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Die Medico GmbH. Preispolitik, Wechselkurse, Finanzierung

Eine Fallaufgabe

Ausarbeitung 2015 12 Seiten

VWL - Gesundheitsökonomie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Marktform der Medico GmbH und die Auswirkung auf die Preispolitik

2. Auswirkungen unvorhergesehener Wechselkurse

3. Diskussion

4. Die Hauptrefinanzierungsoperation - Funktionsweise, Zweck und Einfluss

5. Anhang

A..Abkürzungsverzeichnis

B..Literaturverzeichnis

1. Marktform der Medico GmbH und die Auswirkung auf die Preispolitik

Die Medico GmbH ist ein marktführendes Unternehmen der Medizintechnik, welches seine innovativen Artikel weltweit absetzt. Ein maßgebliches Kriterium für die preispolitischen Entscheidungen einer Firma ist die vorherrschende Marktform in der sich das Unternehmen bewegt. Dabei ist es relevant, wie viele Anbieter und Nachfrager des Produkts am Markt agieren (vgl. Battenfeld; Olbrich, 2014, S. 19). Für das Produkt-Portfolio der Medico GmbH gibt es weltweit keinen - beziehungsweise nur Wettbewerber in geringer Anzahl. Somit ist er bezüglich seiner Arbeitsplatzsysteme für die Anästhesie und Intensivmedizin („Technologieführerschaft“) der technologisch herausragendste Anbieter der vertriebenen Produkte und hat aufgrund der Konkurrenzsituation folglich eine Monopolstellung, soweit es keine weiteren Anbieter der Produkte gibt. Aufgrund der Technologieführerschaft hat die Medico GmbH einen entscheidenen Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren Konkurrenten. Geht man davon aus, dass die Medico GmbH bei einigen Produkten einige wenige Mitbewerber hat, befindet sich in der Marktform des Oligopols. Die Grenzen von der monopolen - zur oligopolen Marktform sind daher nicht starr verankert. Die Übergänge zwischen beiden sind fließend.

Ein Monopol ist durch einen einzigen Anbieter (Medico GmbH) gekennzeichnet, welcher vielen Nachfragern gegenübersteht. Der Monopolist ist infolgedessen keiner Konkurrenzsituation durch anderen Anbieter ausgesetzt (vgl. Piekenbrock, 2013, S. 307).

Das Oligopol beschreibt die Marktform, bei der nur wenige Anbieter auf eine Vielzahl von Nachfragern stoßen. Für eine maximale Gewinnerzielung muss der Anbieter das Verhalten und die Reaktionen der Konkurrenten einkalkulieren, wodurch eine Abhängigkeit zwischen den Oligopolisten entsteht (vgl. Piekenbrock, 2013, S. 328). Der Marktanteil der Medico GmbH als Oligopolist ist groß. Somit kann das Unternehmen die Marktpreise für die angebotenen Produkte beeinflussen, ist jedoch gezwungen das Verhalten der wenigen anderen Anbieter in das Handeln mit einzubeziehen.

Die jeweils vorhandene Marktform für die Produkte der Medico GmbH hat wiederum unterschiedliche Auswirkungen auf die Preispolitik.

Die Monopolstellung hat zur Folge, dass die Preisbildung nicht durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird, sondern primär durch den Anbieter selbst (vgl. Dinse, Welz, 2011, S. 61). Der Monopolist muss in seinem Handeln und seiner Preisfindung lediglich die Nachfragesituation berücksichtigen. Jedoch kann die Medico GmbH trotz der Monopolstellung die Absatzpreise nicht beliebig hoch ansetzen. Der Preis muss so gewählt werden, dass eine entsprechend hohe Nachfrage der Produkte sichergestellt ist. Wird der Preis zu hoch angesetzt, können bisher nicht existente Konkurrenten in den Markt drängen und die Monopolstellung gefährden. Die Medico GmbH wird daher die Preise und die zugehörige Menge so anpassen, dass der Grenzerlös den Grenzkosten entspricht (vgl. Dinse, Welz, 2011, S. 45 ff.).

