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Die 16 Nachdenkereien in Kästners Kinderliteratur

Hausarbeit (Hauptseminar) 2004 20 Seiten

Didaktik - Deutsch - Pädagogik, Sprachwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Inhalt der beiden Bücher
2.1 Inhalt von „Pünktchen und Anton“
2.2 Inhalt von „Das doppelte Lottchen“

3. Parallelen
3.1 Parallelen zwischen Kinderliteratur Kästners und der beiden Bücher im Speziellen
3.2 Parallelen zum Leben des Autors

4. Die 16 Nachdenkereien
4.1 Eigene Überlegungen zu den 16 Nachdenkereien
4.1.1 Von der Pflicht
4.1.2 Vom Stolz
4.1.3 Von der Phantasie
4.1.4 Vom Mut
4.1.5 Von der Neugierde
4.1.6 Von der Armut
4.1.7 Vom Ernst des Lebens
4.1.8 Von der Freundschaft
4.1.9 Von der Selbstbeherrschung
4.1.10 Vom Familienglück
4.1.11 Von der Lüge
4.1.12 Von den Schweinehunden
4.1.13 Vom Zufall
4.1.14 Vom Respekt
4.1.15 Von der Dankbarkeit
4.1.16 Vom glücklichen Ende
4.2 Die 16 Nachdenkereien im Rahmen von „Pünktchen und Anton“
4.3 Die 16 Nachdenkereien im Rahmen von „Das doppelte Lottchen“
4.4 Zusammenfassung der Ergebnisse

5. Schlusswort

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Im Rahmen dieser Hausarbeit sollen die 16 Nachdenkereien aus ,Pünktchen und Anton’ im Bezug auf Kästners Kinderliteratur untersucht werden. Dies soll vor allem anhand der beiden Kinderbücher ,Pünktchen und Anton’ sowie ,Das doppelte Lottchen’ geschehen.

Zunächst soll knapp der Inhalt dieser beiden Bücher zusammengefasst werden um anschließend eventuelle Parallelen zwischen den Büchern, bzw. zwischen den Büchern und dem Leben des Autors aufzuzeigen.

Danach wird sich den 16 Nachdenkereien zugewendet. Zunächst möchte ich hierzu eigene Gedanken einfließen lassen. Daran anschließend, wird sich mit der Bedeutung der 16 Nachdenkereien im Rahmen von ,Pünktchen und Anton’ beschäftigt. Desweiteren soll danach der Versuch folgen, diese Nachdenkereien auf das Werk ,Das doppelte Lottchen’ zu übertragen.

Anschließend erfolgt ein Fazit. Danach wird die Hausarbeit mit einem Schlusswort abgeschlossen.

2. Inhalt der beiden Bücher

Im Rahmen dieses Kapitels soll der Inhalt der beiden Kinderbücher ,Pünktchen und Anton’ sowie ,Das doppelte Lottchen’ kurz zusammengefasst werden.

2.1 Inhalt von ,Pünktchen und Anton’

Diese Kinderbuch Kästners handelt von dem Mädchen Luise Pogge, genannt Pünktchen. Diese ist Tochter eines Direktors einer Spazierstockfabrik und somit aus gut situiertem Hause.

Der Vater hat aufgrund der Arbeit wenig Zeit für sie und die Mutter spielt lieber die Rolle der Lebefrau, statt sich um die Tochter zu kümmern. Daher wird Pünktchen von dem Kindermädchen Fräulein Andacht betreut.

Diese geht immer, wenn Pünktchens Eltern außer Haus sind, mit dem Mädchen betteln. Zudem hat sie einen kriminellen Bräutigam – Robert – der mit Hilfe von Fräulein Andachts Schlüsseln in das Haus der Pogges einbrechen will. Die Bettelaktion und die heimlichen Treffen Fräulein Andachts mit Robert bleiben von Pünktchens Eltern jedoch unbemerkt.

Daher kann das Übel am Ende nur durch die Hilfe von Pünktchens Freund Anton Gast, einem Jungen aus ärmlichen Verhältnissen, dessen Mutter sehr krank ist, abgewendet werden.

