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Die Selbstpflege Pflegender fördern

Salutogenetischer Ansatz und das Kohärenzgefühl als wertvolle Ressource

Diplomarbeit 2016 43 Seiten

Gesundheit - Pflegewissenschaft - Sonstiges

Leseprobe

Inhalt

Abstract:

1 Einleitung
1.1 Auftragsklärung
1.2 Methodologie

2 Theoretischer Bezugsrahmen
2.1 Salutogenese
2.1.1 Zur Person von Aaron Antonovsky
2.1.2 Entstehung des Modells „Salutogenese“
2.1.3 Definition
2.1.4 Entwicklung des Modells
2.1.5 „Senses of coherence“ oder Kohärenzgefühl
2.1.6 Erfassung und Stabilität des Kohärenzgefühls
2.1.7 Generalisierte Widerstandsressourcen
2.2 Wohlbefinden am Arbeitsplatz
2.2.1 Begriffsbestimmung
2.2.2 Wohlbefinden messen
2.2.3 Antonovsky und Wohlbefinden
2.3 Arbeitsbezogene Verhaltensmuster

3 Resultate
3.1 Einleitung
3.2 Ressourcen für ein gutes Wohlbefinden von Pflegekräften am Arbeitsplatz
3.3 Einfluss des Kohärenzgefühls auf das Wohlbefinden am Arbeitsplatz
3.4 Das Kohärenzgefühl von Pflegekräften stärken

4 Diskussion
4.1 Einleitung
4.2 Ressourcen für ein gutes Wohlbefinden von Pflegekräften am Arbeitsplatz
4.3 Einfluss des Kohärenzgefühls auf das Wohlbefinden am Arbeitsplatz
4.4 Das Kohärenzgefühl von Pflegekräften stärken
4.4.1 ‚Verstehbarkeit‘ stärken
4.4.2 ‚Handhabbarkeit‘ stärken
4.4.3 ‚Bedeutsamkeit‘ stärken
4.4.4 Kohärenzgefühl stärken
4.5 Grenzen bei der Förderung des Wohlbefindens am Arbeitsplatz

5 Schlussfolgerung

6 Danksagung

Bibliographie:

Abstract:

Kontext: Psychosoziale Risiken sind eine große Herausforderung für Manager in Gesundheitsunternehmen. Mit dem salutogenetischen Modell, können wir diesen Herausforderungen mit einer positiven Einstellung entgegentreten. Daraus resultiert folgende Forschungsfrage: Wie können pflegerische Dienstleiter das Konzept ‚ Kohärenzgefühl ‘ nach Antonovsky nutzen, um das Wohlbefindender Pflegekräfte zu fördern?

Methode: Quellen sind Forschungsartikel aus den Datenbanken der Universität Lüttich und Medline. Die sechs analysierten Artikel verbinden die salutogenetische Orientierung und das Thema Wohlbefindenvon Pflegekräften. Der theoretische Hintergrund setzt sich zusammen aus dem Modell der Salutogenese, einer Begriffsbestimmung für den Begriff Wohlbefinden und arbeitsbezogenen Verhaltensmustern.

Ergebnisse: Die analysierten Studien zeigen eine Vielzahl an Ressourcen, die sich anhand einer Tabelle in die Komponenten ‚ Verstehbarkeit ‘, ‚ Handhabbarkeit ‘ und ‚ Bedeutsamkeit ‘ des Kohärenzgefühls eingliedern lassen und einen Einfluss auf diese haben. Es wird ein Zusammenhang zwischen Kohärenzgefühl, Treue zum Arbeitsplatz, mentaler Gesundheit, sozialer Unterstützung und arbeitsbezogener Verhaltens- und Erlebensmusterhergestellt.

Schlussfolgerung: Das Konzept des Kohärenzgefühls lässt sich als Leitschema für pflegerische Dienstleiter zur Förderung des Wohlbefindens nutzen. Spezifische Widerstandsressourcen, die sich in die drei Komponenten des Kohärenzgefühls aufteilen und eingliedern lassen, können zur Evaluation des Arbeitsplatzes herangezogen werden. Je nach arbeitsbezogenem Verhaltens- und Erlebensmuster der Mitarbeiter kann dieses Schema genutzt werden, um das Wohlbefindeneines jeden Mitarbeiters gezielt zu fördern. Ob diese Förderung zum Erfolg führt, hängt unter anderem von der Qualität des sozialen Stützsystems innerhalb sowie außerhalb der Arbeitsstelle ab.

