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Peter Singers Begründung besonderer Pflichten durch den Zwei-Ebenen-Utilitarismus

Seminararbeit 2011 19 Seiten

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Singers Argumentation
2.1. Das theoretisches Fundament - Zwei-Ebenen-Utilitarismus
2.2. Die Begründung besonderer Pflichten mittels Zwei-Ebenen-Utilitarismus

3. Die Beurteilung von Singers Argumentation

4. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Peter Singer schrieb 1972, zu einer Zeit, als im heutigen Bangladesch Menschen an Unter- ernährung, Obdachlosigkeit und fehlender medizinischer Versorgung starben, den Aufsatz Famine, Affluence and Morality1 und stiess damit die philosophische Debatte um das Welt- armutsproblem an.2 Singer erläutert darin das Prinzip, dass wir, wenn es in unserer Macht steht, etwas Schlechtes zu verhindern, ohne dabei etwas von moralischer Bedeutung zu opfern, dies moralisch gesehen tun sollten, anhand des folgenden Teich-Beispiels:

Wenn ich an einem seichten Teich vorbeikomme und ein Kind darin ertrinken sehe, so sollte ich hinein- waten und das Kind herausziehen. Das bringt zwar mit sich, dass meine Kleider schmutzig und nass werden, aber das ist bedeutungslos, wohingegen der Tod des Kindes vermutlich etwas sehr Schlechtes wäre.”3

Singer vergleicht im Nachfolgenden die Situation des Kindes im Teich, mit jener eines bengalischen Flüchtlingskindes, welches vor dem Hungertod zu retten ist. Dabei ist unsere Hilfspflicht, so Singer, in beiden Fällen gleich gross. Denn es ist „moralisch irrelevant, ob die Person, der ich helfen kann, ein zehn Meter von mir entferntes Nachbarskind ist oder ein Bengale, dessen Namen ich niemals erfahren werde, in 15‘000 Kilometern Entfernung.“4 Einige wenige Philosophen, wie Frances Kamm, haben gegen diese These argumentiert, insofern sie glauben, dass sich unsere Pflichten aufgrund der blossen geographischen Distanz zu den Hilfsbedürftigen verändern.5 Wie Bleisch in „ Pflichten auf Distanz “ zeigt, ist räumliche Distanz an sich moralisch jedoch nicht relevant.6

Andere Philosophen, wie David Miller oder John Rawls, argumentieren gegen diese These, insofern sie glauben, dass unsere Pflicht einem weit weg lebenden Fremden zu helfen, nicht gleich gross ist, wie die Pflicht seinem Nachbarskind zu helfen.7 Mit anderen Worten behaupten sie, dass wir gegenüber Freunden, Familie oder Landsleuten “besondere Pflichten8 “ haben, welche wir gegenüber Fremden in anderen Ländern nicht haben.

Singer entgegnet, dass sich, im Rahmen seiner Konzeption einer globalen Ethik, durchaus besondere Pflichten gegenüber bestimmten Personengruppen rechtfertigen lassen.9

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Frage, wie, gegenüber wem und bis zu welchem Ausmass sich - im Rahmen der Ethik Singers - besondere Pflichten rechtfertigen lassen.

Dazu soll in einem ersten Schritt das theoretische Fundament, auf welches sich Singer in seiner Begründung solcher Pflichten stützt, erläutert werden. Darauf aufbauend wird in ei- nem zweiten Schritt veranschaulicht, gegenüber wem und bis zu welchem Ausmass sich, nach Singer, besondere Pflichten begründen lassen. Im anschliessenden dritten Teil erfolgt die Beurteilung seiner Argumentation. Dabei liegt der Fokus im Speziellen auf Singers Ar- gumentation, dass sich gegenüber Landsleuten keine besonderen Pflichten begründen las- sen. Ich werde gegen diese These argumentieren und werde aufzeigen, dass sich, selbst im Rahmen der Singerschen Argumentation, besondere Pflichten auch gegenüber Landsleuten begründen lassen.

