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Öffenlichkeitsarbeit von Nichtregierungsorganisationen

Hausarbeit 2015 19 Seiten

Politik - Internationale Politik - Thema: Int. Organisationen u. Verbände

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 NGOs – allgemeine Erläuterung
2.1 Merkmale von NGOs
2.2 Wesentlicher Grundsatz von NGOs

3 Medien allgemein
3.1 Traditionelle Medien
3.2 Moderne Medien

4 Strukturen der Zusammenarbeit
4.1 Verhältnis der NGOs zu den Medien
4.2 Verhältnis der Medien zu den NGOs

5 Mediale Mittel der NGOs zur Aufmerkeitsgenerierung
5.1 Aktion
5.2 Schock
5.3 Very Important Persons

6 Fazit

7 Literatur

1 Einleitung

„NGOs are many things at the same time“

(Hilhorst 2003: 3)

Nichtregierungsorganisationen, besser bekannt als NGOs nehmen Positionen von unterschiedlichen Frühwarnsystemen in der Zivilgesellschaft ein. Durch ihr Handeln versuchen sie die Politik, unternehmerische Entscheidungen sowie das Verhalten von Bürgern und Konsumenten nachhaltig zu beeinflussen. NGOs besitzen ein sehr vielfältiges Tätigkeitsfeld und eines der wichtigsten Mittel, die ihnen zu Verfügung stehenum ihr Tun zu propagieren, ist dabei Öffentlichkeitsarbeit.

Große Organisationen wie Greenpeace oder der World Wild Found For Life (WWF) „haben ihre Öffentlichkeitsarbeit weitestgehend ausgebaut und professionalisiert“[1]. Mit diesem Hilfsmittel gelingt es ihnen Druck z.B. auf Regierungsorganisationen aufzubauen und öffentliche Diskussionen auszulösen. „Öffentliche Resonanz ist das Mittel der Wahl für Gruppierungen, deren Ressourcen nicht reichen, um auf direktem Wege über Geld Anreize zu geben oder über Machtmittel Druck zu entfalten.“[2]. Daraus entwickelt sich eine gewisse mediale Abhängigkeit. Auf Grund dessen ist „(…)die Fokussierung auf die Medien für NGOs(…)“[3] auch fragwürdig, denn sie „(…) sind darauf angewiesen, dass ihr Thema von den Medien als berichtenswert angesehen(…)“[4] wird. Dennoch nehmen die Medien den Platz eines Bindeglieds zwischen der zivilen Öffentlichkeit und der Organisation selber ein. Auf Öffentlichkeitsarbeit würde heutzutage keine NGO mehr verzichten. Zu Wichtig ist der Nutzen, der aus der Zusammenarbeit mit den Medien resultiert. Der primäre Zweck der Öffentlichkeitsarbeit ist es eine Art Verbindung zu der Gesellschaft aufzubauen. Notwendige Mittel wie „Gelder für die eigene Arbeit einzuwerben und dauerhafte Unterstützer zu gewinnen.“[5] isteinsekundärer, aber durchaus willkommener Nebeneffekt. „Die Aufgabe der Öffentlichkeitsarbeit ist es, eine Organisation oder Anliegen positiv bekannt zu machen.“[6].

Von der Seite der Medien aus betrachtet ist es ebenfalls von Vorteil Beziehungen zu NGOs aufrechtzuerhalten, da sich die Berichterstattung zu den Anliegen der NGOs sich von „den 15-Minuten-Berühmtheiten, die in den kommerziellen Medien dominieren“[7] grundsätzlich unterscheiden und i.d.R. auf Fakten und Tatsachen basieren. Die Einschränkung von der Medien B berichterstattung in Ländern ohne Pressefreiheit oder über öffentlichkeitsscheue bzw. geheime Institutionen ist ein weiterer Aspekt, der den Nutzen von NGOs für die Medien aufzeigt. In solchen Ländern greifen Journalisten auf internationale und unabhängige Organisationen zurück um bestimmte Informationen öffentlich zu machen[8]. Wie NGOs Öffentlichkeitsarbeit betreiben und in welcher Wechselbeziehung sie zu den Medien stehen, soll in der nachfolgenden Arbeit näher erläutert werden.

