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Kapital nach Pierre Bourdieu

Seminararbeit 2000 14 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Soziologie

Leseprobe

Inhaltsübersicht

Pierre Bourdieus sozialisationstheoretische Ansichten und Arbeitsweisen

I Die soziale Welt
1a) Der soziale Raum
1b) Die Felder
2a) Die Klassenstruktur
2b) Der Habitus Begriff

II Das Kapital in Pierre Bourdieus Sozialisationstheorie...
1) Die Kapitalformen und ihre Bedeutung
2) Die Kräfteverhältnisse zwischen den Kapitalformen
3) Aufgezeigt am Beispiel des Zusammenhangs von Kapitalformen und Klassenzugehörigkeit im Bezug auf den Berufstitel

Dient Pierre Bourdieus Sozialisationstheorie als Grundlage für pädagogische Arbeiten und Arbeitsweisen ?.

Anmerkungen

Literaturverzeichnis

Pierre Bourdieus fundamentale sozialisationstheoretische Ansichten und Arbeiten

Bourdieu betreibt eine politisch-praktische Wissenschaft, d.h. er verwendet eine Theorie der Praxis.

Zudem untermauert er seine Thesen meist historisch, da er sich auf historisch spezifische Normen bezieht, wie z.B. Vernunft, Aufklärung, Solidarität.

Seine erkenntnistheoretische Grundeinstellung ist sehr stark an der des Philosophen Kant orientiert.

Damit ist gemeint, daß sich das in der Totalität eingebundene Subjekt dieses Zustandes bewußt wird, also Erkennen der Tatsache, daß man von der Gesellschaft abhängig, beeinflußt und geformt ist und die eigene Position in ihr wahrnimmt.

Das Subjekt soll sich eben getreu nach dem aufklärerischen Motto seines eigen Verstandes und seiner eigenen Vernunft bedienen.

Denn nur so kann man aus seiner persönlichen Geschichte und der theoretischen Geschichte lernen und ggf. etwas an den sozialen Gegebenheiten ändern (durch den Gebrauch der Mittel der Vernunft, was nichts anderes ist, als das Kapital).

Durch den Gebrauch dieser Vernunft, kann auch gleichzeitig die Wahrheit und Rationalität in der Gesellschaft gefördert werden.

Unter Wahrheit wird hier verstanden, die Kämpfe zwischen den Kapitalformen (Konkurrenzmechanismen) zu analysieren und zu durchschauen.

Das Ziel was sich Bourdieu von seiner Theorie erhofft, ist einen Weg aufzuzeigen, der die umfassende Möglichkeit für jedes Individuum an der Freiheit teilzuhaben bietet.

Der hier deklarierte Freiheitsbegriff bezieht sich auf das Erlangen von Autonomie des Einzelnen und auch gleichzeitig auf das Erlernen solidarischen Verhaltens.

Bourdieu argumentiert notwendigerweise in seiner Sozialisationstheorie aus ökonomischer Perspektive, da er die Grenzen der Ökonomie zu überwinden versucht (unsere Gesellschaft ist nun mal eine Kapitalistisch- und Konsum orientierte Gesellschaft).

Der Soziologe versucht deshalb „...in der Struktur den sozialen Klassen das Fundament der Klassifikationssystemen auszumachen, welche die Wahrnehmung der sozialen Welt strukturieren und die Gegenstände des ästhetischen 'Wohlgefallens' bezeichnen.“¬

I Die soziale Welt

Die soziale Welt ist hauptsächlich als eine Ansicht zu verstehen, die in den

kollektiven objektiven Strukturen verankert ist.

Das Subjekt ist sich seiner Stellung innerhalb der Gesellschaft bewußt und begreift deshalb auch seinen sozialen Raum und die damit für ihn verbundenen Grenzen und akzeptiert diese.

Innerhalb seiner Grenzen agiert das Individuum allerdings durchaus kreativ.

Die genannte Vorstellung der sozialen Welt vollzieht sich in all unserem täglichen Handeln, es ist also öffentlich geltend gemacht, da die

Anschauung , geprägt durch die Gesellschaft, in unseren Köpfen fest verankert ist.

Verändert werden kann die durch den Menschen geschaffene Welt nur durch den Menschen, der sie geschaffen hat. Der Akteur muß sich demnach über seine Position in seiner sozialen Welt im klaren sein um auf sie einwirken zu können.

Das kann er alleine tun, oder auch wirkungsvoller im Zusammenschluß zur Gruppe.

