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Monumentale Hochgotik. Die Kathedrale von Reims

Die Baubeschreibung

Hausarbeit 2013 34 Seiten

Kunst - Kunstgeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Die besondere Stellung der Kathedrale von Reims
2.1. Reims als Kronungsstadt
2.2. Ihre Vorbilder und Konkurrenz
2.3. Auftraggeber des Baus
2.4. Vorgangerbauten

3. Baugeschichte
3.1. Schaden und Restaurationen bis Anfang des 20. Jh
3.2. Bautechnik
3.3. Die Architekten

4. Grundriss

5. Beschreibung des AuBenbaus
5.1. Der Chor mit Kranzkapellen
5.2. Das Langhaus
5.3. Die Westfassade

6. Beschreibung des Innenraums
6.1. Wandgliederung
6.2. Gewolbegliederung
6.3. DiePfeilerkapitelle

7. Schlusswort

8. Literaturverzeichnis

9. Abbildungsnachweis

10. Abbildungen

1. Vorwort

Thema dieser Hausarbeit ist die Kathedrale von Reims, die in der Provinzstadt der Champagne, 130 km nordwestlich von Paris liegt. (Abb. 2) Sie hat zwei angrenzende Bauten: die alte konigliche Abtei von Saint-Remi mit Abteikirche, die Basilika Saint- Remi und den alten erzbischoflichen Palast, bekannt unter dem Namen Palais du Tau. (Siehe Abb. 1)

Die Kathedrale von Reims gehort zu den nordfranzosischen Sakralbauten der Hochgotik. Wahrend wir die Fruhgotik als feingliedrig bezeichnen konnen, wirken die Bauten nach 1190 kraftvoll und monumental. Nach Peter Kurmann waren es „die Architekten der Kathedralen von Soissons, von Bourges und von Rouen“[1], die den wichtigsten Schritt fur die Entwicklung der Gotik machten. Zwar gait, bis vor kurzem, die Kathedrale von Chartres als „Schopfungsbau“ der Hochgotik, aber „[n]euere Forschungen haben ergeben, dass Soisson in dieser Hinsicht eindeutig die Prioritat gebuhrt“.[2]Obwohl die Kathedrale von Reims unmittelbar nach Soisson entstand, bezieht sie sich auf das Chartreser Vorbild. Dabei sollte Reims die Kathedrale von Chartres noch uberbieten.[3]Im Vergleich: Die Gewolbehohe unten dem Schlussstein des Mittelschiffs ist in Reims 38m und in Chartres 37m. Bezeichnend fur die Kathedrale in Reims ist die GroBe und Hohe des Baus und die angestrebte Zusammenziehung einzelner Raumsegmente wie Chor, Querhaus und Hauptschiff mit Seitenschiffen im Inneren zu einem einzigen GroBen Raum. Nicht nur hoher sollte die Kathedrale sein, sonder auch durchflutet durch das Licht. Nach Peter Kurmann widerspiegelte die Kathedrale fur die Glaubigen das Himmlische Jerusalem. Diesen hohen Anspruchen ist die Kathedrale durch die formale Gestaltung „vollauf gerecht“.[4]

In dieser Arbeit geht es zentral darum, die Architektur zu beschreiben. Es soil herausgefunden werden, mit welchen Mitteln die Kathedrale von Reims ihre Hohe und die Lichtdurchflutung erreichte. Auch soil die Beschreibung die auBerordentlichen Innovationen der Reimser Baumeister wie z.B. das MaBwerk, den Wandaufbau, sowie die naturalistische Pflanzenornamentik der Kapitelle, hervorheben. Bevor mit der Beschreibung angefangen wird, ist es wichtig, den Standort, die besondere Funktion der Kathedrale und die Baugeschichte zu erwahnen.

