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Ein Bericht über die praktische Ausbildung im Rahmen der Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin mit Vollzeitunterricht

Praktikumsbericht / -arbeit 2011 22 Seiten

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Die Einrichtung
1.1 Allgemeine Beschreibung der Einrichtung

2. Mein Arbeitsplatz
2.1 Die Gruppe/Station/Abteilung innerhalb der Gesamteinrichtung
2.2 Räumlichkeiten/ Ausstattung
2.3 Personal
2.4 Patienten
2.5 Zielsetzung in der Gruppe

3. Der Anteil der Theorie an meiner Arbeit
3.1 Theorie der Behinderung
3.2 Theorie des didaktisch-methodischen Handelns

4. Meine eigene Entwicklung während der praktischen Ausbildung

Literaturverzeichnis:

1. Die Einrichtung

1.1 Allgemeine Beschreibung der Einrichtung

Die Heimbetriebe X. sind eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Die Einrichtung besteht seit 1973. In den Heimbetrieben X. sind derzeit 75 fest angestellte Mitarbeiter tätig, die 201 Bewohner betreuen. Die Heimbetriebe X. bestehen aus vier selbstständigen Häusern, von denen sich zwei in X., eines in Y. und eines in Z. befinden.

Es ist eine Einrichtung für Menschen, die aufgrund einer schweren seelischen Behinderung, die häufig im Zusammenhang mit einer langjährigen Alkohol-, Medikamenten- und/ oder Drogenabhängigkeit entstanden ist ein Zuhause finden. Sie bekommen Unterstützung bei der Alltagsbewältigung, der Neuorientierung und Wiedereingliederung in den Alltag.

Der Hauptsitz der Heimbetriebe X. ist das Haus am S.-Weg in X.. X. hat ca. 1.300 Einwohner. X. ist ca. 35 km von Hannover, 15 km von Neustadt am Rübenberge und ebenfalls 15 km von Nienburg an der Weser entfernt. Das „Steinhuder Meer“, der größte Binnensee in Norddeutschland ist ca. 7 km entfernt.

Die umliegenden Städte sind gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Die Busse fahren an Werktagen in jeder Stunde.

Das Haus am S.-Weg verfügt über 95 Heimplätzen. Es besteht aus 4 Wohngruppen (WG). Die Wohngruppen haben verschiedene Größen. Auf der WG 1 leben zurzeit 24 Bewohner, Auf der WG 2 und WG 4 jeweils 18 Bewohner und auf der WG 3 leben 35 Bewohner. Der überwiegende Teil der Bewohner nimmt an der im Haus angebotenen Arbeits- / oder Beschäftigungstherapie teil.

Die Wohnbereiche 1, 3 und 4 befinden sich im Haupthaus. Die Wohngruppe 2 ist auf dem Gelände, jedoch ca. 10 m vom Haupthaus entfernt. Im Haupthaus befinden sich außer den oben genannten Wohngruppen die Verwaltung, Bürobereiche von der Heimleitung, Küche, Hauswirtschaft, Taschengeldraum, Besprechungsräume, Schwimmbad, Akupunkturraum, Ergotherapiebereiche, Trainingsküchen, Raucherräume, Tagesräume Waschräume, Räumlichkeiten der Hauswirtschaft, Arbeitstherapiebereich, Cafeteria etc. Jede Wohngruppe verfügt über Trainingsküchen, abgetrennte Raucherräumen, Gemeinschaftsräumen, Essbereichen, Dienstzimmern, Dusch- und Wannenbädern.

Die Bewohner sind in modernen, hellen und funktionalen Räumlichkeiten untergebracht. Es gibt Ein- und Zweibettzimmer, wobei Zweibettzimmer zurzeit abgebaut werden und in Einzelzimmer umgebaut werden, um den Bewohnern mehr Privatsphäre zu ermöglichen. Die Kriterien der Barrierefreiheit sind in allen Bereichen des Hauses erfüllt.

Neu aufgenommene Bewohner leben vorerst bis zur Stabilisierung auf den Wohnbereichen 1, 3 und 4. Nach Stabilisierung und bei einer mindestens dreimonatigen Abstinenz haben sie die Möglichkeit auf die Wohngruppe 2 zu ziehen, wo die Bewohner mehr Eigeninitiative und Selbstständigkeit gefordert werden. Dort haben sie die Möglichkeit zur Teilversorgung, das heißt, dass das Mittagessen von der Hauptküche gestellt wird, mit Frühstück und Abendessen müssen sie sich jedoch selber Versorgen oder haben sie die Möglichkeit sich komplett selbst zu versorgen. Hierfür erhalten wöchentlich ein angemessenes Verpflegungsgeld ausgezahlt. Hierbei werden sie von den Mitarbeitern unterstützt.

