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Exchange Traded Funds und Indexfonds im Vergleich

Hausarbeit 2016 17 Seiten

BWL - Investition und Finanzierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung und Aufbau der Arbeit

2 Fondsinvestments in Indizes
2.1 Aktives und passives Management
2.2 Indexfonds
2.3 ETFs

3 Vergleich
3.1 Transaktionskosten
3.2 Liquidität
3.3 Performance

4 Ergebnis

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 Creation and Redemption Prozess8

Kurzfassung

Bereits mit geringen Anlagebeträgen an einer Indexentwicklung partizipieren, das ermöglichen Indexfonds und die an der Börse gehandelten Exchange Traded Funds. Anleger bekommen die Möglichkeit breit gestreut in einen Markt zu investieren, ohne einzelne Titel erwerben zu müssen. Beide Produkte verfolgen somit dasselbe Ziel und richten sich gleichermaßen an institutionelle Investoren und Privatanleger. In der Analyse werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Produkte betrachtet. Das passive Management spielt dabei eine zentrale Rolle und stellt eine Verbindung der Produkte dar. Gemeinsamkeiten gibt es auch in der rechtlichen Struktur. Bei der Liquidität und den Kosten werden Unterschiede sichtbar. Aus Anlegersicht gibt es für beide Produkte Vor- und Nachteile, je nach Präferenzen und Zielen.

1 Einleitung und Aufbau der Arbeit

Das Investieren in Wertpapiere sollte einen Grundstein jeder Portfoliobildung darstellen, denn nur durch das Eingehen gewisser Risiken können auch angemessene Renditen erwirtschaftet werden. Der Euroraum befindet sich in einer extremen Niedrigzinsphase mit einem seit 16.03.2016 gültigen Leitzins von 0,00 %.[1] Dies führt dazu, dass sowohl Institutionelle Anleger, als auch Privatanleger für Ihre Einlagen bei Finanzinstituten fast keine Zinsen mehr erhalten und in einigen Fällen, bei sehr hohen Vermögen, sogar Negativzinsen zahlen müssen.

Dennoch sind vor allem Privatanleger bei Wertpapieranlagen nach wie vor zurückhaltend. Institutionelle Investoren sind hingegen professionell aufgestellt. Sie treiben den Markt an und generieren ein starkes Wachstum, in letzter Zeit auch vermehrt bei passiven Finanzprodukten.[2] Privatanleger haben bei passiven Produkten ein Informationsdefizit, da gerade für Banken und sonstige Finanzberater die passiven Produkte aufgrund ihrer Provisionsstruktur zur Vermittlung unattraktiv sind. Die in Wertpapiere investierten Privatanleger sind dies daher zu einem Großteil in Aktiven Finanzinstrumenten. Jedoch wächst auch bei den Privatanlegern der Anteil derer, die in ETFs und Indexfonds investieren.[3]

Diese Arbeit hat zum Ziel, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede von ETFs und Indexfonds herauszustellen. In Kapitel 2 werden Fonds im Allgemeinen behandelt, sowie die rechtliche Struktur und die Managementstile der beiden Fondstypen. In Kapitel 3 werden dann die beiden Fondsarten anhand der Aspekte Transaktionskosten, Liquidität und Performance verglichen. Im letzten Kapitel wird das Ergebnis des Vergleichs präsentiert.

2 Fondsinvestments in Indizes

In diesem Kapitel wird auf die rechtliche Struktur von Investmentfonds eingegangen, welche für Indexfonds und ETFs relevant ist. Zudem werden Eigenschaften von Indexfonds und ETFs erläutert.