2.2 Inhalt von ,Das doppelte Lottchen’

,Das doppelte Lottchen’ handelt von den beiden Mädchen Luise Palfy aus Wien und Lotte Körner aus München. Diese lernen sich in einem Ferienheim für Mädchen kennen und müssen zunächst zu Luises Ärger feststellen, dass sie aneinander gleichen, wie ein Ei dem anderen.

Im Verlauf der Ferien raufen sie sich zusammen und finden heraus, dass sie Zwillinge sind, deren Eltern sich getrennt und die Kinder quasi aufgeteilt haben.

So kam es, dass die liebe, fast hausmütterliche Lotte mit ihrer Mutter nach München ging und die burschikose, wilde Luise mit ihrem Vater in Wien blieb. Nach dieser Entdeckung beschließen die beiden Mädchen, die Rollen zu tauschen, um den jeweils anderen Elternteil kennen zu lernen und so kommt es, dass Luise am Ende der Ferien nach München fährt und Lotte nach Wien.

Dort müssen die beiden sich im Leben der anderen zurecht finden, halten Kontakt und haben das Ziel, die Eltern wieder zusammenzubringen. Dieses verfolgen sie nicht nur, sondern realisieren es am Ende auch.

3. Parallelen

In diesem Kapitel soll zuerst der Blick darauf gerichtet werden, ob es zwischen den beiden Kinderbüchern Parallelen gibt. Im Anschluss daran wird untersucht werden, ob die Inhalte der Bücher Parallelen zu Kästners Leben aufweisen.

3.1 Parallelen zwischen Kinderliteratur Kästners und der beiden Bücher im Speziellen

Zunächst fällt auf, dass sich der Autor in den Einleitungen direkt an den Leser wendet und auch immer wieder inmitten der Geschichte Bemerkungen oder Fragen einwirft.

Auffällig in Kästners Kinderliteratur sind auch die pflichtbewussten, sehr braven Kinder. Diese haben zwar auch zeitweise Flausen im Kopf, aber schaden mit diesen niemanden.

Meistens wird eine tiefe Bindung zwischen den Kindern und den Eltern, bzw. den oft nur alleinerziehenden Elternteilen beschrieben. Da diese alleinerziehenden Elternteile es besonders schwer haben, das Leben zu finanzieren und daher viel arbeiten müssen, ist es nötig, dass die Kinder im Haushalt mit anpacken bzw. diesen fast alleine bewältigen.

So wird in Kästners Kinderliteratur häufig beschrieben, wie Kinder das Essen kochen, Einkäufe tätigen oder sich um die kranke Mutter kümmern und immer darauf bedacht sind, den Eltern Freude und bloß keinen Kummer zu machen. So ist dann auch immer der Kummer der Kinder besonders groß, wenn die Eltern doch enttäuscht wurden – wenn auch nicht mit Absicht. Ein Beispiel hierfür ist die große Traurigkeit Antons, der seine kranke Mutter versorgt, zur Schule geht und dann noch Geld verdienen geht und den Kopf dadurch so voll hat, dass er den Geburtstag seiner Mutter vergisst. Er hat mit Selbstvorwürfen, aber auch mit dem stillen Vorwurf seiner Mutter zu kämpfen, der ihn sehr verletzt, so dass er von zu Hause weglaufen möchte. Auch Lotte ähnelt eher einem kleinen Hausmütterchen, da ihre Mutter viel arbeitet und Lotte die meiste Zeit das Essen vorbereitet, damit die Mutter dies nach der Arbeit nicht auch noch tun muss.

Zudem spielen einige der Kinderbücher in Berlin, so z.B. ,Pünktchen und Anton’ aber auch ,Emil und die Detektive’.

Eine Parallele in den Büchern ,Pünktchen und Anton’ und ,Das doppelte Lottchen’ ist, dass sowohl Pünktchen eigentlich Luise heißt, als auch eines der beiden Zwillingsmädchen. Ebenso wie Luise Palfy aus ,Das doppelte Lottchen’ wird Luise Pogge aus ,Pünktchen und Anton’ als Mädchen mit lockigen Haaren beschrieben. Ebenfalls erscheinen sie als ,wilde’ teilweise burschikose Mädchen, die auch schon mal durchgreifen und nicht auf den Mund gefallen sind.