1a) Der soziale Raum

Der soziale Raum stellt die Gesellschaft an sich dar, die sich nicht in statische Klassen aufteilen läßt, weswegen Bourdieu sich für die Umschreibung ‚sozialer Raum‘ entschieden hat. Jedes einzelne aktive oder passive Subjekt wird vom sozialen Raum umhüllt, der dreidimensional erscheint :

In der ersten Dimension gliedert er sich nach der Verteilung der Kapitalarten auf, wodurch gleichzeitig die Akteure mit ihrer Position festgelegt sind, da sie durch die Verteilung ihres jeweiligen Gesamtkapitals erfaßt werden.

Die zweite Dimension zeigt die Struktur des Kapitals auf.

Also wie hoch der Anteil einzelner Kapitalformen (meist ökonomisches und kulturelles Kapital) am Gesamtkapital ist.

Die dritte Dimension legt die im Laufe der Zeit sich wandelnde Entwicklung des Kapitals dar. Zum einen veranschaulicht sie die Veränderung der Kapitalformen eines Individuums und zum anderen die unterschiedliche Höhe der Quantität des vorhandenen Kapitals.

Außerdem besitzt der soziale Raum die Aufgabe als Raum der Lebensstile zu agieren. D.h. in ihm befinden sich Gruppen mit unterschiedlichen Lebensstilen, wobei sich der Lebensstil einer Gruppe aus Klassenhabitus (Kompetenz) und beruflicher Position (Qualifikationskompetenz) zusammensetzt.

„Die Struktur des Raumes sozialer Positionen bestimmt mithin über die objektive Verteilung der formalen Zuständigkeiten in der Gesellschaft und legt damit wesentlich die quantitativen Verhältnisse zwischen den verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen fest. Sie bestimmt damit aber gleichzeitig auch wesentlich über die Struktur der Existenzbedingungen für die sozialen Akteure mit; denn in den sozialen Positionen sind je

unterschiedliche Handlungsschemata sedimentiert und festgeschrieben.“¬

Im sozialen Raum existieren Beziehungen zwischen Akteuren innerhalb eines Feldes, aber manchmal ebenso Felder übergreifend.

Der Raum erhält dadurch, daß er die Eigenschaften der Konfliktbeziehungen zwischen den Akteuren hervorbringt, Konflikte und treibt zu Wettbewerbs- und Konkurrenzverhalten.

1b) Die Felder

Im sozialen Raum gibt es untergeordnete Räume, die sogenannten Felder. Diese sind relativ autonom und spiegeln die Gesellschaftsstruktur wieder. Unter anderem existieren Felder, wie z.B. „Intellektuelles und künstlerisches Feld, Feld der hohen öffentlichen Verwaltung, Feld der ökonomischen Macht, religiöses Feld usf.“­

Ein Feld besteht aus Strukturen von konstituiven Beziehungen, die zueinander meist in Spannung stehen.

Dadurch und durch die Akteure in den Feldern, die durch ihr Handeln die Spannungen aufrecht erhalten oder beseitigen, zumindest verändern (Akzeptanz / Rebellion), werden die Felder in Bewegung gehalten.

Das Handeln der Individuen ist dabei immer erfolgsorientiertes und berechnendes Handeln.

Ein Feld kann aufgrund dessen nur solange bestehen, wie es Menschen (z.B. Parteien, Universität) gibt, die an die Inhalte (vorgegebene Struktur) eines Feldes glauben

2a) Die Klassenstruktur

Innerhalb eines Feldes nimmt jede Person eine Stellung ein. Die Position hängt dann von der Quantität der Kapitalformen ab, die der Akteur besitzt, wobei zu erwähnen ist, daß das ökonomische Kapital am meisten Einfluß hat.

„Positionen sind zunächst nur formal bestimmt; sie müssen durch Menschen mit entsprechenden Kompetenzen und Legitimationen ausgefüllt werden. Die Wahrnehmung formaler Zuständigkeiten setzt also beim Positionsinhaber legitime inhaltliche Handlungskompetenzen voraus. Es muß zu einer Passung zwischen Positionsgefüge und Handlungskompetenzen kommen.“®

Zum selben Zeitpunkt bildet sich durch die Übereinstimmung zwischen den Akteuren homogene Gruppen, die alle eine vergleichbare Stellung innerhalb eines Feldes einnehmen (siehe auch 1a).

[...]

Details

Seiten
14
Jahr
2000
ISBN (eBook)
9783638350990
Dateigröße
502 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v35057
Institution / Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg – Institut für Pädagogik
Note
2
Schlagworte
Kapital Pierre Bourdieu Spzialwissenschaftliche Grundlagen Pädagogik

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Titel: Kapital nach Pierre Bourdieu