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Vorlesungstranskript "Geschichte der Bundesrepublik Deutschland" (erstes Semester)

von Mike G. (Autor)

Vorlesungsmitschrift 2016 28 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Europa Nachkriegszeit

Leseprobe

Vorlesungstranskript Geschichte

Die hier vorliegende Arbeit entstand im Zuge des Vorlesungsmoduls „Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“ im ersten Semester. Es handelt sich dabei um eine Zusammenfassung der innerhalb der Vorlesung besprochenen und diskutierten Themen.

An dieser Stelle sei gesagt, dass diese Arbeit nicht unbedingt als Klausurvorbereitung genutzt werden kann, da das Thema „deutsche Nachkriegsgeschichte“ äußerst komplex und vielschichtig ist, sodass Professoren ihre eigenen Schwerpunkte setzten. Die vorliegende Vorlesungsmitschrift spiegelt die Präferenzen eines Professors wider, dies bedeutet jedoch nicht zugleich, dass es sich um allgemeine Schwerpunkte innerhalb des Faches „Geschichte“ handelt.

• Allgemeines.

Geschichte ist keine objektive Wissenschaft.
- Deutungen und Analysen sind immer geprägt von Ideologie des Historikers, Zeitpunkt / Umstände uvm.
- Kein schwarz-weiß Denken, sondern Argumentation wichtig.

• Kriegsende.

Zweiter Weltkrieg hat mit Kriegserklärung an Polen am 1. September 1945 begonnen und endete am 7.Mai (Reims, Erklärung gegenüber Amerika, England und Frankreich) bzw. am 8. Mai 1945 (Karlshorst, Erklärung gegenüber UdSSR).

Mehr als 50 Millionen Opfer (Opfer im engeren Sinne: Soldaten; im weiteren Sinne Zivilisten).

- UdSSR 27 Mio. Tote, China 13.5 Mio., Deutschland auf Platz 4 mit 6.5 Mio..

Politisches Ende des Zweiten Weltkrieges am 5. Juni 1945 durch die Berliner Deklaration.

- Kriegsschuldartikel, Frage nach Grenzen und rechtlicher Stellung bleibt offen, Bedingungslose Kapitulation, damit Dolchstoß-Legende (unbesiegt im Feld) nicht wieder entsteht.

Unterteilung der deutschen Gebiete in 4 Zonen, nachdem Gebiete östlich der Oder-Neisel-Linie an Polen übergeben wurden, als Kompensation für sowjetische Osterweiterung durch Hitler-Stalin-Pakt.

- Der deutsche Staat wurde offiziell erobert, nicht befreit.

- Alliierte wollen verhindern, dass je wieder eine Gefahr von deutschen Boden ausgeht.

• Kriegsfolgen.

Heuss: 8. Mai als „tragischstes Paradoxon der Geschichte“, weil Deutschland gleichzeitig befreit und erobert wurde.

9 bis 11 Mio. displaced persons werden befreit und dürfen wieder nach Hause zurückkehren.

- Die ca. 2 Millionen Franzosen konnten sofort nach Hause gehen.

- Mehr als 2 Millionen Sowjets konnten nicht mehr nach Hause gehen, wurden nämlich bei Versuch der Heimreise von KGB abgefangen.

Wegen Vergangenheit in Deutschland wurde man sozial geächtet und staatlich diskriminiert.

Verwundete oder gefangengenommene Rote Armeeisten sollten von Roter Armee wie Feinde bekämpft werden, da Befehl gegeben wurde, sich nicht lebendig gefangen nehmen zu lassen.

- Zweiter Weltkrieg wirkt über den 8. Mai hinaus und prägt das Leben vieler Menschen bis zu ihrem Tode.

10 Millionen gefangene deutsche Soldaten wurden unterschiedlich behandelt.

- In britischer Zone nach 1 Jahr Gefangenschaft wieder entlassen.

- In SBZ erst nach 10 Jahren unmenschlicher Gefangenschaft und Zwang zur Arbeit.