2. Die besondere Stellung der Kathedrale von Reims

2.1. Reims als Kronungsstadt

Durch die Kronungsprarogative, ahnlich wie St.-Denis mit dem Begrabnisprivileg, unterhielt Reims eine „besondere Verbindung zum Konigshaus“.[5]Das Kronungsprivileg geht auf die Legende des Heiligen Remigius und der Taufe Chlodwigs im 5.Jh. zuruck.[6]Im 9.Jh. hatte es ErzbischofHinkmar geschafft, dass die Legende verbreitet wurde und zu einer offiziellen Kronungszeremonie, obwohl es eine konigliche Salbung noch gar nicht gab, erkoren wurde. Die Regentschaft der Nachfolger von Chlodwigs war somit als gottlich gewollt legitimiert und das Konigtum bekam einen sakralen Charakter.[7]Insgesamt wurden sechsundzwanzig Konige Frankreichs mit dem heiligem 01 gesalbt.

2.2. Ihre Vorbilder und Konkurrenz

Der Kathedrale von Reims, die unmittelbar nach Soissons entstand, dienten als Vorbilder mehrere Bauwerke. Nach Kimpel und Suckale wurden bestimmte Formen der Architektur von anderen Kathedralen nicht aus asthetischen Vorlieben der Architekten ubernommen, sondern aus politischen oder kirchlichen Erwagungen. Als Vorbilder dienten Kathedralen zu denen die Reimser eine besondere Beziehung pflegten, oder sie als Konkurrenz ansahen. So z.B. die Kathedralen von Sens und Chartres und die Abteikirche von St.-Remi in Reims selbst. Von der Kathedrale Chartres wurde neben dem dreigeschossigen System auch der kantonierte Pfeiler ubernommen. Da die Kathedrale von Sens einen Anspruch auf das Kronungs- und Salbungsprivileg erhoben hat, war sie ein bedeutendste Rivale. Sie wurde im mehrstufigen Aufbau des Wandsockels an den Seitenschiffswanden zitiert. Nach

Binding wurde die Architektur der Kathedrale von Reims nicht durch die Architekten bestimmt, sondern durch politische und kirchliche Erwagungen bestimmt.[8]

2.3. Auftraggeber des Baus

Die Initiative fur den Bau der Kathedrale kam von dem Bischof und dem Kapitel. Das Erzbistum war reich, das Kathedralkapitel hatte 70 Domherren und zahlte zu dem vomehmsten Frankreichs. Die Verbindung zwischen dem Erzbischof und Konig war, dank der furstlich-territorialen Rechten des Erzbischofs gut. Dadurch stand aber die Kirche in Konkurrenz zu den Grafen der Champagner und auch die Beziehung zu den Burgern war nicht besser, denn sie waren von Bischof und Kapitel abhangig. Diese schwierigen Verhaltnisse mundeten in den dreiBiger Jahren des 13. Jh. in einem Burgeraufstand und die Beziehungen verschlechterten sich noch mehr, so dass „wir anders als in Paris und Amiens keine groBen burgerlichen Stiftungen verzeichnen konnen [...]“.[9]

2.4. Vorgangerbauten

Insgesamt gab es an der Stelle der heutigen Kathedrale drei Vorgangerbauten. Die erste Kathedrale wurde der Jungfrau Maria im Jahre 401 geweiht. Von ihr geblieben sind die Krypta unter dem Hauptaltar und die Reste einer Taufkapelle. Die zweite Kathedrale wurde 852 von Hinkmar eingeweiht. Von ihr stammen das kleine romanische Portal an dem Nordquerhaus und ein Fenster des Sudquerhauses. Mitte des 12.Jh kam es unter Bischof Samson zu umfangreichen Umbauten an der karolingischen Kathedrale. Das Langhaus bekam einen Westbau und einen Umgangschor mit Kapellenkranz. Nach Bernd Nicolai wohl aus „Konkurrenz zu SugersNeubauvon St-Denis“.[10](Abb.4)