Fonds sind portfoliobasierte Finanzinstrumente, die von einer Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) verwaltet werden. Ein Fonds stellt ein Sondervermögen dar, welches im Insolvenzfall der Verwalterin nicht in die Insolvenzmasse fällt.[4] Es gibt diverse Arten an Fonds, dabei unterscheiden sie sich hauptsächlich nach offenen und geschlossenen Fonds, nach aktiven und passiven Fonds, nach den Assetklassen in die investiert wird, beispielsweise Aktien, Renten oder Immobilien, sowie nach der Art des Fonds. Beispiele für unterschiedliche Fondsarten sind Dachfonds, Mischfonds oder Garantiefonds.

In Deutschland unterliegen Fonds dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB). Aufsichtsbehörde für die KVGs in Deutschland ist die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Unter die Bestimmungen des KAGB fallen sowohl Indexfonds, als auch ETFs, bei beiden Fondsarten gelten die Vorgaben für OGAW (Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren).[5]

2.1 Aktives und passives Management

Investmentfonds existieren sowohl als aktiv-, als auch als passiv gemanagte Varianten.[6] Ein aktives Management verfolgt das Ziel im Bereich der Performance seinen Vergleichsmaßstab, auch Benchmark genannt, zu übertreffen. Anhand dieses Performancevergleichs wird der Erfolg des Managements gemessen. Als Benchmark wird ein Index herangezogen, welcher dem verwalteten Portfolio gegenüber eine adäquate Struktur und ein vergleichbares Risiko aufweisen sollte.[7] Um erfolgreich zu sein, muss das Management somit aktiv handeln und auf Anlagestile wie das Stock-Picking, das Timing oder beispielsweise auf Hebelprodukte zurückgreifen.[8]

Das Ziel passiv gemanagter Fonds ist es lediglich der Performance der Benchmark so nah wie möglich zu kommen, im Idealfall also gleich gut zu sein. Somit sind keine aktiven Marktforschungen für die Zusammenstellung des Portfolios notwendig, denn das Management hat die Aufgabe das Portfolio der Benchmark möglichst ohne Abweichungen nachzubilden. Das Nachbilden wird auch als Tracking bezeichnet und die Differenz zum Benchmark-Index als Tracking Error. In der Praxis werden entweder alle Titel des Indexes in dem Verhältnis in das Portfolio hineingenommen, mit dem sie auch im Index vertreten sind (Census Approach), oder es werden nur einzelne Titel ausgewählt und so gewichtet, dass sie möglichst genau die Benchmark-Entwicklung abbilden (Sampling Approach).[9]

Passives Management stellt den Grundgedanken von Indexfonds und ETFs dar, daher wird der aktive Management Ansatz in dieser Arbeit nicht weiterverfolgt.

2.2 Indexfonds

Indexfonds sind passiv gemanagte Investmentfonds. Sie haben die Zielsetzung einen Vergleichsindex abzubilden, um Investoren so die Möglichkeit zu bieten in den Index zu investieren, ohne selbst einzelne Titel erwerben zu müssen. Dabei muss der zugrunde liegende Index keine spezifischen Anforderungen erfüllen, es kann sich sowohl um breitangelegte Indizes, als auch um branchen- oder länderspezifische Indizes handeln.[10] Indexfonds sind ein Sondervermögen nach KAGB und werden von KVGs aufgelegt und verwaltet.

Die Anteilsschaffung findet bei Indexfonds direkt über den Barmittelzufluss der Anleger statt, die Anleger erwerben Investmentanteile entweder direkt von der KVG, oder über einen Vermittler. Die Anleger kaufen zum Ausgabepreis. Durch die Differenz von Ausgabe- und Rücknahmepreis, den sogenannten Ausgabeaufschlag, hat die KVG einen Ertrag. Dieser Ertrag geht Zulasten der Performance für den Anleger. Die Preisfestsetzung des Rücknahmepreises findet in der Regel einmal täglich statt und wird meist am Folgetag publiziert.[11] Fließen dem Fonds frische Barmittel zu, erwirbt er dafür Wertpapiere, umgekehrt werden Wertpapiere verkauft wenn Liquidität benötigt wird.

