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Sport in den Massenmedien

Seminararbeit 2004 9 Seiten

Gesundheit - Sport - Sportsoziologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Geschichte

3. Der Sportjournalist

4. „Gate-Keeping“

5. Konstruktionsregeln des Mediensports

6. Wirkungs- und Nutzungsforschung

7. Wechselseitige Einflüsse zwischen Medien und Sport

8. Sportberichterstattung als Geschichtenerzählung

9. Fazit

10. Quellenangabe

1. Einleitung

Im Folgenden soll anhand der beiden Texte von Peter Becker: Sport in den Massenmedien . Zur Herstellung und Wirkung einer eigenen Welt und Gunter Gebauer: Geschichten, Rezepte, Mythen. Über das Erzählen von Sportereignissen die Art der Berichterstattung von Sport in Fernsehen, Rundfink und Medien dargestellt werden. Wichtig hierbei sind die Begriffe des „Gate-Keeping“ bzw. der Satz von H.D. Laswell, kurz die Laswell-Formel: „Wer sagt was auf welchem Kanal zu wem mit welchem Effekt?“, die seit 1948 einer Schematisierung themenrelevanter Literatur dient, und die besagt, dass ein Sender oder Kommunikator (Wer) eine Aussage oder Botschaft (Was) durch einen Kanal oder ein Medium (Wie) an einen Rezipienten oder Empfänger (zu Wem) übermittelt und bei diesem eine Wirkung (Welcher Effekt) auslöst.

Hierbei interessiert besonders die Frage, wie objektiv und kritisch Sportberichterstattung in den Massenmedien sein kann und wo ihre Grenzen liegen.

2. Geschichte

Es folgt ein kurzer Abriss der historischen Entwicklung der Verbreitung sportlicher Ereignisse durch Massenmedien und eine Definition des Begriffes „Massenkommunikation“.

Bei der Massenkommunikation richtet sich ein Sender mit Hilfe technischer Mittel an eine heterogene, zahlenmäßig sehr große, geographisch verstreute Gruppe von Empfängern. Die Massenkommunikation ist dabei eingebettet in umfassendere Felder eines Sozialsystems, wie die der Politik und Ökonomie, die zum Teil die Inhalte der Medien und ihre Verbreitung mitbestimmen, was an späterer Stelle noch einmal verdeutlicht wird.

In Deutschland fand um 1900 eine zunehmende Etablierung von Sportressorts in Tageszeitungen statt. Durch die Massenpresse wurde nicht mehr nur über exklusive, sondern auch „volksnahe“ Sportarten berichtet. Die im l. Weltkrieg weitgehend verschwundenen Sportberichterstattungen entwickelten sich in der Weimarer Republik schnell.

Während 1933 etwa 400 Sportzeitschriften existierten, reduzierte sich im Nationalsozialismus die Anzahl der Zeitschriften durch die Einschränkung der Pressefreiheit, bis es 1944 keine Sportberichte mehr gab. Nach dem Krieg erholte sich die Sportberichterstattung wieder schnell und bot eine Art unverbindlichen Unterhaltungscharakter und Möglichkeiten der Entspannung und Entlastung nach den Erfahrungen des Krieges

Bis heute ist die Unterhaltung eine zentrale Orientierung der Sportberichterstattung. Gegenwärtig findet eine Zunahme von Magazinen über Sportarten, die im Bereich des „demonstrativen Konsums“ eine wichtige Rolle spielen, wie Surfen, Segeln, Reiten oder Tennis statt. Bei den Zeitungen scheinen Sportberichte den Absatz zu erhöhen. Heute werden die Montagsausgaben der Zeitungen vielfach nur wegen der ausführlichen Sportberichterstattung gekauft. Bei sportlichen Großereignissen ist ein Anwachsen der Seitenumfänge oder ein Ansteigen der Sendeminuten zu beobachten.

Im Fernsehen hingegen hat sich die Gestaltung von sportbezogenen Programmen seit den 60er Jahren nahezu statuiert und auch das Image des Sportjournalisten hat sich bis heute nicht wesentlich verbessert.

3. Der Sportjournalist

Ein Großteil der Sportjournalisten stammt aus der Mittelschicht, verfügt über ein relativ niedriges Schul- und Ausbildungsniveau und hat ein positives Verhältnis zum Sport. Beinah die Hälfte waren selber Leistungssportler. Das Wissen um ihr schlechtes berufliches Ausbildungsniveau, die geringen Qualifikationsanforderungen, die viele Berufswechsler unter den Sportjournalisten zur Folge haben sowie die eigene Einordnung in der Imagehierarchie der journalistischen Ressorts an vorletzte Stelle spiegelt die Außenseiterrolle, in der sich selbst sehen, wider. Das Aufgabenkonzept ihrer publizistischen Tätigkeit, nämlich den Leser sowohl objektiv als auch kritisch zu informieren, wird selten erfüllt, da kaum kritische Informationen geliefert werden oder ein Erhellen von Hintergründen des Sportgeschehens stattfindet. Außerdem unterliegt der Sportjournalist den Zwängen des Marktes und der Rezipienten, die Sport mehr als Unterhaltung sehen. Hier findet eine erste Form von „Gate-Keeping“ statt.

4. „Gate-Keeping“

Schon bei der notwendigen Vorauswahl von Informationen aus einer Vielzahl von „Rohnachrichten“ aufgrund der begrenzten Übermittlungskapazität der zur Verfügung stehenden Medien handelt sich um „Gate-Keeping“. Der Begriff stammt von dem Forscher Lewin und dessen Frage: „Auf welchem Wege gelangen Lebensmittel auf den Tisch der Familie?“ und deutet bereits an, „daß es im Nachrichtenfluß offensichtlich Pforten und Schleusen gibt, an denen Personen entscheiden, welche Nachrichten passieren dürfen und welche in den Papierkorb wandern.“ (nach Becker, S. 31)

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Details

Seiten
9
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638350785
ISBN (Buch)
9783656899679
Dateigröße
557 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v35026
Institution / Hochschule
Philipps-Universität Marburg – Institut für Sportwissenschaft und Motologie
Note
2
Schlagworte
Sport Massenmedien Grundlagen Körper- Sportsoziologie

Autor

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Titel: Sport in den Massenmedien