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Paradoxe Entwicklungspolitik. Deutschlands Strategien und Beteiligung an der neuen Allianz für Ernährungssicherung

Hausarbeit 2016 12 Seiten

VWL - Internationale Wirtschaftsbeziehungen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklungspolitik Deutschlands
2.1. Definition
2.2. Strategie
2.3. Kritik
2.4. Neue Allianz für Ernährungssicherung

3. Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Das Feld der Entwicklungspolitik umfasst so ziemlich jeden Aspekt der Wirtschaft, greift in die Kultur ein, ist abhängig vom Technologiefortschritt und der Forschung und wird durch Regierungen und die entsprechende Politik, Kriege, Trends und sogar Naturkatastrophen beeinflusst. Vom normalen Bürger über Hilfsorganisationen und Kirche bis hin zu den Staatsoberhäuptern der diversen Volkswirtschaften ist jeder ein Teil davon und wirkt mittel- oder unmittelbar auf den Fortschritt ein.

Deutschland, als eine der großen Industrienationen, ist ebenfalls in der Verpflichtung seinen Beitrag zur Entwicklungshilfe zu leisten und tut und plant dies durch diverse Regierungsprojekte sowie unabhängig von der Politik durch private Hilfsorganisationen, die sich in den Entwicklungsländern einsetzen. Immer wieder werden im Zusammenhang mit Entwicklungshilfe kritische Stimmen laut, die Deutschlands Politik für fehlgeleitet halten oder sogar die Entwicklungspolitik an sich in Frage stellen.

Ich habe persönlich ein großes Interesse an Entwicklung, vor allem an den Methoden zur Nachhaltigkeit und der Vereinbarkeit der Maßnahmen, nicht nur mit der Ökonomie sondern auch mit Ökologie und Sozialem. Nachhaltigkeit ist und muss ein zentrales Thema sein, damit die Erde den Anstieg der Weltbevölkerung verkraften kann. Dabei müssen alle Länder miteinbezogen werden und sich die gesamte Welt entwickeln, mit dem Ziel auf einen gemeinsamen Entwicklungsstand gebracht zu werden und eine gerechte Verteilung zu erreichen.

Zunächst werde ich dafür einen Blick auf die Entwicklungspolitik im Allgemeinen werfen und auf die Strategien der deutschen Politik eingehen. Im Anschluss betrachte ich mit der neuen Allianz für Ernährungssicherung eines der neueren Projekte, an denen die Bundesrepublik beteiligt ist. Schließlich beziehe ich mich auf die Kritik, die von allen Seiten gegen die neue Allianz laut wird, um am Ende zu einem Fazit zu kommen, wie die Entwicklungspolitik Deutschlands aktuell zu bewerten ist.

2. Entwicklungspolitik Deutschlands

2.1. Definition

Die Definition von „Entwicklung“ und die zugehörigen Maßnahmen haben in den letzten Jahrzehnten einen großen Wandel erfahren. Zunächst wurde es durch die vereinten Nationen 1951 schlicht mit einem wirtschaftlichen Wachstum gleichgesetzt, was Industrialisierung und die Steigerung des BIP bedeutete, wodurch sich das Wachstum gleichmäßig auf alle Gesellschaftsschichten verteilen und alle anderen Probleme beseitigen sollte. Mit den 60ern und 70ern traten schließlich auch die Faktoren Entwicklung, Gesundheit und Bildung in den Vordergrund, und somit die Entwicklung der Lebensbedingungen und die dafür nötige Förderung des Umweltbewusstseins (Kevenhörster, Paul; van den Boom, Dirk: 2009, S.19 ff.). Heute wird vor allem von einer „nachhaltigen Entwicklung“ gesprochen, die sich gleichermaßen auf soziale, ökonomische und ökologische Faktoren konzentriert, wodurch eine “Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eignen Bedürfnisse nicht befriedigen können“ erreicht werden soll (Kevenhörster, Paul; van den Boom, Dirk: 2009, S.22).

Somit gehören, nach dem BMZ, zu den Zielen einer nachhaltigen Entwicklung die Bekämpfung von Armut, die Entschuldung der ärmsten Länder, die Friedenssicherung, eine engere wirtschaftliche Kooperation, die Investitionsförderung und Globalisierung (Kevenhörster, Paul; van den Boom, Dirk: 2009, S.23 ff.), Bildungsförderung und natürlich der Umwelt- und Ressourcenschutz (Kevenhörster, Paul; van den Boom, Dirk: 2009, S.32 ff.).

Zur Messbarkeit der Effektivität von Entwicklungspolitik wird zumeist das Pro-Kopf-Einkommen, der Human Development Index und der Welthungerindex durch die Welthungerhilfe und die International Food Policy herangezogen, um somit einen Großteil der Arbeitsbereiche für Entwicklung abzudecken (Kevenhörster, Paul; van den Boom, Dirk: 2009, S.24 ff.).

