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Die Nachahmung der Alten. Antike griechische Kunst und ihr Stellenwert bei der Konzeption von Schönheit in Winckelmanns "Gedancken"

Hausarbeit 2014 25 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der Vorrang der Alten
1.1 Corporaturae sine comparatione: Natur als Begünstigung
1.2 Freiheit der Sitten und Kallipädie: Kultur als Begünstigung

2. Winckelmanns Begriff der idealischen Schönheit
2.1 „Dinge, die nicht sinnlich sind“
2.2 Laokoon und die vollkommene Regel der Kunst
2.3 Kunst als Göttergeschichte: der Stellenwert der Allegorie

3. Minervas Werk und Platons Beitrag?

Resümee: Nachahmung der Alten oder Nachahmung der Natur?

Literaturverzeichnis

Bildverzeichnis

Ludwig-Maximilians-Universität München

Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften

Die Nachahmung der Alten

Antike griechische Kunst und ihr Stellenwert bei der Konzeption von

Schönheit in Winckelmanns Gedancken

Hauptseminararbeit im Fach Neuere Deutsche Literatur

vorgelegt von

Martin Scheiber

München, Mai 2014

Einleitung

Die 1755 in einer überaus kleinen Auflage von 50 oder 60 Exemplaren1 erschienene Schrift „Gedancken über die Nachahmung der Griechischen Wercke in der Mahlerey und Bildhauer-Kunst“ von Johann Joachim Winckelmann markiert einen bedeutenden Wendepunkt in der neuzeitlichen Geistesgeschichte, dessen wohl wichtigstes Ergebnis das Aufkommen des Klassizismus als Gegenmodell zum Barock war. Für die starke Orientierung an der griechischen Antike in der Kunstbetrachtung und das in ihrer Folge entstehende idealistische Antikenbild, das für die deutsche Klassik so kennzeichnend ist, nimmt Winckelmann eine Schlüsselrolle ein.2 Wenngleich sich Winckelmann in seinen Gedancken in einer begeisterten, teils euphorischen, teils poetisch-sentimentalen Sprache ergeht, so ist der Einfluss, den seine Betrachtungen3 nicht nur auf das gebildete, aufsteigende Bürgertum, sondern auch auf die akademische Welt ausübten, als überaus hoch einzustufen.4

Die eigentliche Leistung der Gedancken besteht jedoch in dem Versuch, ein Kunstideal zu formulieren, das – einem Paradigma ähnlich – durch seinen normativen Charakter ein Beurteilungsschema sowohl für die Rezeption als auch für die Produktion von Kunst schaffen möchte. Ein entscheidendes Kriterium innerhalb dieses Schemas ist – neben bestimmten Verfahrensweisen im künstlerischen Schaffensprozess, die beschrieben werden – die Frage nach dem Wesen der Schönheit, die sich im Kunstwerk – ob Poesie, Malerei oder Plastik – widerspiegeln soll. In diesem Zusammenhang nimmt das Altertum, genauer gesagt, die griechische Antike, eine prominente Position bei Winckelmann ein und wird zugleich zum Dreh- und Angelpunkt für seinen Entwurf einer „idealischen Schönheit“.

Auf diese starke Hinwendung zur griechischen Antike sowie auf ihre Hochschätzung in den sich anschließenden Ausführungen weist bereits der erste Satz in den Gedancken hin, in dem es heißt: „Der gute Geschmack, welcher sich mehr und mehr durch die Welt ausbreitet, hat sich angefangen zuerst unter dem Griechischen Himmel zu bilden.“5 Minerva6 selbst sei es gewesen, führt er unter Berufung auf Platons Timaios weiter aus, welche den Griechen ihr Land „vor allen Ländern, wegen der gemässigten Jahres-Zeiten, die sie hier angetroffen, […] zur Wohnung angewiesen, als ein Land, welches kluge Köpfe hervorbringen würde.“7 „[W]ahrhaft untrügliche Wercke Griechischer Meister, und zwar vom ersten Range“8, seien den Künstlern aus dieser Zeit zur Nachahmung gegeben worden9, so Winckelmann – und etwas später heißt es: „Der einzige Weg für uns, groß, ja, wenn es möglich ist, unnachahmlich zu werden, ist die Nachahmung der Alten […].“10

