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Welche Münzen sind im Sparschwein? Handlungsorientierter Zugang zum Größenbereich Geld (Mathematik 1. Klasse Grundschule)

Unterrichtsentwurf 2015 14 Seiten

Didaktik - Mathematik

Leseprobe

Inhalt

1. Einbettung der Einheit in die Unterrichtsreihe

2. Zentrale Absicht der Einheit und Lernchancen

3. Zentrale Absicht für Kinder mit ausgewiesenen Förderschwerpunkten

4. Sachinformationen zur Einheit

5. Fachdidaktische Analyse

6. Analyse der Lernaufgabe

7. Lernvoraussetzungen der Kinder bezogen auf die Lernaufgabe der Einheit

8. Darstellung des Unterrichtsverlaufs

9. Lernkomponenten

10. Literaturverzeichnis

11. Anhang

1. Einbettung der Einheit in die Unterrichtsreihe

Die zentrale Absicht der Unterrichtsreihe:

Das Geld im Sparschwein – Die SuS haben die Möglichkeit den Größenbereich Geld handlungsorientiert kennenzulernen und das Rechnen mit Geld zu üben. Darüber hinaus können sie erste Erfahrungen im Verbalisieren und Begründen machen.

Darstellung der einzelnen Themen der Unterrichtseinheiten und deren zentrale Absicht:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2. Zentrale Absicht der Einheit und Lernchancen

Die SuS haben die Möglichkeit verschiedene Zusammenstellungen von Münzen zu vorgegebenen und differenzierten Geldbeträgen zu entdecken. Dabei können sie in der Gruppe Zahldarstellungen in Bargeld-Abbildungen überführen, Zerlegungen finden, festhalten und sich austauschen.

Im Sinne meiner formulierten Absicht eröffne ich folgende Lernchancen:

Auf derEbene der Sacherfahrungenhaben die SuS die Möglichkeit,

- handlungsorientierte Erfahrungen im Umgang mit dem Größenbereich Geld zu machen.
- verschiedene Münzzusammenstellungen zu einem Betrag problemorientiert zu finden.
- das Überführen von Zahldarstellungen in Bargeld-Abbildungen zu lernen.
- das Zerlegung von Zahlen in differenzierten Zahlenräumen zu üben bzw. zu festigen.
- von dem Austausch in der Gruppe über Lösungen und Entdeckungen zu profitieren.
- ihren Wortspeicher weiterzuentwickeln und sich in der Fachsprache zu üben.
- ihre Lösungen und Entdeckungen zu präsentieren und zu reflektieren.

Auf derEbene der Sozialerfahrungenhaben die SuS die Möglichkeit,

- gemeinsam in der Lerngruppe Ideen zu äußern, umzusetzen oder weiterzuentwickeln.
- sich innerhalb der Gruppenarbeit in einer Rolleneinhaltung zu üben.
- sich in der Gruppe über Lösungen und Entdeckungen auszutauschen.
- gemeinsam in der Lerngruppe zu reflektieren.

Auf derEbene der Individualerfahrungenhaben die SuS die Möglichkeit,

- sich mit eigenen Ideen in der Lerngruppe zu beteiligen.
- auf ihrem individuellen Lernniveau zu arbeiten.
- von Vorgehensweisen und Entdeckungen der Gruppe zu profitieren.
- die Umsetzung und Einhaltung einer Rolle innerhalb der Gruppenarbeit zu üben.
- den Umgang mit Geld zu üben sowie die Vorstellung zu dem Größenbereich auszubauen.
- ihren Wortspeicher weiterzuentwickeln und sich in der Fachsprache zu üben.
- Erfahrungen im Darstellen, Präsentieren und Reflektieren von Lösungen zu machen.

3. Zentrale Absicht für Kinder mit ausgewiesenen Förderschwerpunkten

E. hat einen sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich geistige Entwicklung. Er bekommt eine Zerlegungs-Aufgabe auf seinem Lernniveau und wird mit Hilfe seiner Sonderpädagogin Anforderungsbereich 1 (siehe S.5) bearbeiten.

A. wurde schulintern auf einen sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich Lernen getestet. Das Verfahren zu dem Förderbedarf wurde bereits vom Schulamt eröffnet, eine Entscheidung steht jedoch noch aus. Sie bekommt, wie E., eine Zerlegungs-Aufgabe auf ihrem Lernniveau und wird von mir unterstützt, um den Anforderungsbereich 1 (siehe ebenfalls S.5) zu erfüllen.

E. hat einen sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich Lernen sowie im Bereich soziale und emotionale Entwicklung. Seine Förderung tritt jedoch erst zum nächsten Schuljahr ein. Er profitierte bislang von seinem Vorwissen und zeigte in den vorigen Einheiten ein höheres Leistungsniveau. Er hat die Möglichkeit das Ziel der Lerngruppe zu erreichen und wird bei Bedarf von mir unterstützt.