Schlüsselwörter: Salutogenese, Kohärenzgefühl, Wohlbefinden, Krankenpflege

1 Einleitung

1.1 Auftragsklärung

Psychosoziale Risiken sind für die Mehrzahl von pflegeanbietenden Unternehmen, wie Krankenhäuser und Altenheime, eine Herausforderung für das Management. Stress am Arbeitsplatz ist laut einer Studie der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz ein schwerwiegender negativer Faktor in mehreren Berufen, so auch beim Gesundheitspersonal. Burnout, Depressionen, Erschöpfungszustände und andere Krankheiten sind häufiges Resultat von ständiger Stressüberlastung. Dies hat hohe Fehlzeiten und einen nicht zu unterschätzenden wirtschaftlichen Schaden für die Unternehmen zur Folge(Wagner, 2015).

In meiner bisherigen Berufslaufbahn bin ich schon einigen Kolleg(in)en begegnet, die irgendwann im Laufe ihrer Karriere aus Krankheitsgründen für längere Zeit eine Auszeit benötigten. Bei einigen reichte diese Auszeit nicht aus und sie haben sich endgültig oder zumindest für einige Jahre aus ihrem Beruf als Krankenpfleger(in) verabschiedet.

Häufig waren es gerade diejenigen, die ihren Beruf mit voller Hingabe erfüllten und ein hohes Maß an Motivation mitbrachten. Irgendetwas hat sie aus der Bahn geworfen. Bei den einen war es ein traumatisches Erlebnis während der Arbeit, bei anderen der ständige Umgang mit dem Leid ihrer Mitmenschen und bei dritten ein schwelender Konflikt zwischen Kollegen der eigenen und einer anderen Berufsgruppe.

All diese Erfahrungen als Pfleger auf einer psychiatrischen Station während 18 Jahren und einem langjährigen Engagement im Ausschuss für Gefahrenverhütung und Sicherheit am Arbeitsplatz wie auch im Betriebsrat haben mich dazu bewegt eine Antwort auf die Frage zu suchen, wie ich als Dienstleiter zum Erhalt des Wohlbefindens meiner Mitarbeiter beitragen kann.

Zudem bot sich mir zu Beginn des Jahres 2015 die Möglichkeit an einem europäischem Projekt mit dem Namen „Arbeitswelt2020“ teilzunehmen, das sich zum Ziel gesetzt hat salutogene (d.h. gesundheitsfördernde) Arbeitsbedingungen in der Kranken- und Altenpflege vorzuschlagen und dadurch zur Entstehung gesundheitsfördernder Arbeitsplätze beizutragen(Wagner, 2015).

Daraus ergaben sich für mich die Forschungsfrage und das Ziel dieser Arbeit: Wie können das salutogenetische Model und insbesondere das Kohärenzgefühl(Antonovsky & Franke, 1997) dazu beitragen, das Wohlbefindenvon Pflegekräften am Arbeitsplatz zu erhalten und zu fördern? Das salutogenetische Model soll Führungskräfte in Pflegeeinrichtungen näher gebracht werden. Es soll ihnen gezeigt werden, wie sie es in ihre tägliche Führungsarbeit einbeziehen können.

1.2 Methodologie

In einer ersten Literaturrecherche habe ich Artikel mit den Schlüsselwörtern: „Salutogenese“, „Kohärenzgefühl“, „Pflege(r)“ und „Wohlbefinden“ (Salutogenic, sense of coherence, nurs*(Das Sternchen fungiert hier als Platzhalter), well-being) in der Datenbank der Universität Lüttich und Medline gesucht. Zudem habe ich mich auf der Plattform www.researchgate.net registriert. Dies gab mir die Möglichkeit erstens, weitere Artikel zu meinem Thema zu finden und zweitens, Autoren direkt anzuschreiben um einen kostenlosen Zugang zu ihren Artikeln zu erhalten.