Die Struktur der Arbeit folgt in weiten Teilen - insbesondere zu Beginn - den Ausführungen von Thomas Weitner in Peter Singers globale Ethik - Eine konstruktive Kritik.10

2. Singers Argumentation

2.1. Das theoretisches Fundament - Zwei-Ebenen-Utilitarismus

Singer stützt sich bei der Begründung besonderer Pflichten auf das Zwei-Ebenen-Modell von Hare.11 Hare unterscheidet zwei Ebenen moralischen Denkens, die kritische und die intuitive Ebene. Je nach Ebene sind andere Moralprinzipien massgeblich.12

Die Prinzipien beider Ebenen sind universell präskriptiv. So sind beispielsweise die Prinzi- pien „Du sollst nicht lügen.“ und „Du sollst nicht lügen, es sei denn, in Fällen wo du jeman- dem mit einer Lüge das Leben retten kannst.“ im gleichen Masse universell. Sie unterschei- den sich allerdings zum einen, im Grad ihrer Spezifität. Während Prinzipien der intuitiven Ebene („Du sollst nicht lügen“) vergleichsweise einfach und eher allgemein sind, können Prinzipien der kritischen Ebene („Du sollst nicht lügen, es sei denn, in Fällen wo du jeman- dem mit einer Lüge das Leben retten kannst.“) hochgradig spezifisch sein.13 Zum anderen sind Prinzipien der intuitiven Ebene nicht unterordnend, demgegenüber Prinzipien der kriti- schen Ebene unterordnend sind. Mit anderen Worten lassen intuitive Prinzipien, insofern Ausnahmen zu, als dass es möglich ist, solche Prinzipien in speziellen Fällen brechen zu dürfen und sich trotzdem weiterhin an sie zu halten. Die Prinzipien auf der kritischen Ebene moralischen Denkens hingegen sind unterordnend, beziehungsweise brauchen aufgrund ihrer hohen Spezifität, nicht untergeordnet zu werden.14

Da Menschen keine Erzengel sind, sind beide Ebenen für moralisches Denken notwendig und nur gemeinsam hinreichend.15 Erzengel nennt Hare jene Wesen, welche sich in ihrem moralischen Denken einzig auf ihr kritisches Denken verlassen. Ein Erzengel verfügt über unermessliche Geisteskraft und übermenschliches Wissen und darf keinerlei Schwächen aufweisen. Ein solches Wesen vermag in jeder Situation, die Folgen seiner Handlung und aller möglichen, alternativen Handlungen, innert kürzester Zeit abzuschätzen und sofort ein Prinzip zu entwerfen, nach welchem - ungeachtet dessen, welche Rolle ihm in dieser Situati- on zukommt und wer von der Handlung betroffen ist - zu handeln, in der jeweiligen Situation “moralisch richtig“16 ist. Jene Wesen leisten alles mit ihrer Vernunft und wären auf intuitives Denken gar nicht angewiesen.17 Da wir Menschen jedoch, weder über unermessliche Geis- teskräfte und endloses Wissen, noch über die Fähigkeit verfügen, uns von unseren eigenen Interessen gänzlich loszusagen, ist kritisches Denken bei Menschen nicht hinreichend für moralisches Denken.18

Betrachtet man einen Menschen, welcher diese menschlichen Schwächen im Übermass besitzt, so wird schnell klar, dass auch intuitives Denken für moralisches Denken nicht hin- reichend ist. Die Person, welche in seinem Denken gezwungen ist, gänzlich auf seine Intuiti- onen abzustellen, nennt Hare den Proleten.19 Wie gut auch immer der Prolet mit intuitiven Prinzipien ausgestattet ist, es lässt sich nicht vermeiden, dass es im Alltag des Proleten zu unauflöslichen Konflikten zwischen einzelnen Prinzipien kommen wird. Überdies ist es ihm unter diesen Umständen gar nicht möglich, seine intuitiven Prinzipien zu begründen.20