4. Sachinformationen zur Einheit

Die Einheit „Welche Münzen sind im Sparschwein?“ zielt auf mögliche Zerlegungen von Cent-Beträgen ab und soll Vorstellungen zum Größenbereich „Geld“ anregen sowie ausbauen. Dieser Größenbereich unterscheidet sich wesentlich von, beispielsweise „Längen“, „Gewichte“ oder „Zeitspannen“, denn Geld stellt keine physikalische oder geometrische Größe dar. Man spricht deshalb von einer bürgerlichen, also einer konventionell festgelegten Größe.[1]

Da Geld seit langem ein unverzichtbares Tausch- bzw. Zahlungsmittel ist, ist ein sicherer Umgang unerlässlich und stellt zudem eine wichtige Kulturtechnik dar. Im Jahr 2002 wurde unsere nationale Währung „DM – Deutsche Mark“ von der europäischen Währung „Euro“ abgelöst. Der Euro besteht aus Euro-Münzen, Euro-Scheinen und der Untereinheit Cent bzw. Cent-Münzen. Dabei ist die Umwandlung von 100 Cent zu 1 Euro festgelegt. Im Folgenden werden die Stückelungen und Schreibweisen der Cent-Münzen dargestellt, welche die Einheit betreffen:

- 1 Cent, 2 Cent, 5 Cent, 10 Cent, 20 Cent, (50 Cent)

- “Cent” wird mit “ct” abgekürzt

Durch diese Stückelung ist Geld nicht in beliebige Einheiten unterteilbar, so dass sich nur eingeschränkte Zerlegungsmöglichkeiten ergeben. Nachstehend wird dies am Beispiel der Zerlegung von 5 Cent dargestellt:

a) 5 Cent = 5 Cent

b) 5 Cent = 2 Cent + 2 Cent + 1 Cent

c) 5 Cent = 2 Cent + 1 Cent + 1 Cent + 1 Cent

d) 5 Cent = 1 Cent + 1 Cent + 1 Cent + 1 Cent + 1 Cent

5. Fachdidaktische Analyse

Kinder können im (Schul-) Alltag in unterschiedlichsten Situationen mit Geld in Berührung kommen. Sie bekommen vielleicht Taschengeld oder Geldgeschenke zum Geburtstag, müssen Kakaogeld oder Bastelgeld in der Schule abgeben und kaufen alleine Süßigkeiten am Kiosk oder bezahlen die Sonntagsbrötchen beim Bäcker in Anwesenheit der Eltern. Dabei bedeutet „in Berührung kommen“ nicht gleich, dass sie einen verständnisvollen Umgang mit Geld erlernen. Dazu können Grundschulkinder sehr unterschiedliche Vorerfahrungen oder bereits gefestigtes Wissen zu der Größe Geld haben. Hier lohnt es sich vom üblichen „didaktischen Stufenmodell“ (vgl. Franke & Ruwisch (2010), S. 184) abzuweichen und sich an den „drei Kernideen des Messens“ nach Peter-Koop & Nührenbörger (2007) zu orientieren. Sie bieten den Vorteil, dass nicht in Stufen erarbeitet wird, sondern Alltagssituationen parallel eingebettet werden können und den individuellen Leistungsniveaus der SchülerInnen Rechnung getragen werden kann.

Die drei Kernideen des Messens mit Bezug zur Größe „Geld“ und zur vorliegenden Einheit:

- Auswahl einer Einheit:Cent
- Vervielfachen von bzw. Zerlegen in Einheiten:Ein Geldwert wird in mögliche Cent-Zerlegungen übertragen.
- Zählen der Anzahl an Einheiten und Untereinheiten:Das Zählen gleichwertiger Cent-Münzen und das Addieren unterschiedlicher Cent-Münzen.[2]

Die Verknüpfung mit Alltagssituationen kann dann unterschiedlich durchgeführt werden. In dieser Einheit wurde sich für die Umsetzung durch einen klasseneigenen Kaufladen (Kiosk) entschieden. Dieser wurde von den Kindern mitgestaltet und kann innerhalb der gesamten Unterrichtsreihe begleitend die gerade erworbenen Kenntnisse nochmals vertiefen, festigen und mit einem realitätsnahen Sinn belegen.

Innerhalb der Schule ist der Größenbereich „Geld“ in allen vier Grundschuljahren fester Bestandteil des Lehrplans und erfüllt folgende didaktische Funktionen:

- Geld als Bestandteil beim Sachrechnen.
- Geld zur Verdeutlichung des Bündelns bzw. zur Unterstützung von Zahldarstellungen.
- Geld zur Darstellung von Rechenwegen bzw. als strukturiertes Anschauungsmittel.[3]

In der vorliegenden Einheit stehen zunächst die erste und letzte Funktion im Vordergrund.

[...]


[1]Franke & Ruwisch (2010), S.182 ff.

[2]Cless (2013), S.21.

[3]Heckmann & Padberg (2012), S.132.

Details

Seiten
14
Jahr
2015
ISBN (eBook)
9783668326996
ISBN (Buch)
9783668327009
Dateigröße
684 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v342738
Note
Schlagworte
Unterrichtsentwurf Grundschule Mathematik Größen Geld Münzen Klasse 1 Zerlegungen

Autor

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