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Examensentwurf Hip-Hop-Choreografie

„HipHop-Battle“. Entwicklung einer tänzerischen Bewegungsgestaltung unter Einbezug von Basecaps und Gestaltungsparametern

Unterrichtsentwurf 2016 27 Seiten

Sport - Sportpädagogik, Didaktik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Lerngruppenanalyse
1.1 Beschreibung der Lerngruppe
1.2 Lernausgangslage und Lernstand

2 Didaktische Überlegungen zur Unterrichtsreihe

3 Didaktische Überlegungen zur Stunde
3.1 Materialanalyse
3.2 Lernziele und Kompetenzen

4 Methodische Überlegungen zur Stunde

Literaturverzeichnis

A) Übersicht zur Unterrichtseinheit „HipHop“ Rahmenbedingungen

B) Verlaufsplan

C) Unterrichtsmaterial
(1) Arbeitskarte Floorworks (exemplarisch)
(2) Arbeitskarte Basisschritte (exemplarisch)
(1) Arbeitsauftrag
(2) Arbeitsauftrag für nicht aktiv teilnehmende Schülerinnen
(3) Hallenplan

D) Plakate
(4) Beobachtungsauftrag
(5) Gemeinsame Reihenplanung
(6) Stundenfragen
(7) Bewertungskriterien

E) Diagnostik

1 Lerngruppenanalyse

1.1 Beschreibung der Lerngruppe

Bei dem von mir seit Beginn des Schuljahres 2016/17 unterrichteten Sportkurs der Qualifikations-Phase handelt es sich um einen Wahlkurs, bei dem die Schülerinnen und Schüler[1] ein Kursprofil nach Interessensschwerpunkten gewählt haben. In diesem Fall beinhaltet dieses die Sportarten Tanz, Fitness und Badminton[2]. Der Kurs setzt sich aus 19 Schülerinnen und 4 Schülern zusammen[3]. Die SuS verfügen über gute soziale Kompetenzen, geprägt durch Respekt, Kooperation und Rücksichtnahme. Bei ersten kreativen Bewegungsaufgaben, wie beispielsweise dem rhythmischen Fortbewegen zur Musik, verhielten sich die SuS recht zurückhaltend. Die gegenseitige Präsentation von Bewegungsfolgen in Kleingruppen war zu Beginn ebenfalls noch schambelastet. Mittlerweile zeigen sich die SuS dabei zunehmend selbstbewusst (personale Kompetenz). Vier Schülerinnen (W2, W3, W5, W12) wurden von mir bereits in der Einführungsphase unterrichtet. Sie können von ihren Erfahrungen aus dem letzten Schuljahr profitieren. Bezüglich der Schülerin W3 ist zu erwähnen, dass diese an einer Magen-Darm-Erkrankung leidet. Sofern sie im Unterricht anwesend ist, existierte die Vereinbarung, dass sie sich ihrem körperlichen Zustand entsprechend beteiligt und bei Bedarf, auch ohne Abmeldung, die Sporthalle für einen Toilettengang verlassen darf.