3. Baugeschichte

Nach dem die alte Kathedrale 1210 abgebrannt war, begannen 1211 die Arbeiten am Querhaus und Chor. Ein paar Jahre spater, 1220/21 konnten schon die Langchorseitenschiffe, der Umgang und die Kranzkapellen liturgisch benutzt werden. Nach Kimpel und Suckale schritten die Bauarbeiten am Neubau schnell voran, denn der Reimser Klerus wollte nicht sein Kronungsprivileg verlieren. Aus verlasslichen Quellen erfahren wir, dass der Chronist Aubry de Trois-Fontaines berichtet, dass die zerstorte Kathedrale in 20 Jahren fast vollendet wurde, also 1231. Die zweite Quelle, eine Nachricht der Annalen des Reimser Klosters St.-Nicaise besagt, dass das Reimser Kapitel 1241 den neuen Chor bezog. Mit dem Chor ist, nach Kimpel und Suckale, das ostliche Langhaus, also die drei ostlichen Langhausjoche - der Sitzt der Geistlichkeit - gemeint. Noch eine andere Quelle von Ravaux bestatigt, dass die Arbeiten am Anfang schnell vorangingen. Demnach entdeckte Ravaux eine Quelle die besagt, dass man sich schon 1230 mit den Vorbereitungen fur den Westbau befasste.[11]Kimpel und Suckale schlussfolgern daraus, dass das es sich bei dem Langhaus, welches 1228 liturgisch benutzt werden konnte, um das neue Langhaus und nicht um die Reste des Samsonbaus handelt.[12]Aufgrund des schon erwahnten Burgerkrieges in den Jahren 1233-35 wurden die Bauarbeiten unterbrochen. Danach verliefen die Bauarbeiten schleppend. Die Datierung des Westbaus wird kontrovers diskutiert. Richard Hamann-MacLean orientiert sich an Baubefunden und datiert den Bauanfang der Westfassade nach 1219. Nach Kimpel und Suckale wurden die Westfassade und die vier westlichen Joche nach 1955 gebaut.[13]

3.1. Schaden und Restaurationen bis Anfang des 20. Jh.

Durch einen durch Unfall verursachten Brand 1481 wurde der Dachstuhl zerstort. Aus einem Protokoll aus dem Jahr 1492, der uber Reparaturarbeiten am Dachstuhl berichtet, erfahren wir, dass bei dem Brand zwei kleine Turme, die sich an den Enden beider Querhauser befanden und der im Bau befindliche groBe Vierungsturm, der sich uber die Kreuzung des Querschiffes mit dem Hauptschiff befand, zerstort wurden. Nachdem die Arbeiten am Vierungsturm durch den Ersten Weltkrieg das zweite Mai unterbrochen wurden, wurde der rund 75m hoch geplante Turmhelm aufgegeben.[14]Von 1915 bis 1918 leitete Henri Deneux den Wiederaufbau. Jedoch wurden die sieben geplanten Turme, von denen der Vierungsturm 150 m hoch sein sollte, nie gebaut.

3.2. Bautechnik

In der Reimser Kathedrale wurde von Anfang an eine Vorfertigung verschiedener Bauglieder wie Pfeiler, Wandvorlagen, MaBwerke, Gewolbeprofile, Kapitelle usw. betrieben. Es gab eine Bauhutte, die den Steinmetzen ermoglichte, dass sie auch im Winter an den Baugliedern arbeiten konnten. Somit gingen die Arbeiten an der Kathedrale schneller voran. Die Baumethode ist in Reims eine Stapeltechnik, d.h., dass zuerst die Wandvorlagen aus den vorgefertigten Baugliedern aufgestapelt werden, die spater mit Wanden verbindet werden.[15]