Entwicklungshilfe beziehungsweise eine entsprechende Entwicklungspolitik wird dringend benötigt, um die große Lücke zwischen den wohlhabenden und den armen Volkswirtschaften zu schließen. Auch in einzelnen Ländern herrscht große Ungleichheit zwischen den einzelnen Gesellschaftsschichten (Frey, Armin; Jäger, Thomas; Messner, Dirk; Fischedick, Manfred; Hartmann-Wendels, Thomas: 2014 S.15 ff.). Die Unterentwicklung eines Großteils der armen Volkswirtschaften resultiert aus der falschen Außen- und Wirtschaftspolitik der Entwicklungsländer und der Industrieländer, sowie schlecht koordinierten oder unangemessenen Zöllen und Subventionen für den Import und Export von Gütern, sowie weiteren Faktoren (Gabler Wirtschaftslexikon).

2.2. Strategie

Die unterschiedlichen Strategien und Bestandteile der Entwicklungspolitik sind stark von den Bedingungen in den Entwicklungsländern und auch von deren Umfeld abhängig. Sowohl die Innenpolitik als auch die aktuelle politische, soziale, ökonomische und ökologische Situation ist wichtig. Ebenso muss die vorherrschende Kultur und die zu erreichende Zielgruppe beachtet werden (Kevenhörster, Paul; van den Boom, Dirk: 2009, S.14 ff.). Damit ein Land von der Bundesrepublik Unterstützung erhält, muss es sich an gewisse soziale, politische und wirtschaftliche Bedingungen halten, welche unter anderem die Einhaltung der Menschenrechte betreffen, demokratische Wahlen, eine unabhängige Justiz und einen transparenten Staat voraussetzen und einen freien Markt haben. Zudem muss sich das Land entwicklungsorientiert verhalten und nicht gegen geplante Entwicklungsmaßnahmen arbeiten (Kevenhörster, Paul; van den Boom, Dirk: 2009, S.49 ff.). In Folge dessen kombiniert Deutschland verschiedene Maßnahmen miteinander, bei denen politische und nichtpolitische Organisationen zusammenarbeiten. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen unter anderem die grundlegende Verbesserung der Lebensbedingungen, Nachhaltigkeit und die Entwicklung der Außenwirtschafts- und Wirtschaftspolitik mit Hilfe von Investitionsförderung und neuen Rahmenbedingungen für den internationalen Handel. Dabei muss immer auch beachtet werden, welche Auswirkungen geplante Veränderungen auf die Kultur des Landes haben und ob es diese auch verkraften kann (Kevenhörster, Paul; van den Boom, Dirk: 2009, S.13 ff.).

Deutschland bietet dabei beispielweise finanzielle Hilfe über günstige Kredite an, oder entsendet kostenlose Berater und Ausbilder in die Entwicklungsländer (Kevenhörster, Paul; van den Boom, Dirk: 2009, S.50 ff.) Zusätzlich arbeitet es auch auf multilateraler Ebene, also mit andere Staaten zusammen, um größere Projekte verwirklichen zu können (Kevenhörster, Paul; van den Boom, Dirk: 2009, S.62 ff.).

Vorranging kümmert sich das BMZ (Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) in Deutschland um die Umsetzung und Koordination entwicklungspolitischer Maßnahmen und hat hierfür wiederum verschiedene Durchführungsorganisationen für

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Ranking der größten Entwicklungshilfe-Geberländer im Jahr 2015 (Netto-ODA* in Milliarden US-Dollar) Quelle: BMZ (2016), gekürzte Fassung

inländische und internationale Entwicklung (Kevenhörster, Paul; van den Boom, Dirk: 2009, S.56 ff.). Mit seinen Bemühungen stand Deutschland 2015 an dritter Stelle der Entwicklungs- Geberländer und stellte Netto 17,78 Millionen US Dollar zur Verfügung (siehe Abbildung 1).

2.3. Kritik

Die Entwicklungspolitik steht schon seit langem in der Kritik, da es ebenso viele positive wie negative Fälle gibt. Einige sind der Ansicht, dass es sinnvoller ist, die Länder sich selbst helfen zu lassen, anstatt eine Lösung vorzusetzen. So würde auch eher das Land im Inneren gestärkt und nicht nur der Export, der vor allem anderen Ländern viele Vorteile verschafft (Wiegmann, Jens: 2007).

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Details

Seiten
12
Jahr
2016
ISBN (eBook)
9783668315891
ISBN (Buch)
9783668315907
Dateigröße
705 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v341690
Institution / Hochschule
Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin
Note
1,0
Schlagworte
Entwicklungspolitik Deutschland Ernährungssicherung Strategien

Autor

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Titel: Paradoxe Entwicklungspolitik. Deutschlands Strategien und Beteiligung an der neuen Allianz für Ernährungssicherung