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Ist das Farbempfinden kulturkreisabhängig?

Projektarbeit 2016 43 Seiten

Informatik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kapitel 1 Einleitung
1.1. Terminologie
1.2. Kapitelübersicht

Kapitel 2 Farbwahrnehmung
2.1. Wellenlängen des Lichtes
2.2. Sinneswahrnehmung
2.3. Wahrnehmbare Farbarten
2.4. Dreidimensionalität

Kapitel 3 Farbwirkung
3.1. Wirkarten
3.2. Assoziationen

Kapitel 4 Kulturvergleichende Aspekte
4.1. Farbsymbolik
4.1.1. Farbsymbolik getrennt nach Farbe
4.1.2. Farbsymbolik getrennt nach Kultur
4.1.3. Dreistufiges System von Farbsymboliken
4.2. Farbassoziationen

Kapitel 5 Ursachenforschung
5.1. Farbvorlieben
5.2. Sprachbegrenzungen
5.3. Klimatischer Umgebungskontext
5.4. Unterschiede in der Farbwahrnehmung

Kapitel 6 Abschluss

Inhaltsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Literaturverzeichnis

Kurzfassung

Mit dieser Arbeit soll ermittelt werden, ob die Farbempfindung kulturkreis- abhängig ist. Dabei werden verschiedene Beispiele in Form von Studien und unterschiedlichen Sichtweisen vorgestellt, die verschiedene Perspektiven dieser Thematik abdecken. Zur Vorbereitung der weiteren Kapitel werden die Grundlagen zur Farbwahrnehmung und Farbwirkung aufgezeigt, um anschließend mithilfe von kulturvergleichenden Aspekten eine Antwort auf die Recherchefrage zu erhalten. Darüber hinaus sollen mögliche Ursachen kultureller Gemeinsamkeiten oder Differenzen mithilfe verschiedener Lite- raturquellen geklärt werden.

Kapitel 1 Einleitung

Farben spielen im Zusammenhang mit dem visuellen Wahrnehmungssystem eine große Rolle. Sie haben sowohl einen hohen Wirkungsgrad auf das menschliche Wohlbefinden als auch evolutionsbedingt eine wesentliche Funktion der Überlebenssicherung, da sie als Informationsträger das menschliche Handeln, Denken und Fühlen prägen und beeinflussen können. Die psychologische Wirkung von Farben ist dabei grundsätzlich verschieden und subjektiv, indem jeder Mensch seine individuellen Assoziationen damit verknüpft. Allerdings lassen sich auch physiologische, kulturelle und inter- kulturelle Gemeinsamkeiten und Diskrepanzen ermitteln, die über die indi- viduellen Assoziationen hinausgehen. Die Analyse verschiedener Literatur- quellen und Forschungsergebnisse soll mögliche Zusammenhänge definieren, um abschließend eine Komposition unterschiedlicher Sichtweisen zu erhal- ten.

Zur Einführung in das Themengebiet werden grundlegende Begriffe erläutert, um eine Basis für den weiteren Kapitelverlauf zu schaffen. Anschließend folgt eine kurze Übersicht der weiteren Kapitel.

1.1. Terminologie

Die Bedeutung des Begriffes „Farbe“ hängt mit bestimmten Betrachtungs- weisen zusammen, sodass eine genaue und allgemeingültige Definition dieses Begriffes vom jeweiligen Bedeutungsinhalt abhängt. Eine Farbe kann einer- seits als Färbemittel und andererseits als eine visuelle Empfindung verstan- den werden. Eine standardisierte Definition des Farbbegriffes enthält die Norm für Farbmessung (DIN 5033): „Farbe ist diejenige Gesichtsempfin- dung, durch die sich zwei aneinandergrenzende, strukturlose Teile des Ge- sichtsfeldes bei einäugiger Beobachtung mit unbewegten Auge allein unter- scheiden können. Strahlungen, die durch unmittelbare Reizung der Netz- haut Farbempfindungen hervorrufen können, werden Farbreize genannt.“ [DIN 5033-1]

Zu erkennen ist, dass eine genaue Definition des Begriffes nicht unbedingt intuitiv ist. Im Sinne dieser Norm ist eine Farbe ein Sinneseindruck, welcher durch das Auge vermittelt wurde (vgl. Gesichtsempfindung). Ein Farbreiz ist dann die, auf das Auge auftreffende, Strahlung.