3.3. Die Architekten

Bis 1779 besaB die Kathedrale ein groBes Labyrinth, dessen Form dem kantonierten Pfeiler ahnelte. Er befand sich im Langhaus zwischen dem 3. und 4. Joch des Mittelschiffes in die Bodenplatte eingelegt. Nach Kimpel hatte das Labyrinth vor allem die Funktion eines Gedenksteines. Neben dem Erzbischof Aubry de Humbert (1207-1218), unter dem der Neubau begonnen wurde, wurden die vier Architekten: Jean d' Orbais, Jean le Loup, Gaucher de Reims und Bernard de Soissons abgebildet. Der erst genannte Architekt hat die Plane fur die Kathedrale weitgehend festgelegt und mit dem Bau begonnen. Welcher Architekt nach Jean d'Orbais folgte, wissen wir nicht. Fest steht, dass Bernard de Soissons die Westrose geschaffen hat.[16]

4. Grundriss

Wie schon im Kapitel 2.4., S. 3, erwahnt wurde, steht die Kathedrale Notre-Dame de Reims auf der Stelle dreier Vorgangerbauten. Wahrscheinlich wurde der Samsonbau im Grundriss zitiert und vielleicht auch an anderen Stellen. Kimpel weist aber darauf hin, dass wir daruber sehr wenig wissen.[17]

Es handelt sich um eine mehrschiffige Basilika mit einer Zweiturmfassade im Westen. (Abb. 4) Die dreischiffige Basilika in Kreuzform besteht aus Langhaus, Querhaus und Chor. Das Langhaus ist dreischiffig, d.h., dass es ein Mittelschiff mit zwei Seitenschiffen hat, das Gewolbe ist vierteilig und ist mit zehn Jochen das langste der Kathedralen. Von der inneren Westwand bis zu der Achse des Vierungspfeilers gerechnet, sind es 65m. Das erste und das letzte Joch sind groBer als die dazwischenliegenden. Das Langhausmittelschiff ist doppelt so lang wie die Seitenschiffe. Dagegen fallt der Langchor mit funf Jochen bescheidender aus. Die Vereinheitlichung des Raumes und der verstarkte West-Ost-Fluss der Langsachse fuhren zu einer Reduzierung des Querschiffs. Das Querhaus ist dreischiffig und besitzt zwei Seitenschiffe und die Querhauser treten nur um ein Joch uber die Seitenschiffe.[18]Es hat die gleiche Breite wie das Langhaus, aber das Mittelschiff ist schmaler. Dadurch ist die Vierung unquadratisch. Der Chor ist drei Joche lang und der 5/10 Chorschluss besitzt funf mit Kreuzrippengewolbe versehene, trapezformige Joche. Der Chorumgang, also der Durchgangsraum zwischen Chor und Apsiskapelle, hat in der Achse die gleiche Breite, wie die Seitenschiffe von Langhaus, Querhaus und Chor. An das Chorrund schlieBt der Kapellenkranz mit funf Radialkapellen, wobei die Scheitelkapelle um ein Joch nach Osten verlangert ist und dadurch langer erscheint als die ubrigen Kapellen. Die Arkadenstutzen sind im Chor, im Querhaus und in den sechs ostlichen Langhausjochen gleich ausgebildet. Es handelt sich um kantonierte Pfeiler mit einem Kern in zylindrischer Form, dem vier Halbsaulen vorgelegt sind. Nur das dritte gerade Joch des Chores wird im Osten von einem Pfeilerpaar getragen, dessen Form den anderen vier des Chorschlusses entspricht: Anstatt vier vorgelegte Halbsaulen, besitzen diese nur eine. Die kantonierten Pfeiler rings um die Vierung sind, aufgrund des geplanten Turms, starker ausgebildet als die ubrigen. Die Abstande zwischen den Pfeilern werden, vom Chorschluss in Richtung Westen, gleichmaBig immer groBer. Auch die Pfeilerstarke verandert sich mit de n Abstanden. Je groBer der Pfeilerabstand, desto groBer ist der Pfeilerkern. Im Westen handelt es sich um eine Dreiportalanlage. Aufgrund der Doppelturmfassade sind die Pfeiler starker ausgebildet. Das groBe Mittelportal und die zwei kleineren Portale wurden trichterformig zuruckgesetzt. Die AuBenwand der Kathedrale ist zweischalig; sie besitz ein Laufgang, der um das ganze Gebaude fuhrt.