Die vorliegende Arbeit widmet sich der Konzeption von Schönheit in Winckelmanns Gedancken unter besonderer Berücksichtigung dieses von ihm unbedingt geforderten Nachahmungsgebots. Sein Entwurf einer „idealischen Schönheit“ sowie deren Kriterien, die er in bestimmten Werken (vermeintlich)11 griechischer Künstler verwirklicht sehen will, werden hierbei den Schwerpunkt bilden. Neben den „Dingen, die nicht sinnliche sind“12, und dem Laokoon als vollkommene Regel der Kunst werden ferner der Stellenwert der Allegorie im Allgemeinen sowie der Einfluss platonischen Denkens auf Winckelmann behandelt werden.

Die zugrundeliegenden Primärtexte umfassen die wichtigsten Schriften der Dresdner Zeit, nämlich die „Gedancken über die Nachahmung der Griechischen Wercke in der Mahlerey und Bildhauer-Kunst“, das von ihm selbst verfasste aber anonym veröffentlichte „Sendschreiben über die Gedancken der Nachahmung […]“ sowie seine Antwort auf das Sendschreiben des vermeintlichen Kritikers, die „Erläuterungen der Gedancken von der Nachahmung […]“, die allesamt 1756 in der 2. Auflage13 veröffentlicht wurden – und hier sprachlich als Gedancken zusammengefasst werden.

1. Der Vorrang der Alten

Für Winckelmanns idealische Schönheit, die er in den Kunstexponaten keiner anderen Zivilisation so sehr repräsentiert sieht wie in der des antiken Griechenlands, sind die Umstände, die den Künstlern den Zugang zu einer solchen Schönheit ermöglichten, von großer Wichtigkeit. Hierbei spielt, wie oben bereits angeklungen, die Natur eine wesentliche Rolle, da sie den vorteilhaften Körperbau der Hellenen begünstigte. So gesehen war es „ein Glück für die alten Griechen und für ihre Künstler, daß ihre Körper eine gewisse jugendliche Völligkeit hatten […]“1, durch die es den Künstlern gelang, anhand der natürlichen Schönheit der Modelle eine Schönheit in ihren Werken herauszubilden, die „noch mehr als Natur“2 war. In ihren Werken manifestierten sich vielmehr „gewisse Idealische Schönheiten derselben, die, wie uns ein alter Ausleger des Plato[…] lehret, von Bildern bloß im Verstande entworffen, gemacht sind.“3

Zur Natur als Begünstigung kommen in Winckelmanns Argumentation kulturelle Faktoren wie Erziehung und Athletik hinzu, die gemeinsam dazu führten, dass „sich die schöne Natur unverhüllet zum grossen Unterricht der Künstler“4 zeigte. „Ueberhaupt war alles“, führt er weiter aus, „was von der Geburt bis zur Fülle des Wachsthums zur Bildung der Cörper, zur Bewahrung, zur Ausarbeitung und zur Zierde dieser Bildung durch die Natur und Kunst eingeflößet und gelehret worden, zum Vorteil der schönen Natur der alten Griechen gewürckt und angewendet […].“5

Für Winckelmann stellt diese Argumentation keinen Widerspruch dar, „weil das Verhältnis von Kultur und Natur für ihn, wie für andere Aufklärer (Rousseau, Beccaria) eben kein Gegensatz ist. Die menschliche Natur ist normativ […] bestimmt, sie kann durch ,Kultur‘ verkümmern oder sich entfalten.“6 Und gerade hierin sieht Winckelmann die alten Griechen mehr als alle anderen Völker privilegiert. In seinen Schriften kreiert er ein Bild des antiken Griechenlands, in dem praktisch alle Natur- und Kulturvariablen wie Klima, Kleidung, Sitten etc. das Emporkommen der idealischen Schönheit nicht nur begünstigen, sondern dieses geradezu heraufbeschwören. Wirklich belastbare Quellen, die für die Exklusivität der alten Griechen auf all diesen Gebieten sprechen, legt Winckelmann nicht vor. Dennoch sollen im Folgenden die Faktoren Natur und Kultur – so wie sie in den Gedancken darstellt werden – genauer betrachtet werden, da sie für seine Konzeption einer idealischen Schönheit relevant sind.