2.3 ETFs

Exchange Traded Funds, kurz ETFs, wurden zeitenweise in Deutschland als Indexaktien betitelt, mittlerweile wird hauptsächlich die Kurzform ETF genutzt. Im Grunde handelt es sich bei ETFs um Indexfonds, jedoch mit der Besonderheit, dass sie an der Börse gehandelt werden und auch speziell dafür konzipiert sind.[12] Die Zielsetzung ist auch bei ETFs das Indextracking mit möglichst geringem Tracking Error. Bei der Auswahl des nachzubildenden Index sind keine Grenzen gesetzt . Die Indexnachbildung kann auf zwei verschiedene Arten erfolgen: Bei der physischen Replikation des Index werden direkt die im Index enthaltenen Aktien erworben, das Gegenstück stellt die synthetische Replikation dar, dabei werden Swap Kontrakte mit einem Kontrahenten abgeschlossen und Zahlungsströme ausgetauscht.[13] Teilweise bilden ETFs selbst geschaffene Indizes ab, da dies eine aktive Komponente beinhaltet, werden diese Fonds in der Arbeit nicht weiter betrachtet.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung1Creation and Redemption Prozess[14]

Der Creation and Redemption Prozess beschreibt den Handelsmechanismus von ETFs. Anleger erwerben ETF-Anteile auf dem Sekundärmarkt von Marktmachern (Market Maker). Der jeweilige Marktmacher kauft die Wertpapiere des Index und verkauft sie in Form von Wertpapierkörben an den ETF. Im Gegenzug erhält er ETF-Anteile, diesen Schritt nennt man Creation (Schaffung). Gibt ein Anleger seine Fondsanteile zurück, erhält er den Gegenwert vom Marktmacher in bar. Dieser wiederum nimmt die Anteile in seinen Bestand auf oder gibt sie im Tausch gegen Wertpapierkörbe wieder an den ETF zurück, das nennt sich Redemption (Rückkauf). Somit finden innerhalb des Fonds keine Transaktionen statt, das spart dem Fonds Kosten. Seine aktuellen Kauf- und Verkaufskurse veröffentlicht der Marktmacher mehrmals pro Minute.[15]

[...]


[1] Deutsche Bundesbank (2016)

[2] Vgl.Masarwah (2015), vgl.Masarwah (2016).

[3] Vgl.EXtra-Magazin (2016).

[4] Vgl.Müller/ Schöne (2011), S. 116.

[5] Vgl. § 1 (2) KAGB i.V.m. Richtlinie 2009/65/EG des Europäischen Parlaments.

[6] Vgl.Köffler (2004), S. 13.

[7] Vgl.Steiner/ Bruns/ Stöckl (2012), S. 308; vgl.Fischer (2010), S. 81-82.

[8] Vgl.Spremann (2008), S. 46-48, 51-53.

[9] Vgl.Steiner/ Bruns/ Stöckl (2012), S. 310; vgl.Spremann (2008), S. 43-46.

[10] Vgl.Müller/ Schöne (2011), S. 116; vgl.Kommer (2007), S. 178.

[11] Vgl.Müller/ Schöne (2011), S. 120; vgl.Kommer (2007), S. 178.

[12] Vgl.Müller/ Schöne (2011), S. 116; vgl.Köffler (2004), S. 20.

[13] Vgl.Müller/ Schöne (2011), S. 122, vgl.Johanning/ Becker/ Seeber (2011), S. 15-16.

[14] Eigene Abbildung in Anlehnung anMüller/ Schöne (2011), S. 122.

[15] Vgl.Müller/ Schöne (2011), S. 121-122, vgl.Köffler (2004), S. 57-58.

Details

Seiten
17
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668335462
ISBN (Buch)
9783668335479
Dateigröße
502 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v343246
Institution / Hochschule
Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe Bonn
Note
1,3
Schlagworte
ETF Indexfonds ETFs Fonds Investment; Kapitalmarkt Investition Geldanlage

Autor

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