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Neue Konzepte für das Wissensmanagement. Mehrwert und Implementierung der Modelle in Unternehmen

Studienarbeit 2016 17 Seiten

Soziologie - Methodologie und Methoden

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was bedeutet Wissensmanagement?
2.1. Definition Wissen und Wissensmanagement im Kontext von Unternehmen
2.2. Arten von Wissen

3. Ansätze des Wissensmanagements
3.1. SECI-Modell nach Nonaka / Takeuchi
3.2. Bausteine des Wissensmanagements nach Probst et al

4. Analyse und Bewertung unterschiedlicher Konzepte
4.1. Microsoft: Die Campus-Company
4.2. Itemis: Vier Tage arbeiten, einen Tag tüfteln
4.3. Deutsche Post: Aufnahme in den Club der Denker
4.4. Procter: Erweckung per Mitarbeiteraustausch
4.5. Gore: Startup-Klima dank Zellteilung

5. Zusammenfassung

6. Literatur

1. Einleitung

„Eine Investition in Wissen bringt noch immer die besten Zinsen“.1 Auch wenn das Zitat von Benjamin Franklin aus dem 18. Jahrhundert stammt, so kann es ohne Probleme auf die heutige Zeit übertragen werden. Heutige Unternehmen müssen erkennen, dass vorhandenes Wissen immer mehr zu einem wichtigen Produktionsfaktor wird.

Um das Wissen der Mitarbeiter zu nutzen und eine Bereitstellung im Unternehmen zu gewährleisten, ist ein Wissensmanagement notwendig, um in den immer schwieriger werden Märkten überleben zu können.

Im Rahmen dieser Arbeit soll zunächst geklärt werden, was überhaupt unter dem Begriff Wissen, vorrangig in Bezug auf den Unternehmenskontext, zu verstehen ist. Ebenso wird eine Unterscheidung verschiedener Wissensarten aufgezeigt. Hieraus leitet sich auch die Definition des eigentlichen Wissensmanagements ab.

In einem zweiten Schritt erfolgt die Klärung der Frage, welche Aufgaben ein Wissensmanagement hat und in welcher Form es in Unternehmen implementiert werden kann - stets unter Berücksichtigung des Mehrwertes, der durch ein erfolgreiches Wissensmanagement erreicht werden soll. Hierzu werden zwei der wichtigsten Modelle des Wissensmanagements, nämlich das SECI-Modell und das Modell der Wissensbausteine, näher vorgestellt und erläutert.

Da das Thema Wissensmanagement von der rein theoretischen Seite betrachtet doch sehr abstrakt ist, stellt sich die Frage, in welcher Form ein Wissensmanagement in einem Unternehmen umgesetzt werden kann.

Der Artikel „Fünf wegweisende Konzepte des Wissensmanagements“ von Manfred Engeser zeigt dies am Beispiel von fünf Unternehmen. Im Rahmen dieser Arbeit werden die verschiedenen Konzepte unter Berücksichtigung der erläuterten Modelle analysiert und erörtert.

Unter Berücksichtigung all dieser Punkte soll am Ende eine schlüssige Beantwortung der Frage, ob ein Wissensmanagement generell einen großen Mehrwert mit sich bringt oder ob es sich hier um einen systemtheoretischen Schnellschuss handelt, der nur schwer eine praxisnahe Umsetzung ermöglicht.

2. Was bedeutet Wissensmanagement?

2.1. Definition Wissen und Wissensmanagement im Kontext von Unternehmen

Eine exakte Definition des Wissensmanagements ist nur sehr schwer zu erreichen. Dies liegt zum einen daran, dass es sich beim Wissensmanagement um eine verhältnismäßig junge Disziplin handelt, zum anderen kann das Wissensmanagements in den verschiedensten Bereichen Anwendung finden.2

Im Kontext von Unternehmen liefert Abecker eine sehr gute und aufschlussreiche Definition:

„ Wissensmanagement ist ein systematischer und strukturierter ganzheitlicher Ansatz, der implizites und explizites Wissen im Unternehmen als strategische Schl ü sselressource versteht und daher darauf abzielt, den Umgang mit Wissen auf allen Ebenen nachhaltig zu verbessern, um Kosten zu senken, Qualit ä t zu steigern, Innovation zu f ö rdern und Entwicklungszeiten zu verk ü rzen “ 3

Wissen ist in der heutigen Zeit zu einem wichtigen Produktionsfaktor4 für Unternehmen geworden. Diese Schlüsselressource gilt es im Rahmen des Wissensmanagements zu nutzen.