Im weiteren Verlauf dieser Arbeit soll vor allem die Farbempfindung als eine psychologische Wirkung eines Farbreizes betrachtet werden. Diese ist als eine subjektive Empfindung physikalisch nicht messbar. Eine Farbempfindung wird nach einem Farbreiz ausgelöst und kann eine individuelle Farbwirkung auslösen. Nach Eva Lübbe [Lüb13, S. 1 f.] lassen sich drei mögliche Ursachen für Farbempfindungen ausmachen:

- Elektromagnetische Strahlung von ≈ 380 − 780 (Verbindung mit Auge und Gehirn)
- Abruf von Gedächtnisinhalten (Träume, Gedanken)
- Nicht-optische Reize bei Synästhesisten

Um zu ermitteln, ob das Farbempfinden kulturkreisabhängig ist, sind dabei vor allem die ersten zwei Punkte als Ursache von Bedeutung und werden in den weiteren Kapiteln aus verschiedenen Perspektiven betrachtet.

1.2. Kapitelübersicht

Die Einleitung mit einer kurzen Erläuterung der verwendeten Begriffe schließt mit einer Übersicht über den Aufbau und den Inhalt dieser Arbeit ab.

Kapitel 2: Farbwahrnehmung

In diesem Kapitel sollen die nötigen Grundlagen für die weiteren Kapitel geschaffen werden, um auf Basis dieses Wissens die weiterführenden Inhalte besser nachvollziehen zu können. Dabei werden lediglich die, aus Sicht der Autorin, grundlegendsten Elemente wie die Sinneswahrnehmung und Dreidimensionalität von Farben angerissen.

Kapitel 3: Farbwirkung

Im Sinne der Recherchefrage, ob das Farbempfinden kulturkreisabhängig ist, wird in diesem Kapitel auf die Wirkung von Farben und daraus resultierenden Assoziationen eingegangen, sodass in den weiterführenden Kapiteln ein Kulturvergleich stattfinden kann.

Kapitel 4: Kulturvergleichende Aspekte

Aufbauend auf Kapitel 3 soll die Farbempfindung über verschiedene Kulturen hinweg verglichen werden. Dabei werden die Farbsymbolik getrennt nach Kulturen und mögliche Unterschiede von Assoziationen anhand verschiedener Literaturquellen beschrieben.

Kapitel 5: Ursachenforschung

Die möglichen kulturellen Zusammenhänge und Unterschiede sollen durch verschiedene Sichtweisen und Erläuterungen erklärt werden, sodass in die- sem Kapitel u.a. auf fehlende Einflussfaktoren in Studien aus Kapitel 4 hin- gewiesen wird.

Kapitel 6: Abschluss

Das sechste Kapitel bildet den Abschluss dieser Arbeit. Dabei werden die Inhalte der ermittelten Untersuchungsergebnisse zusammengefasst. Ein kur- zer Rückblick und ein Vergleich der Ergebnisse schließen dieses Kapitel ab.

Farbwahrnehmung

Kapitel 2 Farbwahrnehmung Farbwahrnehmung

Die menschliche Farbwahrnehmung beschreibt die Fähigkeit, reflektiertes Licht von Oberflächen in Abhängigkeit von dessen Spektrum unterschiedlich wahrzunehmen. Dabei sind verschiedene Typen von wellenlängenempfindlichen Rezeptoren des menschlichen Auges notwendig, die jeweils für unterschiedliche Wellenlängen des Lichtes empfindlich sind. Neben den physiologischen Grundlagen soll weiterhin auf die wahrnehmbaren Farbarten eingegangen werden, sodass eine Differenzierung möglich wird. Zum Schluss erfolgt eine psychologische Beschreibung eines Farbreizes durch die Betrachtung drei unterschiedlicher Dimensionen.