1.1 Corporaturae sine comparatione: Natur als Begünstigung

Die Einzigartigkeit der Beschaffenheit griechischer Körper und die äußeren Umstände, welche diese erst hervorzubringen vermochten, wird Winckelmann in seinen Ausführungen nicht müde zu betonen – oder besser: zu postulieren. „Die natürlichen Faktoren, Natur und Klima, weiß er sowohl durch antike Klimatheorien bei Polybios, Cicero, Hippokrates oder Lukian zu belegen wie auch bei Jean-Baptiste Dubos […].“1 So erfahren wir: „Der Einfluß eines sanften und reinen Himmels würckte bei der ersten Bildung der Griechen, die frühzeitigen Leibes-Uebungen aber gaben dieser Bildung die edle Form.“2

Besonders die ersten acht Seiten (in der Originalausgabe der 2. Auflage) der Gedancken sind gespickt mit Schilderungen, die uns ein Bild von der Natur des athletischen Hellenen und der sie begünstigenden Umstände geben sollen, wobei Ausschmückungen und eine überschwängliche Sprache dabei selten ausbleiben:

Das schöne Geblüt der Einwohner der mehresten Griechischen Inseln, welches gleichwohl mit so verschiedenen fremden Geblüte vermischet ist, und die vorzüglichen Reitzungen des schönen Geschlechts daselbst, sonderlich auf der Insel Scios, geben zugleich eine gegründete Muthmaßung von den Schönheiten beyderley Geschlechts unter ihren Vorfahren, die sich rühmeten, ursprünglich, ja älter als der Mond zu seyn.3

Da Winckelmann in der Körpergestalt der antiken Griechen, und zwar ausschließlich in dieser, den Inbegriff einer „vollkommenern und völligern Natur“4 erkennt, lässt er sich von der Begeisterung über dieses Ideal, das er aufgefunden zu glauben meint, zu allerhand Polemik hinreißen. So kreiert er mit bisweilen spitzzüngigen und überaus pauschalisierenden Bemerkungen gegen die Physis seiner Zeitgenossen – und überhaupt aller Vertreter seit dem Ausgang der griechischen Antike, die sich anschickten, sich kunstschaffend hervorzutun – ein Körperbild der Hellenen, welches sich ohne Weiteres als corporaturae sine comparatione bezeichnen lässt.

Den Eindruck dieser Unvergleichbarkeit griechischer Körperbauten sucht er aber gerade dadurch zu manifestieren, indem er Vergleiche anstellt – jedoch Vergleiche, die so arrangiert sind, dass sie stets zugunsten der Alten ausfallen: „Der schönste Cörper unter uns wäre vielleicht dem schönsten Griechischen Cörper nicht ähnlicher, als Iphicles dem Hercules, seinem Bruder, war.“5 Und etwas später:

Man nehme einen jungen Spartaner, den ein Held mit einer Heldin gezeuget, der in der Kindheit niemahls in Windeln eingeschrenckt gewesen, der von dem siebenden Jahre an auf der Erde geschlafen, und im Ringen und Schwimmen von Kindes-beinen an war geübet worden. Man stelle ihn neben einen jungen Sybariten unserer Zeit, und alsdenn urtheile man, welchen von beyden der Künstler zu einem Urbilde eines jungen Theseus, eines Achilles, ja selbst eines Bacchus, nehmen würde.6

Oder in einer etwas anderen Variante: „Das schönste Nackende der Cörper zeigte sich hier [in den griechischen Gymnasien] in so mannigfaltigen, wahrhaften und edlen Ständen und Stellungen, in die ein gedungenes Model, welches in unseren Academien aufgestellet wird, nicht zu setzen ist.“7

