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Der Taylorismus. Entstehung, Kritik und Weiterentwicklung

Hausarbeit 2016 17 Seiten

VWL - Geschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kurzbiografie Frederick Winslow Taylor

3 Der Taylorismus
3.1 Grundlagen
3.2 Entwicklung des Taylorismus
3.3 Grundsätze der wissenschaftlichen Betriebsführung

4 Taylorismuskritik
4.1 Prinzip der Arbeitsteilung
4.2 Das Kontrollparadoxon

5 Umsetzung bzw. Weiterentwicklung des Taylorismus
5.1 Fordismus
5.2 Human-Relations-Bewegung

6 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1 - Differentielle Stücklohn-System

Abbildung 2 - Das Kontrollparadoxon

1 Einleitung

Die wirtschaftliche Entwicklung erlebt Ende des 19. anfangs des 20. Jahrhunderts große technische Umwälzungen und industrielle Veränderungen. Dies beinhaltet auch die Patentierung und Weiterentwicklung des Verfahrens zur Stahlherstellung in Europa. In diesem Zeitraum wurden ebenso die Schreibmaschine, das Telefon, der Verbrennungsmotor, die elektrische Beleuchtung und das Radio erfunden. Während dieser Zeitepoche entwickelte sich unter anderem Amerika zu einer in- dustriellen Macht - viele Einwanderer strömten von Europa ein um an diesem „Boom“ teilzuhaben. Es fand eine Verschiebung des vorhandenen Arbeitskräftean- teils an der Landwirtschaft hin zur Industrie statt. In dieser Ära wurde der große Begründer des Scientific Management - der Vorläufer der Tätigkeiten, die heute unter anderem von Unternehmensberatern durchgeführt werden - Frederick Winslow Taylor geboren.1 Taylor untersuchte wissenschaftlich als Erster den Zu- sammenhang zwischen Organisation allgemein und Motivation der Arbeitskräfte in der Industrie.2 Er analysierte und optimierte daraufhin die Arbeitsschritte von Pro- duktionsprozessen. Somit wurde ein wichtiger Beitrag für den Übergang von einer manufakturorientierten Produktion zu einer Produktion in einer Fabrik geleistet.3

Diese großen epochalen Veränderungen müssen berücksichtigt werden, wenn man das Leben und das Werk von Frederick Winslow Taylor würdigen möchte.4

In meinen nachfolgenden Ausführungen werde ich Einblicke auf das Leben von Frederick Winslow Taylor, den Taylorismus, die Kritikpunkte und die Umsetzung bzw. die Weiterentwicklung des Taylorismus geben.

2 Kurzbiografie Frederick Winslow Taylor

Am 20. März 1856 wurde Frederick Winslow Taylor als zweiter Sohn von Franklin Taylor und Emily Annette Winslow in Germantown in Pennsylvania geboren. Da Franklin Taylor als Advokat tätig war lebte die Familie in sehr guten finanziellen Verhältnissen. Taylor besuchte die Privatschule Philipps Exeter in Exeter und lern- te hier die Grundkenntnisse zur Vorbereitung auf seine juristische Laufbahn ken- nen. Die Aufnahmeprüfung in Harvard bestand er mit Auszeichnung, dennoch konnte er aufgrund eines Augenleidens das Studium nicht beginnen. So begann er im Herbst 1874 eine Lehre als Modellschreiner und später als Mechaniker in einer kleinen Pumpwerkstatt namens Hydraulic Enterprise Works in Philadelphia. Nach der vierjährigen Ausbildung trat Taylor eine Stelle als Arbeiter bei der Midvale Steel Company an. Der Weg zu dieser Firma wurde ihm überwiegend verschafft, da der Präsident von Midvale und Finanzdirektor E.W. Clark eine persönliche Be- ziehung zu Taylor’s Familie hin pflegte. Taylor bewies dort schnell seine herausra- genden Fähigkeiten und wurde vom einfachen Handlanger zum Werkstattschrei- ber, folgend zum Maschinisten bzw. Dreher, dann zum Vorarbeiter und zuletzt zum Abteilungsmeister.5

Im Jahre 1880 begann er ein Fernstudium am Stevens Institute als Maschinenin- genieur, was er 1883 abschloss. Seine Diplomarbeit handelte von der Leistungs- steigerung um 30% bei sechs Karusselldrehbänken, auf denen Lokomotivradreifen bearbeitet werden, die nicht mehr von erstklassigen Facharbeitern bedient werden müssen. Dies war sehr erstaunlich, wenn man die damals langen Arbeitszeiten von montags bis freitags von fast täglich elf Stunden bedenkt, die Taylor zu leisten hatte und dann für sein Studium auch noch die Zeit fand.6 Auch sportlich war Tay- lor aktiv. Neben der Arbeit und dem Studium gewann er 1881 zusammen mit sei- nem Freund Clarence Clark das U.S. Open Tennis Championship im Doppel. Auch hier lies er seinen erfinderischen Geist walten und erfand z.B. einen löffel- förmigen Tennisschläger mit leicht abgewinkeltem Griff und eine Netzspannein- richtung für die er Patente beantragte und Lizenzeinnahmen erhielt.7

