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Das Wirkungsspektrum der Musik. Auswirkungen auf den Menschen

Elektrifizierung der Musik

Facharbeit (Schule) 2012 18 Seiten

Soziologie - Medien, Kunst, Musik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Was ist Musik?

2 Positive Auswirkungen der Musik auf den Menschen
2.1 Praktischer Teil

3 Das Gehör
3.1 Aufbau

4 Frequenzen& Schallwellen

5 Negative Auswirkungen der Musik auf den Menschen
5.1 Welchem Lärm ist der Mensch ausgesetzt?
5.2 Hörschaden
5.3 Prävention

6 Schlussfolgerung

7 Quellenangaben - Literatur und Medienverzeichnis

8 Anhang

1 Einleitung

Diese Facharbeit wird für das Seminarfach „Elektrifizierung der Musik“ verfasst. Dieses beschäftigt sich mit der Entwicklung der Musik und den aus der Elektrifizierung resultierenden Veränderungen und Möglichkeiten. In meinem Thema „Das Wirkungsspektrum der Musik- Auswirkungen auf den Menschen“ werde ich auf die individuelle Wirkung der Musik eingehen und sowohl die positiven, als auch die negativen Aspekte behandeln.

Welche Vor- und Nachteile hat sie für den Menschen? Birgt sie auch Gefahren? Wenn ja, welche? Um diese Fragen aufklären zu können, habe ich eine Umfrage an meiner Schule, ein Experiment in einem Kindergarten und zudem ein Interview mit einem Mitarbeiter des Hörzentrums in der Stadt X durchgeführt. Ich habe dieses Thema für meine Facharbeit gewählt, weil ich zeigen will, dass, und in welchem Ausmaß sich die Musik auf den Menschen auswirkt und wie vielseitig sie seien kann. Das Individuum selbst erkennt meist nicht, wie verschiedene akustische Eindrücke es beeinflussen können. Es nimmt sie zwar wahr, aber das gesamte Wirkungsspektrum ist nicht sofort erkennbar. Diesen Sachverhalt werde ich im Verlaufe meiner Facharbeit belegen und veranschaulichen.

1.1 Was ist Musik?

Zunächst möchte ich versuchen, den Begriff „Musik“ als solchen in seiner Komplexität zu definieren. Die Definition dieses umfangreichen Begriffes kann dabei sowohl auf der objektiven, als auch auf der subjektiven Ebene erfolgen.

Objektiv, also rein technisch, kann man die „Musik“ als eine bewusste Aneinanderreihung von Tönen beschreiben. Um den Tönen der Musik eine Ordnung zu verleihen, gibt es drei Systeme: den Rhythmus, die Melodie und die Harmonie.

Der „Rhythmus“ bestimmt den zeitlichen Ablauf, den Takt und das Tempo der einzelnen Töne. Die Abfolge verschieden hoher Töne bezeichnet man als „Melodie“ und bei der „Harmonie“ handelt es sich um das Erklingen verschiedener Töne zur selben Zeit.

Diese sehr objektive Definition veranschaulicht zwar deutlich, wie die Musik in sich aufgebaut ist und aus welchen Teilen sie sich zusammensetzt, doch wird dadurch die fassettenreiche Wirkung der Musik nicht klar genug zum Ausdruck gebracht. Da die Musik von Subjektivität geprägt ist, sollte man diese Sichtweise keinesfalls außer Acht lassen. Ist sie für den einen die vermittelnde Sprache aller Länder, so ist sie für jemand anderen bloß ein simpler Zeitvertreib. Ob und was der Hörer empfindet, kann von Mensch zu Mensch sehr variabel sein. Um die verschiedenen Bedeutungen der Musik für das Individuum zu erfassen, habe ich den Schülern und Lehrern des Gymnasiums X über IServ1 folgende Frage gestellt:

„Was bedeutet/ist Musik für dich?“

Zur Veranschaulichung der erhaltenden Resonanz, habe ich ein Diagramm angefertigt. Auf der y-Achse sind die Antwortmöglichkeiten (jeder Befragte durfte drei persönlich zutreffende Antworten wählen) aufgetragen. Auf der x-Achse findet sich die jeweilige Anzahl der gewählten Antworten wieder.