1.2 Lernausgangslage und Lernstand

Ein zu Beginn der Unterrichtsreihe durchgeführter Fragebogen ergab, dass fast die Hälfte der SuS bislang keinerlei Erfahrungen mit Tanzsport im Rahmen ihres Privatlebens gesammelt hat. Zudem gaben acht SuS im Fragebogen an, auch in der Schule noch nicht mit Tanz in Berührung gekommen zu sein[4]. Demnach kann in der geplanten Unterrichtsreihe nur wenig auf Vorerfahrungen zurückgegriffen werden. Trotz weniger Erfahrungen ist eine gute Teilnahme- und Leistungsbereitschaft zu beobachten. Allerdings waren zu Beginn die Jungen des Kurses recht skeptisch gegenüber dem Themenfeld Tanz. Dies äußerte sich, neben entsprechenden Angaben im Fragebogen[5], teilweise in wenig motiviert wirkender Mitarbeit. Besonders M3 und M4 scheinen mittlerweile ihre Berührungsängste weitestgehend abgelegt zu haben. Indikatoren dafür sind eine verbesserte Mitarbeit sowie das Äußern von Ideen und Wünschen wie beispielsweise das Erlernen von Breakdance[6]. Die Einschätzung des tänzerischen Bewegungskönnens des Kurses basiert auf der beobachtenden Ausführungsgüte gymnastischer und tänzerischer Bewegungsgrundformen[7], einer vorgegebenen Aerobic-Abfolge und der HipHop-Choreografien. Aufgrund dessen stufe ich die Bewegungskompetenz der Lerngruppe als heterogen ein. Neben einem breiten Mittelfeld mit durchschnittlichen tänzerischen Fähigkeiten existiert eine leistungsstarke Spitze, zu der ich besonders die Schülerinnen W1, W4, W9 und W16 zähle. Sie verfügen über ein breites Bewegungsrepertoire. Zur Diagnose des Rhythmus- und Taktgefühls der Lerngruppe wurden rhythmisches Seilspringen, Prellen mit Bällen, klangerzeugende Körperübungen[8] und Zählübungen durchgeführt. Hier konnten größtenteils annehmbare bis sehr gute Fähigkeiten festgestellt werden. Die Mehrheit des Kurses beherrscht das ritualisierte Aerobic-Aufwärmprogramm inzwischen gut. Einzelne SuS weisen noch Bewegungsfehler auf[9]. Weiterhin sammelten die SuS Erfahrungen mit HipHop spezifischen Mobilisations- und Isolationstechniken der Hauptbewegungszentren[10]. Im Bereich des theoretischen Bewegungswissens lernten die SuS Bewegungsmerkmale des HipHops sowie Gestaltungsparameter und dabei besonders das Kriterium „Raum“ kennen. Außerdem wurden Beobachtungs- bzw. Bewertungskriterien für eine Choreografie erarbeitet[11]. Das gegenseitige Präsentieren von Arbeitsergebnissen, Kriterien geleitetes Beobachten und Feedbackgeben ist den SuS somit bekannt. Die Choreografien der SuS bestehen aus einem gemeinsamen Teil auf den Refrain des Songs „Black and Yellow“ von Wiz Khalifa und einem selbst entwickelten Teil auf die Strophe des Songs[12]. Außerdem wurden Basecaps in die Choreografien integriert[13]. Die dabei verwendeten kooperativen Arbeitsphasen haben gezeigt, dass die SuS diese Sozialform schätzen und in dieser zielgerichtet und produktiv zusammenarbeiten. Bei Problemen in der Erarbeitungsphase wissen sie auf Hilfen zurückzugreifen (z.B. Tippkarten, Hilfsordner mit Anregungen, Videos). Die SuS verfügen somit über eine gute Problemlösekompetenz, sodass trotz weniger Vorerfahrungen, die Gestaltungen eigener Choreografien bislang relativ unkompliziert verliefen.[14] In der letzten Stunde haben die Lernenden vier Schritte aus dem Bereich des „Floorworks“[15] kennengelernt. Die genannten Inhalte stellen die Ausgangslage für die Examenslehrprobe dar.

2 Didaktische Überlegungen zur Unterrichtsreihe

Obwohl Tanz in den Lehrplänen verordnet wird, stellt er keine Selbstverständlichkeit im Schulsport dar. Dabei geht vom Tanz ein vielfältiges Bildungspotenzial aus[16]. Dass Tanz besonders bei Schülerinnen einer großen Beliebtheit zukommt, wird durch die Geschlechterzusammensetzung des Kurses bestätigt. Am häufigsten wurde HipHop als Unterrichtsthema von der Lerngruppe gewünscht[17]. HipHop entstand in den 1970er Jahren in New York City auf öffentlichen „urban danceparties“ im sozialen Brennpunkt der South Bronx. Bis heute prägt HipHop maßgeblich die Jugendkultur und ist den SuS aus den Medien bekannt. Typisch für diesen Tanzstil ist der Wechsel zwischen weichen, fließenden und ruckartig, harten Bewegungen und die Betonung in den Boden. Dies kommt den Jungen im Kurs entgegen. Ein weiterer Vorteil von HipHop ist, dass die Tanzschritte nicht nach hundertprozentiger Perfektion streben und die Tänzer ihre eigene „Handschrift“ kreieren können[18]. Aufgrund dessen stellt die geplante Unterrichtsreihe einen Lebensweltbezug der SuS dar und bietet auch für Tanzneulinge[19] eine motivierende Lerngelegenheit (Schülerrelevanz). Gleichzeitig erweisen sich die beschriebenen Wechsel der Bewegungsformen sowie die Isolationstechniken als koordinativ und konditionell anspruchsvoll und schulen die sportmotorischen Fähigkeiten der SuS (Fachrelevanz). Die Verwendung aktueller Musik steigert zudem die Motivation der Jugendlichen und kann „[…] als Ansatzpunkt genutzt werden, die Jugendlichen auch außerhalb des Schulsports für Tanz- oder Fitnessangebote zu begeistern“[20] (Gesellschaftsrelevanz).