Um einerseits intuitive Prinzipien zu begründen und andererseits diese Konflikte zwischen intuitiven Prinzipien zu lösen, ist eine andere Art zu denken (kritisches Denken) unabding- bar.21 Die relativ einfachen, eher allgemeinen, intuitiven Prinzipien sind hingegen notwendig, um in alltäglichen Situationen moralische Entscheidungen zu treffen, beziehungsweise um den menschlichen Schwächen entgegenzutreten. Dementsprechend sind für moralisches Denken, kritisches und intuitives Denken notwendig und nur gemeinsam hinreichend.22

Kritisches Denken zielt, also darauf ab, die bestmöglichen intuitiven Prinzipien auszuwählen. Insofern besteht zwischen den Prinzipien der kritischen Ebene und den Prinzipien der intuiti- ven Ebene, ein einseitiges Begründungsverhältnis. Die “bestmöglichen“ intuitiven Prinzipien sind dabei jene, welche in ihrer Umsetzung Handlungen herbeiführen, welche jenen Hand- lungen am nächsten kommen, die ein Erzengel wählen würde,23 beziehungsweise dem Ideal 16 Moralisch richtig ist jene Handlung, welche mit dem kritischen Prinzip übereinstimmt. Die Handlung also, welche bei vollstän- diger Information von einem Erzengel ausgeführt werden würde. Im Gegensatz dazu stehen moralisch rationale Handlungen. Es sind dies Handlungen, welche „wahrscheinlich richtig“ sind und meist mit dem intuitiven Prinzip übereinstimmen. (Hare, zit. von moralisch richtigen Handlungen möglichst nahe stehen.24 Das moralisch rationale Verhalten braucht also nicht dem moralisch richtigen Verhalten zu entsprechen.25 Die intuitiven Prinzipien müssen aber so beschaffen sein, dass sie in ihrer alltäglichen Anwendung von allen Handelnden, die besten Folgen herbeiführen:26

„ In everyday life, it is best to act form an intuitive sense of right or wrong. What is important is to have the right intuitions - that is, the intuitions that will generally bring about the best consequences, if most people act on them. [ … ] Occasionally, however, we will find ourselves in situations in which we are able to think clearly, calmly, and in a manner sufficiently free from bias, and in which, thinking in this mode, we can see that following the usual moral rules will not have the best consequences. Then we should act at the critical level, doing what will have the best consequences even though this means choosing against our intuitions and departing from the usual rules. ”27

Durch die Unterscheidung der beiden Ebenen moralischen Denkens ergibt sich eine Form von Utilitarismus welche die Verdienste von Handlungs- und Regelutilitarismus kombiniert. Neben diesem Vorteil hat die Zwei-Ebenen-Theorie zwei interessante Konsequenzen, wel- che für eine utilitaristische Ethik auf den ersten Blick vielleicht etwas seltsam erscheinen. Zum einen entsteht in Folge der Trennung der beiden Ebenen, auf der intuitiven Ebene Raum für supererogatorische Handlungen28. Zum anderen können die Inhalte der beiden Moralebenen weit voneinander abweichen. So kann auf der kritischen Ebene vom Indivi- duum Unparteilichkeit gefordert werden, während ein solches Postulat auf der intuitiven Eben nicht denkbar wäre, da die Unparteilichkeitsforderung das Individuum völlig überfor- dern würde. Auf der intuitiven Eben ist Parteilichkeit demzufolge bis zu einem gewissen Grad gerechtfertigt.29

„ At the critical level, the utilitarian must consider everyone ’ s interests impartially. This critical level is used to decide which character traits one should seek to develop, and on which principles one should act, in order to live so as to bring about the best consequences in one ’ s everyday life. This is not meant to prec- lude reference to the critical level in order to judge what is the right individual act, but in everyday life it will often be too difficult to work out the consequences of every decision we make, and if we were to try do so, we risk getting it wrong because of our personal involvement, and the pressures of the situation. [ … ] This two-level view will therefore allow us - or even require us - to be partial, to some degree, in our everyday practices. ”30

