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Standortplanung eines Distributionszentrums für das fiktive Unternehmen Cramer & Söhne GmbH

Standortfindung für ein Unternehmen aus dem Textilimport (Asien)

Hausarbeit 2016 31 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1. Einleitung

2. Rahmenbedingungen
2.1 Standort
2.1.1 Standortplanung
2.1.2 Standortfaktoren
2.1.3 Standortauswahl (Modelle)
2.2 Distributionszentrum
2.3 Textilien aus Asien

3. Standortfaktoren
3.1 Quantitative Standortfaktoren
3.1.1 Personalkosten
3.1.2 Transportzeit und –kosten
3.1.3 Förderungen
3.1.4 Steuern
3.1.5 Energie
3.2 Qualitative Standortfaktoren
3.2.1 Mitarbeiter(-qualifikation) / Fachkräfte
3.2.2 Gewerbefläche
3.2.3 Absatzpotential
3.2.4 Verkehrsanbindung & Infrastruktur

4. Verfahren zur Entscheidungsfindung
4.1 Verfahren: Nutzwertanalyse
4.2 Ablauf / Schritte Nutzwertanalyse

5. Prozess der Standortauswahl
5.1 Kurzübersicht der möglichen Standorte
5.1.1 Boxberg Oberlausitz
5.1.2 Hamburg
5.1.3 Dortmund
5.2 Auswahl des Standorts / Durchführung Nutzwertanalyse
5.2.1 Organisation / Entscheidungsproblem / Entscheidungsalternativen
5.2.2 Sammlung von Entscheidungskriterien
5.2.3 Gewichtung der Entscheidungskriterien
5.2.4 Bewertung der Entscheidungskriterien
5.2.5 Nutzwertberechnung
5.2.6 Sensibilitätsanalyse
5.2.7 Dokumentation des Ergebnisses
5.3 Ergebnis

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 - Textilimporte nach DE

Abbildung 2 - Erntemengen von Baumwolle

Abbildung 3 – Ablauf Nutzwertanalyse

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1 – Gewichtung der Kriterien

Tabelle 2 - Punktekorridore

Tabelle 3 - Kriterienbewertung

Tabelle 4 - Kriteriendetails

Tabelle 5 - Nutzwertberechnung

1. Einleitung

Die richtigen Entscheidungen in Bezug auf Standorte und die damit verbundenen Kostenvor- und Nachteile sind in der heutigen Zeit von entscheidender Bedeutung für den Erfolg von Unternehmen. Eine Fehlentscheidung kann enorme Auswirkungen für ein Unternehmen haben und im schlimmsten Fall sogar das Fortbestehen gefährden.

Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Standortauswahl eines Distributionszentrums für das Unternehmen Cramer und Söhne GmbH, welches überwiegend in Asien gefertigte Textilbekleidung vertreibt. Als Standorte stehen Hamburg, Dortmund und Boxberg Oberlausitz zur Auswahl.

Über die Einleitung in das Thema führt diese Hausarbeit im ersten Kapitel in einige grundlegenden Begriffe zur Standortfindung ein. Im zweiten Kapitel werden die wesentlichen Faktoren bei der Standortplanung erläutert. Im dritten und vierten Abschnitt wird das Verfahren zur Auswahl des optimalen Standorts erläutert und danach angewendet. Die Arbeit schließt mit einem Fazit zur Standortentscheidung und der Anwendbarkeit des Verfahrens.

2. Rahmenbedingungen

Der Durchführung einer Standortauswahl unterliegen einige spezifische Fachbegriffe und Rahmenbedingungen. Diese werden im nachfolgenden Teil der Arbeit eingeführt. Dadurch erhöht sich die Verständlichkeit der Arbeit.

2.1 Standort

Der Standort ist definiert als vom Unternehmen ausgewählter, geographischer Ort an dem ein Betrieb seine Produktionsfaktoren einsetzt. Die Wahl des Standorts ist eine grundlegende konstitutive Entscheidung, die zum Beispiel bei Gründung, Verlagerung oder räumlicher Ausdehnung zu treffen ist. (Schneck, 2015, S. 858)

2.1.1 Standortplanung

Bei der Standortplanung geht es darum, dass aus der Menge der potentiellen zur Verfügung stehenden Standorte, derjenige ausgewählt wird, bei dem die Standortanforderungen und Standortbedingungen möglichst übereistimmen. Dieses hat das Ziel den größtmöglichen betriebswirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens am Standort zu gewährleisten. (Arnold, 2008, S. 96)

2.1.2 Standortfaktoren

Ein Standortfaktor ist ein abgegrenzter Vorteil, der nur an bestimmten Orten vorzufinden ist. Ein Faktor der an jedem Ort in gleicher Mengen und Qualität auftritt ist kein Standortfaktor. (Krieger, 2008, S. 519)

Es gibt qualitative und quantitative Standortfaktoren.