Bei der Preisgestaltung des Oligopols, steht die Reaktion der Konkurrenzunternehmen im Blickpunkt der Betrachtung. Da nur wenige Anbieter auf dem Markt sind, werden die einzelnen Unternehmen die preispolitischen Maßnahmen des Wettbewerbers beobachten und gegebenenfalls darauf reagieren (vgl. Battenfeld; Olbrich, 2014, S. 42). Die Medico GmbH als Akteur in einem oligopolen Markt ist bei der Preisbildung von dem Verhalten der Konkurrenz abhängig. Der Wettbewerb auf dem oligopolen Markt nicht vorrangig über den Preis, sondern über die Präferenzpolitik betrieben. Aufgrund der Konkurrenzsituation werden die Gegenspieler der Medico GmbH gegen das preispolitische Vorgehen des Unternehmens agieren. Somit ist sie gezwungen, nicht den Preis zu verändern, sondern über Qualitätsveränderungen oder Imagekampagnen die Preispolitik zu gestalten (vgl. Dinse, Welz, 2011, S. 61).

Für die Medico GmbH bleiben in der Marktform des Oligopols 3 Möglichkeiten der Preispolitik:

I. Preisstarrheit: Von Preisänderungen wird abgesehen, da auf eine Preiserhöhung mit gleichbleibenden Preisen und auf eine Preissenkung mit wiederum geringeren Preisen durch die Konkurrenz abgesehen wird.
II. Verdrängungswettbewerb: Die Medico GmbH kann aufgrund ihrer Technologieführerschaft mit anderen Unternehmen in einen Wettbewerb treten und diese aus dem Markt verdrängen. Dazu wird der Preis so weit gesenkt, dass er unter den Grenzkosten der Konkurrenz liegt. Somit haben die konkurrierenden Unternehmen nicht mehr die Möglichkeit die Fixkosten mit der Nachfrage zu begleichen. Unternehmen mit geringeren Liquiditätsreserven und höheren Kosten werden in dieser Preispolitik unterliegen. Im besten Fall kann mit diesem Preiskampf eine Monopolstellung gewonnen werden.
III. Kartellbildung: Es erfolgt eine Absprache zwischen den konkurrierenden Unternehmen bezüglich der Preissteuerung. Durch die Absprachen können höhere Gewinne erzielt werden als bei normalen Konkurrenzverhalten

(vgl. Battenfeld; Olbrich, 2014, S. 42 ff. ).

2. Auswirkungen unvorhergesehener Wechselkurse

Für den Erwerb der produktionsrelevanten Fremdbauteile ist die Medico GmbH darauf angewiesen,diese aus dem nordamerikanischen - und dem vorderasiatischen US-Dollarraum (US$) zu importieren.

Bei Verträgen mit ausländischen Lieferanten und Kunden, deren Zahlungen nicht in der Landeswährung der Medico GmbH getätigt werden (Euro), wird als Währung für die Zahlung eine ausländische Währung vereinbart (vgl. Dinse, Welz, 2008, S. 34). Der Zahlungsverkehr der Medico GmbH mit den ausländischen Kunden und Lieferanten werden über ein US-Dollar-Konto abgewickelt. Für die Bezahlung der Lieferanten, kauft die sie folglich US$, für die Erlöse der ausländischen Kunden erhält sie US$. Der Tausch von US$ in Euro (bei der Bezahlung durch ausländische Kunden) bzw. von Euro in US$ (bei Zahlungen an ausländische Lieferanten) wird dabei zum jeweils gültigen Wechselkurs durchgeführt. Die Medico GmbH führt also im Ergebnis, neben dem Verkaufs bzw. Beschaffungsgeschäft, ein Devisengeschäft durch (Piekenbrock, 2013, S. 97 f.).

Der Wechselkurs zwischen Euro und US$ unterliegt grundsätzlich ständigen Schwankungen am Devisenmarkt. Die Preise werden dabei beeinflusst von Angebot und Nachfrage der jeweiligen Währung und haben somit Auswirkungen auf die Kalkulation von Kosten und Erlösen der Medico GmbH. Die Medico GmbH plant den Erwerb von Fremdbauteilen aus dem Ausland und vereinbart, diese Waren in US$ zu bezahlen. Einzelne Produkte werden an die Kunden in US$ verkauft. Die Kalkulation der Kosten für die entsprechenden Bauteile bzw. der Erlöse für die Produkte ist damit auch abhängig vom Wechselkurs von Euro in US$ bzw. US$ in Euro.