2.1. Wellenlängen des Lichtes

Ein entscheidender Faktor für die menschliche Farbwahrnehmung ist die Wellenlängenzusammensetzung des Lichtes, welches von Objektoberflächen reflektiert wird. Die Verteilung der Wellenlängen im reflektierten Licht ei- ner Oberfläche wird zu einem proximalen Reiz für die Farbwahrnehmung [HKM+15, S. 76]. Ein proximaler Reiz bezeichnet dabei das sensorisches Abbild der Realität, welches durch einen, vom Betrachter entfernten, Reiz (distaler Reiz) physikalisch auf die jeweiligen Sinneszellen einwirkt.

Die unterschiedlichen Wellenlängen des Lichtes sind für den Menschen nicht vollständig sichtbar, sodass lediglich Wellenlängen im Bereich von 380 bis 780 Nanometern erfasst werden können. Mithilfe von Abb. 1 wird deutlich, dass lediglich ein sehr kleiner Bereich für das menschliche Auge sichtbar ist. So fallen Strahlen wie Ultraviolett und Infrarot in den unsichtbaren (nichtwahrnehmbaren) Bereich [Ham08, S. 156].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Sichtbare Wellenlängen des Lichtes [Ham08, S. 156]

Die physikalischen Eigenschaften einer Oberfläche bestimmen dann die Ver- teilung der Wellenlängen im reflektierten oder transmittierten1 Licht, so- dass das Tageslicht für das menschliche Auge sichtbar wird [HKM+15, S. 76]. Ein Beispiel sind Regentropfen, welche durch Lichtbrechung die einzel- nen Farben eines Regenbogens sichtbar werden lassen [Ham08, S. 157].

2.2. Sinneswahrnehmung

Die Entstehung eines Farbeindruckes erfolgt über die Wechselwirkung des reflektierten Lichtes mit den wellenlängenempfindlichen Rezeptoren der Netzhaut des Auges und der anschließenden Signalverarbeitung [HKM+15, S. 77].

Im Sinnesorgan des menschlichen Auges existieren unterschiedliche Rezeptoren, die für die Helligkeits- und Farbwahrnehmung zuständig sind.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 2: Rezeptoren des menschlichen Auges

Anhand Abb. 2 lässt sich erkennen, dass die Rezeptoren für die Helligkeits- wahrnehmung als Stäbchen und die für die Farbwahrnehmung als Zapfen bezeichnet werden. Dabei lassen sich drei unterschiedlich funktionale Zap- fentypen unterscheiden - S-Zapfen2, M-Zapfen3 und L-Zapfen4, wobei die S- Zapfen den Blaubereich, die M-Zapfen den Grünbereich und die L-Zapfen den Rotbereich abdecken [Ham08, S. 157]. Eine genaue Abgrenzung ist da- bei allerdings nicht sinnvoll, da jeder Zapfentyp für alle Wellenlängen in einem unterschiedlichen Ausmaß Aktivität zeigt [HKM+15, S. 77]. Bei- spielsweise ist bei entsprechenden Wellenlängen meist nicht nur ein Zapfen- typ aktiv, sodass sich bei gleichzeitiger Erregung zweier oder dreier Zapfen- typen unterschiedliche Mischfarben ergeben. Bei gleichzeitiger Aktivierung aller drei Zapfentypen wird Weiß wahrgenommen, bei fehlender Aktivierung hingegen Schwarz [Ham08, S. 157].

2.3. Wahrnehmbare Farbarten

Nach Norbert Hammer lassen sich zwei Arten wahrnehmbarer Farben unterscheiden [Ham08, S. 157 f.]:

Spektralfarben. Bezeichnen die Farben des Sonnenlichtes, die beispielsweise durch die Bildung eines Regenbogens sichtbar werden. Das Sonnenlicht lässt sich in seine einzelnen Spektralfarben zerlegen, wenn das Tageslicht gebündelt als Lichtstrahl auf ein Prisma trifft.

Körperfarben. Bezeichnen reflektierte und absorbierte Lichtwellen einer Oberfläche vom Tages- oder Kunstlicht. Dringt das Licht beispielsweise in eine Oberfläche ein, wird der nicht-absorbierte Anteil als Farbe wahrge- nommen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 3: Körperfarben (Wahrnehmung)

In Abb. 3 wurden zwei Beispiele nachgebildet. Beim Auftreffen des Lichtes auf der roten Blume, werden die kurz- und mittelwelligen Anteile absorbiert und bestimmte langwellige Anteile im Rotbereich reflektiert, sodass eine rote Blume wahrgenommen wird. Trifft das Licht hingegen auf einem wei- ßen Blatt Papier auf, werden alle Wellenbereiche des Lichtspektrums re- flektiert, sodass das Objekt Weiß erscheint - bei schwarzen Oberflächen hingegen ist es genau umgekehrt, indem alle Wellenbereiche absorbiert wer- den und nichts reflektiert wird.

