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Mediendidaktik und Medieneinsatz im Spanischunterricht zur Förderung des interkulturellen Lernens

Hausarbeit 2015 17 Seiten

Pädagogik - Medienpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Medienerziehung und Mediendidaktik

3. Medieneinsatz früher und heute

4. Medienkombintionen

5. Computereinsatz im Spanischunterricht
5.1 Die Funktion des Computers im Spanischunterricht
5.2 Die Rolle des Lehrers beim Einsatz von Computern im Spanischunterricht

6. Der Einsatz von E-Mail - Projekten im Spanischunterricht
6.1 Die Förderung von interkulturellem Lernen durch E-Mail - Projekte
6.2 Organisation von E-Mail - Projekten

7. Ein PC-Fachwortschatztrainer mit akustischer Sprachausgabe

8. Fazit/Ausblick

9. Literaturverzeichnis

1. Einleitung:

In meiner Hausarbeit werde ich mich mit dem Thema „Mediendidaktik und Medieneinsatz im Spanischunterricht” beschäftigen. Dabei wird das Hauptaugenmerk auf zwei unterschiedlichen Medienbeispielen liegen und darüber hinaus werden auch noch weitere Vorteile und Formen des medienunterstützten Fremdsprachenunterrichts vorgestellt.

Zunächst werde ich in Kapitel 2 kurz auf die Medienerziehung sowie die Mediendidaktik eingehen, um im darauffolgenden Kapitel (3) den Medieneinsatz in seinen zeitlichen Verlauf zu erläutern. Anschließend wird das Konzept der Medienkombinationen (Kapitel 4) in den Vordergrund gestellt, da sie im Unterricht am häufigsten Verwendung finden und wahrscheinlich auch in Zukunft eine immer zentralere Rolle im Fremdsprachenunterricht einnehmen werden. Danach werde ich im 5. Kapitel auf die Funktionen des Computers im Spanischunterricht und auf die Lehrerrolle1 beim Umgang mit diesem Medium eingehen. Die Schwerpunkte meiner Hausarbeit (Kapitel 6-7) liegt dann zum Einen in einem E-Mail - Projekt, an dem die Förderung des interkulturellen Lernens anhand eines Medieneinsatzes im Spanischunterricht verdeutlicht werden soll und zum Anderen wird aufgezeigt, wie Computerprogramme die produktive Sprachkompetenz Sprechen fördern können, wenn sie in den Spanischunterricht integriert werden. Als Computerprogramm wird ein PC-Fachwortschatztrainer mit akustischer Sprachausgabe vorgestellt. Allerdings geht es nicht darum zu entscheiden, ob E-Mail - Projekte gegenüber Computerprogrammen zu bevorzugen sind oder umgekehrt. Vielmehr soll deutlich werden, wie nützlich beide Medien im Fremdsprachenunterricht sein können. Zum Abschluss werden weitere moderne Medien vorgestellt, die in Zukunft in den Spanischunterricht integriert werden könnten bzw. teilweise auch schon integriert werden.

2. Medienerziehung (Pädagogik über Medien) und Mediendidaktik (Pädagogik mit Medien)

Da die Forderungen nach Medien im Fremdsprachenunterricht immer lauter werden, werden auch die medienerzieherischen und mediendidaktischen Fragestellen bezogen auf den Fremdsprachenunterricht immer wichtiger. Eine Aus- und Fortbildung der Sprachlehrenden sei notwendig. Aber wie genau definiert sich der Begriff Medien? Laut Petko sind Medien “einerseits kognitive und andererseits kommunikative Werkzeuge zur Verarbeitung, Speicherung und Übermittlung von zeichenhaften Informationen“ (Petko, 2014). Klar ist, die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen ist stärker als je zuvor von Medien geprägt. Die Medienpädagogik beschäftigt sich mit dem Grad der Beeinflussung, die die Medien auf die SchülerInnen haben. Jedoch gibt es nach Ruge (2014) nicht nur eine Medienpädagogik, sondern vielmehr drei Medienpädagogiken. In dieser Hausarbeit wird darauf verzichtet die einzelnen Medienpädagogiken zu erläutern, da dies den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde. Allgemein werden zwei Bestrebungen beobachtet, während die Einen Medien für den Schulunterricht eher kritisch gegenüberstehen, sehen Andere das gänzlich anders und vertreten die Ansicht, dass Mediennutzung zur Lebenswelt der Schülerinnen gehört und deshalb ein aktiver und handlungsorientierter Umgang mit den Medien vermittelt werden sollte (Medienerziehung). Ziel dieser Medienerziehung sollte es sein, eine sachgerechte, selbstbestimmte, kreative und sozialverantwortliche Handlungsfähigkeit beim Lernenden im Bezug auf Medien zu erreichen (Pädagogik über Medien). Dafür ist schon beim Lehrenden ein gewisser Grad an Medienkompetenz Grundvoraussetzung. Die Mediendidaktik (Pädagogik mit Medien) befasst sich mit den mediengestützten Lehr- und Lernprozessen der Lernenden, die entweder institutionell in Schulen, aber auch privat stattfinden können. Die Beantwortung der Frage, unter welchen Bedingungen Menschen erfolgreich mit Medien lernen können, steht im Fokus ihrer Arbeit (vgl. Ruge, 2014, vgl. Würffel, 2010).

