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Logos, Ethos und Pathos in Ciceros Rede gegen Catilina

Betrachtung des ersten und zweiten Kapitels

Hausarbeit 2016 9 Seiten

Rhetorik / Phonetik / Sprechwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. DEFINITIONEN VON LOGOS, ETHOS UND PATHOS
2.1. DER LOGOS
2.2. DAS ETHOS
2.3. DAS PATHOS

3. ETHOS, LOGOS UND PATHOS IN KAPITEL 1 UND 2 DER ERSTEN REDE

4. FAZIT

LITERATURVERZEICHNIS

1. Einleitung

Die erste Rede Ciceros gegen Catilina wurde im Jahre 63 v. Chr. nach einem missglückten Attentat auf Cicero im Senat von Rom gehalten.1 „In einer improvisierten Rede“2 entlarvte Cicero die Verschwörung Catilinas gegen die römische Republik.

Cicero war zu seiner Zeit einer der bedeutendsten und besten Redner Roms. 63 v. Chr. kandidierte er für das höchste Amt im römischen Reich, den Konsul und war Mitglied des Senats3.

Catilina war Senator in Rom und versuchte durch eine Verschwörung an das Amt des Konsuln zu gelangen, um so seine Interessen durchzusetzen.4

Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit der Analyse des Logos, Ethos und Pathos in der Einleitung der ersten catilinarischen Rede5 von Cicero. Des Weiteren wird die Frage untersucht, auf welche Weise Cicero seine Zuhörer, die Senatoren mit Hilfe von Logos6, Ethos7 und Pathos8 schon in der Einleitung seiner Rede für sich gewinnt.

2. Definitionen von Logos, Ethos und Pathos

Logos, Ethos und Pathos gehören zu den Aufgaben des Redners. Die officia oratoris9 dienen dazu das Einverständnis des Zuhörers bzw. Lesers, zu erlangen.10

2.1. Der Logos

Logos (griech.: λόγος, lógos) beschreibt in erster Linie den Vorgang des Sprechens, sowie das Ergebnis, das Gesagte. Beim Logos, anders als beim Ethos oder Pathos, geht es um das Gesagte selbst, also den Inhalt, den das Gesagte bzw. Geschriebene vermitteln will. Er bezieht sich auf das Sachliche und Wirkliche und vermittelt somit nur sinnvolle Aussagen, die der Wahrheit entsprechen sollten. Der Logos hat einen thematischen Kern, der unmittelbar Inhalt des Logos ist. Nach Cicero „wird [der Logos] als ebenso selbstverständlich wie letztlich als für die Bedeutung nicht entscheidend vorausgesetzt.“11 Dennoch geht ohne den Logos die Rede vom Belehren in die Propaganda über.12

Zusammen mit dem Ethos und Pathos ist der Logos ein wichtiger Bestandteil argumentativer Texte. Dabei hat der Logos eine belehrende Funktion und teilt Wissen mit.

2.2. Das Ethos

Der Begriff Ethos geht auf das griechische Wort ἦθος, éthos zurück. Das Ethos ist eines der Überzeugungsmittel der Rede. Außerdem ist es ein Teil der Dreistillehre der genera dicendi des Cicero.13

Ursprünglich war der Ethos ein Mittel zur Selbstpräsentation des Redners und wurde dann später „Bestandteil der rhetorischen Affekten- bzw. Dreistillehre.“14 In der Antike ist das Ethos Teil der Charakterisierung des Redners und des Gegners. Der Redner will „das Publikum für sich [zu] gewinnen und von seinem Anliegen überzeugen“15 Dafür muss er seine Worte so wählen, dass er sich selbst in das beste Licht rückt. Den Zuhörer bzw. Leser soll das Ethos für das Gesagte bzw. Geschriebene gewinnen oder erfreuen.16 In der Gerichtsrede kann Ethos dazu benutzt werden die angeklagte „Person als Mensch wie jeden anderen“17 darzustellen und so das Publikum zu besänftigen.18

2.3. Das Pathos

Der Begriff Pathos, griech.: πάθος, kann zu deutsch mit „Leidenschaft, Affekt, Gefühlsbewegung, Überschwang“19 übersetzt werden.

„In der Rhetorik ist das P. der rednerischen Aufgabe des Erschütterns oder Bewegens (movere, flectere) zugeordnet.“20 Damit ist das Pathos ein wesentliches Überzeugungsmittel in der Rede, da es die Emotionen, die den Redner bewegen direkt auf den Zuhörer überträgt. Nach Kraus ist der Pathos in der Gerichtsrede der wichtigste Faktor, da „der Apell an die Gefühlsebene“21 den Zuhörer direkt beeinflusst. Es „stachelt die Leidenschaft des Zuhörers an“22

3. Ethos, Logos und Pathos in Kapitel 1 und 2 der ersten Rede

Im deutschen Titel des Buches23 erkennt man, dass die Reden in contra Catilina sind. Am Anfang seiner Rede (Z. 1-15) stellt Cicero ausschließlich rhetorische Fragen, insgesamt sieben. In diesen stellt er die Pläne und Taten Catilinas konkret dar.

Cicero macht deutlich, dass alle Zuhörer im Senat24 gut über Catilinas Vorhaben informiert sind.

(„wer von uns, meinst du, wüßte das nicht?“25 )

Er sagt, dass „dieser Mensch“26, trotz des Wissens des Senats über seinen Untaten, immer noch lebt. Darüber hinaus sagt er, hätte Catilina schon längst zum Tode verurteilt werden müssen.27 Er zählt diese Argumente auf, da er Catilina beseitigen will. Die Rede wurde im Senat von Cicero gehalten.28 Sie ist direkt gegen Catilina gerichtet, dieses wird an vielen Stellen im Text klar.29

[...]


1 vgl. (Cicero, 1972), S. 133 f.

2 (Cicero, 1972), S. 134

3 vgl. (Schuller, 2013), S. 54

4 vgl. (Schuller, 2013), S. 62 f.

5 (Cicero, 1972), S. 5-9, Z. 1-88

6 siehe 2.1.

7 siehe 2.2.

8 siehe 2.3.

9 vgl. (Göttert, 2009), S. 27

10 vgl. (Göttert, 2009), S. 27

11 (Göttert, 2009), S. 28

12 vgl. (Ueding & Steinbrink, 2011), S. 280

13 vgl. (Robling, 1994), Sp. 1516 f.

14 (Robling, 1994), Sp. 1517

15 (Robling, 1994), Sp. 1517

16 vgl. (Göttert, 2009), S. 27

17 (Göttert, 2009), S. 28

18 vgl. (Göttert, 2009), S. 28

19 (Kraus, Pathos, 2003), Sp. 689

20 (Kraus, Pathos, 2003), Sp. 690

21 (Kraus, Pathos, 2003), Sp. 690

22 (Göttert, 2009), S. 28

23 (Cicero, 1972)

24 oberster Rat des römischen Reiches und Machtzentrale der Republik

25 (Cicero, 1972), S. 5, Z. 14 f.

26 (Cicero, 1972), S. 5, Z. 17

27 vgl. (Cicero, 1972), S. 5, Z. 24-26

28 vgl. (Cicero, 1972), S. 133 f.

29 vgl. (Cicero, 1972), S. 5, Z. 1 & 24 ff.; S. 7, Z. 39

Details

Seiten
9
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668358089
Dateigröße
380 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v346366
Institution / Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Note
1,7
Schlagworte
cicero catilina logos ethos pathos rede rhetorik

Autor

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