Tanz als Unterrichtseinheit findet seine Berechtigung im hessischen Lehrplan der gymnasialen Oberstufe unter den Bewegungsfeldern „Bewegung gymnastisch, rhythmisch und tänzerisch gestalten“ und „Den Körper trainieren, die Fitness verbessern“[21]. HipHop wird im Lehrplan nicht explizit genannt, kann aber dem Bereich der „Modetänze“ zugeordnet werden[22]. Es bietet sich an, das Unterrichtsvorhaben schwerpunktmäßig an den pädagogischen Perspektiven „Sich körperlich ausdrücken, Bewegung gestalten“ und „Sinneswahrnehmung verbessern, Bewegungserlebnis und Körperwahrnehmung erweitern“[23] auszurichten. Die Lerngruppe erhält die Möglichkeit, neue Bewegungserfahrungen und Ausdrucksmöglichkeiten zu sammeln. Dadurch wird die Bewegungskompetenz der SuS maßgeblich geschult[24]. Zu Beginn der Reihe wird durch transparente Leistungserwartungen, den SuS die Vorgehensweise und das Ziel - das Erstellen einer eigenen HipHop-Choreografie - verdeutlicht. Dies ist die Ausgangslage für eine gemeinsame Reihenplanung[25], wodurch der Lerngruppe die Möglichkeit gegeben wird den Unterricht aktiv mitzugestalten. Um das Ziel zu erreichen, kommt anfangs eine relativ geschlossene didaktisch-methodische Vorgehensweise zum Einsatz, die im Verlauf schrittweise geöffnet wird[26]. Konkret bedeutet dies, dass den SuS zunächst ein Teil der Choreografie lehrerzentriert vermittelt wird, bevor dieser durch eigene Bewegungssequenzen ergänzt werden soll. Dabei kommen Methoden wie das Lernen durch Lehren[27] zum Einsatz, indem die Tanzexpertinnen (W1, W4, W9, W16) ihren Mitschülerinnen und Mitschülern verschiedene Basisschritte[28] des HipHops vermitteln. Die Heterogenität der Lerngruppe wird dadurch als Lernchance genutzt[29]. Weiterhin wird durch die beliebige Kombination dieser Basisschritte sowie eigener Tanzschritte die Gestaltung der Gruppenchoreografien erleichtert. Zuvor festgelegte Gestaltungsparameter und Bewertungskriterien[30] geben dabei einen Rahmen vor. Die kreative Einbindung von Basecaps in die Gruppenchoreografien, als typisches Kleidungsstück in der HipHop- Szene, dient der weiteren Motivation der Lerngruppe sowie der Erweiterung des Bewegungsrepertoires. Dies dürfte auch die Jungen zusätzlich für das Vorhaben motivieren[31]. Durch die überwiegend kooperativen Sozialformen, wird die Sozial- und Teamkompetenz der SuS weiter gestärkt. Die beschriebene Vorgehensweise ermöglicht eine hohe Schüler- und Handlungsorientierung und eine problemorientierte Auseinandersetzung mit dem Lerninhalt. Dadurch wird die Selbständigkeit sowie Gestaltungsfähigkeit der SuS gefördert. Im gesamten Unterrichtsvorhaben wird der Heterogenität der Lerngruppe durch individuelle Differenzierungsmöglichkeiten der Tanzschritte[32] und Hilfsmaterialien, wie einem persönlichen Tanzhefter mit Beschreibungen der Tanzschritte und einem bereitgestellten Pool[33] an Bewegungsideen Rechnung getragen. Zudem wird die Präsentations- und Urteilsfähigkeit der Lerngruppe stets durch Gruppenpräsentationen sowie Beobachtungs- und Reflexionsaufgaben gefördert. Da im HipHop neben Bewegungen in den Boden auch Bewegungen mit dem Boden eine wichtige Bedeutung haben, sollen die Choreografien in der heutigen Stunde durch sogenannte „Floorworks“ des Breakdance verlängert werden[34]. Zum Abschluss der Reihe werden die erschaffenen Gruppenchoreografien in Form von „Dance Battles“[35], die typisch für die HipHop-Szene sind, zusammengeführt und gefilmt.

