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Herausforderungen für Public Health

Entwicklung und Folgen am Beispiel Österreich

Hausarbeit 2015 16 Seiten

Gesundheit - Public Health

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG

2. ENTWICKLUNG IN ÖSTERREICH UND AUSWIRKUNGEN
2.1. Entwicklung der Bevölkerung in Österreich
2.1.1. Österreich bisher und heute (Geburten, Sterbefälle, Zuwanderung, Arbeitsmarkt)
2.1.2. In 20 Jahren
2.2. Herausforderungen aus der Sicht von Public Health

3. ZUSAMMENFASSUNG
3.1. Österreich bisher, heute und in 20 Jahren
3.2. Herausforderungen aus der Sicht von Public Health
3.3. Fazit

4. LITERATURVERZEICHNIS
4.1. Bücher, Zeitschriften, Sammelbände
4.2. Online-Quellen

Vorwort

Die Autorin hat ihr erstes Buch im Akademikerverlag im Juni 2015 publiziert. Darin wurde der Zusammenhang zwischen Arbeitsfähigkeit und Gesundheitsförderung in Pflegeeinrichtungen untersucht. Es war eine Bachelorarbeit an der UMIT und der Titel des Buches lautet:

Einflussfaktoren auf die Arbeitsfähigkeit des Pflegepersonals - Auswirkungen der betrieblichen Gesundheitsförderung

Die nachfolgende Arbeit entstand im Rahmen des Diplomlehrganges Gesundheitsmanagement an der KMU und wurde mit einem sehr gut beurteilt. Die Autorin hat zum Thema Public Health den Ist-Zustand in Österreich und die Herausforderungen aus der Sicht des Public Health untersucht..

Danksagung

Ich danke Gott für alles was mir gegeben wurde: meine Familie, Freunde, Kollegen, aber auch für die wunderbare Gabe wissenschaftliche Arbeiten zu verfassen.

Auch danke ich meinem ehemaligen Betreuer, der mir das wissenschaftliche Arbeiten im Rahmen meines Pflegewissenschaftsstudiums mit viel Geduld beigebracht hat. Ich danke Ihnen, weil ohne dieses Wissen hätte ich nie diese Hausarbeit so erfolgreich verfassen können. Vielen lieben Dank dafür.

Zuletzt auch an den Betreuer, der die nachfolgende Arbeit begutachtet hat und mir die Benotung genau begründet hat. Es macht mich sehr stolz, dass mir etwas so gut gelungen ist und ich freue mich, wenn es meinen Lesern auch gefällt.

1. Einleitung und Problemstellung

Die durchschnittliche Lebenserwartung ist steigend und liegt derzeit bei Männern bei 77,7 Jahren und bei Frauen bei 83,1 Jahren. Die Geburtenrate liegt bei 1,44 Kindern pro Frau und der Bevölkerungszuwachs in Österreich basiert auf zunehmende Migration (vgl. WKO, 2015). Der demografische Wandel deutet auf eine Überalterung, zunehmende Anzahl von Singles und Kinderlosen, aber auch von einem steigenden Migrantenanteil in allen Altersgruppen hin. Diese Veränderung wirkt sich auf Wohnungsmarkt, Infrastruktur, Finanzen, Arbeitsmarkt, Wirtschaft aus und wird zum Problem für die Pensionssicherung, Gesundheitssystem und Altenbetreuung (vgl. Schipfer, 2005, S. 3). Durch die steigende Alterung der Bevölkerung wird der Druck auf die öffentlichen Ausgaben ausgeübt und das stabile Pensionssystem gefährdet (vgl. WKO, 2015).

Bei einer schrumpfenden Stadt wird auch die Menge des Abwassers geringer und das führt zu Ablagerungen in den Leitungen, die Geruchsprobleme verursachen können. Der Verbrauch von Trinkwasser sinkt und da auch hier das Wasser länger in Leitungen verweilt, erhöht sich das Verkeimungsrisiko (vgl. Schipfer, 2005, S. 16). Das Verständnis von Gesundheit und Krankheit wird auch durch den soziokulturellen Hintergrund geprägt, aber auch die Beschreibung von Symptomen und die Erwartung an die Therapie. Migranten beurteilen ihren Gesundheitszustand und ihre Lebensqualität schlechter als Personen ohne Migrationshintergrund (vgl. Anzenberger et al., 2015, S. 2).

Um einige dieser Probleme zu lösen ist statt einer Problemorientierung eine Ressourcenorientierung nötig. Ressourcenorientierte Daten über engagierte Personen oder Institutionen, Lebensqualität, soziale Netzwerke sind nicht vorhanden, aber gerade diese sind für eine kooperative und positive Kommunalentwicklung wichtig. Auch eine familienfreundliche Umgebung entsteht erst durch gezieltes politisches und wirtschaftliches Handeln. Gemeinden und Regionen, die ein familienfreundliches Klima schaffen, haben auf lange Sicht auch wirtschaftlich bessere Perspektiven. Je früher das Bewusstsein für die zukünftigen Entwicklungen vorbereitet ist und die ersten Maßnahmen eingeleitet werden, umso eher wird sich auch bei ungünstigen Rahmenbedingungen ein Erfolg einstellen (vgl. Schipfer, 2005, S. 18-19).

