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Die Führungsherausforderungen des Social Entrepreneurs

Seminararbeit 2015 18 Seiten

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
2. Entrepreneurship und Social Entrepreneurship - Ein Überblick
2.1. Der Begriff „Entrepreneurship“
2.1.1. Der Unterschied zum klassischen Unternehmertum
2.1.2. Die verschiedenen Arten des Entrepreneurships
2.2. Der Begriff „Social Entrepreneurship“
2.2.1. Charakteristika des Social Entrepreneurs
2.2.2. Finanzierung von Sozialunternehmen
2.2.3. Verschiedene Arten des Social Entrepreneurships

3. Führungsherausforderungen
3.1. Die typischen Führungsherausforderungen in einer sich permanent wandelnden
Arbeitswelt
3.2. Innovationsfördernde Führung
3.3. Die Führungsherausforderungen im Social Entrepreneurship

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Finanzierungmöglichkeiten im Social Entrepreneurship (Quelle: eigene Darstellung nach Ashoka)

Abbildung 2: Geschäftsmodelle für Sozialunternehmen (Quelle: eigene Darstellung nach Ashoka)

Abbildung 3: Der Zusammenhang von Führung und Kreativität (Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Tierney, zitiert nach Kruse)

1. Einleitung

Unter dem Begriff „Social Entrepreneurship“ verbirgt sich die durch unternehmerisches Handeln gekennzeichnete Lösung sozialer Probleme. Motiviert durch eine Vision oder Mission, leistet der Social Entrepreneur einen wertvollen gesellschaftlichen Beitrag, in dem er den Versuch unternimmt, soziale Missstände mit unternehmerisches Verhalten und Handeln anzugehen.1 Für die Gesellschaft unternehmen und Verantwortung für soziale Probleme zu übernehmen, durch die Schaffung eines gesellschaftlichen Mehr-wertes, das unterscheidet den Social Entrepreneur vom klassischen Unternehmer, wel-cher hingegen den eigenen finanziellen Gewinn zu maximieren versucht.2 Social Entre-preneurship gewinnt zunehmend an Bedeutung, da für eine Vielzahl von sozialen Her-ausforderungen eine steigende Nachfrage an innovativen und kreativen entrepreneurial solutions besteht.3 Dabei sieht sich der Social Entrepreneur einigen Barrieren und Her-ausforderungen gegenüber stehen, welche insbesondere die Führung von Mitarbeitern im Social Entrepreneurship betreffen. Entrepreneure sind einem stetigen Veränderungs-druck ausgesetzt, dadurch bedingt müssen sich Führungskräfte insbesondere in Sozial-unternehmen permanent neuorientieren.

Im Detail soll durch die vorliegende Seminararbeit geprüft werden, welchen Führungsherausforderungen sich Social Entrepreneure stellen und zugleich entgegenwirken müssen. Dabei beschäftigt sich Kapitel 2 mit dem Begriff „Entrepreneurship“ und den verschiedenen Ausprägungen, wobei insbesondere auf den Bereich des Social Entrepreneurships und dessen Charakteristika eingegangen wird.

Darauf aufbauend widmet sich Kapitel 3 den Führungsherausforderungen des Entrepreneurs, im Besonderen denen des Social Entrepreneurs, um somit einen Überblick über notwendige Führungskompetenzen in Sozialunternehmen zu schaffen. In Kapitel 4 werden die theoretischen Ergebnisse kritisch analysiert, dabei wird auch auf mögliche weiterführende Fragestellungen eingegangen.

2. Entrepreneurship und Social Entrepreneurship - Ein Überblick

Bis heute findet sich keine allgemeingültige Definition für den Begriff „Entrepreneurship“, dennoch wird im Folgenden eine Annäherung an die Thematik durch die theoretische Auseinandersetzung mit dem Begriff vorgenommen. Im Anschluss daran wird das Konstrukt des Social Entrepreneurships eingehender betrachtet.