3 Didaktische Überlegungen zur Stunde

Die geplante Unterrichtsstunde ist innerhalb des Prozessmodells im Bereich „Kompetenzen stärken und erweitern“ angesiedelt. Im didaktischen Zentrum der Stunde steht die Erweiterung der Gruppenchoreografien durch mindestens zwei Tanzschritte aus dem Bereich des Floorworks. Ein Bodenelement soll dabei als komplette Gruppe und ein weiteres als Solo oder Duo getanzt werden. Während des Solos bzw. Duos sollen die restlichen Gruppenmitglieder die bekannten Basisschritte des HipHops[36] für einfache Hintergrundbewegungen nutzen. Bei der Umsetzung des Genannten sind Körpergefühl, Körperkoordination, Rhythmusgefühl, Bewegungskreativität und isometrische Kraftfähigkeiten von Belang (Bewegungskompetenz). Zudem wird die Sozial- und Teamkompetenz[37] der SuS gestärkt, da für den erfolgreichen bewegungsbezogenen Lernprozess, die zielgerichtete Kommunikation und Kooperation der Gruppenmitglieder unabdingbar ist. Die Planung eines Solos oder Duos bzw. von Hintergrundbewegungen fördert zudem die Urteils- und Entscheidungskompetenz der SuS. Zur Vorentlastung werden die vier zur Auswahl stehenden Floorworks bereits in der Stunde zuvor von den SuS anhand von Arbeitskarten[38] und Videos erarbeitet. Jedes Bodenelement wird dabei durch geeignete Übergänge (Drops) vom Stand zum Boden eingeleitet. Diese werden ebenfalls in der Stunde zuvor von den Gruppen selbst entwickelt. Die Bodenelemente können unabhängig vom Takt der Musik getanzt werden und bieten eine Offenheit, die die individuelle Ausgestaltung der Bewegungen ermöglicht und sogar einfordert[39]. Dies kommt der Heterogenität der Lerngruppe zugute und entspricht dem didaktischen Prinzip der Differenzierung[40]. Weiterhin sollen die kraftvollen und dynamischen Bewegungen die Berührungsängste auf Seiten der Jungen weiter abbauen[41]. Der in der Unterrichtsreihe ritualisierte offene Beginn bietet den SuS die Möglichkeit, sich mit den bereit gestellten Materialen[42] nach individuellen Präferenzen zu erwärmen. Nach einer kurzen kognitiven Phase wird das bekannte Aerobic-Aufwärmprogramm durchgeführt, um das Herz-Kreislaufsystem anzuregen. Außerdem werden Komplexübungen, die Kräftigungs- und Dehnübungen vereinen, durchgeführt. Dabei wird in dieser Stunde neben der Rumpfmuskulatur der Fokus auf die Handgelenke und Arme gelegt, da auf diese bei den Bewegungen am Boden hohe Belastungen ausgeübt werden. Auf die spezifischen Mobilisations- und Isolationsübungen[43] wird in der Einzelstunde verzichtet, um ausreichend Zeit für die Gruppenarbeit sowie die Ergebnispräsentationen zu gewährleisten. Die Erarbeitungsphase I dient der Rekapitulation der vier Floorworks und bereitet inhaltlich auf die Erarbeitungsphase II vor[44]. In dieser wiederholen die Gruppen zunächst ihre Choreografien, bevor sie diese durch die Bodenelemente erweitern. Dieses didaktisch-methodische Vorgehen wirkt sich nicht nur auf die genannten Kompetenzen förderlich aus, sondern auch auf die Bewegungszeit. Für die Floorworks bzw. Hintergrundbewegungen steht den SuS eine weitere Strophe zur Verfügung (max. 4X8 Zählzeiten). In dieser Phase vermute ich, dass sich die Tanzexpertinnen gewinnbringend einbringen und somit den Lernprozess der Gruppe fördern. Alternativ zu diesem Vorgehen hätten die Bodenelemente auch in die bestehenden Choreografien integriert werden können. Allerdings erachte ich das als schwierig, da dies ein Umlernen zur Folge hätte. Die anschließenden Präsentationen in der Sicherungsphase fördern die personale Kompetenz der SuS, indem sie weiter dazu ermutigt werden, sich tanzend zu präsentieren und ihre Arbeitsergebnisse gewürdigt werden[45]. Gleichzeitig wird das bewegungsanalytische Beobachtungsvermögen der SuS sowie deren Urteilsfähigkeit gefördert. Die Abschlussphase dient der Besprechung und der Reflexion des Lernprozesses, woraus sich Konsequenzen für die Weiterarbeit ergeben. Bei verbleibender Zeit besteht die Möglichkeit, noch einmal alle Gruppen gemeinsam in ihren jeweiligen Tanzbereichen tanzen zu lassen und ggf. die Tipps ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler sogleich umzusetzen.