Auf diese Weise wurde eine Sammlung von 78 Artikeln erstellt. Diese Liste habe ich in das Programm ‚Mendeley Desktop‘© übertragen und nach Schwerpunkten, die ich durch eine erste Lektüre der Abstrakte für mich definiert habe, geordnet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Zur Erstellung des theoretischen Bezugsrahmens dieser Arbeit habe ich aus dieser Auswahl meine Informationen zusammengestellt. Zusätzlich dazu diente mir das Buch „Salutogenese“ von Rüdiger Lorenz(Lorenz, 2005), die Internetseite der Stiftung für Salutogenese (Stiftung für Salutogenese gemeinnützige GmbH, 2013) und die deutsche Fassung des Standardwerkes von Antonovsky und Franke (Antonovsky & Franke, 1997) als Quellen.

Bezugnehmend auf meine Forschungsfrage habe ich Einschluss- und Ausschlusskriterien (Stichworte, Alter der Artikel, Herkunft, Population) definiert und so die definitive Liste meiner Artikel zusammengestellt (Siehe Tab. 1).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1

Letztendlich analysierte ich sechs Studien. Diese verbindet, dass sie vom Wohlbefindenvon Pflegekräften handeln und einer salutogenetischen Orientierung folgen. Sowohl das Wohlbefinden und die salutogenetische Orientierung werden im theoretischen Bezugsrahmen erklärt und beschrieben.

2 Theoretischer Bezugsrahmen

Im Theoretischen Teil werde ich zunächst das Modell der Salutogenesevon Aaron Antonovsky (1997) vorstellen und dabei vor allem auf das Konzept „Kohärenzgefühl“ eingehen, das ein zentrales Thema dieser Arbeit sein wird. Der Begriff der generalisierten Widerstandsressourcen ist ebenfalls ein wichtiges Element, das erklärt werden sollte, um im weiteren Verlauf der Arbeit erneut darauf zurück zu kommen.

Dann wird noch die Bedeutung von ‚Wohlbefindenam Arbeitsplatz‘ erläutert. Wie kann ich Wohlbefinden definieren? Welche Bedeutung hat das Wohlbefinden? Für jeden Einzelnen? Für die Gesellschaft?

Als letztes gehe ich kurz auf die arbeitsbezogene Verhaltensmuster ein, die beschreiben, wie Menschen mit den verschiedensten Situationen im Arbeitsalltag umgehen, und die einen Einfluss auf ihr Wohlbefindenam Arbeitsplatz und darüber hinaus haben.

2.1 Salutogenese

2.1.1 Zur Person von Aaron Antonovsky

Aaron Antonovsky wurde 1923 in Brooklyn, USA geboren. Später wanderte er nach Jerusalem aus und arbeitet dort an der Hadassah-Universität im Institut für angewandte Sozialforschung. Zunächst beschäftigte er sich mit dem Bereich der Medizinsoziologie. Dann lagen seine Forschungsschwerpunkte auf den Bereich der Stressforschung und er interessierte sich für den Zusammenhang zwischen diesem Fachgebiet und der Entstehung von Gesundheit und Krankheit(Lorenz, 2005).

2.1.2 Entstehung des Modells „Salutogenese“

Das Modell der Salutogeneseentstand bei Antonovsky in Folge seiner Forschungsarbeit aus den sechziger Jahren mit Frauen in der Menopause, deren Leben während dem Holocaust bedroht war, und Frauen, die frühzeitig nach Israel ausgewandert waren. Dabei ging er von der Hypothese aus, dass Frauen, die den Holocaust erlebt hatten, sich wesentlich schwerer an den neuen Lebensabschnitt anpassen könnten. Es stellte sich aber heraus, dass auch bei diesen Frauen eine kleine Minderheit erstaunlich wenige Schwierigkeiten mit dieser Umstellung hatten. Er stellte

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Details

Seiten
43
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668322677
ISBN (Buch)
9783668322684
Dateigröße
881 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v342274
Note
15
Schlagworte
Salutogenese Kohärenzgefühl Wohlbefinden Krankenpflege Führungskräfte Gesundheit

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