2 NGOs – allgemeine Erläuterung

2.1 Merkmale von NGOs

Die Gründer und Mitglieder einer NGO lassen sich alsGruppen vonMenschen charakterisieren, die eine gemeinsame Überzeugungzu gesellschaftlichen und oderpolitischen teilen und der gleichen Meinung über Missstände in der Gesellschaft sind. teilenundkeine pekuniäre Interessen besitzen.NGOs gehen entstehen in der Regelaus einer zivilgesellschaftlichen Initiative, und eben nicht durch eine staatliche , [9] hervor . Auf nationaler sowie auch auf internationale Ebene , gehören progressiver Wandel sowie soziale Anliegen zu den Unternehmenszielen Zielenvon NGOs[10]. Jochen Schildt, Chefredakteur des Greenpeace Magazins, definiert sie so: „NGO sind anstrengend, sie übertreiben, sie erzwingen durch ihre Nadelstichpolitik nachhaltige ökologische, politische und gesellschaftliche Veränderungen.“ NGOs haben es sich zur Aufgabe gemacht, progressiven Wandel den Fortschritt in der Gesellschaftvoranzutreiben, „ weil sie sich für soziale, ökologische und gesellschaftspolitische Anliegen einsetzen, die nicht ausschließlich ihren Mitgliedern zugutekommen.“[11]

Eine einheitliche Definition des Begriffs NGO lässt sich , durch die enorme Vielfältigkeit heutzutage, nicht nur schwerbestimmen. Dennoch lässt die Literatur es zu, sich auf grundlegende Merkmale festzulegen.

Da wärezunächstdas Merkmal die derNicht-Staatlichkeit, d.h. NGOs streben nach gesellschaftlicher Anerkennung und mediale Aufmerksamkeit, durch die sie die Möglichkeit erhalten das politische Geschehen im Sinne der Bevölkerung nachhaltig zu beeinflussen,und zwarohne dass sieMitglieder einer staatlichen Nomenklaturaalsoz.B. eines Parlaments oder eines Ministeriumssind. Dieses Merkmal führt dazu, dass politisch organisierten Gruppen die Bezeichnung NGO verwehrt bleibt. Zwar enthält die Arbeit von Mitarbeitern von NGOs, dass sie politisch tätig werden, aber „ohne ihre Interessenvertreter als Mandatsträger in Parlamente oder andere staatliche Institutionen entsenden bzw. dort platzieren“(18) zu wollen. Eine vollständige staatliche Unabhängigkeit ist Heutzutage aber eher selten.Vertreter von NGOs findet man als Lobbyisten,ebenso wie VertreterderWirtschaftund großen Unternehmen,auf den Fluren von Parlamenten.

Bis auf wenige NGOs, erhalten viele Organisationen „zum Teil erhebliche finanzielle Unterstützung vom Staat . “[12] Im Jahr 2012 waren es in der Bundesrepublik insgesamt 60 Millionen Euro, die NGOs für entwicklungspolitische Dienste vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) erhielten. Durch diese finanziellen Zuwendungen, besteht die Gefahr, dass eine Abhängigkeit entsteht und die Organisation zu einem Subunternehmen des Staates wird, solange eine Mitsprache bzw. eine Kontrolle des Staates nicht auszuschließen ist.[13]

Ausnahmenbilden z.B. Ärzte ohne Grenzen. Diese Organisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, ungeachtet des „ „ Verursacherprinzips“ in Konfliktregionen und in Kriegsgebieten zu Gunsten Notleidender“ zu agieren[14]. und f Für den Zugang zu solchen Gebieten und den zumSchutz der eigenen Mitarbeiter ist es, nach Auffassung „Ärzte ohne Grenzen“,notwendig, zu keiner speziellen Partei anzugehören oder bloß verdächtigt zu werden, ein Unterstützer einer speziellen regierungspolitischen Gesinnung zu sein, die Ursache fürdenKonflikt oderdieKrise sein könnte.