2.1. Der Begriff „Entrepreneurship“

Versucht man den Begriff „Entrepreneurship“ zu definieren, so lässt sich dieser am ehesten mit dem Wort „Unternehmertum“ oder auch „Unternehmergeist“ aus dem eng-lischen übersetzen. Es lassen sich aber auch breitere Definitionsversuche finden, welche weit mehr als die klassische Unternehmensgründung umschreiben und kennzeichnende Charakteristika, wie beispielsweise das kreative Auffinden innovativer Geschäftsideen und -prozesse oder auch Persönlichkeitseigenschaften wie Risikofreude, miteinbezie-hen.4 Einem Definitionsversuch des österreichischem Nationalökonom Joseph Schum-peter zufolge, ist ein Entrepreneur ein außergewöhnlicher Pioniergeist, welcher wirt-schaftlich handelt ohne zuvor eine Abwägung von Grenzkosten und Grenznutzen vor-zunehmen.5 Demnach könne man dem Unternehmer eine Art Innovationsgeist oder ein besonders hohes Maß an Kreativität zuschreiben, wodurch der Entrepreneur permanent seine wirtschaftliche Position durch Innovationsprozesse zu verbessern versucht.6 Der Entrepreneur fungiert demzufolge als Katalysator für die kreative Schaffung von Inno-vationen. Den Innovationsbegriff selbst definiert Schumpeter in seinem Werk „Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung“ als die Planung, Erzeugung und Durchsetzung eines neuen Produktes oder einer organisatorischen Neuerung am Markt, wobei Schumpeter die Auffassung vertrat, dass erst durch die Durchsetzung einer Innovation die ökonomi-sche Entwicklung vorangetrieben wird.7 Abschließend lässt sich feststellen, dass der Entrepreneur durch sein unternehmerisches Verhalten nicht nur die bestehende Nach-frage an Produkten bedient, sondern vielmehr Neuschöpfungen und damit wirtschaftli-chen Aufschwung erzeugt und somit nicht zuletzt auch einen gesellschaftlichen Wandel anstößt.8

2.1.1. Der Unterschied zum klassischen Unternehmertum

Die im vorangegangenen Kapitel beschriebene kreative Innovationstätigkeit unterschei-det den Entrepreneur vom klassischen Unternehmer, welcher in erster Linie die Gene-rierung von Profiten und die Maximierung von Marktanteilen anstrebt. Der Entrepre-neur hingegen verfolgt das Ziel, bestehende Probleme mit neuartigen Produkten oder alternativen Lösungswegen anzugehen, lässt sich demnach durch eine besondere Geis-teshaltung vom klassischen Unternehmertum unterscheiden. Dabei ist zu erwähnen, dass Entrepreneure in verschiedenen Bereichen und Branchen Innovationen schaffen, sodass sich verschiedene Arten des Entrepreneurships differenzieren lassen. Diese wer-den im Folgenden kurz aufgegriffen.

2.1.2. Die verschiedenen Arten des Entrepreneurships

Eine Form des Entrepreneurships, das sogenannte Educational Entrepreneurship, ver-sucht sich an der Optimierung von pädagogischen Tätigkeiten in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen.9 Das Corporate Entrepreneurship hingegen beschäftigt sich mit dem unternehmerischen Verhalten in der Gesamtorganisation.10 Als eine weitere Form des Entrepreneurships ist das E-Entrepreneurship zu nennen, welches zunehmend an Bedeutung gewinnt und wobei es sich um die Entwicklung junger Unternehmen in der digitalen Wirtschaft handelt. Darüber hinaus lassen sich in der Entrepreneurship-Forschung viele weitere Teildisziplinen finden, wie beispielsweise das Minority-Entrepreneurship, welches vorrangig durch das Gründungsverhalten ethnischer Minder-heiten gekennzeichnet ist. Eine Art Sonderstellung nimmt das Social Entrepreneurship ein, das im nachfolgenden Kapitel eingehender betrachtet wird.

