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Das Dual Route Modell als Prädiktor der Lese- und Schreibleistungen von Personen mit erworbenen Schriftsprachstörungen

Ausarbeitung 2016 10 Seiten

Biologie - Neurobiologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.Darstellung der direkten und indirekten Route

3. Do dual route models accurately predict reading and spelling performance in individuals with acquired alexia and agraphia?

4. Evaluation of the dual route theory of reading

5. Fazit

6. Quellen

7. Anhang

1. Einleitung

In der folgenden Ausarbeitung „Stellt das Dual-Route Modell einen genauen Prädiktor für Leseund Schreibleistungen bei Personen mit erworbenen Schriftsprachstörungen dar?“ werden die Ergebnisse der Studie „Do dual-route models accurately predict reading and spelling performance in individuals with acquired alexia and agraphia?“ von S. Z. Rapcsak et al. aus dem Journal Neuropsychologia 45 (2007) 2519-2524 und der Metastudie „Evaluation of the dual route theory of reading: a metanalysis of 35 neuroimaging studies“ von G. Jobard et al. veröffentlicht im Journal Neuroimage 20 (2003) 693 - 712 vorgestellt.

In der Studie von S. Rapcsak et al. geht es darum, dass mithilfe einer Gleichung basierend auf dem Dual- Route Modell die Lese und Schreibleistungen Erwachsener mit neurologischen Schäden vorhergesagt werden können. In einer vorher veröffentlichen Studie konnten anhand derselben Dual-Route Gleichung die Lese- und Schreibleistung von Kindern mit LRS, Leseschwierigkeiten oder Schlaganfall vorhergesagt werden. Die Metastudie von G. Jobard et al. von bezieht sich auf

35 Studien, die alle mithilfe von Hirnstrommessungen Studien zur Aktivierung bestimmter Areale beim Lesen durchgeführt haben. Ziel der Metaanalyse war es mehr Klarheit in die Unterschiedlichkeit der Ergebnisse zu bringen und Belege für die Existenz des Dual-Route Modells heraus zu filtern.

2. Darstellung der direkten und indirekten Routen

Beide Studien orientieren sich am Dual- Route Modell, bei dem in die direkte und die indirekte Route zwei Wege für das Lesen darstellen. Die direkte Route führt demnach von der visuellen Analyse über das semantische System zum phonologischen Output-Lexikon. Die indirekte Route verläuft über die visuelle Analyse und über die Graphem-Phonem-Korresponzenzroute zum phonologischen Output-Lexikon. Den Studien liegt die Annahme zugrunde, dass irreguläre Wörter über die indirekte Route gelesen werden müssen, da sie im Lexikon gespeichert sind und der

Zugriff auf die korrekte phonologische Form nicht über die Graphem-Phonem-Korrespondenzroute funktioniert. Demnach werden über die direkte Route irreguläre Wörter, die nicht den legalen orthografischen Regeln („spelling-to-sound-rules“) entsprechen, gelesen. Über die indirekte Route müssen Pseudowörter und unbekannte Wörter gelesen werden, die dort Graphem für Graphem encodiert werden.

3. Do dual-route models accurately predict reading and spelling performance in individuals with acquired alexia and agraphia?

Nach Studien von Coltheart et al. ( 2006a, 2006b, 2001) ist es möglich, anhand der Performance beim Lesen von irregulären und nicht-Wörtern die Genauigkeit beim Lesen von regulären Wörtern vorherzusagen. Anhand dieser Hypothese und des Dual-Route Modells sollte es also umsetzbar sein, durch den Anteil von irregulären Wörtern, also p (IRREG), und den Anteil von nicht-Wörtern,also p (NWD), die eine Person richtig lesen kann, eine Beurteilung über die Fähigkeiten der direkten und indirekten Route zu bekommen. Da das Dual-Route Modell voraussetzt, dass beide Routen reguläre Wörter verarbeiten können, kann die Leserichtigkeit dieser regulären Wörter, auch p (REG), durch die folgende Formel vorhergesagt werden:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zur Erklärung dieser Gleichung kann man sich vorstellen, dass ein Patient 60% richtige Antworten bei irregulären Wörter und 40% richtige Antworten bei nicht-Wörtern gibt. Da irreguläre Wörter die Fähigkeiten der direkten Route zeigen, kann man also davon ausgehen, dass der Patient auch fähig ist 60% reguläre Wörter richtig über die lexikalische Route zu lesen. Die fehlenden 40% für das Lesen regulärer Worte werden durch die Funktionalität der indirekten Route, also die Ergebnisse beim Lesen von Nicht-Wörtern, bestimmt. Das sind noch einmal zusätzlich 16% reguläre Wörter, die durch die indirekt Route gelesen werden können. Insgesamt sagt die Gleichung also voraus, dass der Patient 76% regulärer Wörter richtig lesen kann. Diese Gleichung wurde bereits von Coltheart et al. (2006, 2001) an normal entwickelten Kindern, Kindern mit enwicklungsbedingten Schriftsprachstörungen und Kindern mit Schlaganfall getestet. Die Studie zeigt eine hohe Korrelation zwischen dem durch die Gleichung vorhergesagten und dem wahren, erreichten Wert. In der vorliegenden Studie wurde die genannte Gleichung an erwachsenen Patienten mit neurologischen Schädigungen durchgeführt. Dazu sollten 33 Patienten mit unterschiedlichen neurologischen Schädigungen und Schriftsprachstörungen 40 reguläre, 40 irreguläre und 20 nicht-Wörter lesen und schreiben.

Die Ergebnisse zeigen, dass die Dual-Route Gleichung auch bei Erwachsenen mit neurologischen Schädigungen eine gute Vorhersage über die Lese- und Schreibfähigkeit von normalen Wörtern macht. T-Tests zeigen, dass das Ergebnis beim Lesen und Schreiben von irregulären und nicht-Wörtern einen signifikanten Beitrag zur Erklärung der Varianz bei beim Lesen und Schreiben von regulären Wörtern haben. Das passt zur der Aussagen des Dual-Route Modells, dass beide Routen die Lese- und Schreibfähigkeiten wechselseitig beeinflussen. Weitere Analysen beschreiben, dass die Ergebnisse bei irregulären Wörtern ein stärkerer Prädiktor für das Lesen und Schreiben von normalen Worten sind, als die von nicht-Wörtern. Die genannten Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Antworten auf bekannte, reguläre Worte von dem lexikalischen Output Lexikon dominiert werden.

4. Evaluation of the dual route theory of reading

Belege für die Existenz der beiden dargestellte Routen sollten nun mittels Hirnstrommessung in verschiedenen Studien gefunden werden. Dem liegt die Annahme zugrunde, dass, wenn es zwei verschiedene Routen und damit auch zwei verschiedene Wege Wörter beziehungsweise nicht-Wörter zu lesen gibt, auch unterschiedliche Areale im Gehirn dafür aktiviert werden müssen. Diese Areale sollten in den Messungen herausgefunden und aufgezeigt werden.

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Details

Seiten
10
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668366978
Dateigröße
1.4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v349103
Institution / Hochschule
Universität zu Köln
Note
2,0
Schlagworte
dual route modell prädiktor lese- schreibleistungen personen schriftsprachstörungen

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Titel: Das Dual Route Modell als Prädiktor der Lese- und Schreibleistungen von Personen mit erworbenen Schriftsprachstörungen