Neben dem Kriterium der Nicht-Staatlichkeit, ist die Nicht-Kommerzialität einer Organisation, ein entscheidender Punkt, ob eine Organisation der Bezeichnung einer NGO entspricht. Für eine NGO bedeutet dies, dass sie nicht das Ziel der Profitmaximierung verfolgt, stattdessen strebt eine solche Organisation bloß nach der Deckung der eigenen Kosten an, d.h. NGOs sind nur auf Kostendeckung ausgerichtet.[15] Alle Gewinne die NGOs erwirtschaften, sei es durch Spendengelder oder durch das Einwerben von Projektmitteln, sind alleinig für den Zweck zur Umsetzung und zu der Erreichung der Unternehmenseigenen Zielen vorgesehen.[16] „NGOs zeichnen sich also dadurch aus, dass die Verwirklichung ihrer Ziele ihren Unterstützern keine selektiven Vorteile verschafft.“[17] NGOs repräsentieren „öffentliche Interessen bzw. Interessen, die als öffentlich deklariert werden.“[18] Inwiefern die Nicht-Kommerziealität der NGOs mit einer Professionalität, wie sie z.B. im Profitorientiertem Sektor vorherrscht, sich vereinbaren lässt, ist umstritten.

Das Merkmal einer gut strukturierten Der Punkt Organisation als Kriterium, lässt unterscheidetNGOs deutlich von „sozialen Bewegungen und anderen Formen kollektiven Handelns mit einer weniger stabilen organisatorischen Struktur“[19] abheben . Sie sind deutlich mehr , als bloß eintemporärer und anonymeröffentlicher Protest. Durch einen institutionellen und formalen Aufbau sind sie nach außen hin abgrenzbar.

[...]


[1] Böhm, J./Albersmeier, F./Spiller, A. , Ernährungswirtschaft, S.77

[2] Böhm, J./Albersmeier, F./Spiller, A. , Ernährungswirtschaft, S.78-79

[3] Böhm, J./Albersmeier, F./Spiller, A. , Ernährungswirtschaft, S. 85

[4] Böhm, J./Albersmeier, F./Spiller, A. , Ernährungswirtschaft, S. 85

[5] Böhm, J./Albersmeier, F./Spiller, A. , Ernährungswirtschaft, S.77

[6] Fischer, W. , Öffentlichkeitsarbeit, S. 21

[7] Bogert, C. , Wandel der Medienlandschaft, 2011

[8] Bogert, C. , Wandel der Medienlandschaft, 2011

[9] Frantz, C. ,Martens, K., Nichtregierungsorganisationen, 2006, S.24

[10] Frantz, C. ,Martens, K., Nichtregierungsorganisationen, 2006, S. 50

[11] Frantz, C. ,Martens, K., Nichtregierungsorganisationen, 2006, S. 50

[12] Walk, H., Soziale Bewegung, 2007, S. 149

[13] Frantz, C. ,Martens, K., Nichtregierungsorganisationen, 2006, S.29

[14] Frantz, C. ,Martens, K., Nichtregierungsorganisationen, 2006, S.28

[15] http://www.ngojobs.at/was-ist-eine-ngo/

[16] Frantz, C., Martens, K., Nichtregierungsorganisationen, 2006, S.50

[17] Voss, K., Öffentlichkeitsarbeit, 2007, S. 31

[18] Böhm, J./Albersmeier, F./Spiller, A. , Ernährungswirtschaft, S.78

[19] Frantz, C., Martens, K., Nichtregierungsorganisationen, 2006, S. 29

Details

Seiten
19
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668348554
ISBN (Buch)
9783668348561
Dateigröße
907 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v345186
Institution / Hochschule
Fachhochschule Trier - Umwelt-Campus, Standort Birkenfeld
Note
1,7
Schlagworte
NGO Öffentlichkeitsarbeit Mediale Mitel Medien

Autor

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