Durch die Schwankungen in den Wechselkursen ist die Medico GmbH grundsätzlich einem Wechselkursrisiko ausgesetzt, das die Kalkulation der Kosten und Erlöse in Fremdwährung erschwert. Treten Veränderungen im Kurs zwischen dem Kalkulationszeitpunkt (Vertragsabschluss) und dem Lieferzeitpunkt der Ware auf, so kommt es für die Medico GmbH zu Währungsgewinnen oder -verlusten, die das Gesamtergebnis der Produkte positiv oder negativ beeinflusst. Bei Vertragsabschluss unterstellt die Medico GmbH sowohl für die Fremdbezüge in US$ als auch für den Zeitpunkt der Auslieferung der Produkte einen bestimmten US$-Kurs. Auf der Beschaffungsseite liegt das Risiko in der Aufwertung des US$ gegenüber dem Euro. Infolgedessen würden sich die Preise für die gekauften Waren gegenüber der Kalkulation erhöhen, somit die Kosten steigen. Auf der Absatzseite liegt das Risiko in der Abwertung des US$ gegenüber dem Euro. In diesem Falle wird bei einem Sinken des Kurses ein geringerer Erlös erzielt. Beide Fälle führen zu einer Ergebnisverschlechterung für das Produkt. Gleichzeitig kann eine positive Kursveränderung sowohl auf der Beschaffungs- wie auch Absatzseite jedoch auch zu Währungskursgewinnen führen. Je nach Volatilität des Wechselkurses und Länge des Fertigungsprozesses können die Schwankungen zu erheblichen Ergebniseffekten führen. Diese müssen gesamthaft bei der Preiskalkulation berücksichtigt werden. Negative Kursentwicklungen können mittelfristig auch zu einem Wettbewerbsnachteil für die Medico GmbH führen, soweit keine Kurssicherungsgeschäfte getätigt werden.

Zusammenfassend lassen sich zwei Szenerien für die Veränderungen der Wechselkurse feststellen:

Aufwertung des Euro:

Eine Aufwertung der eigenen Währung hat zur Folge, dass sich der Außenwert erhöht und der Wechselkurs sinkt. Somit sind Investitionen und der Ankauf von Waren für die Medico GmbH Im Dollarraum günstiger und die Produktionskosten sinken. Da die Medico GmbH ein weltweit agierendes Unternehmen ist und ihre Produkte auf der ganzen Welt verkauft, verteuert sich für die Käufer aus dem US-Dollarraum der Erwerb der von der der Medico GmbH produzierten Güter.

Abwertung des Euro:

Eine Abwertung der eigenen Währung hätte zur Folge, dass der Außenwert des Euros sinkt und der Wechselkurs steigt. Waren aus dem Dollargebiet würden somit teurer. Mittelfristig bedeutet die Abwertung des Euros einen möglichen Wettbewerbsverlust für die Medico GmbH, da die angekauften Bauteile teurer werden, die Kosten steigen und die Erlöse sinken. Käufer aus dem US-Dollarraum können die Produkte der Medico GmbH günstiger erwerben.

Aufgrund der beiden vorangestellten Szenarien werden die Auswirkungen unvorhergesehener Wechselkursbewegungen auf die Kalkulation von Kosten und Erlös deutlich. Für die Medico GmbH entstehen nicht unerhebliche Unsicherheiten bei der Preiskalkulation. Das Unternehmen kann zum Zeitpunkt des Preisangebotes nicht genau wissen, wie teuer der Import der benötigten Fremdbauteile wird und welche Auswirkungen dies auf den tatsächlichen Endpreis hat. Der Kunde weiß zum Zeitpunkt der Auftragsvergabe an die Medico GmbH nicht genau, ob das Preisangebot eingehalten wird und wie teuer das Produkt letztendlich sein wird.

3. Diskussion

Die Gesundheit und ihr Erhalt werden von vielen Menschen als das höchste Gut angesehen. Sie ist nach dem Verständnis der Menschen ein Grundrecht, welches jedem Individuum zusteht. Folglich ist die Gesundheit im Deutschen Grundgesetz in Artikel II Abs. 2 verankert:

"Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. [...] In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden."

Somit ist gesetzlich der Gesundheitsgedanke niedergeschrieben und verdeutlicht, warum die Gesundheit als öffentliches Gut angesehen wird. Alle Menschen haben das Recht auf Gesundheit und fordern es für sich ein. Folglich wird es auch als Gut betrachtet, welches uneingeschränkt und im vollem Umfang zur Verfügung gestellt werden muss. Im Sozialgesetzbuch V (SGB V) ist es festgelegt, dass jeder Versicherte einen Anspruch auf Behandlung im Krankheitsfall hat. Diese Behandlungen erfolgen zu Lasten der Gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV), sofern sie im Leistungskatalog der GKV verankert sind. Damit wird sichergestellt, dass alle angebotenen Leistungen (ambulante und stationäre) ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich sind (vgl. G-BA, o.J.).