Insgesamt haben 81 Schüler und Lehrer an der Umfrage teilgenommen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Manche der Umfrageteilnehmer haben mehr oder weniger als die geforderten drei Antworten ausgewählt. Aufgrund dessen stimmt die Gesamtanzahl der Antworten nicht mit der dreifachen Gesamtteilnehmerzahl überein.

Die aus der Umfrage erhaltenen Informationen belegen eindeutig meine vorher aufgestellte These, die Bedeutung und die Wirkung der Musik sei für jeden Menschen individuell, auch wenn sich teilweise ähnliche Tendenzen erkennen lassen.

Niemand wählte die Antwortmöglichkeit „/ keine Bedeutung“ aus, woran man eindeutig eine persönliche und wahrscheinlich auf Emotionen basierende Affinität der Befragten zur Musik erkennen kann. Jeder Teilnehmer verbindet etwas mit Musik, was daraus hervorgeht, dass insgesamt 50 Schüler und Lehrer, die Mehrheit der Befragten, die Antwortmöglichkeit „weckt Emotionen/untermalt Stimmungen“ ausgewählt haben. Somit ist bewiesen, eine rein objektive Definition von Musik deckt das gesamte Spektrum der Wirkungen und Bedeutungen für das Individuum nicht ab. Außerdem ersichtlich ist, viele Menschen binden Musik regelmäßig in ihren Lebensalltag ein, beispielsweise durch ein auf Musik basierendes Hobby oder das Erlernen eines Instruments.

2 Positive Auswirkungen der Musik auf den Menschen

Da ich nun die verschiedenen Ebenen der Musik dargelegt habe, werde ich mich nun mit den positiven Auswirkungen der Musik auf den Menschen befassen. Musik kann, unter der Voraussetzung, dass der Mensch sich psychisch auf sie einlässt, sehr viele verschiedene Auswirkungen auf ihn haben. Zum Beispiel beeinflusst sie die Herzfrequenz, den Pulsschlag und die Gehirnaktivität. Ausschlaggebend für die Veränderung der Herzfrequenz oder des Pulsschlags ist das Genre der Musik. So sorgt beispielsweise Rock für einen schnelleren Pulsschlag und Klassik für einen langsameren. Wie in der Umfrage deutlich wurde, besteht mit Musik stets eine emotionale Bindung. Sie kann Gefühle hervorrufen oder vertiefen und lässt Personen sich an prägende Lebenssituationen und -ereignisse erinnern. Aber welche Faktoren spielen eine tragende Rolle für die Wirkung der Musik auf das Individuum?

Wie bereits im obigen Teil erwähnt, spielt das Genre der Musik eine spezielle Rolle, woraus sich ergibt, dass auch dem Tempo eine gewisse Wichtigkeit zufällt. Das Tempo der Musik kann sich beruhigend oder auch aufputschend auf den Menschen auswirken. Die normalen menschlichen Reaktionen laufen bei 72 Herzschlägen pro Minute ab, aber hört man nun Musik, deren Tempo über 72 bpm( beats per minute) liegt, wirkt die Musik stark belebend. Ein Tempo unter 72 bpm hingegen wirkt beruhigend. Die effektivste Entspannungswirkung auf den Menschen erzielt man bei einem Tempo von 60 bpm, wobei es sich um die ursprüngliche Herzfrequenz des Menschen vor dem Einsetzten des Zivilisationsstresses (Verkehr, Stadtleben, …) handelte, die immer noch im Menschen verankert ist.2

Neben dem Tempo spielt das Tongeschlecht eine entscheidende Funktion für die Wirkung der Musik. Bewirkt ein Stück mit dem Dur-Geschlecht eher ein fröhliches Gefühl, so erzielt eines in Moll eine eher traurige Stimmung. Dennoch sind die emotionalen Wirkungen der Musik von Mensch zu Mensch auch hier wieder sehr variabel in ihren Ergebnissen. Diese sind abhängig von der Grundstimmung, der Situation und der Verfassung, in der der Mensch sich zum Zeitpunkt des Hörens befindet. So kann ein Stück von einem Mensch als erquickend und von einem anderen als deprimierend empfunden werden. Somit spielen die persönlichen Faktoren, die auf ein Individuum wirken, eine größere Rolle, als die Stimmung, die mit der Musik zu vermitteln versucht wird.

