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Online lehren und lernen. Chancen und Herausforderungen des multimedialen Lernens

Einsendeaufgabe 2015 10 Seiten

Pädagogik - Erwachsenenbildung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einsendeaufgabe 1: Internet und Web 2.0

Einsendeaufgabe 2: Mayers Modell des multimedialen Lernens und die „magische Zahl 7“

Einsendeaufgabe 3: Wirkung von Multimedia und Computern auf die Lernmotivation

Einsendeaufgabe 4: Möglichkeiten und Grenzen des Instruktionsdesigns für multimediale Lernumgebungen

Literaturverzeichnis

Gender-Hinweis: In meinen Ausführungen verwende ich aus Vereinfachungsgründen sowohl die männliche als auch die weibliche Form abwechselnd. Die jeweils andere Form ist miteingeschlossen.

Einsendeaufgabe 1: Internet und Web 2.0

Die Welt des Internet hat sich seit seinem Bestehen signifikant verändert und ist auch jetzt in einem ständigen Prozess der Veränderung. Nennen Sie die wichtigsten Veränderungen, die mit Web 2.0 verbunden werden.

Vorerst möchte ich den Begriff Web 2.0 genauer beleuchten. Web 2.0 beschreibt das Phänomen eines veränderten Internet, in dem sich Vielfalt über die Kreativität der vielen Einzelnen definiert. (vgl. http://1) Die Rolle von Autoren und Nutzern verwischt immer mehr. Es können Alle Inhalte ins Netz stellen, darüber diskutieren, diese verändern oder anpassen. Das gemeinsame Kommunizieren und Zusammenarbeiten wird als „Social Software“ betitelt. Portale können immer einfacher bedient werden, was dazu führt, dass immer mehr Benutzer Inhalte einfach einstellen können. Indem bereits viele Menschen verschiedene Geräte besitzen, welche durch Standardformate und einfache Synchronisation der einzelnen Geräte kompatibel und flexibel sind, wird es immer sinnvoller, Daten im Netz zu speichern. Das Web 2.0 ist sehr flexibel gestaltet und Menschen vernetzen sich täglich anders und neu. Die Nutzer stellen neue Inhalte ein oder setzen Bestehendes anders zusammen. Neue Formen des sozialen Miteinanders durch verschiedene soziale Netzwerke sind vorhanden. Dies wird auch Social Networking genannt. Die Nutzer haben einen leichten Zugang zu den verschiedensten Informationen, können Ihre Meinung kundtun, austauschen und mit anderen teilen. Ebenso ist die Weiterbearbeitung von nutzerbasierten Inhalten über soziale Netzwerke möglich. Das Lernen am Bildschirm hat neue Impulse erhalten. Durch Web 2.0 haben sich die Begriffe E-Learning/Online-Lernen, welche synonym verwendet werden, im Sprachgebrauch eingebürgert. Lerninhalte können einfach und kostengünstig produziert werden, was auch als eine der größten Herausforderungen im Online-Lernen betrachtet wird. Durch die Informations- und Kommunikationsflut wird es schwieriger den Überblick zu behalten. In Unternehmen und an Hochschulen werden immer häufiger E-Learning Sequenzen eingebunden. Die Flexibilität von E-Learning und virtuellen Lernumgebungen ermöglicht den Zugang zu Expertenwissen weltweit. (vgl. Seel und Ifenthaler, 2013, S. 3-5) Im Studienalltag ist es gewinnbringend, zeitlich flexibel zu sein und Freiraum für Diskussionen und gegenseitigem Gedankenaustausch zu besitzen. (vgl. Seel und Ifenthaler, 2013, S. 25)

