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Ist Deutschland auf Atomenergie angewiesen?

Hausarbeit 2016 16 Seiten

BWL - Wirtschaftspolitik

Leseprobe

I Inhaltsverzeichnis

II Abkürzungsverzeichnis

III Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretische Grundlagen
2.1 Begriff der ökologischen Nachhaltigkeit
2.2 Risiken der Kernenergie
2.3 Geschichte des Atomausstiegsgesetz in Deutschland

3 Chancen und Risiken des Atomausstiegs
3.1 Problematik des Atomausstiegs durch erneuerbare Energien
3.2 Ökonomische Betrachtung des Atomausstiegs
3.3 Terrorgefahr aufgrund von Atomkraftwerken
3.4 Kernkraft bezogen auf den Klimaschutz

4 Zukunftsprognosen
4.1 Entwicklung der erneuerbaren Energien
4.2 Klimagipfel 2015 in Paris
4.3 Emissionshandel im Bezug auf erneuerbare Energien

5 Fazit

V Literatur- und Quellenverzeichnis

II Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

III Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Stromerzeugung aus Photovoltaikanlagen im Hochspannungsnetz

Abb. 2: CO2 Emissionen von verschiedenen Energieerzeugern

1 Einleitung

Im Jahre 1992 haben sich 178 Staaten im Rahmen der UN-Konferenz von Rio de Janeiro zu dem Leitbild der nachhaltigen Entwicklung verpflichtet. Die Konferenz sorgte dafür, dass das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung an Popularität gewonnen hat. Die Länder haben in einem 350-seitigen Schriftstück politische Bekenntnisse, Ziele und Vorhaben zusammengefasst.1

In dem Zusammenhang des Leitbilds von Rio de Janeiro und der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl wurde das Atomausstiegsgesetz am 27. April 2002 verkündet, wel- ches zur Beendigung der Kernenergienutzung in Deutschland bis zum Jahr 2021 füh- ren soll.2

Durch die schwarz-gelbe Regierung wurde 2010 kurzfristig eine Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke bewilligt, die aber aufgrund des Unfalls in Fukushima nach kurzer Zeit wieder außer Kraft gesetzt wurde.3

Im Hinblick auf diese Arbeit soll die Frage beantwortet werden, inwiefern die Atomenergie ein Zukunftspotenzial hat und wie durch Alternativen eine Möglichkeit geboten wird, um die Stromerzeugnisse, die benötigt werden, zu liefern.

Vor diesem Hintergrund wird im ersten Teil mit den theoretischen Grundlagen begonnen, die mit der Definition der ökonomischen Nachhaltigkeit eingeleitet wird. Daraufhin werden die Risiken der Kernenergie aufgezeigt und die Problematik der nachhaltigen Entwicklung durch Atomenergie wiedergespiegelt.

Zur Verdeutlichung der Problematik werden zur Bewertung der Chancen und Risiken, Pro und Contra-Eigenschaften der Atomenergie dargestellt.

Im Kapitel vier werden die zukünftigen Möglichkeiten der alternativen Energien aufge- zeigt und mit welchem politischen Handeln dies umgesetzt werden soll. Außerdem wird mit dem Emissionshandel noch ein Zielkonflikt mit den erneuerbaren Energien aufge- griffen.

Abgeschlossen wird die Arbeit mit einem Fazit, welches die wesentlichen Erkenntnisse zusammenfassend darstellt und die Fragestellung beantwortet.

2 Theoretische Grundlagen

In diesem Kapitel wird das Problem der ökologischen Nachhaltigkeit beschrieben und mit dem Atomausstieg verknüpft.

2.1 Begriff der ökologischen Nachhaltigkeit

Die Menschheit braucht einen bestimmten ökologischen Zustand der Natur um überle- bensfähig zu sein. Dies wird durch das ausgewogene Zusammenspiel zwischen Wirt- schaft und Gesellschaft mit dem ökologischen System geschaffen. Da dies bisher nicht immer im Einklang war liegt bereits eine Übernutzung der Natur vor. Die Übernutzung wird in folgenden Beispielen deutlich: Abbau und die Nutzung von Rohstoffen, Verän- derungen von großräumigen natürlichen Strukturen sowie die Probleme der Ozon- schicht.

Nach Majer kann das ökonomische System für sich allein nicht nachhaltig sein, da seine dauerhafte Existenz von dem Zusammenspiel der Wirtschaft mit dem ökologischen System abhängt.