3.1 Materialanalyse

Floorworks verlangen isometrische und dynamische Stützkraftfähigkeiten aus Oberarmen und Schultern sowie eine gute Körperspannung, da der Körperschwerpunkt im Rumpfbereich oftmals über dem Boden gehalten werden muss. Deshalb wurden solche Bodenelemente ausgewählt, die in Grobform von möglichst allen SuS des Kurses durchgeführt werden können. Als besonders herausfordernd sehe ich die Floorworks „Shuffle“ und „Mühle“[46]. Dies wurde bei der Erprobung der Schritte in der letzten Unterrichtsstunde bestätigt. Während einige SuS sich bei der Ausführung der beiden Floorworks recht schwer taten, stellten sie für einige andere eine angemessene Herausforderung dar. Durch kleine Veränderungen, können die Schritte an das eigene Leistungsniveau angepasst werden. Falls sich die Lernenden die Floorworks sowie die Basisschritte noch einmal vor Augen führen möchten, stehen ihnen die Arbeitskarten[47] und Lernvideos aus den vergangenen Unterrichtsstunden zur Verfügung. Ein Arbeitsauftrag[48] soll die Erarbeitungsphase II strukturierend unterstützen. Die Aufgabenstellung 1 dient der Festigung der bereits entwickelten Gruppenchoreografien. Bei Aufgabe 2 und 3 müssen die Gruppen festlegen, wer ein Solo oder Duo bzw. Hintergrundbewegungen übernimmt, welche Tanzschritte dafür verwendet und wie diese kombiniert werden. Hier sehe ich die Schwierigkeit, dass die Entscheidungen zu lange dauern und sich die SuS zunächst zieren könnten, ein Solo oder Duo zu übernehmen. Daher werde ich die Gruppen beobachten und ggf. beratend und ermutigend eingreifen. Aufgabe 4 des Arbeitsauftrages dient der Festigung des neu Erlernten für die sich anschließenden Präsentationen. Zudem ist für leistungsstarke Gruppen ein Zusatzauftrag enthalten, der den aktiven Einbezug der Basecaps in die Floorworks umfasst.

3.2 Lernziele und Kompetenzen

Hauptlernziel:

Die SuS erweitern ihre HipHop-Choreografie, indem sie mindestens zwei Floorworks in Grobform an diese anhängen und dabei ein Solo oder Duo mit Hintergrundbewegungen einbauen. (BK, TK)[49].

Weitere Teillernziele und Kompetenzen:

- Die SuS erweitern ihre Urteils- und Entscheidungskompetenz, indem sie zu dem gestellten Arbeitsauftrag eigenständig Lösungswege finden und dadurch ihre HipHop-Choreografie erweitern.
- Die SuS erweitern ihre Urteils- und Entscheidungskompetenz, indem sie die erweiterten HipHop-Choreografien ihrer Mitschüler/innen sowie die Bewegungsausführung der Floorworks Kriterien geleitet beurteilen.
- Die SuS fördern ihre personale Kompetenz, indem sie sich zutrauen tänzerische (HipHop-)Bewegungen vor anderen SuS zu präsentieren und sich kreativ auszudrücken.
- Die SuS erweitern ihre Kooperations- und Kommunikationsfähigkeit, indem sie in der Gruppenarbeit einander unterstützen und respektvoll miteinander umgehen (Sozialkompetenz).