Durch Web 2.0 wurden auch die Wissensstrukturen verändert. Beispielsweise durch Wikipedia. Hier stellen viele Experten aber auch jeder andere Nutzer Informationen zu den unterschiedlichsten Themen ein. Ergänzen oder Verändern diese in immens kurzen Zeiten weltweit. So, dass es schnell aktuell gehalten wird. Es kann eine Vielzahl von „Werkzeugen“ des Wissensmanagements genutzt werden oder Bilder, Simulationen etc. werden zur Verfügung gestellt. Neu Erlerntes kann in den Alltag transferiert werden indem ein Dozent beispielsweise eine Aufgabe an eine Lerngruppe weitergibt. (vgl. Seel und Ifenthaler, 2013, S. 25). Durch Veröffentlichung von Lerntagebüchern kann auch der Lernprozess öffentlich gemacht werden. (vgl. Seel und Ifenthaler, 2013, S. 149) Oft jedoch wachsen Internetangebote in quantitativer jedoch nicht unbedingt immer in qualitativer Hinsicht.

Eine weitere Veränderung ist die Beschleunigung der Kommunikation. Es kann beispielsweise ausreichend sein, dass eine Resonanzwelle durch ein einzelnes Posting ausgelöst wird. Diese schnelle Informationsverbreitung kann Vor- und Nachteile mit sich bringen z.B. virtuelles Mobbing. Privatpersonen können sich in der Öffentlichkeit durch verschiedenste Plattformen präsentieren.

Jeden Tag entstehen neue webbasierte Systeme, welche das Online –Lernen verbessern können. Personal Learning Systeme sollen verschiedene Webanwendungen ermöglichen. Diese können je nach Lernanlass ausgewählt werden. An PLs werden bestimmte Anforderungen gestellt. Dies sind:

Portal: Es sammelt und ordnet Quellen. Der Content wird von beiden Seiten – Lehrendem und Lernendem erstellt.

Integrationsfähigkeit: Durch die Verwendung von Standartformaten ist eine leichte Synchronisation möglich welche es erlaubt, die Lernumgebung in den alltäglichen Umgang des Benutzers zu integrieren.

Werkzeugneutralität: Der Benutzer eignet sich Medienkompetenz an, indem er selbst auswählen kann, mit welcher Applikation er welche Herausforderung bearbeitet. Die gewonnene Medienkompetenz kann der Lernende auch zukünftig in seinem Alltag verwenden.

Symbiose: Es findet eine Ergänzung statt, indem existierende Portale wie Wikis, Blogs etc. genutzt werden.

Durch Web 2.0 und die Einführung von PLS wird den Nutzern mehr Eigenverantwortung und zugleich mehr Freiheit für individuelles Lernen abverlangt bzw. eingeräumt. (vgl. Seel und Ifenthaler, 2013, S. 149-150)

Einsendeaufgabe 2: Mayers Modell des multimedialen Lernens und die „magische Zahl 7“

Welches gedächtnispsychologische Modell bildet den Ausgangspunkt für Mayers Modell des multimedialen Lernens? Erläutern Sie in diesem Zusammenhang kurz die „magische Zahl 7“.