Auf der kritischen Ebene der Moral geht Singer von zwei Prinzipien aus. Zum einen das prä- ferenzutilitaristische Maximierungsprinzip, zum anderen das Prinzip der gleichen Interessen- abwägung.31 „Nach dem Präferenz-Utilitarismus ist eine Handlung, die der Präferenz irgendeines Lebewesens entgegensteht, ohne dass diese Präferenz durch entgegengesetzte Prä- ferenzen ausgeglichen wird, moralisch falsch.“32 Handlungen sollen demgemäss nicht da- nach beurteilt werden, inwieweit sie Lust maximieren, beziehungsweise Schmerzen minimie- ren, sondern, inwieweit sie mit den Präferenzen der von der Handlung und ihren Konse- quenzen Betroffenen, übereinstimmen. Eine Handlung ist also dann moralisch gut, wenn die Präferenzen der Betroffenen, mit den Auswirkungen der Handlung zusammenfallen. Dies verlangt vom Einzelnen die Berücksichtigung der Interessen aller von der Handlung betroffe- nen Lebewesen:33

„ This requires me to weigh up all these interests and adopt the course of action most likely to maximize the interests of those affected. Thus at least at some level in my moral reasoning I must choose the course of action that has the best consequences on balance, for all affected. ”34

Das zweite Prinzip auf der kritischen Ebene - das Prinzip der gleichen Interessenabwägung - bildet die Grundlage von Singers Vorstellung von Gleichheit und fordert dazu auf, gleichen Interessen auch gleiche Bedeutung zuzumessen:35

„ Das Wesentliche am Prinzip der gleichen Interessabwägung besteht darin, dass wir in unseren morali schen Ü berlegungen denähnlichen Interessen all derer, die von unseren Handlungen betroffen sind, gleiches Gewicht geben. “36

Weitner fasst die beiden kritischen Prinzipien zu einem einzigen Prinzip zusammen. Demgemäss ist eine Handlung „dann moralisch richtig, wenn sie in Ansehung der Präferenzen aller, die von dieser Handlung betroffen sind, und der gleichen Berücksichtigung dieser Präferenzen zu einem Maximum an Interessenbefriedigung führt.“37

Im nachfolgenden Abschnitt geht es darum, zu erläutern, gegenüber wem und bis zu welchem Ausmass sich nach Singer - im Rahmen des soeben beschriebenen Zwei-Ebenen- Modells von Hare - besondere Pflichten begründen lassen.

2.2. Die Begründung besonderer Pflichten mittels Zwei-Ebenen-Utilitarismus

Besondere moralische Pflichten gegenüber bestimmten Personengruppen, sind parteiliche Prinzipien der intuitiven Ebene und stehen auf den ersten Blick im Widerspruch mit dem Un- parteilichkeitsgebot der kritischen Ebene. Die Schwierigkeit liegt also darin, besondere Pflichten der intuitiven Ebene in eine unparteiliche Ethik zu integrieren. Entsprechend der Zwei-Ebenen-Theorie ist dies nur insofern möglich, als dass sich vom kritischen Standpunkt der Unparteilichkeit aus, eine Begründung für die besonderen Pflichten angeben lässt.38 Sin- ger dazu:

„ Consistently with Hare ’ s approach, one way of deciding whether there are special duties to ” our own kind “ is to ask whether accepting the idea of having these special duties can itself be justified from an impartial perspective. ”39

Ob eine parteiliche Behandlung bestimmter Personengruppen auf kritischer Ebene gerechtfertigt werden kann, hängt dabei vom Nutzen und den Kosten ab, welche die Unterbindung, beziehungsweise die Zulassung solcher besonderer Pflichten verursachen würde:

“ The judgements we make at the critical level should be impartial, in both a formal and a substantive sense; in other words, they should be based on the principle of equal consideration of interests. Possibly these critical level judgements will allow people to have character traits that lead them to act partially towards their friends, lovers and children. Whether we think that this is in fact the case will depend on our views about the benefits and costs of allowing or suppressing such character traits ”40

„ Insofern die Intuitionen w ü nschenswert sind, k ö nnen sie aus utilitaristischen Gr ü nden durch kritisches Denken mit Hinweis auf ihren hohen Akzeptanz-Nutzen verteidigt werden. “41

Eine unparteiliche Begründung für besondere Pflichten gegenüber bestimmten Personenruppen lässt sich also, nach Singer und Hare, dann angeben, wenn die besonderen Pflichten einen hohen Akzeptanz-Nutzen aufweisen.42

In Outsiders: Our obligations to those beyond our borders 43 geht Singer der Frage nach, ob sich die auf der intuitive Ebene tief verankerten besonderen Pflichten gegenüber Familienangehörigen, Freunden, Nachbarn, Personen die uns einen Dienst erwiesen haben und Landsleuten, durch die kritische Ebene rechtfertigen lassen. In den nachfolgenden Passagen werden Singers Ausführungen, Aufschluss darüber geben, gegenüber wem und bis zu welchem Ausmass, sich besondere Pflichten begründen lassen.

Die Begründung besonderer Pflichten gegenüber den eigenen Kindern Auf der intuitiven Ebene ist die Vorstellung, dass sich parteiliches Verhalten der Eltern ge- genüber ihren Kindern gehört, weit verbreitet. Die Frage ist nun, ob diese Intuition aufgrund ihres hohen Akzeptanz-Nutzens durch kritisches Denken verteidigt werden kann.44 Die elterliche Fürsorge um ihre Kinder und der Wunsch, sich zunächst um die eigenen Kin- der zu kümmern, haben sich im Laufe der Geschichte kaum geändert. Daraus lässt sich nicht auf deren moralische Richtigkeit schliessen. Doch liefert dies zumindest Grund zur An- nahme, dass einige Dispositionen tief in der menschlichen Natur verankert und dementsprechend in allen Kulturen weit verbreitet sind. Der Versuch diese Neigung zu unterdrücken, wäre entsprechend schwierig und würde - wie die Versuche der Kibbuzim-Bewegung zeigten45 - einzig zu Schuldgefühlen und Besorgnis bei den Eltern führen. Solche Sorgen und Schuldgefühle wären eine grosse Quelle von Unzufriedenheit.

Dass der Nutzen durch die Gleichbehandlung dies zu überwiegen vermag, erscheint höchst unwahrscheinlich. Denn für die Kinder selbst, wird die liebevolle Fürsorge durch die leiblichen Eltern wohl weit besser sein, als die Versorgung durch unparteiliche Eltern oder unparteilichen Angestellten, welche sich um das Wohl der Kinder kümmern. Überdiese belegen Studien eine erhöhte Gefahr von Misshandlungen bei Kindern, die nicht von ihren biologischen Eltern grossgezogen werden.46

Die aus den besonderen Pflichten gegenüber Kindern resultierende Parteilichkeit, ist also insofern gerechtfertigt, als dass sie einen hohen Akzeptanz-Nutzen aufweist47:

„ Given the unavoidable constraints of human nature and the importance of bringing children up in loving homes, then, there is an impartial justification for approving of social practices that presuppose that par ents will usually be partial towards their children. ”48

Ein gewisses Mass an Parteilichkeit gegenüber den eigenen Kindern lässt sich also auch vom kritischen Standpunkt der Unparteilichkeit aus, rechtfertigen. Der erwartenden Nutzensteigerung sind aber Grenzen gesetzt. Die Bevorzugung der eigenen Kinder ist nur bis zu dem Punkt gerechtfertigt, an dem auf Kosten der Unparteilichkeit der Gesamtnutzen maximiert wird. Die Abbildung von Weitner verdeutlicht diesen Gedanken grafisch:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Nutzenfunktion zur Abhängigkeit des Gesamtnutzes von der parteilichen Behandlung49

[...]