Projekte mit Themen aus der Gesundheitsförderung, Gesundheitskompetenz, Empowerment sowie Prävention können die Gesundheit der Bevölkerung, insbesondere von Menschen mit Migrationshintergrund verbessern (vgl. Anzenberger et al., 2015, S. 5).

Ziel dieser Arbeit ist es die Entwicklung der Bevölkerung in Österreich in den nächsten 20 Jahren darzustellen und auch die dabei entstehenden Herausforderungen aus der Public Health Sicht zu beschreiben.

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird im folgenden Text auf eine geschlechtsspezifische Differenzierung, wie z.B. Teilnehmer/Innen verzichtet. Im vorliegenden Text wird durchgängig die männliche Form benutzt. Im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes sind alle Aussagen als nicht geschlechtsspezifisch zu betrachten, sondern schließen beide Formen gleichermaßen ein.

2. Entwicklung in Österreich und Auswirkungen

In diesem Kapitel wird die Bevölkerungsstruktur und -entwicklung von Österreich beschrieben und schließlich werden auf die Herausforderungen aus der Sicht von Public Health eingegangen.

2.1. Entwicklung der Bevölkerung in Österreich

Die Bevölkerungsentwicklung setzt sich aus verschiedenen Faktoren zusammen, wie der aktuellen Bevölkerungsstruktur, der natürlichen Bevölkerungsbewegungen (Geburten und Sterbefälle) sowie räumlicher Bevölkerungsbewegungen (Zuwanderung und Abwanderung). Umfang, Richtung und Tempo der Bevölkerungsentwicklung und damit auch die Bevölkerungsstruktur werden durch diese drei Faktoren bestimmt, aber auch die steigende Lebenserwartung spielt eine Rolle in vielen Bereichen (vgl. Schipfer, 2005, S. 3).

2.1.1. Österreich bisher und heute (Geburten, Sterbefälle, Zuwanderung, Arbeitsmarkt)

Geburtenentwicklung und steigende Lebenserwartung

Zwischen 1900 und 1928 hat sich die durchschnittliche Geburtenzahl pro Frau von vier auf zwei Kinder halbiert. Mitte der 1930er Jahre lag die Geburtenrate bei ca. 1,5 Kindern pro Frau. In den 1960er Jahren in der sogenannten „Baby-Boom-Phase“ lag die Geburtenzahl wieder deutlich über dem Bestandserhaltungsniveau von zwei Kindern pro Frau (vgl. Schipfer, 2005, S. 4).

Es zeigt sich, dass im Ausland geborene Mütter mehr Kinder bekommen, als in Österreich geborene. Während Frauen aus der Türkei im Schnitt 2,40 Kinder und Frauen aus dem ehemaligen Jugoslawien (außerhalb der EU) 2,06 Kinder gebaren, lag die durchschnittliche Kinderzahl bei Frauen aus EU-/EWR-Staaten und der Schweiz bei 1,53. Das ist nur wenig über dem Niveau der in Österreich geborenen Mütter. Ausländische Staatsbürgerinnen brachten im Durchschnitt deutlich mehr Kinder (1,91) zur Welt, als bereits eingebürgerte Migrantinnen (1,50) und auch das Alter weist Unterschiede bei der Erstgeburt auf. Migrantinnen sind bei der Geburt des ersten Kindes zwischen 24,3 und 25,8 Jahre alt, während Österreicherinnen 29,3 Jahre alt sind (vgl. Baldaszti et al., 2015, S. 30).

Im Jahr 2013 war die Lebenserwartung bei der Geburt von im Ausland geborenen Personen etwa gleich hoch wie jene der in Österreich Geborenen. Sowohl die Rate der Totgeburten als auch die Säuglingssterblichkeit waren im Jahr 2013 bei Kindern mit ausländischen Müttern, höher als bei Kindern inländischer Frauen (vgl. Anzenberger et al., 2015, S. 3).

In den 1980er und 1990er Jahren lag die Zahl der Gestorbenen durchschnittlich bei 85.000 pro Jahr. Die bisher geringste Zahl der Sterbefälle in Österreich wurde im Jahr 2004 mit 74.292 registriert. Im Jahr 2005 gab es einen Anstieg auf 75.189 und im Jahr 2006 ein Rückgang auf 74.295 Sterbefälle. Die Zahl der Gestorbenen stieg von 2007 bis 2013 auf 79.526 an. Die Anzahl der Sterbefälle sank im Jahr 2014 um 1,6% auf 78.252 (Statistik Austria, 2015).