2.4. Dreidimensionalität

Nach Hagendorf et al. [HKM+15] erfolgt die physikalische Beschreibung eines Farbreizes durch die Wellenlängen, die psychologische allerdings durch drei unterschiedliche Dimensionen: Helligkeit, Sättigung und Farbton. Die Helligkeit wird dabei durch die Lichtintensität und die Sättigung durch den Weißanteil bestimmt. Der Farbton entspricht dem wahrgenommenen Farbeindruck [HKM+15, S. 80].

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 4: Dreidimensionaler Farbkörper [HKM+15, S. 80]

Ein dreidimensionaler Farbkörper ist in Abb. 4 illustriert. Zu erkennen ist eine kreisförmige Anordnung in der Mitte des Körpers, welche den soge- nannten Farbkreis bildet. Die Hauptachsen dieses Farbkreises werden durch vier Grundfarben (rot, gelb, grün, blau) gebildet. Die Helligkeit lässt sich mithilfe der vertikalen Achse ablesen, sodass sich der Farbkreis entlang die- ser Achse verschieben lässt. Der Farbkreis wird dann entsprechend der Ver- schiebung in die jeweilige Richtung (hell, dunkel) kleiner. Die Sättigung lässt sich radial im Farbkreis ändern, wobei der Mittelpunkt einem neutra- len Weiß entspricht.

Anhand der gewählten Ausprägung der Helligkeit, des Farbtons und der Sättigung lässt sich jeder Farbreiz nachbilden.

Kapitel 3 Farbwirkung Farbwirkung

Die Wirkung einer Farbe ist grundsätzlich kontextabhängig, sodass eine Farbe je nach Umgebung verschiedene Assoziationen hervorrufen kann. Ein Beispiel stellt die Farbe Rot dar - diese kann in einem Krimi sehr unange- nehm wirken, da sie mit Blut und Verletzungen verknüpft wird. In einer Romanze jedoch, gibt sie das Gefühl von Wärme, Geborgenheit oder auch Lust. Die gleiche Farbe kann also in unterschiedlichen Umgebungen unter- schiedliche Assoziationen hervorrufen [Bar03, S. 41]. Darüber hinaus ist die Farbwirkung subjektiv und unterscheidet sich von Mensch zu Mensch.

3.1. Wirkarten

Nach Stefanie Bartel muss bei der Betrachtung der Farbwirkung prinzipiell zwischen den verschiedenen Wirkarten unterschieden werden [Bar03, S. 42]:

Psychologische Farbwirkung. Beschreibt die Auswirkung auf das psychologische Befinden, sodass sowohl positive als auch negative Reaktionen und Assoziationen ausgelöst werden können. Das subjektive Farbempfinden ist dabei geprägt durch individuelle Vorerfahrungen, die vom jeweiligen Menschen verinnerlicht wurden.

Symbolische Farbwirkung. Beschreibt eine Verallgemeinerung bzw. Abstraktion der psychologischen Farbwirkung, wobei der Übergang dieser Wirkarten nicht eindeutig zu differenzieren ist. Die symbolische Farbwir- kung entsteht, wenn Farben bestimmte Begriffe zugeschrieben werden. Das Farbempfinden ist dabei geprägt durch überlieferte Erfahrungen über Jahr- hunderte.

Kulturelle Farbwirkung. Beschreibt eine, durch unterschiedliche Le- bensweisen geprägte, Farbwirkung. Unterschiedliche Traditionen werden oftmals in der Lebensweise verschiedener Generationen innerhalb einer be- stimmten Kultur mitgetragen. Häu g verweisen irrationale Farbwirkungen auf Traditionen hin, wie beispielsweise ursprüngliche Verfahren der Farb- gewinnung.