• Auswirkungen auf die Zivilisten.

- Bis zum achten Mai hießen sie Flüchtlinge, danach Vertriebene.

- Zahlreiche fliehen vor Roter Armee in den Westen.

- 1945/46 war die größte Völkerwanderung in Europa.

• 17. Juli – 2. August 1945 Potsdamer Konferenz.

Geographische und politische Neuordnung Europas wurde diskutiert.

- Einteilung in Zonen, Oder-Neisel-Linie beschlossen.

Zwei bedeutende Fehler, welche bei Potsdamer Konferenz gemacht wurden.

- Amerikanische Zone hatte keinen Versorgungsweg, deshalb nachträglich Bremerhaven zugeteilt worden.

- Freier Zugang nach Berlin wurde nicht verhandelt, deshalb Berlin Blockade völkerrechtlich legitim.

Am 4. August darf sich Frankreich den Siegermächten anschließen.

- Vier Ds wurden beschlossen und prägten das Leben der Deutschen nachhaltig.

• Demontage.

Für Demilitarisierung und Reparation durchgeführt.

Im Industriebeschränkungsplan von 1946 werden Normen und Regelungen getroffen (woher, wie viel, was genau).

- Jede Besatzungsmacht darf sich für Reparation aus eigener Zone bereichern.

- UdSSR bekommt zusätzlich noch 15% er Industrieanlagen aus anderen Zonen gegen Lebensmittellieferung und 10% ohne Gegenleistung.

• (I) Französische Zone: Gierig, Montage aller Industrieanlagen und Abbau der Rohstoffe; Franzosen-Hieb: Radikale Abholzung des Schwarzwaldes.
• (II) Britische Zone: Wegen Kolonialerfahrung nicht so stark geplündert, Industrieniveau so gehalten, dass sich Zone gerade selbst noch ernähren kann, Konkurrenz zu britischen Produkten wurde abgeschafft.
• (III) Amerikanische Zone: Benötigten keine Industrieanlagen aus Deutschland, Abbau wegen Demilitarisierung, Verschiffen von Waffen in die USA, Einfuhr von know-how (Forschungsberichte, Wissenschaftler und Patente (Aspirin von Bayer weggenommen)).
• (IV) SBZ: Am meisten demontiert worden, Kunstwerke geklaut, Leistungen in Auftrag gegeben und mit in der Reichsbank gefundenem Geld bezahlt, Enteignung.

- Reparationskonjunktur in SBZ, da letzte Reserven zur Produktion für die Sowjets genutzt werden mussten.

- UdSSR hat mit insgesamt 14 Mrd. $ doppelt so viel Reparation erworben als andere drei Zonen zusammen.

Marshallplan brachte lediglich 1.4 Mrd. $, deshalb war Reparation ziemlich hoch.

Im Schatten des Kalten Krieges wurde die Demontage, welche für viele Jahre angedacht war, grundlegend überdacht.

- In der BRD endete Demontage 1950, in der DDR erst 1954.

- Deutschland und dessen wirtschaftliche Stabilität wurden immer wichtiger.

• Denazifizierung.

Politische Macht im Dritten Reich darf nicht unterschätzt werden, haben ausgeklügeltes Staatssystem implementiert und verwaltet.

• 4 Phasen der Judenverfolgung in NS Zeit.

- 1933 – 1934 Hetz- und Terrorphase.

Drohungen und Boykottmaßnahmen von SA / SS nicht umfangreich geplant worden.

• 1934 – 1938 Nürnberger Gesetze und systematische Ausgrenzung der Juden.

- Ausschluss aus einigen Berufsgruppen (Notare, Beamte, Ärzte, Rechtsanwälte) und öffentlichem Leben sowie finanzielle Repressalien gefordert.

- Teilt Bevölkerung in 2 Klassen auf: „nichtarische Staatsangehörige“ und „arische Reichsbürger“.

• 1938 – 1941 Einengung und Kontrolle der jüdischen Lebensverhältnisse.

- Erlassung des Judensterns, Bildung und Abschiebung in Judenghettos.