5. Beschreibung des AuBenbaus

5.1. Der Chor mit Kranzkapellen

Die Beschreibung des AuBenbaus folgt der Chronologie der Bauarbeiten; also beginnend mit dem Kapellenkranz und Chor. Die Fassade ist ein dreiteiliges System, bestehend aus Arkade, Triforium und Obergaden.

Da die Wande in der Hochgotik immer dunner werden, wird die ganze Last von einem ausgeklugelten Strebewerk getragen. Binding stellt fest, dass das Strebewerk neben der praktischen, auch eine asthetische Funktion hat und wird damit zu einem dominierenden „Formtrager des AuBenbaus, insbesondere der Choranlagen“[19]In Reims ist das Strebewerk aus zwei ubereinander liegenden, nicht zusammen verbundenen, Strebebogen konstruiert. (Siehe Abb. 5) Im Gegensatz zum Querhaus und Langhaus wurde hier das Strebewerk verdoppelt. Das heiBt mit hintereinander konstruierten doppelten Bogenschlagen, welche mit Zwischenpfeilern verbunden werden. Es erstreckt sich vom Scheitel der Kapelle bis zum Scheitel der Hochchorfenster. Die vorderen Strebepfeiler werden mit einer Tabernakel-Fiale bekront. Anders als die Fiale, die auf den Verbindungspfeilern steht, besitzen die Tabemakel Nischen, welche von Diensten getragen werden und in denen Figuren eingestellt sind. In (Abb. 7) ist ein Engel mit ausgebreiteten Flugeln zu sehen. Daruber erheben sich Baldachine, mit vier Fialen in den Ecken, die je von einer Kreuzblume gekront werden. Sowohl Fiale als auch Tabemakel sind an den Kanten mit Krabben verziert. (Siehe Abb. 6)

Uber den massiven Wandsockel der einen Teil des Strebewerkes bildet und welcher den Kippmoment verhindern soil, befinden sich die Fensteroffnungen, die die ganze Breite zwischen den Strebepfeilern ausfullen. Uber die Kapellen befindet sich eine Blendarkatur mit durchbrochenen Spitzbogen, die mit Fabeltieren geschmuckt ist. Diese Aufmauerung dient als Dachverblendung und ist die Miniaturausgabe von Arkaden mit Stutzen. (Siehe Abb. 5) Das Kranzgesims des Chorhauptes ist mit einer Attika versehen. Daruber befindet ein kleiner Dachreiter mit einem Engel. (Siehe Abb. 5) In den Chorkapellen wurde in Reims (1215/20, Abb. 9) die erste hochgotische MaBwerkform eingefuhrt. (Abb. 9) Die Stabe aus denen das

MaBwerkwerkfenster gebildet wird sind mit Saulen besetzt, uber diese befinden sich zwei Spitzbogen, die an den Seiten miteinander verschmelzen und einen aus Kreis mit sechs Kreisbogen, auch sogenannten liegenden Sechspass, tragen. (siehe Abb. 10) Diese Fensterform wird auf das gesamte Chor und Langhaus angewendet.