Nach seinem Studium wurde Taylor 1884 leitender Ingenieur bei Midvale, wodurch er mit seiner Einsatzbereitschaft und dem festen Willen, sich von der Masse zu unterscheiden, die Leistung der Werkstätten und der Qualität der Produktion deut- lich steigerte. Dies ist dadurch begründet, dass er bei seinem Arbeitgeber das dif- ferentielle Stücklohn-System einführte, auf das später noch genauer eingegangen wird. Auch nach seinem Weggang 1890 von Midvale wurde noch vier Jahre später berichtet, dass das Unternehmen den Umsatz und die Qualität stark erhöhte, da durch die Bearbeitung der Lokomotivreifen, anhand der Verwirklichung der Diplo- marbeit von Taylor, eine deutliche Zeiteinsparung eingefahren werden konnte.8

Taylor lernte während seiner Laufbahn bei Midvale den Ingenieur und damaligen Marine-Inspektor Captain Goodrich kennen. Dieser war sehr begeistert von Tay- lor‘s Ergebnissen und Leistungen. Goodrich arrangierte ein Treffen mit dem Leiter der Papierwerke, die Manufacturing Investment Company, namens William C. Whitney. So unterschrieb er 1890 einen neuen Arbeitsvertrag als General Mana- ger. 1983 lief der Vertrag aus und trotz der Bemühungen von Whitney, Taylor zum Bleiben zu überreden, wollte dieser nicht mehr in dem Konflikt stehen, gleichzeitig der Werksleiter und Organisator zu sein und machte sich als beratender Ingenieur selbstständig. In der Zeit bis 1898 berat er verschiedene Unternehmen in vielen verschiedenen Städten in Amerika und vertiefte seine Grundkenntnisse in Buch- haltung und Kostenrechnung, die er bereits bei der Manufacturing Investment Company zur Vorbereitung auf seine Selbstständigkeit gelernt hatte.9 Darauf folg- te eine Anstellung als Berater bei der Bethlehem Steel Company, um sein differen- tielles Stücklohn-System einzuführen. Dies war eine sehr wichtige und gewisser- maßen abschließende Phase in Taylor‘s Laufbahn.10 Dennoch wurde aufgrund von unterschiedlichen Arbeitseinstellungen zwischen dem Präsidenten Robert P. Linderman und Taylor der Arbeitsvertrag zum 01. Mai 1901 von Linderman ge- kündigt.11

Zwischenzeitlich hatte Taylor 1884 geheiratet und mit seiner Frau Louise Spooner zwei Jungen und ein Mädchen von einem tödlich verunglückten befreundeten Ehepaar adoptiert.12 Durch seine guten finanziellen Verhältnisse hielt er mehrere Vorträge wie z.B. die Boxly-Vorträge in seinem großen neuen Haus in Chestnut Hill. Hier waren meist mehr als zwanzig Zuhörer anwesend. 1911 wurde sein Buch „Grundsätze wissenschaftlicher Betriebsführung“ oder auf Englisch „The principles of scientific management“ publiziert.13 Am 21. März 1915 verstirbt Frederick W. Taylor im Alter von 59 Jahren an einer Lungenentzündung und seinem allgemei- nen Erschöpfungszustand.14

[...]


1 Vgl. (Thomas Deelmann, 2015, S. 39)

2 Vgl. (Bruno S. Frey & Margit Osterloh, 2002, S. 169)

3 Vgl. (Thomas Deelmann, 2015, S. 39)

4 Vgl. (Walter Hebeisen, 1999, S. 13-14)

5 Vgl. (Walter Hebeisen, 1999, S. 14-16, 23)

6 Vgl. (Walter Hebeisen, 1999, S. 24)

7 Vgl. (Walter Hebeisen, 1999, S. 37)

8 Vgl. (Walter Hebeisen, 1999, S. 24, 25)

9 Vgl. (Walter Hebeisen, 1999, S. 38-41)

10 Vgl. (Walter Hebeisen, 1999, S. 50)

11 Vgl. (Walter Hebeisen, 1999, S. 79)

12 Vgl. (Walter Hebeisen, 1999, S. 80)

13 Vgl. (Walter Hebeisen, 1999, S. 92-93)

14 Vgl. (Walter Hebeisen, 1999, S. 117)

Details

Seiten
17
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668327191
ISBN (Buch)
9783668327207
Dateigröße
864 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v342945
Institution / Hochschule
Fachhochschule Hof
Note
1,70
Schlagworte
Taylor Personal Taylorismus Menschen Produktion human Human-Relations-Bewegung Fordismus Kontrollparadoxon

Autor

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