• 1941 – 1945 Shoah.

- Nach Wannseekonferenz systematische Tötung aller Juden.

Frage nach der Schuld und Aufklärung stellte sich.

- Bevölkerung wurden die Schrecken des KZ's gezeigt, wurden dort hineingeführt oder mussten sich Dokumentationen darüber anschauen.

• Seit dem 20. November 1945 tagt Gericht in Nürnberg.

- Führt Anklage gegen 24 führende NS – Personen und sechs Kollektive (SS, SA, NSDAP, deutsche Regierung, Gestapo und Oberkommando der Wehrmacht).

- Vier Anklagepunkte:

Verschwörung gegen den Frieden (Planung eines Krieges im Frieden),

Verbrechen gegen den Frieden (Durchführung eines Krieges),

Kriegsverbrechen (Partisanenkampf) und

Verbrechen gegen die Menschlichkeit (systematische Tötung der Juden, völlig neuer Punkt).

- 12 Todesurteile (eingeäschert, damit kein Wallfahrtsort entstehen kann).

Jeder 6. Deutsche (über 10 Millionen) war Mitglied der NSDAP oder einer seiner Unterorganisationen gewesen.

- Sonderprozesse gegen führende Persönlichkeiten (Ärzte, Lehrer, Beamte).

- „Persilscheine“: Zeugenberichte, welche eigene Unschuld beweisen sollen.

- Genaue Untersuchungen wer ein Nazi war / ist lösen sich im Laufe des ersten Nachkriegsjahres auf, da bürokratischer Aufwand zu hoch und aufkommender Kalter Krieg einen neuen, schlimmeren Feind schafft.

• Das Leben in Deutschland nach dem Krieg.

Vier große Probleme / Sehnsüchte der Menschen.

• (1) Satt werden!

- Drittes Reich hatte ein ausgearbeitetes Versorgungssystem gehabt und u.a. durch Diebstahl von Nahrungsmitteln aus besetzten Gebieten das eigene Volk versorgt.

- Nach der Eroberung bricht Versorgung zusammen.

Mit 1100 Kalorien gab es in der amerikanischen Zone die höchste Nahrungsversorgung, mit 700 die niedrigste in der französischen Zone.

- Ausgeteilte Lebensmittelmarken ähnelten jenen aus dem Dritten Reich, reichten aber kaum für das Überleben.

- Schwarzmarkt war zu teuer (entstand, da Landwirte nicht zu Spottpreis an Siegermächte ausliefern wollten).

- Hamsterfahrten aufs Land waren billiger, aber meist erfolglos.

- Ab 1946 gab es in der amerikanischen Zone Care Pakete von christlichen Organisationen.

- Katholischer Kardinal in Köln predigt, dass das 7. Gebot in solchen Zeiten nicht gelte.

• (2) Wohnraum.

- 20-30% der Wohnungen waren zerstört, Köln zu 70% (Stadtteil Dören zu 99,2%).

- Besatzungsmächte wollen Wohnraum organisieren und Wohnungsnot beseitigen, verschlechtert sich aber wegen vielen Vertriebenen immer mehr.

- 1946 kamen auf eine Wohnung 5,4 Personen.

- Wegen dichter Besiedlung breiteten sich Krankheiten auch schneller aus, Verzehnfachung der Thyphus-Kranken.

• (3) Angehörige.

- 25% der Deutschen suchten ihre Angehörigen.

- Beim Deutschen Roten Kreuz konnte man in den nächstgelegenen Städten Karteikarten verfassen und aushängen.

- Die spannendsten Fälle wurden im Radio verlesen oder im Kino vor dem Film.

- Durch die Karteikarten konnten sich über 7 Millionen Menschen wiederfinden.

• (4) Ablenkung.

- Nach dem Schrecken des Krieges und dem Elend im Alltag sehnen sich die Menschen nach Ablenkung.

- Kultur und Kunst gewollt, in neuen modernen Stilrichtungen.