Die Berechnung der stationären und teilstationären Betreuungskosten zur Finanzierung der Eingliederungshilfe gem. §§53, 54 SGB XII i.V.m. §3 Eingliederungsverordnung erfolgt auf Basis der zwischen dem Land W. als überörtlicher Träger der Sozialhilfe, vertreten durch das Niedersächsische Landesamt für Soziales, Jugend und Familie und der Heimbetriebe X. gemeinnützige Gesellschaft mbH geschlossenen Vereinbarung über die Vergütung gem. § 75 Abs. 3 SGB XII i.V.m. §2 der Vereinbarung zur Fortführung der Inhalte und Regelleistungen mit Wirkung ab 01.01.2002 abgeschlossenen Niedersächsischen Landesrahmenvertrages zur Vergleichbarkeit. Die Finanzierung des Heimplatzes wird also vom örtlichen Kostenträger der Sozialhilfe übernommen. Es gibt hierbei jedoch auch Ausnahmen, sodass manche Bewohner sogenannte “Selbstzahler” sind und aufgrund von Vermögen keine Sozialhilfeleistungen erhalten.

Alle Patienten werden mit einem Personal-Schlüssel von 1:4,2 im Bezugstherapeutensystem und insgesamt von ca. 75 Mitarbeiter/innen, betreut. Dazu zählen: die Einrichtungsleitung/en, Psychologe, Sozialpädagogen (mit suchtspezifischer Zusatzausbildung), Sozialarbeiter, Ergotherapeuten/innen, Heilerziehungspfleger/innen, Auszubildende zur Heilerziehungspfleger/innen, Erzieher/innen mit Zusatzausbildung psychologischer Berater, Altenpfleger/innen, Krankenpfleger/innen, Verwaltungskräfte, Küchen- und Hauswirtschaftspersonal mit einer Zusatzausbildung als Heilerziehungspfleger oder Heilerziehungspflegehelfer, Hausmeister mit einer Zusatzausbildung als Heilerziehungspfleger oder Heilerziehungspflegehelfer, Aushilfskräfte für Nachtbereitschaft, Honorarkräfte. Das entspricht einer Fachpersonalverteilung von zurzeit von über 85 % im Bereich der Betreuung.

Die Arbeitszeiten sind auf Frühdienst (7:00- 15:00 Uhr) Spätdienst (13:15-20:30 Uhr), Mitteldienst (individuell nach Bedarf) und Nachtbereitschaft (20:15-8:30 Uhr) aufgeteilt. Die Mitarbeiter arbeiten abwechselnd in allen Schichten. An den Wochenenden haben wir verlängerte Dienstzeiten von jeweils 7:30 Uhr bis 18:00 Uhr sowie 10:00 Uhr bis 20:30 Uhr. Aufgrund der verlängere Wochenendschichten arbeiten die Mitarbeiter im Monat nur ein Wochenende.

Das Hilfsangebot der Einrichtung richtet sich an Menschen die aufgrund einer schweren seelischen Behinderung der vorübergehenden Unterstützung bei der Alltagsbewältigung, der Neuorientierung und Wiedereingliederung bedürfen. Vordergründlich ergibt sich eine Beschreibung des aufzunehmenden Personenkreises aus dem §§ 53/54 Sozialgesetzbuch XII (SGB XII) und den dazugehörigen Durchführungsverordnungen. Hiermit sind gemeint volljährige Personen, die nicht nur vorübergehend körperlich, geistig oder seelisch wesentlich behindert sind, die unter körperlich nicht begründbaren Psychosen, seelische Störungen als Folge von Krankheiten oder Verletzungen des Gehirns, an Anfallsleiden oder an andere Krankheiten oder körperlichen Beeinträchtigungen, Suchtkrankheiten, Neurosen und Persönlichkeitsstörungen leiden. Unsere Betreuung richtet sich besonders auf seelisch behinderte Menschen mit einer Abhängigkeitserkrankung. Die meisten Bewohner haben eine Doppeldiagnose (Psychose/ Sucht) Unter Doppeldiagnose versteht man in der Psychiatrie einen Spezialfall von Komorbidität, der das zeitliche Zusammentreffen eines Missbrauchs bzw. Einer Abhängigkeit von einer oder mehreren psychotropen Substanzen und einer anderen psychischen Störung (Psychosen aus dem schizophrenen Formkreis, Neurosen, Persönlichkeitsstörungen, Minderbegabungen, Depressionen, u.a.) beschreibt.

Behandelt wird überwiegend mit Psychopharmaka und/oder Neuroleptika.

Die Heimbetriebe X. gehört seit Frühjahr 2000 zu den ersten Einrichtungen in W. die den Bewohnern/innen eine begleitende Substitution im Rahmen einer stationären Wiedereingliederungshilfemaßnahme ermöglicht hat. Dieses ist ein fundierter Bestandteil der täglichen Arbeit. Die Substitution wird durch niedergelassene Fachärzte durchgeführt. Bei entsprechender Indikation wird eine Substitutionsbehandlung mit Methadon oder Polamidon fortgeführt. Methadon ist ein vollsynthetisch hergestelltes Opioid mit stark schmerzstillender Wirkung. Es hat selbst ein starkes Abhängigkeitspotenzial, lindert jedoch Entzugsbeschwerden und kann die Therapiefähigkeit erhöhen. Polamidon ist ein halbsynthetisches Opioid und ebenso wie Methadon ein potentielles Schmerzmittel. Seine Wirkung ist oft antidepressiv und wird überwiegend für jüngere Patienten eingesetzt.