2.2. Der Begriff „Social Entrepreneurship“

Der Begriff des „Social Entrepreneurship“ umfasst Akteure verschiedenster Organisati-onen, die durch innovatives unternehmerisches Verhalten und Handeln einen gesell-schaftlichen Wandel anstreben.11 Der Social Entrepreneur kann demnach als Unterneh-mer verstanden werden, welcher Einkommen generiert, indem er soziale Missstände zu lösen versucht und dabei gesellschaftliche Zielsetzungen verfolgt.12 In erster Linie zeichnen sich Social Entrepreneure demnach durch eine gesellschaftlich-politische Mis-sion aus, welche sie durch innovative und kreative Lösungsansätze zu erfüllen versu-chen. Sie wollen den gesellschaftlichen Nutzen maximieren und nicht den eigenen fi-nanziellen Gewinn, dies unterscheidet sie grundlegend von anderen Unternehmern.13 Social Entrepreneure gehen gesellschaftliche Problematiken an, die von öffentlicher Hand nicht gelöst werden können oder die von großen Wirtschaftsunternehmen auf Grund fehlender Voraussetzungen nicht in Angriff genommen werden.14 Dabei nutzen Sozialunternehmer besonders kreative Produktions- und Organisationsmethoden und beschäftigen nicht selten sozial Benachteiligte, wodurch sie einen nachhaltigen, sozialen Beitrag leisten. Darüber hinaus sind Social Entrepreneure häufig in schwierigen gesell-schaftlichen Bereichen tätig, wie beispielsweise bei der Wiedereingliederung von straf-fällig gewordenen Jugendlichen, der Unterstützung von Drogenabhängigen und enga-gieren sich nicht zuletzt verstärkt durch die jüngsten Entwicklungen für die missliche soziale Lage von Migranten.15 Wie der Social Entrepreneur charakterisiert werden kann und welche Motive ihn antreiben, wird im folgenden Kapitel erläutert.

2.2.1. Charakteristika des Social Entrepreneurs

Der Social Entrepreneur ist eine Unternehmerpersönlichkeit, angetrieben von einer nachhaltigen Mission, der sich durch eine besondere Wahrnehmungs- und Durchset-zungsfähigkeit für innovative Ideen auszeichnet, mit denen er seine Visionen umzuset-zen und zu erreichen versucht.16.Unabdingbar ist das kreative Experimentieren mit mög-lichen Lösungswegen für soziale Problematiken sowie eine ausgeprägte Risikofreude. Die Motivation der Social Entrepreneurs ist ein bisher noch wenig erforschtes Themen-feld, eine große Rolle dürften jedoch Motive wie die Selbstverwirklichung, Anerken-nung und Wertschätzung spielen.17 Eine eher untergeordnete Rolle nimmt die Gewinn-maximierung ein, da im Fokus des Social Entrepreneurs vorwiegend der langfristige gesellschaftliche Wandel steht. Um dieses Ziel zu erreichen, versteht es der Sozialun-ternehmer, andere Menschen für seine Mission zu begeistern, ferner obliegt es ihm die

[...]


1 Vgl. Grimm, H.M. (2011), S. 447.

2 Vgl. Hackenberg, H., Empter, S. (2010), S.11.

3 Vgl. Grimm, H.M. (2011), S.441.

4 Vgl. Grimm, H.M. (2011), S. 444.

5 Schumpeter, J.A. (1997), S. 138.

6 Vgl. ebd., S. 112.

7 Ebd., S. 100f.

8 Vgl. Grimm, H.M. (2011), S.446.

9 Vgl. Grimm, H.M. (2011), S. 446.

10 Vgl. Hajizadeh-Alamdary, D., Kuckertz, A. (2015), S.6.

11 Vgl. Rummel, M. (2011), S.24.

12 Vgl. Repp, L. (2013), S. 18.

13 Vgl. Hackenberg, H., Empter, S. (2011), S.11.

14 Vgl. Repp, L. (2013), S.20.

15 Vgl. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (2015).

16 Vgl. Drucker, P. (1985), S.28.

17 Vgl. Haarbrecht, A. (2010), S.20.

Details

Seiten
18
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668356252
ISBN (Buch)
9783668356269
Dateigröße
621 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v346283
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Dortmund früher Fachhochschule
Note
2.0
Schlagworte
Motivation Führung Social Entrepreneur Führungsstil Führungskompetenzen Sozialunternehmen Unternehmertum

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