Quantitativ Standortfaktoren

- Transportzeit, -kosten
- Personal
- Grund- und Gewerbesteuer
- Energie
- Förderungen und Subventionen

Qualitative Standortfaktoren

- Gewerbefläche
- Verkehrsanbindung
- Absatzpotential
- Infrastruktur

(Vahrenkamp, 2007, S. 457-458)

An dieser Stelle der Arbeit wird nur ein grober Überblick über Standortfaktoren gegeben. Im Kapitel 2 dieser Hausarbeit werden die oben genannten Standortfaktoren dann noch näher beleuchtet.

2.1.3 Standortauswahl (Modelle)

Es gibt bei der Auswahl des Standortes zwei grundsätzliche Ansätze, um einen Standort auszuwählen. Diese unterscheiden sich in dynamische und statische Modelle. Der wesentliche Unterschied dieser beiden Methoden ist, dass die statischen Methoden keine zeitliche Komponente mit berücksichtigen (Vahrenkamp & Mattfeld, 2007, S. 143). Da beide Modelle aber nur quantitative Faktoren berücksichtigen, wird im Rahmen dieser Arbeit konkret auf das Modell der Nutzwertanalyse eingegangen. Qualitative Standortfaktoren sind bei einer finalen Entscheidung für einen Standort von hoher Wichtigkeit. Das Modell der Nutzwertanalyse bildet einen guten Weg zwischen harten quantitativen Faktoren und qualitativen Faktoren.

2.2 Distributionszentrum

Die Aufgabe eines Distributionszentrums besteht darin, in einem geografischen Raum die Kundennachfrage mit den Produktionsstandorten und Nachschublägern zu koordinieren. Weiterhin werden die Warenströme für den Kunden geleitet. Die Struktur des Distributionszentrums wird dabei durch die Standorte der Produktion und Nachschubläger, sowie durch die Kundennachfrage bestimmt (Vahrenkamp R. , 2007, S. 85)

Die Gründe ein Distributionszentrum zu errichten können für ein Unternehmen vielfältig sein. Haupttreiber sind aber oftmals angestrebtes Wachstum und die Erfüllung von steigenden Kundenanforderungen. Bestätigt werden diese Gründe auch von Führungskräften aus der Logistikbranche. Als Beispiel der B+S Geschäftsführer Stefan Brinkmann zur Inbetriebnahme eines neuen Logistikzentrums in Bielefeld.

„Mit dem Ausbau unserer Kapazitäten in Bielefeld reagieren wir zum einen auf die hohe Nachfrage speziell im Bereich Pharma- und Lebensmittellogistik. Zum anderen unterstreichen wir damit unsere Ambitionen, weiter zu wachsen“ (Process.vogel.de, 2016)

Zur Struktur eines Logistikzentrums gibt es grundsätzlich drei mögliche Formen.

- Globales Distributionszentrum
- Distributionszentren für Großräume (z. B. Mitteleuropa)
- Distributionszentren für einzelne Länder

Ein globales Distributionszentrum hat die Aufgabe alle weltweiten Kunden zu versorgen. Diese Form kommt zum Beispiel bei Unternehmen vor, die nur einen Produktionsstandort haben und von dort aus Waren in der ganzen Welt versorgen. Distributionszentren für Großräume versorgen innerhalb des Großraums die einzelnen nationalen Standorte. Weiterhin ist aber auch eine Länderstruktur möglich. (Vahrenkamp R. , 2007, S. 140ff)

2.3 Textilien aus Asien

Da die Entscheidung für den Standort eines Distributionszentrums für ein Unternehmen getroffen wird, das hauptsächlich Textilien aus dem asiatischen Raum importiert, wird an dieser Stelle der Arbeit näher darauf eingegangen:

Beginnend mit einer Statistik, welche die Herkunftsländer der Textilimporte nach Deutschland im Jahr 2015 zeigt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1 - Textilimporte nach DE

Eigene Darstellung: (Statista.de [Textilimport nach Deutschland), 2016)

Hier wird sehr deutlich, dass ein Großteil der Textilimporte aus dem asiatischen Raum kommt. Vornehmlich kommen diese Importe aus China.

Die zwei Hauptgründe sind das niedrige Lohnniveau im asiatischen Raum im Vergleich zu Mitteleuropa und die guten Bedingungen zum Anbau von Baumwolle.