Das gedächtnispsychologische Modell nach Schnotz – Cognitive Load Theory (CLT) genannt bildet den Ausgangspunkt für Mayers Modell der – Cognitive Theorie of Multimedia Learning (CTML). Wichtig erscheinen Schnotz Schemaaktivierungen, da hierdurch Grenzen des Arbeitsgedächtnisses umgangen werden können. Schemaaktivierung bedeutet, dass eine große Anzahl an Informationseinheiten zu einem Chunk zusammengefasst wird. Von besonderer Bedeutung ist bei Schnotz das Vorwissen des Lernenden im Langzeitgedächtnis. Das Vorwissen wird für den Aufbau von Bild- und Textrepräsentationen gebraucht. Dadurch kann eine geringere Arbeitsgedächtniskapazität kompensiert und die Belastung des Arbeitsgedächtnisses verringert bzw. eine Überlastung vermieden werden. (vgl. Seel und Ifenthaler, 2013, S. 34) „Allgemein wird der Begriff des Schemas zur Bezeichnung kognitiver Strukturen verwendet, mittels derer Personen ihr semantisches Wissen organisieren.“ (Seel und Ifenthaler, 2013, S. 34) Schemata helfen dem Lernenden seine Aufmerksamkeit auf ein Thema hin zu lenken bzw. weniger Wichtiges zu ignorieren. Bei Schnotz Theorie werden drei verschiedene Gedächtnisspeicher unterschieden. Es wird eine aktive Informationsverarbeitung und eine Teilung der multimedialen Präsentation dargelegt. In diesem Zusammenhang erläutere ich kurz die „magische Zahl 7“. Sie besagt, dass sich der Mensch 7 Einzelinformationen z.B. 7 Buchstaben im Kurzzeitgedächtnis merken kann. 8 Buchstaben würden den Lernenden überfordern. Wenn diese nun zu Wörtern verbunden werden, so wird aus unzusammenhängenden Einzelinformationen eine Informationseinheit. Dies nennt man Chunking. Es setzt beim Lernenden voraus, dass er Wissen über verschiedene Bedeutungen besitzt und Informationen sinnvoll verknüpfen kann. (http://2)

Einsendeaufgabe 3: Wirkung von Multimedia und Computern auf die Lernmotivation

Multimedia und Computer können eine beträchtliche Wirkung auf die Lernmotivation haben, da sie eine Vielzahl motivationsanregender Lernaufgaben und Kontexte bereitstellen. In der Literatur werden drei motivationspsychologische Ansätze unterschieden, die für Online-Lernen relevant sind: (a) schema-begründete Ansätze, (b) Flow-Erleben und (c) das Technology Acceptance Model. Beschreiben Sie kurz die wesentlichen Aussagen dieser drei Ansätze.

Als Erstes möchte ich auf die Definition von Motivation aus dem Gabler Wirtschaftslexikon eingehen: Motivation ist demnach ein

„Zustand einer Person, der sie dazu veranlasst, eine bestimmte Handlungsalternative auszuwählen, um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen und der dafür sorgt, dass diese Person ihr Verhalten hinsichtlich Richtung und Intensität beibehält. Im Gegensatz zu den beim Menschen begrenzten biologischen Antrieben sind Motivation und einzelne Motive gelernt bzw. in Sozialisationsprozessen vermittelt. Der Begriff der Motivation wird oft auch im Sinn von Handlungsantrieben oder Bedürfnissen verwendet.“ (http://3)

Beim Lernenden kann die Motivation intrinsisch, extrinsisch, nicht vorhanden oder eine Mischung aus intrinsisch und extrinsisch sein. (vgl. Seel und Ifenthaler, 2013, S. 60) Als Erstes gehe ich auf die wesentlichen Aussagen schema-begründeter Ansätze ein, welche für das Online-Lernen relevant sind. Schema-begründete Ansätze nutzen die Disequilibration. Das bedeutet nach Piagets kognitiver Theorie, dass im Assimilations- Akkomodations-Prozess eine Anpassung misslungen ist. Auch dadurch kann ein Lernender Informationen aufnehmen bzw. seine Motivation angeregt werden. Wenn sich der Lernende nun mit dem Lerninhalt beschäftigt und die vorhandene Diskrepanz verschwindet, dann kommt es wieder zur Äquilibration und das Gleichgewicht des Lernenden ist wieder hergestellt. Die Versuche, eine neue Information in ein bestehendes Schema aufzunehmen ist mit emotionalen Erfahrungen verbunden. Wenn ein Ungleichgewicht zwischen neuen Informationen und Erwartungen auftritt, werden Emotionen negativ empfunden.

[...]

Details

Seiten
10
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668337046
ISBN (Buch)
9783668337053
Dateigröße
520 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v343741
Institution / Hochschule
Technische Universität Kaiserslautern
Note
Schlagworte
Online Lernen Lehren E-Learning Erwachsenenbildung

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Titel: Online lehren und lernen. Chancen und Herausforderungen des multimedialen Lernens