Beseelt von dem Bestreben, die Unübertrefflichkeit griechischer Körper zu kolportieren, scheut Winckelmann auch nicht davor zurück, umgekehrt aus der Oberflächenbeschaffenheit der Plastiken ein Argument für die vermeintlich gute Hautbeschaffenheit ihrer Modelle zu konstruieren. Dies ist an sich ein unzulässiger Schluss, er macht aber das Bild von den Griechen mit ihren vollkommenen Körpern und der vollkommenen Kunst, die sie hervorgebracht haben, rund:

Diese Meisterstücke zeigen uns eine Haut, die nicht angespannet, sondern sanft gezogen ist über ein gesundes Fleisch, welches dieselbe ohne schwülstige Ausdehnung füllet, und bey allen Beugungen der fleischigten Theile der Richtung derselben vereinigt folget. Die Haut wirft niemahls, wie an unsern Cörpern, besondere und von dem Fleisch getrennete kleine Falten.8

Eine ähnliche Struktur weist dieser Schluss auf:

Es bietet sich hier allezeit die Wahrscheinlichkeit von selbst dar, daß in der Bildung der schönen Griechischen Cörper, wie in den Wercken ihrer Meister, mehr Einheit des gantzen Baues, eine edlere Verbindung der Theile, ein reicheres Maaß der Fülle gewesen, ohne magere Spannungen und ohne viel eingefallene Höhlungen unserer Cörper.9

Ein weiterer Aspekt, der eine wichtige Voraussetzung der Natur für die unerreichbare Schönheit griechischer Körper darstellt, ist die Abwesenheit von Krankheit und Seuche, von der Winckelmann kategorisch ausgeht:

Die Kranckheiten, welche so viel Schönheiten zerstören, und die edelste Bildungen verderben, waren den Griechen noch unbekannt. Es findet sich in den Schriften der Griechischen Aertzte keine Spur von Blattern, und in keines Griechen angezeigter Bildung, welche beym Homer oft nach den geringsten Zügen entworfen worden, ist ein so unterscheidendes Kennzeichen, dergleichen Blatter-Gruben sind, angebracht worden.10

Gleiches behauptet er generell von Geschlechtskrankheiten sowie von der Rachitis: „Die Venerischen Uebel, und die Tochter derselben, die englische Kranckheit, wüteten auch noch nicht wider die schöne Natur der Griechen.“11

Dass Winckelmann diesbezüglich irrt, betont vor allem Spengler und resümiert: „Auch hier stellt Winckelmann wieder Behauptungen auf, für die er nicht nur den Beweis schuldig bleiben, denen er sogar einen Widerruf folgen lassen muß. Im ,Sendschreiben‘ versucht er selbst eine Einschränkung, um (möglichen oder erfolgten) Einwendungen zu begegnen […].“12: „Ueber die Blattergruben würden auch ein paar Worte aus dem Hippocrates zu reden seyn, wenn man sich in Worterklärungen eizulassen gesonnen wäre.“13

All diese Überspitzungen und Überhöhungen sind aber, so wenig stichhaltig sie aus heutiger Sicht erscheinen mögen, wichtig für Winckelmanns Argumentation. Schließlich muss er begründen, warum gerade die alten Griechen – und nur diese – Zugang zu dem idealischen Schönen fanden, auf das er noch genauer zu sprechen kommen wird, und dieses seither in Kunstexponaten kaum einer anderen Epoche wieder vorzufinden war (lediglich bei manchen Vertretern der italienischen Renaissance und der holländischen Malerei gestattet er sich kleinere Abweichungen von dieser Grundhaltung)14. Dass er jedoch, um dieser Einsicht Nachdruck zu verleihen, gelegentlich über das Ziel hinausschießt, auch dort, wo „einige Einschränkungen am Platze gewesen“15 wären, nimmt er getrost in Kauf, ebenso wie „all jene Leute, die in Dresden, wo er dies niederschrieb, seinen Umgang bildeten und ihm ihr Wissen von Kunst im allgemeinen und der antiken im besonderen vermittelten.“16

[...]