Das Lohnniveau in China liegt für einen Fabrikarbeiter deutlich unter dem Lohnniveau in Mitteleuropa. Da die Herstellung von Textilien immer noch einen hohen Anteil manueller Arbeit ausweist, lassen sich durch Produktionsverlagerungen nach China für die Produzenten enorme Einsparungen erzielen. Der Mindestlohn in China lag im Jahr 2014 umgerechnet bei 186€ (LohnZumLeben.de, 2016)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2 - Erntemengen von Baumwolle

Eigene Darstellung: (Statista.de | Erntemenge der führenden Anbauländer von Baumwolle, 2016)

Diese Tabelle zeigt, dass ein Großteil der Baumwolle in asiatischen Ländern produziert wird.

Die durch den Transport aus China zusätzlich anfallenden Transportkosten sind eher gering. Bei der Annahme, dass in einen 40-Fuß Container ca. 30.000 T-Shirts passen, liegen die Frachtkosten pro Stück unter einem Cent (Abendblatt.de, 2016)

3. Standortfaktoren

Ein Standortfaktor ist ein abgegrenzter Vorteil, der nur an bestimmten Orten vorzufinden ist. Ein Faktor der an jedem Ort in gleicher Mengen und Qualität auftritt ist kein Standortfaktor. (Krieger, 2008, S. 519)

Die Standortfaktoren können in quantitative Faktoren und qualitative Faktoren unterschieden werden. Da diese Faktoren bei der später folgenden Nutzwertanalyse für die Standortentscheidung des Unternehmens Unternehmen Cramer und Söhne GmbH eine wesentliche Rolle spielen, wird nachfolgende genauer auf die einzelnen Standortfaktoren eingegangen.

3.1 Quantitative Standortfaktoren

3.1.1 Personalkosten

Die Personalkosten spielen bei der Wahl des Standorts eine entscheidende Rolle. Es sind sowohl die direkten Personalkosten, als auch die Personalnebenkosten zu berücksichtigen. Neben den reinen Kosten, muss allerdings auch die Qualität des Arbeitsangebots berücksichtigt werden. Je nach Aufgaben des Unternehmens kann ein Pool mit hochqualifizierten Arbeitskräften in der Region durchaus wichtiger sein, als kostengünstige Arbeitskräfte. (Korndörfer, 1999, S. 145-146)

3.1.2 Transportzeit und –kosten

Möglichst niedrige Kosten beim Transport der Ware sind entscheidend für den Unternehmen Erfolg. Weiterhin ist aber auch eine niedrige Transportzeit wichtig, um die Ware möglichst schnell beim Kunden zur Verfügung stellen zu können. Grundsätzlich gilt, dass die Kosten für Beschaffung und Verkauf der Ware möglichst geringgehalten werden müssen. Das aber bei gleichzeitiger Minimierung der Transportzeiten. (Weber, 1999, S. 67)

3.1.3 Förderungen

Staatliche Förderungen können einen weniger attraktiven Standort attraktiv machen. Gemeinden haben die Chance ihre Region durch die Vergabe von Vergünstigungen attraktiver zu machen. Oftmals ist es auch möglich Förderungen aus dem Haushalt der EU zu erhalten. Zu beachten ist hierbei allerdings, dass viele Förderungen zeitlich begrenzt sind und zusätzlich an Auflagen geknüpft sind. (Wöhe & Döring, 2010, S. 273)

3.1.4 Steuern

Die Besteuerung eines Unternehmens an einem Standort ist ein Standortfaktor, da Gemeinden bei der Erhebung der Grundsteuer und der Gewerbesteuer unterschiedliche Hebesätze haben. Da die Besteuerung einen wesentlichen Einfluss auf den Geschäftserfolg hat, handelt es sich hier auch um einen Standortfaktor. (Wöhe & Döring, 2010, S. 273)

3.1.5 Energie

Die Versorgung mit Energie muss ebenfalls bei der Wahl des Standorts berücksichtigt werden. Die Frage, ob Energie z.B. in Form von Strom und Gas in ausreichendem Maße zur Verfügung steht spielt innerhalb Europas mittlerweile eine untergeordnete Rolle. Die Frage nach Energiepreisen muss bei der Standortwahl aber berücksichtigt werden. Nach der Liberalisierung der Strommärkte kommt diesem Aspekt allerdings weniger Bedeutung zu. Allerdings darf er nicht unberücksichtigt bleiben. (Wöhe & Döring, 2010, S. 272)

3.2 Qualitative Standortfaktoren

3.2.1 Mitarbeiter(-qualifikation) / Fachkräfte

Neben dem zahlenmäßigen Vorhandensein von Fachkräften spielt auch die Qualität des Arbeitsangebots eine erhebliche Rolle. Zusätzlich spielen noch Faktoren wie Mentalität und Arbeitsmoral des am Standortverfügbaren Personals eine Rolle bei der Auswahl des Standorts.