Auch taucht in beiden Büchern ein Hund auf. Einmal ist dies Pünktchens Dackel Piefke, der sie ständig begleitet und mit dem sie ständig Unsinn veranstaltet, wie z.B. das Märchen von Rotkäppchen nachzuspielen. Andererseits ist es der Hund Peperl des Hofrats Strobl, dem durch seinen tierischen Instinkt zunächst als einzigem auffällt, dass Luise und Lotte die Rollen getauscht haben und das Mädchen in Wien nicht Luise ist, die er sonst immer freudig begrüßt.

Auch gibt es in beiden Büchern den Kontrast zwischen Armut bzw. beschwerlichem Leben und gut situierter Familie. So lebt Anton mit seiner Mutter in ärmlichen Verhältnissen in einer kleinen Wohnung in einem verwahrlosten – oder wie es Pünktchen nennt ,verwahrlausten’[1] – Haus und muss neben der Schule auch noch kochen und den Haushalt in Ordnung halten, aber auch Geld verdienen, da seine Mutter krank ist und die beiden ständig knapp bei Kasse sind bzw. kaum wissen wie sie leben sollen. Pünktchen hingegen wohnt als Tochter eines Direktors einer Spazierstockfabrik in einem schönen, großen Haus. Sie wird von einem Kindermädchen betreut, es gibt eine Köchin und einen Chauffeur für die teure Limousine des Vaters. Ihre Eltern können sich Opernbesuche leisten, die soviel kosten, dass Anton und seine Mutter von dem Geld 14 Tage leben könnten.

Desweiteren scheinen sich Fräulein Gerlach aus ,Das doppelte Lottchen’ und Frau Pogge aus ,Pünktchen und Anton zu ähneln. So hat Fräulein Gerlach, um deren Hand Herr Palfy anhält und die damit Luises Stiefmutter würde absolut keinen Bezug zu dem Kind. Eher sieht sie es als Gegner an, da sie weiß, dass es nicht möchte, dass der Vater wieder heiratet. Aber anstatt zu versuchen eine Beziehung zu dem Kind aufzubauen, verhält sie sich abweisend und ist nur auf ihr eigenes Wohl bedacht. Frau Pogge hingegen ist zwar die leibliche Mutter von Pünktchen, allerdings scheint ihre Bindung zu dem Kind trotzdem nicht besonders tief zu sein. Sie lässt Pünktchen lieber durch ein Kindermädchen betreuen um Zeit für sich selbst zu haben. Diese Zeit verbringt sie z.B. auf Teegesellschaften und Modeschauen, weshalb sie kaum daheim ist. Wenn sie allerdings zu Hause ist, scheint sie nicht greifbar, da sie dann häufig mit Migräne im Bett liegt und ihre Ruhe möchte. Selbst am Ende des Buches, als sie und ihr Mann Pünktchen und Fräulein Andacht bei der heimlichen Bettelaktion entdecken, scheinen zwar kurzzeitig mütterliche Gefühle in ihr aufzukommen und sie umarmt Pünktchen besorgt. Dies ist allerdings nur von kurzer Dauer, da sie dann eher besorgt um ihr verschmutztes Kleid scheint. Nachdem zu Hause dann der ganze Vorfall des Einbruchs geklärt wurde und Frau Pogge Berta bittet Pünktchen ins Bett zu bringen , zieht sie sich schnell zurück und geht zu Bett. Ihr Mann hingegen ist derjenige, der Pünktchen dann selber ins Bett bringt und ihr seine Aufmerksamkeit zuwendet.

[...]


[1] Vgl. Kästner, Erich: Pünktchen und Anton. 111. Auflage, Cecilie Dressler Verlag: Hamburg/Athrium Verlag: Schweiz 1935, S. 38

Details

Seiten
20
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783638345811
Dateigröße
485 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v34322
Institution / Hochschule
Universität Duisburg-Essen
Note
2,7
Schlagworte
Nachdenkereien Kästners Kinderliteratur Erich Kästner

Autor

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