Der Grundgedanke des Gesundheitswesens basiert auf dem Grundprinzip der Selbstverwaltung mit staatlichen Einflüssen und ist in den §§ 91 sowie 92 SGB V geregelt. Demnach ist der Gesundheitsmarkt ein System von Leistungserbringern, wie z. B. Ärzten und Krankenhäusern, und Leistungskäufern, in Gestalt der Krankenkassen. Die Bedingungen, zu denen die Vertragspartner einen Vertag abschließen, sind ebenfalls gesetzlich vorgeschrieben (vgl. Troschke, Stößel, 2012, S. 176).

Entsprechend der Bedürfnispyramide nach Maslow ist die Gesundheit eines der elementarsten Bedürfnisse, welches die Menschen immer und als erstens gestillt haben möchten. Vor allem wenn die Gesundheit bedroht oder der Mensch bereits gesundheitlich geschwächt ist, ist er bestrebt, diese wieder herzustellen und Krankheiten zu lindern. Für eine umfassende Versorgung zum Erhalt und/oder der Wiederherstellung der Gesundheit bedarf es jedoch einem komplexen System von mehreren Leistungsanbietern, welche die entsprechenden Leistungen zur Gesundheitsprävention und Krankheitsheilung anbieten. Dazu zählen niedergelassene Ärzte, Krankenhäuser, Rehabilitationseinrichtungen und Apotheken aber auch Arzneimittel- und Medizinproduktehersteller sowie Bereiche der medizinischen Industrie. Das Volumen an Gesundheitsausgaben stieg dabei seit dem Jahr 1992 von circa 159 Mrd. Euro auf circa 315 Mrd. Euro im Jahr 2013. Gleichzeitig verdoppelten sich die Gesundheitsausgaben je Einwohner im gleichen Zeitraum von circa 2000 Euro auf circa 4000 Euro (vgl. DESTATIS, 2015, S. 13.). Die von den Menschen in Anspruch genommen Leistungen müssen, durch das in Deutschland installierte System der Vorsorge, finanziert werden. Dieses Modell strebt einen zeitlichen Ausgleich der Ausgaben zwischen Zeiten mit Erkrankungen und Zeiten ohne an (vgl. Ackermann, 2012, S. 3).

Die Gesundheit und alle damit verbundenen Leistungen werden von den Menschen als ein quasi-öffentliches Gut1 angesehen, welches unbeschränkt und kostenlos zur Verfügung steht (vgl. Straubhaar, T. et. al., 2006, S. 61). Wie jedoch eingangs erwähnt, haben sich Kosten im Gesundheitswesen und damit auch für die erbrachten Leistungen zum Erhalt oder der Wiederherstellung von 1992 bis 2013 fast verdoppelt. Aufgrund des besonderen Stellenwertes der Gesundheit auf der einen Seite und den immer weiter wachsenden Ausgaben im Gesundheitssektor auf der anderen Seite, ist für die Aufrechterhaltung eines funktionierendes Gesundheitswesens neben den marktwirtschaftlichen Mechanismen auch eine staatliche Lenkung notwendig. Der staatliche Einfluss greift dabei in vielen Bereichen2.

Da die finanziellen Mittel für die Erbringung der Gesundheitsleistungen nicht unbegrenzt zur Verfügung stehen, ist es elementar wichtig, die zur Verfügung stehenden Mittel effizient einzusetzen.

An dieser Stelle verdeutlicht sich auch die Rolle der Menschen. Ihr Bewusstsein für die Gesundheit steigt stetig und Sie sehen dabei die Gesundheit als öffentliches Gut.

[...]


1 Das öffentliche Gut beschreibt ein Gut, dass für jeden Menschen unentgeltlich und uneingeschränkt zur Verfügung steht (vgl. Piekenbrock, 2013, S. 326).

2 Dazu zählen unter anderem die Vorschriften zur Eröffnung einer Apotheke.

Details

Seiten
12
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668370098
ISBN (Buch)
9783668370104
Dateigröße
488 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v349795
Institution / Hochschule
APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft in Bremen
Note
1,0
Schlagworte
medico gmbh preispolitik wechselkurse finanzierung eine fallaufgabe

Autor

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Titel: Die Medico GmbH. Preispolitik, Wechselkurse, Finanzierung