Die Zahl der Abtreibungen werden von Experten zwischen 20 000 und 30 000 geschätzt, aber in Österreich wird keine Statistik geführt (DerStandard, 2013).

Das Sinken der Geburtenraten und der gleichzeitige Anstieg der Lebenserwartung bewirkt eine Verschiebung des Altersaufbaus in der Bevölkerung und dadurch rücken immer weniger junge Menschen ins Erwerbsalter (vgl. Bad Ischler Dialog, 2011, S. 12).

Die Veränderung der Altersstruktur ist dramatisch, weil dadurch die Anteile der unter 15- Jährigen sehr stark sinken und die Altersgruppe der über 60-Jährigen ansteigen (vgl. Schipfer, 2005, S. 4). Eine Folge ist der Druck auf die öffentlichen Ausgaben des Pensionssystems durch die steigende Alterung der Bevölkerung (vgl. WKO, 2015).

Ebenfalls steigen die Gesundheitskosten durch vermehrte Arztbesuche und Gesundheitsausgaben der älteren Bevölkerung (vgl. Bad Ischler Dialog, 2011, S. 31).

Die „demographische Alterung“, also der Rückgang des Anteils von Kindern und Jugendlichen bei gleichzeitigem Anstieg der Bevölkerung im Pensionsalter, wird durch Zuwanderung aus dem Ausland etwas abgeschwächt (vgl. Baldaszti et. al., 2015, S. 28).

1,4 Millionen Menschen in Österreich sind im Ausland geboren und nach Österreich zugewandert. Das entspricht knapp 17 Prozent der österreichischen Gesamtbevölkerung im Jahr 2014. In Deutschland geborene Zuwanderer stellen die größte Gruppe mit 210.735 Personen dar, gefolgt von 159.958 Migranten aus der Türkei sowie aus Bosnien und Herzegowina mit 155.050 Personen. Die größte Migrantengruppe kommt aus Deutschland und sind in sechs Bundesländern (Kärnten, Niederösterreich, Tirol, Salzburg, der Steiermark und Vorarlberg) verzeichnet. Mehr als die Hälfte der Zugewanderten (57%) kam aus Europa sowie der Schweiz. Die meisten Zuzüge gab es 2013 nach Wien mit 61.714 Personen, sowie Oberösterreich (18.029) und Niederösterreich (16.676) und die wenigsten verzeichneten das Burgenland (3.296 Zuzüge), Kärnten (6.428) und Vorarlberg (6.475). Bezogen auf die Gesamtbevölkerung im Bundesland lebten die meisten Migranten in Wien mit 32,2%, gefolgt von den Bundesländern Vorarlberg mit 18,3% und Salzburg mit 16,5% (vgl. Integrationsfond, 2015).

2014 lebten in Kärnten 8,7 % Personen mit ausländischer Staatsangehörigkeit und ähnlich war es sowohl in Niederösterreich mit 8,3 %, als auch in der Steiermark mit 8,7 % (vgl. Baldaszti et al., 2015, S. 113).

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs war Österreich immer wieder ein wichtiges Zielland für Asylmigration und in der Zeit des Eisernen Vorhangs kamen diese bedingt durch die geographische Nähe vor allem aus den damals kommunistischen Staaten Ostmitteleuropas. Die Flüchtlingswellen der Jahre 1956 aus Ungarn, 1968 aus der damaligen Tschechoslowakei und 1981/82 aus Polen stehen damit in Zusammenhang. Insgesamt haben von 1961 bis 1989 in Österreich 196.642 Personen um Asyl angesucht und mit dem Fall des Eisernen Vorhangs rückten die Staaten des ehemaligen Jugoslawiens ins Zentrum der Asylmigration nach Österreich aufgrund der politischen Veränderungen . Zwischen 1990 und 1999 suchten 129.693 Personen um Asyl in Österreich an. Nach der Jahrtausendwende kam es zu einer neuerlichen Veränderung der Asylwanderungen nach Österreich und im Zeitraum von 2001 bis 2005 nimmt die Zahl an Asylwerbern zu. Österreich wurde zu einem wichtigen Ziel der Asylmigration in die EU aufgrund der geographischen Lage an den wichtigsten interkontinentalen Migrationsrouten aus dem (östlichen) Mittelmeerraum und als Teil der Europäischen Union. Insgesamt kamen zwischen 2000 und 2009 221.151 Asylwerber nach Österreich, insbesondere aus Tschetschenien, Afghanistan, dem Irak und Nigeria.

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Details

Seiten
16
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668348752
ISBN (Buch)
9783668348769
Dateigröße
488 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v345202
Institution / Hochschule
KMU Akademie und Management AG
Note
Sehr gut
Schlagworte
Public Health Österreich Herausforderung Entwicklung Folgen Beispiel Zukunft Statistik Bevölkerung Bevölkerungsstruktur

Autor

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