- Kultur wurde von den Besatzungszonen als Mittel der Umerziehung genutzt (Aufführung von Nathan der Weise in SBZ).

- Alte deutsche Klassiker wurden wieder aufgegriffen und Elend der Zeit thematisiert.

- Im Westen wurde ein öffentlich-rechtlicher Rundfunk geschaffen, SBZ steuert weiter zentral.

- Zunächst geben die Zonen Militärzeitungen aus, ab 1946 werden deutsche Zeitungen lizenziert.

In der französischen Zone ließ man nur überparteiliche Zeitungen zu.

In der britischen Zone schuf man Pluralität durch viele Parteizeitungen.

In der SBZ wurden ebenfalls unabhängige Zeitungen lizenziert, aber lediglich die Militärzeitung / Zeitung der SED erhielten Papier zum Drucken.

- Künstler aus den verschiedenen Zonen veranstalteten Kunstausstellungen.

- Kino sehr beliebt, Musicals, Wochenschau wurde vor Filmen gezeigt.

- Versuch die Demokratie zu transportieren.

• Demokratisierung (und Dezentralisierung).

Kommunalverwaltungen wie die Handelskammer wurden eingerichtet.

Föderalistische Länderstruktur, Bundesländer wurden teils völlig neu gegründet (Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz).

- Um die Länder zu stärken wurden 1946/47 Länderparlamente gewählt.

• SPD: betonte freiheitliche Grundeinstellung und antifaschistische Tradition (Gegen Ermächtigungsgesetz); Trennung von Ost- und West-SPD.

• CDU/CSU: wollten überkonfessionell sein und Zersplitterung der Weimarer Zeit vermeiden; erst in der britischen Zone, dann zonenübergreifend.

Viele liberale Parteien entstanden, 1948 Zusammenschluss zur FDP bzw. LDP in SBZ.

• KPD: Machte für Sowjetunion Propaganda, konnte aber nicht richtig Fuß fassen, deshalb in SBZ zum Zusammenschluss mit SPD gezwungen zur SED (April 1946); wollten keine Demokratie, lediglich den Schein dazu erwecken.

- Im Westen gewinnen die SPD & CDU/CSU, im Osten die SED.

Wegen Länderparlamenten wird eine Verfassung notwendig.

Westdeutsche würden damit die Teilung zementieren, deshalb lediglich provisorisches Grundgesetz ausgearbeitet.

September 1947 tritt der parlamentarische Rat zusammen um über das Grundgesetz zu beraten.

Nachdem Westmächte den Entwurf überarbeitet haben, wird das Grundgesetz im Mai 1949 demokratisch gewählt (nur Bayern dagegen).

- In Kraft getreten am 24. Mai 1949.

Frage nach der Hymne, Hauptstadt und Fahne stellt sich.

- Hauptstadt wurde Bonn, gegen den Willen der SPD, da Nähe zum Bundespräsidenten.

- Fahne wurde die schwarz-rot-goldene, SPD hatte sich wenigstens hier durchgesetzt.

• Der Kalte Krieg bestimmt die deutsche Geschichte maßgeblich.

• 12. März 1947 Truman Doktrin.

- Sicherte allen kommunistisch bedrohten Ländern finanzielle Unterstützung und Hilfe zu.

- Zentrales Dokument der amerikanischen Containment – Politik.

• 5. Juni 1947 European Recovery Program (ERP, Marshallplan) verkündet.

- Gewährung von Zugeständnissen und Krediten, sowie Lieferungen von Rohstoffen und Fertigwaren an Europa sollten Weltwirtschaft aufschwingen lassen und Demokratisierung ermöglichen, denn im Gegenzug westliche Marktwirtschaft aufbauen und stabile Währung besitzen.

- Gesamte Leistungsfähigkeit amerikanischer Wirtschaft zum Kampf gegen Kommunismus eingesetzt.

Insgesamt 20 Milliarden $ wurden investiert (3,5 an UK, 2.8 an FR, De Platz 4 mit 1.4Mrd).

- Als einziger Staat musste Deutschland einen Teil der Gelder zurückzahlen.