5.2. Das Langhaus

Der Aufbau der AuBenfassade des Langhauses besteht, genauso wie der Choraufriss, aus Arkaden, Triforium und Obergaden. (Siehe Abb. 11 und 12) Nur ist das Strebewerk nicht verdoppelt, wie am Chor im Bereich des Triforiums, sondern einfach. (Siehe Abb. 14 und 15) Die Fassade ist durch vertikale und horizontale Linien bestimmt. Die vertikal angeordneten Strebepfeiler, werden durch die horizontal verlaufenden Wasserschlage, von oben nach unten fein abgestuft. Die Spitzen (Kreuzblumen) ragen weit uber den Obergaden und die Dachtraufe hinauf und verleihen dem massiven Bau Leichtigkeit. Wie am Chor, sind auch hier in den Nischen Engeln mit ausgebreiteten Flugeln zu sehen. Zwischen den Strebepfeilern finden wir die gleiche MaBwerkform, wie bei den Fenstern am Chor und Kranzkapellen. Uber den Obergaden erstreckt sich ein Gesims mit Wasserspeiem und daruber wird das Dachgesims mit einer Attika umschlossen. Diese wird durch mehrere Fialen durchbrochen. (Siehe Abb. 16) Es handelt sich um ein steinernes MaBwerk bestehend aus zwei Kleeblattbogen mit liegendem Dreipass, welchem noch ein Giebel mit einer Kreuzblume aufgesetzt wurde. Die Giebelflache selbst ist mit liegendem Dreiblatt versehen. (Siehe Abb. 17)

Im Aufbau sind die beiden Querhausfassaden fast gleich. Die Nordseite besitzt aber zu dem drei Portale. Daher wird zur Vereinfachung der Beschreibung hauptsachlich die Sudquerhausfassade beschrieben. Die Abweichungen zum Nordquerhaus werden nur erganzt. (Abb. 18 und 19)

Es gibt drei vertikale Hauptachsen, vertreten durch vier Strebepfeiler und vier horizontale Abschnitte, in Form von Gesims, welches die Geschosse optisch trennt. Die Wandflache in der unteren Mitte des Sudquerhauses wird durch drei Spitzbogenfenster ausgefullt. Von denen sind am Nordquerhaus nur die oberen Spitzen zu sehen, da hier der Fassade zwei Portale vorgeblendet wurden.

[...]


[1] Peter, Kurmann: Kathedralarchitektur in Frankreich, von der monumentalen Hochgotik zum preziosen style rayonnant, in: Kunsthistorische Arbeitsblatter, 4, 6/2005, Koln, 2005, S.17-18.

[2]Ebd., S. 21.

[3]Ebd., S. 23-24

[4]Ebd., S. 24

[5]Dieter Kimpel, Robert Suckale: Die gotische Architektur in Frankreich 1130-1270, Munchen, 1985, S. 277.

[6] An der Stelle der heutigen Kathedrale wurde am Weihnachten 498 oder 499, durch den reimser Bischof, der spater heilig gesprochen wurde, der Merowingerkonig Chlodwig I. getauft. Der Legende nach soil dem Remigius das fehlende Salbol, die so genannte Sainte-Ampulle, eine Taube gebracht haben. Vgl. Bemd, Nicolai: Kunst-Epochen, Band 4, Gotik, Stuttgart, 2007, S. 129.

[7]Vgl.Ebd. S. 129.

[8]Vgl. Kimpel, 1985, S. 278.

[9]Vgl. Ebd.

[10]Nicolai, 2007, S. 130.

[11]Vgl. Kimepl, 1985, S. 290.

[12]Vgl.,Ebd., S. 290.

[13]Vgl.,Ebd., S. 289.

[14]Vgl., Richard Hamman-MacLean, Ise Schussler: Die Kathedrale von Reims, Stuttgart, 1993, S. 75.

[15]Vgl.,Kimpel, 1985 S. 290.

[16]Vgl.,Ebd., S. 291.

[17]Vgl.,Ebd., S. 286.

[18]Vgl.Nicolai, 2007, S. 132.

[19] Gunther, Binding: Was ist Gotik? Eine Analyse dergotischen Kirchen in Frankreich, England und Deutschland 1140-1350, Darmstadt, 2000, S. 107.

Details

Seiten
34
Jahr
2013
ISBN (eBook)
9783668328860
ISBN (Buch)
9783668328877
Dateigröße
4 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v342892
Institution / Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin – Institut für Kunst und Bildgeschichte
Note
1,7
Schlagworte
hochgotik beispiel kathedrale reims baubeschreibung
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Titel: Monumentale Hochgotik. Die Kathedrale von Reims