Ziele der Mediendidaktik sind:

- die Konzeption, die Entwicklung und der Einsatz von Medien für das Lernen und Lehren (auf der Mikro- wie der Makroebene), wobei die entwickelten Medien/Materialien einen Mehrwert gegenüber anderen (etablierten) Lösungen aufzeigen sollten.
- Die Evaluation und Optimierung dieses Einsatzes
- und die Aus- und Fortbildung von Lehrenden in Hinblick auf eine fachspezifische mediendidaktische Kompetenz.

(Vgl. Würffel, Nicola, 2010: 146-150).

Für den Einsatz von Medien im Fremdsprachenunterricht wurden bereits verschiedenste K o n z e p t e (Lehr- und Lernmittel-, Arbeitsmittel-, Lernaufgaben- und Lernumgebungskonzepte) sowie Arbeitsstrukturen (z.B. Rollenspiel im Chat) entwickelt.

Eine besondere Aufmerksamkeit schenkt die Mediendidaktik dem computerunterstützten Lernen, da hier eine Kombination aus Präsenz-Lernphasen und Online- Phasen stattfindet. So kann eine Distanzüberbrückung und damit verbunden eine Kommunikationserleichterung für die Schülerinnen erreicht werden. Des Weiteren kann dadurch das kooperative Lernen gefördert werden und die Schülerinnen lernen den Einsatz und die Koordinierung von Arbeits- und Lernwerkzeugen, woraus dann eine Behaltenssteigerung beim Lernenden resultiert. Allgemein hat sich die Mediendidaktik zur Aufgabe gemacht, innovative Nutzungsmöglichkeiten für die Unterstützung des Sprachenerwerbs zu entwickeln und darüber hinaus, zu analysieren, welche Effekte diese konzipierten Lernaktivitäten bei den Lernenden haben. Auch gehört das Fortbilden der Lehrkräfte zu den Aufgaben der Mediendidaktik. Fragen, wie man ein computergeniertes Feedback gibt oder wie man computergestütztes Lernen fördert, um dann beim Lernenden eine Medienkompetenz zu entwickeln, stehen im Mittelpunkt der Fortbildung. Allerdings gibt es im Bereich der Fortbildung kaum Konzepte, lediglich ein Portfolio: Medien. Die Lehrerbildung aus Nordrhein-Westfalen konkretisiert die Vorstellungen, wie eine Lehrkraft zu sein hat. So sollte die Lehrkraft medienkompetent handeln, das bedeutet, sie muss gewisse Kenntnisse über den Stellenwert von Medien für Schülerinnen haben. Auch sollten Medien für Verwaltungs- und Organisationsformen genutzt werden können, sodass die Medien ihren Einsatz nicht nur im Unterricht, sondern auch schon in der Unterrichtsvorbereitung finden. Schlussendlich sollte die Lehrkraft die Schüler/Innen im Sinne der Medienerziehung beraten und eine medienbezogene Schulentwicklung sollte vorangetrieben werden (Vgl. Würffel, Nicola, 2010: 146-150).

Zusammenfassend ist es notwendig, dass die Lehrkraft grundlegende medienpraktische Grundkenntnisse hat, um dann mediengestützte Lernangebote konzipieren zu können. Erst dann kann der Lernende beim Erwerb einer Medienkompetenz (allgemein und fachspezifisch) unterstützt werden und die Lehrkraft kann somit die Möglichkeiten und Einflussfaktoren für mediengestütztes Fremdsprachenlernen vermitteln (Vgl. Ebd.).