- Geld wurde in Deutschland für Lebensmittel, Maschinen und Wohnungsbau ausgegeben.

• Amerikanische Interessen – Reale Machtpolitik.

- Absatzmärkte schaffen, Stabilisierung Europas gegen UdSSR, Aufbau einer Weltführungsrolle (sozial, politisch, militärisch, ökonomisch, kulturell).

• 20. Juni 1948 Währungsreform in Westzone.

- Jeder bekam 60 D - Mark für 60 Reichsmark, restliches Geld 1:10 eingetauscht.

- Anlass für Berlin Blockade.

• 24. Juni 1948 – 12. Mai 1949 Berlin Blockade.

- Westsektoren hemmten sowjetischen Einfluss in Westdeutschland, Sowjetunion lässt alle Zugänge nach Berlin blockieren.

- Berlin Blockade sollte offiziell Teilung Berlins durch Währungsreform verhindern.

Eigentliches Ziel war Ausbau der Macht in Westdeutschland.

- UdSSR brüskiert Westmächte, da es Zufahrtswege nach Westberlin sperren lässt.

- Erster Höhepunkt des Kalter Krieges.

- Statt für militärischen Angriff, für Luftbrücke entschieden, welche Berliner Bevölkerung mit Lebensmitteln und Rohstoffen versorgt.

Luftbrücke zeigte, dass Westmächte keine territoriale Expansion billigen, aber militärische Mittel scheuen.

- Berlin war das amerikanische Fort im Feindesland, man konnte es nicht aufgeben.

- Berlin wurde von Berlinern am Leben erhalten, deshalb endete Blockade bald.

- Nach Blockade war Leben der Berliner nicht länger von Zweitem Weltkrieg, sondern dem Kalten Krieg geprägt.

• Aufbau der parlamentarischen Demokratie in der Bundesrepublik.

Sommer 1949: Wahlkampf für Bundestagswahlen.

- Wegen Papiermängel wurden Plakate auf Fahrräder gesteckt und durch Herumfahren gezeigt.

- Parteiprogramme der Parteien sind sehr differenziert.

• CDU: Aachener Programm (christlicher Sozialismus).

Nach Juli 1949 Düsseldorfer Leitsätze etabliert sich soziale Marktwirtschaft nach Ludwig Erhard (parteilos, erst nach Wahlerfolg der CDU/CSU beigetreten).

• SPD: Planwirtschaft.

Alte Traditionspartei, Schumacher von Briten unterstützt.

- Beste Chancen und Prognosen.

14. August 1949: CDU/CSU gewinnen überraschend Bundestagswahl.

- Große Koalition (mit SPD) für Adenauer undenkbar, deshalb mit FDP und Deutsche Partei.

- 11 weitere kleine Parteien im Bundestag vertreten, da noch keine 5% Klausel.

7. September 1949: Erster deutscher Nachkriegs-Bundestag kommt zusammen.

12. September 1949: Bundespräsident Heuss wird gewählt.

15 September 1949: Bundeskanzler Adenauer (73 Jahre) wird ernannt.

Viele Ministerien sind damals noch gar nicht vorhanden gewesen (Verteidigung, Außen), da sich Alliierte diese Rechte herausnahmen.

- Deutsche Demokratie musste sich erst beweisen.

• Wahlentwicklung in der BRD.

• 1953 (53er Aufstand in der DDR niedergeschlagen worden).

- CDU erreicht 14% Zuwachs, weil Adenauer sich für Westintegration ausspricht, Angst des Volkes vor Sowjetdiktatur gemildert und soziale Marktwirtschaft floriert.

- Auch die SPD gewinnt an Stimmen.

- Wegen 5% - Klausel sind nun nur noch 9 Parteien im Bundestag vertreten.

• 1957 (Niederschlagung der Aufstände in Ungarn und Polen).

- CDU erhält absolute Mehrheit, weil sich Adenauer Hilfe bei Wirtschaftsexperten gesucht hat, unter Slogan „Keine Experimente!“ angetreten ist.