4 Methodische Überlegungen zur Stunde

Der Einstieg in die Unterrichtsstunde erfolgt durch eine kurze kognitive Phase im Innenstirnkreis. Diese dient der Erinnerung an die Inhalte der letzten Stunde, wodurch sich der weitere Unterrichtsverlauf und die heutige Stundenfrage seitens der SuS ableiten lassen. Das Aerobic-Aufwärmprogramm erfolgt in Blockaufstellung im Plenum. Dies führe ich zunächst gemeinsam mit der Lerngruppe aus, bevor ich das Zählen an die Lernenden übergebe, um ggf. korrigieren zu können[50]. Die SuS können sich nun an den leistungsstarken Mitschülerinnen orientieren. Normalerweise findet das Kräftigungs- und Dehnprogramm im Innenstirnkreis statt. Da sich für die Wiederholung der Floorworks im Anschluss jedoch die Blockaufstellung anbietet, werden die beiden Komplexübungen ebenfalls im Block durchgeführt. Dadurch soll ein Zeitverlust durch ständiges Wechseln der Aufstellungsform verhindert werden. Bei der Wiederholung der Floorworks muss auf ausreichend Abstand zwischen den Tanzenden geachtet werden. Daraufhin folgt eine zweite kognitive Phase im Innenstirnkreis, in der der Arbeitsauftrag besprochen und eventuelle Fragen geklärt werden. Die anschließende Erarbeitung des Stundeninhaltes findet in den feststehenden Tanzgruppen und in abgesteckten Tanzbereichen statt. Es handelt sich dabei um vier heterogene Kleingruppen bestehend aus fünf bis sechs SuS. In jeder Gruppe befindet sich eine der Tanzexpertinnen (W1, W4, W9, W16). Diese Einteilung wurde gewählt, da schwächere SuS in heterogenen Gruppen besser lernen als in homogenen und stärkere SuS in diesen zumindest nicht schlechter als in homogenen[51]. Die Gruppengröße hat den Vorteil, dass sich alle SuS aktiv in den Lernprozess einbringen können. Ihr eigenverantwortliches Lernen wird dadurch optimal gefördert[52]. Durch die binnendifferenzierte Aufgabenstellung, nämlich der Gestaltung eines Solos oder Duos bzw. von Hintergrundbewegungen, werden alle SuS gefördert. Die leistungsstarken SuS können anspruchsvolle Bewegungen nutzen und die leistungsschwächeren SuS müssen sich mit ihrer Bewegungsaufgabe vermutlich ohne Bewegungsvorbild einer Expertin auseinandersetzen[53]. Nicht aktiv teilnehmende SuS werden den Gruppen beratend zur Seite gestellt und bekommen dazu einen schriftlichen Arbeitsauftrag[54] ausgehändigt. In der sich anschließenden Präsentationsphase stellen sich die Gruppen ihre Ergebnisse gegenseitig vor. Um zu gewährleisten, dass alle Gruppen präsentieren können, werden die Darbietungen parallel durchgeführt. Das bedeutet, dass jeweils zwei Gruppen sich gegenseitig beobachten und einander Rückmeldung geben. Vorab wird der Beobachtungsauftrag anhand eines Plakats kurz erläutert. Die Gruppen geben einander mündlich Rückmeldung. Auf die Verwendung von Beobachtungszetteln wird aus praktischen Gründen verzichtet. In der nachfolgenden Reflexionsphase werden die Beobachtungen und Erfahrungen im Plenum gesammelt und reflektiert. Außerdem werden wichtige Aspekte für die Weiterarbeit in Hinblick auf das anstehende HipHop-Battle und die Benotung gemeinsam festgelegt. Ich als Lehrperson bewege mich in der heutigen Stunde zwischen der Rolle des Moderators, des Bewegungsvorbildes und des Lernberaters. Dabei trete ich in dem Maße zurück, wie es die Selbstständigkeit der SuS im Lernprozess zulässt.

[...]


[1] Im Folgenden als SuS bezeichnet.

[2] HKM (2010). Lehrplan Sport. Seite 30f.