Nun stellt sich allerdings die Frage, wie der Begriff „Wissen“ in diesem Kontext zu verstehen ist. Jeder hat eine bestimmte Vorstellung, wenn es um Wissen geht.

Doch was ist Wissen eigentlich und wie entsteht es?

Auch hier ist keine eindeutige Definition möglich. Wissen ist ein teils sehr schwammig verwendeter Begriff und kann vieles beschreiben.

Heck erläutert Wissen als Zusammenspiel von Informationen. Informationen wiederum entstehen durch die Zuordnung von einfachsten Daten in einem in sich logischen Kontext. Demnach entsteht Wissen, wenn unterschiedliche Informationen so vernetzt werden, dass daraus eine Handlungsgrundlage entsteht.5

„Wissen ist demnach stark kontextabhängig, strukturiert und prägt Verhaltensweisen bzw. Handlungsmuster.“6

Um ein Verständnis für diese Abstrakten Definitionen zu erreichen, werden im Folgenden die wichtigsten Arten von Wissen aufgeführt und näher erläutert.

2.2. Arten von Wissen

Da der Begriff Wissen auf Grund seiner Allgemeingültigkeit eine sehr breite Fächerung ermöglicht, ist die in der einschlägigen Literatur zu findende Typisierung von Wissensarten entsprechend groß und komplex.7 Zur Gewährleistung der Verständlichkeit erfolgt im Rahmen dieser Arbeit die Unterteilung nach den folgenden, zentralen Wissensarten8:

Explizites / Implizites Wissen

Die Unterscheidung von explizitem und implizitem Wissen ist eine Unterscheidung auf vertikaler Ebene.

So handelt es sich bei explizitem Wissen um Wissen, welches problemlos kommuniziert und auch dokumentiert werden kann. Explizites Wissen wird stets bewusst verarbeitet, wobei diese Verarbeitung auch von den entsprechenden Ressourcen wie z.B. dem Arbeitsgedächtnis abhängt.9

Im Gegensatz dazu ist unter implizitem Wissen ein Wissen zu verstehen, welches fast unbewusst abläuft. Es beruht in der Hauptsache auf unseren eigenen Erfahrungen, teils auch auf gelernten Handlungswerten- und Normen. Ein gutes Beispiel für die Anwendung von implizitem Wissen ist das Autofahren. Hierbei muss ständig eine Vielzahl an Informationen verarbeitet, umgesetzt und analysiert werden - größtenteils geschieht dies automatisiert bzw. unbewusst.10 Problematisch ist jedoch, dass implizites Wissen - im Gegensatz zu explizitem Wissen - nur sehr schwer zu kommunizieren oder auch zu dokumentieren ist.

Aus dieser Tatsache ergibt sich eine der Aufgaben des Wissensmanagements, nämlich die Überführung von implizitem in explizites Wissen.11

Individuelles / kollektives Wissen

Unter individuellem Wissen versteht man an Personen oder auch einen Personenkreis gebundenes Wissen. Im Gegensatz dazu steht das kollektive Wissen. Dieses steht innerhalb einer Organisation sämtlichen Mitarbeitern zu Verfügung.12 Oftmals ist es in Form von Unternehmensrichtlinien, Standards oder unternehmensinternen Anweisungen niedergeschrieben, sodass es bei Bedarf sehr schnell vermittelbar ist.

Weitere Arten von Wissen

Auf Grund der Allgemeingültigkeit des Begriffs „Wissen“ lässt sich die Auf- und Unterteilung verschiedenster Wissensarten fast beliebig erweitern. Die folgende Abbildung zeigt weitere wichtige Wissensdomänen, die durch das Fraunhofer Institut ermittelt wurden13:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: relevante Wissensdom ä nen14

3. Ansätze des Wissensmanagements

Im Wissensmanagement gibt es unterschiedliche Ansätze zur Erläuterung, Umsetzung und Analyse. Zwei der bekanntesten und gebräuchlichsten Modelle sind die Modelle der Wissenstransformation von Nonaka und Takeuchi sowie das Modell der Bausteine des Wissensmanagements nach Probst, Raub und Romhardt.