- SPD erhält um die 30% auf Kosten der kleineren Parteien.

- Höhepunkt der Macht Adenauers.

1961 (Mauerbau in Berlin).

- Sachaussagen treten zurück, Personenkult entsteht, plakativer Wahlkampf.

- CDU verliert absolute Mehrheit, weil Adenauer nicht in Berlin als Mauer gebaut wurde um Volk beizustehen.

- SPD gewinnt weiterhin Stimmen, aber auch die FDP mit 12%.

- Koalition CDU/CSU und FDP mit Bedingung, dass Adenauer nach 2 Jahren zurücktreten muss.

• Zur Person des Adenauer.

Jurist, Anwalt.

Antikommunist, für christlich-katholisch-humanistische Innenpolitik.

Für die Westintegration, Außenpolitik an Westeuropa betrieben.

Preußischer Politiker für das Zentrum, 1933 ins Exil verbannt worden.

In amerikanischer Zone wurde Adenauer zum Oberbürgermeister, in britischer wieder entlassen.

Hat dominant die Politik geprägt - Kanzlerdemokratie.

War findig, hat viele Patente angemeldet.

Misstraute der Presse, weshalb er mit jener eng zusammenarbeitete.

- Pragmatiker der Macht.

• Rücktritt Adenauers.

Aus diversen Gründen wurde Adenauer zum Rücktritt genötigt.

- Abkommen mit der FDP im Koalitionsvertrag.

- 1959 „Präsidentschaftskrise“: Adenauer wollte für Präsidentenamt kandidieren, zog Antrag aber ab, da Erhard als Nachfolger zu inkompetent sei.

- 1961 Adenauer steht seinem Volk in Berlin nicht bei.

- 1962 „Spiegel-Affäre“: Wegen kritischen Berichten der Zeitschrift „Spiegel“ hat Verteidigungsminister Strauß (CSU) Redaktionsräume auf Verdacht des Landesverrates durchsuchen und Redakteure verhaften lassen; Minister belog Bundestag, musste zurücktreten.

- Am 11. Oktober 1963 tritt Adenauer nach 14 Jahren Amtszeit zurück, sein Nachfolger wird Ludwig Erhardt.

• SPD Kanzlerkandidaten, welche es nicht schafften Adenauer zu verdrängen.

• Schuhmacher: charismatisch, sozialistisch, aber nicht kommunistisch, für die Wiedervereinigung.

• Ollenhauer: Biedermann, Patriot, unscheinbar, Bürokrat, treibende Kraft auf dem Godesberger Parteitag.

• 13. - 15. November 1959 Godesberger Parteitag der SPD.

- Auf neues Grundsatzprogramm geeinigt, welches an gesellschaftlichen Wandel der BRD anknüpft, Anerkennung der Westintegration, gegen den Klassenkampf und Verstaatlichung.

- Trennung von marxistischer Lehre und Zuwendung zu Mittelschichten.

Sozialisierungsideen der Nachkriegszeit aufgegeben um privates Eigentum zu schützen.

- SPD bekannte sich zur Westintegration und Wehrpflicht.

- Wandel von Arbeiter- zur Volkspartei.

• Weitere wichtige Organe der Bundesrepublik.

• Bundesrat sorgt für Föderalismus, Frage was Ländersache und was Bundessache ist, Neugestaltung der Länder (1952 Baden-Württemberg) beschlossen.

• Bundespräsident (Heuss), Vater der Nation, Vertrauter des Volkes, Außenrepräsentation, Bundesverdienstkreuz eingeführt.

- Heuss setzte die Nationalhymne ein: 1950 bei öffentlicher Veranstaltung sang er laut 3. Strophe des Deutschlandliedes und alle taten es ihm gleich (de jure erst in den 60ern beschlossen).

• Bundesverfassungsgericht: Richter wurden vom Bundestag und -rat gewählt um politische Hintergründe auszuschließen, trifft diverse Entscheidungen (1951: Länderneuordnung durch Volksentscheid möglich, 1956: KPD verboten).