[3] Das ungleiche Geschlechterverhältnis fällt bislang nicht ins Gewicht.

[4] Vgl. Auswertung des Fragebogens im Anhang.

[5] Der Kurs wurde aufgrund der zeitlichen Verordnung im Stundenplan sowie der beiden anderen Inhalte gewählt.

[6] Vgl. Didaktische Überlegungen zur Reihe und zur Stunde.

[7] z.B. Gehen, Laufen, Hüpfen, Springen, Federn, Galoppieren, Drehen.

[8] u.a. Klatschen, Schnipsen, Stampfen.

[9] Vgl. Didaktische Überlegungen zur Stunde.

[10] Kopf, Schulter, Brustkorb und Becken. Die Körperteile werden isoliert voneinander bewegt.

[11] Siehe Material im Anhang.

[12] Auf den Refrain wird zweimal getanzt: Refrain (4X8 Zählzeiten) – Strophe (4X8 Zz) – Refrain (4X8 Zz).

[13] Vgl. Didaktische Überlegungen zur Reihe.

[14] Allerdings waren zwei der vier Gruppen in den vergangen Stunden nie komplett.

[15] Floorwork meint Tanzschritte am Boden (Breakdance), in diesem Fall: Mühle, 1-Step, 3-Step und Shuffle.

[16] Vgl. Fritsch (o.J.). Seite 3.

[17] Vgl. Auswertung des Fragebogens im Anhang.

[18] Vgl. Klöpper & Lippert (2014). Seite 9.

[19] Vgl. Lernausgangslage und Lernstand.

[20] Vgl. Klöpper & Lippert (2014). Seite 9.

[21] Vgl. HKM (2010). Lehrplan Sport. Seite 82f.

[22] Vgl. ebd. S. 82.

[23] Vgl. ebd. Seite 7f.

[24] Vgl. Lernausgangslage und Lernstand.

[25] Siehe Material im Anhang.

[26] Vgl. Pfitzner & Aschebrock (2013). Seite 2f.

[27] Vgl. Klöpper & Lippert (2014). Seite 27.

[28] Criss Cross, Kick Ball Change, Basic Slide, Indie Rock vor/zurück, Bounce am/mit Knie heben, Kick Cross Step.

[29] Vgl. Frohn & Pfitzner (2011). Seite 4.

[30] Siehe Material im Anhang.

[31] Vgl. Lernausgangslage und Lernstand.

[32] Beispielsweise durch das Weglassen von Armbewegungen.

[33] Ein Hilfsordner sowie Videos mit Tanzschritten und Choreografien.

[34] Vgl. Albers (2014). Seite 14. Vgl. Didaktische Überlegungen zur Stunde.

[35] Vgl. Klöpper & Lippert (2014). Seite 8.

[36] Vgl. Didaktische Überlegungen zur Reihe.

[37] Vgl. HKM. Kerncurriculum Sport. (2011). Seite 12.

[38] Siehe Material im Anhang.

[39] Vgl. Albers (2014). Seite 14f.

[40] Vgl. Lernausgangslage und Lernstand.

[41] Vgl. ebd.

[42] Auf Materialwünsche und Vorschläge der SuS wird soweit möglich eingegangen.

[43] Vgl. Lernausgangslage und Lernstand.

[44] Vgl. Stundenverlaufsplan im Anhang.

[45] Vgl. Lerngruppenbeschreibung.

[46] Siehe Material im Anhang.

[47] Siehe ebd.

[48] Siehe ebd.

[49] Bewegungskompetenz, Teamkompetenz.

[50] Vgl. Lernausgangslage und Lernstand.

[51] Vgl. Achtergarde (2011). Seite 64.

[52] Vgl. ebd.

[53] Vgl. Didaktische Überlegungen zur Stunde und Materialanalyse.

[54] Siehe Material Anhang.

Details

Seiten
27
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668351837
ISBN (Buch)
9783668351844
Dateigröße
1.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v345287
Institution / Hochschule
Studienseminar für Gymnasien Wiesbaden
Note
1,0
Schlagworte
examensentwurf hip-hop-choreografie hiphop-battle entwicklung bewegungsgestaltung einbezug basecaps gestaltungsparametern

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Titel: Examensentwurf Hip-Hop-Choreografie