Zum Verständnis der Analyse der fünf verschiedenen Unternehmensansätze werden im Folgenden die Grundlagen der beiden Modelle kurz erläutert.

3.1. SECI-Modell nach Nonaka / Takeuchi

Das SECI-Modell zielt in der Hauptsache darauf ab, die Transformation des Wissens näher betrachten. Hierbei kommt der Unterscheidung von explizitem und impliziten Wissen sowie dessen Transformation eine entscheidende Bedeutung zu. Bei Nonaka und Takeuchi findet die Umwandlung des Wissens in vier verschiedenen Formen innerhalb sozialer Prozesse statt15. Die vier verschiedenen Formen sind dabei:

Sozialisation (implizit → implizit)

Direkter Austausch von implizitem Wissen zwischen 2 Personen bzw. einem exklusiven Personenkreis Externalisierung (implizit → explizit)

Implizites Wissen wird durch Modelle, Hypothesen o.Ä. zu explizitem Wissen transformiert und so z.B. Unternehmen zu Verfügung gestellt

Internalisierung (explizit → implizit)

Explizit bereitgestelltes Wissen wird durch individuelle Lernprozesse in implizites Wissen umgewandelt Kombination (explizit → explizit)

Bereits vorhandenes explizites Wissen wird kombiniert, um neues oder auch weitergehendes Wissen zu erzeugen

Stellt man diese vier Prozesse nun grafisch dar, ergibt sich daraus die Wissensspirale nach Nonaka und Takeuchi:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Wissensspirale des SECI-Modells16

3.2. Bausteine des Wissensmanagements nach Probst et al.

Das Modell nach Probst nutzt unterschiedliche Bausteine und setzt diese in Abhängigkeit zueinander. Das Modell orientiert sich dabei auch an den internen Kreisläufen von Unternehmen.17 Dabei werden die Kreisläufe einer organisatorischen Ebene mit sechs Bausteinen, sowie einer darüber angeordneten strategischen Eben mit zwei Bausteinen zugeordnet. Entscheidend ist, dass die Bausteine nicht autonom zu betrachten sind, sondern miteinander eng verknüpft sind.

Im Folgenden werden die einzelnen Bausteine aufgeführt und näher erläutert:

Wissensziele

Die Wissensziele geben auf strategischer Ebene vor, welches Wissen aufgebaut und welches Wissen für den zukünftigen Erfolg des Unternehmens wichtig ist. Weiterhin werden die Maßnahmen festgelegt, welche durch das Wissensmanagement erreicht werden sollen.

[...]


1 Benjamin Franklin, 1709 - 1790

2 Vgl. Lehner, 2012, S. 32f

3 Abecker, 2002, S. 2

4 Lehner, 2012, S. 36

5 Heck, 2002, S. 2f

6 Heck, 2002, S. 3

7 Franken & Franken, Integriertes Wissens- und Innovationsmanagement, 2011, S. 33

8 Fischer, ohne Jahr, S. 12ff

9 Franken & Franken, Integriertes Wissens- und Innovationsmanagement, 2011, S. 34

10 Franken & Franken, Integriertes Wissens- und Innovationsmanagement, 2011, S.35

11 Heck, 2002, S. 7

12 f-bb, 2013

13 Fischer, ohne Jahr, S. 14

14 Eigene Abbildung in Anlehnung an Fischer, ohne Jahr, S. 14

15 Vgl. Lehner, 2012, S. 72f

16 Eigene Abbildung, in Anlehnung an Lehner, 2012, S. 74

17 Lehner, 2012, S.79

Details

Seiten
17
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668324107
ISBN (Buch)
9783668324114
Dateigröße
502 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v342538
Institution / Hochschule
AKAD University, ehem. AKAD Fachhochschule Stuttgart
Note
2,3
Schlagworte
Wissensmanagement Systemtheorie Konzepte Wissensmanagement Wissensnutzung Wissen

Autor

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