- Erste Frau in solch hoher Position war Erna Schäffler (direkt dabei), trieb die Gleichberechtigung voran: Artikel 3 Grundgesetz in „Männer und Frauen sind gleichgestellt“ umformuliert, Artikel 170 auch auf BGB bezogen.

- Gleichberechtigung bestand zwar formal, musste sich im Laufe der Zeit aber erst noch entwickeln.

• Die Westintegration Adenauers.

Inkrementelle Vorgehensweise.

• 21. September 1949: Adenauer bekommt das Besatzungsstatut überreicht (= Zeit der Militärgoverneure ist zu Ende), aber wichtige Grundsätze verbleiben in den Händen der Gouverneure.

- Ausgangsdokument auf dem Weg zur deutschen Souveränität.

• November 1949 Petersberger Abkommen.

- BRD darf konsularische Beziehungen zu anderen Staaten aufbauen und in internationalen Organisationen (Europarat) eintreten, muss dafür aber Ruhrkontrolle anerkennen.

Internationale Behörde verwaltet die deutschen Kohle- und Eisenerzvorkommen, lässt diese von deutschen Arbeitern abbauen, aber an Amerika, England, Frankreich und die Beneluxstaaten verschiffen.

- Heftige Kritik an Adenauer für die Unterzeichnung.

• Mai 1950 Montanunion wird gegründet.

- Französischer Außenminister Schuhmann will die gemeinsame Verwaltung der europäischen Kohle und Eisenerzvorkommen zwischen Deutschland und Frankreich herbeiführen.

- Angst davor, dass Amerika Ruhrkontrolle abschafft und Frankreich dann gar keine Kontrolle mehr auf deutsche Rohstoffe.

- Montanunion wird von Deutschland, Frankreich, Italien und den Beneluxstaaten gegründet.

• 27. Februar 1953 Londoner Schuldenabkommen.

- 30 Mrd. $ soll Deutschland zahlen, runtergehandelt auf 14 Mrd. DM.

Schulden vom Ersten Weltkrieg, Kosten der Care Pakete, Marshallplan Gelder.

- Verpflichtungen während des Zweiten Weltkrieges wurden nicht geltend gemacht, weil DM nicht für displaced persons (Zwangsarbeiter aus Sowjetunion) an UdSSR abgegeben werden sollte.

- Geringere Strafe, da Siegermächte nicht gleiche Situation wie 1918 schaffen wollten.

Als 1988 alles abbezahlt wurde (außer Schulden der DDR), hatte Deutschland seine Kreditwürdigkeit international unter Beweis gestellt.

- Lockerungen erhalten: Ministerien (Außen, Verteidigung) und Botschaften durften eingerichtet werden, nur in Siegermachtsländern lediglich Konsulate.

• Frage nach der Wiederbewaffung der BRD.

Frage rief nicht nur international heftige Debatten hervor.

Anlass war Korea Krieg 1950 – 1953, Angst vor Stellvertreterkrieg auf europäischem Boden wuchs.

Churchill setzt sich für eine Bundeswehr ein, Adenauer möchte nur gemeinsam mit Autonomie, französischer Ministerpräsident will europäischen Verteidigungsbund (EVB) errichten.

1952 werden EVB und Deutschland-Vertrag (völlige Souveränität) verhandelt, die Verträge sollen nur zusammen gelten dürfen.

- 1954 scheitern die Verhandlungen, da französisches Volk dagegen.

[...]

Details

Seiten
28
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668384743
ISBN (Buch)
9783668384750
Dateigröße
590 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v351181
Note
1,0
Schlagworte
Geschichte BRD Bundesrepublik Deutschland Adenauer Kohl Erhardt Wiedervereinigung Nachkriegszeit Wirtschaftswunder DDR Honecker Ulbricht Gorbatschow

Autor

  • Mike G. (Autor)

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Titel: Vorlesungstranskript "Geschichte der Bundesrepublik Deutschland" (erstes Semester)