Das Hauptproblem der zu behandelnden Patienten ist die Alkoholsucht, an zweiter Stelle ist die Opiat- und/oder Kokainabhängigkeit zu nennen. Seltener sind Personen ausschließlich Cannabisabhängig. Oft handelt es sich auch um Kombinationen der genannten Suchtstoffe. Sehr häufig kommen Alkohol, THC, Medikamente, LSD, Ecstasy oder „Naturdrogen“ wie z.B. Pilze hinzu.

Die Altersstruktur der Patienten liegt zwischen 18 und 72 Jahren. Bei über 50jährigen Patienten handelt es sich überwiegend um Alkoholpatienten.

Von den 95 zu behandelnden Patienten liegt zurzeit der Anteil der Frauen bei 35,05% und der der Männer bei 64,95%.

2 Ziele, die in der Einrichtung verfolgt werden

Zielsetzung der Einrichtung ist, dass die Bewohner ein suchtmittelfreies Leben führen können und es durch aktives Tun (Beschäftigung) gestalten im Rahmen der Wiedereingliederung nach § 53/54 SGB XII. Die Einrichtung verfolgt das Ziel, den Bewohnern/innen ein menschenwürdiges Dasein in freier Selbstbestimmung zu ermöglichen und daraufhin zu wirken bei den Bewohnern/innen ein neues Selbstvertrauen zu entwickeln, ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse wahrzunehmen, gegenüber ihrer Umgebung zu äußern und nach Möglichkeit adäquat umzusetzen. Die Integration der Bewohner ist ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit in der Einrichtung. Ein weiteres Ziel der Einrichtung ist, suchtmittelabhängigen Menschen Wege aus ihrer Abhängigkeit zu zeigen und Unterstützung und Begleitung in oft schwierigen Lebenssituationen zu geben. Um die Entwicklung eines Suchtproblems zu verhindern, bedarf es suchtpräventiver Strategien oder, bei einer bereits bestehenden Abhängigkeit, eine möglichst adäquate Behandlung. Bedeutend ist dabei, Behandlungsreize zu setzen, die Interesse wecken und die Handlungsbereitschaft, sich mit sich selbst, mit der eigenen Suchtentwicklung und ihren Persönlichkeitsstrukturen auseinanderzusetzen. Die abstinente Lebensweise wird von der Einrichtung als grundlegende Basis für einen Neuanfang gesehen.

Die Ziele im Einzelnen

- Abstinenz
- soziale Wiedereingliederung
- Erhöhung der Selbstwirksamkeitserwartung bzgl. eigener Handlungsmöglichkeiten in schwierigen Lebenslagen
- kritische Auseinandersetzung des Patienten der Krankheitsentwicklung
- Erarbeitung von Bewältigungsstrategien im Umgang mit dem Rückfall und psychischen Krisen
- Vermittlung von Eigenverantwortung und Sozialkompetenz
- positives rationales Denken
- Entwicklung eines gesunden Körperbewusstseins
- Vermittlung einer suchtmittelfreien Lebensführung
- regelmäßige ausführliche und fundierte suchtspezifische Informationen durch die Ärzte, dadurch
- Entwicklung eines subjektiven Krankheitsverständnisses und Problembewusstseins und Förderung von Bewältigungszuversicht

2. Mein Arbeitsplatz

2.1 Die Gruppe/Station/Abteilung innerhalb der Gesamteinrichtung

Seit Juni 2008 arbeite ich auf der Wohngruppe 2 in dem 18 Bewohner leben, die an Werktagen von 9:00 Uhr bis 15:00 Uhr an einer Arbeitstherapie teilnehmen oder in einer Werkstatt für behinderte Menschen arbeiten. Die Wohngruppe 2, die von Bewohnern größtmögliche Selbstständigkeit in der Bewältigung der lebenspraktischen Fähigkeiten erfordert. Hier wohnen Menschen, die seit längerem ein suchtfreies Leben führen.

2.2 Räumlichkeiten/ Ausstattung

In dem Wohnhaus sind 18 Wohnplätze in 3 Etagengruppen. Jede der Wohngruppen ist ausgestattet mit einer Wohnküche (komplett eingerichteter Einbauküche sowie einer Sitzecke), einer Raucherlounge, 6 Einzelzimmern (komplett eingerichtet) mit TV- Anschluss, 1 Waschküche, 1 Putzkammer, 2 Badezimmern, und das alles in einem sehr geschmackvollen modernen Stil. Alle Bewohner der Wohngruppe haben ein Einzelzimmer.

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Details

Seiten
22
Jahr
2011
ISBN (eBook)
9783668344037
ISBN (Buch)
9783668344044
Dateigröße
597 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v343306
Note
2,3
Schlagworte
Doppeldiagnose Wiedereingliederung Erzieher Praktikum Alkoholabhängigkeit Drogenabhängigkeit Einrichtung Theorie Behinderung Definition Theorie didaktisch methodischen handeln Berliner Modell soziokulturelle Voraussetzungen anthrophogene Prinzip heilpädagogischen Prinzipien

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