2.1 Praktischer Teil

Um erkennbar zu machen, wie sich die Musik auf den Menschen auswirkt, habe ich ein Experiment im Kindergarten X durchgeführt. Meine Intention bestand darin, zu zeigen, dass die Musik einen Einfluss auf den Menschen haben kann, dass sie Emotionen wecken und Menschen in bestimmte Stimmungen versetzen kann. Zuerst habe ich mir also überlegt, wie ich Musik als beeinflussendes Element am Besten darstellen kann. Letztendlich kam ich zu der Erkenntnis, dass die Malerei, eine andere Kunstform, die Funktion der Musik am Besten zum Vorschein bringt. Es werden Gefühle, die durch die Klänge hervorgerufen werden, durch die Malerei ausgedrückt. Ich habe bewusst Kindergartenkinder (im Alter von fünf Jahren) für meinen Versuch gewählt, da sie noch nicht so sehr durch die Gesellschaft oder die Medien geprägt und beeinflusst worden sind. Sie können ihre wahren Gefühle offen nach außen tragen und die individuelle Wirkung der Musik auf sie persönlich noch fast vollkommen unverfälscht aufzeichnen. Nach Anfrage wurden mir sechs Kinder zugeteilt, drei Mädchen und drei Jungen, denen ich drei verschiedene Lieder vorspielen wollte. Um die verschiedenen Emotionen besser zeigen zu können, wählte ich Lieder verschiedenster Genres.3 Die Kinder sollten jeweils ein Bild für jedes von mir vorgespielte Lied malen, auf dem sie versuchen sollten, ihre Gefühle bei der jeweiligen Musik festzuhalten, indem sie ihre Malerei mit dem Lied in Verbindung setzten. Im Anschluss sollten sie mir mündlich erläutern, was genau sie dabei fühlten und warum sie bestimmte Sachen malten. Das klassische Klavierstück River flows in you wurde als „traurig“ und „ruhig“ kommentiert. Dementsprechend malten sie Herzen und Sterne, die das Verträumte symbolisierten und Klaviere und Geigen als Darstellung der verwendeten Instrumente. Obwohl die Kinder noch kein Englisch können, malten sie zu Summer of Love Herzen und Sonnen, die den Songtext widerspiegeln. Sie empfanden die Musik als „fröhlich“ und dachten dabei an den Sommer und Sonne. Bei Papa Pinguin wurden Pinguine, Sterne und Wasser gezeichnet.4 Sie lachten und wippten im Takt, was eindeutig als Ausdruck für Spaß und Fröhlichkeit zu werten ist.

Allgemein kann man dem Experiment entnehmen, dass die Kinder trotz, oder gerade wegen ihres Alters, die Verbindung zu der Musik herstellen und ihre Gefühle ausdrücken konnten. Sie konnten die Stimmung wiedergeben und diese in Malereien umsetzen. Eines der Kinder malte zu jedem der Lieder Alltagssituationen, zum Beispiel einen Bäcker, seinen Freund oder sein Haus. Er verarbeitete durch die Musik seinen Alltag und assoziierte mit der Musik Situationen und Gegenstände aus seinem alltäglichen Leben. Auch bei diesem Experiment spielen verschiedene Faktoren eine entscheidende Rolle. Auffällig ist gewesen, dass die Persönlichkeit der Kinder ausschlaggebend für die Malerei und die Verbindung zu der Musik war. Eines der Kinder war sehr extrovertiert und motiviert, weshalb es sofort eine Verbindung zu der Musik herstellen konnte. Ein Anderes hingegen, war eher introvertiert und schüchtern. Bei diesem handelte es sich um das Kind, welches die Alltagssituationen in seiner Kunst verarbeitet hat. Darüber hinaus beeinflusste auch das Geschlecht der Kinder die Ergebnisse. Die Mädchen wählten beispielsweise andere Farben und malten andere Gegenstände als die Jungen.