1 Vgl. Pfotenhauer, H., Bernauer, M., Miller, N. (Hg.): Frühklassizismus. Position und Opposition: Winckelmann, Mengs, Heinse. Frankfurt/Main: DKV 1995 (Bibliothek der Kunstliteratur Bd. 2), Kommentar, S. 344.

2 Vgl. Max Kunze (Hg.): Johann Joachim Winckelmann. Gedancken über die Nachahmung der Griechischen Wercke in der Mahlerey und Bildhauer-Kunst. Stuttgart: Reclam 2013, Nachwort, S. 246.

3 Neben den Gedancken wären in diesem Zusammenhang als einflussreiche Schriften u. a. noch Alte Denkmäler der Kunst (2 Bände) und sein Hauptwerk Geschichte der Kunst des Alterthums zu nennen.

4 Vgl. Kunze, a. a. O., S. 246. So gilt Winckelmann etwa als geistiger Wegbereiter der akademischen Disziplinen Archäologie und Kunstgeschichte. Vgl. auch Kunze, S. 233.

5 Johann Joachim Winckelmann: „Gedancken über die Nachahmung der Griechischen Wercke in der Mahlerey und Bildhauer-Kunst“. In: J. J. Winckelmann: Kleine Schriften, Vorreden, Entwürfe. Hg. Walter Rehm u. m. e. Einleitung v. Hellmut Sichtermann. Berlin: de Gruyter 1968, S. 29.

6 Eigentlich Athene, vgl. Platon: Timaios 21e/24c.

7 Winckelmann, a. a. O., S. 29.

8 Ebd.

9 Winckelmann bezieht sich hier auf Werke, die von August II. erworben worden waren und die er als „die größten Schätze aus Italien“ bezeichnet, darunter Teile der Brandenburgischen Antiken, Denkmäler aus Italien aus den Sammlungen von G. P. Bellori, des Fürsten Chigi, des Kardinals Albani und die drei Herkulanerinnen. Vgl. Kunze, a. a. O., Kommentar 10,1–6, S. 169.

10 Winckelmann, a. a. O., S. 29.

11 Bei einigen Werken, die Winckelmann seiner Leserschaft als „erhobene Arbeiten der Alten“ vorstellt, handelt es sich, zumindest bei denjenigen Exponaten, die er in Augenschein genommen haben dürfte, um Nachbildungen. Die drei „Herkulanerinnen“ hat er vermutlich nur in Form der Gipskopien Matiellis gesehen (vgl. Pfotenhauer u. a. (Hg.), a. a. O., S. 352). „Den Laokoon dürfte Winckelmann nicht einmal als Gipskopie gesehen haben […]: Einiges spricht dafür, daß er ihn u. a. aus Kupferstichen […] kannte“ (ebd.).

12 Winckelmann, a. a. O., S. 55.

13 Neben den genannten Schriften wurde in der 2. Auflage ein weiterer Aufsatz Winckelmanns mit dem Titel „Nachricht von einer Mumie in dem Königlichen Cabinet der Alterthümer in Dreßden“ veröffentlicht, der für diese Arbeit jedoch nicht von großer Relevanz ist.

1 Winckelmann, a. a. O., S. 108.

2 Winckelmann, a. a. O., S. 30.

3 Ebd.

4 Winckelmann, a. a. O., S. 33.

5 Ebd.

6 Mathias René Hofer: Rezension von: Raimund M. Fridrich: „Sehnsucht nach dem Verlorenen“. Winckelmanns Ästhetik und ihre frühe Rezeption, Bern u. Frankfurt a. M. (u. a.): Peter Lang 2003. In: sehepunkte 4 (2004), Nr. 12 [15.12.2004], ULR: <http://www.sehepunkte.historicum.net/2004/12/5170.html> (zuletzt eingesehen am 02.04.2014).