3. Medieneinsatz früher und heute

Bereits zur Zeit der Reformpädagogik beschäftigte man sich intensiv mit der Integration neuer Medien in den Fremdsprachenunterricht. Die Befürworter des Einsatzes moderner Medien führten damals an, dass

- ein Mangel an brauchbaren Materialien bestände,
- durch den Einsatz von Medien sich für die Schülerinnen unbegrenzte Wiederholungsmöglichkeiten ergäben,
- die Schüler sich an verschiedene authentische Stimmen Intonationsweisen gewöhnen könnten,
- e s für die Lehrenden keine Alternativen gäbe, um interkulturelles Lernen zu fördern,
- mehrere Sinne, z.B. Hör-und Gesichtssinn gleichzeitig gefördert werden könnten,
- die Schülerinnen die Gelegenheit des Selbststudiums hätten und dennoch die Lehrer durch den Einsatz der neuen Medien nicht überflüssig werden würden

(Vgl. Schwerdtfeger, 1993: 16).

In den 50'er Jahren entwickelte man aufbauend auf der Forderung von Klafki „sinnlich Greifbares in seiner Objektivität erfahrbar zu machen", wissenschaftliche Konzepte für den Fremdsprachenunterricht. Das sogenannte Sprachlabor verwirklichte verkürzt Klafkis Forderungen auf reine Fertigkeiten und setzte sich in kürzester Zeit in der Schule durch, da man in diesem Konzept institutionelle Erwartungen an den Unterricht erfüllt sah (Schwerdtfeger, 1993: 17). Grund für das schnelle Etablieren des Sprachlabors war einmal die Benutzung des Produktbegriffs für das Lernen von Sprachen (in kürzester Zeit), dies erfüllte die Bedürfnisse der Institution Schule und legitimierte sie sogleich. Zudem begünstigte aus zeitgeschichtlicher Perspektive das Wirtschaftswunder die rasche Integration, da in der Gesellschaft nun die Meinung vertreten wurde, dass die Automatisierung, welche ja die Produktionswege verkürzt, aber die Produktion steigert, auf die Sprachlernprozesse transferiert werden könne. Allerdings ließ sich das Konzept des Sprachlabors nicht auf die damalige Jugend übertragen. Für sie stand nicht die Produktivität und die Automatisierung im Vordergrund, sie wollten vielmehr ihr eigenes Leben, nach ihren Vorstellen und mit ihren Werten und Normen leben. Diese damalige Jugend machte später als die 68'er auf sich aufmerksam. Inge Christine Schwerdtfeger hat sehr zutreffend formuliert:

Nie zuvor waren die gesellschaftlichen Normen und Werte, die in dem schulischen Unterricht reproduziert wurden und die Ziele der Jugend so markant gegenläufig. Nie wieder hat es ein Medium gegeben, das in seiner psychologischen und linguistischen Konzeption und schließlich maschinellen Umsetzung so perfekt ein schulisch-institutionelles Utopia verwirklichte wie das Sprachlabor und die, für die es geschaffen war, so vollständig verfehlte

(Schwerdtfeger 1993:18).

Schlussfolgernd erlebten die modernen Medien Ende der 60'er und Anfang der 70'er ihren Höhepunkt. Das Lernen hing von den Lernenden ab, Schwächen des Lernens wurden eingestanden und auf die Lehr- und Lernmittel zurückgeführt. Zudem wurde anerkannt, dass es Mittel, in diesem Fall die Medien, bedarf, an dem sich Lernen vollziehen kann. Des Weiteren vollzog sich ein Wandel des Lernens, der vorher von Sprachgesetzen geführte Fremdsprachenunterricht sollte zu einem aktiven Fremdsprachenlernen umgestaltet werden. Das Leitziel war nun die kommunikative Kompetenz, man wollte die Sprache real in die Klasse bringen und sie real für die Schülerinnen zugänglich machen. Die Institution Schule sah durch die neuen Medien ihre Legitimation gefährdet. Die Grundprinzipien wie Genauigkeit, Vorhersagbarkeit, Zuverlässigkeit, Planbarkeit und

[...]


1 Auf geschlechtsspezifische Formulierungen wird in dieser Arbeit aus Gründen der Lesbarkeit verzichtet. Es wird stets die männliche Form genannt. Ausnahmen sind für das Textverständnis notwendige geschlechtsspezifische Unterscheidungen.

Details

Seiten
17
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668373419
ISBN (Buch)
9783668373426
Dateigröße
636 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v351345
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main – Pädagogik der Sekundarstufe
Note
1,7
Schlagworte
Medieneinsatz Mediendidaktik Medienerziehung Medienkombinationen Computereinsatz im Spanischunterricht PC-Fachwortschatztrainer Interkulturelles Lernen E-Mail - Projekte

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Titel: Mediendidaktik und Medieneinsatz im Spanischunterricht zur Förderung des interkulturellen Lernens