Die Umfrage an der Schule und das Experiment im Kindergarten deckten Teilnehmer verschiedenster Altersstufen ab. Doch trotz des Altersunterschieds wurde deutlich, Musik setzt eine Offenheit voraus, damit Menschen eine Verbindung zu ihr herstellen können. Lässt man sich auf die Musik ein, so offenbart sich eine Bandbreite verschiedenster Wirkungen. Aber nicht nur allein die Musik hat positive Auswirkungen auf den Menschen, sondern auch durch die Elektrifizierung erreicht die Wirkung und das Nutzen der Musik eine neue Dimension. Durch die Elektrifizierung konnten zum Beispiel Hörgeräte hergestellt werden, die Menschen mit Schwerhörigkeit helfen. Denn leider kann Musik auch negative Wirkungen auf den menschlichen Körper haben, manchmal sogar die Ursache für die Notwendigkeit eines Hörgeräts sein.

„Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden.“5

Dieses Zitat verdeutlicht, auch Musik hat nicht nur positive Aspekte, sondern kann auch durch die mit ihr verbundenen Geräusche Gefahren mit sich bringen. Die Elektrifizierung förderte diese negativen Seiten der Musik durch die Erfindung der Klang verstärkenden Boxen, dank derer Musik viel lauter abgespielt werden kann. Gerade diese akustische Belastung führt häufig zu Schwerhörigkeit und anderen auditiven Verletzungen (Trommelfellriss u.Ä.) Das wirft die Frage auf, wie das Gehör eigentlich funktioniert und wie es die Musik und die damit verbundenen Geräusche wahrnimmt, beziehungsweise wie es von ihr beeinflusst wird.

3 Das Gehör

Der Mensch besitzt fünf Sinnesorgane, die ihn die Umwelt wahrnehmen lassen. Das Auge nimmt visuelle Reize wahr, die Haut äußere Reize der Umwelt , der Mund und die Nase gehören zu den sogenannten „Geschmacksfeldern“, die Geschmäcker und Gerüche wahrnehmen. Das Ohr ist das fünfte Sinnesorgan, welches den Menschen Geräusche hören und lokalisieren lässt. Alle Töne und Klangfolgen, wie zum Beispiel Musik oder Sprache, senden unsichtbare Schallwellen aus, die mit dem Ohr aufgenommen werden. Der Mensch kann Geräusche mit einem dB-Wert6 von 10 bis 140 dB wahrnehmen. Außerdem hilft das Ohr im Zusammenspiel mit dem Auge und dem Körper dem Menschen, das Gleichgewicht zu erhalten.

[...]


1 Schulserver des Gymnasiums X

2 Vgl. [2] http://www.feelit.ag.vu/Seite_4_musik_-koerper.html

3 Pop: Cascada- Summer of Love Klassik, symbolisch für Trauer: Yiruma- River flows in you Kindermusik, symbolisch für Fröhlichkeit: Sophie & Magaly- Papa Pinguin

4 Bilder im Anhang (Abb.1.0; Abb.1.1; Abb.1.2; Abb.1.3)

5 Zitat von Wilhelm Busch

6 Dezibel: Einheit mit der Lautstärke angegeben wird

Details

Seiten
18
Jahr
2012
ISBN (eBook)
9783668319417
ISBN (Buch)
9783668319424
Dateigröße
5.5 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v341856
Note
1,0
Schlagworte
Musik Wirkung von Musik Hörzentrum

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Titel: Das Wirkungsspektrum der Musik. Auswirkungen auf den Menschen