(Korndörfer, 1999, S. 145-146)

3.2.2 Gewerbefläche

Das Grundstück ist bei der Auswahl des Standorts ein wichtiger Faktor. Das Grundstück sollte ausreichend Platz für die Unternehmung bieten und zusätzlich an Straßen und Versorgungseinrichtungen angeschlossen ist. (Wöhe & Döring, 2010, S. 273)

3.2.3 Absatzpotential

Das Absatzpotential des Standorts ist eine wichtige Komponente. Neben der möglichst kostengünstigen Leistungserstellung, müssen im zweiten Schritt noch die Produkte abgesetzt werden. Deshalb ist es entscheidend, dass im Gebiet des Standorts ein ausreichendes Absatzpotential vorhanden ist. (Korndörfer, 1999, S. 147-148)

3.2.4 Verkehrsanbindung & Infrastruktur

Das Vorhandensein eines guten Verkehrsnetzes (Straße/Schiene/Wasser/Lift) ist ein wichtiger Faktor bei der Auswahl des richtigen Standorts. Eine optimale Anbindung gibt dem Unternehmen die Chance die beiden Ziele kostengünstiger und schneller Transport möglichst zu erreichen. (Korndörfer, 1999, S. 147)

Eine gute Infrastrukturanbindung, die durch ausreichend Wohnraum, Krankenhäuser, und Schulen geprägt ist und kann ebenfalls dafür sorgen, dass die Region des Standorts attraktiv für Arbeitskräfte ist und kann somit die Personalbeschaffung deutlich vereinfachen. (Korndörfer, 1999, S. 149)

4. Verfahren zur Entscheidungsfindung

Die Auswahl eines Standorts für ein Unternehmen ist eine wichtige Entscheidung für Unternehmen. Aber auch in anderen Bereichen der Geschäftswelt oder auch im Privatleben müssen täglich Entscheidungen getroffen werden. Im nachfolgenden Teil der Arbeit werden grundsätzliche Rahmenbedingungen der Entscheidungsfindung erläutert und das Verfahren der Nutzwertanalyse erklärt, welches zur Auswahl des optimalen Standorts für das Unternehmen Cramer und Söhne GmbH genutzt wird.

„Jeden Tag müssen wir - sei es allein oder als Mitglieder einer Gruppe (z.B. Familie, Freundeskreis, Arbeitsgruppe, Verein) - Entscheidungen treffen. Das Problem der Entscheidung ist für alle Individuen von existentieller Bedeutung. Immer wieder müssen wir Entscheidungen treffen, deren Folgen unsere Lebensbedingungen nachhaltig beeinflussen und die uns deshalb stark in Anspruch nehmen. Der Bau eines Hauses z.B. oder die Annahme einer neuen Arbeitsstelle bringen große Veränderungen mit sich und müssen daher sorgfältig überlegt werden.“ (Laux, 2005, S. 1)

Es lassen sich zwei Arten von Entscheidungstheorien unterscheiden:

- Präskriptive Entscheidungstheorie
- Deskriptive Entscheidungstheorie

Die präskriptive Entscheidungstheorie beschäftigt sich mit Lösungsvorschlägen für bestimmte Situationen. Sie gibt also Antwort darauf, was in bestimmten Situationen zu tun ist. Diese Theorie wird auch als normative Entscheidungstheorie bezeichnet.

Die deskriptive Entscheidungstheorie hat eher beschreibenden Charakter. Sie beschäftigt sich mit der Fragestellung, warum eine schon getroffene Entscheidung getroffen wurde. (Laux, 2005, S. 2-3)

Da es sich bei der unterliegenden Fragestellung dieser Arbeit um eine in die Zukunft gerichtete Entscheidung handelt, ist die Anwendung einer präskriptiven Theorie erforderlich. Im nächsten Abschnitt der Arbeit wird deshalb die Nutzwertanalyse erläutert.

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Details

Seiten
31
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668344662
ISBN (Buch)
9783668344679
Dateigröße
983 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v343496
Institution / Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
1,0
Schlagworte
Standortplanung Hamburg Dortmund Boxberg Standortfaktoren Nutzwertanalyse Distributionszentrum Logistik Textilimport Asien Standortauswahl Entscheidungstheorie Standortentscheidung
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Titel: Standortplanung eines Distributionszentrums für das fiktive Unternehmen Cramer & Söhne GmbH