Die Produktionsformen und das Konsumentenverhalten müssen an das ökologische System angepasst werden, um die menschlichen Lebensgrundlagen nicht zu gefähr- den.4

2.2 Risiken der Kernenergie

Ein Kernkraftwerk produziert Strom in dem es durch Kernspaltung Wasser erhitzt und diese Wärme durch eine Turbine zu elektrischen Strom umwandelt. Für diesen Prozess benötigt man Uran.5

Bei dem Vorgang der Energiegewinnung treten mehrere nachhaltige Probleme auf. Durch den Einsatz des radioaktiven Stoffes könnte die Gesundheit des Menschen und der Natur durch die Strahlung beeinträchtig werden. Dieses Problem spiegelt sich auch in der Endlagerung wieder, da man die radioaktiven Stoffe, die ein Atomkraftwerk be- nötigt nicht nur nutzen kann und somit das Problem der Entsorgung aufkommt. Diese Entsorgung ist allerdings bedingt möglich, da die Teilchen noch mehrere zehntausend Jahre gesundheitsschädliche Strahlen abgeben. Aufgrund dessen werden die Stoffe in einem Salzstock, wie zum Beispiel in Gorleben, deponiert. Ein weiterer Punkt wäre das durch terroristische Anschläge auf ein Atomkraftwerk eine Naturkatastrophe herbeige- führt werden könnte, da somit die radioaktiven Stoffe freigesetzt werden könnten (vgl. Kap. 3.3). Das Problem wird im Punkt 3.3 nochmals aufgegriffen und genau erläutert. Außerdem verlangsamt die Erhaltung der Kernenergie die Entwicklung der Forschung von alternativen Energien, denn Kernenergie ist ein Energieerzeugungsprozess, der im Gegensatz zu Braunkohlekraftwerken wenige Emissionen freisetzt.6

2.3 Geschichte des Atomausstiegsgesetz in Deutschland

Die Kernspaltung wurde im zweiten Weltkrieg erforscht und bis zur Atombombe entwi- ckelt. Daraus resultierten die Angriffe auf Hiroshima und Nagasaki welche 200000 Menschenleben forderte. Nach dem Ende des zweiten Weltkriegs wurde die friedliche Entwicklung der Kernenergie vorangetrieben und man wollte mittels Kernfusion Ener- gie erzeugen.7

Mit dem Fortschritt der Technologie mussten auch rechtliche Grundsätze festgelegt werden und somit hatte Konrad Adenauer in den 1960er Jahren ein Gesetz erlassen, welches für einen friedlichen Umgang mit der Kernenergie sorgen sollte.8

In den 70er Jahren gab es bundesweite Proteste gegen die Errichtung von Atomkraftwerken. Es entstand eine Antiatomkraftbewegung die ihre Initialzündung gegen die Errichtung gegen den Bau des Kernkraftwerks in Wyhl am Kaiserstuhl hatte. Das Kernkraftwerk bekam keine Betriebserlaubnis.9

Am 25. April 1986 kam es zu der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl. Die dadurch ent- standene radioaktive Wolke erstreckte sich von Skandinavien bis nach Westeuropa.10

Die Weltbevölkerung wurde aufgrund der Unfälle und der Initiative der Antiatomkraftbewegung auf die Probleme der Kernenergie aufmerksam und lies der Politik keine andere Wahl als auf die Proteste zu reagieren.11

Dies beanspruchte einen längeren Zeitraum, aber als die Partei „die Grünen“ 1998 als Koalitionspartner mit der SPD in den Bundestag einzogen, konnten sie die SPD zu neuen umweltpolitischen Entscheidungen überführen. Somit wurde das bestehende Gesetz von Adenauer 2002 geändert und beschlossen, dass das letzte Atomkraftwerk bis 2020 vom Netz gehen soll. Im Jahr 2010 versuchte die schwarz-gelbe Bundesre- gierung eine Laufzeitverlängerung herbeizuführen, um alte Reaktoren weitere acht Jahre laufen zu lassen und Neuere 14 Jahre. Allerdings wurde aufgrund des Atomun- glücks in Fukushima beschlossen, das letzte Atomkraftwerk in Deutschland 2022 still zu legen.

3 Chancen und Risiken des Atomausstiegs

In diesem Kapitel soll aufgezeigt werden, welche Umweltfaktoren bei einem Atomausstieg beeinflusst werden.

3.1 Problematik des Atomausstiegs durch erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien sind Energieformen, die nicht auf fossile Energieträger, wie beispielsweise Öl, Kohle oder Gas, sondern auf nicht ausschöpfbare Ressourcen zurückgreifen. So soll durch die Nutzung von Sonnen-, Wind- und Bioenergie der Ausstoß von Kohlenstoffdioxid verringert werden. Außerdem soll die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern minimiert werden.12

Kernkraftwerke können je nach Bedarf betrieben werden und können den erzeugten Strom abhängig von der Nachfrage des Marktes im Gegensatz zu den Wind- und So- larkraftwerken, die von Wind und Sonne abhängig sind liefern. Sie können weder Strom speichern, noch nachfragegerecht liefern. Dieses Problem würde zu Instabilität in den Netzen führen und deren verbundenen Frequenzschwankungen würden die derzeitigen elektronischen Geräte schädigen. In der folgenden Grafik werden die Fre- quenzschwankungen dargestellt.