1 Singer (1972)

2 Birnbacher (2007b, S.132)

3 Singer (2007, S.39) s. auch Bleisch (2010, S.148)

4 Singer (2007, S.39-40)

5 Kamm (1999, S.177-203)

6 Bleisch (2010, S.151-154)

7 Miller (1993), Rawls (1971) s. auch Singer (2004a, S.158)

8 Besondere Pflichten sind Pflichten die nur einer bestimmten Personengruppe geschuldet werden. Im Gegensatz dazu stehen allgemeine Pflichten. Dies sind Pflichten, welche man allen Personen schuldet. (Goodin, 1988, S.663)

9 Singer (2004b)

10 Weitner (2009)

11 Singer (2004b, S.15)

12 Hare (1992, S.70)

13 Hare (1992, S.88)

14 Hare (1992, S.108-110) s. auch Schroth (2002, S.1-2)

15 Schroth (2002, S.1) s. auch Hare (1992, S.91-93)

16 Schroth, 2002, S.2)

17 Hare (1992, S.91-92) s. auch Schroth (2002, S.1-2)

18 Schroth (2002, S.2) s. auch Hare (1992, S.93)

19 Hare (1992, S.92)

20 Hare (1992, S.86-87) s. auch Schroth (2002, S.1)

21 Hare (1992, S.86-87) s. auch Schroth (2002, S.1)

22 Schroth (2002, S.1) s. auch Hare (1992, S.94)

23 Dies lässt sich auch mit dem Begriff des Akzeptanz-Nutzens formulieren. (Hare, 1992, S.98)

24 Hare (1992, S.97)

25 Hare (1992, S.18)

26 Hare (1992, S.18) s. auch Weitner (2009, S.3)

27 Singer(2009, S.456)

28 Es sind dies Handlungen, die in einer Situation vom kritischen Prinzip geleitet sind, für welche jedoch das intuitive Prinzip eine geringere moralische Anstrengung fordert. (Birnbacher, 2007, S.209)

29 Birnbacher (2007a, S. 209-210) s. auch Weitner (2009, S.4)

30 Singer (1999, S.297)

31 Weitner (2009, S.4)

32 Singer (1994, S.128)

33 Singer (1994, S.128)

34 Singer (zit. in Höchsmann, 2002, S.54)

35 Schlegel (2007, S.60) s. auch Singer (1999, S.299)

36 Singer ( zit. in Schlegel, 2007, S.60)

37 Weitner (2009, S.5)

38 Weitner (2009, S.5)

39 Singer (2004a, S.155)

40 Singer (1999, S.299)

41 Hare (1992, S.200)

42 Singer (1999, S.299) s. auch Hare (1992, S.200)

43 Singer (2004b)

44 Hare (1992, S.199-200)

45 Kommunen wie die Kibbuzim haben versucht, die Familienbande zu durchschlagen, indem sie die elterliche Fürsorge durch eine gemeinschaftliche Verantwortung aller für alle ersetzten. Es stellte sich jedoch heraus, dass sich die Bindung zwischen Eltern und ihren Kindern nicht unterdrücken lässt. So wurden Eltern dabei erwischt, wie sie sich unerlaubt in die Zimmer ihrer

Kinder schlichen um mit ihnen zu kuscheln. (Singer, 2010, S.184)

46 Singer (2004a, S.161-162)

47 Weitner (2009, S.7)

48 Singer (2004b, S.16)

49 Weitner (2009, S.8)

Details

Seiten
19
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783668343382
ISBN (Buch)
9783668343399
Dateigröße
444 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v344507
Institution / Hochschule
Universität Bern – Philosophisches Institut Universität Bern
Note
6
Schlagworte
Peter Singer Zwei-Ebenen-Utilitarismus Moralische Pflichten Utilitarismus

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Titel: Peter Singers Begründung besonderer Pflichten
durch den Zwei-Ebenen-Utilitarismus