stuttgart, 2000. S. 111 f. Sandra Bingham argumentiert vor dem Hintergrund der Konstruktion der castra praetoria, welche Kapazität für „a very large number of soldiers“ geboten habe, gegen eine klare Aussage bzgl. der Soldatenzahl pro Kohorte. Vgl. Bingham, S.: 2013. S.75.

33 Diese Proportionierung ist äquivalent mit jener der Legionen: ein Viertel für den Senat u. drei Viertel für den Princeps. Durry, M.: Les. S. 78.

34 Anhand archäologischer Befunde wird angenommen, dass unter Augustus drei Kohorten in Aquileia, drei in Rom und der Rest in unbekannten italischen Städten dauerhaft stationiert wurden. Keppie, L.: Legions. S. 113.

35 Vgl. Keppie, Lawrence: The Making of Roman Army: From Republic to Empire. Oklahoma, 1998. S. 188.

36 Campbell, B.: The. S. 38.

37 Dio 55,10,10. Im weiteren Verlauf wurde oftmals auch nur ein Präfekt eingesetzt. Keppie, L.: The. S. 187. Dio nennt einen praktischen Grund für die Installation von zwei Präfekten: Sobald sich einer unpässlich fühle, würde der andere für den Schutz des Kaisers Sorge tragen. Für den Posten seien nur jene qualifiziert, die bereits an mehreren Feldzügen teilgenommen sowie zahlreiche Ämter bekleidet hätten. Vgl. Dio 52,24,2.

38 Kienast schreibt, dass die Installation zweier Prätorianerpräfekten aufgrund einer Verschwörung des Iullus Antontius geschah. Vgl. Kienast, Dietmar: Augustus. Prinzeps und Monarch. Darmstadt42009. S. 329.

39 Im Zuge zunehmender Konspirationen und Intrigen in der römischen Aristokratie zog sich Tiberius von Rom auf die Insel Capri zurück. Das eröffnete Sejan die Möglichkeit, eine hohe Machtposition zu erlangen. Er besaß die vollständige Kontrolle über die Kommunikation mit Tiberius, da er über die Prätorianer den Briefverkehr steuerte. Im weiteren Verlauf wuchs seine Macht weiter an, bis er schließlich der einflussreichste Mann Roms wurde. Erst als Tiberius erfuhr, dass Sejan ihn als Kaiser ersetzen wollte, ließ er Gegenmaßnahmen einleiten und ernannte Macro zum Prätorianerpräfekten. Kurz darauf kam es zur Verlesung eines Briefes von Tiberius im Senat. In dem Brief verurteilte Tiberius Sejan aufgrund dessen Ambitionen, ein Attentat auf Tiberius verrichten zu wollen. Sejan wurde noch am selben Tag hingerichtet. Winterling, A.: Caligula. S. 21-32. ; Dio 58.

40 Campbell, B.: The. S. 38.

41 Cassius Dio hält fest, Cäsar habe die Leibgarde doppelt so hoch wie die übrigen Soldaten besoldet, damit sie ihm die Treue halten würden. Er ergänzt, dass Augustus dadurch in Wahrheit nach der Einrichtung der Monarchie verlangt habe. Vgl. Dio 53,11,5.

42 Hierzu schreibt Dio, die Dienstzeit der Prätorianer habe sich auf 12 Jahre belaufen, während der Rest des Heeres 16 Jahre habe dienen müssen. Vgl. Dio 54,25,6.

43 Campbell, B.: The. S. 38. ; Durry, M.: Les. S. 78. Tacitus schreibt, dass Rom über „tres urbanae, novem praetoriae cohortes“ verfügt habe, die allgemein in „Etruria ferme Umbriaque“ sowie in „Latio et coloniis antiquitus Romanis“ ausgehoben worden seien. Vgl. Tac. Ann. 4,5.

44 Durry, M.: Les. S. 1.

45 Vgl. Keppie, L.: Legions. S. 118.

46 So habe Sueton Einsätze von Soldaten bei Spielen und verschiedenen anderen Anlässen erwähnt. Auch seien Truppen nach der Varusschlacht, 9 n. Chr. überall in der Hauptstadt eingesetzt worden. Jedoch sei keine explizite Erwähnung der Garde in diesen Vorfällen verzeichnet. Vgl. Bingham, S.: 1997. S. 30f.

47 Vgl. Dio 56,23,4.

48 Bingham, S.: 1997. S. 31. ; Suet., Aug. 27.4.

49 Campbell, B.: The. S. 120.

50 Vgl. Bingham, S.: S. 31.

51 Vgl. Kienast, D.: Augustus. S. 329 f.

52 Vgl. ebd.: S. 37f.

53 Suet., Aug. 101.2.

54 Militi post duplicata ex Augusti testamento legata nihil umquam largitus est[...] Vgl. Suet. Tib. 48,2. Um zu verhindern, dass sich die Prätorianer dem Präfekten Aelius Sejanus (s.o.) anschlossen, erhielt jeder Soldat 1000 Sesterzen. Vgl. ebd.

55 Binhgam, S.: 1997. S. 31.

56 Ebd.: S. 41.

57 Tac. Ann. 4,2.

58 Dio 57,24,5.

59 Dazu: Tac. Ann. 6,48.; Dio 58,9-12; Suet. Tib. 65.

60 Vgl. Suet. Cal. 12,2.

61 Vgl. Adams, Geoff W.: The Roman Emperor: Gaius 'caligula' and His Hellenistic Aspirations. Florida 2007. S. 136.

62 Vgl. Tac. Ann. 6,45.

63 Vgl. Phil. Leg. 32.

64 Vgl. ebd. 34 f.

65 Vgl. ebd. 39.

66 Vgl. ebd.: 41 ff.

67 Vgl. ebd.: 47.

68 Vgl. ebd.: 52.

69 Vgl. ebd.: 53.

70 Vgl. ebd.: 57.

71 Vgl. ebd.: 58.

72 Dafür spreche auch das „einträchtige Verhältnis“ zwischen Macro, Ennia und Caligula in den ersten Monaten nach Amtsantritt. Vgl. Winterling: Caligula. S. 49.

73 Vgl. Barrett, Anthony A.: Caligula: The Corruption of Power. London 1989. S. 39.

74 Vgl. Adams, G. W.: The. S. 136.

75 Vgl. Tac. Ann. 6,50.

76 Inwieweit Macro ihm konkret Hilfe leistete, lässt Dio offen. Vgl. Cass. Dio 58,28,3.

77 Vgl. Suet. Cal. 12,2.

78 Jos., AJ 18.210.

79 Tacitus schreibt, es seien nuntii an Legaten und Heere gesandt worden. Dabei könnte es sich um die berittenen speculatores gehandelt haben. Vgl. Tac. Ann. 6,50.

80 Vgl. Bingham, S.: 1997.S. 67. Dadurch wird erneut verdeutlicht, wie entscheidend Caligulas Kooperation mit Macro war.

Details

Seiten
66
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668383753
ISBN (Buch)
9783668383760
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v351351
Institution / Hochschule
Philipps-Universität Marburg – Alte Geschichte
Note
15 Punkte (1,0)
Schlagworte
verhältnis prätorianern principes untersuchung caligula nero commodus

Autor

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Titel: Das wechselseitige Verhältnis zwischen Prätorianern und ‚tyrannischen’ Principes. Untersuchung von Caligula, Nero und Commodus