Abb. 1.: Stromerzeugung aus Photovoltaikanlagen im Hochspannungsnetz von TENNETTranspower im September 2010

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

(Quelle: Transpower Stromübertragung GmbH 2010, o.S., zit. n. Mayinger/Hamacher 2010, S.4.)

In dieser Grafik werden die genannten Schwankungen beschrieben. Man sieht die un- terschiedlichen Stromerzeugnisse durch Photovoltaikanlagen im September 2010. Die Daten der Messung erstreckten sich aus dem Hochspannungsnetz der TENNET- Transpower in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hessen und Bayern.13

3.2 Ökonomische Betrachtung des Atomausstiegs

Die Diskussion über Atomkraft begrenzt sich nicht nur auf potentielle Gefahren, da auch die Kosten der Energieform einen eklatanten Streitpunkt darstellen. Es gibt jedoch nicht die expliziten Kosten die anfallen, sondern man muss diese in sozialen und externen Kosten unterscheiden.14

Nach Hirschhausen und Reitz existiert kein einziges Atomkraftwerk welches allein von Privatinvestoren vollkostendeckend finanziert und gebaut worden ist. Außerdem wer- den Kosten wie Kapitalinvestitionen, Versicherungen gegen Unfallrisiken sowie die langfristige Endlagerung vom Staat getragen. Der Staat hat privaten Unternehmen Zu- schüsse oder Garantien gegeben, um Anreize zur Atomkraftentwicklung zu geben. Aufgrund dessen sei das Modell der Atomkraftwerke gesamtwirtschaftlich unrentabel.15 Ein anderer Faktor wäre die Bezahlung der Endlagerung. Dass hunderttausende Fäs- ser radioaktiver Abfall in ehemaligen Salzbergwerken gesammelt und dieses Bergwerk mit Salzbeton gefüllt wird, sorgt dafür, dass das Bundesamt für Strahlenschutz für eine Verfüllung 2,2 Milliarden Euro veranschlagt.16

Ein Beispiel für externe Kosten findet sich bei Holm-Müller, der über eine Spanne von 20-50 Cent pro kWh angibt. Wenn man den Wert mit den tatsächlichen Kosten von circa elf Cent pro kWh vergleicht ist der sehr hoch. Allerdings sind schon die Folgen eines Super-GAUs mit einberechnet.17

3.3 Terrorgefahr aufgrund von Atomkraftwerken

Durch Terrorangriffe wie dem am 11. September 2001 bilden Atomkraftwerke ein Risi- ko für die Bevölkerung. Zwei inhaftierte Al-Qaida-Führer bestätigten diese Aussage. Die Kraftwerke sind auf zufällige Abstürze durch Kleinflugzeuge ausgelegt, aber nicht für voll betankte Passagiermaschinen. Eine Untersuchung bestätigte das. Besonders bei alten Kraftwerken, unabhängig von Typ, Größe und Aufprallgeschwindigkeit des Flugzeugs, würde es zu einem nuklearen Inferno führen. Es würde zu einer Kern- schmelze kommen und großflächige Bereiche werden radioaktiv verstrahlt. Ein poten- zieller Kriegsgegner könnte anstatt eine Atombombe zu verwenden mit dieser Methode einen weitaus größeren Schaden verursachen als mit einer Atombombe.

[...]


1 Vgl. von Hauff 2009, S10f.

2 Vgl. Bundestag 2012, o.S.

3 Vgl. Holm-Müller/Weber 2011, S.295.

4 Vgl. von Hauff 2014, S.32f.

5 Vgl. Geigerzahler [o.J.], o.S.

6 Vgl. Steblau 2014, S.12.

7 Vgl. Olzog 2014, S.29.

8 Vgl. Steblau 2014, S.13.

9 Vgl. Radkau 2012, S.111ff.

10 Vgl. Olzog 2016, S.30.

11 Vgl. Steblau 2014, S.33.

12 Vgl. Günther [o.J.], o.S.

13 Vgl. Mayinger/Hamacher 2010, S.4.

14 Vgl. Holm-Müller/Weber 2011, S.296.

15 Vgl. Hirschhausen/Reitz 2014, S.268f.

16 Vgl. Hirschhausen/Reitz 2014, S.274.

17 Vgl. Holm-Müller /Weber 2011, S.296.

Details

Seiten
16
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668357297
ISBN (Buch)
9783668357303
Dateigröße
634 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v346421
Note
1,0
Schlagworte
Atomkraft Atomenergie Nachhaltigkeit AKW Atomkraftwerke Atomausstieg Energiewende

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