1 Kunze, a. a. O., Nachwort, S. 239 f.

2 Winckelmann, a. a. O., S. 30 f.

3 Winckelmann, a. a. O., 32.

4 Winckelmann, a. a. O., S. 36.

5 Winckelmann, a. a. O., S. 30. Obwohl Iphikles der Zwillingsbruder des Herkules ist, gilt als dessen Vater Amphitryon, ein Weltlicher, während aber Herkules von Zeus, dem Göttervater, gezeugt wurde. Vor diesem Hintergrund rückt der Vergleich Winckelmanns in einen Kontext von „menschlich – göttlich“.

6 Winckelmann, a. a. O., S. 31.

7 Winckelmann, a. a. O., S. 33.

8 Winckelmann, a. a. O., S. 36.

9 Ebd.

10 Winckelmann, a. a. O., S. 32.

11 Winckelmann, a. a. O., S. 33.

12 Walter Eckehart Spengler: Der Begriff des Schönen bei Winckelmann. Ein Beitrag zur deutschen Klassik. Hg. Ulrich Müller, Franz Hundsnurscher u. Cornelius Sommer, Göppingen: Verlag Alfred Kümmerle 1970, S. 16.

13 Winckelmann, a. a. O., S. 70.

14 Vgl. etwa Winckelmann, a. a. O, S. 30: „Mit diesem Auge [dem des Nikomachos, der die Helena des Zeuxis von Herakleia betrachtete und die Göttin in ihr erkannte] haben Michael Angelo, Raphael und Poußin die Wercke der Alten angesehen. Sie haben den guten Geschmack aus seiner Qvelle geschöpfet […]“. Raffaels Plastiken erreichten laut Winckelmann diesen hohen Grad „aber nur in starcken musculösen Figuren, in Cörpern aus der Helden-Zeit“, nicht jedoch „in zärtlich jugendlichen, nicht in weiblichen Figuren, welche unter seiner Hand zu Amazonen geworden“ seien (Winckelmann, a. a. O., S. 39). Vgl. auch: „[…] es ist der Weg zu Holländischen Formen und Figuren. Dieses aber ist der Weg zum allgemeinen Schönen und zu Idealischen Bildern desselben […]“ (Winckelmann, a. a. O., S. 37). Aber auch: „Der grosse Rubens ist weit entfernt von dem Griechischen Umriß der Cörper, und in denjenigen unter seinen Wercken, die er vor seiner Reise nach Italien, und vor dem Studio der Antiquen gemachet hat, am weitesten“ (Winckelmann, a. a. O., S. 39). Maratta und Solimena werden für die gelungene Draperie der Gewänder gelobt (vgl. Winckelmann, a. a. O., S. 42).

15 Spengler, a. a. O., S. 17.

16 Ebd. Spengler spielt hier vermutlich u. a. auf Lippert, v. Hagedorn und Oeser an. Zu Letztgenanntem zog Winckelmann 1754, um dessen Zeichenschüler zu werden, von dem er aber auch lernte, sein Augenmerk in der Kunstbetrachtung auf die griechische Antike zu richten. Für Winckelmanns Entwurf eines Kunstideals war Oeser ein wichtiger – wenn nicht der – Impulsgeber. Vgl. etwa Pfotenhauer u. a., a. a. O., S. 349: „Oeser […] hat größten Einfluß auf Winckelmann. Er verkörpert den Übergang vom Barock zum Klassizismus und steht ein für die Schönheit der Griechen in der bildenden Kunst […]. Nicht zuletzt dessen Vorliebe für die drei Dresdner Herkulanerinnen […] sollten für Winckelmanns Geschmacksbildung wichtig werden.“ Am Ende der Erläuterung der Gedanken von der Nachahmung bezeichnet Winckelmann Oeser als einen „wahren Nachfolger des Aristides, der die Seele schilderte, und für den Verstand malete […]“ (Winckelmann, a. a. O., S. 144).

Details

Seiten
25
Jahr
2014
ISBN (eBook)
9783668355248
ISBN (Buch)
9783668355255
Dateigröße
1.6 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v345542
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München – Institut für Deutsche Philologie
Note
1
Schlagworte
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