Für die Herstellung der Farbe Purpur hab es im Laufe der Zeit verschiedene Verfahren: Schleim von Purpurschnecken  Sa von Schildläusen  Krappstaude. Aufgrund der schwierigen Prozesse, war diese Farbe ursprünglich den Mäch gen und Adeligen vorbehalten [Ham08, S. 191]

Eva Lübbe [Lüb13, S. 66] und Norbert Hammer [Ham08, S. 183] hingegen unterscheiden lediglich die psychologische und physiologische Farbwirkung. Dabei beschreibt die physiologische Farbwirkung eine neutrale, messbare Reaktion des Organismus auf die Wahrnehmung. Ein Beispiel hierfür ist der Sukzessivkontrast (auch Nachkontrast), den Hagendorf et al. damit er- klären, dass bei der Betrachtung einer Farbe sukzessiv von dieser ein Nach- bild in der Komplementärfarbe erzeugt wird. Das Nachbild erscheint dabei nach einem Bildwechsel oder nach dem Schließen des Auges. Bei einer suk- zessiven Darbietung von zwei Farbreizen hingegen, kommt es infolge der Adaptation zu einer Farbverschiebung beim zweiten Reiz [HKM+15, S. 81 .].

Aus Sicht der Autorin sind physiologische Farbwirkungen wie der Sukzes- sivoder Simultankontrast im Vergleich zu psychologischen Farbwirkungen nicht subjektiv und treten bei jedem Menschen in gleicher Form in Erschei- nung. So lassen sich Farbwirkungen beispielsweise für die Raumgestaltung nutzen. Ausgenommen sind dabei allerdings die von Hagendorf et al. aufge- führten Beispiele wie die Erhöhung von der Puls- und Blutdrucksfrequenz bei Rot oder die Anregung des Appetits bei Orange [HKM+15, S. 66]. Diese Phänomene werden zwar in Lichttherapien eingesetzt, sind aus Sicht der Autorin allerdings nicht hinreichend belegt.

3.2. Assoziationen

Im Sinne psychologischer Farbwirkungen sind Assoziationen, die mit bestimmten Farben verknüpft werden, in der Regel subjektiv. So kann Grün beispielsweise mit der Natur, mit dem Islam als Lieblingsfarbe Mohammeds oder auch mit etwas ganz Persönlichem verknüpft werden.

Allerdings lassen sich entsprechend der symbolischen und kulturellen Farb- wirkung [Bar03, S. 42] auch gewisse Gemeinsamkeiten ausmachen, bei de- nen der subjektive Charakter eher eine untergeordnete Rolle spielt. Ein Bei- spiel sei hier das US-amerikanische Schnellrestaurant Wienerschnitzel, wel- ches aufgrund von Umsatzproblemen einen Farbwechsel des Unternehmens auf Orange durchführte [BM01, S. 8]. Diese Farbe wird in den Vereinigten Staaten von Amerika oftmals mit preisgünstigen Unternehmen assoziiert, sodass es nach dem Wechsel der Farbe zu einer Umsatzsteigerung kam. Entsprechend haben beispielsweise Geldinstitute eher bedeckte Farben wie Grau oder Blau. Nach Mario De Bortoli und Jesús Maroto wird die Farbe Blau im westlichen Kulturkreis mit Reichtum, Vertrauen und Sicherheit und Grau mit Stärke, Exklusivität und Erfolg verbunden [BM01, S. 7 f.]. So können Geldinstitute diese Farben nutzen, um eine gewisse Seriosität auszudrücken.

[...]


1 Wenn das Licht eine Oberfläche durchdringt (Transmission)

2 Rezeptor für kurze Wellenlängen [engl.: S-Cones (S = short wavelength receptor)]

3 Rezeptor für mittlere Wellenlängen [engl.: M-Cones (M = medium wavelength receptor)]

4 Rezeptor für lange Wellenlängen [engl.: L-Cones (L = long wavelength receptor)]

Details

Seiten
43
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668369696
ISBN (Buch)
9783668369702
Dateigröße
924 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v349971
Institution / Hochschule
Hochschule Emden/Leer
Note
1,3
Schlagworte
Farbwahrnehmung Farbassoziationen Farbsymolik Farbvorlieben Farbempfindung

Autor

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Titel: Ist das Farbempfinden kulturkreisabhängig?